Das Sauwohl-Prinzip - Yvonne Baum - E-Book

Das Sauwohl-Prinzip E-Book

Yvonne Baum

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Beschreibung

Noch höher, immer schneller und weiter: nichts ist uns gut genug, wir selbst schon gar nicht und haben wir ein Projekt beendet, ein Ziel erreicht, eine Konfektionsgröße kleiner, Familie, Haus, Hund, Karriereleiter erklommen - sind wir dennoch nie zufrieden. Aber nicht mit Alex, Cleo und Isabella. Die drei Freundinnen sagen mit ihrem Sauwohl-Prinzip unserer Leistungsgesellschaft den Kampf an, denn sie haben die Schnauze gestrichen voll - von ständigen Selbstzweifeln, von perfekten Kindern und musikalischer Früherziehung, von Size Zero und Salatblättern, stetiger Faltenbekämpfung und Anti-Aging, eindrucksvollen Karrieren und nicht enden wollendem Perfektionswahn(sinn). Wie und vor allem ob, die drei es zwischen Figur, Job, Kindern und Wollmäusen schaffen wieder gelassen und entspannt durchs Leben zu gehen und nicht darauf zu bauen, was andere dabei denken könnten, lest ihr am besten selbst. Und dann? Lebt ihr nach dem Sauwohl-Prinzip natürlich!

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Seitenzahl: 95

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Für irgendwann ist das Leben einfach zu kurz!

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Sauwohl? Aber was will ich eigentlich?

2. Sauwohl, aber was sagen bloß die anderen dazu?

3. Sauwohl – angefangen bei den Kleinsten

4. Sauwohl „All Day long”

5. Sauwohl in Job & Karriere

6. Sauwohl von Kopf bis Fuß

7. Sauwohl im Alter

8. Sauwohl – mit der richtigen Zeit

9. Sauwohl mit einem herzhaften „Nein”

10. Sauwohl, dank echter Freunde & Beziehungen

11. Sauwohl, denn „Nobody is perfect” – und das ist auch gut so

12. Sauwohl, dank „Chill mal”

13. Sauwohl mit Glück & Zufriedenheit, aber bitte mit Sahne!

Einleitung

Es gibt sie in unserer Gesellschaft gar nicht mal so selten: stolze Mütter, deren Kinder mit 9 Monaten laufen, mit 5 Jahren eingeschult werden, später aufs Gymnasium wechseln, um dann mit 20 den Bachelor in der Tasche zu haben – ohne dass sie richtig durchatmen oder sich wenigstens unglücklich verlieben konnten. Wir rennen von einem vermeintlichen Erfolg zum nächsten oder werden getrieben. Aber wohin führt uns dieser Weg eigentlich?

Es beginnt schon im Kindesalter, geht weiter in der Schule, im Studium oder in der Ausbildung und steigert sich nochmals mit Beruf und Karriere. Auch macht es vor der Freizeit- und Urlaubsgestaltung nicht halt. So schnell können wir gar nicht schauen, so schnell sind wir mittendrin: im Leistungsdruck. Quasi mit der Muttermilch verabreicht. Wir hatten das Thema an einem unserer Mädelsabende für uns entdeckt.

Wir, das bin ich, Alex, und meine beiden Freundinnen Cleo und Isabell. Ich war Filialleiterin in einer Bank und arbeitete dort seit 25 Jahren. Ich wäre viel lieber Fotografin geworden, aber „damit verdient man doch kein Geld”. Ich hasste meinen Job mittlerweile, hatte aber den (Ab-)sprung aus dem Hamsterrad und in einen anderen Job verpasst.

Während ich außerdem mit einem pubertierenden Kind kämpfte und mein Zeitmanagement einer Never-Ending-Story glich, empfand ich das tägliche Hamsterrad mit allen Verpflichtungen und Leistungsanforderungen mehr als ermüdend. Meine Tochter war 13. Schon klar, was das bedeutet: Sie befand sich inmitten hormonell gesteuerter Schreiattacken. Wir hielten uns ganze Tage schreiend auf dem Flur auf. Und am Ende wussten wir beide nicht mehr, worum unser Streit eigentlich ging.

Sie verbrachte ihre Tage hauptsächlich mit Styling Tipps, TikTok und viel zu großem Interesse für Jungs. Das mochte sie. Natürlich spielte sie auch noch Klavier, gab Nachhilfeunterricht und ging zweimal pro Woche zum Tennis. Das mochte ich.

Ich war Mutter, Freundin, Beraterin, Ehefrau und Hure (na gut, mittwochs zumindest, weil ich gelesen hatte, dass man nach 20 Jahren Ehe ein bisschen mehr Salz in die Suppe schütten sollte. Ich hatte das erst aufs Essen bezogen, bis Cleo mich aufklärte.). Eine gewisse Unzufriedenheit breitete sich schleichend in mir aus. MEIN Leben war in den letzten 25 Jahren von einer Komödie in einer kleinen Apokalypse gegipfelt.

Ich räumte auf, saugte, wusch, kochte und backte, brachte zu jedem Elternabend etwas mit, achtete auf meine Figur – nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn. Haare und Make-up, immer „on fleek”. Niemand sollte (schlecht) über mich reden. „Was sollen nur die Nachbarn denken?”, habe ich bis heute noch in meinem Ohr. Ich wurde nie fertig und hätte die Hauptrolle in „… und täglich grüßt das Murmeltier” mehr als verdient. Ich machte nichts außer arbeiten, aufräumen und meine Tochter von A nach B fahren – und das Abendessen.

Cleo hatte einen eigenen Blumenladen, in dem sie total aufging. Sie zauberte farbenfrohe Sträuße und traumhafte Gestecke, verkaufte Deko für jede Jahreszeit und hatte für alle Anlässe das passende Bouquet. Bei ihr musste alles perfekt sein, nicht nur die Blumen: Wohnung, Mann, Sohn, Noten, Freizeit (wenn sie denn mal welche hatte). Sie überließ nichts dem Zufall und haderte außerdem ständig mit ihrem Alter: Jedes Cremedöschen und vielversprechende Serum wurde gekauft. Sie trug immer noch gerne kurze Röcke und verbrachte viel Zeit mit „der Suche nach ewiger Jugend”.

Isa konnte nie Nein sagen und geriet immer an die falschen Freunde. Sie hing in einer kleinen PR-Agentur fest und ließ sich von ihrem Chef und ihrer Kollegin zu einem selbstverständlichen 13-Stunden-Tag hinreißen. Sie unterstützte ihre Eltern beim Einkaufen und „kleinen Besorgungen” und half samstags ihrer Freundin Sabine auf dem Flohmarkt. Sie hatte einen Freund, der kam und ging, wann es ihm passte, und sie konnte nichts dagegen tun bzw. sie tat es einfach nicht. Und dass Sabine ihr auch noch ein paar Abnehmtipps ans Herz legte, brachte das Fass endgültig zum Überlaufen.

Wir hatten die Schnauze einfach voll: vom ständigen Selbstzweifel und Optimierungswahn, Kinder- & Musikalischer Früherziehung, Figur & Kleidergrößen, Alter & Faltenbekämpfung, Freizeitgestaltung & Urlaub und natürlich die Karriere – alles wurde optimiert und perfektioniert.

Die Mutter aller Leistungen ist heute nämlich die Arbeitsleistung. Sie soll aufzeigen, was am Ende des Tages zählt: Anerkennung, Selbstwertgefühl, Einkommen. Haste was, biste was!

Noch höher, immer schneller und weiter, nichts ist uns gut genug, wir selbst schon gar nicht, und haben wir ein Projekt beendet, ein Ziel erreicht, eine Konfektionsgröße kleiner, Familie, Haus, Hund, Karriereleiter erklommen – sind wir dennoch nie zufrieden. Ständig in dem Gedanken: „Wenn ich das endlich geschafft habe, bin ich glücklich und werde anerkennend bewundert.“ Weit gefehlt.

Deshalb sagten wir mit unserem Sauwohl-Prinzip dieser Leistungsgesellschaft den Kampf an – was nicht heißt, dass wir jetzt alle in die Villa Kunterbunt ziehen und uns selbst Plutimikation beibringen, wenn wir gerade Lust dazu haben. Es bedeutet viel mehr, im Hier und Heute und Jetzt zu leben, und vor allem, es sich gönnen zu dürfen, zu genießen, ohne gleich wieder an morgen zu denken, an die Figur, die nie gut genug ist, die Kinder, die im Ausland studieren und einen Doktortitel mitbringen sollen, die Karriereleiter, die nur von ganz oben Anerkennung verspricht, Size Zero oder die perfekt eingerichtete Wohnung, in der man natürlich täglich vom Boden frühstücken könnte.

Und wenn man ein paar Tage genießt, ist das auch okay, und wenn die Hose dann kneift, immer noch, und wenn der Sohn oder die Tochter eine 5 nach Hause bringt, springen wir nicht gleich im Dreieck, zweifeln alles an und bestrafen für totales Versagen. Und wenn der Mann keinen CEO-Titel auf der Visitenkarte hat ... NA UND?

Das Maß aller Dinge?

Wer bestimmt eigentlich, wann man erfolgreich, hübsch, schlank, jung oder sportlich ist? Wo ist diese Norm, die uns das eintrichtert?

Nein, wir fühlten uns schon längst nicht mehr sauwohl, und der Druck wurde mit fortgeschrittenem Alter nicht besser. Es war an der Zeit für radikale Gedanken und Auflehnung, mit dem Ziel, diese steigende Geschwindigkeit gut zu handhaben und selbst zutiefst zufrieden zu sein. Wir wollten uns wieder sauwohl fühlen – mehr Lebensqualität und deutlich mehr Zufriedenheit spüren. Für uns bedeutete das, alle Bereiche unseres Lebens zu durchleuchten und langfristig – und damit nachhaltig – zu verbessern und zu einer ausgewogenen Balance zusammenzuführen.

Wir waren uns einig: Es galt hiermit das Sauwohl-Prinzip. Das Sauwohl-Prinzip bedeutete richtig angewendet, weniger Stress und mehr Lebensqualität. Und der Stress bezog sich dabei auf wirklich alle Lebensbereiche: Freunde, Figur, Job, Kinder, Alltag. Es war der Stress, den wir uns machten und uns andere auferlegten.

Aber wo sollten wir anfangen? Wir wussten gar nicht, was und wohin wir eigentlich wollten, jede von uns hing im Hamsterrad fest und stresste sich (und andere) in der Arbeit und zu Hause. Wir hatten unsere Ziele und Träume über die Jahre wohl vergessen, vom Sinn des Lebens ganz zu schweigen.

1. Sauwohl? Aber was will ich eigentlich?

Wir hatten, seit der Geburt unserer Kinder, einfach nie die Zeit und Muße gehabt, unsere Träume und Ziele weiterzuverfolgen, und weder Isa, Cleo noch ich wussten, welche Träume wir eigentlich mal gehabt hatten. Da halfen auch keine klugen Ratschläge wie „Es ist doch DEIN Leben. Mach was draus” oder „Carpe diem!”.

Nicht zu wissen, was man möchte, fühlt sich alles andere als gut an. Wir lebten durch die Tage und Jahre, waren im Hamsterrad gefangen und fragten uns, warum es Menschen wie uns gab, denen nicht klar zu sein schien, was im Leben wirklich wichtig war. Wie hatte es so weit kommen können? Müssten wir nicht einfach nur auf unser Herz hören? Sind wir denn nicht die Experten für uns selbst? Das konnte doch nicht so schwer sein.

Aber ...

Für viele sind ihre Träume und Ziele zu weit weg. Sie geben bereits auf, bevor sie überhaupt daran denken. Es ist, als hätten sie ein Brett vor dem Kopf, auf dem steht: „Es bringt ja doch nichts!“.

Ich muss. Tagein. Tagaus. Woche für Woche. Jahr für Jahr.

Unser Handeln ist häufig von Müssen bestimmt. Es ist fremdbestimmt und manchmal unvermeidlich.

Und so geben wir uns dem „Ich kann es eh nicht ändern, ich muss” hin.

Mit jedem Muss steigt auch der Leistungsdruck.

Viele Menschen leben ein Leben, das von ihnen erwartet wird, und nicht eins, welches sie selbst gerne leben möchten. Aber wie weiß ich überhaupt, was ich will?

Um uns klar zu werden, wie, wann und mit wem wir uns sauwohl fühlten, setzten wir uns zusammen und schrieben alles, was uns dazu einfiel, auf. Wir wollten nicht unser Leben damit verbringen, das zu tun, was uns nur unglücklich machte. Dazu mussten wir aber auch wissen, was uns unglücklich machte. Wünsche, Ziele und Träume, die man sich selbst setzt, machen glücklich und zufrieden.

Alle Glaubenssätze, also Meinungen und Überzeugungen, die in uns selbst durch bestimmte Ereignisse entstanden sind oder die uns andere weismachen wollen, und vermeintlich gut gemeinte Ratschläge anderer, die uns immer wieder über den Weg liefen, trugen wir zusammen:

Du musst abnehmen!

Du musst Karriere machen!

Du musst heiraten!

Du musst Kinder bekommen – am besten zwei!

Du darfst deinem Kind kein Smartphone geben!

Dein Kind muss aufs Gymnasium und Abitur machen!

Dein Kind darf nicht faul sein und chillen!

Du musst immer in Bewegung sein!

Du musst dich gesund ernähren!

Du musst (mehr) Sport treiben!

Du sollst kein Fleisch essen!

Du sollst nicht rauchen!

Du sollst kein Flugzeug benutzen – man denke an den ökologischen Fußabdruck!

Du sollst dich auch sonst ökologisch korrekt verhalten!

Du sollst nicht auf dem Sofa rumhängen (wenn draußen die Sonne scheint)!

Einen Scheiß musst du!

Nur wenn du weißt, was du wirklich willst, kannst du dein Leben, deine Träume und Ziele so gestalten, wie du es möchtest. Kein Außenstehender kann dir dann etwas anderes einreden oder aufzwingen.

Erkunde deine persönlichen Lebensgewohnheiten

Das Sauwohl-Prinzip soll, richtig angewandt, weniger Stress und mehr Spaß im Leben bedeuten, stellte uns aber erstmal vor die Herausforderung, das Unwichtige vom Notwendigen zu unterscheiden. Über die Jahre hatten sich Glaubenssätze, Bequemlichkeit, Selbstzweifel und Gewohnheiten aufgebaut, die wir nicht mehr hinterfragten. Aber genau dieses Hinterfragen musste jetzt sein. Wenn du herausfinden willst, was du in deinem Leben erreichen willst, hilft es, dich der aktuellen Lebenslage zu stellen und sie genau, streng und vor allem ehrlich unter die Lupe zu nehmen und einzeln zu betrachten. Damit bekommst du Klarheit über jeden einzelnen Lebensraum und seine Bedeutung für dich und dein Leben.

Welche Lebensbereiche gibt es überhaupt?

Ich

Familie, Partnerschaft

Freunde, soziales Umfeld

Beruf, Karriere

Hobby, Freizeit

Persönliche Weiterentwicklung

Verschiedene Lebensbereiche – unterschiedliche Rollen