Deepening Love - Iva Samina - E-Book

Deepening Love E-Book

Iva Samina

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Beschreibung

»Diese wunderbare Frau leistet Friedens-, Glücks- und Sinnarbeit – mehr geht nicht.«
HAJO SCHUMACHER


Dein Weg zu einer erfüllten Partnerschaft

Iva Samina zeigt, wie jede(r) erfüllte Sexualität erleben und sich als Paar selbstbestimmt auf Augenhöhe begegnen kann. Die Voraussetzung eines gelingenden Miteinanders liegt für sie nicht darin, sein Heil bei einer anderen Person zu suchen, sondern zuerst einmal darin, sich besser wahrzunehmen, die Beziehung zu sich selbst zu klären und einen Einklang zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen in sich herzustellen. Dann kann man sich auf den Weg zu einer natürlichen und ehrlichen Intimität machen. Wahrheit und offene Kommunikation sind die Basis, um eine innige Beziehung zu entwickeln, sich achtsam zu begegnen und zu berühren und vertraute Nähe entstehen zu lassen.

»Wow! Dieses Buch ist eine ebenso zärtliche wie kraftvolle Befreiung von einem der tiefsten Irrtümer in unserer Kultur: dass eine glückliche Beziehung das WIR mehr brauchen würde als das ICH … Die Zeit ist reif für Begegnungen, die sich entfalten im LIEBEN statt im BRAUCHEN. Und hier ist ihr Buch. Möge es Wellen schlagen!« -- Ilan Stephani, Bestseller-Autorin und Körperforscherin

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 184

Veröffentlichungsjahr: 2022

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VOMICHZUMWIR

Iva Samina zeigt, wie du erfüllte Sexualität erleben und in der Partnerschaft dem anderen selbstbestimmt auf Augenhöhe begegnen kannst. Die Voraussetzung eines gelingenden Miteinanders liegt für sie darin, zuerst einmal sich selbst besser wahrzunehmen, die Beziehung zu sich zu klären und einen Einklang in sich herzustellen. Wahrheit und offene Kommunikation sind dann die Basis, um eine innige Partnerschaft zu entwickeln, sich achtsam zu begegnen und zu berühren und vertraute Nähe entstehen zu lassen. In dieses Buch lässt Iva Samina all ihr Wissen und ihre Erfahrung einfließen, um dir die Wege aufzuzeigen, auf denen du zu einer natürlichen und ehrlichen Intimität gelangen kannst.

Iva Samina ist in Italien aufgewachsen. Mit 21 Jahren war sie bereits Mutter von drei Kindern. Kraftvolle Weiblichkeit ist ihr Lebensthema. Seit 2010 gibt sie mit Vorträgen, Sessions, Workshops und Trainings Tausenden von Menschen ein neues Körperempfinden und selbstbestimmtes Leben, indem sie ihnen zu einer lustvollen Sexualität verhilft. Sie ist Mitglied im Tantramassage-Verband e.V. und in der European Association of Sexological Bodyworkers.

www.ivasamina.com

Die Journalistin Tina Molin, 1973 in Wien geboren, widmet sich seit der Geburt ihrer Tochter auf ihrem Blog www.happyvagina.de den Themen Sexualität, Lust und Weiblichkeit und schreibt unter anderem für Stern+ die Kolumne »Sex ab 40«.

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.Alle im Buch vorkommenden Personen wurden zur Wahrung des Persönlichkeitsrechts verfremdet. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist rein zufällig und in keiner Weise beabsichtigt.

Copyright der deutschen Ausgabe © 2022 Kösel-Verlag, München,

in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Umschlag: zero-media.net, München

Umschlagmotiv und Innenillustration: © Sandra Staub design. illustration. print.

Redaktion: Diane Zilliges

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

Druck und Bindung: Litotipografia Alcione s.r.l., Lavis

ISBN 978-3-641-28761-0V001www.koesel.de

»Wow! Dieses Buch ist eine ebenso zärtliche wie kraftvolle Befreiung von einem der tiefsten Irrtümer in unserer Kultur: dass eine glückliche Beziehung das WIR mehr brauchen würde als das ICH… Nun ist die Zeit reif für ein radikales neues Paradigma – für tief gelebte Intimität mit sich selbst und für Begegnungen, die sich entfalten im LIEBEN statt im BRAUCHEN.«

ILAN STEPHANI, BESTSELLER-AUTORIN UND KÖRPERFORSCHERIN

INHALT

Gib mir und dir ein Ja

Hallo, ich bin Iva

SCHWIERIGKEITENINBEZIEHUNGEN

Einengende Rollenbilder

Im Partner aufgehen

So geht es nicht weiter

DERWEGZUMSELBSTBESTIMMTENICH

Gesunde Grenzen

Selbstwahrnehmung

Selbstermächtigung

Ermächtigung im Außen

Selbstfindung

Eigenverantwortung

Verantwortung ganz umfassend

GRUNDBAUSTEINEEINERERFÜLLTENPARTNERSCHAFT. BASICSDESWIR

Verletzlichkeit

Ehrlichkeit

Wertschätzung

Abgrenzung

Talk to me. Kommunikationskultur

Wie gelingt eine erfüllte Partnerschaft?

Achtung: Projektionen

Was sorgt für ein stabiles Fundament?

INTIMITÄTUNDERFÜLLTESEXUALITÄT

Nähe versus Intimität

Widerstand versus Grenzen

Fehlerfreundlichkeit

Ehrlichkeit beim Sex

Präsenz leben

Die sechs Pfeiler der Liebe

Das weibliche und das männliche Prinzip

Der Fluss der Liebe: Plus- und Minuspole

Wie entsteht also eine nährende Sexualität?

Noch ein Wort zum Schluss

Danksagung

Lass uns im Kontakt bleiben. Work with me

Meine Buchempfehlungen

Für dichFür michFür uns

GIB MIR UND DIR EIN JA

Eine Beziehung zu führen, ist eine Herausforderung. Die wenigsten von uns haben gute Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Romantische Hollywood-Filme und Romane sind uns keine große Hilfe, enden sie doch meist mit dem Happy End, der Hochzeit. Doch der herausfordernde Teil kommt danach: im Alltag, im Klein-Klein, mit den Jahren, den Kindern, dem Hausbau und all dem.

Ich habe – wie du wahrscheinlich auch – einige Erfahrung mit Beziehungen sammeln dürfen. Ich habe Langzeitbeziehungen geführt, das klassische Familienmodell mit Kindern, ich habe eine Partnerschaft mit zwei Menschen gleichzeitig gelebt, aber auch als Body-Workerin und Sex-Coach habe ich viele Kund:innen auf dem Weg zu bewussten, erfüllten und intimen Beziehungen begleiten dürfen. In diesem Buch teile ich mein Wissen mit dir. Vorneweg will ich dir eine Weisheit schenken: Das Leben ist immer für uns. Wenn wir in einem Verhaltensmuster gefangen sind oder im Hamsterrad feststecken, kommt das Leben vorbei und macht uns ein Geschenk.

Oft wollen oder können wir es als solches nicht erkennen. Doch dieses Buch könnte für dich genauso ein Geschenk sein. Ist es Zufall, dass du es jetzt in den Händen hältst? Möchtest du deiner Beziehung einen Schubser geben? Dich inspirieren lassen? Fenster auf, neue Ideen rein? Das ist super!

Mit diesem Buch aber kannst du noch einen Schritt weiter gehen und über das Lesen hinaus aktiv werden. Warum ist das wichtig? In meinen Coachings mache ich oft die Erfahrung, dass meine Kund:innen sagen: »Iva, mach mal« oder »Iva, heil das mal«. Doch ich kann nichts heil machen, das kannst nur du. Du fragst dich jetzt: »Wie soll ich bitte meine Beziehung heilen? Es ist alles so kompliziert!« Keine Sorge, du musst nicht gleich losrennen und alles verändern, ein Ja zum ersten Schritt reicht völlig aus. »Ja, ich will meine Beziehung verbessern.« Dann kommt vielleicht gleich darauf ein: »Ja, ich lese dieses Buch.« Und dann: »Ja, ich mache die Übungen darin.« Du hast es in der Hand. Stillstand oder Veränderung. Ein erstes Ja reicht völlig aus.

Habe ich dein Ja? Super, dann los.

HALLO, ICH BIN IVA

Lass mich dir zuerst ein bisschen was über mich erzählen, damit du weißt, mit wem du deine Lesezeit verbringst, und schon mal einen Eindruck davon bekommst, was ich dir hier zu geben habe. Ich bin in der Nähe von Frankfurt am Main geboren und die ersten Jahre dort aufgewachsen, meine Teenagerjahre jedoch habe ich in Italien verbracht. Wir lebten in einer ländlich gelegenen Kommune und besetzten Bauernhäuser, teilweise in großer Armut. Der Kontrast zwischen meiner Kindheit und meiner Jugend war sehr groß. Wir hatten keinen Strom, kein fließendes Wasser, das nächste Dorf war fünf Kilometer entfernt, das nächste Telefon ebenfalls. Wir hatten wirklich kein Geld. Das können sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen. Wir hatten nicht mal ein Bad, deshalb sind wir in den Wald aufs Klo gegangen.

Mit sechzehn Jahren bin ich zum ersten Mal Mutter geworden. Dann mit neunzehn und noch einmal mit einundzwanzig Jahren. Mit meinen beiden Töchtern bin ich im Alter von neunzehn Jahren zurück nach Deutschland gegangen, dort habe ich später meine dritte Tochter bekommen. Umgezogen bin ich mit den beiden Vätern meiner Kinder und ganz vielen Freund:innen. Alle wollten Ende der Neunzigerjahre nach Berlin und für mich war klar: Da gehe ich mit. Meine berufliche Perspektive in Italien wäre Putzfrau für fünf Euro Stundenlohn gewesen. Ich wusste: Das ist nicht meine Zukunft. Deshalb habe ich meine beiden Kinder eingepackt, bin ins Auto eingestiegen und mitgefahren.

Der Wechsel nach Berlin war herausfordernd. Ich musste mit dem Überangebot an Reizen und Waren, Menschen und Angeboten der Großstadt klarkommen. Dazu gehörten auch all die verschiedenen Lebenskonzepte und Paarkonstellationen, die ich aufregend und faszinierend fand (und finde).

Ich selbst habe viele unterschiedlichen Paarkonstellationen gelebt. Ich habe drei Kinder von zwei Vätern, die übrigens gut miteinander befreundet sind. Ich habe in einer langen Beziehung mit Partner und Kindern gelebt, also in der klassischen Kleinfamilie. Die wechselte sich dann mit dem Konzept der offenen Beziehung ab. Später habe ich in einer Partnerschaft mit einer Frau gelebt, aber auch polyamourös mit einer Frau und einem Mann, und zwischendurch war ich natürlich immer wieder Single mit verschiedenen geliebten Personen.

Meine persönlichen Erfahrungen stellen in der Arbeit mit meinen Kund:innen heute eine Bereicherung dar, da ich mich sofort vorurteilsfrei in ihre Lage hineinversetzen kann. Das ist natürlich ein großes Geschenk für die Menschen, die zu mir kommen, denn aufgrund meiner eigenen Liebesgeschichten kenne ich kaum mehr festgefahrene Denkmuster und Vorbehalte.

Ich habe diese unterschiedlichen Beziehungen nie angestrebt, sie sind einfach passiert und ich habe sie genossen und erforscht. Mir ist das Geschlecht total egal, die Hautfarbe ist mir total egal, selbst das Alter ist mir total egal. Ich war mit Menschen zusammen, die viel jünger waren als ich, und mit solchen, die viel älter waren. Alle Menschen und alle Beziehungsformen haben ihre Daseinsberechtigung und ihre Schönheit.

In Berlin habe ich viele Ausbildungen absolviert. Mein größter Wunsch war es, Hebamme zu werden, doch leider (oder zum Glück?) wurde ich an der Hebammenschule nie genommen. So habe ich viele andere Ausbildungen gemacht. Ich bin zertifizierte systemische integrative Sozialtherapeutin, Hypnotherapeutin und Heilpraktikerin sowie Hypnobirthing-Kursleiterin und Doula, Geburtsbegleiterin. Nach vielen Jahren in der Geburtsbegleitung habe ich gemerkt, dass ich mehr mit Körperberührung arbeiten möchte, und bin noch tiefer in die Materie eingestiegen. Ich habe eine Ausbildung zur Tantramasseurin, Sexological Bodyworkerin und Frauen-Heil-Masseurin absolviert. Das waren wunderbarere Türöffner, um mehr über Männer, Frauen und sämtliche Geschlechter zu lernen und noch mehr Rollenklischees im Bereich Sexualität abzulegen.

HAMSTERRAD BEZIEHUNG

Heute bin ich zweiundvierzig Jahre alt. Ich praktiziere als Sexologin, Sex-Coach und Bodyworkerin in Berlin. In meine Praxis kommen immer wieder Menschen, die ein großes Fragezeichen haben in Bezug auf Beziehung und Sexualität. Da gibt es viel Hilflosigkeit und Unwissenheit. Die meisten Menschen und Paare, so scheint es mir, sind gefangen in einem Hamsterrad. In den meisten Fällen geht das klassische Kleinfamilien-Modell von Mutter, Vater, Kind und Einfamilienhäuschen nicht auf.

Kennst du all diese Themen? Dieses Buch soll dir helfen, dich für Neues zu öffnen. Das heißt nicht, dass das alte Beziehungsmodell nicht mehr sein darf, sondern dass viel mehr Beziehungsformen daneben existieren können oder im Laufe eines Lebens hintereinander gelebt und geliebt werden dürfen. Mit diesem Buch möchte ich dir helfen, dich zu öffnen und zu erforschen, was individuell für dich passend ist.

Ich kann kein Allheilmittel nennen, wie eine erfüllte Partnerschaft funktioniert, denn das ist sehr individuell. Jeder Partner, jede Partnerin ist unterschiedlich und jede Partnerschaft hat ihre ganz eigene Dynamik. Was ich mit meinen Kund:innen (und in diesem Buch) jedoch machen kann, ist, einen gangbaren Weg aufzuzeigen. Welche Wege gibt es noch außer denen, die wie vorgelebt bekommen haben? Außerhalb der Beziehungsform unserer Eltern- und Großelterngeneration, der Hollywood-Filme und der romantischen Liebesgeschichten? Die gesellschaftlichen Strukturen machen es häufig schwierig, dass wir unsere individuelle Beziehungsform finden, doch es ist wichtig, neue, andere Wege aufzuzeigen, sollten die bisherigen nicht (mehr) funktionieren.

Ich sehe mein Angebot wie einen Werkzeugkoffer. In dem Koffer sind verschiedene Werkzeuge, die ich im Laufe meiner Arbeit, meiner Ausbildungen und meiner persönlichen Erfahrung für gut, hilfreich und nützlich befunden habe. Meine Kund:innen probieren diese Werkzeuge aus und stellen sich mit der Zeit ihren eigenen Tool-Kasten zusammen, der individuell zu ihnen passt. Wenn in der Beziehung dann Schwierigkeiten oder Herausforderungen auftauchen, greifen sie zu dem Werkzeug, der Übung, der Gesprächsform, mit der sie am besten agieren oder darauf reagieren können.

Meine Tools, mein umfassendes Wissen, meine jahrzehntelange Erfahrung und meine persönlichen Erlebnisse lasse ich in dieses Buch einfließen, um zu zeigen, wie eine nährende Beziehung gelingen kann. Denn die meisten Menschen sehnen sich nach einer Beziehung, doch das Hauptproblem ist, dass sie meist keine (gute) Beziehung zu sich selbst haben. Solange es jedoch keine liebevolle, wertschätzende und achtsame Beziehung zu uns selbst gibt, solange gibt es auch keine zu anderen. Aus meiner Erfahrung ist es als Erstes enorm wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören, auf die eigenen Grenzen zu schauen und zu wissen: Was brauche ich eigentlich? Was will ich wirklich? Was tut mir gut? Sich selbst geben zu können, was man braucht, und nicht auf den rettenden Prinzen oder die umsorgende Prinzessin auf dem Schimmel zu warten, ist wichtig. Dieses Buch soll dir helfen, erst mal selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und loszureiten.

Im ersten Kapitel beleuchten wir den Status quo in den typischen Partnerschaften hierzulande. Welche (festgefahrenen) Beziehungsmodelle gibt es und warum funktionieren sie oftmals nicht (mehr)?

Im zweiten Kapitel dreht sich alles um das Ich, von Selbstwahrnehmung bis Selbstermächtigung. Schritt für Schritt erkläre ich dir, warum ein autarkes Selbst für eine gelungene Beziehung wichtig ist. Dazu gibt es jede Menge Praxisbeispiele und Übungen, die du allein, mit Partner:in oder Freund:innen machen kannst.

Im dritten Kapitel erkläre ich dir die Grundbausteine für eine erfüllte Partnerschaft. Es erzählt dir, warum Verletzlichkeit, aber auch Wertschätzung wichtige Fähigkeiten für ein solides Beziehungsfundament sind. Anhand von zahlreichen Praxisangeboten übst du diese Eigenschaften und etablierst sie nach und nach in einem Alltag.

Im letzten Kapitel dreht sich dann alles um eine erfüllte Intimität und Sexualität. Ich zeige dir die Sechs Pfeiler der Liebe, denn auf diesen wichtigen Säulen ruht eine erfüllte Sexualität. Außerdem teile ich mit dir altes Wissen aus dem Tantra und dem Tao, ich erkläre dir, warum Männer wie Feuer und Frauen wie Wasser sind und wie sich das auf ihre Sexualität auswirkt. Wir sprechen über die Berührungsprinzipien Stein und Spirale und wie sie sich auf die Art, wie und wann wir berührt werden, auswirken. Außerdem erkläre ich dir im Kapitel »Der Fluss der Liebe: Plus- und Minuspole«, wie der »Tantrische Quicky« geht, für eine erfüllte Sexualität im Alltag.

Bist du bereit? Bekomme ich von dir ein erneutes Ja? Dann lass uns loslegen … Eines aber noch vorneweg:

GENDER & CO.

Ich weiß, dass es sehr viele Geschlechter gibt, und respektiere das. In meine Praxis kommen sehr unterschiedliche Menschen mit ihren Themen. Die meisten sind heteronormative Cis-Frauen und -Männer, von daher stammen die meisten Praxisbeispiele von heterosexuellen Paaren. Wo immer es im Buch gut möglich war, habe ich gegendert. Einfachheitshalber spreche ich jedoch von Mann und Frau und bitte LBGQTIA*, sich dennoch angesprochen zu fühlen.

Wenn ich von männlichem oder weiblichem Verhalten spreche, ist mir durchaus klar, dass sich nicht alle Männer und Frauen so verhalten. Ausnahmen gibt es natürlich immer.

Große Teile meiner Arbeit und auch meiner Übungen beziehen sich auf alte Traditionen aus dem Tao und dem Tantra, die das männliche und weibliche Prinzip beschreiben. Da ich selbst mit einer gleichgeschlechtlichen Person in einer Beziehung war, habe ich diese Übungen damals für mich umgewandelt und angepasst. Ich würde mich daher freuen, wenn sich Menschen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben und/oder sich keinem oder einem anderen Geschlecht zugehörig fühlen, von der Terminologie weiblich/männlich nicht abschrecken lassen, sondern es für sich so übersetzen, dass es für sie stimmig ist.

Jetzt geht’s aber wirklich los. Lass uns starten.

SCHWIERIGKEITEN IN BEZIEHUNGEN

Eine Partnerschaft, gerade eine erfüllte Partnerschaft zu erhalten, bedeutet viel Arbeit. Sowohl viel Arbeit an sich selbst, aber auch Arbeit als Paar. Man ist aufgerufen, sich immer wieder Schattenmuster anzuschauen, blinde Flecken zu erkennen und ins Bewusstsein zu holen und sich zudem zu erlauben, zu fühlen, was gefühlt werden möchte. Das ist nicht einfach, manchmal sogar herausfordernd, doch das Ergebnis lohnt den Aufwand. Bevor es jedoch zu Veränderungen in Richtung einer erfüllten Partnerschaft kommt, beobachte ich oft, dass Paare in festgefahrenen Rollenbildern stecken. Ich zum Beispiel bin früher wegen meines Partners an Urlaubsorte gefahren, an die ich nie wollte.

»Wir stecken in Rollenbildern fest, bis plötzlich der Moment kommt, wo es nicht mehr geht. Wo das Klischee zum Gefängnis wird – und man durchdreht.

Plötzlich fand ich mich in einem All-inclusive-Ressort wieder, obwohl ich total Lust hatte herumzureisen, Land und Leute zu entdecken und Abenteuer zu erleben. Mein Partner wollte damals nicht so viel Action und ich wollte mich nicht streiten. »Man fährt eben zusammen in Urlaub«, habe ich gedacht. »Das machen Paare so.« Dann habe ich relativ lustlos am Strand rumgelegen und war unglücklich. Ich bin damals leider noch nicht auf die Idee gekommen, dass wir auch getrennt fahren könnten oder uns zumindest teilweise auf unterschiedliche Reiserouten begeben könnten, um uns dann später fröhlich, gut gelaunt und aufgetankt wiederzutreffen und nur die letzten Tage zusammen zu verbringen. Es war zu dem Zeitpunkt in meiner Partnerschaft noch so, dass mein Partner den Weg bestimmt hat – und ich gefolgt bin. Ich steckte in diesem Rollenbild fest. Einem Rollenbild, das weder zu mir passte noch wahrscheinlich zu meinem Partner. Oft fällt es uns enorm schwer, uns daraus zu befreien. Die Konditionierung durch Kindheit und Gesellschaft ist häufig sehr stark.

Ich beobachte solche festgefahrenen Rollenbilder bei vielen Paaren. Man sieht es schon bei den Kleinigkeiten. Meistens fährt der Mann das Auto und die Frau sitzt daneben. Muss das wirklich so sein? Wäre sie nicht manchmal die bessere, entspanntere, ortskundigere Fahrerin? Wenn ein Kind schreit, steht sofort die Frau auf und kümmert sich. Muss das so sein? Ist der Vater nicht vielleicht relaxter und geduldiger?

Dann hauen wir auf den Tisch und brüllen: »Ich hasse All-inclusive-Urlaube!« Dann sind wir mittendrin in der Transformation, die aus meiner Sicht immer in drei Stufen abläuft. Auf der ersten Stufe geschieht das Erkennen. Wo man auf der Liege brutzelt und denkt: Ich hasse diesen Urlaub! Ich hasse dieses Leben! Ich will nicht mehr! Sobald wir anerkennen, dass es ein Problem gibt, haben wir Zugang zur zweiten Stufe, auf der wir Veränderungen bewirken wollen. Es braucht diesen unbedingten Willen zur Veränderung, diesen enormen Leidensdruck, der uns vorwärts treibt, sonst klappt es mit der nächsten Stufe nicht. Auf der muss die Veränderung nämlich in die Tat umgesetzt werden. Ein Buch wird gekauft, ein Kurs wird gebucht, ein Gespräch wird geführt, ein Koffer gepackt oder eine Trennung vollzogen.

Wie lange jede Stufe beziehungsweise der gesamte Prozess dauert, ist sehr individuell. Die erste Stufe passiert oft in dem Augenblick, wo der Schmerz, die Unzufriedenheit in der Partnerschaft oder die Streitereien zu groß werden. Man merkt plötzlich: Ich bin nicht glücklich. Irgendwas stimmt hier nicht. Wo du in deinem eigenen Prozess aktuell stehst, kann dir die folgende Übung zeigen.

STATUS QUO

Nimm dir ein Blatt Papier und einen Stift und schreib auf:

Wie zufrieden bist du mit deiner Beziehung auf einer Skala von 1 bis 10. 1 steht für »nicht zufrieden«. 10 steht für »mega«.Was gefällt dir?Was gefällt dir nicht?Hand aufs Herz: Was wünschst du dir tief in deinem Herzen?

EINENGENDE ROLLENBILDER

Lass uns jetzt mal beleuchten, ob es in deiner Beziehung ein festgefahrenes Rollenbild gibt. Oft sind wir uns dessen nämlich gar nicht bewusst. In meiner Praxis erlebe ich es häufig, dass Paare mit einem fixen Konzept ihrer Partnerschaft zu mir kommen. Dieses Konzept hat sie eine ganze Weile getragen, gestützt und geschützt, doch ist es irgendwann zum Korsett, zum Gefängnis geworden.

Das bekannteste Konzept ist das des Versorgers (wobei es heutzutage auch immer öfter eine Versorgerin gibt). Das heißt: Eine Person bringt das Geld nach Hause und die andere kümmert sich um den Haushalt und das Kind/die Kinder. Einer schultert also die finanzielle Verantwortung und einer »hält ihm oder ihr den Rücken frei«, wie es so schön heißt. Heutzutage gibt es natürlich sehr viele Frauen, die in Teilzeit arbeiten, dennoch wissen wir, dass dies ihre drohende Rentenlücke kaum verkleinert und sie finanziell abhängig vom (Ehe-)Mann sind. Solche Paare sind oft sehr gut eingespielt, sodass ihr Alltag reibungslos läuft. Doch immer wieder erlebe ich es, dass bei ihnen Flaute im Bett herrscht. Als Team top, als Liebende flop.

Es gibt noch viel mehr Konzepte. Im Folgenden habe ich einige aufgezählt, jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll eher der Inspiration dienen. Vielleicht magst du mal reinfühlen, ob eines der folgenden Konzepte auf dich passt? Oder einen Blick auf deine Beziehung werfen und herausfinden, was euer »Konzept« ist?

STATUS

Einer der beiden Partner hat einen hohen Status, ist der »tolle Hecht« oder der Superverdiener.

Wenn man in seinem Feld ist, dann geht der Ruhm, das Geld, das Prestige auf einen über. Man kann Teil einer High Society, Teil eines Inner Circles, Teil der besseren Gesellschaft oder einer anderen tollen Welt werden und fühlt sich so bestätigt.

PRAXISBEISPIEL

Sabine kommt aus einer sehr reichen Großindustriellenfamilie, Martin hat es zu einem kleinen, gut laufenden Handwerksbetrieb gebracht. Durch die Ehe mit Sabine bekommt er Zugang zu ihren Kreisen, was sich in Form von guten Kontakten, einem gehobenen Lifestyle und lukrativen Aufträgen für ihn auswirkt. Auch wenn es in der Beziehung schon lange kriselt, ist an Trennung nicht zu denken, denn Sabine würde das Gesicht vor ihren Freund:innen verlieren und er seinen angeheirateten Status inklusive Yachtclub, Golfclub und Zugang zu den oberen Zehntausend.

BRUDER-SCHWESTER

Es gibt Beziehungen, in denen sich beide Partner sehr lieben, aber überhaupt kein Interesse an gemeinsamem Sex haben. Ihre Beziehung gleicht der von Bruder und Schwester: innig, liebevoll, achtsam, aber asexuell.

PRAXISBEISPIEL

Bei Adam und Saskia gibt es viel Raum für Nähe. Sie gehen Hand in Hand spazieren, sie besuchen gern zusammen Ausstellungen und kochen gemeinsam. Sie nehmen sich bewusst Zeit füreinander und genießen ihre Quality-Time. Doch es gibt kein sexuelles Entflammen, keine Leidenschaft, kein erotisches Prickeln zwischen ihnen. »Das ist nach so vielen Jahren eben so«, sagt sie. Oder: »Sie ist so ein Lichtwesen, Sex passt nicht zu ihr«, sagt er.

DRAMATISCHE TRENNUNG

Es gibt Paare, wo beide gerade eine traumatische Trennung durchgemacht haben. Beide haben etwas Ähnliches durchlebt, sie verstehen einander, können einander Halt geben und sich vielleicht sogar gegenseitig als Opfer bestätigen. Manchmal dient man sich in einer solchen Paarkonstellation gegenseitig als Trostpflaster, manchmal nutzt man sie, um eine innere Leere zu überwinden, und manchmal, um einen inneren Schmerz nicht fühlen zu müssen.

PRAXISBEISPIEL

Ruth hat vor einer Weile eine sehr schmerzvolle Trennung erlebt, unter der sie noch leidet. Sehr bald lernt sie Zelda kennen, die auch frischer Single ist. Sie merken schon beim ersten Kennenlernen, dass sie viel gemeinsam haben. Plötzlich ist da eine neue schöne Energie, Ruth fühlt sich nicht mehr so allein, sie wird wieder geliebt und sie kann wieder lieben. Sie stürzt sich voll in die neue Beziehung, wodurch sie sich mit dem alten Schmerz, den sie noch nicht verarbeitet hat, nicht auseinandersetzen muss.

VOLLES LEBEN

Ich glaube, das ist heutzutage die häufigste Beziehungsform: Beide haben ein total volles Leben. Beide sind berufstätig, es gibt Kinder, Haushalt, Freund:innen und Hobbys. Der volle Kalender nimmt beide so in Anspruch, dass sie sich als Paar aus den Augen verlieren. Abends sind sie müde und gestresst und haben gar keine Lust (Zeit? Energie?) mehr auf Sex. Sie sind so im Hamsterrad gefangen, dass sie nur noch nebeneinanderher leben, aber nicht mehr miteinander.

PRAXISBEISPIEL