Das Parasympathikus-Prinzip - Dr. med. Ursula Eder - E-Book
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Das Parasympathikus-Prinzip E-Book

Dr. med. Ursula Eder

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Beschreibung

Wir alle werden von zwei schlauen "Managern" des Nervensystems gesteuert: vom Sympathikus, der uns aktiv und leistungsfähig macht, dafür unsere Reserven verbraucht, und vom Parasympathikus, dessen größter Anteil der Vagus-Nerv ist und der als unser innerer Arzt Entzündungsprozesse stoppt, Stresshormone bremst und für Regeneration sorgt. Unsere hektische Lebensweise führt zu einer Daueraktivierung des Sympathikus, der Parasympathikus wird ausgebremst. Die fehlende Erholung kann zu gesundheitlichen Störungen bis hin zu schweren Krankheiten führen. Dabei braucht es nur ein paar Atemzüge, um den Parasympathikus zu unterstützen. Anhand der Figur des Dr. med. Parasympathikus erklären die Autoren das Prinzip unseres inneren Arztes und vermitteln leicht verständlich die oft verwirrenden und ursächlichen Zusammenhänge zwischen Herz und Hirn. Mithilfe spezieller Atemübungen und eines einfachen Mentaltrainings kann der Leser nachhaltig seinen Regenerationsmodus aktivieren.

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Seitenzahl: 318

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Impressum

© eBook: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019

© Printausgabe: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2019

Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, auch auszugsweise, sowie die Verbreitung durch Film und Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Zustimmung des Verlags.

Projektleitung: Barbara Fellenberg

Lektorat: Angelika Lang

Bildredaktion: Henrike Schechter

Covergestaltung: independent Medien-Design, Horst Moser, München

eBook-Herstellung: Gabriel Mlesnite

ISBN 978-3-8338-7212-9

1. Auflage 2019

Bildnachweis

Illustrationen: Julia Hollweck

Fotos: Adobe Stock; BioSign; Tatiana Davidova; Dr. med. Ursula Eder; F1online; Foto Sessner; Getty images; iStockphoto; Jump; Claudia Lieb; Mauritius; plainpicture; Privat; shutterstock; stocksy; TK-Krankenversicherung; Your Photo Today

Syndication: www.seasons.agency

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wir wollen Ihnen mit diesem E-Book Informationen und Anregungen geben, um Ihnen das Leben zu erleichtern oder Sie zu inspirieren, Neues auszuprobieren. Wir achten bei der Erstellung unserer E-Books auf Aktualität und stellen höchste Ansprüche an Inhalt und Gestaltung. Alle Anleitungen und Rezepte werden von unseren Autoren, jeweils Experten auf ihren Gebieten, gewissenhaft erstellt und von unseren Redakteuren/innen mit größter Sorgfalt ausgewählt und geprüft.Haben wir Ihre Erwartungen erfüllt? Sind Sie mit diesem E-Book und seinen Inhalten zufrieden? Haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung, auf Lob, Kritik und Anregungen, damit wir für Sie immer besser werden können. Und wir freuen uns, wenn Sie diesen Titel weiterempfehlen, in ihrem Freundeskreis oder bei Ihrem online-Kauf.

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Telefon: 00800 / 72 37 33 33*Telefax: 00800 / 50 12 05 44*Mo-Do: 9.00 – 17.00 Uhr

Beide Autoren erklären Ihnen in einem Video, wie das Parasympathikus-Prinzip funktioniert. Scannen Sie den QR-Code oder nutzen Sie folgenden Link: www.parasympathikus.de

Wichtiger Hinweis

Die Gedanken, Methoden und Anregungen in diesem Buch stellen die Meinung bzw. Erfahrung der Verfasser dar. Sie wurden von den Autoren nach bestem Wissen erstellt und mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für persönlichen kompetenten medizinischen Rat. Jede Leserin, jeder Leser ist für das eigene Tun und Lassen auch weiterhin selbst verantwortlich. Weder Autoren noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

DAS SCHNELLE ANTI-STRESS-KONZEPT FÜR DEN GANZEN KÖRPER

Durch das Parasympathikus-Prinzip erfahren Sie …

…, dass Sie in sich einen inneren Arzt haben, den Dr. med. Parasympathikus, der 24 Stunden pro Tag ununterbrochenfür Ihre Gesundheit sorgt.

…, wie Ihr Dr. med. Parasympathikus zusammen mit seinem werten Kollegen SympathikusIhre Gesundheit reguliert.

…, dass man die Arbeit des Dr. med. Parasympathikus messen kann und dass Sie die Wirkung ganz einfach beeinflussen können – etwa durch Atmen.

…, warum das Leben auf der Überholspur Ihren inneren Arzt blockiert und Dr. med. Parasympathikus dadurch nicht mehr ausreichend für Ihre Gesundheit sorgen kann.

…, wie Sie nach einer Stress- oder einer Krankheitsphase Ihren inneren Arzt wieder durcheinfache Aktivitätenstärken können, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

… interessante Details zu IhremNervensystem

VORWORT DER AUTOREN

Nach mehr als zwei Jahrzehnten ärztlicher Tätigkeit und sehr umfangreichen Zusatzausbildungen in den komplementären Heilverfahren formte sich in uns ein immer genaueres Bild, wie Gesundheit funktioniert oder – andersherum gedacht – wie Krankheit entsteht. Unsere Lehrmeister sind unsere Patienten – Tag für Tag aufs Neue.

Es gibt unzählige Ratgeber zu Gesundheitsthemen. Jeder davon hat für sich betrachtet in seinem speziellen Thema inhaltlich recht. Wir alle wissen, dass wir uns bewegen sollen, dass wir unsere Ernährung optimieren müssen, und wir wissen mittlerweile auch, was die Kraft unserer Gedanken im negativen und natürlich auch im positiven Sinn mit uns macht.

Ratgeber dieser Art greifen jeder für sich einen kleinen Aspekt aus dem großen Zusammenhang der Gesundheitsregulation heraus. Die Umsetzung der Ratschläge im Alltagsleben und damit die Optimierung dieses gesundheitsfördernden Teilaspekts aus einem Ratgeber ist manchmal gar nicht so einfach. Gelingt es uns aber zum Beispiel, unsere Ernährung gesünder zu gestalten oder mehr Sport zu treiben, dann nützt das ganz sicher der Gesundheit und dem Wohlbefinden. Das ist auf jeden Fall schon einmal ein großer Gewinn.

Schlendert man in Buchhandlungen an Regalen mit Gesundheitsratgebern entlang, ist man verwirrt. Es schleicht sich ein Gefühl ein wie: »Was? Das alles sollte ich beachten und umsetzen, um gesund zu bleiben? Geht das nicht einfacher? Gibt es da nicht so etwas wie ein Geheimnis? Was ich tun kann, um meine Gesundheit auf einem deutlich weniger anstrengenden und aufwendigen Weg zu verbessern?«

In der ärztlichen Praxis begegnen uns tagtäglich die unterschiedlichsten Menschen. Oft haben aber diese Menschen ähnliche Probleme, was die Gesundheit angeht. Ganz oben auf der Liste stehen zum Beispiel Bluthochdruck, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme. Hintergrund dieser gesundheitlichen Störungen ist oft »Stress«. Auch das ist hinreichend bekannt. Nur, hier etwas zu verändern, bedeutet im schlimmsten Fall, das ganze Leben zu ändern. Was ist oft die Konsequenz? Man macht halt weiter wie bisher und hofft auf die Rente. In den letzten Jahren rückt diese aber zeitlich auch immer weiter nach hinten – ein Teufelskreis ohne Ausweg?

Stress – Gefahr für die Gesundheit oder nicht?

In unseren Praxen haben wir allerdings auch oft die Erfahrung gemacht, dass nicht jeder unter Stress leidet, selbst wenn er objektiv enorm viel Stress in seinem Leben und um sich herum hat. Manche Patienten sind durchaus in der Lage, mit einem riesigen Pensum an Aufgaben und auch mit ungünstigen persönlichen Lebensumständen bestens zurechtzukommen, und deren Gesundheit leidet in keiner Weise – sie sind fit, gesund und zufrieden. Wir haben genauer hingeschaut und haben uns Fragen gestellt. Und wir haben erstaunliche Antworten darauf gefunden. Dieses Buch erzählt Ihnen alles darüber.

Wir betrachten den Menschen, der unser Patient ist, nach den Aspekten der ganzheitlichen Medizin. Das geht weit über das Messen des Blutdrucks und die Beurteilung von Standard-Laborwerten hinaus. In der herkömmlichen Medizin gilt kurz gesagt jemand als gesund, dessen Blutdruck und Laborwerte beim Check-up im Normbereich liegen. Ist das der Fall, dann geht man hier davon aus, dass man vorsorglich für diesen Patienten nichts weiter tun kann, und er wird fünf Jahre später wieder zum Check-up eingeladen. Die »normale« Medizin ist in den meisten Bereichen eine »Reparaturmedizin«. Das soll heißen, erst wenn eine Krankheit oder eine Störung vorliegt, wird medizinisch eingegriffen – allzu oft mit chemischen Mitteln aus der Pharmaindustrie. Ganz anders ist das in der Regulationsmedizin. Hier kann man schon sehr frühzeitig erkennen, ob jemand auf größere gesundheitliche Probleme zusteuert, und man kann schon entsprechend frühzeitig aktiv etwas dagegen tun.

Mit den immer umfangreicheren Erkenntnissen aus den komplementären Heilverfahren haben wir angefangen, unsere Patienten aus einem anderen Blickwinkel heraus zu betrachten. Dabei ist uns Folgendes aufgefallen: Manche Patienten sind deutlich gesünder, als man es aufgrund der persönlichen Anamnese annehmen würde. Und andere sind deutlich kränker, als es Alter oder Lebensumstände eigentlich erwarten ließen.

Auch im Coaching von Führungskräften in Unternehmen stellen wir erstaunliche Dinge fest: Es scheint so zu sein, dass gerade die erfolgreichen Mitarbeiter eines Unternehmens – nennen wir es mal: »energetisch besonders« aufgestellt sind. Große Verantwortung und oft sehr viel Arbeitsbelastung beflügeln diese Menschen offensichtlich auch noch zusätzlich, und sie werden von dem Stress nicht krank, sondern er tut ihnen sogar gut.

Wir haben uns folgende Fragen gestellt: Gibt es für all das oben Genannte einen Grund? Macht hier der eine vielleicht irgendetwas günstiger als der andere? Liegt es wirklich »nur« an der »Software« im Programmablauf, wie zum Beispiel an einer gesünderen Ernährung oder daran, dass der eine mehr Sport treibt als der andere? Oder gibt es unter den Menschen vielleicht sogar eine unterschiedlich optimale »Hardware«, die bei dem Gesünderen dafür sorgt, dass es ihm einfach besser geht?

Forschung und Technik haben uns hier weitergeholfen und haben zu einer weiteren verblüffenden Entdeckung geführt.

Gesund sein bedeutet gut reguliert sein

Jeder von uns kann auf einem ganz einfachen Weg für mehr Gesundheit sorgen.

Es gibt eine moderne Messmethode, die eigentlich ganz einfach und schon lange bekannt ist. Diese Messmethode kann innerhalb von wenigen Minuten einen kleinen, aber extrem wertvollen Einblick in die gesundheitliche Situation des Menschen geben. Für diese Messmethode gibt es schon viele Geräte in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Ein kleines Gerät für diese Messung steht in unseren Sprechzimmern. Drücken wir dieses Gerät – in unserem Fall ist das ein Ball, etwa so groß wie eine Orange – dem Patienten in die Hand, leuchtet der Ball nach einigen Sekunden der Messung in Rot oder in Grün auf. Rot steht für eine ungünstige Messung, Grün steht dafür, dass in diesem Moment alles bestens ist in der Gesundheitsregulation.

Es gibt mehrere spannende Aspekte bei diesen Versuchen:

Weitaus nicht bei jedem, bei dem wir Grün erwarten würden aufgrund der guten Ergebnisse im Check-up, leuchtet der Ball auch wirklich grün. Andererseits schaffen oft Personen, denen wir aufgrund ihrer persönlichen Geschichte eher ein rotes Licht voraussagen würden, auf Anhieb einen grünen Ball. Also ein sehr positives Ergebnis in der momentanen Gesundheitsregulation. Erwartet hätten wir die Ergebnisse ja eigentlich genau andersherum.

Aber das Spannendste ist Folgendes: Wenn wir den Patienten mit dem roten Licht im Ball sagen: »Mach das Licht grün«, dann gelingt das in den meisten Fällen sogar auf Anhieb. Oft kann der Proband gar nicht sagen, was genau er gemacht hat, damit der Ball grün wird. Und trotzdem ist der Ball jetzt grün.

Den inneren Arzt aktivieren

Übersetzt heißt das: Jeder von uns hat eine Fähigkeit in sich, ganz einfach innerhalb von Sekunden von einer ungünstigen regulativen Gesundheitssituation in eine günstige zu wechseln – einfach so. Und jeder von uns kann das auch beziehungsweise jeder hat das schon mal gekonnt und vielleicht nur verlernt.

Und nun das Beste: Diese Fähigkeit kann man trainieren. Beherrscht man sie, kann man ganz einfach sogar im Alltag über den Tag verteilt immer wieder für die Aufrechterhaltung der Gesundheit sorgen. Da diese Optimierung auf einer übergeordneten Ebene stattfindet, wirkt sie entsprechend auch auf allen anderen Ebenen. Sie wirkt also auch positiv auf alle die Aspekte, die in den Gesundheitsratgebern der Bücherregale einzeln beleuchtet werden. Das bedeutet: Die Effekte, die zum Beispiel gute Ernährung und ausreichend Bewegung auf die Gesundheit haben, werden damit auch noch zusätzlich verstärkt.

All diese Erkenntnisse decken sich mit sehr vielen, sehr aktuellen Forschungsergebnissen zum Beispiel aus den modernen Neurowissenschaften und aus der Genforschung. Auch in diesen Bereichen wird Folgendes immer deutlicher: Gesundheit ist kein starrer Zustand, genauso wie Krankheit kein starrer Zustand ist. Der große Überbegriff über allem ist REGULATION, und dazu gehört auch in ganz besonderem Maß der »geheime innere Heiler«.

Das Parasympathikus-Prinzip erklärt Ihnen, was es auf sich hat mit diesem »inneren Heiler«. So viel vorab: Er ist einer der beiden Regulatoren des vegetativen Nervensystems, und er ist 24 Stunden täglich und sieben Tage pro Woche damit beschäftigt, unseren Stress und seine Folgen zu reduzieren. Durch dieses Buch erfahren Sie alles über eine einfache Methode, mit der Sie im Alltag jederzeit entschleunigen und so Ihre Gesundheit optimal unterstützen. Wir werden Ihnen erklären, wie Sie Ihren ganz persönlichen Arzt für Gesundheit enorm aktivieren und trainieren können.

Unser geheimer Heiler bekommt nun einen Namen: Dr. med. Parasympathikus.

Auf der nächsten Seite stellt er sich gleich selbst vor.

Viel Spaß beim Lesen!

DR. MED. PARASYMPATHIKUS STELLT SICH VOR

Liebe Leserin, lieber Leser dieses schönen Buches, es freut mich sehr, dass mir meine beiden Autoren gleich zu Beginn hier die Möglichkeit geben, mich selbst vorzustellen.

Mein Name ist Dr. med. Parasympathikus. Ich praktiziere in jedem von Ihnen schon seit vor Ihrer Geburt. Meine Sprechzeiten sind immer und ich mache auch keine Unterschiede in der Krankenversicherung. Denn meine Leistungen sind sowieso völlig kostenfrei. Es gibt auch keine Wartezeiten in überfüllten Wartezimmern – ich bin immer für Sie da.

Ich begleite Sie überallhin, egal, was Sie anstellen in Ihrem Leben. Ich bin dabei, wenn Sie morgens aufstehen, und ich bin selbstverständlich mit an Ihrem Arbeitsplatz. Ich stehe mit Ihnen im Stau oder an der Supermarktkasse an, fahre mit Ihnen in den Urlaub und bin mit von der Partie, wenn Sie Fallschirm springen. Ich bin dabei, wenn Sie lachen und auch wenn Sie sich ärgern. Mich werden Sie nicht los, denn Sie brauchen mich! Ich sorge für Ihre Regeneration, und zwar ständig. Es freut mich, dass wir nun die Gelegenheit haben, uns näher kennenzulernen.

Da ich in Ihnen drinstecke, kenne ich Sie sehr gut – vermutlich viel besser, als Sie sich selbst kennen. Meine Autoren werden Ihnen genau erklären, wo ich in Ihnen wohne. In der Abbildung auf > können Sie ein grobes Schema sehen, wo ich zu finden bin und auch, wo ich in Ihrem Körper überall meine ärztliche und heilende Tätigkeit ausübe. Dieses Schema ist ein guter Überblick, aber aufgrund des Maßstabs kann man darauf nicht genau erkennen, wie weit ich bis an jede Stelle jedes Organs und auch an jeder einzelnen Zelle meine Wirkung ausbreiten kann.

Was ich Ihnen eigentlich mit alldem sagen will: Achten Sie in Zukunft besser auf sich selbst und bitte auch auf mich! Oder vielleicht formuliere ich das besser andersherum: Achten Sie doch bitte in Zukunft besser auf mich, damit ich besser auf Sie und Ihre Gesundheit achten kann. Das genau ist nämlich meine Aufgabe. Denn ich bin Ihr innerer Arzt für Gesundheit. Wie das geht, was Sie dafür tun und wie Sie mich erreichen können, erklären Ihnen meine beiden Autoren in den folgenden spannenden Kapiteln.

Im Lauf des Buches darf ich immer mal wieder zu Wort kommen und das Geschriebene kommentieren – darauf freue ich mich sehr. Damit Sie mich und alles, was mit mir zusammenhängt, auch gut verstehen können, fangen meine beiden Autoren erst mal mit einer kleinen, aber wichtigen Geschichte an, die aus der Technik kommt. Dann werden Sie meine Fähigkeiten eher verstehen.

Bis später!

DIE GESUNDHEIT STEUERN MIT DEM PARASYMPATHIKUS

Das Überleben in der Evolution ist bis zum heutigen Tag demjenigen mit der größten Anpassungsfähigkeit an veränderte Lebensbedingungen gelungen. Ein wichtiges Werkzeug dafür ist unser vegetatives Nervensystem. Wie wir in jeder Sekunde des Lebens unsere Gesundheit steuern können, lesen Sie in diesem Kapitel.

WAS HAT DER MENSCH MIT EINEM AUTO GEMEIN?

Haben Sie schon mal etwas gehört von Rekuperation? Nein? Gehört haben Sie dieses Wort vielleicht noch nicht, aber Sie haben diese Rekuperation schon sehr oft genutzt und Sie werden Sie in der technischen Zukunft noch viel mehr nutzen. Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat.

Stellen Sie sich ein kleines, nettes Elektro-Auto vor. Dieses Auto fährt mit Strom und es macht nun mit Ihnen als Fahrer an Bord einen kleinen Ausflug. Sie können zum Fahren, da es ein E-Auto ist, nur den Stromgeber (im Buch als »Gaspedal« bezeichnet) bedienen oder bremsen mit dem Bremspedal – und natürlich lenken.

Es geht los. Sie starten den Motor. Nach einigem Leuchten und Piepsen in Ihrem schlauen Auto fahren Sie los. Wie machen Sie das? Um vorwärtszukommen, betätigen Sie das Gaspedal, und um nicht irgendwo anzustoßen, lenken Sie in die richtige Richtung und um Kurven und Hindernisse herum. Wenn Sie zu schnell werden, dann bremsen Sie Ihr Auto mit dem Bremspedal ab. Wenn es zu langsam vorangeht und die Bahn frei ist, dann geben Sie Gas mit Ihrem Gaspedal. Wenn es notwendig wird, zum Beispiel weil Verkehr oder Verkehrsregeln das erfordern oder auch weil Hindernisse im Weg Sie dazu zwingen, dann halten Sie mit Ihrer Bremse an. Sie halten natürlich auch an, um zum Beispiel den Reifendruck zu prüfen und wenn Sie den Akku des Autos wieder aufladen müssen. Sie müssen noch nicht einmal ein hervorragender Autofahrer sein, um von einem Ort zum anderen zu kommen, es reicht schon, wenn Sie gelernt haben, wie die Sache grundsätzlich funktioniert. Und das »nur« mit Ihrem Gaspedal und mit Ihrem Bremspedal. Und natürlich mit der Technik Ihres Autos. Ab und zu – wenn es eng wird – mischt sich eventuell noch der Bordcomputer ein in Form eines Assistenzsystems.

VON GUTEN UND SCHLECHTEN AUTOFAHRERN

Warum kommen Sie eigentlich heil am Zielort an? Der Grund dafür ist, dass Sie gelernt haben, Gaspedal und Bremspedal und die ganze andere Technik des Autos so routiniert zu betätigen, dass Sie, ohne irgendwo anzuecken, von A nach B kommen. Lediglich Strom verbraucht Ihr Auto.

Einige von uns sind sehr gute, einige superschlechte Autofahrer. Zumindest glauben viele das eine von sich selbst oder sie glauben das andere von den anderen Autofahrern, die sich ebenfalls im Straßenverkehr bewegen. Aber alle sind wir Autofahrer.

Was zeichnet eigentlich einen guten beziehungsweise einen schlechten Autofahrer aus? Das kommt natürlich darauf an, welche Kriterien wir anlegen für eine Bewertung. Betrachten wir einmal zwei Extremfälle, die nur mit der Betätigung von Gas- und Bremspedal zu tun haben.

Fahrertyp 1: Dieser Autofahrer benutzt ausschließlich das Gaspedal, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Er fährt also in A los und kommt auch schließlich in B an. Er drückt einfach immerzu nur das Gaspedal, mal mehr und mal weniger. Das Bremspedal ignoriert er, denn damit kommt man ja in seinen Augen nicht vorwärts – wer will denn schon bremsen? Das hält ja nur auf! Selbstverständlich hinterlässt dieser Fahrer unterwegs an sich selbst, am und im Auto und natürlich auch in der Umgebung, durch die er gefahren ist, zwangsläufig Schäden, denn er ist ja immerzu mit Tempo unterwegs und kann entsprechend oft nicht anhalten oder auch nicht langsam genug um Hindernisse herumfahren. Es scheint also nicht so schlau zu sein, auf diese Weise ein Auto zu steuern! Zum Glück fährt auf diese Art normalerweise auch niemand in der Realität. Dafür sorgt schon die Fahrschule, die man erst mal mit einer Prüfung bestehen muss. Im Fahrunterricht bekommen wir alle beigebracht, was Verkehrsregeln sind und wie man diese zu befolgen hat, und neben der richtigen Bedienung des Autos auch das umsichtige Fahren im Straßenverkehr.

Fahrertyp 2: Dieser Autofahrer steht ausschließlich auf der Bremse. Er sitzt auch im Auto, hört das Brummen des Motors und sieht die hübschen Leuchtanzeigen. Er kann vielleicht auch Musik hören und sicher kann er aus dem Fenster schauen und sehen, wie alle anderen Verkehrsteilnehmer an ihm vorbeifahren. Die Strecke von A nach B wird aber ein solcher Autofahrer niemals zurücklegen, denn er bleibt in A stehen – er bewegt sich ja keinen Meter weiter, wenn er nur auf der Bremse steht.

Heil am Ziel ankommen

Diese beiden extremen Verhaltensweisen, also entweder nur Gas geben oder nur bremsen, bringen uns also beim Autofahren nicht wirklich weiter. Zumindest nicht, wenn wir schließlich erfolgreich und heil irgendwo ankommen wollen. Es scheint also doch schlau zu sein, beide Pedale, die uns unser Auto zur Verfügung stellt, sinnvoll kombiniert zu betätigen.

Das kann man auf die verschiedensten Weisen machen: Hier eine kleine Auswahl von verschiedenen Fahrertypen mit recht unterschiedlichen Fahrstilen, denen wir alle schon oft auf der Straße begegnet sind.

Ein dynamischer Raser arbeitet natürlich mit dem Gaspedal und mit der Bremse, und zwar folgendermaßen: Wenn die Bahn frei ist, gibt er kräftig Gas und kommt entsprechend auf einer solchen Strecke schnell voran. Das freut den dynamischen Raser. Wenn plötzlich eine Kurve, ein Hindernis oder eine rote Ampel auftauchen, dann fährt dieser Fahrer weiterhin mit gedrücktem Gaspedal auf das Hindernis zu – überzeugt davon, dass das Hindernis verschwindet, bevor er da ist. Tut es das nicht, steigt der dynamische Raser kräftig auf die Bremse, um das Auto aus voller Fahrt abzubremsen.

Der ängstliche Trödler benutzt ebenfalls Gaspedal und Bremse. Vorsichtig und langsam bewegt er sich durch den Straßenverkehr. Im Gegensatz zum dynamischen Raser drückt er aber viel lieber auf die Bremse als aufs Gaspedal. Das Gaspedal betätigt er nur so weit, dass er gerade vom Fleck und entsprechend auch von A nach B kommt. Sobald das geringste Hindernis erkennbar ist, tritt der ängstliche Trödler gern und fest auf die Bremse – es könnte ja etwas Schlimmes passieren. Ein Nebeneffekt dieses Fahrstils ist, dass der ängstliche Trödler zum Hindernis für alle anderen Fahrer wird.

Was wollen wir Ihnen mit diesen kleinen Autofahrergeschichten erzählen? Sie stehen natürlich stellvertretend für etwas, das mit uns und unserer Gesundheit zu tun hat. Damit das deutlicher wird, brauchen wir noch einen weiteren Typ Autofahrer mit einem weiteren Fahrstil.

Der schlaue Regulierer macht genau das, was sein Name sagt – er reguliert schlau sein Autofahren: Er möchte ebenfalls gern zügig von A nach B kommen und wenn es die äußeren Bedingungen nötig machen, gibt auch der schlaue Regulierer ordentlich Gas. Das Wichtigste und Optimale bei seiner Art, Auto zu fahren, ist, dass er vorausschauend fährt. Das bedeutet, er achtet sehr auf seine Umgebung, durch die er sich bewegt. Mit einem solchen umsichtigen Verhalten kann er vor ihm liegende Kurven, Hindernisse und Ampeln rechtzeitig erkennen und rechtzeitig Tempo aus dem System herausnehmen. Er muss also nicht so oft und so viel auf die Bremse steigen wie zum Beispiel der dynamische Raser, weil er durch sein vorausschauendes Fahren sowieso schon langsamer unterwegs ist, bevor er beim Hindernis ankommt. Außerdem achtet er sehr auf Tempolimits und auf die Straßenverhältnisse. Er passt sich also seiner Umgebung und den Bedingungen in seiner Umgebung so an, dass er nicht unnötig viel Energie verbraucht oder unnötige Schäden verursacht. Trotzdem kommt er in den meisten Fällen kaum später am Ziel an als der dynamische Raser. Was er aber sehr viel besser gemacht hat als der dynamische Raser: Er hat durch seine umsichtige Art des Autofahrens Ressourcen beim Strom und auch an den Bremsen und den sonstigen Verschleißteilen geschont, indem er seine Fahrweise schlau an die Bedingungen in seiner Umgebung angepasst hat.

Gesundheitssteuerung durch Rekuperation

Nun sind wir schon fast angekommen bei dem, was das alles mit unserer Gesundheitssteuerung zu tun hat. Ein wichtiger Aspekt fehlt uns aber noch, der zu Beginn schon erwähnt wurde: die Rekuperation.

Rekuperation ist ein Begriff aus der Technik, der einen ganz besonderen Aspekt der Ressourcenschonung ausdrückt. Um ihn zu verstehen, kommt wieder unser kleines Auto, mit dem wir gerade unterwegs waren, ins Spiel. Am besten setzen wir wieder den schlauen Regulierer in das kleine Auto, das aber jetzt eine neue Bremstechnik an Bord hat. Unser kleines, schlaues Auto wurde vom Autobauer mit etwas Neuem für dieses Auto ausgestattet, das unter den Begriff der Rekuperation fällt. Was bedeutet das?

Wir betrachten jetzt mal unseren Fahrer, den schlauen Regulierer, etwas genauer:

Was ist seine Absicht? Er möchte am liebsten alles unter einen Hut bekommen: Er will zügig von A nach B kommen – deshalb fährt er mit dem E-Auto und geht nicht zu Fuß. Weil er aber weiß, dass das Autofahren Ressourcen kostet, also Strom und Verschleiß von Teilen, und auch für die Umwelt nicht besonders verträglich ist, möchte er sich so verhalten beim Autofahren, dass er möglichst wenig Ressourcen verbraucht, also wenig Strom und wenig Verschleiß von Material. Damit verspricht er sich für sein Auto eine möglichst lange Lebensdauer mit möglichst wenigen Reparaturen. Der schlaue Regulierer tut damit viel für sein Auto, seinen Geldbeutel und auch seine Umwelt.

Völlig begeistert ist der schlaue Regulierer von der neu eingebauten Technik in seinem Auto. Beim Fahren hat er schon oft etwas festgestellt, das ihn unzufrieden gemacht hat. Immer wenn er auf die Bremse steigt, nimmt er die Energie, die er vorher mit dem Gaspedal ins Beschleunigen gesteckt hat, wieder heraus. Das erscheint ihm sinnlos – auch wenn er noch so schlau und vorausschauend fährt, um möglichst wenig bremsen zu müssen. Durch den Bremsvorgang wird die Bremse heiß, die Bremsbeläge reiben sich ab und diese schöne zuvor reingesteckte Energie geht einfach als Wärme verloren. Das stellt den schlauen Regulierer nicht zufrieden. Genau das wurde nun im Auto hervorragend gelöst. Die Energie, die beim Bremsen bisher verloren gegangen ist, wird nun mit der Technik der Rekuperation wieder in den Akku zurückgespeist, den der Wagen an Bord hat. Somit ist diese Energie nicht verloren, sondern wird für weitere energiezehrende Zwecke zur Verfügung gestellt. Der schlaue Regulierer überträgt dieses Wissen auf das Autofahren und er erkennt nun, wie energetisch unsinnig die ständige negative »Brems-Bilanz« beim Autofahren ist. Ohne die Rückspeisung verlorener Bremsenergie, die die neue Technik im Auto unterstützt, geht also unnötig Energie verloren. Beim dynamischen Raser ist das natürlich noch viel stärker der Fall als bei allen anderen Autofahrertypen.

Diese ganze technische Erklärung über Autos und wie man sie schlau steuert und effizient bremst, hat sehr viel zu tun mit unserer Gesundheitsregulation. Denn: Die Natur macht es den Ingenieuren schon immer vor.

DIE NATUR MACHT ES UNS VOR

Dr. med. Parasympathikus kommt zu Wort

Liebe Leserin, lieber Leser dieses schönen Buches, ich habe aufmerksam mitgelesen, was im vorherigen Kapitel über das Autofahren geschrieben worden ist. Das kommt mir irgendwie sehr bekannt vor, und Ihnen müsste das eigentlich auch bekannt vorkommen. Diese Regulation im Auto, also das Gasgeben und das Bremsen und dass man es mit diesen Vorgängen auch übertreiben kann, genau das ist mein Arbeitsumfeld in Ihnen! Sogar das mit der Ressourcenschonung und vor allem auch das mit dem umsichtigen Fahren und der Anpassungsfähigkeit stimmt fast ganz genau mit dem überein, was mein geschätzter Kollege, der Herr Sympathikus, und ich 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche für Sie tun. Das ist verblüffend!

Ich kann mir auch schon denken, wie die Sache nun weitergeht. Vermutlich erklären Ihnen die Autoren auf den folgenden Seiten, was es mit unserem Nervensystem auf sich hat. Sicherlich lernen Sie in diesem Kapitel auch meinen geschätzten Kollegen kennen. Ich bin ja mal gespannt!

WIE IST DAS NERVENSYSTEM DES MENSCHEN AUFGEBAUT?

Der Großteil der körperlichen Steuerung läuft im Menschen automatisch ab, da sie in unserem zentralen Nervensystem verankert ist – wir können diesen automatischen Teil also nicht aktiv beeinflussen, zumindest nicht direkt. Im Menschen steuern die entwicklungsgeschichtlich »alten« zentralen Hirnanteile im Hirnstamm die grundsätzlichen Funktionen im Körper. Wir können zum Beispiel nicht aktiv direkt die Funktion unserer Nieren beeinflussen. Oder die Funktion unserer Leber. Wir können uns zwar aktiv bewegen und unseren Tätigkeiten nachgehen, aber nicht direkt in die zentrale Organsteuerung eingreifen.

Unser Nervensystem wird in zwei grundsätzliche Einheiten eingeteilt:

• das zentrale Nervensystem (ZNS), die Gesamtheit aus Gehirn und Rückenmark • das periphere Nervensystem, die Gesamtheit aller Nervenbahnen, die außerhalb von Gehirn und Rückenmark liegen

Das zentrale Nervensystem steuert

• die Skelettmuskulatur • das Denken und die Informationsverarbeitung• die lebenswichtigen Organfunktionen • die emotionalen Vorgänge

Das periphere Nervensystem ist dann sozusagen das »Glasfaserkabel« oder die »Rohrpost« aller steuernden Informationen, die aus dem zentralen Nervensystem kommen und in die Peripherie des Körpers geleitet werden sollen. Das bedeutet, dass alle Befehle, die aus dem Gehirn kommen, über das periphere Nervensystem zu allen Zielen weitergeleitet werden. Es informiert also alle Körperbereiche bis in die kleinsten Untereinheiten und damit alle Zell- und Organfunktionen darüber, was unser zentrales Nervensystem für alle von ihm abhängigen Körperbereiche entschieden hat.

Das periphere Nervensystem

Zum peripheren Nervensystem gehören zwei Teile.

Das somatische Nervensystem erkennt körperliche Zustände bewusst über Sinneswahrnehmungen und meldet diese an das zentrale Nervensystem. Dazu gehört zum Beispiel das Empfinden von Wärme und Kälte und von Berührung und Schmerz. Dazu gehört auch das weitgehend unbewusste Wahrnehmen von Körperhaltungen und anderen körperlichen Zuständen. Sind diese Informationen über die körperlichen Zustände schließlich beim Gehirn angekommen, werden sie dort verarbeitet. Die Konsequenz, die sich daraus ergibt, muss nun als Antwort zur Körperperipherie geleitet werden. Dazu schickt das Gehirn die entsprechenden Befehle via somatisches Nervensystem an die entsprechenden Bereiche zurück, etwa an die Muskeln.

Das somatische Nervensystem ermöglicht uns überhaupt erst das Leben in einer Umwelt mit all ihren Reizen und Anforderungen – und zwar deshalb, weil wir erst so die Möglichkeit haben, auf die äußeren Einflüsse zu reagieren.

Um sich das etwas zu veranschaulichen, stellen Sie sich folgende Situation vor: Es ist ein heißer Sommertag und Sie halten sich draußen auf. In der prallen Sonne wird es Ihnen sicher rasch zu heiß werden, was Ihre Wärmerezeptoren vermutlich auch schnell feststellen. Über das somatische Nervensystem erhält Ihr Gehirn die Information: »Puh, hier ist es heiß.« Ihr somatisches Nervensystem ermöglicht Ihnen erstens wahrzunehmen, dass es heiß ist, was natürlich Ihren Organismus vor Hitzeschäden schützt, und zweitens, sich nun willentlich mit Ihrer Muskelkraft einen schattigen Platz zu suchen oder einen Sonnenschirm aufzuspannen – je nachdem. Ihre Muskeln bewegen sich deshalb, weil der Befehl dazu aus Ihrem Gehirn kommt und Ihr somatisches Nervensystem diesen Befehl an Ihre Muskeln weiterleitet. Das somatische Nervensystem hat also einen Anteil, der Informationen aus der Peripherie zum Gehirn leitet, und einen weiteren Anteil, der die entsprechenden Befehle vom Gehirn wieder zurück in die Peripherie leitet.

Das sogenannte vegetative Nervensystem ist der zweite Teil unseres peripheren Nervensystems. Ein anderer Ausdruck dafür ist »autonomes Nervensystem«. Um diesen Anteil unseres peripheren Nervensystems geht es in diesem Buch, und wir werden hier nur den Ausdruck »vegetatives Nervensystem« oder die Abkürzung VNS verwenden.

WIE ARBEITET DAS VEGETATIVE NERVENSYSTEM?

Die Aufgabe des vegetativen Nervensystems ist die Aufrechterhaltung aller (über-)lebenswichtigen körperlichen Funktionen. Das VNS ist damit beschäftigt, aus dem ZNS heraus alle Organgrundfunktionen mit zu steuern. Dazu gehören alle körperlichen Funktionen aller Organe, zum Beispiel die Funktionen von Herz, Kreislauf, Durchblutung, Verdauung, Immunsystem, Leber, Nieren, Drüsen, Hormone, Stoffwechsel und Entgiftung und vieles mehr – also Zellfunktionen aller Organe jederzeit und überall. Alle Funktionen im Körper werden durch das vegetative Nervensystem genau so aufeinander eingestellt, dass sich der Organismus stets in einer für ein Überleben optimalen Situation befindet. Auch die Atmung gehört dazu, aber diese hat eine gewisse Sonderstellung – doch dazu lesen Sie ab > sehr viel mehr!

Die ausführenden Anteile des vegetativen Nervensystems sind der Sympathikus und der Parasympathikus. Diese beiden Regulatoren arbeiten in permanenter Meldung und Rückmeldung vom und zum zentralen Nervensystem – sie passen also gemeinsam und selbstständig den Organismus ununterbrochen an seine Umwelt und an deren Erfordernisse an. Im Grunde ist die Funktion genauso wie beim somatischen Nervensystem: Es werden Informationen über die Ist-Zustände von der Peripherie, also von den Zellen, Geweben, Organen etc., an das Gehirn gemeldet, dort verarbeitet und die vegetative Antwort wird zurück an die Zellen, Gewebe, Organe etc. geleitet.

Das vegetative Nervensystem mit Parasympathikus und Sympathikus

Stark vereinfacht läuft alles, was Sie bisher über das Autofahren mit Gasgeben und Bremsen gelesen haben, in uns Menschen nach dem gleichen Prinzip ab. Der Mensch hat zwar einen sehr viel komplizierteren Bauplan als ein Auto, aber zum besseren Verständnis lässt sich die »Funktion« dieses menschlichen Bauplans auf den eines Autos reduzieren. Dies können Sie sich wie folgt vorstellen:

• Das Auto ist der Körper. • Das Gaspedal entspricht dem Sympathikus.• Das Bremspedal entspricht dem Parasympathikus.• Der Fahrstil entspricht dem Gehirn.

Gehirn, Sympathikus und Parasympathikus sind die Teile des menschlichen Nervensystems, die die Steuerung aller »automatischen« Vorgänge im Körper übernehmen. Mithilfe dieses Buches können Sie lernen, wie Sie diese Steuerung über Ihre Pedale beeinflussen können. Der Aha-Effekt dieses Buches liegt also im Verständnis Ihres vegetativen Nervensystems.

Denn genau wie das Auto mit Gaspedal, Bremse und mithilfe Ihres Fahrstils gesteuert wird, werden alle oben genannten Zell- und Organfunktionen durch das Gaspedal im System, den Sympathikus, durch das Bremspedal, den Parasympathikus, und durch die neuronalen Verschaltungen im Gehirn gesteuert.

Wenn Sie die Pedale gut kennen und vor allem wenn Sie sie schlau und routiniert bedienen können, steuern Sie Ihre Gesundheit, genau wie der schlaue Regulierer sein Auto, durch schmale Straßen, über Autobahnen, um Hindernisse herum und zur nächstgelegenen Ladestation – gesund und voller Energie, ein Leben lang.

Unser vegetatives Nervensystem mit Sympathikus und Parasympathikus ist aber nicht nur für die funktionellen Abläufe der Zellen und Organe zuständig. Auch unsere Stimmungslage und unser körperliches und emotionales Befinden hängen von einem gut ausbalancierten Nervensystem ab. Es hat also einen Einfluss darauf, ob wir uns hellwach oder müde fühlen, ob wir fröhlich oder traurig sind, ob wir uns als Gestalter oder als Opfer unserer Welt fühlen.

Bei den genannten Vorgängen geht es also immer um eine passende Organsteuerung im Sinn von »Mehr« oder »Weniger«. Dazu braucht es zuvor natürlich unendlich viele Anpassungsprozesse sämtlicher Regelsysteme des Körpers. Für ein Verständnis der grundsätzlichen Zusammenhänge ist es aber sehr viel sinnvoller, wenn wir uns auf das einfache Bild von Sympathikus und Parasympathikus, die das »Mehr« oder »Weniger« steuern, beschränken.

Wir möchten das an einem Beispiel erläutern: Stellen Sie sich ein Gummiband vor. Dieses Gummiband wird vom Sympathikus und vom Parasympathikus gemeinsam in unterschiedliche Richtungen gezogen, und zwar immer im genau richtigen Maß. Mit dieser Arbeit »regulieren« die beiden jede Ihrer Körperfunktionen und gemeinsam kommen sie dadurch zum Erfolg. Mal ist der eine mehr am Werk und mal der andere – aber immer arbeiten beide gleichzeitig. Würden Sympathikus und Parasympathikus diese Regulierung für Ihre Gesundheit nicht mehr wahrnehmen können, würden Sie mehr und mehr auf den sogenannten Burnout zusteuern. Verständlich werden all diese regulativen Vorgänge, wenn man sich darüber klar wird, warum diese Vorgänge überhaupt in uns ablaufen: Es geht dem Organismus immer nur um eines – um das ÜBERLEBEN!

Und zwar geht es nicht um irgendein Überleben »gerade mal so«, sondern um ein optimales Überleben in jeder Situation jede Millisekunde des Lebens. Die Hauptaufgabe dieses klugen Systems – das optimale Anpassen an jede aktuelle Situation fürs Überleben – wäre ohne diese schlaue Anpassungsfähigkeit nicht mehr gewährleistet.

DAS VEGETATIVE NERVENSYSTEM (VNS)

Das vegetative Nervensystem dient der Aufrechterhaltung aller lebenswichtigen Funktionen im Körper. Die ausführenden Anteile des VNS sind der Sympathikus (Gaspedal) und der Parasympathikus (Bremspedal).

Wie in der Abbildung > zu erkennen ist, entspringen die Nervenfasern des Sympathikus und des Parasympathikus aus unterschiedlichen Bereichen des zentralen Nervensystems (ZNS), dennoch sind die Zielorgane die gleichen. Dargestellt sind jeweils seitlich des Rumpfes die Nervenfasern des Sympathikus und des Parasympathikus.

Der Sympathikus verlässt das Rückenmark im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule und macht sich von dort auf den Weg in die Peripherie zu allen Zell- und Organfunktionen. Der Herkunftsort des Parasympathikus sind der Hirnstamm und das Rückenmark im Bereich des Kreuzbeins, um dann denselben Weg zu allen Körperfunktionen zu nehmen wie der Sympathikus. Der weitaus größte Anteil des Parasympathikus ist der 10. Hirnnerv, der Vagus-Nerv. Wegen des großen Anteils an der parasympathischen Regulation gibt es in der Fachsprache oft eine verwirrende Zusammenlegung der beiden Begriffe »Vagus« und »Parasympathikus«. In vielen Ausführungen über das VNS werden Sie Begriffe wie »vagal« oder »vagoton« lesen. Beide Begriffe bedeuten »parasympathisch«. In diesem Buch, das ja dem Parasympathikus gewidmet ist, behalten wir die entsprechende Namensgebung bei.

Der Sympathikus ist der Anteil des VNS, der alle regulativen Vorgänge in den Organen beschleunigt und damit Energie und Ressourcen verbraucht.

Der Parasympathikus ist der Anteil des VNS, der die gleichen regulativen Vorgänge abbremst und für Ressourcenaufbau und regenerierende Prozesse sorgt.

Wirkung des Sympathikus

• Weitet die Pupillen• Hemmt die Speichelsekretion• Beschleunigt den Herzschlag• Weitet die Bronchien• Hemmt die Magen-Darm-Aktivität• Hemmt die Bauchspeicheldrüse• Hemmt den Gallenfluss• Stimuliert das Nebennierenmark mit Produktion von Adrenalin und Noradrenalin• Entspannt die Harnblase• Ermöglicht den genitalen Orgasmus bei Mann und Frau

Wirkung des Parasympathikus

• Verengt die Pupillen• Vermehrt die Speichelsekretion• Verlangsamt den Herzschlag• Verengt die Bronchien• Regt die Verdauung (Vagus) sowie Bauchspeicheldrüse und Gallenfluss an• Hemmt das Nebennierenmark und die Produktion von Adrenalin und Noradrenalin• Kontrahiert die Harnblase• Ermöglicht die Durchblutung der Geschlechtsorgane bei Mann und Frau

Sympathikus | Parasympathikus

1. Hirnstamm

2. Halswirbelsäule

3. Brustwirbelsäule,

4. Lendenwirbelsäule

5. Kreuzbein

6. weitet Pupillen, hemmt Speichelsekretion

7. weitet Bronchien

8. beschleunigt Herzschlag

9. stimuliert Stresshormonproduktion der Nebennieren

10. hemmt Gallenuss

11. hemmt Bauchspeicheldrüse

12. hemmt Verdauungsprozess

13. entspannt Harnblase

14. ermöglicht Orgasmus bei Mann und Frau

15. verengt Pupillen, verstärkt Speichelsekretion

16. verengt Bronchien

17. verlangsamt Herzschlag

18. hemmt Stresshormonproduktion der Nebennieren

19. stimuliert Verdauungsprozess

20. kontrahiert Harnblase

21 - 22. steuert Durchblutung der Geschlechtsorgane

DAS PRINZIP ÜBERLEBEN TROTZ STRESS

Für ein Verständnis betrachten wir einmal die extremen Situationen, in denen die beiden Anteile des VNS gebraucht werden.

Die Sympathikus-Achse sorgt mit dem Gaspedal dafür, dass in einer Stresssituation – der extremste Fall ist der »Alarmmodus«, in dem uns der berühmte Säbelzahntiger gegenübersteht – die jetzt überlebenswichtigen Organe mit Energie versorgt werden. Dazu gehört dann die Pupillenerweiterung, die für eine erweiterte Wahrnehmung der Situation sorgt, die Beschleunigung des Herzschlags und die Erhöhung des Blutdrucks, die gemeinsam für die Bereitstellung von Durchblutung sorgen. Damit ist eine optimale Versorgung der Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen gewährleistet. Das Gehirn schaltet in diesem Moment das »bewusste Denken« eher ab und wechselt in den »Überlebensmodus«. Damit können schnell überlebenswichtige Entscheidungen getroffen werden, um dann entsprechend aus der Notfallsituation wegzulaufen oder den Feind anzugreifen. Auch die Weitung der Bronchien gehört dazu, um genug Atem für Flucht oder Angriff zu haben.

Die Aktivität des gesamten Verdauungssystems wird in dieser Situation dagegen eher gehemmt, da die Verdauung nicht wichtig ist für das akute Überleben, wenn der sprichwörtliche Säbelzahntiger vor uns steht und uns bedroht.

Die Parasympathikus-Achse (die Bremse) sorgt für Erholung und Ressourcenaufbau im System. Puls und Blutdruck verlangsamen sich wieder, die Atmung normalisiert sich, Muskeln entspannen sich, das Gehirn schaltet wieder in den aktiven »Denkmodus« um und die Verdauungsorgane nehmen ihre Arbeit wieder auf. Kurzum: Durch die Bremse im VNS kann sich jede Organfunktion regenerieren.

Sympathikus und Parasympathikus regulieren gemeinsam – am besten in einer hervorragenden Balance – jede Stelle und jede Zelle in unserem Körper. Die meisten von uns sind jedoch durch viel zu viel Betätigung des Gaspedals (Alltagsstress), vor allem aber auch durch viel zu wenig Betätigung des Bremspedals ständig im sympathischen Modus, also im Notfallmodus. Dieser soll aber im Grund eigentlich »nur« das Überleben ermöglichen und ist physiologisch keinesfalls dafür vorgesehen, in einem dauerhaft angeschalteten Zustand zu bleiben. Diese Situation führt langfristig zu Raubbau an den Ressourcen – im maximalen Fall zu Krankheit oder zum Burnout-Syndrom. Durch eine solche ungünstige Verteilung der vegetativen Steuerung kommt es unnötigerweise zu einer energetischen Schieflage im System. Wird diese »Schieflage« zum Dauerzustand, so bleibt das nicht ohne Folgen (siehe Info >).

INFO

FOLGEN EINER SCHIEFLAGE

Eine ungünstige Verteilung der vegetativen Steuerung kann sich überall im Körper auswirken und zu Erkrankungen führen. Folgen einer dauerhaften Überaktivierung des Sympathikus sind die gesundheitlichen Probleme, die man unter dem Begriff »Stresserkrankungen« kennt:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie hoher Blutdruck, Verdauungsstörungen, geschwächtes Immunsystem, Muskel-, Gelenk- und Rückenerkrankungen durch falsche Haltung wegen ständig erhöhtem Muskeltonus, Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel Diabetes und Fettstoffwechselstörungen, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen, psychische Erkrankungen und vieles mehr.