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Dieser Ratgeber ist anders. Er überfrachtet Sie nicht mit einer Vielzahl kluger aber nutzloser Ratschläge. Er erklärt, wie Sie unnötige Untersuchungen und Operationen vermeiden. Rückenschmerzen sind nämlich wie Schnupfen: Lästig aber in der Regel harmlos und nur im Ausnahmefall langwierig. Das Buch nimmt Ihnen die Angst, etwas falsch zu machen. Er ermutigt Sie dazu, sich zu bewegen und zwar ohne Verbote und mit Freude, denn das ist die beste Medizin gegen Rückenschmerzen. Mit Übungsanleitungen zur rückenfreundlichen Bewegung und Entspannung.
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Seitenzahl: 232
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Thomas Heim
Aktiv gegen Schmerzen
Sie haben Rückenschmerzen und wollen sich nun über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren? Vielleicht brennen Ihnen jetzt schon ganz konkrete Fragen auf den Nägeln.
Das befürchten nicht nur Sie, sondern fast alle Ihrer Leidensgenossen. Bei praktisch allen ist diese Angst jedoch unbegründet. Vielleicht beruhigt es Sie, zu wissen, dass bei mehr als 95 von 100 Rückenschmerzpatienten funktionelle, unspezifische Rückenschmerzen (siehe „Funktioneller ...“, S. 23) vorliegen. Diese Art von Rückenschmerzen kann man, wenn sie erstmals auftreten, mit einem grippalen Infekt vergleichen: Sie sind unangenehm, aber harmlos und gehen nach wenigen Tagen bis Wochen völlig oder weitgehend vorüber. Wenn Sie unter funktionellen Rückenschmerzen leiden, dann können Sie vom ersten Tag an selbst aktiv dazu beitragen, dass diese nicht „verschleppt“ werden. Anders als bei der heftigen Erkältung ist dann nicht Bettruhe angezeigt: Wer trotz Rückenschmerzen in aller Seelenruhe seinen gewohnten Aktivitäten nachgeht und körperlich aktiv bleibt (siehe „Bewegung ...“, S. 37), vermeidet damit in den meisten Fällen, dass die Schmerzen länger anhalten als ein paar Wochen.
Nein, in den allermeisten Fällen ist auch ein Hexenschuss (siehe „Hexenschuss“, S. 24) nur eine ganz besonders unangenehme Variante funktioneller Rückenschmerzen (s. o.). Bandscheibenvorfälle findet man übrigens – wenn man denn sucht – auch bei manchen Menschen, die keinerlei Rückenbeschwerden haben. Je älter jemand ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er an den Bandscheiben Abnutzungserscheinungen aufweist. Behandeln muss man einen Bandscheibenvorfall nur dann, wenn er Nerven in Bedrängnis bringt. Und selbst dann gibt es meistens noch wirksame Alternativen zur Operation.
Entscheidend ist, ob Sie echte Nervenschmerzen (siehe „Nerven ...“, S. 19) haben – was nur selten der Grund für Rückenschmerzen ist. Das könnte der Arzt bereits aufgrund Ihrer Schilderung der Vorkommnisse und des Schmerzes und einer eingehenden körperlichen Untersuchung feststellen. Nur dann ist eine weitergehende Diagnostik, etwa mittels Magnetresonanztomografie (MRT), notwendig. Selbst wenn man dabei einen Bandscheibenvorfall feststellen würde, müsste man zunächst klären, ob dieser überhaupt die Ursache Ihrer Beschwerden ist. MRT-Untersuchungen sind mit hohen Kosten verbunden, das Liegen in der engen Röhre ist nicht jedermanns Sache und Hightech-Diagnostik bringt viele unklare Befunde mit sich, die mit den Schmerzen nichts zu tun haben, den Betroffenen unnötig ängstigen und mit denen oft auch fragwürdige Behandlungen bis hin zu unnötigen Operationen gerechtfertigt werden. Welche Untersuchungen wirklich nötig und welche überflüssig sind, lesen Sie auf S. 27.
Das, was Sie als einrenken bezeichnen, ist eine Mobilisation des Rückens im Rahmen der manuellen Therapie (siehe „Manuelle Therapie“, S. 119). Bei der manuellen Therapie geht es darum, in dem komplexen Gefüge Ihres Rückens wieder ein neues Gleichgewicht zu schaffen und damit Schmerzen, die in einer einseitigen Verspannung der Muskulatur an einem bestimmten Wirbelsäulenabschnitt bedingt sind, aufzulösen: Es ist eine spezielle Art der Massage, lockert und macht etwas beweglicher. Das beseitigt aber nur kurzfristig die Symptome, ebenso wie andere passive Behandlungen wie Medikamente (siehe „Medikamente“, S. 140) oder physikalische Anwendungen. Eine nachhaltige Besserung erreichen Sie nur, wenn Sie herausfinden, wie Sie Ihren Schmerz aktiv beeinflussen können, durch lockere Bewegung, Entspannung und Stressreduktion. Nicht selten äußern sich in Rückenschmerzen auch seelische Spannungen.
Nein, die besten Chancen, dass sich neu aufgetretene Rückenschmerzen bald bessern, haben diejenigen, die ohne Verzug weiter ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen. Wer einem Menschen mit funktionellen Rückenschmerzen (siehe S. 23) Arbeit abnimmt, tut ihm also einen Bärendienst. Sollten die Schmerzen und die Bewegungseinschränkungen sehr ausgeprägt sein, können die kurzfristige Einnahme eines Schmerzmittels oder auch andere passive Behandlungsmaßnahmen wie z. B. physikalische oder manuelle Verfahren sinnvoll sein.
Wenn Sie zu den 95 von 100 Rückenschmerzpatienten zählen, die funktionelle Rückenschmerzen haben, dann wäre eine Operation nicht nur nutzlos, sondern auch mit dem Risiko behaftet, dass Ihre Schmerzen länger anhalten oder schlimmer werden als ohne OP. Nur wenn nachweislich Nerven in Bedrängnis geraten, können Operationen erwogen werden, und selbst dann gibt es oft noch nichtoperative Behandlungsalternativen. Wenn Ihnen Ihr Arzt eine Operation empfiehlt, dann raten wir Ihnen, nach der Begründung zu fragen und im Zweifelsfall eine Zweitmeinung einzuholen (siehe „Operationen“, S. 171).
Eine Garantie dafür gibt es nicht. Eine so häufige Erkrankung wie Rückenschmerzen kann man ebenso schwer aus der Welt schaffen wie Schnupfen. Selbst Hochleistungssportler haben nicht seltener Rückenschmerzen als andere. Unser Interview mit der Weltklassesprinterin Yasmin Kwadwo (S. 54) bestätigt, dass Sport alleine nicht als Vorbeugung gegen wiederkehrende Rückenschmerzen ausreicht. Es geht darum, eine gute Balance zu finden zwischen lockerer Bewegung und Entspannung. Je mehr Stellen Ihres Körpers schmerzen, desto wahrscheinlicher spielen bei Ihnen Stress und seelische Anspannung die zentrale krankheitserhaltende Rolle. Dann sind neben der Bewegungstherapie auch Techniken zur Entspannung und Stressreduktion (siehe „Entspannung ...“, S. 72) anzuraten sowie Gespräche mit einem Psychotherapeuten, um Ihren schmerzverstärkenden Denk- und Verhaltensmustern auf die Schliche zu kommen. Wenn Sie dabei herausfinden, wie Sie Ihr Befinden durch Ihr eigenes Denken und Handeln beeinflussen können, haben Sie gewonnen. Näheres ab S. 68.
Vielleicht ist Ihnen vor einigen Tagen bei einer ungeschickten Bewegung ein plötzlicher Schmerz in den unteren Rücken geschossen. Seitdem können Sie sich nicht mehr schmerzfrei gerade halten.
Die meisten Menschen, die vom Rückenschmerz gepackt werden, haben eines gemein: Sie machen sich Sorgen, dass in ihrem Rücken ein ernsthafter Schaden oder eine schwere Erkrankung vorliegt. Viele haben Angst, dass sie durch eine falsche Bewegung noch mehr in ihrem Rücken kaputt machen, und nicht wenige befürchten, einen so schweren Schaden erlitten zu haben, dass sie nun für lange Zeit behindert sind. Bei fast allen Betroffenen erweisen sich solche Befürchtungen jedoch als unbegründet, denn für die meisten gilt, dass in ihrem Rücken kein ernsthafter Schaden vorliegt und sie ohne großen Aufwand schnell wieder gesund und beweglich werden.
Zwei Gemeinsamkeiten
Rückenschmerzgeplagte haben in der Regel zwei Gemeinsamkeiten: Erstens haben sie Angst, dass ihr Rücken schlimm kaputt ist, und zweitens ist an ihrem Rücken absolut nichts kaputt, auch wenn er höllisch schmerzt.
Sie haben Rückenschmerzen? Die meisten Erwachsenen können mit Ihnen mitfühlen, denn sie haben das selbst schon einmal erlebt.
Die Zahl der Menschen mit chronischen Rückenschmerzen nimmt zu, dazu trägt der wachsende Anteil älterer Menschen bei.
Starten Sie eine kleine Umfrage unter Ihren Bekannten! Die erste Frage lautet „Hattest du heute schon einmal Rückenschmerzen?“ und die zweite, „Hattest du jemals in deinem Leben Rückenschmerzen?“. Laut repräsentativen Umfragen in Deutschland beantwortet ein Drittel bis die Hälfte aller Erwachsenen die erste Frage mit ja, bei der zweiten Frage – „Hatten Sie jemals Rückenschmerzen?“ sogar sieben bis acht von zehn Befragten. Auch chronische, das heißt, länger als drei Monate anhaltende oder wiederkehrende Rückenschmerzen sind häufig. In der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren sind etwa ein Drittel aller Frauen und ein Viertel aller Männer von chronischen Rückenschmerzen betroffen, ältere Menschen noch häufiger. Bei zwei von drei Personen, die Rückenschmerzen haben, treten die Schmerzen innerhalb eines Jahres erneut auf. Rückenschmerzen sind zudem einer der häufigsten Anlässe für Arztbesuche und Rentenanträge sowie der häufigste Grund für Krankschreibungen und Rehabilitationsmaßnahmen – Behandlungen, die die Betroffenen wieder arbeitsfähig machen sollen. Summiert man alle Kosten, die in Deutschland durch Rückenschmerzen verursacht werden, also die Kosten für Diagnostik (Krankheitserkennung), Therapie und Rehabilitation sowie die Kosten durch Arbeitsausfälle und vorzeitige Berentung, dann kommen jährlich etwa 20 Milliarden Euro zusammen, also rund 250 Euro pro Bundesbürger. Behandelte man alle Rückenschmerzgeplagten angemessen, dann würde das nicht nur entscheidend zu deren Wohlbefinden beitragen, sondern auch die Kranken- und Rentenkassen enorm entlasten.
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