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Am Weimarer Hof wurde eines der glanzvollsten Kapitel der europäischen Kulturgeschichte geschrieben. Vor allem die Frauen prägten das Gesicht der Dynastie: Herzogin Anna Amalia machte aus dem unbedeutenden Kleinstaat eines der wichtigsten geistigen Zentren des 18. Jahrhunderts. Als ihr Sohn Karl August den jungen Goethe an den Weimarer Hof holt, beginnt der Aufstieg des Fürstenhauses zum strahlenden Mittelpunkt der deutschen Klassik. – Mit leichter Feder zeichnet Klaus Günzel die Geschichte der Weimarer Dynastie und beleuchtet dabei auch die menschlichen Licht- und Schattenseiten ihrer bedeutendsten Persönlichkeiten.
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Veröffentlichungsjahr: 2017
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ISBN 978-3-492-97446-2
April 2017
© Böhlau Verlag GmbH & Cie., Köln 2001
Covergestaltung: semper smile, München
Covermotiv: Anna Rosina de Gasc (»Anna Amalia Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach mit ihren Kindern Carl August und Constantin«; Ausschnitt; Stiftung Weimarer Klassik/Goethe-Nationalmuseum, Foto: Sigrid Geske)
Datenkonvertierung: abavo GmbH, Buchloe
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Die beiden Brüder, die an einem Novembertag des Jahres 1485 in Leipzig zur Teilung ihrer Ländereien schritten, gehörten einer Familie an, die damals bereits seit einem halben Jahrtausend in Mitteldeutschland eine Rolle spielte, eine immer größere sogar, seit das Heilige Römisch-Deutsche Reich vor sich hin zu bröckeln begann. Es waren die Wettiner, die, einst an der Grenze Frankens nach Thüringen ansässig, sich langsam, aber zäh und beharrlich den Weg aus dem Dunkel einer fast noch sagenhaften Vorzeit ins hellere Licht der dokumentarisch belegbaren Geschichte gebahnt hatten. Sachte war man vorwärts gekommen, hatte auf Schlachtfeldern seinen Blutzoll wider Ungarn und Araber entrichtet, hatte Landbesitz erworben, erheiratet, ererbt, erschachert, erstritten, die Landgrafschaft Thüringen und das Markgrafentum Meißen gewonnen, ja war wenigstens ein- oder zweimal von der Kaiserkrone gar nicht so weit entfernt gewesen. Zwar hatte es gelegentlich auch innerfamiliäre Zerwürfnisse gegeben, einmal sogar einen regelrechten Bruderkrieg, der noch gar nicht lange zurücklag, aber insgesamt war den Wettinern doch eine Erfolgsgeschichte gelungen, zu der es im Zentrum des Reiches keine Parallele gab.
Auch Erbteilungen waren mehrfach vorgekommen, die freilich als nichts Besonderes galten in einer Epoche, für die über den Umgang mit Ländereien noch dynastische Auffassungen und Ansprüche entschieden. Die Folgen solcher Teilungen hatten die Wettiner immer wieder kompensieren können, vor allem seit es ihnen gelungen war, auf der hierarchischen Stufenleiter des Reiches immer höher zu steigen. 1423 war es Friedrich dem Streitbaren gelungen, vom Kaiser mit dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg belehnt zu werden, das dem Wettiner die Kurwürde eintrug. Damit fiel ihm die Pfründe des Erzmarschalls zu, der in dem Teil Deutschlands, in dem das sächsische Recht galt, als Reichsvikar das Kaiseramt zu verwalten hatte, wenn ein Kaiser gestorben und noch kein neuer gewählt war. Die Wahl des Römischen Königs und Kaisers war Aufgabe des obersten Reichs-Senats, des siebenköpfigen Kurfürsten-Kollegiums, in dem von nun an ein Wettiner saß. Die Bezeichnung »Sachsen« ging schnell auf alle wettinischen Besitzungen über, auch auf die thüringischen. Als 1482 Herzog Wilhelm III. von Thüringen starb, der bereits in Weimar residiert hatte, fiel sein Landesteil an die Hauptlinie des Hauses Wettin zurück.
1483, im Geburtsjahr Martin Luthers, erstreckte sich ein fast geschlossenes wettinisches Staatswesen von der Werra und dem Main bis östlich über die Elbe hinweg, von Coburg und dem Kamm des Erzgebirges bis fast vor die Tore Berlins. An der Elbe lagen die Residenzen Dresden, Meißen, Torgau und Wittenberg. Eine Landesordnung manifestierte den wettinisch-sächsischen Staatsgedanken. Auf dem Meißner Burgberg begann der geniale Arnold von Westfalen mit dem Bau der Albrechtsburg, die gleichermaßen Herrschersitz und Verwaltungszentrum sein sollte. Bezahlt wurde der imposante Bau mit dem Silber, das neuerdings aus den Tiefen des Erzgebirges in die Kassen der Kurfürsten von Sachsen floß. Fürwahr: nichts schien dem Glück des Brüderpaares Ernst und Albrecht zu gleichen, die diesen Besitz zunächst gemeinsam verwalteten und dadurch das mächtigste deutsche Fürstenhaus repräsentierten! Allenfalls das Haus Habsburg, das meistens den Kaiser stellte, übertraf noch die Wettiner an Einfluß und Geltung, jedoch nicht an Reichtum.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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