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Radfahren boomt – auch in der bayerischen Landeshauptstadt! Kein Wunder, denn was gibt es Entspannenderes als eine Feierabendtour durch die City auf dem Rad oder eine tagesfüllende Entdeckertour ins Münchner Umland. Erradeln Sie Münchens Stadtviertel von Obermenzing über Schwabing bis Haidhausen – stets mit besonderen Tipps im Gepäck. Oder erkunden Sie Münchens Umland vom Fünfseenland über die Osterseen bis zum Murnauer Moos.
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Seitenzahl: 224
Veröffentlichungsjahr: 2022
Die schönsten Radtouren
Abwechslungsreiche Touren für alle Ansprüche
Exklusiv für Sie als Leser:
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.j-berg.de
Tourenüberblick
Einführung
Touren am Wasser
1Auf den Spuren des Münchner Trinkwassers
Vom Deutschen Museum zur Kreuzstraße
2Das Münchner Trinkwasser – Teil 2
Nach Gmund am Tegernsee
3Wasserausflüge in den Münchner Norden
Zum Feringa- und zum Speichersee
4Über die Finsinger Alm
Von Johanneskirchen nach Markt Schwaben
5Ruderer und ein ehemaliges Torflager
Seenrunde im Norden
6Baggerseen und Kloster
Von Untermenzing nach Fürstenfeldbruck
7Zum kleinsten See im Fünfseenland
Von Pasing zum Weßlinger See
8Durch das eindrucksvolle Würmtal
Von Pasing nach Starnberg
9Geheimnisvolle Schluchten und Höhen
Zu Maisinger Schlucht und See
10Einzigartige Überbleibsel aus der Eiszeit
Natur pur an den Osterseen
11Durchs bäuerliche Alpenvorland zum Moorsee
Panoramafahrt zum Deininger Weiher
12Prominentendorf und Floßrutsche
Vom Kolumbusplatz über das Mühltal nach Wolfratshausen
Touren im Grünen
13Auf alten Pilgerpfaden zum sagenhaften Kraftort
Zur Wallfahrtskapelle Maria Eich
14Maikäfersiedlung und Mariengrotte
Von Haidhausen nach Haar
15Ein künstlicher Hügel und ausgedehnte Wälder
Von Giesing nach Oberhaching
16Isartalbahn und Hexenhäusl
Von Thalkirchen nach Gauting
17Vom ersten Geozoo zur Flößerstadt
Von Thalkirchen nach Wolfratshausen
18Rastplätze zwischen München und Bad Tölz
Auf den Sandbänken der Isar
19Durch Filz- und Moorlandschaften
Idylle zwischen Penzberg und Bad Heilbrunn
20Unterwegs im Blauen Land
Picknick im Murnauer Moos
21Von Schicksalsgöttinnen und Keltenschanzen
Zu geheimnisvollen Plätzen um Leutstetten
22Radl-Wallfahrt zum Heiligen Berg
Durchs Fünf-Seen-Land zum Kloster Andechs
Entdeckertouren
23Arbeiterviertel und Vergnügungsareal
Über Giesing, Ramersdorf und Haidhausen
24Wo die Schweinderl wohnen
Zum Walderlebniszentrum Grünwalder Sauschütt
25Ein Barockjuwel und Relikte des Flughafens
Von der Josephsburg über Feldkirchen zum Böhmerwaldplatz
26Lehmabbau und Römersiedlung
Vom Böhmerwaldplatz nach Poing
27Auf den Spuren der Kurfürsten
Vom Scheidplatz über Oberschleißheim nach Feldmoching
28Ein Traum für alle Fußballfans
Zur Allianz Arena
29Zu den ganz großen Vögeln
Zum Flughafen im Erdinger Moos
30Zwischen olympischem Flair und Amper
Vom Olympiazentrum nach Olching
31Alte Burg und die sagenumwobene Aubinger Lohe
Von Obermenzing nach Eichenau
Kultur-Touren
32Durch die heimliche Radl-Hauptstadt
Stadtradfahrt zu besonderen Sehenswürdigkeiten
33Zwischen Street-Art und altem Salzweg
Durch Haidhausen und Bogenhausen
34Chinesische Pagoden und Blutegelfarm
Grüne Runde in den Münchner Westen
35Entlang des Kanalsystems des Kurfürsten
Grüne Runde im Münchner Norden
36Panoramaaussicht vom Müllberg
Von Schwabing über den Müllberg zum Harthof
37Die alte Bischofsstadt an der Isar
Von München nach Freising
38In die malerische Altstadt von Dachau
Von München durchs Dachauer Moos
39Mittelalterliche Kostbarkeiten
Auf dem Ammersee-Radweg nach Landsberg am Lech
40Wo Spargelträume wahr werden
Zum Spargelmuseum in Schrobenhausen
Orts- und Sachregister
Impressum
Mit dem Rad zum Baden an den Starnberger See
Blaskapelle in der Kugler Alm
leicht
mittel
schwierig
Weglänge
Fahrzeit
Einkehr
für Kinder geeignet
Sehenswürdigkeit
viel Sonne
eher Schatten
Bademöglichkeit
Wandertour
Tourenvariante
Richtungspfeil
Ausgangs-/ Endpunkt der Tour
Bahnlinie mit Bahnhof
S-Bahn
Tunnel
Seilbahn, Gondelbahn
Bushaltestelle
Parkmöglichkeit
Hafen
Autofähre
Personenfähre
Flugplatz
Kirche
Kloster
Burg/Schloss
Ruine
Wegkreuz
Denkmal
Turm
Leuchtturm
Windpark
Windmühle
Mühle
Hotel, Gasthof, Restaurant
Jausenstation
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter)
Schutzhütte, Berggasthof (Sommer)
Unterstand
Grillplatz
Jugendherberge
Campingplatz
Information
Museum
Bademöglichkeit
Bootsverleih
Sehenswürdigkeit
Ausgrabung
Kinderspielplatz
schöne Aussicht
Aussichtsturm
Wasserfall
Randhinweispfeil
Maßstabsleiste
Leichte Touren
1Vom Deutschen Museum zur Kreuzstraße
2Kreuzstraße nach Gmund am Tegernsee
3Zum Feringasee und Speichersee
5Seenrunde im Norden
9Zur Maisinger Schlucht und See
10Zu den Osterseen
13Zur Wallfahrtskapelle Maria Eich
14Von Haidhausen nach Haar
15Von Giesing nach Oberhaching
16Von Thalkirchen nach Gauting
23Giesing, Ramersdorf, Haidhausen
24Walderlebniszentrum Grünwalder Sauschütt
25Von der Josephsburg zum Böhmerwaldplatz
26Vom Böhmerwaldplatz nach Poing
27Oberschleißheim und Feldmoching
28Zur Allianz Arena
29Zum Flughafen im Erdinger Moos
31Von Obermenzing nach Eichenau
32Durch die heimliche Radl-Hauptstadt
33Haidhausen und Bogenhausen
34Münchner Süden
35Münchner Norden
36Von Schwabing zum Harthof
37Von München nach Freising
38Von München nach Dachau
Mittelschwere Touren
4Von Johanneskirchen nach Markt Schwaben
7Von Pasing zum Weßlinger See
8Von Pasing nach Starnberg
11Zum Deininger Weiher
12Mühltal und Wolfratshausen
18Auf den Sandbänken der Isar
19Zwischen Penzberg und Bad Heilbrunn
20Im Murnauer Moos
21Geheimnisvolle Plätze um Leutstetten
22Zum Kloster Andechs
30Vom Olympiazentrum nach Olching
39Ammersee-Radweg nach Landsberg am Lech
Schwere Touren
6Von Untermenzing nach Fürstenfeldbruck
17Von Thalkirchen nach Wolfratshausen
40Nach Schrobenhausen
Mit dem Rad zur Isar
München und Umgebung sind ein Radlerparadies. Die Münchner Schotterebene lädt regelrecht dazu ein, mit dem Rad entdeckt zu werden – egal, ob Sie leidenschaftlicher Sportler oder Gelegenheitsradler sind. Denn der Münchner Großraum ist größtenteils flach. Schon in kurzer Zeit gelangt man von der Landeshauptstadt in die grüne Umgebung. Und München selbst? Die Landeshauptstadt bietet zahlreiche grüne Oasen, wie den Pasinger Stadtpark oder den Truderinger Wald, und das nicht nur in den Randbezirken der Stadt. Mit dem zentral gelegenen Englischen Garten besitzen die Münchner einen der größten Stadtparks der Welt und die zentrumsnahen Isarauen laden zu ausgedehnten Radtouren mit genüsslichen Picknicks ein.
Die Touren in diesem Buch sind unterteilt in vier Hauptkapitel. Bei den Touren am Wasser handelt es sich durchwegs um Fahrten entlang von Flüssen oder zu Seen. Eine Badepause sollte man hier auf jeden Fall mit einplanen, außer bei Tour 1, wo der Weg des Trinkwassers in die Münchner Wasserhähne beschrieben wird. Die Touren im Grünen führen zu besonders schönen Orten, an denen man gut verweilen und ein Picknick einlegen kann. Geboten werden hier wunderbare Panoramablicke, urige Gaststätten oder auch geheimnisvolle Orte. Die Entdeckertouren eignen sich gut für Kinder, wobei auch Erwachsene hier viele neue Einblicke gewinnen können, etwa beim Besuch der Allianz Arena oder auf der Fahrt zum Flughafen. Schließlich folgen noch die Kultur-Touren – Radtouren etwa zu den umliegenden Städten, wie Bad Tölz oder Freising, die zum Radl-Naturerlebnis noch zusätzlich kulturhistorische Schätze zu bieten haben.
Alle Touren verlaufen auf guten Radwegen, verkehrsarmen Landstraßen, hin und wieder auch auf einem ausgebauten Wirtschaftsweg und sind meist ohne nennenswerte Steigungen, außer es wird in der Beschreibung ausdrücklich darauf hingewiesen. Bei den Tourenbeschreibungen finden Sie nicht nur Einkehrmöglichkeiten am Ende der Tour. Beachten Sie bitte, dass auch die beste Recherche nicht ausreicht: Öffnungszeiten ändern sich gelegentlich, Restaurants und Biergärten schließen – vorübergehend oder für immer – und Pächter können wechseln. Aufgrund schlechter oder unsicherer Wetterlage werden Biergärten teilweise gar nicht erst geöffnet. Informieren Sie sich daher vorab, damit Sie keine böse Überraschung erleben! Die Touren in diesem Buch sind zwischen 14 und 68 Kilometer lang. Sie sollten für die Touren ausreichend Zeit einplanen. Wenn Sie eine Tour zum ersten Mal fahren, berücksichtigen Sie, dass Sie den Weg noch nicht kennen. Die Zeitangaben können Ihnen eine erste Orientierung geben, ebenso die Zuordnung zum Schwierigkeitsgrad, der von den zu bewältigenden Höhenmetern und der Streckenlänge abhängt. Vor allem Kinder, die bereits alleine mit dem Rad unterwegs sind, sollte man keinesfalls überfordern und individuell Kondition und Alter berücksichtigen.
Schafidylle im Tölzer Land
Zu allen Touren können Sie bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und zurückfahren. In den meisten Zügen des bayerischen Regionalverkehrs (S-Bahn, RB, RE) ist die Mitnahme von Fahrrädern erlaubt. Die dafür vorgesehenen Waggons sind mit einem Fahrradsymbol gekennzeichnet.
Bedenken Sie aber, dass manche S-Bahnen nicht so häufig fahren. Und ist einmal ein Waggon überfüllt, kann es vorkommen, dass man auf die nächste Bahn warten muss. Informieren Sie sich vorsichtshalber im Voraus, welche Regelungen für die Fahrradmitnahme gelten und wann Sie wieder zurückfahren können.
Isar mit Blick in die Alpen
Die beeindruckende Pappelallee in Feldmoching
Für die im Buch beschriebenen Touren ist ein Trekkingrad, ein robustes Cityrad oder ein verkehrssicheres Mountainbike ausreichend, von Rennrädern ist abzuraten. Die meisten Strecken sind auch mit einem Kinderanhänger zu bewältigen.
Es ist hilfreich, wenn Sie Karten, ein Navigationsgerät oder ein Smartphone mit Navigationsapp mitnehmen – vor allem, wenn Sie eine Tour abkürzen wollen oder etwas Unvorhergesehenes passiert. Im Normalfall sollte Ihnen die Wegbeschreibung zuzüglich der Tourenbeschreibung ausreichen, um den Weg zu finden. Mit einem Navigationsgerät tun Sie sich natürlich leichter. Sie können sich dann die Tour auf Ihr Gerät laden und dem Track folgen, ohne die Beschreibung lesen zu müssen. Wenn Sie eine Karte bevorzugen, können Sie auf die Fahrradkarte »München und Umgebung« von Kompass mit einem Maßstab von 1:70 000 zurückgreifen. Sie enthält alle Strecken des Buchs. Selbstverständlich können Sie auch Fahrradkarten des ADFC verwenden. Für die Stadt ist ein Stadtplan von Vorteil.
Die Wege entlang der Würm sind ein Paradies für jeden Radler.
Nehmen Sie in jedem Fall die üblichen Gerätschaften für eine Panne mit. Die häufigste Panne besteht in einem platten Reifen, vor allem wenn Sie kein Fahrrad mit »unplattbaren« Mänteln haben. Packen Sie einen Reifenheber, einen passenden neuen Schlauch, ein Multitool für die Schrauben, Flickzeug (für den Notfall) und vor allem auch eine Pumpe ein.
Denken Sie an die richtige Kleidung. Es empfiehlt sich, eine Windstopperjacke mitzunehmen, bei unsicherer Wetterlage sollten Regenjacke und eventuell auch Regenhose und Regenschuhe nicht fehlen. Ein warmer Pulli oder ein Fleece und ein zusätzliches T-Shirt, das Sie am Ende der Tour wechseln können, ist ein kleiner Komfort, den man sich gönnen kann. Ansonsten hängt die Kleidung natürlich vom Wetter und den Temperaturen ab. Und wenn es eine Bademöglichkeit gibt, vergessen Sie nicht, Ihre Badesachen und ein Handtuch einzupacken. Eine Brille gegen Fliegen legen wir Ihnen auch ans Herz. Da Sie bestimmt zwischendurch oder am Ende einen Halt einplanen, sollten Sie auch ein Schloss mitnehmen, um ihr Fahrrad entspannt abstellen zu können.
Und nun kann’s losgehen.
Viel Freude wünschen Ihnen
Elisabeth Eberth und Manfred Platz
Radlpause am Starnberger See
Auf zwei landschaftlich herrlichen Etappen folgen wir der Spur des Münchner Trinkwassers bis zu seinem wichtigsten Quellgebiet in der Mangfallregion. Anfangs entlang der Isar, geht’s dann beschaulich durch drei große Waldgebiete zur Kreuzstraße. Unterwegs treffen wir auf Infotafeln zum Thema Trinkwasser und dessen Weg bis in die Münchner Wasserhähne.
SchwierigkeitLeicht
Weglänge39 km, 3.30 Std.
TourencharakterWaldwege und ruhige Landstraßen
AusgangspunktDeutsches Museum
EndpunktS-Bahnhof Kreuzstraße (S2)
KarteKompass-Fahrradkarten Deutschland Münchens Süden–Starnberger See–Ammersee, FK 3120, 1:70 000; Kompass-Wandern und Rad München und Umgebung WK 184, 1:50 000
EinkehrMünchen: Gasthaus Hinterbrühl, Hinterbrühl 2, Tel. 089/79 44 94, gasthof-hinterbruehl.de; Großhesselohe: Waldwirtschaft, Georg-Kalb-Str. 3, Tel. 089/749 94 03, waldwirtschaft.de; Oberhaching: Kugler Alm, s. Kasten; Kreuzstraße Valley: Bartewirt, Gruber Str. 1, Tel. 08024/77 81, barte-wirt.de; Aying: Ayinger Bräustüberl, Münchener Str. 2, [email protected]
InformationStadtwerke München, swm.de/wasser/m-wasserweg; Fremdenverkehrsamt München, Marienplatz/Im Rathaus, Tel. 089/23 39 65 00, muenchen.de
Mit insgesamt 20 Stationen und Schautafeln bestückt, startet der Münchner Wasserweg am Deutschen Museum. Dies ist zugleich Station 1 unserer Tour, denn das Museum beherbergt eine interessante Wasserabteilung. Dafür muss man sich ein wenig Zeit nehmen – ein Besuch lohnt sich aber.
Auf dem Isar-Radweg geht es nun am Tierpark vorbei. Nach etwa 1,5 Kilometern, gleich neben Münchens ältestem Freibad, dem Schyrenbad, weist ein Schild zum Rosengarten der Baumschule Bischweiler. Ein Blick in diese kleine, ganz eigene Welt tut allen Sinnen gut: Rund 200 Rosensorten sind hier zu bewundern. Gleich darauf erreichen wir Station 2, die Marienklausenbrücke. Das Prinzip zur Gewinnung des umweltfreundlichen Stroms ist einfach und wird hier auf der Tafel erklärt: Das Wasser wird über die Schaufeln der Turbine geleitet, die sich in Bewegung setzt, der mechanische Generator wandelt die Energie der Wasserkraft in Strom um. Eigens hierfür wurde der Isarkanal künstlich erschaffen.
Trinkwasserhochzonenbehälter im Forstenrieder Park
Ein Ort der Ruhe mitten in der Stadt: Der Rosengarten der Städtischen Baumschule Bischweiler
Das Münchner Trinkwasser
Bis 1883 erhielten die Münchner ihr Wasser aus den Hangquellen der Isar – ohne Kanalisation und Müllabfuhr kam es zu Choleraepidemien. Prof. Max von Pettenkofer schlug vor, sauberes Quellwasser aus dem Mangfalltal nach München zu leiten. Die misstrauischen Stadträte ließen zur Sicherheit 100 hl Bier mit dem Wasser brauen, denn Hefe reagiert besonders empfindlich auf toxische Stoffe. Die Probe fiel positiv aus – mit dem Bau der Leitungen wurde begonnen.
Wir überqueren die Brücke hinüber zur Floßlände, radeln auf die Großhesseloher Brücke zu und über diese auf die andere Seite. Ist die Beschilderung aus der Stadt hinaus überaus dürftig, kann man sich ab hier auf die grün-schwarzen Schilder »M-Wasserweg« verlassen. Nachdem wir die Flussseite gewechselt haben, werden wir in den Perlacher Forst geleitet, und es folgt eine etwa vier Kilometer lange, ruhige Fahrt bis zur Kugler Alm.
Hier wurde das Radler erfunden: die Kugler Alm
Kugler Alm
Die Gaststätte wurde 1898 vom Deisenhofener Franz Xaver Kugler gepachtet und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ausflugslokal, das vor allem von vielen Radfahrern angesteuert wurde. Als in seiner Blütezeit, an einem sonnigen Tag im Jahr 1922, das Bier zur Neige ging, beschloss der Kuglerwirt, den Hopfensaft mit Limo zu verdünnen – geboren war die Radlermaß (so will es zumindest die Legende). Kugler Alm, Linienstraße 93, 82041 Oberhaching, Tel. 089/61 39 01 20, kugleralm.de
Hinter der Kugler Alm und der Umzäunung befindet sich Station 3, der unterirdische Trinkwasserspeicher Deisenhofen, einer von drei Hochbehältern, der zusammen mit den Speichern in Kreuzpullach und im Forstenrieder Park 95 Prozent des durchschnittlichen Wasser-Tagesbedarfs von München abdeckt. Das Wasser gelangt von der Reisach im Mangfalltal ausschließlich aufgrund des natürlichen Gefälles, ohne Pumpen und andere technische Hilfsmittel, nach Deisenhofen. Die Tafeln erläutern mit Zeichnungen den genauen Vorgang.
Gut ausgeschildert, radeln wir durch den herrlichen Mischwald des Deisenhofener Forsts an der S-Bahn Furth, der Oberhachinger Sportschule und am Maibaum von Oberhaching vorbei, Richtung Naturbad Furth. Der Wald lichtet sich, und wir stoßen auf die St.-Ulrich-Kapelle, die erstmals 1315 erwähnt wurde und renovierte Fresken aus verschiedenen Epochen für uns bereithält. Rund um die Kirche wird darauf hingewiesen, dass ein Betreten des Geländes durch Pferde verboten ist. Nachdem man sich erst mal über das Schild wundert, versteht man das Ansinnen beim Weiterfahren, denn auf dem nun folgenden Waldweg kann man schon mal einem flotten Sulky-Fahrer begegnen – wir befinden uns in Lanzenhaar, das berühmt ist für sein Traberleistungszentrum. Sauerlach streifen wir lediglich am nördlichen Rand, müssen kurz an der Hauptstraße entlangfahren und kommen dann in den 27 Quadratkilometer großen Hofoldinger Forst, einst das Jagdrevier der bayerischen Herzöge. Wir überqueren die A 8 auf einer Brücke, befinden uns nun auf der Römerstraße und biegen im Forst nach rechts auf den Weg »Hauptgeräumt« (ausgeschildert).
Blick von der Großhesseloherbrücke auf Isar und künstlich angelegten Isarkanal
Abstecher nach Aying (7 km)
Bleibt man auf der Römerstraße, überquert die Landstraße und hält sich links auf dem Waldweg »Kronestgeräumt«, erreicht man Aying (S-Bahn-Anschluss), das weltberühmt ist für seine Ayinger Bierbrauerei, den typisch bayerischen Biergarten und das Dorfensemble mit Maibaum und Wirtschaft.
Kerzengerade führt nun der Waldweg durch den Forst. Gleich zu Beginn treffen wir auf Station 5 »Brunnen in der Münchner Schotterebene« und kommen nach weiteren 800 Metern zu Station 6 »Leitungen Hofoldinger Forst«, die auf die unterirdischen rund 30 Kilometer langen und drei Meter im Durchmesser großen Stollenleitungen verweisen, die hier in bis zu 100 Meter Tiefe im Wald verborgen sind.
Bevor wir an der S-Bahn-Station Kreuzstraße die Heimreise antreten, ist eine Einkehr beim Bartewirt zu empfehlen. Der Radweg führt direkt am Biergarten vorbei.
Konditionsstarke Radler können den Weg des Münchner Wassers noch bis nach Gmund am Tegernsee verfolgen (zusätzlich 43 km; s. Tour 2).
Das Isarwerk 1, Münchens erstes städtisches Elektrizitätswerk, ist seit 1908 in Betrieb.
Die Kirche St. Maximilian thront über der Isar und dem Glockenbachviertel.
Auf der zweiten Etappe erleben wir das bayerische Voralpenland in seiner schönsten Form: weite Wiesen, verstreut liegende, oft mit Blumen geschmückte stattliche Gehöfte, Kühe und immer wieder herrliche Panoramablicke auf das Gebirge. Die Spur des Münchner Trinkwassers endet am Ursprung der Mangfall, in Gmund am Tegernsee.
SchwierigkeitLeicht
Weglänge43 km, 4 Std.
TourencharakterWaldwege und ruhige Landstraßen
AusgangspunktS-Bahnhof Kreuzstraße (S2)
EndpunktGmund am Tegernsee (BOB)
KarteKompass-Fahrradkarten Deutschland Münchens Süden–Starnberger See–Ammersee, FK 3120, 1:70 000; Kompass-Wandern und Rad München und Umgebung WK 184, 1:50 000
BadenTegernsee
EinkehrValley: Gräfliches Bräustüberl, Graf-Arco-Str. 28, Tel. 08024/63 16; Waldrestaurant Maxlmühle, s. Kasten; Weyarn: Gotzinger Trommel, Gotzing 1, Tel. 08020/ 90 47 30, gotzinger-trommel.de; Gmund: Strandbad Seeglas, Seeglas 1, Tel. 08022/761 29, strandbad-seeglas.de; Gut Kaltenbrunn, Kaltenbrunn 1, Tel. 08022/187 07 00, feinkostkaefer.de/gut.kaltenbrunn, herrliche Aussicht auf den Tegernsee
InformationStadtwerke München, swm.de/wasser/m-wasserweg; Tourist-Information, Wiesseer Str. 11, Gmund am Tegernsee, Tel. 08022/706 03 50, gmund.de
Wir radeln vom S-Bahnhof Kreuzstraße Richtung Hohendilching. Auch hier können wir uns auf die Ausschilderung »Münchner Wasserweg« verlassen, und eine genaue Wegbeschreibung erübrigt sich an dieser Stelle.
Wir kommen nach Valley, wo bereits Kelten und Römer und später die Grafen von Valley ihren Stützpunkt hatten. Sehenswert ist das Alte Schloss, das schon viel erlebt hat; von 1965–1971 wohnte hier der Schriftsteller Michael Ende, der vom Dachspeicher des alten Gemäuers zu seiner »Unendlichen Geschichte« inspiriert wurde. Das Pumpenhaus Valley zählt zu den ältesten industriellen Denkmälern Oberbayerns.
Nach einer idyllischen Fahrt erreichen wir die Station Maxlmühler Wasserschloss, das seinen Namen zu Recht trägt: Es ist ein 1903–1906 erbautes hübsches Jugendstilgebäude, das einzig dem Zweck dient, den neuen Verteilungsschacht zu überdachen. Dieser war notwendig geworden, da Ende des 19. Jahrhunderts der Wasserverbrauch auf rund 200 Liter pro Kopf angestiegen war. Grund dafür waren u. a. die vielen Brauereien sowie der Bevölkerungsanstieg in München. Unsere Fahrt führt uns weiter durch das wildromantische Mangfalltal. Kurz hinter dem Waldrestaurant Maxlmühle kommen wir zu Station 10; hier wird anschaulich erklärt, wie vor mehr als 10 000 Jahren die Mangfall ihr Bett durch die Moränenhügel grub.
Kurze Zeit später taucht ein Obelisk am Uferhang auf – er steht als Symbol für die erste Quelle, die für die Trinkwasserversorgung von München 1880, hier als »Mühlthaler Hangquellen«, gefasst wurde.
Das Ziel: Badevergnügen am Tegernsee
Vorbei an der Bruckmühle radeln wir weiter, an der beschaulich dahinplätschernden Mangfall entlang. Nach einer herrlichen Fahrt treffen wir bei Thalham auf ein Kunstwerk des Bildhauers Karl Jakob Schwalbach: »Tränen der Erde«. Der Trinkwasserbrunnen löscht den Durst und veranschaulicht künstlerisch den enormen technischen Aufwand, der hinter diesen Zuleitungen steckt. Weiteres Element der Installation ist eine Bodensonnenuhr, die bei den Besuchern immer großes Interesse weckt. Während einer Führung kann man einen Blick in den Spiralschacht von Thalham werfen.
Maxlmühle
Im Waldrestaurant Maxlmühle soll schon der bayerische Kronprinz Max im Jahr 1837 gespeist und den Blick auf die Mangfall genossen haben. Auch heute noch kann man schön in dem gemütlichen Biergarten verweilen. Eine Spezialität sind die täglich frisch geräucherten Forellen.
Waldrestaurant Maxlmühle, Maxlmühle 1, 83626 Valley, Tel. 08020/17 72, maxlmuehle.de
Wir überqueren den Bahnübergang und radeln am Betriebshof der SWM Thalham vorbei zur Hangquellfassung Gotzing. Da die Münchner Bevölkerung immer mehr anwuchs (innerhalb von 10 Jahren von 25 000 auf 385 000 Einwohner), beschloss man 1894, auch das Quellwasser bei Gotzing zu fassen. Hier lohnt sich ein kurzer Abstecher (1 km) zum Wasserschloss Reisach. Auch hier stößt man in idyllischer Umgebung und unerwartet auf einen schönen Rundbau, der wiederum den Zweck hat(te), den Hauptschacht zu überdecken.
Herrschaftliche Höfe zieren das Mangfalltal.
Tipps für Gmund
• Baden im Tegernsee in den Strandbädern »Seeglas« oder »Kaltenbrunn«
• Schifffahrt auf dem Tegernsee
• Ortsbummel mit Besichtigung des Heimatmuseums neben der Mangfallbrücke und der St.-Ägidius-Kirche
Nach Wall überqueren wir die B 472 und schieben das Rad an der Parkbucht über den steilen Weg wieder hinab ins Mangfalltal (einzig unklarer Punkt auf der sonst gut beschilderten Tour) und am Fluss entlang zur Büttenpapierfabrik Louisenthal. Hier präsentiert sich 180 Jahre Papierkultur – neben den Produktionsstätten kann man in der Papeterie u. a. edelstes Büttenpapier zu Fabrikpreisen erwerben (Öffnungszeiten unter gmund.com).
Blumengeschmückter Hof bei Gotzing und ein Blick auf die Karte
Kurz darauf ist Gmund erreicht, wo die Mangfall aus dem Tegernsee fließt (und später in Rosenheim im Inn endet).
Gut geschütztes Trinkwasser im Wasserschloss Reisach
Wir durchstreifen den Englischen Garten, radeln am Oberföhringer Wehr und an einladenden Biergärten vorbei, durchfahren die futuristischen Bauten der Fernsehanstalten in Unterföhring und gelangen zum beliebten Feringasee. Nach der Umrundung des Vogelparadieses Ismaninger Speichersee geht’s fast ganz ohne Verkehr zurück nach München.
SchwierigkeitLeicht
Weglänge47 km, 4 Std.
TourencharakterDurch den Englischen Garten, um den Feringa- und den Speichersee auf Radwegen ohne Verkehr
Ausgangs-/EndpunktMünchen, Haus der Kunst (Prinzregentenstr. 1)
KarteKompass-Fahrradkarten Deutschland München und Umgebung, FK 3119, 1:70 000; Kompass-Wandern und Rad München und Umgebung WK 184, 1:50 000
BadenFeringasee
EinkehrChinesischer Turm im Englischen Garten; Seehaus im Englischen Garten, Kleinhesselohe 3, Tel. 089/381 61 30, kuffler-gastronomie.de; Hirschau, Gyßlingstr. 15, Tel. 089/36 09 04 90, hirschau-muenchen.de; Aumeister, Sondermeierstr. 1, Tel. 089/18 93 14 20, aumeister.de
InformationFremdenverkehrsamt München, Marienplatz/Im Rathaus, Tel. 089/23 39 65 00, muenchen.de
Nachdem wir uns vom Anblick der Eisbachsurfer (direkt neben dem Haus der Kunst) losgerissen haben, starten wir an der Brücke und fahren in den Englischen Garten. Wir halten uns an die Ausschilderung »Chinesischer Turm«, später »Kleinhesseloher See« und »Hirschau« und radeln unter dem Isarring hindurch Richtung Aumeister. Wir schwenken nach rechts auf den Isar-Radweg und erreichen das riesige Stauwehr Oberföhring. Hier wird ein Teil des Isarwassers bis auf eine Tiefe von sechs Metern aufgestaut, dann in den Mittleren Isarkanal abgeleitet und erst bei Moosburg dem Fluss wieder übergeben. Zweck des Ganzen ist die Stromgewinnung in den Kraftwerken entlang des künstlichen Kanals.
Eisbachsurfer in Warteposition
Wir kommen zur hölzernen Fachwerkbrücke St. Emmeram, auf der wir die Isar überqueren und nun auf dem schottrigen Isar-Radweg zwischen Isar und Kanal weiterradeln. Nach dem Föhringer Ring folgt eine Fußgängerbrücke, über die – etwas unkomfortabel – das Rad getragen werden muss; dann sind wir in der Kanalstraße und folgen nach rechts deren Verlauf.
Wir befinden uns nun in Unterföhring. Über die Münchner Straße fahren wir in die Bahnhofstraße, dann geradeaus über den Kreisel und an der S-Bahn-Station vorbei in die Medienallee. Die futuristischen Bauten der großen Fernsehstudios begleiten uns bis zur T-Kreuzung. Wir fahren eine Links-Rechts-Kurve und befinden uns nun auf dem geraden Rad- und Wanderweg, der uns zum Feringasee bringt.
Wir umrunden den Feringasee, radeln eine Weile parallel zur Autobahn weiter und treffen auf die Birkenhofstraße, die uns unter der Autobahn hindurch leitet. Wir halten uns rechts und wieder links, bleiben also auf der Birkenhofstraße und rollen zum Ismaninger Speichersee. Der 1929 fertiggestellte künstliche See speichert das Wasser des Mittleren Isarkanals und dient neben der Stromgewinnung, der Wasserregulierung der Kraftwerke und dem Hochwasserschutz auch der Nachklärung der Münchner Abwässer. Zudem hat sich der Speichersee im Lauf der Jahre zu einem Vogelparadies mit weit über 250 nachgewiesenen Vogelarten entwickelt, wie z. B. Rotschenkel, Birkhuhn, Uferschnepfe und Kranich. Abertausende von Wasservögeln nutzen den geschützten Raum als Brut- und Rastplatz.
Nach einer Fahrt unterhalb des Teichdamms kommen wir am Teichgut Birkenhof vorbei. Hier befand sich bis zum Jahr 2000 die größte Abwasserfischteichanlage Europas. Die Fischteiche mit einem jährlichen Besatz von rund 100 000 Karpfen dienten zur biologischen Nachklärung, d. h. der letzten Stufe der Abwasserreinigung.
Der Feringasee
Obwohl die Wasserqualität nicht immer ganz den hohen Ansprüchen entspricht, tummeln sich in den warmen Monaten auf ca. 21 ha Liegefläche zahlreiche Badegäste. Ein ausgewiesener FKK-Bereich, Beach-Volleyballplatz, Sandstrände, ein Bereich für Surfer und eine Gaststätte mit Biergarten machen den Baggersee zu einem beliebten Naherholungsgebiet. Entstanden ist er übrigens 1974/76 durch Kiesentnahmen für den Autobahnbau.
Nach dem Birkenhof wird der bisher immer noch kerzengerade Radweg abwechslungsreicher. Man kann zwar noch keinen Blick auf den See werfen, denn Damm und ein kleines Bächlein trennen uns davon, das vor uns liegende Naturschutzgebiet zeigt uns jedoch grüne Schilfgürtel, wilde Blumenwiesen und fruchtbare Felder. An der kleinen Fahrstraße biegen wir nach links ab und radeln hinauf zur Dammbrücke. Von hier kann man die gewaltige Ausdehnung des Sees bestaunen und die unzähligen Vogelschwärme (am besten mit dem Fernglas) beobachten.
Markt im Englischen Garten
Am anderen Ufer nehmen wir die Straße An der Dorfen und folgen links der ruhigen Teerstraße. Die Straße Ismaning–Aschheim überqueren wir rechts/links versetzt und radeln am Damm entlang bis zur Autobahnunterführung. Hier fahren wir nach rechts auf die Bauhofstraße, überqueren die große Münchner Straße, radeln am Unterföhringer See vorbei und erreichen den Isar-Radweg.
Blick hinab auf das Stauwehr in Oberföhring
Einsames Radeln durch die Hirschau
Vor dem Föhringer Ring empfiehlt es sich, nach rechts über die Brücke in die Leinthaler Straße und über die Sondermeierstraße unter dem Föhringer Ring zum Aumeister zu radeln, um in der 150-jährigen Traditionsgaststätte zu pausieren.
Quer durch die idyllische Hirschau, deren Name auf den einstigen Wildreichtum zurückgeht, radeln wir in südlicher Richtung zurück in die Stadt.
Der Speichersee dient der Wasserregulierung der Kraftwerke am Isarkanal und dem Hochwasserschutz. Baden kann man hier nicht, aber der einzigartige Blick über den See lässt uns bei jedem Wetter neue Eindrücke gewinnen.
SchwierigkeitMittel
Weglänge28 km, 2.30 Std.
TourencharakterVon München weg auf verkehrsarmen Straßen durch Johanneskirchen, danach Schotterwege bis zur Finsinger Alm am Speichersee. Auf ruhigen Straßen nach Markt Schwaben. Nur nach Neufinsing nennenswerte Steigung
AusgangspunktBahnhof München-Johanneskirchen, S-Bahn-Station
EndpunktBahnhof Markt Schwaben, S-Bahn-Station
KarteKompass Fahrradkarte »München und Umgebung« (2021), 1:70 000
EinkehrFinsing/Speichersee: Biergarten Finsinger Alm, Almweg 38, Tel. 08123/988900, finsingeralm.de; Markt Schwaben: La Piazza im Oberbräu, Marktplatz 25, Tel. 08121/224 39 79, la-piazza-im-oberbraeu.de
InformationRathaus Markt Schwaben, Schloßplatz 2, 85570 Markt Schwaben, Tel. 08121/41 80, markt-schwaben.de
