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Männer nehmen ihre Vaterschaft heute aktiv an: Fast alle sind bei der Geburt dabei, über ein Viertel nimmt die Elternzeit in Anspruch. Das bereits hunderttausendfach bewährte Das Papa-Handbuch unterstützt werdende Väter dabei, ihr Kind von Anfang an aktiv zu begleiten und ihre neuen Rolle positiv zu nutzen und zu gestalten. Die Autoren, selbst engagierte Väter und Experten für Männer- und Väterthemen, unterstützen Sie pragmatisch und praktisch mit vielen konkreten Tipps und Hilfen: Sie erfahren, wie Sie Ihre Partnerin bei Schwangerschaft und Geburt optimal unterstützen - aber auch, wie Sie selbst den Übergang gut meistern können. Wenn Ihr Baby da ist, helfen Ihnen zahlreiche Spiele, Anregungen sowie alltagspraktische Informationen, Ihr Kind gut zu bevatern und eine liebevolle, enge Bindung aufzubauen. Schließlich erfahren Sie, wie es Frauen und Männern gelingt, auch als Eltern ein Liebespaar bleiben.
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Seitenzahl: 206
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Sie werden Vater, wie wunderbar! Sicher sind Sie voller Vorfreude, gehen nun aber auch mit zahlreichen Fragen und Gedanken schwanger. Viele werdende Väter wollen ihr Kind und ihre schwangere Partnerin von Anfang an ganz bewusst begleiten. Das erleben wir als Väter, als Familienforscher und als Praktiker in der Beratungs- und Bildungsarbeit mit Vätern und Kindern immer wieder.
Wie Sie Ihren eigenen Weg als aktiver Vater finden, erfahren Sie in diesem Buch, in dem wir Ihnen viele Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit Ihrem Kind beantworten.
Wir wünschen Ihnen von Herzen alles Gute und viel Freude auf Ihrem Weg als Vater.
ROBERT RICHTER
EBERHARD SCHÄFER
Immer mehr Männer wollen ihrem Kind ein liebevoller Begleiter und präsenter Ansprechpartner sein. Sie wollen von Anfang an eine intensive Beziehung zu ihm aufbauen und diese aktiv gestalten. Das ist nicht immer leicht, vor allem wenn man sich zwischen den Herausforderungen in der Familie einerseits und denen im Beruf andererseits hin- und hergerissen fühlt. Trotzdem: Das Leben mit einem Baby macht (fast immer) richtig Spaß.
Dabei sein von Anfang an – das ist für Väter heute eine Selbstverständlichkeit. Über neunzig Prozent aller Väter sind bei der Geburt ihrer Kinder dabei. Werdende Väter informieren sich eingehend über alle Fragen rund um die Geburt und die erste Zeit mit ihrem Kind – und das ist auch gut so!
Der grundlegende Wandel in den Rollen von Vätern hat sich zum Großteil innerhalb der letzten 40 Jahre vollzogen: Früher warteten die Väter vor dem Kreißsaal nervös darauf, ihr Kind »begrüßen« zu können. Das eigene Baby zum ersten Mal im Arm zu halten war eine Zitterpartie und Bewährungsprobe. Und spätestens am Tag nach der Geburt ging es meist gleich wieder zurück zur Arbeit.
Heute ist das zum Glück ganz anders! Väter interessieren, informieren, kümmern und engagieren sich. Sie wollen einen frühen, intensiven Kontakt zu ihrem Kind. Viele werdende und frischgebackene Väter denken über eine Elternzeit nach. Auch hier schreibt die Generation der neuen Väter eine Erfolgsstory: 27 Prozent aller Väter in Deutschland nahmen im Jahr 2012 Elternzeit. Von 3 auf 27 Prozent in sieben Jahren – ein rasanter Anstieg, der viele überrascht hat!
Der Trend zur aktiven oder »fürsorglichen« Vaterschaft ist rundherum positiv zu bewerten. Er kommt dem Wunsch vieler Väter und Mütter nach einer ausgewogenen Verteilung von Familien- und Berufsarbeit entgegen. Noch wichtiger: Das Baby – Ihr Baby – gewinnt durch Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Engagement. Ihre intensive Zuwendung als Vater ist ungemein wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes!
Was brauchen Männer, um aktiv Vater sein zu können? Sie brauchen das Selbstvertrauen und die Chance, einen eigenen Weg im Umgang mit Kindern gehen zu können. Denn Väter bringen eigene Qualitäten, Fähigkeiten und Herangehensweisen in die Erziehung ein. Väter fördern ihre Kinder anders als Mütter. Nicht besser, nicht schlechter – einfach anders! Kinder gewinnen durch diese Unterschiedlichkeit.
Väter wurden lange Zeit in Familienforschung und Entwicklungspsychologie kaum beachtet. Der Vater war der Ernährer der Familie, und das war’s. Die Vater-Kind-Beziehung schien weder der Rede noch der Forschung wert zu sein. Wie wichtig Väter über die materielle Versorgung hinaus für die gesamte Familie sind, damit befasst sich die Forschung seit etwa 30 Jahren, und die Ergebnisse sind bemerkenswert (siehe >).
»Ich glaube, Kinder zu haben ist das aufregendste Abenteuer, das wir erleben können.
Es ist der schwerste Beruf und die größte Herausforderung, die ich mir denken kann, und die glücklichste Erfahrung zugleich!«
REINHARD MEY | Deutscher Liedermacher
Wenn beide Eltern sich um das Kind kümmern, kann und muss es sich von Anfang an mit zwei verschiedenen Menschen auseinandersetzen – mit zwei verschiedenen Arten, versorgt und gefördert zu werden sowie Grenzen gesetzt zu bekommen. In der Forschung setzt sich mehr und mehr die Einschätzung durch, dass der Einfluss des Vaters auf das Kind größer ist, wenn sich sein Verhalten in Erziehung und Versorgung deutlich von dem der Mutter unterscheidet. Versuchen Sie deshalb erst gar nicht, die »bessere Mutter« zu sein. Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil. Trauen Sie sich! So wurde zum Beispiel in Untersuchungen nachgewiesen, dass Väter sich ebenso gut um ihr Baby kümmern können wie Mütter. Sie sind von ihrem neugeborenen Baby emotional ebenso bewegt wie Mütter: Herzfrequenz, Blutdruck und Hautreaktionen, etwa die Schweißproduktion, verändern sich bei Vätern beim Anblick ihres weinenden oder lächelnden Babys genauso wie bei Müttern (siehe >).
Wenn Väter ihr Baby füttern, sind sie sehr aufmerksam. Sie reagieren »richtig« auf sein Bedürfnis, eine kurze Pause beim Trinken zu machen, und erfassen ebenso gut, wann das Baby genug getrunken hat. Auch wenn Babys spucken müssen, reagieren Väter fast immer rechtzeitig.
Wenn ihr Baby weint und sich unwohl fühlt, nehmen Väter es intuitiv auf den Arm, tragen es und sprechen mit ihm. Väter tun das übrigens häufiger, wenn die Partnerinnen nicht da(bei) sind.
Väter, denen Forscher im Rahmen von Studien die Augen verbunden hatten, erkannten ihr eigenes Baby unter vielen anderen innerhalb einer Minute, indem sie seine Hände ertasteten und erspürten. (Dass andererseits doppelt so viele Mütter wie Väter ihr Baby erkannten, indem sie sein Gesicht berührten, lag daran, dass die Mütter doppelt so viel Zeit mit ihrem Baby verbracht hatten.)
Kurz zusammengefasst: Kinder brauchen Väter, um sich optimal entwickeln zu können. Sie brauchen Väter, die eine enge emotionale Bindung zu ihnen aufbauen, und das möglichst früh. Das heißt: Je mehr Sie sich mit Ihrem Kind beschäftigen, je mehr Zeit Sie mit ihm verbringen, desto besser kennen Sie es, und desto intensiver wird Ihre Beziehung sein!
Natürlich helfen Ihnen gute Rahmenbedingungen dabei, eine intensive Beziehung zu Ihrem Kind aufzubauen:
Väter, die sich gut auf die Geburt ihrer Kinder vorbereitet haben, kümmern sich mehr um sie als diejenigen, die »nebenher« Vater geworden sind. Die Geburt des eigenen Kindes mitzuerleben und mit vorzubereiten ist ein prägendes Erlebnis. Es schafft eine sehr innige, starke Verbindung sowohl zwischen Vater und Kind als auch zwischen Vater und Mutter.
Väter und Mütter brauchen gegenseitige Unterstützung, um sich mehr um ihr Kind kümmern und mehr Zeit mit ihm verbringen zu können. Wenn sich beide Eltern viel gemeinsam um das Kind kümmern, beschäftigt sich der Vater auch öfter allein mit ihm.
Sind beide Elternteile berufstätig, fördert das die Vater-Kind-Beziehung: Väter in diesen Familien haben eine engere Beziehung zu ihren Kindern als Väter, die allein für den Lebensunterhalt der Familie sorgen und deren Partnerin sich überwiegend um die Kinder kümmert.
Last but not least: Es ist erwiesen, dass Väter, die in ihrer Paarbeziehung glücklich sind, eine bessere Beziehung zu ihren Kindern haben als Väter, die in unglücklichen Paarbeziehungen leben. Was Sie für eine glückliche Paarbeziehung und Ihre Balance zwischen Familie und Beruf tun können, lesen Sie in Kapitel 7 (ab >).
»Balance der Partnerschaft: vom anderen nicht mehr verlangen als von sich selbst.«
HENRIETTE WILHELMINE HANKE | Deutsche Schriftstellerin(1785–1862)
Ihre emotionale Beteiligung, Ihre Zuwendung, Ihre ganz persönliche Art des Umgangs mit Ihrem Kind prägt sein Leben nachhaltig. Ihr väterliches Engagement wirkt sich auch eine Generation später positiv aus, wenn Ihr Kind eigene Kinder hat. Sogar für weitere Generationen ist Ihr Einsatz bereichernd, wenn intensive Vater-Kind-Beziehungen zu einer »guten Tradition« in der Familiengeschichte werden. Doch zunächst einmal bieten Sie Ihrem eigenen Kind einen guten Start, von dem es lebenslang profitiert, wie auch Studien belegen (siehe >).
Väter spielen – tendenziell – wilder und mit mehr Körpereinsatz mit ihren Kindern. Sie überraschen Kinder mit unvorhergesehenen (Spiel-)Situationen und konfrontieren sie mit Neuem. So lernen Kinder, in ungewohnten Situationen schnell zurechtzukommen.
Kinder von engagierten Vätern sind im Alter von neun Monaten anderen Kindern in der Entwicklung deutlich voraus.
Fünfjährige Kinder mit einer sehr vertrauensvollen Beziehung zu ihrem Vater sind selbstständiger, kompetenter und weniger ängstlich als Kinder, denen diese Beziehung zum Vater fehlt.
Kinder von Vätern, die sich um deren schulische Belange kümmern, haben bessere Noten und eine positivere Einstellung zur Schule.
Söhne, die mit ihren Vätern viel körperlich spielen und deren Väter einen partnerschaftlichen Erziehungsstil pflegen, werden später sehr beliebte Jungen, das heißt, sie finden leichter Freunde und sind sozial anerkannter als Söhne von autoritären Vätern – diese sind weniger beliebt.
Töchter von aktiven Vätern werden später selbstbewusster, eigenständiger und entwickeln mehr Freude an Sport und Bewegung.
Kinder, deren Vater von Anfang an als Bezugsperson aktiv ist, hängen später weniger am »Rockzipfel« der Mutter und sind selbstständiger. Psychologen haben herausgefunden: Wenn der Vater für das Baby präsent ist, baut es eine eigenständige Beziehung zu ihm auf, wenn nicht, schaltet es immer zuerst die Mutter als Kontrolleurin ein. Es »fragt« sie dann per Blickkontakt nach ihrem Einverständnis, ob es zum Beispiel okay ist, dass Papa es jetzt auf den Arm nimmt oder mit ihm in Babysprache spricht.
Kinder mit enger und vertrauensvoller Beziehung zum Vater tendieren als Jugendliche weniger zu Drogenkonsum.
Kinder, die eine intensive Vater-Kind-Beziehung erleben, sind in ihren späteren Paarbeziehungen deutlich zufriedener als Kinder, die eine solche Beziehung nicht hatten.
Kurz: Kinder, die mit einem aktiven Vater aufwachsen, sind im Verlauf ihres Lebens glücklicher und erfolgreicher als diejenigen, die ihren Vater überwiegend als Ernährer und Wochenendpapa kennenlernen.
Info
Aktive Väter leben gesünder
Anfang 2013 veranstalteten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Bundesministerium für Gesundheit in Berlin einen Männergesundheitskongress. Dort wurde unter anderem deutlich, dass aktive Väter es leichter haben, gesund zu leben: Sie toben mit ihren Kindern herum, sind viel an der frischen Luft, gehen mit dem Nachwuchs schwimmen, Rad fahren und vieles mehr. Da Kinder genau spüren, wenn sie Entspannung brauchen, entdecken auch die Väter wieder die Lust daran, einfach mal einen Gang zurückzuschalten, im Gras zu liegen und gar nichts zu tun. So finden sie selbst ihre Balance aus Aktivität und Entspannung wieder. Sie wollen ihren Kindern ein gutes Vorbild sein – auch in Sachen gesunder Ernährung oder Verzicht aufs Rauchen. Väter, die sich viel mit ihren kleinen Kindern beschäftigen, haben seltener den Anspruch an sich selbst, das Bild des »harten Mannes« zu erfüllen und sich entsprechend riskant zu verhalten.
Als aktiver Vater haben Sie also nicht nur viel mehr Spaß, auch Ihre Gesundheit profitiert vom Zusammensein mit Ihrem Kind!
Vater zu werden ist eine der schönsten Herausforderungen im Leben eines Mannes! Während der Schwangerschaft ihrer Partnerin sind viele Männer gedanklich auch schwanger, und ihre Gefühle fahren Achterbahn. Fahren Sie mit! Wir begleiten Sie und zeigen Ihnen, wie Sie sich optimal und mit Freude auf die Ankunft Ihres Kindes vorbereiten können.
Kaum haben Sie verstanden, dass Sie Vater werden, verändert sich auch schon alles … Nicht nur der Bauch Ihrer Partnerin wächst. Alles gerät in Bewegung – ja, nicht weniger als das ganze Leben. Sie beide beginnen auch mit dem »Nestbau«, räumen die Wohnung oder das Haus um und richten vielleicht schon ein Kinderzimmer ein. Neben diesen äußeren Veränderungen sind die 40 Wochen bis zur Geburt Ihres Kindes auch eine Zeit der emotionalen Achterbahnfahrten – zwischen freudiger Erwartung und sorgenvollen »Bauch-Schmerzen«.
Wenn Sie dieses Buch lesen, wissen Sie wahrscheinlich bereits seit einiger Zeit, dass Sie Vater werden. Aber faktisches Wissen und wirkliches Begreifen, das sind zwei Paar Schuhe. So berichten Männer oft von ganz unterschiedlichen Zeitpunkten, an denen sie wirklich gespürt haben, dass sie Vater werden.
Einige haben bereits beim Sex das intensive Gefühl, jetzt gerade ein Kind zu zeugen. Andere sind beim Blick auf den positiven Schwangerschaftstest zutiefst berührt. Wieder andere Männer sind bei den ersten Ultraschallbildern hin und weg – »Das ist mein Kind? Genial!«.
Sehr viele werdende Väter erleben die Bewegungen ihres Kindes im Bauch der Mutter als den entscheidenden »Kick« zu ihrem Vater-Bewusstsein. Spätestens bei der Geburt ihres Kindes platzt auch bei den letzten der Knoten endgültig: Beim Anblick des Neugeborenen bleibt kaum ein Vaterauge trocken.
Ob Sie nun bereits den großen Aha-Effekt hatten, ob Sie in Bezug auf Ihr zukünftiges Baby emotional schon tief bewegt waren oder nicht:
Nehmen Sie sich Zeit, unmittelbar mit Gefühl und Verstand ganz nah bei Ihrem Baby zu sein. Wir möchten Sie dabei begleiten, die Schwangerschaft und das Wachsen Ihres Kindes aktiv mitzuerleben, sich auf seine Geburt und Ihr Vatersein vorzubereiten.
Für die meisten Männer ist es ein fantastisches Gefühl, bald ein Kind zu bekommen. Vater zu werden empfinden viele als große Bereicherung.
Ein Kind bringt mehr Bedeutung und Verbindlichkeit für die Paarbeziehung und das ganze Leben. Es gibt dem Leben einen anderen, tieferen Sinn. Es macht Sie unendlich wichtig. Und es ermöglicht Ihnen, etwas von sich weiterzugeben.
Viele werdende Väter freuen sich darauf, mit ihrem Kind zu spielen, auf allen vieren durch die Wohnung zu krabbeln, zu schmusen, zu toben und zu kuscheln – eben selbst wieder ein Stück weit Kind sein zu können.
Aber auch für diejenigen, denen kein bestimmter Grund einfällt, sich für Kinder zu entscheiden, gehören sie doch irgendwie zum Leben dazu. Es scheint also natürlich zu sein, Kinder in die Welt zu setzen. Egal aus welchem Grund: Die meisten Männer sind glücklich und zufrieden, Vater zu werden. Doch klar ist auch: Nicht immer ist alles eitel Sonnenschein. Wenn sich immer wieder einmal Bedenken einschleichen oder bange Fragen stellen, dann ist das ganz normal. Kommen wir doch am besten gleich darauf zu sprechen …
»Kinder sind die wirklichen Lehrmeister des Lebens.«
PETER ROSEGGER | Österreichischer Heimatschriftsteller(1843–1918)
Bei aller gespannten Vorfreude tragen sich viele werdende Väter auch mit weniger erfreulichen Gedanken, die sie mit dem Übergang vom Mannsein zum Vatersein verbinden. Angesichts der großen und lebenslangen Aufgabe, die wir mit der Entscheidung für ein Kind oder für mehrere Kinder eingehen, wäre es auch eher verwunderlich, wenn sich nicht auch Fragen und Sorgen einschleichen würden.
Vaterschaft, das heißt Nägel mit Köpfen machen. Vaterschaft, das ist eine Bindung, die – anders als zum Beispiel ein Arbeitsverhältnis – unkündbar ist. Einmal Vater, immer Vater. Väter tragen große Verantwortung, die sie mit einer Reihe von Fragen konfrontieren kann.
Fragen über Fragen
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für mich, Vater zu werden?
Bin ich nicht noch zu jung für Kinder?
Bin ich nicht schon zu alt dafür?
Wie sehr wird ein Kind mein Leben, meine Freiheit einschränken?
Wird mein Kind gesund und normal entwickelt geboren werden?
Werden meine Partnerin und mein Kind die Schwangerschaft und die Geburt gut überstehen?
Kann ich mir/können wir uns Kinder überhaupt leisten – sowohl in zeitlicher als auch finanzieller Hinsicht?
Wie werden sich unsere Beziehung und meine Persönlichkeit sowie die meiner Partnerin verändern?
Wird sich meine Partnerin körperlich verändern?
Wird sich unsere Sexualität anders entwickeln?
Passt ein Kind wirklich in unser Leben?
Zwischen großer Freude, Bedenken und Befürchtungen ist das Vaterwerden also eine spannungsreiche Lebensphase, die auch als »Rushhour des Lebens« bezeichnet wird: Berufsausbildung und Karriere, Familiengründung und die Koordination persönlicher und partnerschaftlicher Interessen und Aufgaben müssen gleichzeitig bewältigt werden.
Zwischen Freude und Sorgen hin- und hergerissen zu sein ist ganz normal. Ihrer Partnerin wird es wahrscheinlich ähnlich gehen wie Ihnen. Sprechen Sie miteinander über die Dinge, die Sie bewegen! Ärzte, Hebammen, Paar- und Familienberater stellen immer wieder fest, dass Paare, auch werdende Elternpaare, zu wenig voneinander wissen, weil sie zu wenig miteinander sprechen. Reden hilft – fast immer.
Es entlastet, befreit und eröffnet Ihnen als Paar neue Horizonte.
Viele Anregungen, wie Sie die Geburt Ihres Kindes als Chance für sich und Ihre Beziehung zu Ihrer Partnerin nutzen können, bekommen Sie ab >. Sie können jedoch schon in der Schwangerschaft beginnen, Ihre Freuden, Wünsche, Erwartungen und Befürchtungen zu teilen. Manchmal ist es auch gut, sich zunächst mit Freunden, Verwandten oder vertrauten Kollegen zu besprechen, die vielleicht schon Väter sind. Bei größeren Zweifeln oder Ängsten kann es hilfreich sein, sich an Beratungsstellen für Männer und Väter beziehungsweise für Familien- und Sexualberatung (siehe Adressen ab >) zu wenden.
Tipp
Austausch innerhalb und außerhalb der Beziehung
Reden Sie mit Ihrer Partnerin über Ihre Gedanken und Gefühle zu Ihrer Vaterschaft.Suchen Sie den Austausch mit Männern, die bereits Väter sind. Was hat sich für sie verändert, wie haben sie die Herausforderungen des Vaterwerdens gemeistert?Sprechen Sie ruhig auch mit Ihrem eigenen Vater darüber, wie er Ihre Geburt damals empfunden hat. Für werdende Eltern kann sich die Beziehung zu den eigenen Eltern auf wunderbare Weise verändern (siehe >).Ihre Partnerin ist schwanger – so viel ist klar! Aber wie funktioniert es eigentlich, dass aus einem Ei und einer verschwindend kleinen Samenzelle ein richtiger Mensch wird? Verfolgen Sie die Reise Ihres Kindes mit. Hier ist Ihr Schwangerschaftsfahrplan:
Wenn Ei und Samenzelle zueinandergefunden haben, teilt sich die befruchtete Eizelle unaufhörlich. Sie nistet sich in der Gebärmutter ein und ist so mit ihr verbunden. An dieser Verbindung entsteht die Nabelschnur, die in der Plazenta (Mutterkuchen) endet. Über die Plazenta wird der Embryo mit Nährstoffen versorgt, die Blutkreisläufe von Mutter und Kind bleiben dabei getrennt. Hat sich die »Zellkugel« eingenistet, bleiben die Regelblutungen Ihrer Partnerin aus – oft das erste Signal für eine Schwangerschaft. Herzlichen Glückwunsch!
Sobald Sie wissen, dass Sie Vater werden, sollten Sie Ihre Partnerin bei körperlichen Tätigkeiten entlasten. Getränkekästen, Einkaufs- und Wäschekörbe und alles, was über fünf Kilo wiegt, sind nun für die nächsten Monate reine Männersache! Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen kann Überanstrengung zu Fehlgeburten führen, in den späteren Monaten zu Frühgeburten. Versuchen Sie auch, unnötigen Stress zu vermeiden. Denn bereits jetzt ist Ihr Kind sehr empfänglich und empfindlich für Gefühlsschwankungen seiner Mutter.
Wenn Sie das Wachstum Ihres Kindes im Bauch seiner Mutter als »Daumenkino« festhalten möchten, machen Sie mit Beginn der Schwangerschaft jede Woche ein Profilfoto von Ihrer Partnerin, etwa seitwärts im Türrahmen stehend. Sie können die Bilder später aneinanderlegen und so die Schwangerschaft im »Zeitraffer« nacherleben.
Zellteilung und Wachstum gehen mit rasanter Geschwindigkeit weiter. Ihr Kind ist jetzt etwa fünf Millimeter groß. Aus der »Zellkugel« entwickelt sich erkennbar ein Mensch: Wirbelsäule, Nervensystem und Gehirn wachsen, das Herz beginnt zu schlagen. Auch die Anlagen für Arme und Beine haben sich gebildet. Die Ansätze von Fingern und Zehen und die Konturen des Gesichts sind bereits zu erkennen.
Im zweiten Schwangerschaftsmonat haben viele Frauen mit Übelkeit zu kämpfen. Sie wird durch das Schwangerschaftshormon Progesteron ausgelöst. Bei den meisten Frauen legt sich die Übelkeit gegen Ende des dritten Monats, bei manchen aber erst später. Mit dieser unangenehmen Begleiterscheinung kann sich die Schwangerschaft bereits jetzt auf die Paarbeziehung auswirken. Rücksichtnahme und Unterstützung sind angesagt, auch wenn’s manchmal schwerfällt.
Ihr Kind ist jetzt etwa so groß wie eine Kirsche – und: Es kann sich schon bewegen! Alles, was ein Mensch an Organen und Körperteilen braucht, ist bereits vorhanden. Das Baby hat jetzt noch viel Platz in der Fruchtblase, von der es umgeben ist, und es turnt lebhaft in der Schwerelosigkeit des Fruchtwassers herum. Bei einer Ultraschalluntersuchung ist Ihr Kind nun schon gut zu sehen und mutet wegen des sehr großen Kopfes etwas außerirdisch an.
In den ersten drei Monaten hieß Ihr Kind medizinisch »Embryo«, ab jetzt wird es »Fötus« genannt – beides keine wirklich schönen Namen.
Seien Sie kreativ und suchen Sie gemeinsam mit Ihrer Partnerin einen schönen »Bauchnamen« für Ihr Kind! Es ist jetzt ungefähr so groß wie ein Tischtennisball. Auf dem Ultraschallbild sind die Geschlechtsorgane bereits zu erkennen. Entscheiden Sie gemeinsam, ob Sie über »Junge oder Mädchen?« Bescheid wissen wollen.
Spätestens jetzt wird der »Bauchname« aus Monat 4 wichtig. Das Gehör bildet sich aus: Ihr Kind nimmt Stimmen, Geräusche und Musik von außen wahr. Es ist auch sehr empfänglich für Stimmungen und reagiert auf Stress und Entspannung seiner Mutter. Eine gute Zeit, Ihr Kind aktiv ins Familienleben einzubeziehen! Reden Sie mit ihm. Auch wenn es Ihre Worte noch nicht verstehen kann, hört es Ihre Stimme und merkt, dass Sie in Gedanken bei ihm sind. Wenn Sie schon jetzt beginnen, auf diese Weise Kontakt zu Ihrem Kind aufzubauen, dann gelingt Ihnen auch der Beziehungsaufbau zu Ihrem Baby nach der Geburt besser: Ihr Kind ist nicht »plötzlich« da, denn Sie kennen es ja schon aus seiner Zeit im Bauch.
Meist beginnen jetzt die ersten »Turnstunden«. Ihr Kind wird richtig aktiv und hat mittlerweile eine Größe, die Ihre Partnerin die Bewegungen mal mehr, mal weniger deutlich spüren lässt.
Wer sich viel bewegt, muss auch viel schlafen – und das tut Ihr Baby meist dann, wenn Ihre Partnerin sich bewegt. Ruht sie sich aus, kann es sein, dass Ihr Baby sich selbst bewegt. Eine gute Gelegenheit für Sie, die Hände auf den Bauch Ihrer Partnerin zu legen und mit Ihrem Kind Kontakt aufzunehmen. Es sieht übrigens schon aus wie ein kompletter Mensch: mit einem dünnen Haarflaum auf dem Kopf und zarten Augenwimpern. Es kann am Daumen lutschen, husten und niesen.
Ihr Kind wächst schnell, legt an Größe und Gewicht zu, und der Bauch Ihrer Partnerin wird immer runder. Es hat aber noch genügend Platz, um sich zu bewegen und Purzelbäume zu schlagen. Manchmal drückt es einen Arm oder ein Bein so stark nach außen, dass Sie das deutlich sehen können. Oft ist es nachts aktiv, sodass Ihre Partnerin wenig Schlaf bekommt und sich auch tagsüber öfter ausruhen muss.
Ihr Kind kann jetzt bereits gut zwischen hell und dunkel unterscheiden. Es macht die Augen auf und zu. Aufgrund seiner Größe hat es nun in der Gebärmutter deutlich weniger Platz, sodass auch seine Bewegungsfreiheit immer mehr eingeschränkt ist.
Die meisten Babys liegen kopfüber mit dem Po in der Nähe der Rippen ihrer Mutter: Das ist schon die günstigste Position für die Geburt. Aber auch jetzt können sie ihre Lage noch ändern.
Die Brüste Ihrer Partnerin stellen sich bereits jetzt auf das Stillen ein. Sie werden größer und produzieren schon Vormilch, die in kleinen Tropfen austritt. Sie sollte nicht herausgedrückt werden, sondern einfach in eine Stilleinlage im BH laufen.
In den letzten Wochen der Schwangerschaft nimmt Ihr Kind nicht mehr an Länge, dafür aber an Gewicht zu. Es bilden sich Fettpolster und Wassereinlagerungen, die es bei und nach der Geburt schützen. Das angesammelte Fett dient außerdem als Kraftreserve für die erste Zeit nach der Geburt, bis die Muttermilch in ausreichendem Maß produziert wird. Damit hat die Natur für die vorübergehende Gewichtsabnahme der Babys nach der Geburt bereits vorgesorgt.
In den letzten Schwangerschaftswochen setzen die Senkwehen ein. Eine bis drei Wehen pro Stunde, verteilt über den ganzen Tag, helfen, das Kind in die richtige Geburtsposition zu bringen. Dabei rutscht der Babybauch Ihrer Partnerin weiter nach unten, und sie kann wieder besser atmen. Dafür wird sie aber häufiger zur Toilette gehen müssen, da das Kind nun verstärkt auf die Blase drückt.
Dann ist es bald so weit – Ihr Kind wird geboren. Übrigens: Die meisten Kinder wiegen bei der Geburt zwischen 2800 und 4000 Gramm und sind zwischen 48 und 54 Zentimeter groß.
Wie sich die Geburt ankündigt, was dabei passiert und welche Rolle Sie dabei übernehmen können, erfahren Sie ab >.
Tipp
Spiel mit Ihrem Baby vor der Geburt
Mit dieser Übung können Sie durch den Bauch Ihrer Partnerin Kontakt mit Ihrem Kind aufnehmen, es kennenlernen und mit ihm spielen. Das kann außerdem eine Wohltat für Ihre Partnerin sein, besonders wenn sie an Rückenschmerzen leidet.
Setzen Sie sich bequem aufs Bett und lehnen Sie sich an. Ihre Partnerin setzt sich mit ausgestreckten Beinen zwischen Ihre Beine und lehnt sich mit ihrem Rücken an Ihrem Bauch an Sie. Legen Sie nun von hinten Ihre warmen Hände unten an ihren Bauch. Stellen Sie sich Ihr Kind im Bauch Ihrer Partnerin vor, denken Sie fest an es – schicken Sie ihm in Gedanken Ihre ganze Liebe.Nehmen Sie nun ganz langsam und vorsichtig das Gewicht des Bauches und Ihres Kindes in Ihre Hände auf, indem Sie den Bauch Ihrer Partnerin sehr vorsichtig anheben. Gehen Sie nur so weit, wie es Ihrer Partnerin und Ihnen angenehm ist. Versuchen Sie nun, mit leichtem Druck der ganzen Handflächen zu spüren, wie Ihr Kind liegt. Ist der Kopf rechts oder links, oben oder unten? Spüren Sie den Rücken oder die Beine?