VombekanntenCosplayer&DesignerSANITKLAMCHANUAN@SPICYTHAIDESIGNCosplayer&DesignerSANITKLAMCHANUAN@SPICYTHAIDESIGN
DEINSTYLE
COSPLAY
DEIN
KOSTÜME&ACCESSOIRESAUSEVA-FOAM,WORBLA,FIMO&COVombekanntenCosplayer&Designer
INHA
VORWORT 6VORSTELLUNG 7MEINE FRÜHEN JAHRE 8Von Thailand nach Neuseeland 11Von der Phantasie zur Realität13Nächster Halt: Kunsthochschule 14Mein Zugang zum Cosplay 18INSPIRATION FINDEN IN TV-SERIEN, ZEICHENTRICK UND FILM 24MEINE MAKER-HELDEN 28Online-Einflüsse31Die Cosplay Community 37REDESIGN 38Mein Prozess beim Redesign 40Tragbares Redesign 42EIGENE ENTWÜRFE 44WERKZEUG UND MATERIALIEN 54Eine Bemerkung zur Sicherheit 55Unverzichtbares Werkzeug 56Werkzeug zum Schneiden und Formen56Utensilien zum Markieren 57Worbla58Warum ich gerne mit Worbla arbeite59AufWorblaDetailshinzufügen61Glatte Kanten erzielen 63NatürlicheEffekteerzielen65Wann Moosgummi/EVA-Schaumstoff die richtige Wahl ist 66Wann Leder das Beste ist 69Utensilien zur Lederbearbeitung 70Mit Leder arbeiten 72Metalldetailshinzufügen74Cosplay als Community 79
LT
MAKER-RATGEBER VON KOPF BIS FUSS 82Helme herstellen 84Die Grundform von Helmen herstellen85Schichten aufbringen87Rüstungenherstellen90Brustpanzer 92Schulterstücke 94Muskelpanzer 95Rückenpanzer 96Armschienen, Beinrüstungen und Oberschenkelpanzer 98Zweimal messen! 99Requisiten bauen 101Worbla verstärken 102Lasst uns ein Schild bauen!104SPASS BEI DEN CONS 114SCHLUSSWORT122Online anfangen 124Persönlich erscheinen 124Sei du selbst 125ÜBER DEN AUTOR 126
COSPLAYER:SpicythaidesignKOSTÜM:Warlock from DestinyFoto von Chris Menges
In meinem FotosstudioFoto von Josh GroomDANKIch möchte mich gerne bei allen bedanken, die mir dabei geholfen haben, da hinzukommen, wo ich heutebin.Eswareinverrückter,großartigerRitt,undichweißnicht,woerendenwird,aberichwer-deweiterjedeMinutedieserReisegenießen.An all meine Lehrer: Danke, dass Sie Ihr Wissen weitergegeben haben. Ich werde Ihre Weisheit und das Gelernte immer in Ehren halten.AnmeineFamilieundFreunde:Danke,dassihrmirimmerdenRückengestärkt,michgeerdetundmir Mut gemacht habt, meiner Leidenschaft nachzugehen.AnRichardunddemTeambeimWētā-Workshop:Ichkannimmernochkaumfassen,dassichamwunderbarsten Ort der Welt arbeiten darf. Es ist fantastisch, jeden Tag gemeinsam mit euch zur Arbeit zu kommen und tolle Dinge zu tun, die das Leben anderer Menschen verändert haben und immer verändern werden. Ich freue mich auf viele, viele weitere Jahre.An all meine Maker-Freunde: Ohne die Maker-Community ist es undenkbar, dass ich den Beruf er-griffenhätte,denichheuteausübe.Danke,dassihreuerWissenmitderWeltteilt.Ihrhabtalledazubeigetragen, die Welt besser zu machen, indem ihr die Passion, selbst etwas herzustellen, weiter bestehenlasst.AnMumundBrian:Dankefüralles,wasihrfürmichgetanhabt.IhrhabtallmeineEntscheidungenunterstützt,undichhoffe,dassihrbeidestolzaufmichseinkönnt.AnAngela:Danke,dassdufürmichdabist.Ichweiß,dassesnichtimmertollist,wennichnächte-lang an meinen Projekten sitze, und die Unordnung auszuhalten, die mitten in den Projekten ent-steht.OhnedeineUnterstützungkönnteichnichtmachen,wasichtue.Dubestärkstmichdarin,immerdaszutun,wasmichbegeistert,undichmöchte,dassduweißt,dassichdasallesfürdichundunsere kleine Familie mache. I larb you – hoffentlich bekomme ich keinen Ärger mit Marvel, wenn ich das sage.
VORWORT
BeimSchreibendiesesVorworteshabeichnunschonseitsiebenJahrendasgroßeVergnü-gen,SanitFreundundKollegebeimWētāWorkshopnennenzudürfen.WenndudiesesBuchgekauft hast, folgst du Sanit vermutlich schon auf seinen diversen Plattformen in den Sozialen MedienundhastschoneinenEindruckdavon,wasfüreinwarmherziger,freundlicher,inspi-rierender und kreativer Mensch er ist. Die besonderen Eigenschaften einer Person lernt man abererstkennen,wennmanmitihrzusammenarbeitet,wiemeineKollegenundichbeimWētāWorkshop.Sanit hat intuitiv verstanden, wie wichtig der kreative Prozess ist und was erforderlich ist, ein Programm zu durchlaufen, um zum Endergebnis zu kommen. Dass man methodisch sein, gutplanen und organisieren muss und trotzdem extrem inspiriert, einfallsreich und ständig neu-gierigseinsollte–alldassindKomponenten,diezusammenspielenmüssen,umetwasBedeu-tendes, Erfolgreiches mit kreativem Wert zu kreieren. Sanit beweist kontinuierlich, dass ihm das klar ist, wenn er auf pragmatische Weise all seine Arbeiten umsetzt. In seinem Buch schreibt er überseinePhilosophienrundumdenkreativenProzess,underbeschreibt,wieerseinebestenFähigkeiten nutzt, um zu erreichen, was er tut.Sanit hat nie gezögert, sich allen kreativen Herausforderungen, die er von uns bekommt, mit Herzblut zu stellen. Tatsache ist, dass er oft Überstunden macht, auch an den Wochenenden, dennerhatdasBedürfnis,sichzuverbessernunddasbesteResultatfürdasjeweiligeProjektzuerzielen,wasauchfürseineHobbysundseineCosplay-Arbeitengilt.ObessichdabeiumeinMalbuch,einTutorialfürdieWētāCave,einKostümfüreineConinderSchweizoderRequisitenfüreinenKinofilmhandelt,andemwirmitwirken:SanitstecktimmermitbeidenHändenmittenimProzess,begeistertvonderChance,undimmerbestrebt,etwasmöglichstGutesfürdasProjekt zu leisten.SeingroßzügigesNaturellundseineLiebenswürdigkeit,gepaartmitseinemständigwach-senden Talent, haben Sanit den Weg in eine reiche, befriedigende Karriere geebnet, in der er jetzt die Möglichkeit hat, sein Wissen mit seinen Tutorials und diesem Buch weiterzugeben und damitauchanderezuinspirieren,inseineFußstapfenzutreten.Richard TaylorKreativdirektorbeimWētāWorkshop6DEIN COSPLAY, DEIN STYLE
VORSTELLUNG
Foto von Wētā WorkshopHallo zusammen!Mein Name ist SanitKlamchanuan, in der Cosplay- und Makers-zene als Spicythaide-sign bekannt.MeineHoffnungist,dassdiesesBuchdichinspiriert,diekünstlerischeSeitedesKostümemachenszuentdeckenunddichdavorzubewahren,diegleichen Cosplays zu wiederholen wie alle anderen. Ich zeige dir, wie du deinen Projekten eine persönliche Note gibst und etwas herstellen kannst, das dir persönlich etwas bedeutet. Deine Lieblingsfarbe, ein Element ausdeinerKulturoderjedesbeliebigeElement,dasdeineKostümeundRe-quisiten persönlicher macht, wird dich in der Menge auffallen lassen und dirvorallenDingenSpaßbringen.IchgebegernmeinenKostümeneinepersönlicheNote.DaskanneinRe-designseinodereskönnenkleineVeränderungenaneinemKostümsein,die es besser tragbar machen, oder etwas Thailändisches. Meine jungen Jahre und meine Erfahrungen beim Aufwachsen haben die Art und Weise beeinflusst,wieichmeineKostümedesigneundherstelle.MeinProzesspasst zu mir. Du kannst es gerne ausprobieren, aber ich möchte dich ermu-tigen, deinen eigenen Weg zu finden.7VORSTELLUNG
MEINE
FRÜHEN JAHRE
FrüheZeichnung Der Anfang, bei der ich die thailändische Naga als Metapher für meine Familie benutze,mit meiner Geburtals Ursprung8DEIN COSPLAY, DEIN STYLE
Ich bin in einer kleinen Stadt in Thailand geboren und wuchs in dem Salon auf, in dem meine Mut-ter Friseurin war. Als Alleinerziehende musste sie viel arbeiten, und da ich Einzelkind war, lernte ich, mich alleine zu beschäftigen.Wenn meine Mutter lange arbeiten musste,passtenmeineGroßelternundmeineTanteaufmichauf.MeineGroßelternwarensehrunter-schiedlich. Ich war ihr erster Enkel, und auch ein paar Jahre lang der einzige, also verwöhnte mich meine Oma. Mein Opa war etwas strenger und hielt mich immer dazu an, mich zu verbessern. Er war streng, erklärte mir aber immer, warum, und jetzt,nachseinemTod,weißichdievieleZeit,diewir zusammen verbracht haben, und all das Wis-sen, das er an mich weitergab, sehr zu schätzen.MeinGroßvaterwarHalbchineseundeinwahrerKaufmann. Selbst weit in seinen 80ern zog er immer noch mit seinem Lastenfahrrad los, um auf demMarktBananenundGemüsezuverkaufen,dieerhierunddortamStraßenrandgepflanztundgezogenhatte.Zusehen,wiefleißigmeineGroßelternundmeineMutterwaren,hatmirdieEinstellung vermittelt, dass das Leben nicht leicht ist und dass man sich anstrengen muss, um das zu bekommen, was man will. Das ist wahrschein-lich der Grund, warum ich mich nie vor viel Arbeit gescheut habe – im Gegenteil. Ich liebe es, viel zu tun zu haben! Ich mag die Herausforderung und den Termindruck, denn dann entstehen mei-ne besten Arbeiten.Als Kind hatte ich nicht viele Spielsachen. Meine Mutter kaufte nur didaktisches Spielzeug, aber manchmal bekam ich von Freunden gebrauchte Sachen geschenkt. Das waren dann meist Dinge, die sie nicht mehr haben wollten, zum Beispiel Actionfiguren, denen ein Arm oder ein Bein fehl-te, aber ich mochte sie, denn ich konnte ihnen neue oder bessere Glieder aus Knete geben.Ich kann mit Stolz sagen, dass ich viel Phantasie habe. Ich glaube zwar, dass sie teils angeboren ist,abersiewurdeförmlichgezündetdurchdieZeichentrickfilme, Filme und Fernsehserien, die ich so gerne schaute. Meine Mutter sagt, ich sei wie hypnotisiert gewesen und hätte mit offenem Mund und aufgerissenen Augen zugesehen. Ich nahm alles auf: Die Geschichte, die Charaktere undnatürlichdieAction.NachdenSendungensetzte ich mich hin und zeichnete die Charaktere und meine Lieblingsszenen nach.Schau mal, das bin ich am Telefon bei der Terminvergabe! Ich bin aber ziemlich sicher, dass ich nur so tat, als würdeich telefonieren.9MEINE FRÜHEN JAHRE
Als kleines Kind wollte ich zum Militär, später wollte ich Polizist werden, aber nachdem ich Mangas wie Dragon Ball, Doraemon und Ultraman kennen gelernt hatte, wollte ich Comiczeichner werden. Den ganzen Tag nur zu zeichnen schien mir wie ein Traum. Ich dachte mir tolle Charaktere und Ge-schichten aus, bei denen der Held den Tag rettet. Am meisten begeisterte mich Saint Seiya. Diesen MangahabeichvorallemwegenderRüstunggeliebt,dieesinzweiFormengab.Fürsichgenom-men hatte sie die Form eines Tiers, normalerweise an ein Sternzeichen angelehnt. Zum Beispiel istder Krabbenpanzer eine Interpretation des Sternzeichens Krebs, aber wenn er von einer Person getragenwurde,verwandelteersichineineRüstung.AlleRüstungenhattenihreneigenen,einzig-artigenLook,undichhabeoftdavongeträumt,soeineRüstungzubesitzen.Wiemansieherstellt,weißicherstheute.SiestehtimmernochaufmeinerWunschliste.IchwerdesiesichereinesTagesmachen.Mit sechs Jahren war ich das erste Mal im Kino – meine Tante ist mit mir in Superman IV gegangen. Ich erinnere mich, dass ich danach nach Hause kam und mir einen Frisierumhang um die Schulternhängte,ein»S«aufeinStückPapiermalteundesaufmeinT-ShirtklebteundmichdannaufsSofavoreinenVentilatorlegteundsotat,alswürdeichfliegen.DaszähltwahrscheinlichalsmeinerstesCosplay,oder?Ichwarangesteckt.DanachwarichsooftwiemöglichimKino.NichtsgehtüberFilmeaufdergroßenLeinwand,umgebenvonSound,unddarüber,sichzuärgern,dassmankeingrößeresGetränkgenommenhat,weilderMundvomsalzigenPopcornganztrockenist.10DEIN COSPLAY, DEIN STYLE
VON THAILAND NACH NEUSEELANDMit neun Jahren zog ich nach Neuseeland, ein turbulenterÜbergang.AlswirThailandverließen,war es dort Hochsommer mit Temperaturen von bis zu 39 °C. Wir landeten in Wellington, Neu-seeland. Über Wellington muss man wissen, dass es extrem windig werden kann! Manchmal sosehr, dass man sich festhalten muss, wenn man nicht weggeweht werden will. Es war eine sehr holperigeLandung,besondersfüreinenerstenFlug,undichwarsicher,dassichsterbenmüsste.NachdemwirdieLandungüberlebthatten,fuh-ren wir durch die vielen gewundenen, schmalen StraßenderVorortevonWellingtonzuunseremneuenZuhause,undja,ichmusstemichüber-geben.Nach Neuseeland zu ziehen war ein neues Aben-teuer, aber damals mit neun Jahren war mir nichtklar, was auf mich zukam. Dass ich kaum Englisch verstand, machte es nicht einfacher, und es fiel mir schwer, mich einzugewöhnen. Damals gab es dort kaum asiatische Kinder an der Schule, also wurde ich neben Natalie gesetzt, ein Mädchen, das halb Thai war. Mir tut es bis heute leid, dasssie sich damals von einer ihrer besten Freundin-nen weg neben jemanden setzen musste, den sie gar nicht kannte. Wir hatten es am Anfang nichtleicht, aber dann lernten wir uns besser kennen,und heute ist sie eine meiner engsten Freundin-nen.Manchmal wurde ich gemobbt. Da ich klein und dünnwarundkaumFreundehatte,hattenesdiegrößeren,älterenJungsaufmichabgese-hen. Sie schubsten mich rum und beschimpften mich, aber da ich noch nicht gut Englisch konnte, wusste ich nicht so genau, was sie sagten. Ich wurde zu einem ernsten Kind. Oft nahm ich mir Dinge zu Herzen und war schnell aufgebracht, und ich mochte keine Scherze, weil ich nie sicher sein konnte, ob meine Klassenkameraden mit mir oderübermichlachten.Eine frühe Skizze, meine Interpretation der Saint-Sagittarius-Rüstung aus Saint SeiyaIch nahm mir vor, einen Weg zu finden, dass dasaufhörenwürde.MitderZeitwurdemeinEnglisch besser, und ich fing an, selbst Scherze zu machen. Wahrscheinlich wirkte ich dadurch locker,alswürdeichmichselbstnichtallzuernstnehmen. In Wirklichkeit hatte ich aber immer Angst,dassanderesichübermichlustigmachenwürden,wennderersteScherznichtvonmirkam.Damals begann ich, meine thailändische Identi-tät abzulegen. Andere sahen einen Thai-Jungen, wenn sie mich anschauten, aber dieses Image wollte ich loswerden. Ich wollte ein Kiwi sein. Ich vermied allzu asiatische Kleidung und bat sogar darum, dass wir zu Hause Englisch sprachen. Das hat meiner Mutter sicher Kummer gemacht, und siesagtenatürlichNein.Rückblickendbinichfroh, dass sie sich geweigert und weiter Thai mit mirgesprochenhat,sonstwürdeichdieSpracheheute nicht mehr verstehen, und das wäre ein großerVerlust.11MEINE FRÜHEN JAHRE