Das Universum in mir - Betty Ebner - E-Book

Das Universum in mir E-Book

Betty Ebner

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Beschreibung

Hallo du wunderschöne Seele!

Magst auch du mehr? Mehr vom Leben, mehr vom Glück, mehr von dir selbst? Dich in dir selbst Zuhause fühlen?

Dann hat dieses Buch vielleicht aus einem Grund zu dir gefunden. Vielleicht ist es an der Zeit, der Person, die dich jeden Tag im Spiegel anschaut, die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient. Vielleicht darfst du lernen, unter die Haut zu gehen, tiefer zu tauchen - in die tiefsten Tiefen deiner Seele.

In diesem Buch zeige ich dir, wie du es schaffen kannst, dich wahrhaftig kennen und lieben zu lernen und deine Einzigartigkeit zu entdecken. Wie du dir dein eigenes inneres Universum erschaffst, in dem du dich absolut sicher fühlen kannst. Es ist dein Geburtsrecht, glücklich zu sein. Es ist dein Geburtsrecht, du selbst zu sein. Es ist dein Geburtsrecht, wahre Fülle in jeder deiner Zellen zu spüren.

Ich freue mich, dich dabei begleiten zu dürfen!

Und jetzt los, wir haben keine Zeit mehr zu verlieren …

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 249

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Für Emilia.

Und alle Generationen nach dir.

Inhalt

Vorwort

Journalfragen

Einleitung

Der Beginn einer großen Reise: Blick in deine Vergangenheit

Inner-Child-Healing-Playlist

Wie unsere Kindheit unser inneres Universum formt

Wer ist unser inneres Kind?

Jeder lebt seine eigene Realität

Die Aufgabe deines inneren Kindes

Die vier Grundbedürfnisse eines Menschen

Speak it out!

Wir entwickeln Schema

Dein Ego limitiert dich

Lerne dein inneres Team kennen

Nimm die Beobachterfunktion ein

Die Familie

Hurt People Hurt People

Deine Komfortzone ist das, was dich zurückhält

Du darfst lernen, wieder an dich zu glauben

Liebe dich im Hier und Jetzt: die Gegenwart

Self-Love- Playlist

Wir alle wollen gemocht werden

Selbstliebe als Fundament

Akzeptiere dich, um andere zu akzeptieren

Die Geschichte, die wir uns tagtäglich erzählen

Sich selbst lieben, ohne toxisch zu sein

Empathie bringt dir Seelenfrieden

Die Macht der Vergebung

Du bist nicht der Mittelpunkt im Leben anderer

Lerne deine Werte und Grenzen kennen

Dich verletzlich zeigen

Die Meinungen anderer Menschen

Deine Gefühle sind dein Navi

Das »Wenn-dann-Prinzip«

Ziele

Warum dir im Alltag so vieles so schwerfällt

Heilung

Rise and Shine: die Zukunft

Warum du hier bist

Manifestieren

Ein Meer voller Möglichkeiten

Du entscheidest, wie dein Leben aussieht

Wir Menschen schwingen auf einer Frequenz

Dankbarkeit

Die sieben universellen Gesetze

In deinen Routinen liegt der Schlüssel

Einfach positiv denken!

It’s the little things

Weibliche und männliche Energien

(Zukunfts-)Ängste

Das Umfeld deiner Zukunft

Lass los, was dir nicht mehr dient, um dich endlich selbst zu lieben

Hey! Dein Leben wartet

Epilog

Danksagung

Impressum

Vorwort

Hallo, du wunderschöne Seele. Ich freue mich so sehr, dass du dieses Buch in der Hand hältst. Ein Buch, das zu dir gefunden hat, weil du lernen darfst, dein eigenes Universum zu kreieren und dich selbst zu lieben. Dein Leben zu lieben. Selbstliebe – ein unglaublich großes und machtvolles Wort. Mit großer Sicherheit hast du davon schon einmal gehört, denn heute, hier und jetzt ist es so wichtig wie noch nie, dich mit dir selbst zu beschäftigen. Dich selbst kennenzulernen. Dich selbst zu akzeptieren. Dich selbst zu lieben. Dein eigenes Leben zu erschaffen.

Ich selbst war mit einundzwanzig Jahren an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich verstanden habe, dass ich nicht mehr wegsehen kann. Dass es allerhöchste Zeit wird, der Person, die ich jeden Tag im Spiegel anschaue und dennoch nicht kenne, endlich die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie nun mal verdient hat. Der Stimme in mir, die mir immer lauter und lauter negative Sachen wortwörtlich an den Kopf geknallt hat, endlich zuzuhören. Jedes noch so kleine Detail von mir zu inspizieren, hinter die Kulissen zu blicken, unter die Haut zu gehen, tiefer zu tauchen – in die tiefsten Tiefen meiner Seele. In mein inneres Universum. Es war der Punkt erreicht, an dem ich verstanden habe, dass ich mehr will. Mehr vom Leben. Mehr von mir selbst. Ich wollte endlich wirklich glücklich sein. Wahres Glück und wahre Zufriedenheit mit mir selbst und ganz alleine spüren, ohne jedes Wochenende meine Gefühle und Gedanken in Partys zu ertränken. Glücklich sein – mit mir ganz alleine. Mich in mir selbst zu Hause fühlen. Ein inneres Universum erschaffen. Das war es, wonach ich mich gesehnt habe. In diesem Buch zeige ich dir, wie du es schaffen kannst, dich wahrhaftig kennen- und lieben zu lernen und deine Ängste loszulassen. Ich schreibe dieses Buch, in der Hoffnung, dass auch du deine Einzigartigkeit kennenlernst.

Denn genau das bist du. Du bist einzigartig, und du darfst deine Einzigartigkeit entdecken. Du darfst ein Universum in dir erschaffen, indem du ganz alleine wohnst und dich absolut sicher fühlst. Es ist dein Geburtsrecht, glücklich zu sein. Es ist dein Geburtsrecht, du selbst zu sein. Es ist dein Geburtsrecht, wahre Fülle in jeder deiner Zellen zu spüren. Es ist dein Geburtsrecht, das Leben zu leben.

Ich freue mich, dich dabei begleiten zu dürfen! Und jetzt los, wir haben keine Zeit mehr zu verlieren …

Journalfragen

Nach jedem Unterkapitel bekommst du von mir einige Fragen, die du in diesem Buch beantworten darfst. Mach dir am besten die passende Playlist an und nimm dir Zeit, um sie zu beantworten. Diese Fragen dienen dazu, dich selbst in der Tiefe kennenzulernen und erste (Glaubens-)Muster zu erkennen.

Übungen: Zu bestimmten Kapiteln habe ich dir ebenso Übungen und Ideen für den Alltag eingebaut, damit du auch in der Praxis eine kleine Anleitung hast, die dich bei deiner Veränderung unterstützt. Es ist wichtig, diese Übungen immer wieder auszuführen und zu wiederholen, damit dein Inneres diese Übungen als neue Routine abspeichert.

Playlist: Zu jedem großen Abschnitt des Buches, also Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, findest du eine passende Songauswahl. Diese Lieder haben mich durch meine persönliche Entwicklung begleitet, mich bestärkt, getröstet und gehalten. Ich lege dir ans Herz, diese Lieder lautstark aufzudrehen und dazu so zu tanzen, wie du es fühlst. Du wirst sehen, wie befreiend das ist!

Einleitung

Als ich das erste Mal von Wörtern wie Selbstliebe, Manifestation, Universum, Selbstakzeptanz und inneres Kind gehört habe, wusste ich nicht so recht, was ich davon halten sollte. Sich selbst lieben – geht das überhaupt? Ist es möglich, dass man in den Spiegel sieht und sich liebt? Sich selbst wahrhaftig akzeptiert? Und was heißt das überhaupt, dass ich mein Leben selbst in der Hand habe? Ich konnte mir nicht vorstellen, mein Leben eigenständig verändern zu können. Unter Selbstliebe habe ich Arroganz verstanden. Für mich hat Selbstliebe immer bedeutet, dass man sich selbst über alle anderen stellt, und genau aus diesem Grund wollte ich zuerst gar nichts mit dem Thema zu tun haben. Ich wollte niemandem erzählen, dass ich mich mit Selbstliebe und persönlicher Entwicklung beschäftige, aus Angst, diese Menschen könnten glauben, ich würde denken, ich sei etwas Besseres als sie.

Doch warum habe ich das gedacht? Ich habe es gedacht, weil die Personen, die wahrhaftig zu sich selbst stehen und sich selbst lieben, etwas hatten, was ich nicht hatte. Es hat mich getriggert, darüber nachzudenken, dass es Menschen gibt, die das wirklich empfinden können – Liebe für sich und ihr Leben. Automatisch habe ich diese Menschen auf ein Treppchen gestellt, und gerade, weil ich sie dorthin gestellt habe, habe ich ihnen die Schuld an meiner wenigen Selbstachtung gegeben und automatisch gedacht, sie hielten sich für überlegen. Und dabei ist Selbstliebe genau das nicht. Selbstliebe bedeutet, jedes noch so kleinste Detail von sich selbst kennenzulernen und zu akzeptieren. Selbstliebe bedeutet, jeden Anteil, jede Faser, jeden Glaubenssatz, jedes Trauma, jeden Gedanken, jedes Gefühl, jede Angst, jede Geschichte als einen Teil von sich selbst anzusehen und als solchen zu akzeptieren. Selbstliebe bedeutet, radikal ehrlich zu sich selbst zu sein und zu akzeptieren, dass man gute und weniger gute Seiten an sich hat.

Und genau das war es, was mir so schwerfiel. Ich war so neidisch auf die Menschen, die alles an sich einfach akzeptieren konnten. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass ich einfach akzeptieren kann, dass ich nun mal lauter als alle anderen bin. Dass ich unglaublich euphorisch werde, wenn ich etwas oder jemanden liebe, und dass diese Euphorie nichts Schlechtes oder Komisches ist. Dass ich eine etwas sportlichere Figur und somit größere Oberschenkel habe. Dass ich große Augen, dicke Lippen und kleine Ohren habe. Ich wünschte mir so sehr, jeden Anteil, den andere so sehr an mir belächelt haben, einfach lieben zu können. Und genau in diesem Moment merkte ich, dass die Vergangenheit für mich immer noch ein riesiges Thema war. Dass es mir so schwerfiel, zu vergessen, dass man mich in der Schule eine »Brillenschlange« und eine »Panzerlippe« genannt hatte. Zu vergessen, dass ich im Freibad von meiner angeblich besten Freundin ausgelacht wurde, weil sie plötzlich lieber mit den anderen Kindern aus der Klasse befreundet sein wollte als mit mir. Zu vergessen, dass jeder Lehrer und so viele Eltern immer gesagt hatten, ich sei viel zu viel, viel zu laut, viel zu aufgedreht, viel zu frech. An diesem Punkt habe ich gemerkt, dass ich mich selbst gar nicht lieben konnte, weil ich selbst all das glaubte, was mir jemand anderes irgendwann einmal über mich gesagt hat. Ich habe alles geglaubt, und was ich in diesem Moment erst richtig verstanden habe, war, dass ich mich selbst eigentlich überhaupt nicht kannte. Ich hatte keine Ahnung, wer die wahre Bettina eigentlich war. Ich wusste nicht, was meine Werte waren, ich wusste nicht, was mir im Leben wichtig war, weil ich nur daraus bestand, mich so zu geben, dass andere ein »gutes« Bild von mir hatten. In diesem Moment, an diesem Tag, als ich nun so in den Spiegel sah, ist mir aufgefallen, wie sehr ich eigentlich nur dahingelebt und mich in der Meinung von anderen verloren habe. Und dann merkte ich, dass ich dachte, dass das Leben nun mal so sei. Unfair, kalt, hart und schwer. Ein Überlebenskampf. Mühsam. Ernst. Ich wusste nicht, wozu ich auf der Welt war, wusste nicht, wer ich wirklich bin, geschweige denn wer ich wirklich sein wollte. Ja, all das war es, worauf ich also bei anderen, die sich selbst liebten, neidisch war. All das war es, was ich an anderen so gehasst habe, weil ich es selbst unbedingt haben wollte.

Es ist meistens so, dass die Menschen, über die wir schlecht denken, reden und herziehen etwas an sich haben, was wir uns so sehr wünschen. Menschen, die sich selbst lieben, hatten für mich damals alles, was mich neidisch werden ließ. Sie hatten sich selbst. Sie waren und sind alleine in ihrem eigenen Sein einfach glücklich. Sie brauchen niemanden an ihrer Seite, der ihnen beweist, wie sehr er sie doch liebt. Alle Menschen in ihrem Leben sind ein Bonus, aber aus dem einfachen Grund, dass sie für sich selbst bereits hundert Prozent vollständig sind. Als ich erkannt habe, dass es genau das ist, was ich mir so sehr wünschte, habe ich den ersten Schritt in Richtung Selbstliebe getan. Ich habe erkannt, dass ich mich eigentlich gar nicht selbst liebe. Ich habe erkannt, dass ich mich mit meinem Trauma identifiziere und dass ich alles glaube, was mir irgendwann jemand anderes über mich gesagt hat. Ich habe bis zu dem Zeitpunkt geglaubt, dass ich nicht liebenswert bin. Als kleines Kind war ich bereits immer sehr laut und habe gesprochen, wie mir der Mund gewachsen ist. Also quasi ununterbrochen. Ich war unbeliebt bei vielen Lehrern und Eltern, weil ich »viel zu viel« war. Mein Leben lang hat man mir gesagt, ich sei »zu viel«, »zu laut«, »zu überdreht«. Viele Menschen haben mich nicht gemocht, weil ich in ihren Augen das »Selbstbewusstsein« hatte, so viel zu sein, und das auch noch zu zeigen. Dass meine laute und aufmüpfige Art eigentlich nur ein Ruf nach Aufmerksamkeit war, haben die wenigsten verstanden und auch ich selbst jahrelang nicht. Je mehr ich von mir zeigte, desto eher haben mir die Menschen den Rücken gekehrt. Ich habe mir daher gedacht, dass ich so, wie ich bin, nicht liebenswert bin und dass ich mich verstecken und verbiegen muss.

Mir wurde sehr oft gesagt, dass ich ein Problemkind sei und es deshalb später im Leben schwer haben würde. Ich hätte mich dadurch fast von meinem Weg abbringen lassen. Aber eben nur fast. Ich habe meine aufgeschlossene Art mit der Zeit wiederentdeckt und aus all den negativen Kommentaren zu meinem Charakter eine »Jetzt erst recht«-Stärke entwickelt. Ich habe begonnen, mich kennenzulernen und alle Seiten von mir anzunehmen. Ich habe gelernt, mein Nervensystem zu regulieren, und ich habe gelernt, wann es nötig ist, mich anzupassen, und wann ich die wahre Bettina zeigen und sein kann. Durch die Aufarbeitung all dieser negativen Kommentare habe ich emotionale Intelligenz erlangt und mir mein ganz eigenes inneres Universum erschaffen. Wie ich das geschafft habe, werde ich dir in diesem Buch erzählen, aber beginnen wir beim Anfang. Beim Tag unserer Geburt, denn da beginnt die große Reise, die wir als Seele auf dieser Erde antreten.

Der Beginn einer großen Reise: Blick in deine Vergangenheit

Inner-Child-Healing-Playlist

Dir gehört mein Herz – Phil CollinsBreaking Free – High School MusicalInner Child – ELIHPeople Pleaser – Cat BurnsOne Time – Justin BieberI Gotta Feeling – Black Eyed PeasEveryday – Troy and GabriellaHow Far I’ll go – Alessia CaraLife Is A Highway – Rascal FlattsThe Climb – Miley CyrusZeige dich – Willemijn VerkaikYou Will Be found – Sam SmithA-O-K – Tai Verdes

Wie unsere Kindheit unser inneres Universum formt

Wir alle kommen auf diese Welt und sind abhängig. Wow, was für ein toller Satz, um ein Buch zu beginnen. Aber zu Beginn dieses Buches und zu Beginn deiner Reise zu deinem inneren Universum ist es so wichtig für dich, dass du weißt, woher unsere emotionale Abhängigkeit kommt. Diese emotionale Abhängigkeit sorgt nämlich dafür, dass wir den Glauben an uns selbst verloren haben, und diesen Glauben gilt es, wiederzufinden. Du musst dir das so vorstellen: Wir kommen als kleine, hilflose Babys auf diese Welt. Wir können absolut nichts alleine machen und sind darauf angewiesen, dass die Menschen, die sich um uns kümmern, sich auch wirklich gut um uns kümmern. Wir sind also von Geburt an abhängig von unseren Erziehungsberechtigten und dem, was sie für uns tun. Sie geben uns zu essen. Sie sorgen für Wärme und Sicherheit. Sie sorgen dafür, dass wir uns geliebt fühlen und dass wir ein Zuhause haben. Sie sorgen dafür, dass all unsere Grundbedürfnisse gestillt sind und dass wir (über-)leben können.

Als Baby sind unsere Eltern beziehungsweise die Personen, die auf uns aufpassen und uns ihre Liebe schenken, unser Ein und Alles. Die positive Absicht unserer Eltern ist es, dass es uns gut geht, dass sie uns Sicherheit geben und dass wir ihre Liebe spüren. Es gibt aber ebenso weniger positive Dinge, die unsere Eltern, weil ihr Unterbewusstsein von ihren eigenen Eltern dementsprechend geformt wurde, tun. Zum Beispiel werden wir von Geburt an mit anderen Babys verglichen, und es ist wichtig, wann wir krabbeln, wann wir aufstehen und wann wir laufen lernen. Bei jedem Treffen unter Müttern wird darüber geredet, welches Baby bereits was kann, und Kinder spüren das genau. Von Geburt an sind wir ständigen Vergleichen ausgesetzt und das Leben wird uns als Wettbewerb gelehrt.

Bereits im Kindergarten müssen wir die ersten Fremdsprachen lernen, wir müssen Dinge erlernen, die »das System« so vorsieht, und uns wird beigebracht, dass wir still, brav und artig sein müssen, um geliebt zu werden. Brav zu sein bedeutet meistens, leise zu sein und die Dinge zu tun, die man uns sagt. Egal ob sie einen Sinn ergeben oder nicht. Zu laute Gefühlsausbrüche werden kaum akzeptiert. Wenn man zum Beispiel als Junge weint, ist man kein »anständiger« Junge mehr. Das wird uns meist so beigebracht, weil unsere Erziehungsberechtigten es nun mal von ihren Eltern, und die von deren Eltern, eben genau so gelernt haben.

Wir bekommen die Glaubenssätze unserer Urgroßmütter und Urgroßväter, welche sich durch Generationen ziehen, mit auf den Weg und lernen somit von klein auf, wie wir zu funktionieren haben, damit wir geliebt werden. Und geliebt werden ist alles, was wir als Kind wollen. Es ist unser Lebenssinn. Hier muss man dazusagen, dass das, was uns von unseren Eltern und Großeltern gelehrt wurde, aus Zeiten stammt, die mit heute kaum vergleichbar sind. (Deshalb sollte man auch grundsätzlich den Erziehungsstil, der immer noch auf den Erziehungsmethoden unserer Urgroßeltern beruht, überdenken.) Glaubenssätze sind innere Einstellungen, die wir selbst durch das, was wir lernen, hören, sehen und vor allem fühlen, entwickeln und als unseren Glauben annehmen. Haben unsere Eltern es beispielsweise nie gelernt, mit ihren Gefühlen umzugehen, weil sie ihre Gefühle zu Hause nie zeigen durften, werden wir für unsere Gefühle ausgeschimpft und lernen, dass wir, verbergen müssen, was wir wirklich fühlen und denken, um geliebt zu werden. Denn genau das wurde ja auch unseren Eltern so beigebracht. So kann zum Beispiel der Glaubenssatz »Ich darf meine wahren Gefühle nicht zeigen« in deinem Inneren entstehen, weil du ihn als Kind durch eine Situation, die sich mehrfach wiederholt hat, so angenommen hast. Wir müssen uns also verbiegen, um geliebt zu werden. Das ist das, was die meisten von uns in ihrer Kindheit gelernt haben. Und so werden aus Kindern, die nie zeigen durften, was sie wirklich fühlen, erwachsene Menschen, die ihre Gefühle immer noch nicht wahrhaftig kommunizieren können. Somit ist jede ihrer Beziehungen zum Scheitern verurteilt, weil ihnen die ehrliche Kommunikation nie beigebracht wurde.

Aus Kindern, die ständig mit anderen Kindern verglichen wurden, werden Erwachsene, die sich immer noch vergleichen und sich nie gut genug fühlen werden, weil ihre Gedanken immer darum kreisen, was ein anderer Mensch wohl von ihnen denkt. Aus Kindern, denen immer vorgeschrieben wurde, was sie zu tun und zu lassen haben, werden Erwachsene, die wahre Konflikte scheuen, aus Angst, man könnte ihnen als unabhängiger Erwachsener auch noch irgendetwas vorschreiben. Ist die Arbeitskollegin einmal schlecht gelaunt, suchen wir den Fehler sofort bei uns, weil wir gelernt haben, dass wir für die Gefühle unserer Mitmenschen verantwortlich sind, weil wir als Kinder nichts anderes machen als alles, was Erwachsene tun und sagen, auf uns zu beziehen. (Stichwort: »Gib der Oma ein Bussi, sonst ist die Oma traurig!«) Wir sind abhängig von unseren Erziehungsberechtigten und unserem Umfeld und glauben deshalb von Geburt an, dass sie alles, was sie tun, wegen uns tun.

Unsere Eltern sind unsere wahren Helden und alles, was sie tun und sagen, ist unglaublich wichtig für unsere Entwicklung. Sie sind für uns die einzigen Menschen, die uns wirklich dabei helfen können, in dieser neuen, lauten Welt zu überleben – natürlich sind sie unsere absoluten Helden! Als Baby kommen wir auf diese Welt, und unser Hirn ist zum Zeitpunkt der Geburt erst zu 10 Prozent entwickelt, daher sind die ersten Lebensjahre die prägendsten, und somit ist uns als Erwachsener oft gar nicht bewusst, dass wir tief verankerte (negative) Glaubenssätze und Weltanschauungen in uns tragen. Wir glauben, dass wir »nun mal so sind«, weil wir von klein auf nach den Vorstellungen unserer Eltern und der Gesellschaft geformt wurden. Und sich unser Leben dadurch geformt hat. Durch all das, was wir gelernt haben, haben wir Entscheidungen getroffen und Reaktionen gezeigt. Das hat unser Leben geformt.

Als Baby kennen wir beispielsweise keine Wertung. Wir kennen kein Gut oder Böse. Was Gut und Böse bedeutet, lernen wir individuell von unseren Eltern und nehmen es als unseren Glauben an. Wir nehmen ihren Glauben an, wir nehmen ihre Weltanschauungen an, wir nehmen ihre Werte an und wir nehmen ihre Glaubenssätze an. Die positiven sowie die negativen. Alles, was unsere Eltern sagen und tun, bleibt in unserem Gedächtnis und lässt uns die Welt auf eine bestimmte Art und Weise sehen. Wir werden geformt, so wie wir von unseren Eltern, Erziehern und Lehrern gewollt sind, und tanzen wir aus der Reihe, indem wir lautstark unsere Gefühle kommunizieren, sind wir »sonderbar«, »zu viel« oder haben ein »Aufmerksamkeitsproblem«. Aus Kindern, die immer wieder gesagt bekommen, dass sie »zu viel« sind, werden somit Erwachsene, die sich dieser Welt nicht angehörig fühlen und glauben, es könnte sie nie jemand so lieben, wie sie nun mal sind. Und so ist es mit jedem Bereich unseres Lebens.

Wir lernen zum Beispiel von klein auf, dass Menschen die viel Geld haben, hochnäsig sind oder dass sie irgendwelche krummen Geschäfte drehen. Somit bekommen wir automatisch eine schlechte Einstellung zu Geld und bewerten und beurteilen all jene, die viel Geld besitzen. Wir lernen über die Liebe in jedem Film, dass sie schmerzhaft sein muss. Dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem der eine dem anderen wehtut und dann nach einem großen Streit um den anderen kämpfen muss. Wir lernen, dass nur so die wahre Liebe aussieht, und hoffen, dass wir jemanden finden, der uns genau wie in den Filmen beweist, wie sehr er uns doch liebt. Doch eigentlich ist es viel wichtiger, uns selbst zu beweisen, wie sehr wir uns selbst lieben. Und wie liebenswürdig wir wirklich sind. Denn erst dann, wenn wir uns selbst lieben, können wir auch andere lieben. Das Liebe geben macht das Liebe empfangen überhaupt erst möglich.

Wie du merkst, ist es unumgänglich, dich damit auseinanderzusetzen, was du von klein auf von deinen Eltern gelernt hast. Um dich selbst mit all deinen positiven sowie negativen Seiten lieben zu lernen, ist es wichtig, dich selbst überhaupt erst einmal kennenzulernen und zu verstehen, welche Glaubenssätze und Weltanschauungen du in dir trägst. Du wurdest geformt und darfst nun beginnen, dich selbst zu formen! Denn genau das formt schlussendlich dein Leben.

Journalfragen

Was waren typische Sätze, die dein Vater oder deine Mutter in deiner Kindheit immer wieder gesagt haben?Was musstest du in deiner Kindheit tun, um die Liebe und Aufmerksamkeit von deinen Eltern zu bekommen?Was hast du von deinen Eltern über die Liebe gelernt?Welche Werte haben dir deine Eltern vermittelt?Was haben deine Eltern von dir erwartet? Was war ihnen besonders wichtig?

Jeder lebt seine eigene Realität

Wenn du deine Mama oder deinen Papa heute auf bestimmte Situationen in deiner Kindheit ansprechen würdest, würdest du schnell merken, dass jeder von uns eine andere Wahrnehmung hat. Jeder Mensch lebt seine ganz eigene Realität, weil jeder Mensch einzigartig ist. Stell dir einmal vor, du fährst mit drei deiner besten Freundinnen in den Urlaub. Ihr fahrt drei Tage nach Italien, besucht dort verschiedene Orte, probiert jede Eissorte, die ihr finden könnt, geht abends feiern und habt eine tolle Zeit. Ihr fahrt nach diesen drei Tagen nach Hause und jede von euch erzählt ihrem Partner von diesem Urlaub.

Du erzählst deinem Freund, wie lecker die Pizza in dem wunderschönen Restaurant am Meer war, deine andere Freundin erzählt ihrem Partner, wie unmöglich sie den Kellner fand, und die dritte Freundin beschwert sich über die Preise. Du hattest eine schöne Zeit in diesem Restaurant, deine Freundinnen haben aber etwas ganz anderes wahrgenommen und für sie war dieser Abend der am wenigsten schöne Abend des ganzen Urlaubs. Warum ist das so? Weil jede Einzelne von euch einen anderen Fokus und eine andere Wahrnehmung hat. Bist du zum Beispiel von Grund auf ein positiver Mensch und siehst in allem immer das Gute, wirst du in Situationen, in denen andere nur das Schlechte wahrnehmen, etwas Gutes wahrnehmen können. Obwohl ihr alle das exakt Gleiche erlebt habt, den exakt gleichen Flieger zur exakt gleichen Uhrzeit genommen habt, der Pizzateig bei allen Pizzen exakt der gleiche war und der Kellner euch alle gemeinsam bedient hat, hat jede etwas anderes wahrgenommen. Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Realität, in seiner eigenen Wahrnehmung. Ich kann mich zum Beispiel noch genau an ein Erlebnis aus meiner Kindheit erinnern, bei dem meine Mama, mein Stiefpapa und ich zu Besuch bei meiner Tante waren. Meine Eltern haben sich über ein Thema unterhalten und ich habe ganz gespannt zugehört. Irgendwann wollte ich zu diesem Thema auch etwas sagen und habe zu sprechen begonnen. Im Augenwinkel sah ich, wie meine Mama meine Tante anlächelte und auf mich deutete. In diesem Moment habe ich aufgehört zu sprechen, weil ich mir dachte, meine Mama möchte sich über mich lustig machen.

Es hat mich sehr gekränkt und ich habe mich unglaublich geschämt. Von diesem Abend an habe ich immer verstärkt darauf geachtet, was ich sage und ob ich überhaupt »alt genug« bin, um an bestimmten Gesprächen teilzunehmen. Damals war ich zwölf Jahre alt, und bis vor einem Jahr habe ich mit meiner Mama nie mehr über diese Situation gesprochen, weil es mir peinlich und unangenehm war. Als ich während meiner Selbstheilungsphase mein inneres Kind kennengelernt habe, ist mir sofort wieder diese Situation in den Sinn gekommen. Ich habe verstanden, dass ich, weil wir als Kinder alles auf uns beziehen, diese Situation ganz anders wahrgenommen habe als meine Mama, und so habe ich letztes Jahr, nach über einem Jahrzehnt, endlich das Gespräch mit ihr gesucht. Ich habe sie gefragt, ob sie sich noch an diesen Abend erinnern konnte, und sie verneinte. Ich habe ihr bis ins Detail erzählt, was für mich an diesem Abend passiert ist und wie ich diese Deutung wahrgenommen habe, und sie hat mich sofort in den Arm genommen. Ihre Worte waren: »Bettina, ich würde dich niemals auslachen für etwas, das du sagst. Ich war sehr stolz auf dich, dass du so erwachsen an diesem Gespräch teilgenommen hast, und fand es süß, welche Worte du gewählt hast.« Genau diese Worte und die Umarmung waren das, was mein inneres Kind seit über zehn Jahren hören wollte.