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Hast du genug davon, dem Erfolg hinterherzurennen? Zu viele Herausforderungen, zu viele Verpflichtungen, zu wenig Zeit und Freude? Hast du das Gefühl, dein Leben zieht ungelebt an dir vorbei, und irgendwie sollte da noch was anderes für dich möglich sein? Bettina Ramm spürte selbst vor einigen Jahren diese "seltsame Sehnsucht" nach dem Leben. Sie machte sich auf die Suche danach, und fand heraus, dass Erfolg auch anders gehen kann. Sinnvoller, erfüllter und ohne Stress und Druck. Denn wonach wir streben, hat oft gar nichts damit zu tun, was wir wirklich wollen. Wenn wir erkennen, wo in unserem Leben wir etwas einfach nur falsch verstanden haben, kann unser Leben sich verändern - auf eine unerwartet mühelose Weise zu einer überraschenden Leichtigkeit und Freude. Wenn du spürst, dass es eine seltsame Sehnsucht nach Leben in dir gibt, und dass es doch irgendwie anders gehen muss - dann lies dieses Buch.
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Seitenzahl: 349
Veröffentlichungsjahr: 2020
Feedback zum Buch
„Da du ganz offen und somit ganz nah am Leser bist, wird dieses Buch jeden in seinen Bann ziehen. Es macht einfach neugierig und du gibst eine tolle Lebenshilfe - du bringst es auf den Punkt. Es ist ein wunderbares Mutmachbuch.“
Dietmar Wadewitz, Photocoach und Entspannungspädagog.
„Dein Buch hat mich ziemlich gefesselt und ich habe bei vielen Kapiteln empfunden 'genau so geht es mir auch'. Das Einmischen vieler persönlicher Empfindungen und Eindrücke aus deinem Leben macht das Ganze lebendig und erfrischend. Es enthält viele gute Impulse, das eigene Leben zu überdenken und positive Änderungen ins Auge zu fassen.“
Rudolf Thale.
„Bettina schafft es auf eine faszinierend ehrliche Art und Weise Ihre Themen zu den meinen zu machen. Ganz persönlich, unversteckt und federleicht. In dieser Form der Begegnung kann auch ich mich wiederfinden. Fühle mich regelrecht angesteckt, nicht nur über 'das Leben' weiter nachzudenken, sondern wie ganz von selbst aktiv zu werden und 'es' zu tun: glücklich im hier und jetzt zu sein. Oder in meinen eigenen Worten ausgedrückt: Das Wider zum Für zu machen. Was kann man sich als interessierter Leser schon mehr wünschen?“
Tobias Winkle.
„Dein Buch zu lesen war mir eine wahre Freude und Wohltat. Es hat in mir den Wunsch nach weiterer Persönlichkeitsentwicklung geweckt – durch Dein wertfreies Untermauern Deiner eigenen Erfahrungen mit Ansätzen weiterer Autoren und Speakern aus der Persönlichkeitsentwicklungs-Szene fühlte ich mich beim Lesen inspiriert und mitgenommen. Durch Deinen Schreibstil ohne Wertung oder erhobenen Zeigefinger gibst Du dem Leser die Möglichkeit, tief in sich hinein zu spüren und sich liebevoll den Themen anzunehmen. Deine Schilderungen aus eigenen Erfahrungen lassen aus Worten Bilder und Szenen wachsen, welche ein Annehmen der Themen erleichtern. Viele Themen begegnen mir immer wieder und ich sehe sie als lebenslange Begleiter, die mich liebevoll an meine Essenz, meine wahre Natur, mein Ich erinnern sollen, daher werde ich Dein Buch nicht nur einmal in die Hand nehmen, um mich intuitiv durch die Themen leiten zu lassen und zu erspüren, wo es unterstützender Worte bedarf. Ich danke Dir von Herzen für Deine Seelenöffnung und motivierenden Ansätze!“
Petra Rütz, Tierkommunikation und Heilenergeti.
Bettina Ramm
Das muss doch auchanders gehen
Mach Erfolg auf deine Art -ohne Hamsterrad, Stress und Müssen
© 2020 Bettina Ramm, www.bettinaramm.com
Cover-Gestaltung: Vanessa Reinhardt, art, illustration & design, www.vanessareinhardt.de
Fotos: Inga Haar, Business-Fotografie, www.business-fotografie.de
Verlag und Druck:
tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, www.tredition.de
ISBN
Paperback: 978-3-347-00834-2
Hardcover: 978-3-347-00835-9
e-Book: 978-3-347-00836-6
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhalt
Vorwort
Einführung
Das muss doch auch anders gehen
Die Zeit ist reif für Veränderung
Veränderungen beginnen mit „Aha“
Leid ist nich. Sinn deines Lebens
Stress ist keine Folge von Erfolg
Erkenne Stress und lass ihn los
Glaube nicht alles, was du denkst
Was bedeutet Erfolg für dich?
Ganz ehrlich: Magst du Erfolg?
Guter Erfolg ist eigentlich ganz einfach
Entscheide dich für Leichtigkeit
Egal, wo du stehst – es ist gut
Entscheide dich
Nimm die Menschen, wie sie sind
Übernimm Verantwortung für dein Leben
Lass alle Schuld los
Zu viele Verpflichtungen
Zu wenig Zeit
Halte dich aus Dingen raus, die dich nichts angehen
Liebe und akzeptiere dich, wie du bist
Wahrer Erfolg beginnt immer bei dir selbst
So wie du bist, bist du gedacht
Liebe dich selbst, du bist genug
Glaube nicht deine Geschichten
Mache nichts, was du nicht willst
Erlaube dir ein erfülltes Leben
Wer bist du wirklich?
Lerne dich selbst kennen
Deine Stärken und Schwächen
Lebe deine Wahrheit
Nimm dir eine Input-Auszeit
Vertraue deiner inneren Weisheit
Vertraue deinem Körper
Lebe achtsam
Was wünschst du dir vom Leben?
Das Leben will, dass du glücklich bist
Freude und Sinn
Deine Werte und dein Warum
Entwickle deine Vision vom Leben
Es ist viel mehr möglich als du denkst
Was willst du wirklich?
Kenne dein Ziel und lass dann los
Gehe deinem Ziel entgegen
Starte beim Sein, nicht beim Tun
Konzentriere dich auf das, was du willst
Du brauchst immer nur den nächsten Schritt
Das Labyrinth von Chartres
So triffst du gute Entscheidungen
Nimm deine Ängste mit
Bitte um das, was du dir wünschst
Es gibt viel weniger zu tun, als du glaubst
Lass die Kontrolle los und vertraue
Du kannst nichts dafür, was geschieht
Vertrauen ist deine wahre Natur
Das Leben unterstützt dich
Vertrau dir
Was die „Zeichen“ bedeuten
Wer hat recht?
Du bist Teil eines größeren Plans
Alles ist für etwas gut
Nimm die Dringlichkeit raus
Sei stark: Lass deine Schwäche zu
Hindernis oder Ausrede?
Du machst die Regeln!
Heile alte Gefühle
Lass den Tod deinen Ratgeber sein
Genieße dein Leben, egal wo du stehst
Meine Geschichte
Danke
Literaturempfehlungen
Über die Autorin
Vorwort
Liebe Leserin, lieber Leser,
in Ihren Händen liegt ein Schatz. Freuen Sie sich darüber, denn dieses Buch hält Impulse für Sie bereit, die Ihr Leben nachhaltig und vor allem positiv verändern können, vorausgesetzt Sie überlesen die Zeilen nicht nur, sondern lassen sie im Innern arbeiten und wirken. Denn genau darum geht es. Jeder von uns gelangt früher oder später an jenen frag- und denkwürdigen Wendepunkt, wo wir uns selbst in Frage stellen und nicht mehr weiterwissen. Und ausgerechnet dann erkennen wir, wie ähnlich wir uns doch im Grunde alle sind.
Aber um diese Verbundenheit wirklich zu fühlen, dürfen und müssen wir an den Kern jener harten Nuss gelangen, die wir im alltäglichen Sprachgebrauch „ichbezogene Gewohnheit“ nennen. Und mein Ich fühlte sich beim Lesen in jedem Kapitel nicht nur liebevoll angesprochen, sondern auch in seiner Zähheit gespiegelt, denn die wiederkehrenden Kurven und Einbahnstraßen, von denen Bettina Ramm hier schreibt, kenne ich auf meiner persönlichen Lebensstrecke nur zu gut.
Und ganz besonders diesen unbeschreiblichen, aber wahrhaftigen Moment, wo alle sie für verrückt erklärt haben, weil sie von heute auf morgen ihr äußeres Leben zum Stillstand brachte – und das für einen gefühlten Auftrag namens „Buch“.
Auch ich konnte niemandem erklären, warum das so war und wer mich auf die abenteuerliche Mission des Schreibens geschickt hatte. Aber eines war klar: „Mit diesem Buch wird das alte Sein enden und ein Neues beginnen!“ Denn es beinhaltet mehr als tausend Worte. Ein Buch ist Wahrheit und zwar die Eigene - und da wir alle miteinander verbunden sind, auch die von vielen anderen.
So erkennen wir zwar manchmal nicht, warum wir etwas unbedingt tun müssen, entscheidend ist nur, ob wir unserer inneren Stimme uneingeschränkt folgen.
Bettina Ramm hat es getan und damit uralte Weisheiten in die heutige Zeit übersetzt. Ihre persönlichen Erfahrungen sind hierbei die gewisse Würze und machen dieses Buch zu einem Herzensgeschenk für jeden Sinnsuchenden. Sie beschreibt ein Leben, das wie ein Pendel zwischen den Ansprüchen einer Geschäftsfrau und der Liebe einer Mutter hin- und herschwingt und für kurz der Zerrissenheit Platz machte. Doch am Ende war genau hier der Raum für ein Wunder.
Ich danke dafür!
Peggy Rockteschel
Autorin & Moderatorin
Berlin, 10.03.2020
Einfühlung
Wenn ich meine Geschichte erzähle, beginnt sie immer Anfang 2017. Aber eigentlich ist das nicht ganz richtig. Eigentlich begann es schon viel, viel früher.
Schon viel früher merkte ich, dass es so nicht mehr lange weitergehen konnte. Schon viel früher merkte ich, dass ich immer wieder gefährlich nahe an einem Burnout vorbeischrammte. Schon viel früher merkte ich, dass ich keinerlei Sinn in dem sah, was ich tat, dass mir die Freude fehlte, und dass ich reizbar und dünnhäutig war und selten lachte. Schon viel früher merkte ich, dass mir das Leben manchmal unendlich trostlos, traurig, düster erschien, und dass es mir Mühe bereitete, weiterzumachen.
Doch 2017, kurz vor meinem 40. Geburtstag, war der Punkt gekommen, an dem mein Leben entschied, dass es Zeit war. Zeit für eine Kehrtwende. Zeit, in eine neue Richtung zu gehen.
Heute bin ich froh darüber, dass mein Weckruf so sanft war. Ich hatte keinen Burnout. Ich hatte keinen Nervenzusammenbruch. Keine schlimme Krankheit, keine Scheidung. Oftmals sind Weckrufe viel lauter, aber ich glaube, das trifft nur dann zu, wenn wir die vorherigen wieder und wieder überhören. Auch ich hatte bereits einige überhört, das weiß ich heute.
Wenn man zurück schaut, ist man immer schlauer.
Mein Weckruf bestand aus einer Reihe von nervenaufreibenden Kleinigkeiten, eine nach der anderen, die sich schön säuberlich stapelten, bis ich darunter zusammenbrach. Bis mir bewusst wurde, dass es so nicht weitergehen kann. Dass es da noch etwas geben musste, dass ich übersehen hatte.
Irgendetwas in mir spürte, dass das Leben noch mehr zu bieten hat.
Das Paradoxe an der Sache war, dass es mir – von außen betrachtet – richtig gut ging. Viel besser als den meisten anderen. Ich jammerte auf hohem Niveau, wie man so schön sagt. Ich hatte mir vieles erarbeitet, und mein Leben sah genauso aus, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Ich hatte ein Haus, einen Mann, einen Hund, zwei tolle Kinder, war mein eigener Chef.
Aber ich konnte es nicht fühlen.
Ich hatte immer geglaubt, mein Leben würde leichter und fröhlicher, wenn ich nur endlich richtig Geld verdienen würde.
Doch als es endlich so weit war, stellte ich fest, dass das gar nichts daran änderte, wie das Leben für mich war. Ich war nicht glücklicher. Ich war nicht freier. Ich war immernoch genauso gestresst. Traurig. Genervt. Wütend.
Ich fühlte mich wie in einem goldenen Käfig, immer nett lächelnd, immer kurz vor'm Platzen, immer funktionierend. Immer das tuend, was von mir erwartet wurde. Mehr tot als lebendig.
Und ich spürte, dass da etwas war, das von mir gelebt werden wollte. Ich vermisste es, auch wenn ich es damals noch gar nicht richtig benennen konnte. Ich spürte eine brennende Sehnsucht, und wusste nicht, wonach. Ich fühlte mich leer, ausgebrannt, und gleichzeitig, als würde ich mein Potenzial verschwenden. Als wäre da etwas, das noch von mir gelebt werden wollte.
Es war wie ein Ruf.
Und dann war da noch dieses Schuldgefühl, dieses schlechte Gewissen. Ich fühlte mich unglaublich undankbar. Mir ging es doch gut. Worüber beklagte ich mich eigentlich? Ich verstand mich selbst nicht, und so gab es auch niemanden, mit dem ich wirklich über dieses Thema sprechen konnte. Ich hätte gar nicht gewusst, wie ich da anfangen soll. Es fällt mir ja sogar heute noch schwer, dieses Gefühl zu beschreiben.
Eine Suche begann, die drei Jahre andauern sollte.
Das letzte Puzzleteilchen habe ich tatsächlich erst gefunden, als mein Manuskript für dieses Buch bereits fertig war. Das letzte Teilchen, das alles rund macht. Das mir das Gefühl gibt, das Leben verstanden zu haben. Zu Hause angekommen zu sein. Dass alles gut ist. Dass ich mich entspannen kann.
Plötzlich ergibt alles einen Sinn. Alles.
Ich habe erkannt, dass wir Menschen alle unsere eigene Wahrheit haben. Wir leben in der Welt unserer Gedanken, und je mehr wir unseren Gedanken glauben und vertrauen, desto enger und beschränkter wird diese Welt. Das wahre Leben aber, unsere Lebenskraft, liegt hinter diesen Gedanken.
Ich habe erkannt, dass wir oft so vieles im Außen suchen, was wir doch in Wirklichkeit nur in uns selbst finden können. Glück, Freude und Liebe sind Dinge, die wir nicht erwerben müssen, sondern die immer da sind. Tief in uns.
Ich habe erkannt, dass wir so vieles tun, um glücklich oder zufrieden zu werden. Und dass wir so viel erfolgreicher (und dabei viel zufriedener) sein können, wenn wir zunächst dieses Gefühl von Freude und Glück in uns selbst finden. Wenn wir realisieren, dass wir all diese Dinge da draußen nicht wirklich brauchen, sondern dass sie einfach das Sahnehäubchen sind.
Ich habe erkannt, dass das Leben nicht dazu da ist, den Dingen hinterherzurennen, sondern es ist ein Spiel. Wir nehmen es oft viel zu ernst. Dabei kann uns in Wirklichkeit nichts passieren, und wenn wir mit spielerischer Neugier herangehen, dann macht das Leben nicht nur viel mehr Spaß und ist viel leichter, sondern wir ziehen auch automatisch die richtigen Menschen und Dinge in unser Leben. Wir ziehen den Erfolg an, statt ihm nachzurennen.
Ich habe erkannt, dass all die großen spirituellen Lehrer – und auch die Quanten-Wissenschaftler – im Grunde alle dasselbe erzählen, nur in anderen Worten. Weil das, was dahinter liegt, was wir Menschen entdecken dürfen, sich in Worten einfach nicht beschreiben lässt. Es geht über die Dimension hinaus, die mit Worten erfasst werden kann.
Wenn wir die Lebenskraft, das Chi, in uns entdecken und stärken, dann wird das Leben leichter, friedlicher und fließender, und viele Probleme lösen sich in Luft auf. Manchmal scheint mir, Probleme sind in erster Linie genau dazu da: Dass wir innehalten, uns umschauen, und wieder mehr zu uns selbst finden.
Oft suchen wir die Lösungen für unsere Probleme im Außen, doch in Wahrheit tragen wir alles, was wir brauchen und wissen müssen, in uns selbst. Wir selbst kennen immer die Antwort. Wir haben nur so oft (noch) keinen Zugang dazu.
Und all das klingt für dich vielleicht nach Worten, die du nicht verstehst, oder nach Phrasen, die du schon mal (vielleicht sogar tausend Mal) gehört hast, aber die du nicht so recht glauben kannst. Vielleicht kannst du manches auch schon nachvollziehen, und anderes nicht.
Vielleicht sagst du auch, jaja, weiß ich ja alles. Meine größte Erkenntnis war diese:
Wenn wir etwas im Kopf wissen oder glauben, verstanden zu haben, dann heißt das noch lange nicht, dass wir es WIRKLICH verstanden haben. Wenn es wirklich in dir ankommt, dann spürst du es. Mit jeder Faser deines Körpers. Und du wirst dich fragen, wie du das so lange übersehen konntest.
Mir ging es immer so, wenn ich andere darüber sprechen hörte, was alles in uns liegt: Wenn ich es hörte, spürte ich die Wahrheit, die darin lag. Doch schon wenige Minuten später war das Gefühl weg, und zurück blieb der skeptische Verstand, der alles hinterfragte. Zeitweise glaubte ich, dass die Menschen es nur erzählen, weil andere es hören wollten. Ich glaubte, dass sich damit in unseren herausfordernden Zeiten gutes Geld verdienen lässt.
Und so wirst auch du es vielleicht erst dann glauben, wenn du es selbst für dich erkennst. Und das kannst du willentlich nicht beeinflussen. Es wird irgendwann passieren, einfach so. Von einem Moment auf den anderen. Du wirst es spüren, und von da an wird nichts mehr sein wie zuvor. Bis es soweit ist, halte einfach weiter Ausschau, bleibe offen, versuche nichts zu erzwingen, sondern hab Vertrauen.
Ich möchte dir mit diesem Buch meinen Weg in die Freiheit beschreiben. All die Schritte, die ich hier mit dir teile, waren für mich notwendig. Ich sehe rückblickend, dass es keine Abkürzungen gab auf meinem Weg. Ich musste lernen zu vertrauen – mir, aber auch dem Leben. Ich musste lernen, mich anzunehmen und zu akzeptieren wie ich bin. Mich voll und ganz zu respektieren, mit all meinen Wünschen, Bedürfnissen und Grenzen. Ich musste herausfinden, wer ich bin, was ich will, was mir Freude macht. Welche Muster ich mitgebracht habe und auflösen möchte.
Und meine Lektionen gehen weiter. Tag für Tag. Das hört nie auf.
Aber mir ist eines ganz wichtig: Mein Weg muss nicht dein Weg sein. Wir Menschen haben alle unseren eigenen Weg zu gehen. Mein Buch soll keine Schritt-für-Schritt-Anleitung für dich sein, sondern ein Fundus an Impulsen und Möglichkeiten. Ich möchte deinen Blick öffnen, ich möchte dich ermutigen, deine Gedanken zu hinterfragen, ich möchte dir neue Wege aufzeigen, aber ich will dich niemals in eine bestimmte Richtung drängen.
Ich wünsche mir, dass mein Buch eigene Erkenntnisse bei dir weckt, dieses tiefe Aha …, das so harmlos wirkt, und doch so massive Veränderungen in unserem Leben bewirken kann. Anstrengungslose Veränderungen.
Du kannst mein Buch lesen, wie es sich für dich richtig anfühlt: Von vorne nach hinten, von hinten nach vorne, oder einfach mittendrin. Es gibt im Leben keine vorgeschriebene Reihenfolge. Und auch nicht bei diesem Buch.
Lass dir niemals von irgendjemandem erzählen, wie du dein Leben zu leben und wie du deinen Weg zu gehen hast.
Wenn dir dieses Buch gut tut, was ich sehr hoffe, dann nimm es immer wieder einmal zur Hand, lies es an manchen Stellen einfach nochmal. Wir sehen immer, was wir in jedem Augenblick sehen können und sehen sollen, und so ist es recht wahrscheinlich, dass du in den Kapiteln mehr entdeckst, je häufiger du es liest.
Ich wünsche dir wunderbare Erkenntnisse und ein wunderschönes, freies Leben. Geh deinen Weg voller Freude, Frieden und Leichtigkeit.
Alles Liebe,
Bettina
Das muss doch auch anders gehen
Die Zeit ist reif für Veränderung
„ What the world needs is people who have come alive.“1
Howard Thurman
Eigentlich geht es uns gut.
Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt. Wir haben ein Dach über dem Kopf, Anspruch auf Bildung, immer genug zu essen und fließend Wasser. Wir fahren ein- bis zweimal im Jahr in den Urlaub (manche sogar öfter), wir haben eine Menge Freizeit, und wir leben im Frieden.
Und dennoch sind viele von uns unzufrieden, gestresst, einsam, unglücklich und krank.
Wir hetzen in unserem Hamsterrad, trotz aller Erfindungen, die unser Leben komfortabler machen sollen. Wir haben Verpflichtungen ohne Ende. Wir fallen von einer Herausforderung in die nächste, haben eine Menge Konflikte zu bewältigen und können nachts oft vor lauter Sorgen nicht schlafen.
Selbst wenn es uns gut geht, machen wir uns Sorgen, dass wir alles verlieren könnten, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Gefühlt leben wir immer mit einem Fuß in der nächsten Katastrophe.
Wir arbeiten auf das Wochenende, auf den Urlaub oder auf die Rente zu. Doch statt den Urlaub zu genießen, hetzen wir von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, immer voller Angst, irgendetwas zu verpassen. Die Rente erleben viele von uns gar nicht erst, oder sie sind dann bereits so krank und ausgebrannt, dass sie auch den Ruhestand nicht mehr genießen können.
Oder wir erzählen, dass wir unseren Job lieben, und gehen ganz darin auf, verausgaben uns, geben alles, bis wir irgendwann massiv Kraft aufwenden müssen, um morgens noch aus dem Bett zu kommen.
Hinzu kommen unsere kollektiven Probleme. Gewalt, Klimawandel, politische Begebenheiten und vieles andere machen uns Angst und lassen uns die Welt dunkel und bedrohlich erscheinen. Viele alte Systeme sind in sich brüchig, und das spüren wir. Wir blicken auf den Wahnsinn, der um uns herum tobt, und schütteln darüber die Köpfe. Besorgt. Doch oft wissen wir keinen Ausweg, und fühlen uns ausgeliefert und machtlos.
Wir spüren, dass sich etwas verändern muss, doch wir wissen nicht, was.
Wir fühlen diese Sehnsucht in uns, doch wir verstehen sie nicht, und was immer wir versuchen – ein neuer Job, ein neuer Partner, ein neuer Wohnort – all das kann die Sehnsucht nur kurzfristig stillen, doch niemals wirklich erfüllen.
Wir lenken uns ab, durch neue Mode, schicke Handtaschen oder Schmuck. Wir füllen unsere Freizeit mit teuren Urlauben in fernen Ländern, Handyspielen oder Netflix. Wir gönnen uns was, und fühlen uns doch nicht glücklicher.
Wir leben das Leben, wie wir es leben sollten, und doch erfüllt es uns nicht. Wir fühlen, dass uns etwas fehlt. Wir kaufen und kaufen, in der Hoffnung, die Lücke zu füllen, doch vergeblich. Die Lücke wird nicht kleiner. Und damit wir sie nicht mehr fühlen, greifen viele von uns zu Suchtmitteln.
Doch Veränderung ist nicht nur notwendig, sie scheint auch Teil des größeren Plans zu sein.
Denn im Dezember 2012 ist die Erde in ein neues Zeitalter eingetreten, das sogenannte Goldene Zeitalter. Wir befinden uns in einer Zeit des Aufbruchs und des Umbruchs, und die Veränderungen auf der Erde werden durch Planetenstellungen und Sonneneinstrahlungen auf faszinierende Weise unterstützt. Die Frequenz unseres Planeten erhöht sich stetig, das besagen viele wissenschaftliche Messungen.
Wir fühlen diese Sehnsucht nach einem leichteren Leben nicht ohne Grund. Wenn wir uns ihr mutig stellen, ohne uns mit Konsum und Videospielen abzulenken, dann können wir jetzt innerhalb kürzester Zeit unser Leben komplett um 180° wenden.
Diese Wende kann jedoch ganz anders aussehen als man es herkömmlicherweise erwartet. Denn diese Veränderung passiert immer zuerst im Innen, und erst dann im Außen, und dadurch fühlen sie sich oft ganz leicht und beinahe natürlich an, oder sie geschehen ganz von selbst.
Das ist ein großer Unterschied zu Veränderungen, die wir willentlich herbeiführen.
Als ich vor drei Jahren am Ende war, hatte ich viele Male den Impuls, alles hinzuschmeißen. Nochmal ganz neu anzufangen. Letztlich fehlten mir der Mut und die Perspektiven.
Heute bin ich froh darüber. Wir brauchen nichts gewaltsam verändern, wenn wir i. uns anfangen, statt außerhalb von uns. Es dauert zwar länger und es ist manchmal auch etwas schmerzhafter, dafür ergeben sich schon währenddessen und vor allem danach alle Veränderungen zum Guten wie von selbst.
Während wir uns vorher lange mit Entscheidungen quälen, werden neue Wege für uns offensichtlich. Neue Chancen erscheinen auf unserer Bildfläche, mit denen wir nie gerechnet hätten. Wir bekommen Eingebungen und Impulse, die uns auf völlig neue Wege führen. Auf Wege, die sich leicht anfühlen, die nichts mehr mit dem alten Weg zu tun haben, der so kraftraubend und anstrengend war.
Veränderungen beginnen mit „Aha“
„ Wir können nur das wirken,was wir in uns selbst verwirklicht haben.“
Ina Seidel
Zu der Zeit, als mir aufging, dass mein Leben mich nicht erfüllte, und dass ich so auf keinen Fall bis zu meinem Lebensende weitermachen wollte, kam mir immer wieder der Gedanke, alles hinzuschmeißen. Ich bin ihm zum Glück nie gefolgt.
Vielleicht wäre ich es, wenn ich mehr Mut gehabt hätte. Wenn ich nicht so stark eingebunden gewesen wäre in familiären und finanziellen Arrangements und Verpflichtungen. Aber damals erschien mir die Idee, aus allem auszubrechen, noch beängstigender, als in der Situation zu bleiben.
Und das war gut so.
Denn inzwischen weiß ich, dass Veränderungen viel leichter sind, wenn sie schrittweise erfolgen. Wenn wir uns auf den Weg einlassen, statt mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, stellen sich Veränderungen sogar beinahe natürlich ein.
Wenn wir in einer Situation gefangen sind, die ausweglos erscheint, oder die uns endlos frustriert, ist die Idee, alle Brücken abzubrechen, es allen zu zeigen, oder nochmal ganz von vorn anzufangen, oftmals sehr verlockend. Doch wir übersehen dabei, dass die eigentliche Ursache unserer Misere immer wir selbst sind. Wir selbst sind die einzige Variable in unserem Leben, von der alle Veränderungen ausgehen.
Deshalb sind Veränderungen im Außen, wenn sie auf Frust, Ungeduld oder Wut basieren, selten fruchtbar und bringen meist keine Erfüllung.
Was wir brauchen, ist ein Blick nach innen. Dass wir uns mit uns selbst beschäftigen, uns selbst wieder näher kommen, uns anschauen, wie wir da hin gelangt sind, wo wir heute stehen. Denn alles, was wir uns erschaffen haben, basiert auf den Entscheidungen, die wir aus irgendeinem Grund einmal für uns getroffen haben. Erst wenn wir verstehen, was dahinter steckt, können Veränderungen in unserem Leben wirklich nachhaltig sein. Erst wenn wir unsere unbewussten Muster aufgedeckt haben, und sie verändern, werden wir nicht wieder in dieselben Fallen tappen.
Auf den ersten Blick erscheint das mühseliger. Aber das ist ein Trugschluss. Denn Veränderungen im Außen kosten massiv Kraft, und wenn sie dann nicht bewirken, was wir uns erhofft haben, kann uns das in noch tiefere Verzweiflung stürzen. Wenn wir in uns selbst beginnen – und die Anregungen dazu findest du ja in diesem Buch – dann werden Veränderungen nicht nur leichter, sondern ganz oft sogar überflüssig.
Als ich mit meinem Mann in der tiefsten Krise steckte, war ich mir sicher: Wir passen nicht zusammen. Ich hatte den bequemen – aber falschen – Weg gewählt, oder ich hatte mich verändert, und er nicht. Was auch immer, ich war fest davon überzeugt, dass ich es ohne ihn leichter hätte, und dass er mich unglücklich macht.
Doch eine Trennung war aus mehreren Gründen sehr, sehr schwierig. Ich hätte auf verschiedene Annehmlichkeiten verzichten müssen, was mir nicht leicht fiel, und so traf ich glücklicherweise keine übereilte Entscheidung.
Und in guten Momenten spürte ich (wenn ich ganz ehrlich war), dass da etwas in mir war, das meinen Mann über alles liebte, das ihn auf keinen Fall verlassen wollte. Da drin war eine tiefe Zuneigung und Verbindung, nur schien mir dieses Gefühl im Alltag immer wieder verloren zu gehen.
Unsere Beziehung zu verbessern war ein langer Weg, mit vielen Tiefs, aber immer wieder auch Hochs, die mir Hoffnung gaben. Zeitweise schienen wir in einer Sackgasse zu stecken, egal, was wir versuchten, nichts schien zu fruchten. Es gab Momente, da wollte ich einfach nur ein gutes Miteinander, ohne Ansprüche, aber selbst das funktionierte nicht.
Erst als ich begann, wirklich zu verstehen, wie das Leben funktioniert – dass mein Mann nicht für mein Glück verantwortlich ist, dass es gut ist, wenn zwei Menschen nicht völlig identische Meinungen haben, dass ein Streit keine Ehekrise ist und einiges mehr – konnte ich mich soweit entspannen, dass unsere Beziehung sich augenscheinlich von allein, und innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne, extrem verbesserte.
Nicht nur, dass wir uns heute kaum noch streiten, wir vertrauen uns auch zutiefst und sind miteinander so innig verbunden, wie nie zuvor. Wir lachen zusammen, wir trösten und stärken uns, wir necken uns, kurzum – wir sind nach über 20 Jahren Beziehung beinahe wie ein frisch verliebtes Paar (nur ohne die Nebenwirkungen).
Ich bin mir sicher – hätten wir uns getrennt, wäre ich mit hoher Wahrscheinlichkeit in die nächste Beziehung mit denselben oder ähnlichen Problemen geschlittert.
Und so geht es uns immer, egal wovor wir fliehen. Ob wir unseren Wohnort hassen, die Nachbarn nicht leiden können, unseren Job oder Chef verachten – von etwas weg zu wollen ist keine gute Motivation.
Ich sage nicht, dass Veränderungen im Außen immer schlecht sind. Aber sie sind immer nur dann eine gute Idee, wenn wir nicht von etwas weg, sondern zu etwas hin wollen. Wenn wir unseren Job kündigen, weil wir spüren, dass wir uns selbstständig machen wollen. Wenn wir unser Haus verkaufen, weil wir wissen, dass wir woanders wohnen möchten.
Wenn wir die Veränderung zum Guten hin – statt weg vom augenscheinlich Schlechten – machen, dann können Veränderungen eine gute Idee sein.
Dieses Gefühl für das, was wir wollen, stellt sich ein und wächst, wenn wir beginnen, unserem Gefühl zu folgen, uns selbst ernst zu nehmen, uns gut zu tun und selbst für unser Glück zu sorgen. Dann werden die nächsten Schritte offensichtlich, und sie wirken nicht wie eine Flucht, sondern wie ein Aufbruch.
Leid ist nich. Sinn deines Lebens
„May you be at peace in your heart,healthy, happy and free.“2
Blake D. Bauer
Im Frühling 2017 kaufte ich mir in London ein Buch mit dem Titel „You were not born to suffer“ - „Du bist nicht geboren, um zu leiden“. Wohin ich kam, prangte es auf Werbeplakaten, und obwohl ich damals nicht wusste, was das Wort „suffer“ bedeutete, und obwohl ich bezweifelte, dass ich in der Lage war, so ein dickes, englisches Buch zu lesen, spürte ich, dass dieses Buch von mir gekauft werden wollte.
Ich spürte, dass ich darin erste Hinweise für meine Suche erhalten würde. Meine Suche begann mit diesem Buch. Denn ja, ich litt. Die Sehnsucht, gepaart mit der Verzweiflung, weil ich nicht wusste, wonach ich mich sehnte, und den Schuldgefühlen, weil ich mir undankbar vorkam, machte mich fertig.
Ich kannte ja nur dieses Leben. Ich spürte, dass ich mich nach mehr Leichtigkeit und Freude und Sinn und Lebendigkeit sehnte, aber ich hatte keinen Plan, ob es sie wirklich gab. Geschweige denn, wo ich suchen sollte.
Doch Leichtigkeit, Lebendigkeit und Freude sind nicht nur wenigen ausgesuchten Menschen vorbehalten, wie ich lange glaubte. Sie sind unser aller Geburtsrecht. Sie stehen uns von Anfang an zu, und wir können sie jederzeit wieder in unserem Leben aktivieren.
Dazu bedarf es im Grunde nur deiner bewussten Entscheidung.
Doch hier habe ich ein großes Missverständnis entdeckt: Viele Menschen meinen, sie brauchen sich nur für Freude entscheiden, und das Leid verschwände dann von allein. Dem ist nicht so. Der Weg aus dem Leid führt durch das Leid hindurch.
Oder anders: Wer versucht, Leid loszuwerden, wird Leid erst recht anziehen.
Damit wir Freude spüren können, müssen wir lernen, auch alles Schmerzhafte in uns anzunehmen und ganz zu fühlen. Denn es hat immer eine Botschaft für uns.
Wir alle spüren, dass Angst, Stress, Wut, Hass, Scham und Schuld uns nicht gut tun und nicht unser gesunder Zustand sind. Instinktiv versuchen wir dann, diese Gefühle weg zu bekommen. Wir versuchen alles, um sie auszuschalten. Wir wollen uns besser fühlen.
Das führt dazu, dass negative Gefühle verdrängt werden. Wir drücken sie weg, lenken uns ab, oder leben sie aus – doch all das hilft nicht, sie wirklich nachhaltig aufzulösen.
Tatsächlich gibt es negative und positive Gefühle gar nicht. Es gibt nur Gefühle, die kommen und gehen. Trauer, Wut und Scham gehören zu unserem natürlichen Repertoire, und sie abschalten zu wollen, bedeutet, dass wir uns vom Leben abtrennen müssten.
Was sich aber oft so schmerzhaft anfühlt, und nicht selten unser Leben bestimmt, sind keine Gefühle, die ganz natürlich aus der jeweiligen Situation entstehen, aufflammen und wieder vergehen, wie wir es bei Kindern beobachten können. Es sind alte, hartnäckige Emotionen, die wir einfach nicht loslassen können und die uns immer wieder quälen. Die mit der auslösenden Situation an sich wenig zu tun haben – auch wenn es uns auf den ersten Blick so erscheint.
So kommt es, dass wir bei Kleinigkeiten an die Decke gehen, auf Bemerkungen überreagieren oder gereizt und dünnhäutig sind. In meiner stressigsten Zeit brach ich einmal mitten auf dem Parkplatz in Tränen aus, weil ich das Auto nicht in die Parklücke manövriert bekam. Ich fühlte mich völlig hilflos und wusste nicht, was ich tun sollte. Erst als ich mich einigermaßen beruhigt hatte, war ich in der Lage, das Auto in die höhere Etage des Parkhauses zu fahren, wo reichlich Platz war.
Meine Reaktion war viel zu heftig für die Situation (und hatte ja im Grunde auch nichts mit ihr zu tun). Und das ist noch ein harmloses Beispiel dafür, wie alte Emotionen uns nicht nur belasten, sondern auch unsere Entscheidungen und somit unser Leben beeinflussen.
Lerne, deinen Schmerz anzunehmen. Du stirbst daran nicht, es fühlt sich nur so an. Annahme ist immer der erste Weg zur Veränderung. Lange Zeit dachte ich, das wichtigste sei das Fühlen. Ich habe den Schmerz gefühlt, wenn er kam, und voller Pein darauf gewartet, dass er weg geht. Bis mir eines Tages bewusst wurde, dass das Fühlen, damit er weg geht, immernoch keine wirkliche Annahme ist. Es war etwas, das ich tat, um ihn wieder loszuwerden.
Interessanterweise hat mir dann Erlaubnis am meisten geholfen. Ich habe mir erlaubt, mich schlecht zu fühlen. Traurig zu sein. Wütend zu sein. Mir war bis dahin gar nicht bewusst gewesen, dass ich mich oft schlecht fühlte, wei. ich mich schlecht fühlte. Weil ich glaubte, ich dürfe das nicht.
Je weniger du versuchst, die schlechten Gefühle aus deinem Leben zu verbannen, desto weniger werden sie dein Leben bestimmen.
Ich habe außerdem gelernt, dass Gefühle immer von Gedanken ausgelöst werden. Nachdem ich meine Gefühle akzeptiert hatte, begann ich, den auslösenden Gedanken nachzuspüren. Das ist besonders hilfreich, wenn du genau weißt, dass du überreagiert hat. Die Gedanken-Gefühle-Abfolge geschieht meist so schnell, dass wir den Gedanken am Anfang meist nicht bewusst wahrnehmen. Doch wenn wir uns auf die Suche danach machen, finden wir rasch Anhaltspunkte, wo unser Blick auf das Leben noch verstellt ist, oder wo etwas in unserem Leben nicht stimmt.
Meist stecken tiefsitzende Gedanken dahinter, mit denen wir uns klein oder die Welt schlecht machen, die sehr generalisierend sind, und die wir in vielen Situationen unseres Lebens immer wieder antreffen. Wir fühlen uns dann z. B. ungeliebt, allein gelassen, alles müssen wir alleine machen oder wir fühlen uns wie totale Versager.
Diesen Gedanken auf die Spur zu kommen, ist die wirksamste Methode, das Leben wirklich zu verändern. Es steckt so viel Kraft darin, dass du entdeckst, womit du dir selbst Schmerzen bereitest, mit welchen Gedanken du dir das Leben madig machst. Es sind immer nur Gedanken, diese Gedanken sind niemals wahr. Sie fühlen sich für dich nur so an.
Der Schmerz hat die Funktion, uns darauf hinzuweisen. Wie wenn wir Schmerz fühlen, wenn wir auf eine heiße Herdplatte fassen, so fühlen wir auch Schmerz, wenn wir ungesunde Gedanken denken, einen verstellten Blick auf das Leben haben, uns etwas nicht erlauben, uns Schuld geben, uns Bedürfnisse versagen usw. Kurzum – wenn wir uns das Leben durch falsche Gedanken schwer machen.
Ohne meinen Schmerz hätte ich mich niemals auf die Suche gemacht. Mein Leben wäre heute noch immer so gestresst, voller Probleme und Sorgen, wie damals.
Hab den Mut, deinen Schmerz anzunehmen und anzusehen. Er ist nur dazu da, dich in die richtige Richtung zu navigieren. In ein Leben in wahrer Freiheit.
Stress ist keine Folge von Erfolg
„The trouble with being in the rat race isthat even if you win, you're still a rat.“3
Lily Tomlin
Ich habe lange geglaubt, Stress sei normal, wenn man ein erfolgreiches Leben führen will.
Stress ist einer meiner treuesten Lebensbegleiter. Lange war mir das gar nicht bewusst, und als das Leben es mir schmerzhaft bewusst machte, versuchte ich, ihn auf allen möglichen Wegen loszuwerden. Es wollte mir einfach nicht gelingen.
Nach meinem Studium habe ich mich direkt selbstständig gemacht, weil sich die Gelegenheit bot, und meine berufliche und familiäre Situation mir keine Wahl ließen.
Ich habe Wirtschaftsinformatik studiert und während des Studiums meine Tochter geboren. Spätestens ab da habe ich mein Leben voll durchgetaktet, um mein Studium trotz Schwangerschaft und kleinem Kind nahezu in der Regelstudienzeit zum Abschluss zu bringen. Nach dem Studium versuchte ich, einen Job in der IT-Branche zu bekommen, der sich mit meiner kleinen Familie und meinem Wunsch nach weiterem Familienzuwachs vereinbaren ließ. Doch es gab nur Jobs mit Reisetätigkeit, jede Woche irgendwo in ganz Deutschland unterwegs. Das kam für mich nicht in Frage.
Gleichzeitig gab es die Möglichkeit, an meiner Fachhochschule ein Stipendium für die Gründung zu erhalten, mit dem ich zumindest vier Monate lang ein kleines, aber gesichertes Einkommen hatte. So machte ich mich direkt selbstständig, auch wenn ich keinen Plan hatte, womit.
Von Anfang an setzte ich mich stark unter Druck. Mein Mann hatte vor mir studiert, und selbstredend nicht nur das Studium in Regelzeit absolviert, sondern auch noch dual studiert (also Studium und bezahltes Praktikum im Wechsel) und nebenbei auch noch gejobbt, so dass er die ganze Zeit einen finanziellen Beitrag zu unserem Familieneinkommen geleistet hatte.
Bei mir war das anders. Seit der Geburt meiner Tochter hatte ich keinen Werkstudentenjob mehr angenommen, weil ich es einfach zeitlich nicht hinbekam. Ich fühlte mich stark in der Schuld, endlich etwas Geld in die Familienkasse zu spülen. Das setzte mich enorm unter Erfolgsdruck. Ich litt unter starken Versagensängsten und Perfektionismus, noch bevor ich überhaupt mein Gewerbe angemeldet hatte.
Während der Gründung wurde ich erneut schwanger, und mein Sohn kam zur Welt, als ich ein halbes Jahr selbstständig war. Damals zeichnete sich bereits ab, dass meine ursprüngliche Geschäftsidee nicht aufging, und ich hielt mich mit kleineren Webentwicklungsaufträgen „über Wasser“. Ich schreibe das hier in Anführungszeichen, weil es eigentlich für mich keine Veranlassung gab, Geld zu verdienen. Mein Mann hatte einen gut bezahlten, sicheren Job.
Ich hätte mich ausruhen und meine junge Mutterschaft genießen können.
Doch das erlaubte ich mir nicht.
Und dann passierte das, wovor ich am meisten Angst hatte: Mein Sohn erkrankte an Neurodermitis. Es begann mit kleinen Pickelchen, doch weil ich solche Panik hatte, sah ich sie sofort als erste Symptome. Die Hebamme vermutete eine Lebensmittelallergie, und ordnete an, Weizen wegzulassen. Ich folgte gehorsam und begann, mein Brot selbst zu backen. Die Pickelchen verschwanden nicht.
Nach einer Woche ordnete die Hebamme an, auch auf Eier, Nüsse, Fisch und Kuhmilch zu verzichten. Ich hinterfragte es nicht, sondern machte einfach. Ich war jung und unerfahren, sie die Autorität.
Und so war ich nun also eine selbstständige Mutter von zwei kleinen Kindern, die voll stillte und fast nichts mehr essen durfte. Ich bereitete alles selbst zu, studierte Zutatenlisten und hatte irgendwie ständig Hunger. Selbstredend war ich alles andere als entspannt.
Und die Neurodermitis wurde schlimmer.
Es dauerte noch über 18 Monate, bis ich aus den selbst auferlegten Regeln ausbrach und durchschaute, dass jegliche Lebensmitteldiät nur eins bringt: Noch mehr Stress. Und dass Stress der eigentliche Auslöser der Neurodermitis war.
Ich hörte auf, Lebensmitteln so viel Macht über mich zu geben, und mich und meine Familie nach fremden Vorgaben zu beschränken.
Das alleine half aber nicht, die Stressspirale zu durchbrechen. Im Gegenteil. Denn je mehr ich begriff, dass Stress der Auslöser war, desto größer wurden meine Schuldgefühle. Ich schämte mich, dass ich mich während der Schwangerschaft und danach so gegängelt hatte, dass ich mich nicht geschont hatte, dass ich mich so antrieb, dass ich mich zur Lebensmitteldiät hatte überreden lassen. Und dann gab ich mir die Schuld, dass ich nicht aus dem Stress heraus kam.
Ich habe über 10 Jahre nach einem Ausweg aus dem Stress gesucht. Habe es mit Yoga probiert, damit, weniger zu arbeiten oder länger zu schlafen. Nichts hat wirklich funktioniert.
Stress ist eine Reaktion auf eine Situation, die eine besondere körperliche oder mentale Herausforderung für uns darstellt. Stress bedeutet, dass unser Körper sich auf Flucht oder Kampf vorbereitet.
Viele Menschen sind im permanenten Flucht-oder-Kampf-Modus, und zwar so sehr, dass sie es selbst gar nicht mehr merken, weil es so normal für sie ist. Sie spüren es lediglich daran, dass sie abends nicht einschlafen können oder mitten in der Nacht aufwachen und nicht mehr zur Ruhe kommen. Oder daran, dass sie bei Kleinigkeiten an die Decke gehen. Oder an stressbedingten Krankheiten, wie z. B. Hautausschlägen.
Vor Kurzem habe ich einen sehr erfolgreichen amerikanischen Coach, der sogenannte „High Performer“ begleitet, sagen hören, dass Stress zu einem gewissen Level normal ist, wenn wir ein bewegtes Leben haben.
Er ist ein sehr erfolgreicher Coach. Er muss es ja wissen. Oder?
Ich sehe, dass viele Menschen derselben Meinung sind. Manche glauben gar, Stress sei ein Ausdruck eines erfolgreichen Lebens, eine Art notwendiges Symptom, an dem sie erkennen können, dass sie es „geschafft“ haben. Sie sind stolz auf ihr Stresslevel, und darauf, dass sie „Stress-Management“ betreiben.
Stress ist normal – und gesellschaftsfähig – geworden. Jeder hat ihn. Er lässt sich schließlich nicht vermeiden.
Ich bin da komplett anderer Meinung. Stress gehört nicht zwangsläufig zu einem erfolgreichen Leben dazu4. Und Stress kann und braucht man auch nicht managen.
Stress macht krank, mindestens 90% aller Krankheiten sind vorrangig stressbedingt. Mehr noch: Wer gestresst ist, trifft schlechtere Entscheidungen, macht mehr Fehler, ist weniger aufmerksam und weniger liebevoll seinen Mitmenschen gegenüber.
In einem Buch über „Stress-Management“ fand ich eine Aussage darüber, dass ein gewisses Maß an Stress uns am Leben erhält. Ohne diesen Stress würden wir kraftlos zusammensacken und keinerlei Ambitionen mehr haben. Diesem Buch zufolge müssten wir einfach nur „unser“ Maß an Stress finden, mit dem wir uns wohl fühlen.
Ich halte das für absoluten Unsinn. Es gibt keinen positiven Stress. Es gibt keinen „guten“ Stress, der uns am Leben erhält und performen lässt.
An Stress gibt es nichts Gutes – es sei denn, du befindest dich wirklich in einer Situation, in der es auf schnelle Reaktionen ankommt, ohne viel Denken. Denn dafür hat das Leben den Stress erfunden. Wenn dir im Wald ein Wildschwein mit Jungen begegnet, dann willst du nicht lange Pro und Kontra abwägen, dann willst du, dass dein Körper funktioniert – und zwar ohne dein bewusstes Zutun.
Egal wie erfolgreich du bist, mit wie viel Geld du agierst, wie viele Mitarbeiter du führst, für welche Geschäfte du verantwortlich bist – Stress ist kein notwendiges Übel. Mehr noch, ich behaupte, er ist es nicht, der dich erfolgreich werden ließ. Du bist trotz Stress erfolgreich geworden, nicht wegen ihm.
Ich glaube, dass es da ein großes Missverständnis gibt, das dafür sorgt, dass viele Menschen Stress für normal und schick halten.
Ich vermute, wenn Wissenschaftler vom sogenannten positiven Stress sprechen, meinen sie eigentlich die Freude. Oberflächlich betrachtet sind manche körperlichen Symptome ähnlich. Doch Freude hat im Körper völlig andere Auswirkungen, macht uns gesund statt krank, lässt uns vor Energie vibrieren, regt unsere Kreativität an.
Freude lässt uns den Hintern von ganz allein aus dem Sofa hieven, und enorme Anstrengungen auf uns nehmen, meist sogar, ohne dass wir sie wirklich spüren. Denke an die Menschen, die freiwillig Wüsten durchqueren, Tiefseetauchen oder den Himalaya besteigen. Sie tun das nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie Freude daran haben. Weil sie Erfüllung darin finden. Freude aktiviert große innere Reserven und schenkt uns manchmal sogar übermenschliche Kräfte.
Leider kennen viele Menschen wahre Freude gar nicht. Sie wird oft mit Spaß verwechselt. Doch Spaß ist oberflächlich und kurzfristig, während Freude tief geht und uns lange mit Energie versorgt.
Freude entsteht, wenn wir ohne Druck Neues ausprobieren, experimentieren, kreieren, wenn wir tun, wohin der Tag uns treibt. Wir erlauben uns das nicht, schließlich ist das Leben eine ernsthafte Angelegenheit! Das sorglose Sich-Treiben-Lassen ist nach Ansicht der meisten Menschen den Kindern (und vielleicht noch den Rentnern) vorbehalten.
Doch Freude ist nicht nur gesund, sie macht das Leben erst richtig lebenswert. Und wie bereits gesagt, sie steht dem Erfolg nicht im Weg, wie oftmals angenommen wird, im Gegenteil. Ich glaube, wenn wir die Freude in uns finden und aktivieren und ihr wieder mehr vertrauen und folgen, werden wir eine ganz neue, leichte Art von Erfolg finden.
Erkenne Stress und lass ihn los
„The mind works further ike a projector than like a camera. “5
Michael Neill
Schon lange trug ich diese Vermutung in mir: Was mich stresst, ist nahezu nie das, was um mich herum geschieht, sondern fast immer nur ich selbst. All mein Stress ist sozusagen „hausgemacht“.
Doch ich konnte das nie so richtig fassen. Was genau bedeutete das denn, und wie konnte ich es ändern? Ich hatte es erkannt, und fühlte mich dennoch gestresst.
Als ich auf das Inner-Game Prinzip von Timothy W. Gallwey stieß, verstand ich erstmals wirklich, wie Stress entsteht. Es sind unsere Gedanken, die uns unter Druck setzen, uns Stress machen, uns antreiben, klein halten und vieles mehr. Mehr noch: Diese Gedanken machen uns nicht nur Stress, sie verhindern auch, dass wir unsere wertvollste innere Ressource voll nutzen – unsere innere Weisheit6.
Gallwey schreibt dazu:
