Deep Secrets - Hingabe - Lisa Renee Jones - E-Book

Deep Secrets - Hingabe E-Book

Lisa Renee Jones

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Beschreibung

Denn du bist meine Bestimmung


Endlich hat Sara Gewissheit über das Schicksal, das die geheimnisvolle Rebecca ereilt hat. Zutiefst erschüttert beschließt sie, mit dem attraktiven Künstler Chris ein neues Leben in Paris zu beginnen. Doch ihre Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt, als Saras Freundin Ella spurlos verschwindet. Auf der Suche nach ihr müssen Sara und Chris sich ein für alle Mal ihren eigenen dunklen Geheimnissen stellen ...


"Das nächste 'It'-Buch!" TOUGH CRITIC BOOK REVIEWS


Die DEEP-SECRETS-Reihe:

1. Berührung (Sara und Chris)
2. Enthüllung (Sara und Chris)
3. Hingabe (Sara und Chris)
4. Sein Geheimnis (E-Book-Novella, Chris‘ Sicht)
5. Rebeccas Tagebücher (E-Book-Bonus-Storys)
6. Geheime Sehnsucht (E-Book-Novella, Marks Sicht)
7. Verbotene Träume (E-Book-Novella, Marks Sicht)
8. Geheimes Begehren (Sara und Chris)
9. Tiefe Leidenschaft (E-Book-Novella, Marks und Crystals Sicht)
10. Dunkle Liebe (Roman, Marks und Crystals Sicht)
11. Alles von mir für dich (E-Book-Novella)

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 407

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LISARENEEJONES

Deep Secrets

Hingabe

Roman

Ins Deutsche übertragen von

Michaela Link

Zu diesem Buch

Kann er seine Mauern einreißen? Kann er mich sein wahres Ich sehen lassen? Kann er mich so lieben, wie ich ihn liebe? Ich weiß nur, dass ich mich nicht mit weniger begnügen kann. Alles oder nichts …

Die erotischen Tagebücher der geheimnisvollen Rebecca haben die junge Sara McMillan fasziniert und zugleich schockiert. Nun hat sie endlich Gewissheit über das Schicksal, das Rebecca ereilt hat. Zutiefst erschüttert beschließt Sara, ihr Leben in den USA hinter sich zu lassen und mit ihrem Geliebten, dem attraktiven Künstler Chris Merit, in Paris noch einmal ganz von vorne zu beginnen. Chris ist der einzige Mann, dem Sara sich je voll und ganz hingegeben, dem sie je ihr Herz geöffnet hat. Doch die beiden müssen schnell feststellen, dass sie auch in Paris nicht vor den dunklen Geheimnissen ihrer Vergangenheit davonlaufen können. Viel zu viel zwischen ihnen ist unausgesprochen, die tiefe Leidenschaft, die sie füreinander empfinden, längst nicht mehr genug. Ihre Beziehung wird zudem auf eine harte Probe gestellt, als Saras Freundin Ella spurlos verschwindet. Droht ihr ein ähnliches Schicksal wie Rebecca? Sara ist bereit, alles zu tun, um Ella zu retten. Doch auf der Suche nach ihr gerät sie schon bald selbst in höchste Gefahr …

Für Diego

Ich wusste, dass es Liebe war, als wir uns in einer Buchhandlung kennenlernten.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Es ist Mitternacht, und ich sitze auf einem Hotelbalkon auf Maui. Das Rauschen des Meeres, das Dröhnen, mit dem die Riesenwellen auf den Strand krachen, ist wie eine Droge und beruhigt den Aufruhr in mir ein wenig. Es ist schwer zu glauben, dass ich jetzt eine Weltreisende und Kunstexpertin bin – statt einer Barfrau, die sich müht, sich über Wasser zu halten. Ich. Rebecca Mason. Eine Weltreisende. Es ist ebenso schwer zu glauben wie das meiste von dem, was mir in diesem letzten Jahr widerfahren ist.

Mein neuer Mann ist nur einige Schritte entfernt, nackt und zauberhaft unter den Laken unseres Hotelbetts, gesättigt von einem Abend mit Essen, Drinks und leidenschaftlichem Sex. Sex. So muss ich es nennen. Ich kann es nicht Liebe nennen, obwohl er das tut. Ich wünschte, ich könnte es. Oh, wie sehr ich mir das wünsche.

Warum bin ich nicht im Bett und schmiege mich an seine sehnigen Muskeln, schwelge in seiner männlichen Sinnlichkeit? Ich sollte es tun, aber das Handy auf meinem Schoß ist der Grund, warum ich es nicht mache. »Er« hat mir die Nachricht hinterlassen, dass ich ihn anrufen soll. Er, den ich einfach nicht vergessen kann. Nach dem ich nicht aufhören kann, mich zu sehnen: nach seiner Berührung, seinem Kuss, nach dem verruchten Hieb einer Peitsche auf meiner Haut, Wonne und Schmerz gleichzeitig.

Ich kämpfe gegen den Drang, seine Nummer zu wählen, und sage mir wieder und wieder, dass ich es lassen sollte. Mein neuer Mann verdient etwas Besseres – genau wie ich etwas Besseres verdient habe als das, was mein Meister mir jemals angeboten hat. Wenn ich ihn zurückriefe, wäre ich dem neuen Menschen in meinem Leben gegenüber respektlos, und auch mir selbst gegenüber. Wenn seine Bitte nur nicht so verzweifelt geklungen hätte … was Wahnsinn ist. Der Mann, den ich kannte, war niemals verzweifelt.

Die letzten Wochen waren eine wunderbare Reise der Leidenschaft, sowohl im Schlafzimmer als auch rund um die Welt. Ich sollte mich an diesen Dingen ergötzen, und an dem Mann, der sie möglich macht. Er ist gut aussehend und erfolgreich und sexy auf jede erdenkliche Weise, obwohl es nicht sein Geld ist, das mich anzieht. Es ist seine Leidenschaft dafür, wie er dieses Geld verdient, wie er sein Leben lebt, wie er mich liebt. Er ist so selbstbewusst, entschuldigt sich für nichts und mag sich, wie er ist, und doch … er ist nicht derjenige, den ich früher einmal »Meister« genannt habe, und ich würde ihn auch nie als solchen ansehen. Ich verstehe, warum ich nicht in ihn verliebt bin. Ich verstehe nicht, warum ich mich ihm niemals unterwerfen würde, selbst wenn er mich fragte (und das würde er nicht).

Wenn ich ehrlich bin, ist der Grund, warum ich mich nicht ganz in diese neue mögliche Liebe fallen lassen kann, einfach. »Er« ist immer noch mein Meister, in meinem Herzen und meiner Seele, sogar in meinem Kopf.

Aber er liebt mich nicht. Er glaubt nicht einmal an Liebe. Er hat es mir zu viele Male gesagt, als dass ich es ignorieren könnte.

Ich habe ihm Auf Wiedersehen gesagt, und ich werde ihn nicht anrufen. Ich weiß, wenn ich es tue, wäre es mein Untergang, und sein Zauber würde mich wieder einfangen. Ich wäre wieder … verloren.

1

Nein. Kein Reden. Kein Zwischendrin. Alles oder nichts, Sara. Ich biete es dir an, und du musst entscheiden, ob du es wirklich willst. Ich habe bei American Airlines einen Platz auf deinen Namen reserviert. Ich werde in dem Flugzeug sein. Ich hoffe, du auch.

Chris hat mir dieses Ultimatum gestellt und mich auf dem Bett meiner verschwundenen besten Freundin sitzen lassen. Von dort aus starre ich die offene Tür an, in der er noch Momente zuvor gestanden hat. Widerstreitende Gefühle kommen hoch und verknäueln sich in mir. Er hat mich aufgesucht, er hat mich hier gefunden. Nach unserem vernichtenden Streit gestern Nacht will er immer noch, dass ich mit ihm nach Paris fliege. Er will »uns« wiederfinden. Aber wie kann er verschwinden und von mir erwarten, von einer Sekunde auf die andere aufzubrechen? Ich kann nicht einfach fortgehen – aber … er geht fort.

Bei dem Gedanken daran, ihn zu verlieren, bekomme ich keine Luft und tief in meinem Innern weiß ich, dass ich ihn, wenn ich ihn fortgehen lasse, verlieren werde. Wir müssen reden. Wir müssen uns darüber klar werden, was in der vergangenen Nacht passiert ist, bevor wir nach Paris aufbrechen.

Mit einer ruckartigen Bewegung greife ich nach meinem Handy und drücke auf die Kurzwahltaste für Chris. Das Herz schlägt mir bis zum Hals, während ich darauf warte, dass er rangeht.

Es klingelt und klingelt.

Dann füllt seine Stimme, tief und rau und sexy, die Leitung. Es ist seine Mailbox. Ich raufe mir mein langes braunes Haar, und eine Welle der Hilflosigkeit schlägt über mir zusammen. Nein. Nein. Nein. Das ist nicht wahr. Das kann nicht wahr sein. Nachdem ich gestern Nacht beinahe von Ava getötet worden wäre, ist das jetzt einfach zu viel. Wie ist es möglich, dass Chris nicht weiß, dass das alles im Moment zu viel für mich ist? Ich will das Handy anschreien.

Ich wähle wieder, höre ein ums andere Mal den unerträglichen Klingelton und werde erneut auf seine Mailbox geleitet. Verdammt! Ich werde versuchen müssen, ihn zu Hause zu erwischen, bevor er zum Flughafen aufbricht.

Ich springe auf die Füße und eile zur Tür, und meine Hand zittert, als ich die Wohnung abschließe. Ich bete, dass Ella sicher von ihrer Europareise zurückkehrt. Ich kann nicht umhin, ihr Schweigen mit dem Rebeccas zu vergleichen. Schaudernd trete ich in den dunklen Flur vor Ellas Apartment und wünschte, ich läge in Chris’ Armen. Wünschte, ich könnte den höllischen Verdacht vergessen, dass Ava Rebecca getötet haben könnte und dann versucht hat, mich umzubringen.

Sobald ich auf dem Parkplatz bin, betrachte ich das Apartmentgebäude, und mein Magen verkrampft sich. »Ella geht es gut«, rede ich mir ein, während ich meinen silbernen Ford Focus aufschließe und hineinschlüpfe. Und mir ist klar, dass ich zwei Gründe habe, nach Paris zu gehen: Chris und Ella. Und es sind beides gute Gründe.

Die Fahrt zu dem Apartment, das ich mir mit Chris teile, dauert weniger als fünfzehn Minuten, aber es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Als ich in der Einfahrt vor dem eleganten Hochhaus vorfahre, bin ich das reinste Nervenbündel. Ich reiche meine Schlüssel dem Türsteher, einem neuen Mann, den ich nicht kenne. »Lassen Sie meinen Wagen bitte hier.« Ich sage das, damit ich sofort zum Flughafen fahren kann, falls ich mich dafür entscheide.

Selbst wenn ich es tue, rede ich mir ein, bedeutet es nicht, dass ich in das Flugzeug steige. Noch nicht. Nicht so. Ich werde Chris davon überzeugen, die Reise zu verschieben.

Ich sehe die Lobby kaum, während ich hindurcheile und in den Aufzug trete. Die Türen schließen sich, und bei dem Gedanken, ihn zu sehen, bin ich plötzlich lächerlich nervös. Es ist Wahnsinn. Es handelt sich um Chris. Ich habe keinen Grund, bei ihm nervös zu sein. Ich liebe ihn. Ich liebe ihn, wie ich noch nie zuvor ein anderes menschliches Wesen geliebt habe. Doch die Fahrt in den zwanzigsten Stock ist qualvoll, und ich wünschte, ich hätte den Türsteher gefragt, ob Chris zu Hause ist.

»Bitte, sei hier«, flüstere ich, als ich mich meinem Ziel nähere. »Bitte, sei hier.«

Der Aufzug macht pling, und die Türen gleiten auf. Einen Moment lang starre ich nur in den offenen Eingangsbereich unserer Wohnung. Unserer Wohnung. Aber wird es noch unsere sein, wenn ich ihn nicht nach Paris begleite? Erst letzte Woche hat er sich von mir zurückgezogen. Nach Dylans Tod hat er sich abgeschottet, statt mir zu erlauben, ihm durch den Schmerz zu helfen. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass mein »Zuhause« bei ihm verschwunden ist. Und er hat geschworen, dass das nie wieder geschehen wird, dass ich in Zukunft nie wieder das Gefühl haben werde, ihn verloren zu haben – aber die Zukunft ist jetzt, und ich habe genau dieses Gefühl.

Verloren zu sein ohne ihn.

»Chris«, rufe ich und trete in den Eingangsbereich, wo mir Schweigen entgegenschlägt. Zwei Schritte in die Wohnung hinein, und ich bin innerlich so leer, wie ich es noch niemals war. Er ist nicht hier. Er ist fort.

Langsam drehe ich mich zu dem tiefer liegenden Wohnzimmer und den deckenhohen Fenstern um, hinter denen sich das erste Morgenlicht über die Stadt ergießt. Erinnerungen kommen mir in den Sinn, so viele Erinnerungen an Chris und mich in diesem Raum, in dieser Wohnung. Ich kann ihn riechen, kann ihn beinahe schmecken. Ihn fühlen. Ich muss ihn fühlen.

Nachdem ich eine kleine Lampe eingeschaltet habe, fällt mein Blick auf etwas, das am Fenster klebt. Ein Brief, und es wird mir eng in der Brust, als mir klar wird, dass es genau die Stelle ist, an der Chris es einmal mit mir getan hat und mich Hitze und Leidenschaft hat fühlen lassen, und ja, die Furcht zu fallen.

Ich gehe die Stufen hinunter, vorbei an den Möbeln, und ziehe den Brief vom Fenster.

Sara –

unser Flug geht um neun. Du musst eine Stunde vorher da sein, um durch die Sicherheitskontrolle zu kommen, und internationales Gepäck hat eine strikte Abgabefrist. Es ist ein langer Flug. Zieh dich bequem an. Jacob wird unten sein, um dich um sieben zu fahren, was Spielraum für den Verkehr lässt. FALLS du beschließt mitzukommen.

Chris

Kein »Ich liebe dich«. Kein »Bitte komm«.

Aber andererseits würde es das sowieso nicht geben. So ist Chris nun einmal, und obwohl ich nicht all seine Geheimnisse kenne, kenne ich doch ihn. Ich weiß, dies ist einer seiner Tests. Ich weiß, es ist ihm wichtig, dass es meine Entscheidung ist, dass ich nicht von seinen Worten beeinflusst werde. Deshalb ist er nicht hier.

Die Erkenntnis trifft mich mit Macht: Ich weiß das. Ich weiß, was er denkt. Ich kenne ihn. Diese Gedanken sind tröstlich. Ja, ich kenne ihn, und zwar in den Belangen, die wichtig sind.

Ich drehe mich um, sehe auf die Uhr vor der Küche und schlucke heftig. Es ist jetzt fast sechs. Ich habe eine Stunde, um mich zu entscheiden, ob ich mit Chris das Land verlasse – und um zu packen.

Ich lasse mich auf den Boden sinken und lehne mich an das Fenster, an dem ich in jener ersten Nacht gelehnt habe, als er mich hergebracht hat. Ich bin erschöpft und fühle mich genauso nackt und ungeschützt wie damals.

Eine Stunde. Ich habe eine Stunde, bis ich zum Flughafen muss, falls ich beschließe, mit ihm zu gehen. Meine Jeans sind schmutzig, weil ich mich auf dem Boden gewälzt habe, während eine Verrückte versuchte, mich zu töten, und mein Haar fühlt sich an wie ein langer dunkler Vorhang, ebenso schwer wie mein Herz. Ich brauche eine Dusche. Ich brauche Schlaf.

Und ich muss eine Entscheidung treffen, sofort.

Bekleidet mit einem Jogginganzug aus weichem schwarzem Samt und mit einer Tasche über der Schulter starre ich auf das Gate mit der Aufschrift DFW/Dallas und Paris. Das Herz schlägt mir bis zum Hals.

Ich bin hier. Ich habe eine Tasche über der Schulter. Ich habe eine Bordkarte. Ich hole mühsam Luft und stehe kurz davor zu hyperventilieren, etwas, das ich in meinem ganzen Leben nur zweimal getan habe. Einmal, als ich hörte, dass meine Mutter an einem Herzinfarkt gestorben war, und einmal, als ich in Rebeccas Lagerraum war und das Licht ausging. Warum es mir jetzt so geht, weiß ich nicht. Ich habe einfach das Gefühl, so verdammt wenig Kontrolle zu haben.

Mein Name wird über Lautsprecher ausgerufen. Ich muss an Bord gehen.

Irgendwie trete ich vor und hebe die Hand, um die Frau am Schalter wissen zu lassen, dass ich hier bin. Ich reiche ihr mein Ticket, ohne sie wirklich zu sehen, und meine Stimme ist rau, als ich auf Fragen antworte, an die ich mich zwei Sekunden später nicht mehr erinnere. Ich muss dieses komische Atmen unter Kontrolle bekommen, bevor ich noch ohnmächtig werde, denn ja, ich hyperventiliere definitiv. Ich hasse meine eigene Schwäche. Wann hört das endlich auf?

Mit wackeligen Knien hebe ich meine Louis-Vuitton-Reisetasche hoch. Chris hat sie mir gekauft, als wir nach Napa gereist sind, um seine Paten zu besuchen.

Endlich habe ich es in die Gangway geschafft. Ich komme um die Ecke, und mein Herz setzt einen Schlag aus. Chris steht an der Tür des Flugzeugs und wartet auf mich, und er sieht so männlich aus und ist einfach Chris in seinen Jeans, seinem dunkelblauen T-Shirt und den Bikerstiefeln. Mit seinem Eintagebart und dem langen blonden Haar, das wunderbar wild aussieht, als hätte er es gerade mit den Fingern durchgestrubbelt. Alles andere verblasst neben ihm, und alles in meiner Welt ist richtig.

Ich laufe auf ihn zu, und er kommt mir auf halbem Weg entgegen und zieht mich in seine warmen, starken Arme. Sein kraftvoller erdiger Duft, nach dem ich süchtig bin, betört meine Sinne, und ich fühle mich lebendig, atme frei, stehe fest mit beiden Beinen auf dem Boden, ohne den geringsten Zweifel in mir. Ich gehöre zu Chris.

Ich umarme ihn und drücke mich an seinen harten Leib. Sein Mund senkt sich auf meinen herab, und sein Geschmack, würzig und männlich, überwältigt mich mal wieder.

Ich bin zu Hause. Ich bin zu Hause, weil ich bei ihm bin. Und ich küsse ihn, als würde ich ihn nie wieder küssen, als würde ich verdursten und er sei alles, was meinen Durst stillen kann. Und so ist es wohl. Er war immer die Antwort auf die Frage, was in meinem Leben fehlte, noch bevor ich ihn kennengelernt habe.

Er reißt seinen Mund von meinem los, und ich will ihn zu mir zurückziehen, um ihn nur noch ein kleines Weilchen länger zu kosten. Ich atme wieder heftig, aber jetzt vor Verlangen und Leidenschaft.

Er streicht mir mein seidiges, frisch gewaschenes Haar aus dem Gesicht und schaut mit ernsten grünen Augen auf mich herab. »Sag mir, dass du hier bist, weil du hier sein willst, nicht weil ich dich dazu gezwungen habe.«

»Du musst nicht ohne mich fortgehen«, verspreche ich ihm, und ich hoffe, er versteht, was ich meine. Ich habe nicht gesagt, dass er nicht fortgehen muss. Ich habe gesagt, er muss es nicht ohne mich tun.

Dass er versteht, zeichnet sich sofort in seiner Miene ab und zeigt sich in der Tiefe seines tastenden Blicks. »Ich will dich nicht zwingen«, sagt er, und seine Stimme klingt rau, gequält. Dieser Mann lebt in einem gepeinigten Zustand, von dem ich mir sehnlichst wünsche, ihn beenden zu können. Er zögert. »Ich brauchte nur …«

»Ich weiß, was du brauchtest«, flüstere ich und lege einen Finger auf sein Kinn. Endlich verstehe ich, was ich schon vorher hätte verstehen sollen. »Du musstest wissen, dass ich dich genug liebe, um dies für dich zu tun. Du musstest das wissen, bevor du mich das hier entdecken lassen kannst – und alles, was ich in Paris entdecken werde.«

»Mr Merit, Sie müssen jetzt an Bord gehen«, ruft eine Stewardess von der Tür aus.

Keiner von uns reagiert. Wir schauen einander an, und ich sehe Gefühle über Chris’ Gesicht huschen, Gefühle, die er nur mich sehen lässt. Und das bedeutet mir alles. Er will, dass ich sehe, was er niemals irgendjemandem sonst gezeigt hat.

»Die letzte Chance, noch zu verschwinden«, sagt er leise, und da liegt ein rauer, zögerlicher Ton in seiner Stimme und eine Prise von etwas in seinen Augen, von dem ich glaube, es ist Furcht. Furcht, dass ich mich umdrehe und wegrenne?

Ja, so ist es, aber da ist noch mehr. Er hat auch Angst davor, dass ich nicht wegrenne, Angst davor aufzudecken, was er noch nicht offenbart hat. Und es ist schwer, sich davor nicht zusammen mit ihm zu fürchten, da ich bereits etwas von Chris’ ziemlich dunkler Seite gesehen habe. Was erwartet uns in Paris? Was wird mich erschüttern, wenn ich es entdecke?

»Mr Merit …«

»Ich weiß«, sagt er scharf, ohne den Blick von mir abzuwenden. »Es wird Zeit. Sara …«

»Was es auch ist«, sage ich, »ich werde damit fertig. Wir werden damit fertig.« Ich denke daran, wie er mit meinem Ex und meinem Vater für meine Ehre gekämpft hat. Chris gibt mir, was ich will, indem er die geschlossenen Türen seines Lebens und seiner Gefühle öffnet, und ich werde dafür sorgen, dass es ihm nicht leidtut. Ich werde für ihn kämpfen – und für uns.

Ich schiebe meine Hand in seine. »Lass uns nach Paris fliegen.«

Im Flugzeug wird meine Hoffnung auf etwas Privatsphäre schnell zunichtegemacht, als wir vor der ersten Reihe stehen bleiben und ich eine ältliche Frau in einer leuchtend roten Bluse entdecke, die auf dem Gangplatz neben uns sitzt. Sie schenkt mir ein Lächeln, ebenso keck und freundlich wie ihre Bluse. Ich schaffe es, ihr Lächeln zu erwidern, obwohl ich ziemlich durcheinander bin, ganz zu schweigen davon, dass ich mich in Flugzeugen generell unwohl fühle.

Chris bedeutet mir weiterzugehen, und ich setze mich ans Fenster, während er meine Tasche ins Gepäckfach legt. Ich bin fasziniert von diesem Mann, der zu meiner Welt geworden ist. Mein Blick zeichnet die attraktiven Linien seines Gesichts nach, die breiten Schultern und Muskeln unter seinem eng anliegenden T-Shirt. Und allein der Gedanke daran, wie herrlich kräftig er aussieht, wenn er nichts als das leuchtende Drachentattoo aus Rot-, Gelb- und Blautönen trägt, jagt Hitzewellen durch meinen Körper. Ich liebe diese Tätowierung und die Verbindung, die sie zu der Vergangenheit darstellt, die ich nun zur Gänze entdecken werde. Ich liebe ihn.

Nachdem er das Gepäckfach geschlossen hat, sagt Chris irgendetwas zu unserer ältlichen Platznachbarin. Sie lächelt zur Antwort, und auch ich lächele, bis ich einen Moment der Trostlosigkeit in Chris’ Augen erhasche, der mich an den Schmerz erinnert, den er unter all seinem sexy Charme versteckt. Meine Entscheidung, mit ihm nach Paris zu reisen, war absolut richtig. Irgendwie werde ich dafür sorgen, dass dieser Schmerz weggeht.

Als sich Chris auf den Sitz zwischen mir und unserer Reisegefährtin setzt, betrachte ich das Pflaster auf seiner Stirn und den Verband um seinen Arm. Ich wusste, dass er gestern Abend einen Streifschuss am Kopf abbekommen hat, aber von seinem Arm wusste ich nichts.

Mir wird flau. Als er sein Bike auf den Rasen geworfen hat, um mir das Leben zu retten, hätte er leicht selbst sterben können. »Wie geht es dir?«, frage ich und berühre sanft den Verband.

»Die Kopfverletzung ist weniger schlimm, als ich dachte. Das am Arm hatte ich erst gar nicht gemerkt, aber einige Stiche, und es war in Ordnung.« Seine Hand bedeckt meine – groß und warm und wunderbar. »Und die Antwort auf deine Frage ist: Mir geht es hervorragend. Du bist hier.«

»Chris.« Sein Name kommt als ein seidiges Knistern aufgestauter Gefühle aus meinem Mund. Es gibt so viel Unausgesprochenes zwischen uns. Eine solche Anspannung, die von dem Streit herrührt, den wir hatten, bevor ich zu Marks Haus aufgebrochen bin und er mir gefolgt ist. »Ich …« Gelächter aus der Reihe hinter uns lässt mich verstummen und ruft mir ins Gedächtnis, dass wir nicht allein sind. »Wir müssen …«

Er beugt sich vor und küsst mich, eine sanfte Liebkosung seiner Lippen auf meinen. »Reden. Ich weiß. Und das werden wir auch. Wenn wir nach Hause kommen, werden wir alles regeln.«

»Nach Hause?«

»Baby, ich habe es dir doch gesagt.« Er fädelt seine Finger zwischen meine. »Was mein ist, ist dein. Wir haben ein Zuhause in Paris.«

Natürlich hat er ein Zuhause in Paris. Ich habe bisher nur nicht darüber nachgedacht. Dann senke ich den Blick auf unsere verschlungenen Finger und frage mich: Wird sein Zuhause in Paris auch zu meinem werden?

Chris berührt mich am Kinn, und ich sehe ihn an. »Wir werden alles regeln, wenn wir dort sind«, wiederholt er.

Ich schaue ihm forschend ins Gesicht und suche nach der Sicherheit in seinem Versprechen, die ein Mann, der immer alles unter Kontrolle hat, ausstrahlt, finde sie aber nicht. Sein verhangener Blick zeugt von Zweifeln. Chris ist sich nicht sicher – und weil er es nicht ist, bin ich es auch nicht.

Aber er will es so, und ich will es auch. Seine Worte müssen fürs Erste genügen, aber wir beide wissen, dass es nicht genug für die Zukunft ist. Nicht mehr.

Freitag, 13. Juli 2012

Ich habe ihn angerufen.

Ich hätte ihn nicht anrufen sollen, aber ich habe es getan, und es war beinahe mein Untergang. Allein schon zu hören, wie er mit dieser vollen samtigen Stimme »Rebecca« gesagt hat. Morgen soll ich nach Australien aufbrechen, und ich bin mir nicht sicher, ob ich es kann. Ich bin mir nicht sicher, ob es meinem neuen Mann gegenüber fair wäre – nicht, da ich nun weiß, dass ich immer noch in meinen Meister verliebt bin.

Und heute Nacht war er anders. Er war mehr als ein Meister. Heute Nacht war er ein Mann, der mich als Frau zu erkennen schien, nicht nur als Sub. Ich habe Verletzlichkeit in seiner Stimme gehört. Ich habe nackte Bedürftigkeit wahrgenommen und sogar ein Flehen. Kann ich wagen zu glauben, dass er bereit ist zu entdecken, dass Liebe existiert?

Jetzt schwimme ich im Meer seines Versprechens, dass sich alles ändern wird, wenn ich nach Hause komme. Er hat in San Francisco angerufen und in seinem Haus, meinem Zuhause. Er will, dass ich wieder bei ihm einziehe. Es wird keinen Vertrag zwischen uns geben. Es wird nur uns geben.

Ich will uns. Ich brauche uns. Warum also beschleicht mich diese beängstigende Ahnung, dieses tiefe ungute Gefühl? Dasselbe Gefühl, das ich hatte, als ich diese schrecklichen Albträume von meiner Mutter hatte? Was gibt es nach meiner Entscheidung, zu ihm zu gehen, anderes als Kummer zu befürchten? Und es ist ein wenig Kummer wert, die Wahrheit über uns herauszufinden. Herauszufinden, ob wir das sein können, was wir immer geglaubt haben.

2

Ich blinzele mich wach und bin noch ganz schlaftrunken, als ich Chris schlummernd neben mir liegen sehe. Der Schall irgendeiner Ankündigung durchdringt meine Benommenheit, und ich erinnere mich daran, dass ich in der ersten Klasse des Flugzeugs sitze, das wir vor vielen Stunden in Dallas bestiegen haben. Eine der Flugbegleiterinnen ist auf Französisch durch den Lautsprecher zu hören, und das einzige Wort, das ich verstehe, ist »Paris«.

Ich konzentriere mich auf Chris, dessen sinnlicher Mund entspannt ist; sein Haar ist ein zauberhaftes Chaos. Ich muss lächeln, wenn ich daran denke, wie er reagieren würde, wenn man ihn zauberhaft nennt, und meine Finger wandern zu seiner Wange und zeichnen sanft sein starkes Kinn nach. Er ist so schön – nicht auf klassische Weise wie Mark, sondern rau und so vollkommen männlich. Ich weiß nicht mal, ob ich Mark noch immer gut aussehend finde. Ich bin mir überhaupt nicht mehr sicher, was ich über Mark denke.

Chris’ Lider heben sich, und seine strahlend grünen Augen finden meine. »Hey, Baby.« Er ergreift meine Hand, mit der ich ihm über die Lippen gestrichen habe, und küsst meine Handfläche. Die Berührung erzeugt ein Kribbeln meinen Arm hinauf und über meine Brust. Es lässt sich tief in meinem Bauch nieder.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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