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Erfahre mehr über deine Sterne, dein Leben und dein Potenzial Schon seit Jahrtausenden wird die Astrologie genutzt, um Vorhersagen zu treffen, sich selbst besser kennenzulernen und den Sinn des Lebens zu verstehen. Ganz gleich, ob du dich neu dafür interessierst oder schon lange in der Astrologie nach Antworten suchst, hier lernst du, die Weisheit der Sterne zu erschließen. Erfahre alles über die Geschichte der Astrologie und die grundlegenden Elemente wie den Sonnenzeichen des Tierkreises, Modalitäten, Häusern und Mondphasen. Lerne dein Geburtshoroskop zu analysieren, interpretieren und tiefer zu betrachten. Detaillierte Horoskope geben weitere Einblicke, wie du dein Potenzial im Beruf und in deinen Beziehungen ausschöpfen kannst. Ein unverzichtbarer Leitfaden zur Astrologie für Anfänger und Fortgeschrittene.
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Seitenzahl: 216
Veröffentlichungsjahr: 2022
Louise Edington
Louise Edington
Verstehe, wer du bist: Alles, was du über dein Sternzeichen, deine Planetenkonstellation und dein Geburtshoroskop wissen musst
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen
2. Auflage 2023
© 2023 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Türkenstraße 89
80799 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Die englische Originalausgabe erschien 2020 bei Rockridge Press, an imprint of Callisto Media, Inc., unter dem Titel The Complete Guide to Astrology. © 2020 by Rockridge Press, Emeryville, California. All rights reserved.
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Übersetzung: Sabine Zürn
Redaktion: Ulrike Reinen
Umschlaggestaltung: Manuela Amode
Umschlagabbildung: Shutterstock.com vectortatu, Luxcor, EssentiallyNomadic
Layout: Katja Gluch
Satz: Satzwerk Huber, Germering
eBook: ePUBoo.com
ISBN Print 978-3-7474-0487-4
ISBN E-Book (PDF) 978-3-96121-875-2
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96121-876-9
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.mvg-verlag.de
Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de
Ich widme dieses Buch meiner Freundin Karen Krawczyk, die mich im Jahr 1989 auf die Idee brachte, Astrologin zu werden.
EINLEITUNG
TEIL I Grundlagen der Astrologie
1. KAPITEL Die Basics
2. KAPITEL Die vier Elemente und die drei Modalitäten
3. KAPITEL Die Sonnenzeichen
4. KAPITEL Aszendenten, Deszendenten und Dekane
5. KAPITEL Planeten und andere wichtige Himmelskörper
6. KAPITEL Die Aspekte
7. KAPITEL Die zwölf Häuser
TEIL II Das Geburtshoroskop verstehen
8. KAPITEL Die Struktur des Horoskops
9. KAPITEL Die eigene Deutung
10. KAPITEL Geburtshoroskope im Detail
TEIL III Wie du die Astrologie für Beruf und Partnerschaft nutzen kannst
11. KAPITEL Welcher Beruf eignet sich für welches Tierkreiszeichen?
12. KAPITEL Die Tierkreiszeichen und die Liebe
TEIL IV Zusammenfassung und astrologische Tabellen
13. KAPITEL Zum Schluss
GLOSSAR
ASTROLOGISCHE TABELLEN
ZUM WEITERLESEN
ÜBER DIE AUTORIN
Dieses Buch richtet sich sowohl an Einsteiger*innen als auch an bereits fortgeschrittene Anwender*innen der Astrologie oder Lernende. Hier erwarten dich leicht verständliche und grundlegende Informationen.
Ich betrachte das astrologische Horoskop als eine Art »Blaupause« unserer Potenziale und Möglichkeiten. Dabei würde ich nie behaupten, dass ein Tierkreiszeichen oder eine Planetenstellung nur gut oder nur schlecht ist, denn meines Erachtens gibt es immer einen Weg, um nicht nur Herausforderungen jeder Art zu überwinden, sondern auch alles andere, das unser persönliches Wachstum, unsere Entwicklung und die Kompatibilität mit anderen Zeichen blockiert. Aus dieser Haltung heraus habe ich das Buch geschrieben. Wir sind vielschichtige Wesen und können ganz bewusst entscheiden, wie wir unsere kosmische Blaupause nutzen.
Dies bedeutet nicht, dass ich mittels spiritueller Methoden ungelöste Probleme oder Verletzungen umgehe. Ich schaue mir Schattenthemen genau an und überlege, wie sie geheilt oder integriert werden könnte, statt ihnen auszuweichen.
Ich lade dich ein, das herkömmliche binäre Geschlechtersystem aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Die Sprache der Astrologie ist traditionell nicht geschlechtsneutral und verwendet die Bezeichnungen »männlich“ und »weiblich«. Doch unser Horoskop oder die kosmische Blaupause umfasst jeden Planeten und jedes Tierkreiszeichen, und sie alle gelten für jeden einzelnen Menschen. Weil das astrologische Horoskop kein Geschlecht vorgibt, verzichte ich hier ebenfalls darauf. Ich konzentriere mich auf den Menschen in seiner Ganzheit sowie auf seine Eigenschaften und verwende geschlechtsneutrale Begriffe. Das Buch ist eine grundlegende Einführung in die wichtigsten Bereiche der Astrologie und verfolgt einen völlig neuen Ansatz in der Sprache der Astrologie, denn die Planeten und Tierkreiszeichen sind per se nicht binär.
Ich verzichte auf Begriffe wie »männlich« und »weiblich« und spreche stattdessen von »Tag« und »Nacht«. Auf diese Weise wird niemand ausgegrenzt. Diese Bezeichnungen wurden bereits in der Antike verwendet und entsprachen in etwa dem männlichen beziehungsweise dem weiblichen Geschlecht. In Kapitel 1 gehe ich näher darauf ein. Ich danke dem Astrologen Jason Holley, dass er mich in dieses Konzept eingeführt hat, und Robert Hand und Brian Clark, deren Arbeit mir dabei geholfen hat, es zu erweitern.
Das Konzept von »Tag« und »Nacht« ermöglicht uns einen humanistischen Blick auf die innere Landschaft der Seele. Das Buch ist also eine Anleitung zur Horoskopdeutung, doch es fordert dich auch zu einer grundlegend geschlechtsneutralen astrologischen Sprache auf.
Zeit meines Lebens habe ich die Astrologie geliebt. Ich habe immer noch Aufzeichnungen aus meiner Teenagerzeit über die Eigenschaften der Sonnenzeichen. Es dauerte bis zu meiner ersten Saturn-Rückkehr im Alter von 29 Jahren (das ist der Zeitpunkt, zu dem der transitierende Saturn auf die ursprüngliche Position des Geburtshoroskops zurückkehrt), bis ich die für mich damals »echte« Astrologie entdeckte. Ein Freund deutete damals mein Horoskop für mich, gab mir einige Bücher mit … und ich war sofort infiziert. Das war im Jahr 1989. Ich verschlang diese Bücher regelrecht, lernte im Selbststudium, wie man Geburtshoroskope von Hand zeichnet, kaufte und studierte weitere Bücher, abonnierte Zeitschriften und übte mit meinen Freund*innen und deren Kindern.
Als ich heiratete und selbst Kinder bekam, ließ die Intensität meiner astrologischen Arbeit für einige Jahre nach, obwohl sie nie an Faszination für mich verlor. Im Oktober 2012 hatte ich zwei Umzüge hinter mir (von Großbritannien nach Australien und von dort in die USA), meine Kinder waren 15 und 13 Jahre alt, und ich war beruflich im Bereich Coaching tätig. Damals hatte ich die Vision, es wäre meine Bestimmung, als professionelle Astrologin zu arbeiten. Dafür studierte ich bei einem Lehrer und belegte Kurse, um meine Kunst zu verfeinern, und innerhalb weniger Monate war ich beruflich als Astrologin tätig.
Ich besuche auch heute noch Kurse, denn die Astrologie ist wie ein wundervoller und unendlich großer Kaninchenbau, in dem es immer Neues zu entdecken gibt. Ich habe in der Zwischenzeit Tausende von Readings durchgeführt, Kurse gegeben und fast täglich Artikel und Post über Astrologie geschrieben. Im November 2018 veröffentlichte ich als Anleitung für die persönliche Weiterentwicklung mein erstes Buch mit dem Titel Modern Astrology. Harness the Stars to Discover Your Soul‘s True Purpose. Außerdem bin ich schamanisch tätig und Aktivistin. Ich habe eine Schütze-Sonne mit einem Schütze-Stellium im 11. und 12. Haus und einen Schütze-Aszendenten mit Mond in den Zwillingen. Wer sich bereits in den Grundlagen der Astrologie auskennt, weiß jetzt bestimmt sofort, dass ich Schriftstellerin und Lehrerin bin und mich für soziale und politische Gerechtigkeit einsetze, was auch in meine Arbeit einfließt.
Dieses Buch ist für all jene, die ihr Studium der Astrologie auf die nächste Ebene heben möchten, und zwar auf Grundlage der Inklusion. Es ist für alle Menschen gedacht.
Herzlich willkommen!
Der erste Teil dieses Buchs eröffnet einen kurzen Blick auf die Geschichte der Astrologie sowie ihren aktuellen Stand und beschäftigt sich mit der Frage, warum sich die Sprache der Astrologie verändern sollte. Du lernst die wichtigsten Grundlagen des Horoskops kennen.
Schon seit Jahrtausenden werden mithilfe der Astrologie Vorhersagen getroffen. Heute nutzen wir sie, um mehr über unsere persönlichen Entwicklungs- und Wachstumsmöglichkeiten zu erfahren und um Einblicke in unsere Verhaltensmuster, einschränkenden Glaubenssätze und unser Potenzial zu gewinnen.
Die Astrologie hilft uns dabei, im Einklang mit den Elementen und Zyklen der Natur zu leben, für alle Lebensbereiche – von der Landwirtschaft über Beziehungen bis hin zum Berufsleben – den optimalen Zeitpunkt herauszufinden und uns mit psychologischen Fragestellungen und Erfahrungen aus früheren Leben auseinanderzusetzen. Sie stellt unsere Verbindung zu den natürlichen Zyklen des Universums her und unterstützt uns dabei, im Einklang mit jenen kosmischen Zyklen zu leben, die auf uns einwirken.
Auf höchster Ebene ermöglicht uns die Astrologie eine tiefere spirituelle Verbindung mit dem Universum und seinen Zyklen und hilft uns dabei, bewusste Entscheidungen zu treffen, die unser volles Potenzial ausschöpfen.
Meine Herangehensweise an das Thema Bewusstsein ist humanistisch und psychologisch geprägt. Für mich steht die innere Landschaft im Mittelpunkt. Auf das Bewusstsein unserer Seele wirken jeder Planet und jedes Tierkreiszeichen ein. Die Sprache der Astrologie hat das bisher nur unzureichend zum Ausdruck gebracht. Die Zeiten ändern sich, und damit auch die Sprache der Astrologie.
Aber warum macht Astrologie Sinn? Diese ewige Frage beantworte ich damit, dass sie auf jahrtausendelanger Beobachtung beruht. Obwohl es Zeiten gab, in denen sie an Bedeutung verlor, hat die Menschheit sich immer wieder aufs Neue dem Studium der Astrologie zugewandt, denn die sachkundige Interpretation der Bewegungen des Kosmos gibt Antworten auf den Sinn und die Kreisläufe des Lebens.
Diese uralte Wissenschaft beobachtet Zyklen und Bewegungen der Planeten im Laufe der Zeit und zeichnet Muster und Ereignisse auf, die durch die Bewegung des Kosmos ausgelöst werden.
So wie die Mondphasen die Gezeiten der Meere, den Menstruationszyklus, weitere biorhythmische Zyklen und unsere emotionalen Energien beeinflussen, wirken auch die anderen kosmischen Körper, Himmelskörper, Planeten, Asteroiden und mehr in uns. Alles im Universum ist miteinander verbunden – eine Tatsache, die Astrolog*innen schon lange bekannt ist, jetzt aber auch von der Wissenschaft mithilfe der Quantenmechanik erkannt wird. Sie besagt, dass jedes Atom andere Atome beeinflusst. In der Quantenphysik besteht alles aus Wellen und Teilchen. Nach der Verschränkungstheorie ist kein Teilchen völlig unabhängig. Auf den Punkt gebracht bedeutet das: Alles im Universum arbeitet zusammen, und die Bewegungen der kosmischen Körper aktivieren die Energie in uns und in der natürlichen Welt. Wir sind mit dem gesamten Universum verbunden. Alle Energien verflechten sich in einem komplizierten Tanz aus planetarischer Magie und Wissenschaft, und die Sprache der Astrologie deutet diesen Tanz.
Die Ursprünge der Astrologie liegen Tausende von Jahren zurück. Die Archäologie sieht in Höhlenmalereien, die Mondphasen zeigen, Beweise dafür, dass schon die frühen Menschen die Mondphasen beobachtet haben. Manche dieser Zeugnisse datieren vielleicht sogar bis 30 000 v. Chr. zurück.
Oft wird gesagt, dass die Astrologie auf Kalendersystemen beruhe, aber ich möchte behaupten, dass Kalendersysteme auf der Bewegung der kosmischen Körper basieren. Die frühesten Kalender richteten sich nach der Bewegung der Sonne, des Sterns Sirius (nach dem ägyptischen Kalender) oder des Mondes (nach dem griechischen Kalender).
Mit anderen Worten: Erst wurden die Planetenzyklen beobachtet und aufgezeichnet, dann folgten die Kalendersysteme auf Grundlage der Bewegungen des Kosmos.
Die Astrologie hat sich im Laufe der Jahrtausende weiterentwickelt und so entstanden verschiedene astrologische Richtungen, darunter die indische oder vedische Astrologie (Jyotisha). Sie beruht auf dem siderischen Tierkreis, während die westliche Astrologie, die ich praktiziere, den tropischen Tierkreis verwendet. Die chinesische Astrologie wiederum basiert auf einem 12-Jahres-Zyklus; die hellenistische Astrologie ist eine griechisch-römische Tradition, die vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. praktiziert wurde, und derzeit wiederentdeckt wird. Unsere westliche Astrologie hat sich aus der ptolemäischen und babylonischen Astrologie entwickelt, die einen eher psychologischen und entwicklungsorientierten Ansatz verfolgte.
Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Astrologie gehören unter anderem Claudius Ptolemäus, der im 2. Jahrhundert n. Chr. mit dem Tetrabiblos einen der wichtigsten astrologischen Texte verfasst hat, sowie Carl Gustav Jung (1875–1961), der als Erster die Astrologie im Bereich der Psychoanalyse anwandte. Alan Leo (1860–1917) gilt als Vater der modernen Astrologie. Zu meinen Favoriten gehört Dane Rudhyar (1895–1985); er hat die Humanistische Astrologie begründet und trug ebenfalls dazu bei, der modernen Astrologie den Weg zu bereiten.
Dieses Buch beruht auf der modernen westlichen Form der Astrologie. Doch alle anderen Traditionen haben ihre Berechtigung und unterscheiden sich lediglich in ihrer Herangehensweise: Einige sind eher auf Vorhersagen ausgerichtet, wie zum Beispiel die vedische Astrologie, während andere einen eher persönlichkeitsbildenden oder psychologischen Ansatz verfolgen.
Die moderne westliche Astrologie befasst sich mit der Erstellung von Horoskopen auf der Grundlage des tropischen Tierkreises für eine bestimmte Uhrzeit, ein bestimmtes Datum und einen bestimmten Ort. Der tropische Tierkreis unterteilt die Ekliptik in zwölf gleiche Teile zu je 30° (die Tierkreiszeichen) und orientiert sich an den Jahreszeiten. Der Tierkreis beginnt mit dem Frühlingsäquinoktium (Tagundnachtgleiche), wenn die Sonne in das Sternbild Widder eintritt. Die Ekliptik ist eine imaginäre Linie oder Ebene am Himmel, welche die scheinbare Bahn der Sonne markiert, in deren Verlauf Finsternisse auftreten.
Höhlenmalereien und Knochen sind die ersten Belege für die Beobachtung der Mondphasen. Die überlieferte Geschichte der Astrologie begann vor 6000 Jahren in Mesopotamien mit den Sumerern, welche die Bewegungen des Kosmos aufzeichneten, sowie mit der vedischen oder Jyotisha-Astrologie, die vor mindestens 5000 Jahren in Indien ihren Anfang nahm.
Von etwa 2400 bis 331 v. Chr. schufen die Babylonier, auch unter der Bezeichnung »Chaldäer« bekannt, den Tierkreis mit den Planeten, wobei die zwölf Horoskophäuser Lebensbereiche und Entwicklungsstufen repräsentierten.
Nach der Eroberung des Babylonischen Reiches durch Alexander den Großen entwickelten die Griechen die Astrologie weiter und verliehen den Planeten und Tierkreiszeichen ihre heute noch gebräuchlichen Bezeichnungen. Im Jahr 140 n. Chr. veröffentlichte Ptolemäus den Tetrabiblos. Seine Schrift über die Sterndeutung beinhaltete astrologische Elemente, wie zum Beispiel die Planeten und ihre Häuser, Aspekte und Trigone, die bis heute angewendet werden.
Im Laufe der Jahrhunderte erlebten das Studium und die Anwendung der Astrologie im Westen Auf- und Abschwünge, doch im Mittelalter kam es zur Blütezeit der Astrologie, die in die Wissenschaften der Mathematik, Astronomie und Heilkunde integriert wurde. So gab es königliche Astrologen, und die ältesten Universitäten hatten Lehrstühle für Astrologie.
Allerdings begann mit dem Machtgewinn der Kirche der Niedergang der Astrologie. Im Zeitalter der Aufklärung und der protestantischen Reformbewegungen im 17. und 18. Jahrhundert mit ihrer Orientierung an wissenschaftlicher Rationalität wurde die Sterndeutung als Aberglaube abgetan. Dadurch verlor die Astrologie an Bekanntheit, bis sie im späten 19. Jahrhundert wieder auflebte.
Die westliche Astrologie, wie wir sie heute kennen, wurde Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt. Dem englischen Astrologen und Theosophen Alan Leo wird der Beginn des neuen Interesses an der Astrologie und die Entwicklung einer spirituelleren und esoterischen Richtung zugeschrieben. Die Theosophie ist eine Lehre über Gott, die Welt und das spirituelle Leben des Menschen und beruht auf mystischen Erkenntnissen. Alan Leo führte die Vorstellungen von Karma und Reinkarnation in seine astrologische Arbeit ein und entwickelte die ereignisbezogene Astrologie weiter zur Charakteranalyse.
Auch der Theosoph Dane Rudhyar trug zur Wiederbelebung der Astrologie bei. Er begründete den psychologischen Ansatz in der Astrologie und prägte den Begriff und das Konzept der Humanistischen Astrologie. Rudhyars Arbeit basiert in erster Linie auf der Theosophie und auf östlichen Philosophien, außerdem war er von den Ideen Carl Gustav Jungs beeinflusst. Rudhyars Ansatz bildete eine wichtige Grundlage für die moderne Astrologie der 1960er- und 1970er-Jahre.
Die moderne westliche Astrologie stützt sich überwiegend auf die Psychologische und die Humanistische Astrologie. Dennoch ist derzeit ein Wiederaufleben einiger antiker und prädiktiver Methoden festzustellen, insbesondere bei jüngeren Astrolog*innen.
Die geschlechtsspezifischen Zuschreibungen von Planeten und Tierkreiszeichen sind in der modernen Welt als höchst fragwürdig zu betrachten. So wurde das weibliche Geschlecht in erster Linie als passiv, rezeptiv, schwach, dunkel und zerstörerisch bezeichnet, während das männliche Geschlecht als kraftvoll, handlungsorientiert, hell, positiv und dominant galt – andere Geschlechter wurden nicht berücksichtigt. Die Planetennamen gehen zurück auf die römische und griechische Götterwelt, die stark patriarchalisch geprägt war. Von den wichtigsten Himmelskörpern wurden nur der Mond und die Venus als weiblich angesehen. Dies gilt nicht für viele ältere Kulturen, in denen die Planeten auf ganz andere Weise betrachtet wurden. So wurden in mehreren alten Kulturen zum Beispiel Sonnengöttinnen verehrt, und der Mond galt als Samenzelle auf dem Weg zur Eizelle der Sonne. In diesem Buch verabschiede ich mich von diesen binären Definitionen, denn wir sind alle die Sonne, der Mond und andere Planeten, und jeder kosmische Körper hat sowohl Stärken als auch Schwächen, die nicht geschlechtsspezifisch sind.
Berühmte Anhänger*innen der Astrologie
Schon immer suchten Machthaber, Herrscher*innen und andere berühmte Persönlichkeiten Rat bei der Astrologie. Im Mittelalter waren sogar die katholischen Päpste an Vorhersagen und Empfehlungen ihrer Astrologen interessiert, wenn es darum ging, den richtigen Zeitpunkt für Krönungen und wichtige Entscheidungen festzulegen.
Um 1370 gründete Karl V. in Paris eine Schule für Astrologie, und Katharina von Medici war dafür bekannt, dass sie Nostradamus konsultierte. Ronald und Nancy Reagan ließen sich ebenfalls regelmäßig von Astrolog*innen beraten.
J. P. Morgan war einer von vielen Wirtschaftsführern, die Astrolog*innen zurate zogen, bevor sie geschäftliche Entscheidungen trafen, und aus einer Gerichtsverhandlung stammt das folgende Zitat: »Millionäre haben keine Astrologen, Milliardäre aber schon.« Der ehemalige US-Finanzminister Donald Regan sagte einmal: »Es ist allgemein bekannt, dass ein großer Prozentsatz der Broker an der Wall Street die Astrologie nutzt.« Auch Lady Gaga, Madonna, Albert Einstein und Theodore Roosevelt konsultier(t)en regelmäßig Astrolog*innen.
Ich integriere und erweitere hier die alte hellenistische Astrologie der Sekte, welche die Himmelskörper in Tag- und Nachtplaneten einteilte. Zu den Tagplaneten gehörten Sonne, Jupiter und Saturn, während Venus, Mars und Mond Nachtplaneten waren. Merkur bildete die Verbindung zwischen ihnen. In Übereinstimmung mit zeitgenössischen Astrolog*innen, die sich für eine inklusive und geschlechtsneutrale astrologische Sprache einsetzen, werde ich die Begriffe »Tag« und »Nacht« verwenden. Diese Einteilung ist sinnvoll, da Tag und Nacht wahrnehmbar sind – der Tag ist eher »Yang« beziehungsweise nach außen gerichtet, die Nacht ist eher »Yin«, also nach innen gerichtet. Wie die Planetentabelle im Anhang verdeutlicht, haben alle fünf persönlichen Planeten – Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn – sowohl Tag- als auch Nachtqualitäten, je nach der Energie des Zeichens, das traditionell regiert wird. Dies ermöglicht eine vertiefte Deutung und führt uns weg von der bisher üblichen patriarchalischen Sprache der Astrologie.
Das Sonnensystem ist ein lebender, atmender und pulsierender Organismus, der einatmet (tagsüber) und ausatmet (nachts). Alle Himmelskörper, Tierkreiszeichen, Häuser und Aspekte haben entweder Tagesenergie beziehungsweise Energie der Einatmung, oder Nachtenergie, also Energie der Ausatmung – manchmal auch beides. Ich assoziiere den Tag mit der Energie der Einatmung, weil wir den Lebensatem einatmen, um uns die Ausgangsenergie für den Tag zu verschaffen. In der Nacht lassen wir los oder atmen aus, um uns wieder aufzuladen. Dies spiegelt die Quantenverschränkung des Sonnensystems in jedem lebenden Organismus wider – und in jedem Menschen.
In diesem Kapitel geht es um die drei Modalitäten – kardinal, fest und beweglich – und die vier Schlüsselelemente Feuer, Erde, Luft und Wasser. Die Modalitäten werden auch als »Qualitäten« der einzelnen Tierkreiszeichen oder als ihr Grundmodus beschrieben. Damit ist gemeint, wie sie sich verhalten. Jede der drei Modalitäten umfasst vier Tierkreiszeichen, davon jeweils eines aus jedem der Elemente. Die vier Elemente repräsentieren je eine typische Eigenschaft: Feuer steht für den Geist, Wasser für die Gefühle, Luft für den Verstand und Erde für die physische Welt.
Wie das Universum besteht auch der Tierkreis aus diesen vier Elementen, und in der Astrologie stehen sie für die archetypischen Eigenschaften eines Menschen. Genauso wie Gestirne, Planeten, Asteroiden und andere kosmische Körper, wirken auch die Elemente in uns. Die Elemente arbeiten auch in Harmonie miteinander, also sei dir bitte bewusst, dass jedes Element in jedem Menschen vorhanden ist.
Jedes Element ist mit drei Tierkreiszeichen verbunden, und das vorherrschende Element in einem Horoskop gibt Aufschluss darüber, wie eine Person reagiert, handelt und wie sie sich verhält. Schon die Analyse des Gleichgewichts der Elemente kann viel über die Haupteigenschaften einer Person aussagen.
Die Einteilung der Tierkreiszeichen nach den drei Modalitäten und den vier Elementen
Widder: kardinal; Feuer
Stier: fest; Erde
Zwillinge: beweglich; Luft
Krebs: kardinal; Wasser
Löwe: fest; Feuer
Jungfrau: beweglich; Erde
Waage: kardinal; Luft
Skorpion: fest; Wasser
Schütze: beweglich; Feuer
Steinbock: kardinal; Erde
Wassermann: fest; Luft
Fische: beweglich; Wasser
Durch die Kombination der Elemente mit den Modalitäten erhalten wir noch mehr Informationen über die Haupteigenschaften einer Person. Das Tierkreiszeichen Zwillinge ist zum Beispiel ein bewegliches Luftzeichen und daher flexibel und wandelbar. Waage ist ein kardinales Luftzeichen und initiiert neue Ideen.
Die erste Modalität ist mit den vier Zeichen verbunden, die am Anfang der vier Quadranten des natürlichen Tierkreises stehen: Widder, Krebs, Waage und Steinbock. Widder und Waage sind die Tag-Kardinalzeichen (Zeichen des Einatmens), Krebs und Steinbock die Nacht-Zeichen (Zeichen des Ausatmens). Entsprechend ihrer Modalität sind diese vier Kardinalzeichen Initiationsenergien, die eine neue Jahreszeit oder eine neue Lebensphase einleiten, was sich in ihrem Wesen widerspiegelt. Kardinalzeichen initiieren gern neue Projekte. Sie sind die Pioniere des Tierkreises, aber manchmal fehlt ihnen das nötige Durchhaltevermögen, um ihre Ideen und Projekte zu verwirklichen.
Die zweite Modalität ist verbunden mit den vier Tierkreiszeichen in der Mitte der vier Quadranten des natürlichen Tierkreises: Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann. Löwe und Wassermann sind die beiden Tag-Zeichen (Zeichen des Einatmens), Stier und Skorpion die beiden Nacht-Zeichen (Zeichen des Ausatmens).
Die festen Zeichen tun genau das, was sie sich vorgenommen haben. Für sie ist typisch, dass sie das verwirklichen, was von den Kardinalzeichen auf den Weg gebracht wurde. Sie besitzen das Durchhaltevermögen, um die Projekte, Pläne und Ideen der initiierenden Kardinalzeichen in die Tat umzusetzen. Feste Zeichen mögen im Allgemeinen keine Veränderungen und lieben die Kontinuität. Doch das Leben und das Universum sind ständig in Bewegung und das führt uns zu den beweglichen Zeichen.
Die bewegliche Modalität steht in Verbindung mit den vier Zeichen, die jeden Quadranten des natürlichen Tierkreises abschließen und zum nächsten Quadranten führen: Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische. Zwillinge und Schütze sind die Tag-Zeichen (Zeichen des Einatmens), Jungfrau und Fische die Nacht-Zeichen Zeichen des Ausatmens). Wie ihre Modalität schon verrät, sind die beweglichen Zeichen sehr flexibel, wandelbar und vielseitig. Sie sehen im Allgemeinen alle Aspekte einer Sache und kommen gut damit klar, wenn das Leben sie vor Veränderungen stellt. Allerdings verlieren sie schnell den Fokus und das Ziel im Leben aus den Augen und sind anfällig für das »Shiny Object Syndrome«, das heißt, sie lassen sich schnell ablenken, wenn es zu viele spannende Möglichkeiten gibt.
Feuer ist Tagesenergie (Einatmen), die Energie der Transformation und des Handelns. Indem wir das Leben einatmen, holen wir Atem, um Energie zu gewinnen. Beim Einatmen dehnen wir die Lunge aus; Feuerzeichen und -planeten sind expansiv oder nach außen gerichtet. Feuer steht für Hitze und Bewegung. Stell dir die Energie der Flammen vor, wenn du sie flackern und tanzen siehst, und du bekommst ein Gefühl für das Element Feuer. Die Sonne versorgt uns mit der Wärme und dem Licht, die wir zum Überleben brauchen. Feuer ist dynamisch und transformativ, wie ein Phönix, der sich aus der Asche der Zerstörung erhebt.
Die drei Feuerzeichen – Widder, Löwe und Schütze – sind positiv, inspirierend, begeisterungsfähig und optimistisch. Sie werden eher mit der Tagesenergie in Verbindung gebracht, die direkter und nach außen orientiert ist, aber alle Tierkreiszeichen tragen etwas von der Feuerenergie in sich, da wir alle Elemente sind, wenn auch in unterschiedlichem Maße.
Widder, regiert vom Kriegsgott Mars, ist das erste Feuerzeichen und damit höchst direkt und zielgerichtet. Löwe, beherrscht von der Sonne, ist selbstbewusst und liebt die Aufmerksamkeit. Schütze mit seinem Herrscher Jupiter ist expansiv und inspirierend.
Jede Position, jedes Gestirn, jeder Planet, jeder Asteroid und jeder Aspekt (Winkel) in einem Feuerzeichen haben diese Eigenschaften. Wer zum Beispiel Venus (Werte und Liebe) im Widder hat, ist sehr direkt und eher kämpferisch in seinen Beziehungen. Menschen mit Merkur (Geist und Kommunikation) im Zeichen Löwe strahlen durch ihre Art der Kommunikation Autorität aus.
Das Horoskop als Medizinrad
In schamanischen Kulturen werden die vier Elemente und die vier Zeichen der kardinalen Modalität seit Jahrtausenden auch in Form eines Medizinrads dargestellt, das sich von der Darstellung des traditionellen astrologischen Horoskops unterscheiden kann. Es bildet die vier in einer Zeremonie angerufenen Himmelsrichtungen und den Beginn der Jahreszeiten ab. In der nördlichen Hemisphäre beginnt mit dem Kardinalzeichen Widder (Feuer) der Frühling, mit dem Kardinalzeichen Krebs (Wasser) der Sommer, mit dem Kardinalzeichen Waage (Luft) der Herbst und mit dem Kardinalzeichen Steinbock (Erde) der Winter. In der südlichen Hemisphäre ist es umgekehrt. Die vier Himmelsrichtungen stehen auch für die einzelnen Lebensphasen: Geburt (Osten, Feuer, Neuanfang), Jugend (Süden, Wasser, emotionale Reinheit und Vertrauen), Erwachsenenalter (Westen, Erde, körperliche Energie) und das Alter (Norden, Luft, Weisheit).
Das gesamte Horoskop könnte demzufolge als Medizinrad oder heiliger Lebenskreis, an dem wir uns ausrichten können, verstanden werden. Bitte bedenke, dass dies aber nur eine mögliche Sichtweise ist und dass die verschiedenen schamanischen Traditionen das Rad des Lebens jeweils anders verstehen.
Die Jahreszeiten entsprechen den Jahreszeiten des Lebens: Geburt (Frühling), Jugend (Sommer), Erwachsenalter (Herbst) und Alter (Winter). Im großen Mandala der Schöpfung ist alles miteinander verbunden.
Wasser ist eine Nacht-Energie (Ausatmen) und die Energie der Empfänglichkeit und der Emotionen. Wie die Gefühle ist auch Wasser ständig im Fluss und veränderlich. Wasser macht einen großen Teil des menschlichen Körpers aus und ist demzufolge das wichtigste Element. Krebs, Skorpion und Fische bilden die drei Wasserzeichen; sie alle sind höchst intuitive und kreative Energien.
Der Mond regiert das Zeichen Krebs und steht für Umsorgen und Bemuttern. Pluto ist Herrscher im Zeichen Skorpion. Er symbolisiert die Tiefgründigkeit dieses Zeichens, Leidenschaftlichkeit bis hin zur Obsession und psychologische Abgründe. Neptun beherrscht das Zeichen Fische und steht für alle meditativen oder veränderten mentalen Zustände sowie für die Verbindung mit dem kollektiven Unbewussten und spiritueller Energie.
Alle Planeten in Wasserzeichen haben eine eher fließende Energie. Wer zum Beispiel Merkur (Verstand und Kommunikation) im Zeichen Krebs hat, nimmt Informationen intuitiv auf und speichert sie auf einer tiefen Ebene, denn der Krebs ist eine empfangende Nachtenergie.
Luft ist die Energie des Geistes oder der Gedanken und eine Tag-Energie (Einatmen) – sie steht für Atem und Wind. Wir können den Atem nicht zurückhalten; er strömt ein und aus, und wir brauchen den Wind, damit die Luft um uns herum nicht stagniert. Zwillinge, Waage und Wassermann sind die drei Luftzeichen und damit die Zeichen des Denkens, der Ideen, der Geselligkeit und des analytischen Verstandes. Luftzeichen werden mit Rationalität und der rechten Gehirnhälfte in Verbindung gebracht.
Das Zeichen Zwillinge wird beherrscht von Merkur und steht für Dualität und Lernen. Waage, regiert von Venus, verkörpert Diplomatie, Beziehungen und Mediation. Wassermann wird von Uranus regiert und steht wegen seiner Vernetzung von Gedanken, Ideen und Menschen für das Internet, für einen ausgeprägten Intellekt, Erfindungsreichtum und Innovationskraft.
Alle Planeten in Luftzeichen haben einen eher beweglichen Charakter. Wer zum Beispiel Mars (Tatkraft und Wille) in Zwillinge hat, lernt rasch und spricht wahrscheinlich sehr schnell und direkt.
Erde ist die Energie der materiellen Welt; wir können sie anfassen und spüren. Erde ist stabil, pragmatisch und geduldig, und sie ist eine Nacht-Energie (Ausatmen). Die drei Erdzeichen Stier, Jungfrau und Steinbock stehen für harte Arbeit, Bauen, die Herstellung materieller Dinge und für die Anbindung an die materielle Welt und ihre Strukturen.
