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Ein Krimi, der es in sich hat. Pamela (Pam) Mehre sieht sich in der unangenehmen Lage, dass ihr Handy nicht mehr aufzufinden ist. Nur ein paar Nummern und einige Bilder hatte sie in der Cloud hochgeladen. Bevor sie sich damit befassen kann, kommen verstörende Videos und Sprachnachrichten an, die sie von ihrem Laptop abrufen kann. Ihre beste Freundin Alice ist gleichzeitig verschwunden, der Dienststellenleiter Manfred Kriste versucht sie zu nötigen und schießt sie an und ihr Ehemann verlässt sie für eine andere Frau. Alles Dinge, die sie fast aus der Bahn werfen, wäre da nicht ihr Kollege Samuel (Sam) Blum, der sie auffängt und wieder aufrichtet.
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Seitenzahl: 178
Veröffentlichungsjahr: 2026
© 2026 Inge Diesel-Voß
Website: www.fantasieninworte.de
Druck und Distribution im Auftrag der Autorin:
tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag der Autorin, zu erreichen unter: Ingeborg Diesel-Voß, Breslauer Str. 14, 88512 Mengen, Germany.
Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]
Inge Diesel-Voß
Das verlorene (?) Handy
Ein Kriminalroman
Cover
Urheberrechte
Titelblatt
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52
Kapitel 53
Kapitel 54
Kapitel 55
Kapitel 56
Kapitel 57
Kapitel 58
Kapitel 59
Kapitel 60
Kapitel 61
Kapitel 62
Kapitel 63
Kapitel 64
Kapitel 65
Kapitel 66
Kapitel 67
Kapitel 68
Kapitel 69
Kapitel 70
Cover
Urheberrechte
Titelblatt
Kapitel 1
Kapitel 70
Cover
1
2
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1
„Kreuz-Donner-Wetter noch mal, wer klopft denn an unsere Tür? Und das um diese Uhrzeit! Können die nicht klingeln, wie andere auch?“ Irgendwie werde ich gar nicht wach. Meine Hand greift zum Handy.
Ach Sch…eibenkleister, das habe ich ja irgendwo verloren.
Jetzt muss ich doch glatt den Wecker umdrehen, damit ich sehen kann, dass es … 3:57 Uhr ist. Das kann ja wohl nicht sein!!!!!
Mein Mann dreht sich unwillig um und meint sauer: „Kannst du nicht mal an die verdammte Tür gehen? Möchte mal wissen, wer nachts um diese Uhrzeit was von uns will.“
„Vielleicht hättest du ja auch gehen können,“ brummele ich leise in meinen – nicht vorhandenen – Bart.
Langsam stehe ich auf, schlüpfe in meine Hausschuhe und in den Bademantel und gehe dann schlurfend die Treppe hinunter, in Richtung Haustür.
„Nichts! Niemand! Keiner!“ Zum zweiten Mal sage ich das zu meinem Mann.
Es war wirklich niemand zu sehen, als ich die Haustür aufgerissen habe. Nur der Mond schaute von oben herab.
Als ich ein paar Schritte aus der Tür gemacht habe, ging die Beleuchtung an, aber auch da… nichts. Alles ruhig, kein Mensch unterwegs und kein Auto das startet.
Mein Mann war mittlerweile wohl wieder eingeschlafen, denn er sagte nichts mehr, nur ein leichtes Schnaufen war zu hören.
Ich habe mich noch ein paar Mal im Bett umgedreht und überlegt, wer wohl um diese Uhrzeit und vor allem, warum jemand an unsere Tür geklopft hat. Dann gleite ich wieder in den Schlaf hinein.
„Guten Morgen, aufstehen, du kommst zu spät.“ Mein Mann Friedhelm steht frisch geduscht vor meinem Bett.
Langsam bekommt er auch ein kleines Bäuchlein, denke ich so, bevor ich laut sage: „Wie spät ist es denn?“
Meine Stimme hört sich kratzig an, aber er hat es gehört. „Schon zwanzig nach sieben. Um 8.30 Uhr wolltest du doch im Präsidium sein. Du solltest eigentlich nicht gerade am ersten Tag deines neuen Jobs zu spät kommen.“
Bevor er ausgeredet hatte, war ich mit einem Sprung aus dem Bett und auf dem Weg zur Dusche.
Man merkt doch, wie abhängig man vom Handy ist. Wenn ich nur wüsste, wo ich es verloren habe, meine ganzen Termine, meine Kontakte und alle Bilder, das wäre doch schade. Gut, dass ich das meiste in der Cloud gespeichert habe. Da setze ich mich heute Abend mal dran. Jetzt muss ich mich beeilen. „Hast du schon einen Kaffee gekocht?“
Diesen Satz stelle ich, als das Wasser schon auf meine Haut prasselt. Irgendwie erwarte ich es eigentlich nicht, aber es wäre ja schön gewesen.
2
Pünktlich um 8:30 Uhr, stehe ich vor meinem neuen Büro.
Das Messingschild an der Tür sieht noch so neu aus, wie es auch ist.
„Pamela Mehre, Koordinationsleiterin“
Schöner Titel, heißt aber eigentlich nur, dass ich die einzelnen Dienststellen miteinander verknüpfen muss, wenn ein Fall eintritt, in den mehrere Dienststellen involviert sind.
Mir ist klar, dass ich diesen neu geschaffenen Posten nur bekommen habe, weil ich von meinem ehemaligen Dienststellenleiter, Manfred Kriste, angeschossen wurde.
Niemand hatte sich getraut, ihn wegen sittlicher Verstöße anzuzeigen, obwohl es vor Jahren einige Kolleginnen versucht haben. Aber da niemand Beweise beibringen konnte, wurde alles totgeschwiegen bzw. abgetan, als weibliche Hirngespinste.
Diese Kolleginnen sind mittlerweile versetzt worden oder auch nicht mehr im Polizeidienst.
Lange Zeit war es ruhig um ihn, nur leider hatte er es dann auf mich abgesehen.
Das fing an, als mein Kollege und ich zu einem häuslichen Streit gerufen wurden. Wir kamen dort an und fanden eine Frau vor, der man ansehen konnte, dass sie aufs Übelste verprügelt worden war.
Ihr Mann stand neben ihr und grinste uns nur an, als seine Frau beteuerte, dass sie die Treppe hinunter gefallen wäre und es ihr eigentlich gut ginge.
Ich wollte so gerne in das grinsende Gesicht dieses Mannes schlagen, konnte mich aber gerade noch so beherrschen.
Was ich mir nicht verkneifen konnte war, dass ich ihm leise alles Mögliche angedroht habe, sollte er weiterhin seine Frau verprügeln.
Der Mann konnte sich dann nicht zurückhalten und wollte schon ausholen, um mir eine rein zu hauen, als mein Partner ihm in die Arme gefallen ist.
Natürlich habe ich dem prügelnden Mann gleich Handschellen angelegt und ihn in den Streifenwagen verfrachtet.
Auf dem Revier habe ich diesen Mann in eine Zelle gesteckt und dann beim Dienstellenleiter Manfred Kriste, meinen Bericht abgeliefert.
Ich dachte, das ginge jetzt seinen Gang, aber da hatte ich wohl verkehrt gedacht.
Am anderen Tag habe ich erfahren, dass Herr Kriste den Mann gleich wieder freigelassen hatte, nachdem ich in den Feierabend verschwunden war.
Ziemlich angefressen, hatte ich mich im Büro des Dienststellenleiters natürlich nicht so im Griff gehabt.
Ich weiß nicht mehr, was ich ihm alles an den Kopf geworfen habe, aber unter anderem: „Männer sind Schweine, Platzhirschgehabe, Solidarität unter Machos“ und vieles mehr.
Natürlich weiß ich, dass Herr Kriste absolut keinen Widerspruch gegen seine Entscheidungen toleriert, aber mein Temperament ging mal wieder mit mir durch.
Nach einem mündlichen Verweis, wurde ich wieder für den ungeliebten Spätdienst eingeteilt. Selbst schuld!
Irgendwie hat das aber etwas in Herrn Kriste ausgelöst.
Seit diesem Tag hatte er mich auf dem Kieker. Mehrfach habe ich ihn in seine Schranken verwiesen, aber immer wieder versuchte er, mich anzufassen.
Mal war sein Arm um meine Schultern, ein Streichen über dem Arm, aus Versehen an meine Brust stoßen und viele kleine Dinge mehr, die mir immer äußerst unangenehm waren.
Meinem Mann Friedhelm habe ich das dann erzählt und auch gesagt dass ich mich total unwohl fühle, aber der meinte nur: „Stell dich doch nicht so an, der mag dich eben.“
Das war mir natürlich keine große Hilfe.
3
Eines Tages hatte mich mein Dienststellenleiter in sein Büro gerufen, um mich zurechtzuweisen, da ich angeblich schon wieder nicht den korrekten Dienstweg eingehalten haben sollte.
Ich war mir aber diesmal keiner Schuld bewusst – und das sollte schon mal was heißen.
Wir waren alleine in seinem Büro, aber ich hatte im Vorfeld und nach Absprache mit meinem Partner, das Handy angemacht, so dass mein Partner und die Kolleginnen und Kollegen, die gerade in der Dienststelle waren, mithören konnten.
Leider haben sie mich nicht allzu ernst genommen und nur halbherzig mitgemacht.
Ich wollte aber unbedingt beweisen, dass unser Dienststellenleiter seine Finger nicht bei sich behalten konnte, wenn man als Frau alleine mit ihm war.
Als er die Tür zum Flur hinter mir zumachte, konnte ich beim Vorbeigehen schon seine Hand auf meinem Po fühlen. „Aufhören, lassen sie das!“ Sehr angespannt drehte ich mich weg von ihm.
Da Herr Kriste ziemlich groß und leicht korpulent war, kam man leider sehr schnell in seine Reichweite.
„Ich möchte Sie bitten, mich nicht anzufassen, sonst werde ich Sie anzeigen.“
Er hatte nur süffig sanft gelächelt und meinte, ich könne ihm nichts beweisen, er wäre schließlich der Chef und wenn Aussage gegen Aussage stände, säße er immer am längeren Hebel.
Leider habe ich dann meine Klappe nicht halten können und das Handy herausgenommen und gemeint, dass die ganze Belegschaft mithören würde.
Als er das Handy ans Ohr genommen hat, musste er laut lachen. „Wissen Sie, was die machen? Die diskutieren darüber, wer heute was zum Grillen mitbringen soll.“
Mit rotem Kopf nahm ich dann das Handy und tatsächlich, meine Kollegen hatten nichts Besseres zu tun, als über das heute stattfindende Grillfest zu reden.
Wütend und frustriert hatte ich mein Handy genommen und bin nach draußen gestürmt.
„Das ist also eure Hilfe. Was seid ihr eigentlich für Kollegen und Samuel, du als mein Partner, ich fasse es nicht.“
Alle guckten mich erschrocken an. „Du wolltest doch Bescheid geben, wenn du ins Büro von Herrn Kriste gehst. Vorher wollte ich nicht auf laut stellen.“ Sam war aus seinem Stuhl hochgesprungen. „War denn was? Hat er was gemacht oder gesagt, was verwertbar wäre?“
„Nein, das wäre auch nicht beweisbar, da ihr ja was Besseres zu tun hattet.“ Mein Frust war immer noch aus meinen Worten herauszuhören.
Die Sache war damit natürlich auch noch nicht ausgestanden.
Mein Dienstellenleiter hatte mich dann nach Feierabend abgepasst und wollte noch einmal mit mir reden.
Er hatte sich wortreich entschuldigt und machte einen zerknirschten Eindruck.
Leider habe ich mich darauf eingelassen ein Bier mit ihm zu trinken und bin in seinen Wagen gestiegen. Ich hätte nie im Traum gedacht, dass er mich dann im Auto bedrängen würde.
In einer ruhigen Seitenstraße hatte er angehalten und versuchte meine Brust anzufassen und mich auch zu küssen.
Da ich mir das nicht gefallen lassen wollte, habe ich ihm meinen Ellenbogen auf die Nase gehauen.
Da wurde er wütend und hat seine Dienstwaffe gezogen. Dass er dann auf mich schießen würde, hätte ich auch nicht gedacht.
Es gab einen lauten Knall und ich hatte einen Streifschuss an meinem Arm.
Dann hat er über mich gegriffen, die Autotür aufgemacht und mich hinaus gestoßen. Mit quietschenden Reifen raste er davon.
Jetzt lag ich da. Ein aufmerksamer Anwohner hatte aber schon die Kollegen informiert, die gleich mit einem Krankenwagen kamen.
4
Am anderen Morgen kam ich mit bandagiertem Arm in die Dienststelle.
Unseren Leiter der Dienststelle hatten meine Kollegen nicht erwischt, er war wie vom Erdboden verschwunden.
In seiner ziemlich heruntergekommenen, kleinen Wohnung, war er nicht aufgetaucht, auch sein Auto war, trotz Großfahndung, nirgendwo zu finden.
Der für unseren Bezirk zuständige Staatsanwalt hat mich dann gleich zu sich zitiert.
„Guten Morgen, mein Name ist Schwinder, Sie kennen mich ja. Da ich die Ermittlungen gegen Herrn Kriste, den Dienststellenleiter Ihrer Abteilung leite, möchte ich gerne einige Fragen an Sie stellen. Warum sind Sie in das Auto eingestiegen? Haben Sie sich ein Techtelmechtel mit ihm erhofft?“
Ich schaute den großen, hageren und immer sauertöpfisch guckenden Staatsanwalt erst einmal mit großen Augen an.
„Das kann ja wohl nicht wahr sein. Seit Jahren liegen Anzeigen gegen den Herrn vor, wegen sexueller Belästigungen der weiblichen Mitarbeiter unserer Abteilung. Niemand der männlichen Belegschaft und keinen Staatsanwalt hat es interessiert und dann wehrt sich einmal jemand und dann wird gleich unterstellt, dass ich nur ein amouröses Abenteuer wollte?“ Meine Stimme wurde immer lauter.
„Es sieht aus, als kann jeder hier, wenn es ihm gefällt, seine Pistole nehmen und schießen, ist das so?“ Ich flippe gleich aus und hole erst einmal tief Luft.
„So war das nicht gemeint.“ Herr Schwinder versucht mich zu beruhigen.
„Ich glaube, ich muss kündigen wie einige meiner Kolleginnen. Aber dann könnte passieren, dass ich einmal einen Abend mehr trinke und die Geschichten unserer Dienststelle vor einem dankbaren Publikum ausbreite.“
Mein Puls rast und ich sehe Sterne vor meinen Augen.
Bevor der Staatsanwalt was sagen konnte, bin ich zusammengeklappt.
5
Im Krankenhaus kam ich dann wieder zu mir. Sam, mein Kollege, saß an meinem Bett.
Mein erster Gedanke war, dass Friedhelm, mein Mann, nicht einmal jetzt Zeit für mich hatte.
„Hallo Pam, wie geht’s? Alles wieder klar? Der Arzt sagt, dass dir einfach ein paar ruhige Stunden und guter Schlaf fehlen. Du sollst noch ein paar Tage hier bleiben und dann psychologisch begutachtet werden.“
„Ach, bin ich jetzt verrückt? Ich will nach Hause und morgen wieder arbeiten.“ Langsam versuche ich mich aus dem Bett zu ziehen, in dem Moment kommt der Arzt herein.
„Bitte bleiben Sie liegen. Sie leiden möglicherweise unter PTSD, das ist eine Posttraumatische Belastungsstörung, deshalb sind wir der Ansicht, dass das Gespräch mit dem Staatsanwalt Sie so aufgeregt hat. Wir wollen doch nicht, dass sich das wiederholt?“
„Was Sie wollen, ist mir schnurzegal, was ich will weiß ich, ich möchte wieder nach Hause, das ist sicher.“ Ich erhob mich wieder langsam und stellte meine Beine auf die Erde.
Als ich stand, wurde mir etwas schwummrig und ich spürte, wie ich langsam umfiel. Ab dann fehlten ein paar Stunden.
Nach einigen Tagen hatte ich aber wieder meinen Verstand beisammen.
Ich hatte ein paar sehr ruhige Tage auf der psychologischen Station der Klinik zugebracht, viel geschlafen, viele Gespräche geführt und bin zur Ruhe gekommen. Geholfen hat mir auch, dass jeglicher Besuch verboten war.
Der Psychologe hat nach den Gesprächen mit mir und in seiner abschließenden Beurteilung gemeint, dass ich noch einige Zeit nicht in den aktiven Dienst sollte.
Von ihm hatte ich auch erfahren, dass sich einige Kolleginnen gemeldet hatten und dem Staatsanwalt die Hölle heiß gemacht haben.
Das hatte ich wohl meinem Kollegen und Partner Sam zu verdanken.
Der Staatsanwalt hat dann angeleiert, dass ich den neu geschaffenen Posten der Koordinationsleiterin für ein Jahr innehaben muss, bevor ich, nach einer weiteren psychologischen Beurteilung, wieder in den aktiven Dienst versetzt werden könnte, falls ich das dann auch noch möchte.
Gut, ich habe mich zwar innerlich gesträubt, war aber dann doch damit einverstanden.
Manfred Kriste war bis dahin noch nicht wieder aufgetaucht. Er war wie vom Erdboden verschwunden.
6
Als ich nach Hause kam, war es mit meinem Mann irgendwie komisch.
Zwar spürte ich, dass er sich wohl freute, dass ich so weit wieder hergestellt war, aber es gab etwas, womit er nicht herausrücken wollte.
Ich hatte noch eine Woche, bis ich meinen neuen Posten antreten sollte. In dieser Zeit bin ich viel spazieren gegangen, habe viel nachgedacht und war auch shoppen.
In einer dieser Umkleidekabinen, in einem großen Geschäft, muss mir irgendwie mein Handy abhandengekommen sein. Ich verstehe es bis heute nicht, da ich eigentlich immer sehr auf meine Sachen achtgebe.
Ich hatte zwar immer noch die Hoffnung, dass mir ein netter Mensch mein Handy bringen würde, weil in der Innenseite der Hülle meine Adresse verzeichnet war, aber leider
Dann kam die Nacht vor meinem Neuanfang im Präsidium und dieser seltsame Vorfall bei uns zu Hause.
Mein erster Tag auf meinem neuen Posten war ja noch ganz kurzweilig, weil viele meiner ehemaligen Kolleginnen und Kollegen mal eben so vorbeikamen.
Auch der Staatsanwalt, Herr Schwinder, kam vorbei und hat mich zu meiner neuen Position beglückwünscht.
Leider hatte sich mir noch nicht so richtig erschlossen, was ich eigentlich hier sollte.
Nach ein paar Stunden fuhr ich wieder nach Hause und wunderte mich darüber, dass Friedhelm schon zu Hause war.
Als ich ins Wohnzimmer kam, saß er auf dem Sofa, neben sich zwei gepackte Koffer und eine Tasche.
„Was ist los?“ Irgendwie ahnte ich es ja schon
„Ich habe eine Frau kennengelernt und möchte mit ihr zusammen sein.“ Mein Mann stand auf, gab mir seinen Haustürschlüssel, schnappte sich seine Koffer und die Tasche und war schon halb draußen, bevor ich was sagen konnte.
„Nach acht Jahren Ehe ist das jetzt alles? Einfach so?“ Irgendwie hatte ich das noch nicht realisiert.
Er sagte nichts mehr und ging einfach.
7
Jetzt saß ich hier, ganz alleine in dem großen Haus. Mein Verstand wollte das immer noch nicht glauben.
Da hatte sich mein Mann einfach so aus dem Staub gemacht.
Gut, dass bei uns schon länger nicht alles glatt lief, war mir ja schon bewusst, aber so einen Abgang hätte ich ihm nie zugetraut.
Meine beste Freundin Alice konnte ich auch nicht anrufen. Sie hatte kein Festnetz mehr und Handynummern konnte ich mir noch nie gut merken.
Leider wollte sie auch ein paar Tage verreisen, jetzt konnte ich nur abwarten, bis sie sich bei mir meldete.
Erst einmal machte ich mir eine Flasche Wein auf und trank zwei Gläser auf ex. Jetzt wurde ich erst einmal ruhiger und meine Gedanken rasten nicht mehr so durch meinen Kopf.
Bevor ich weiter nachdenken konnte und wollte, holte ich meinen Laptop und suchte in der Cloud nach gespeicherten Daten, Fotos und Telefonnummern.
Als ich meine Fotos durchsehen wollte sah ich, dass einige neue hinzu gekommen waren, seitdem mein Handy weg war.
Als ich auf die schlecht erkennbaren Bilder klicke, sehe ich einige seltsame, unscharfe Großaufnahmen.
Sie zeigen weiße Haut, eine Wade, einen Arm mit Schrammen und eine Hand mit Dreck unter den Fingernägeln.
Als nächstes kommt ein Video. Auf dem Standbild sieht man ein Messer, ein ungutes Gefühl beschleicht mich, als ich auf Start klicke.
„Hilfe, warum hilft mir keiner? Aaaah, was machen Sie da? Lassen Sie das! Was soll ich denn tun, ich mache alles, doch tun Sie mir bitte nicht weh.“ Eine Frauenstimme wimmert und schreit auf, als das Messer immer weiter in ihre Richtung kommt. Nochmal ein grauenvoller Schrei und das Video hält an.
War das jetzt ein Dummejungenstreich? War das real? Ich konnte es nicht sagen.
„Ping.“ Eine Sprachnachricht wird heruntergeladen.
„Hallo Pamela, hat dir das gefallen?“ Eine verzerrte Stimme spricht mich direkt an. „Ich habe noch mehr für dich. Freu dich drauf.“
Wer ist das? Ich kann die Stimme nicht zuordnen.
Ich sehe jetzt, dass ein weiteres Video hochgeladen wird.
Bevor ich das nächste Video aufmache, haste ich zu unserem Festnetztelefon und rufe in der Dienststelle an.
„Hier ist Pamela Mehre. Gib mir bitte einmal die Handynummer von Sam.“
„Da könnte ja jeder kommen. Dienstnummer bitte. Außerdem hat man die Nummern doch im Handy eingespeichert.“
Ausgerechnet dieser Korinthenkacker hat heute Dienst. Ich kenne ihn, aber der Name war mir nie wichtig, dieser Kollege ist sehr unangenehm und so schleimig und er will immer so penetrant nach Dienstvorschrift verfahren.
