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Die Suche nach einem Lebenspartner im Internet oder in Printmedien ist für Millionen Singles zur Normalität geworden. Doch immer mehr Menschen sind mit dem, was sie dort erleben, völlig überfordert. Lug, Täuschungen und die Selbstüberschätzung vieler Suchenden passen nicht in ein Bild von Liebe, Glück und Partnerschaft, sind aber inzwischen zur traurigen Realität geworden. Experten sprechen schon davon, dass immer mehr Singles in ein Dating-Burnout rutschen. Sie fühlen sich ausgebrannt, erschöpft, desillusioniert und haben die Hoffnung auf eine glückliche Partnerschaft aufgegeben. Dieser Ratgeber mit 19 Orientierungshilfen kann ein kleiner Beitrag dazu sein, dass Sie an dem Wechselspiel von Hoffnung und Enttäuschung, Vorfreude und Frustration nicht zerbrechen werden. Der Buchautor Jürgen Koch-Draheim leitet ein Institut für Burnout-Prophylaxe und ist zertifizierter Burnout- und Paarcoach.
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2017
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2017
1. Auflage
Dating-Burnout
Wenn die Suche nach dem richtigen Partner zum Problem wird
© Jürgen Koch-Draheim
Alle Rechte Vorbehalten
© Illustrationen und Buchgestaltung: Karin Werner
ISBN-> 978-3-96111-274-6
Bestellung & Auslieferung: Nova MD GmbH
Liebe Leserin, lieber Leser,
uns allen ist der Begriff Burnout längst und hinreichend bekannt. Nahezu täglich führt uns die Presse vor Augen, dass es in unserer Gesellschaft Veränderungen gibt, die unserer Psyche und auch unserer körperlichen Gesundheit schaden. Dauerüberlastung, ein ständig steigender Stresslevel, Schnelllebigkeit, Druck von Vorgesetzten, ein Arbeitsaufwand, der kaum mehr zu bewältigen ist und eine fortschreitende Entpersonalisierung treiben immer mehr Menschen an ihre Grenzen. Schätzungen der Krankenkasse zufolge sind derzeit bis zu 13 Millionen Berufstätige von einem Burnout betroffen.
Und nun soll es zusätzlich auch noch einen Dating-Burnout geben? Nach vielen Gesprächen mit Partnersuchenden kristallisierten sich sehr ähnliche Ursachen wie denen im Berufsleben heraus. Auch Dating-Geschädigte sprechen von einer dauerhaften Überlastung durch eine Emailflut von Menschen, die die große Liebe suchen. Sie berichten auch von der ständigen Erreichbarkeit der Partnersuchenden über das Smartphone und der Schnelllebigkeit vieler Beziehungen. Das ständige Auf und Ab zwischen Hoffnung und Enttäuschung verunsichert, lähmt und macht krank. Der Glaube, endlich fündig geworden zu sein, weicht sehr oft der Tatsache, dass alles doch nur wieder ein großer Irrtum war. Der Partnersuchende lebt teils unbewusst in einer permanenten Erwartungshaltung, die aber zumeist einer Desillusionierung weichen wird. Auf der einen Seite steht der Wunsch, nach einer zärtlichen und langfristigen Zweisamkeit mit einem passenden Partner, auf der anderen Seite steht eine Vielzahl von Menschen, die Ihre Anzeige oder ihren Internetauftritt nicht richtig gelesen haben (oder nicht wollten!) und nur ein kurzes Abenteuer suchen. Oder den Suchenden gefälschte Fotos schicken, Ihnen teilweise dreiste Lügen auftischen oder noch verheiratet sind und nur Bettgeschichten suchen. Es gibt sogar den Typ Single, der versucht mit üblen Tricks Partnersuchenden das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Für alle diese Erkenntnisse, für die Weitergabe der vielen Erfahrungen danke ich der zahlreichen Unterstützung von Singles, von Getrennten, von glücklich Verheirateten, von Menschen in Trennungsphasen, von Suchenden, aber auch von Singles, die die Suche aufgegeben haben.
Ich danke für die Hilfe von Ilse, Karin, Melanie und vielen anderen Personen mehr. Mein Dank gebührt auch der Ehrlichkeit von Johannes, Joachim, Jan, Peter und all den anderen Projekthelfern.
Vieles von dem, was man bei der Partnersuche auf Dating-Portalen oder über Anzeigen in Printmedien erleben kann, sind in diesem Ratgeber zusammengefasst worden.
Ihr Jürgen Koch-Draheim
Dating-Burnout, auch das noch!
Sie denken jetzt vermutlich, was soll das denn? Weshalb sollte gerade die „schönste Sache der Welt“, die Suche nach der Liebe, zu einem Burnout führen? Sie könnten recht haben, wenn Sie zum Kreis der glücklichen Partnersuchenden gehören, die bei einem großen Dating-Portal angemeldet sind, bei dem sich laut Werbung alle 11 Minuten(1) ein Mensch verliebt. Gehören da aber nicht immer zwei Personen dazu?
Es überrascht, wie viele glauben, dass man sich schon alleine über einen kurzen Internetkontakt sehr nahe kommen kann. In dieser virtuellen Welt wird dem Gegenüber aber leider allzu oft nur die eigene, die beziehungstechnische Phantasiewelt vorgespielt. Diese wird jedoch nur selten etwas mit der Realität zu tun haben.
Aus diesem Grund vorab gleich der erste Tipp, verlieren Sie sich am Anfang niemals in einem romantischen Email-Kontakt. Zu schnell werden eigene Wunschbilder/Wunschvorstellungen auf einen möglichen Partner übertragen. Diese Projizierungen können zwar die schönsten Bilder in uns erzeugen, nur sollte jedem klar sein, dass zwischen den eigenen Vorstellungen, Hoffnungen und Wünschen und dem, was beim ersten Date dann personifiziert tatsächlich vor einem steht, meistens Welten liegen.
Aber nun zurück zu den erwähnten glücklichen Partnersuchenden. Nach einem ansprechenden ersten Kontakt via Internet trifft man sich. Die körpereigenen Sensoren empfangen das Gegenüber, die eigenen Sendungen kommen beim Anderen ebenfalls an. Man fühlt sich gut, man schwebt im 7. Himmel, man ist ehrlich und aufrichtig, wie das selbstverständlich auch das Gegenüber ist. Die eigenen Gefühle können gezeigt werden, diese werden verstanden und gleichermaßen reflektiert. Man fühlt sich sicher, geborgen und man spürt, DAS ist es endlich! Weitere Treffen entwickeln sich immer positiver, werden immer harmonischer. Das Gefühl kommt hoch, ja, auf diesen Menschen möchte ich mich jetzt näher einlassen. Die ersten vorsichtigen Zärtlichkeiten werden ausgetauscht und irgendwann möchte man dann vom Gegenüber noch mehr fühlen/spüren. Die erste Nacht ist wunderschön, es kommt so, wie selbst Alice Schwarzer es schreibt, „je stärker die emotionale Tiefe, desto intensiver die sexuelle Reaktion“. Diese besondere Tiefe hatte sich durch unzählige WhatsApps, Briefe, Treffen, Geschenke und Liebenswürdigkeiten langsam und sehr behutsam entwickelt. Die lange Kennenlernphase brachte einem den Menschen sehr nahe, man lernte ihn lieben, schätzen, achten und wusste inzwischen auch sehr viel von ihm/ihr. Einer tiefen und beständigen Beziehung stand nun nichts mehr im Wege. Man verlobt sich, heiratet und bleibt zusammen, bis dass „der Tod sie scheide“. Klingt das nicht herrlich romantisch? Wie im Märchen aus 1000 und einer Nacht. Und das alles nur durch einen kurzen Klick im Internet.
Ach, bei Ihnen lief das etwas anders ab? Auch Sie trafen sich virtuell im Internet, waren auch schon nach 11 Minuten verliebt? Sie machten ein erstes Date aus, das zwar nicht ganz so prickelnd verlief, aber vielleicht läuft das zweite Date ja besser? Statistisch landet man bereits nach dem vierten Treffen in der „Kiste“. Das war zwar ganz „nett“, war aber auch nicht das, was Sie sich erträumt hatten. Es wurde ein weiteres Treffen vereinbart, aber Sie warteten vergebens am Treffpunkt. Auf Ihre vielen Nachrichten erfolgte keinerlei Reaktion mehr, was Ihnen blieb ist nur die Handynummer, denn auch die Wohnadresse oder eine Email-Adresse sind Ihnen unbekannt geblieben. Und so heulten Sie sich die Augen aus, starrten stundenlang auf Ihr Handy in der Hoffnung, dass doch noch eine Nachricht kommen wird. Dass man zumindest eine Antwort darauf erhält, weshalb der Kontakt so abrupt abgebrochen ist. Nur, es kam keine Nachricht mehr und es wird auch keine Reaktion mehr geben. Aber bereits nach wenigen Tagen sind Sie über den Schock hinweg („man“ hat ja inzwischen diesbezüglich genügend Erfahrungen) und Sie surfen in froher Erwartung weiter nach einem beziehungstechnischen Volltreffer. Und tatsächlich, Sie „verlieben“ sich bereits nach 11 Minuten wieder erneut.
Eine neue Liebe, ein neues Pokerspiel? Aber dieses Mal wird sicher alles anders und besser werden. Sie werden gut aufpassen, genauer hinschauen und sich nicht mehr so schnell täuschen lassen. Sie werden die alten Fehler ganz sicher nicht noch einmal machen. Nur müssen Sie nach kürzester Zeit frustriert erneut erkennen, dass Sie wieder den falschen Prinzen geküsst haben beziehungsweise einer vermeintlichen Prinzessin auf den Leim gegangen sind. Denn erneut ging doch alles wieder viel zu schnell, war alles wieder zu oberflächlich, haben Sie erneut die elementarsten Grundregeln bei einer Partnerschaftssuche missachtet. Sie wollten Fakten erneut übersehen, die beziehungsrelevant gewesen wären. Irgendwann hatte es Ihnen dann gereicht. Sie konnten und wollten nicht mehr. Denn schon bei dem Gedanken, sich diesen „Zirkus“ noch einmal anzutun, bekamen Sie heftige Magenschmerzen. Sie fühlten sich ausgebrannt, leer und desillusioniert. Bei dem Gedanken, wieder Schiffbruch zu erleiden, wieder an den/die Falsche zu geraten, schluckten Sie schwer und Ihr Herzschlag verlor den Rhythmus. Sie wurden unruhig und waren nur noch genervt. Das ständige Auf und Ab zwischen Hoffnung und Ernüchterung, zwischen Vorfreude und Enttäuschung zermürbt, verletzt und stumpft ab.
Hier zeigen sich bereits die ersten klassischen Grundsymptome eines Burnouts (ausgebrannt/leer sein). Sie haben keine Lust und Kraft mehr, sich erneut auf dem Tummelplatz von Liebe, Lust und Frust herumzutreiben. Sie haben Angst davor, wieder enttäuscht zu werden und den Kürzeren zu ziehen. Sie wollen nicht wieder angelogen oder hintergangen werden. Sie können den Gedanken an einen erneuten Partnerverlust nicht mehr ertragen. Sie sind die Irritationen leid und haben keine Interesse mehr, sich immer wieder erneut emotional zu öffnen, wieder Gefühle zu zeigen und am Ende dann doch wieder frustriert feststellen zu müssen,- „vergebene Liebesmüh“.
Nach sehr vielen negativen Erfahrungen fragen Sie sich immer häufiger, „werde ich jemals einen passenden Partner/in finden“? Sie befinden sich in der beschriebenen Situation? Sie haben ähnliches schon einmal erlebt und kennen diese erdrückenden, diese lähmenden Gefühle? Ein Trost wird es Ihnen ganz sicher nicht sein, aber hunderttausenden Partnersuchenden geht es jetzt im Moment genau wie Ihnen.
Der Umfrage eines amerikanischen Instituts zufolge leiden bereits über 50 Prozent(2) der befragten Frauen, die sich im Internet tummeln, unter einem Dating-Burnout. Der Blick auf Ihr Smartphone, schon vor dem Frühstück, macht Ihnen schnell deutlich: Dieser Tag wird wieder viele Nerven kosten. Sie sehen 37 unbeantwortete Dating-Anfragen, elf Emails von Partnersuchenden, mit denen Sie schon in Kontakt sind und die sehnsüchtig auf eine Antwort von Ihnen warten. Die unseriösen und unsinnigen Anfragen löschen Sie zwar ungelesen, ärgern sich aber trotzdem jedes Mal erneut maßlos, wie dreist, frech und unverschämt manche Menschen sein können. Das Telefon läutet und die Person, die Sie letzte Woche trafen, nervt Sie schon wieder. Man scheint nicht zu begreifen, dass Sie keinerlei Interesse an einem erneuten Kontakt haben. Ein Blick auf den Kalender zeigt Ihnen, dass diese Woche noch drei Dates anstehen. Doch Sie zweifeln immer mehr an dieser Form der Partnersuche, denn inzwischen daten Sie schon Monate ohne jegliche positive Perspektive. Was Sie in dieser Zeit alles gehört und gesehen haben, wäre es wert, ein Buch zu schreiben. Das würde nur niemand kaufen, denn das, was Sie zum Teil alles erlebt haben, klingt zu unglaublich, zu realitätsfremd. Nach einer kurzen Autofahrt sind Sie an in Ihrer Arbeitsstätte angekommen. Sie holen sich den nächsten Kaffee, schalten Ihren Rechner an und weiter geht es. 108 geschäftliche Emails sind zu beantworten. Leider hat sich dabei auch der/die heimliche Verehrer/in wieder in Ihrer Firma gemeldet, obwohl Sie es strikt untersagt hatten. In der Mittagspause treffen Sie Kolleginnen/Kollegen, die ebenfalls schon seit geraumer Zeit in den Partner-Portalen auf Suche sind. Sie erfahren durch Zufall, dass die Person, mit der Sie schon einen näheren und sehr netten Kontakt haben, längst in einer festen Beziehung ist. Sie kochen vor Wut, schreiben eine sehr deutliche Email und löschen die Kontaktdaten. Nachdem Sie die Hälfte der geschäftlichen Emails beantwortet haben, fahren Sie schnell nach Hause und ziehen sich rasch um, denn um 19 Uhr haben Sie bereits ein neues Date. Das vorherige Telefonat hatte sich gut angehört und man hat viele gemeinsame Interessen entdeckt. Sie warteten dann über eine halbe Stunde. Vergebens! Verärgert sind Sie nach Hause gefahren und begannen ein weiteres Mal, die inzwischen 42 Dating-Interessenten abzuarbeiten. Welchen Unsinn Sie da schon wieder zu lesen bekamen. Was glauben Sie, wie lange Sie diese Dauerbelastungen schadlos ertragen können? Aus dieser Überlegung heraus sollten Sie sich sofort folgende Fragen stellen:
Was passiert, wenn Sie sich für eine Weile aus den Portalen zurückziehen?
Was wäre, wenn Sie Ihren bestehenden Kontakten schreiben, dass Sie im Moment eine kleine Auszeit brauchen?
Was geschieht, wenn Sie eine Weile ganz konsequent nicht mehr neu kontakten?
Richtig! NICHTS passiert! Sie bleiben die gleiche interessante Person, sind trotzdem weiter gefragt und ob Sie nun in einem halben oder in einem Jahr Ihren Traummann/frau finden werden, ist nicht wirklich von Bedeutung. Setzen Sie sich deshalb fortan nicht mehr unter Druck. Jeder „Topf findet früher oder später seinen Deckel“. Sie müssen nur genügend Zeit und Ausdauer zum Suchen haben oder Vertrauen, gefunden zu werden. Somit ist im Moment nur eines wichtig: Sie müssen wieder Boden unter den Füßen spüren. Sie sollten sich ab sofort nur noch um eine einzige Person kümmern, nämlich um SICH selbst!
Eine Dating-Sucht hat viele Parallelen zu anderen Formen von Süchten. Wie auch bei einer Alkohol- oder Drogensucht hilft es nichts zu sagen, „lass es einfach, es tut dir nicht gut, etc.“. Auch andere, sicher gut gemeinte Ratschläge, werden keinerlei Veränderung bringen. Auf die Einsicht des/der Betroffenen zu hoffen, ist ein sinnloses Unterfangen. Denn wer süchtig ist, braucht seinen „Stoff“, wie ein Dating-Süchtiger stets den Input durch immer neue Partnersuchende benötigt.
Um aus dieser Falle herauszukommen, bedarf es neben einem hohen Anteil Selbstdisziplin zusätzliche Tipps, Ratschläge und Strategien. Das Erste wäre, sich einzugestehen, dass Sie einer Dating-Sucht verfallen sind. Reflektieren Sie nüchtern, wie Ihr Tagesablauf aussieht, wie oft Sie im Netz surfen, wie viele private Emails Sie lesen und auch beantworten. Notieren Sie sich die Zeiten, die Sie fürs Daten investieren. Eine halbe Stunde, zwei Stunden oder sitzen Sie täglich gar mehr am PC und mailen hin und her? Wenn Sie sich dieses Daten nüchtern betrachten, werden Sie wohl erschreckt feststellen, dass Sie viel Lebenszeit opfern, teilweise völlig unnötig. Wenn Sie dies für sich erkannt haben, sind Sie bereits auf dem besten Weg zu Veränderungen. Sicher ist es sehr aufregend, ständig neue Menschen zu treffen, vielleicht tolle Charaktere kennenzulernen, spannende Gespräche zu haben und schöne Abende zu verbringen. Aber „wer die Wahl hat, hat die Qual“. Je größer die Auswahl im Laufe der Zeit wird, desto unmöglicher kann es werden, die richtige Entscheidung zu treffen. Denn es ist nicht die Menge der Anfragenden, sondern deren Qualität. Darauf wird später noch detailliert eingegangen.
Zunächst müssen Sie sich jetzt erst aus dem Dating-Sog befreien. Suchen Sie sich maximal eine Handvoll Partner aus, mit denen Sie schon in Kontakt stehen. Schreiben Sie, dass Sie die Partnersuche im Moment nur noch nervt und Sie dringend eine Auszeit brauchen. Seien Sie ehrlich und aufrichtig und vermitteln Sie es so, dass Ihr Gegenüber es nicht als eine Abfuhr ansieht. Jetzt werden die unterschiedlichsten Reaktionen erfolgen und Sie werden schon an den Antworten der Angeschriebenen deutlich spüren, wie er/sie tickt. Sie sollten sofort absagen, wenn man genervt reagiert und kein Verständnis für Sie hat. Wenn wirklich Interesse an Ihnen besteht, dann versteht man Ihre derzeitige Befindlichkeit und nimmt Rücksicht auf Ihre Situation. Die, die Ihren Wunsch nach einer Sendepause verstehen, diesen nachvollziehen können und vielleicht selbst schon einmal ähnlich handeln mussten, die sollten Sie sich für die Zeit nach Ihrer „Genesung“ vormerken. Jetzt folgt der schwierigste Moment. Sie müssen sich in den Dating-Portalen als „im Moment nicht erreichbar“ oder mit „Auszeit erbeten“, etc.“ outen. Das wird dann für Sie heißen, dass Sie fast keine Zuschriften mehr erhalten werden. Gleichzeitig ist es notwendig, dass Sie sich für eine geraume Zeit aus Portalen wie Facebook, WhatsApp u.v.a. verabschieden. Tun Sie dies nicht, werden Sie sich immer mal wieder dabei erwischen, wie Sie Fotos anschauen und Texte lesen. Sie werden schauen, wann und zu welcher Uhrzeit sich der Ein oder Andere im Netz befindet. Vielleicht lesen Sie, dass Ihr/e fast schon Auserwählter/e plötzlich schreibt „ glücklich liiert “ und Sie wundern oder ärgern sich darüber, wie schnell und plötzlich das jetzt doch gegangen ist. Wenn Sie Ihr Smartphone ab sofort weniger nutzen, hat das auch andere Vorteile. Sie vermeiden, dass bei Ihnen physisch ein Kubitaltunnel-Syndrom entsteht, besser bekannt als Handyarm. Jetzt sind Sie von neuen Anfragenden abgeschnitten und kommen langsam wieder zur Ruhe. Wenn Sie wollen, können Sie mit ein, zwei Interessenten noch in gelegentlichem Kontakt bleiben.
