Das Schulter-Paradoxon - Klaus Ehlers - E-Book

Das Schulter-Paradoxon E-Book

Klaus Ehlers

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Beschreibung

Nackenschmerzen, ein steifer Hals und ein chronisches Ziehen im oberen Rücken gehören zu den häufigsten Volkskrankheiten der modernen Bürowelt. Wir behandeln die Symptome mit Massagen und Schmerzmitteln, ignorieren dabei aber völlig die biomechanische Tragödie, die sich in unseren Schultern abspielt. Evolutionär betrachtet ist die menschliche Schulter ein absolutes Wunderwerk. Sie ist das beweglichste Gelenk unseres Körpers, perfekt konstruiert, um an Ästen zu hängen, Speere zu werfen und weite Schwungbewegungen auszuführen. Sie ist jedoch absolut nicht dafür gebaut, acht Stunden am Tag statisch und nach innen rotiert vor einer Tastatur zu verharren. Das Schulter-Paradoxon übersetzt komplexe orthopädische Zusammenhänge in klare, verständliche Anatomie. Das Buch erklärt das empfindliche Zusammenspiel der Rotatorenmanschette und zeigt auf, wie der Mangel an Hängen und Heben im Alltag unweigerlich zu muskulären Dysbalancen, schmerzhaftem Impingement und langfristigem Verschleiß führt. Retten Sie Ihr wichtigstes Gelenk vor der Verkümmerung. Verstehen Sie die evolutionären Bedürfnisse Ihrer Schultern und lernen Sie einfache, evidenzbasierte Bewegungsmuster kennen, um die natürliche Beweglichkeit wiederherzustellen und chronische Schmerzen nachhaltig zu besiegen.

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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Table of Contents

Chapter 1: Einführung in das Schulter-Paradoxon

Die Biomechanik der Schulter verstehen

Evolutionäre Anpassungen der Schulter

Auswirkungen von Haltungsschäden

Ansätze der Physiotherapie

Chapter 2: Anatomie der Schulter: Ein Wunderwerk der Natur

Die Struktur des Schultergelenks

Die Rotatorenmanschette

Hilfreiche Mechanismen der Schulter

Häufige Haltungsschäden der Schulter

Chapter 3: Biomechanik der Schulter: Bewegung und Stabilität

Grundprinzipien der Schulterbiomechanik

Muskelkooperation und Gelenkdynamik

Dysbalancen und deren Auswirkungen

Strategien zur Schmerzprävention

Chapter 4: Haltungsschäden im Büroalltag

Die Auswirkungen der Bildschirmarbeit auf die Haltung

Die Rolle der Muskulatur bei Haltungsproblemen

Alltägliche Haltungsfehler erkennen

Strategien zur Verbesserung der Haltung

Chapter 5: Die Rolle der Physiotherapie bei Schulterschmerzen

Grundlagen der Physiotherapie

Übungen zur Verbesserung der Schulterbeweglichkeit

Die Bedeutung der Ergonomie im Alltag

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Prävention von Schulterschmerzen

Chapter 6: Schmerzlindern durch gezielte Bewegungsübungen

Die Bedeutung der Bewegungsübungen

Übungen zur Verbesserung der Schulterbeweglichkeit

Die Rolle von Regelmäßigkeit und Konsistenz

Beachtung der individuellen Grenzen

Integration von Bewegungsübungen in den Büroalltag

Langfristige Strategien zur Schmerzlinderung

Chapter 7: Präventionsstrategien im Büro

Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung

Dynamische Bewegungen im Büroalltag

Tipps zur Stärkung der Schultermuskulatur

Bewusstsein für eigene Körperhaltung

Chapter 8: Der Einfluss von Stress auf Schulterschmerzen

Stress und körperliche Gesundheit

Stress und die Rotatorenmanschette

Stressmanagement-Techniken

Die Rolle der Physiotherapie

Chapter 9: Ernährungsfaktoren und ihre Auswirkungen auf Gelenke

Die Rolle von Nährstoffen für die Gelenkgesundheit

Antioxidantien und Entzündungshemmung

Ernährung für die Stärkung des Bindegewebes

Praktische Tipps für eine gelenkschonende Ernährung

Chapter 10: Technologien zur Verbesserung der Haltung

Die Rolle ergonomischer Hilfsmittel

Innovative Apps zur Haltungskontrolle

Tragbare Technologien für bessere Haltungsunterstützung

Die Bedeutung regelmäßiger Pausen und Aktivität

Chapter 11: Langfristige Folgen von Vernachlässigung der Schultergesundheit

Die Anatomie der Schulter und ihre Bedeutung

Auswirkungen von Bewegungsmangel auf die Schultergesundheit

Psychologische Auswirkungen von Schulterschmerzen

Präventive Maßnahmen zur Erhaltung der Schultergesundheit

Chapter 12: Praktische Anleitungen zu einer besseren Schultergesundheit

Die Bedeutung der Mobilität für die Schultergesundheit

Effektive Mobilitätsübungen für die Schultern

Stärkung der rotatorischen Manschette

Ergonomische Anpassungen im Büroalltag

Dynamische Pausen und Dehnübungen

Langfristige Strategien zur Schmerzprävention

Auf zu besseren Schultern: Ein neuer Anfang

Chapter 1: Einführung in das Schulter-Paradoxon

In diesem Kapitel werfen wir einen ersten Blick auf das Schulter-Paradoxon: die Diskrepanz zwischen der biologischen Evolution unserer Schultern und den Anforderungen des modernen Bürolebens. Hier erklären wir, warum Nackenschmerzen und Verspannungen so häufig vorkommen und welche Rolle die Biomechanik dabei spielt.

Die Biomechanik der Schulter verstehen

Die Schulter ist ein faszinierendes Gelenk, das für zahlreiche Bewegungen ausgelegt ist. Um die Herausforderungen, die das moderne Leben mit sich bringt, zu verstehen, ist es wichtig, die zugrunde liegende Biomechanik der Schulter zu kennen.

Die Anatomie der Schulter

Die menschliche Schulter ist ein komplexes Zusammenspiel von mehreren Gelenken, Muskeln und Sehnen, die zusammen für eine herausragende Beweglichkeit sorgen. Sie setzt sich hauptsächlich aus dem Schultergelenk, dem Schlüsselbein und dem Schulterblatt zusammen. Diese Strukturen ermöglichen nicht nur eine große Bewegungsfreiheit, sondern tragen auch zur Stabilität des Gelenks bei. So sind die Glenohumeralgelenke, die das Oberarmknochen mit dem Schulterblatt verbinden, entscheidend für die Flexibilität.

Die Hauptmuskeln, die an der Bewegung der Schulter beteiligt sind, sind die vier Muskeln der Rotatorenmanschette, die das Gelenk stabilisieren und gleichzeitig für verschiedene Bewegungen verantwortlich sind. Diese Muskeln sind der Supraspinatus, Infraspinatus, Teres Minor und Subscapularis. Ein tiefes Verständnis der Anatomie ist notwendig, um die häufigen Beschwerden und Verletzungen, die im Büroalltag entstehen können, effektiv anzugehen.

Rotatorenmanschette und deren Funktion

Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von Muskeln und Sehnen, die das Schultergelenk umgeben und dessen Stabilität sicherstellen. Sie besteht aus vier Hauptmuskeln, die nicht nur für die Beweglichkeit, sondern auch für die Kontrolle der Armbewegungen bedeutend sind. Ihre Hauptfunktion ist es, das Oberarmgelenk in der Gelenkpfanne zu zentrieren, wodurch eine präzise Bewegung ermöglicht wird.

Jedoch kann die Rotatorenmanschette bei Fehlbelastungen, wie sie häufig im Büro auftreten, geschädigt werden. Diese Fehlbelastungen resultieren oft aus repetitiven Bewegungen, ungünstigen Bewegungsrichtungen oder schlechten Haltungsgewohnheiten. Langfristige Probleme mit der Rotatorenmanschette können zu schmerzhaftem Impingement und letztendlich zu chronischen Verletzungen führen, was die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.

Bewegungsumfang der Schulter

Die Schulter ist einzigartig in ihrer Fähigkeit, eine Vielzahl von Bewegungen auszuführen. Sie ermöglicht Heben, Drehen, Werfen und viele weitere Bewegungen, die für unsere tägliche Aktivität wesentlich sind. Diese Flexibilität macht die Schulter zum beweglichsten Gelenk im menschlichen Körper, was jedoch auch eine erhöhte Anfälligkeit für Verletzungen und Schmerzen bedeutet.

Ein bedeutender Aspekt dieser Bewegungsfreiheit ist die Rotationsfähigkeit des Oberarms, die unter optimalen Bedingungen eine Rotation von bis zu 360 Grad ermöglicht. Allerdings, mit zunehmender Inaktivität und falschen Bewegungsmustern im Alltag, kann dieser Bewegungsumfang stark eingeschränkt werden. Das Verständnis über den natürlichen Bewegungsumfang der Schulter ist entscheidend, um gezielte Übungen und Präventionsstrategien zu entwickeln, die Schmerzen und Verletzungen vermeiden helfen.

Biomechanische Belastungen im Büro

Im Büroalltag sehen sich viele Menschen biomechanischen Belastungen ausgesetzt, die erhebliche Auswirkungen auf die Schultergesundheit haben können. Langfristiges Sitzen und Fehlhaltungen führen dazu, dass die natürliche Anatomie der Schulter stark beansprucht wird. Statisches Sitzen in Kombination mit einer nach innen rotierten Haltung der Schultern verstärkt muskuläre Dysbalancen und Zwänge, die zu chronischen Schmerzen führen können.

Diese Belastungen verursachen oft Verspannungen in der Muskulatur und können letztendlich zu ernsthaften Verletzungen wie Schulterimpingement oder einer Rotatorenmanschettenruptur führen. Das Bewusstsein über diese biomechanischen Herausforderungen ist ein wesentlicher Schritt, um präventive Maßnahmen zu ergreifen. Durch regelmäßige Bewegungsunterbrechungen und gezielte Übungen können die belastenden Einflüsse minimiert und die Schultergesundheit nachhaltig verbessert werden.

Evolutionäre Anpassungen der Schulter

Die menschliche Schulter hat sich im Laufe der Evolution entwickelt, um optimale Bewegungen auszuführen, die bei modernen Tätigkeiten jedoch oft nicht genutzt werden.

Ursprüngliche Nutzung der Schulter

Die Schulter ist ein biologisches Meisterwerk, das sich über Jahrtausende entwickelt hat. Unsere Vorfahren nutzten die Schulter für verschiedene essenzielle Aktivitäten wie das Klettern auf Bäume, das Werfen von Speeren und das Tragen von Lasten. Diese vielfältigen Bewegungen prägten die natürliche Funktionsweise des Gelenks und setzten es einer ständigen Belastung und Dehnung aus. Diese Dynamik ermöglichte eine optimale Entwicklung der Muskulatur rund um das Schultergelenk, insbesondere der Rotatorenmanschette. Dadurch konnte die Schulter ihre volle Beweglichkeit entfalten und performante Leistungen erbringen.

In der heutigen Zeit ist jedoch die Belastung der Schulter stark zurückgegangen. Anstatt sie durch natürliche Bewegungen zu fordern, verbringen die meisten Menschen Stunden mit statischen Positionen, die das Gelenk und seine Muskeln nicht ausreichend aktivieren. Diese Diskrepanz macht die ursprünglich evolutionär optimierte Schulter anfällig für Verletzungen und Schmerzen, die Folge eines Missbrauchs, der sich aus dem modernen Lebensstil ergibt.

Anpassung an moderne Lebensstile

Die evolutionären Anpassungen der menschlichen Schulter sind hervorragend, jedoch nicht für die Anforderungen des modernen Lebensstils ausgelegt. Im Büro verbringen viele Menschen lange Stunden im Sitzen, oft mit einer schlechten Körperhaltung und einer ständigen Innenrotation der Schultern. Diese Haltungen stehen im krassen Gegensatz zu den natürlichen Bewegungsmustern, für die die Schulter konzipiert wurde.

Die Anpassungen des Schultergelenks sind von Bewegungsfreude und Vielfalt geprägt, nicht von der Monotonie der Büroarbeit. Das Fehlen von aktiven Bewegungen, wie Heben, Strecken und Drehen, führt zu muskulären Dysbalancen. Muskeln, die normalerweise in der freien Natur stark beansprucht werden, verkümmern und schwächen, während andere überlastet werden. Dies potenziert langfristig das Risiko für chronische Beschwerden und ist einer der Hauptfaktoren, die zu Nackenschmerzen beitragen.

Die Rolle von Bewegung und Aktivität

Um die Gesundheit und Funktionalität der Schulter aufrechtzuerhalten, ist regelmäßige Bewegung unerlässlich. Aktivitäten wie Heben, Dehnen und gezieltes Training der Muskulatur rund um das Schultergelenk sollten Teil des täglichen Lebens sein. Diese Bewegungen fördern nicht nur die Beweglichkeit, sondern stärken auch die Muskulatur, was zu einer stabileren Schulter führt.

Die Integration von Bewegung in den Büroalltag ist entscheidend. Kurze Pausen, in denen man aufsteht, sich dehnt oder einfach die Schultern bewegt, können helfen, die typische Bürosteifheit zu verringern. Zudem tragen spezifische Kräftigungsübungen zur Stabilität bei und können Beschwerden vorbeugen, indem sie die natürlichen Kräfte, die auf das Gelenk wirken, wieder ins Gleichgewicht bringen.

Folgen der Inaktivität

Ein Mangel an Bewegung und Aktivität hat gravierende Folgen für die Schultergesundheit. Inaktivität führt zu einer Abnahme der Muskulatur, was wiederum die Stabilität des Gelenks beeinträchtigt. Dies kann sich in Form von Muskelschwäche, Verspannungen und Schmerzen äußern, die den oberen Rücken und Nacken betreffen.

Langfristige Inaktivität kann zudem zu strukturellen Problemen im Gelenk führen. Die häufigsten Beschwerden sind das Impingement-Syndrom und andere degenerative Veränderungen, die das Schultergelenk dauerhaft schädigen können. Ohne ausreichende Bewegung und muskuläre Aktivität sind viele Menschen anfällig für chronische Schmerzen. Daher ist es entscheidend, das Bewusstsein für den eigenen Bewegungsapparat zu schärfen und regelmäßige, gezielte Aktivitäten zu integrieren, um die Schulter wieder zu stärken und funktionsfähig zu halten.

Auswirkungen von Haltungsschäden

Haltungsschäden sind häufige Probleme, insbesondere bei Menschen mit sitzenden Berufen. Diese können gravierende Folgen für die Schultern und den gesamten Bewegungsapparat haben.

Haltung und Schulterschäden

Eine dauerhaft falsche Haltung ist eine der Hauptursachen für Schulterschäden und kann zu ernsthaften Überlastungen der Schultermuskulatur führen. Wenn Menschen längere Zeit in einer Position verharren, vor allem in einer gebückten Haltung, wird die natürliche Ausrichtung des Körpers gestört. Dies führt dazu, dass bestimmte Muskeln übermäßig beansprucht werden, während andere geschwächt und in ihrer Funktion eingeschränkt werden.

Insbesondere die Muskulatur der Rotatorenmanschette, die für die Stabilität und Beweglichkeit des Schultersystems verantwortlich ist, wird dabei stark belastet. Diese Dysbalance kann im Laufe der Zeit zu Verletzungen, Schmerzen und Funktionseinschränkungen führen. Um das Risiko solcher Schäden zu minimieren, ist es wichtig, auf eine korrekte Haltung zu achten, insbesondere während der Arbeit am Schreibtisch oder vor dem Computer.

Chronische Schmerzen und deren Ursachen

Chronische Schmerzen im Nacken und Rücken sind weit verbreitet und häufig das Ergebnis von Haltungsschäden. Wenn der Körper nicht in einer optimalen Ausrichtung arbeitet, entstehen Verspannungen in den Muskeln, die sich nicht nur auf den Schulterbereich beschränken. Diese Verspannungen können sich bis in den Kopf, die Arme und den gesamten Rücken ausbreiten, was die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.

Zusätzlich können haltungsgestützte Stressreaktionen Muskelverspannungen hervorrufen, die langfristig zu chronischen Schmerzzuständen führen. Studien zeigen, dass Menschen, die unter einer schlechten Haltung leiden, häufiger unter anhaltenden Schmerzen leiden. Daher ist es entscheidend, die Ursachen für solche Schmerzen zu verstehen und aktiv an der Verbesserung der Körperhaltung zu arbeiten.

Prävention durch Bewusstseinsbildung

Das Bewusstsein für die eigene Haltung während der Arbeit ist entscheidend, um Haltungsschäden und die damit verbundenen gesundheitlichen Probleme zu vermeiden. Indem man sich regelmäßig daran erinnert, die Sitzposition zu korrigieren und Pausen einzulegen, kann man die Belastung auf die Schultern und den gesamten Bewegungsapparat verringern.

Ein Trainingsprogramm zur Kräftigung und Dehnung der Schultermuskulatur kann ebenfalls helfen, die Körperhaltung positiv zu beeinflussen. Unternehmen sollten Schulungen zur Ergonomie am Arbeitsplatz anbieten, um die Mitarbeiter über wichtige Aspekte der Haltung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit aufzuklären. So wird ein proaktiver Beitrag zur Schmerzprävention geleistet.

Langfristige Folgen

Unbehandelte Haltungsschäden können zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen, die weit über vorübergehende Beschwerden hinausgehen. Langfristige ungünstige Haltungen können nicht nur die Schultern, sondern auch die Wirbelsäule und andere Gelenke negativ beeinflussen, was zu chronischen Erkrankungen wie Arthritis und degenerativen Veränderungen in den Gelenken führt.

Die Entwicklung eines chronischen Schmerzsyndroms ist eine weitere besorgniserregende Folge, die aus langanhaltenden Haltungsschäden resultieren kann. Diese können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen, da sie sich auf alltägliche Aktivitäten auswirken. Prävention und Aufklärung sind daher von entscheidender Bedeutung, um diese langfristigen Folgen zu vermeiden und ein aktives, schmerzfreies Leben zu fördern.

Ansätze der Physiotherapie

Physiotherapie kann einen signifikanten Unterschied im Umgang mit Schulterschmerzen und Dysbalancen machen. Die richtigen Techniken helfen, das Gelenk zu mobilisieren und zu stärken.

Individuelle Therapiepläne

Ein individuell zugeschnittener Therapieplan ist entscheidend, um spezifische Probleme der Schultern anzugehen. Jeder Mensch bringt unterschiedliche körperliche Voraussetzungen und Beschwerden mit, die eine angepasste Therapiemethode erfordern. Ein erfahrener Physiotherapeut wird daher eine ausführliche Anamnese durchführen und eine gründliche Untersuchung vornehmen, um festzustellen, wo genau die Probleme liegen. Diese individuelle Betrachtung erlaubt es, die Therapie zielgerichtet zu gestalten.

Der Therapieplan kann dabei Maßnahmen zur Mobilisation, Kräftigung sowie Dehnungsübungen beinhalten. Zudem können auch Ergonomie- und Haltungsberatung Teil des Plans sein, um die Ursachen von Schmerzen im Büroalltag langfristig zu beheben. Indem spezifische Kernthemen angesprochen werden, kann die allgemeine Funktionalität der Schultern verbessert und gleichzeitig das Risiko von Verletzungen signifikant gesenkt werden.

Mobilisationstechniken

Mobilisationstechniken sind effektive Methoden, um steife Gelenke wieder beweglicher zu machen und Schmerzen zu reduzieren. Bei der Physiotherapie kommen dabei verschiedene Ansätze zum Einsatz, wie z.B. passive Mobilisation, bei der der Therapeut das Gelenk gezielt bewegt, sowie aktive Mobilisation, bei der der Patient selbst Übungen ausführt.

Durch regelmäßige und gezielte Mobilisation kann die Gelenkbeweglichkeit erheblich verbessert werden, was wiederum zu einer Linderung der Schmerzen und Verspannungen führen kann. Diese Techniken fördern nicht nur die Beweglichkeit der Schulter, sondern tragen auch zur Verbesserung der Durchblutung und zur Schmerzlinderung bei. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Mobilisation mit anderen Therapieformen kombiniert, erzielt oft die besten Ergebnisse.

Kräftigungsübungen

Gezielte Kräftigungsübungen für die Rotatorenmanschette sind entscheidend, um die Stabilität und Funktion der Schulter zu gewährleisten. Diese Muskulatur spielt eine zentrale Rolle in der Aufrechterhaltung der Gelenkposition und der vor allem bei Bewegungen über den Kopf geltenden Belastungen.

Regelmäßige Kräftigungsübungen tragen dazu bei, muskulären Dysbalancen entgegenzuwirken, die daraus entstehen, dass viele Menschen im Büroalltag häufig in passiven Positionen verharren. Ein gut ausgearbeiteter Trainingsplan kann dazu beitragen, die Kraft der Rotatorenmanschette zu erhöhen und somit die Schulter langfristig zu stabilisieren. Übungen wie Außenrotation, Schulterdrücken und Zugbewegungen sollten in das Programm für eine optimale Schultergesundheit integriert werden.

Die Bedeutung von Dehnung und Flexibilität

Dehnübungen sind notwendig, um die Flexibilität der Schultermuskulatur wiederherzustellen und Verletzungen vorzubeugen. Eine steife Muskulatur ist nicht nur anfälliger für Verletzungen, sondern kann auch die Bewegungsfreiheit der Schulter erheblich einschränken.

Durch gezielte Dehnungen können verspannte Muskeln nachhaltig gelockert und die Beweglichkeit verbessert werden. Diese Übungen sollten regelmäßig in die Physiotherapie integriert werden und auch zu Hause praktiziert werden. Eine Kombination aus Dehnung, Mobilisation und Kräftigung schafft eine ausgewogene Muskulatur, die die Schulter schützt und die allgemeine Lebensqualität steigert. So lassen sich auch langfristige Schäden und Schmerzen effektiv vermeiden.

Chapter 2: Anatomie der Schulter: Ein Wunderwerk der Natur

Die menschliche Schulter ist ein faszinierendes Konstrukt. In diesem Kapitel werden wir die anatomischen Details der Schultergelenke, der Muskulatur und der Sehnen erkunden. Wir betrachten die Rotatorenmanschette und andere wichtige Strukturen und deren Funktionen im Alltag.

Die Struktur des Schultergelenks

Das Schultergelenk ist ein bemerkenswert komplexes und bewegliches Gelenk. In dieser Sektion werden wir die wichtigsten anatomischen Strukturen, die das Gelenk ausmachen, näher betrachten. Von den Knochen bis zu den Bändern spielt jede Komponente eine entscheidende Rolle für die Beweglichkeit und Stabilität der Schulter.

Die Hauptknochen des Schultergelenks

Das Schultergelenk ist ein raffinierter Zusammenschluss der drei Hauptknochen: dem Oberarmknochen (Humerus), dem Schlüsselbein (Clavicula) und dem Schulterblatt (Scapula). Diese Knochen bilden die anatomische Grundlage, die nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Funktionalität des Gelenks sichern.

Der Humerus ist der größte der drei Knochen und spielt eine zentrale Rolle in den Bewegungen des Arms. Die Clavicula verbindet den Humerus mit der Scapula und sorgt für eine stabile, aber bewegliche Aufhängung des Arms. Das Schulterblatt ist wiederum entscheidend, da es die Gelenkpfanne bildet, auf der der Oberarmkopf liegt.

Diese einzigartige Anordnung ermöglicht dem Schultergelenk eine bemerkenswerte Beweglichkeit, die für verschiedene Aktivitäten wie Heben, Drehen und Werfen erforderlich ist. Allerdings kann die abweichende Belastung oder falsche Körperhaltung zu einer Verletzung dieser Knochen führen, was sowohl die Beweglichkeit als auch die Stabilität beeinträchtigt.

Gelenkpfanne und bewegliche Verbindung