Dein Kind braucht dich glücklich - Ana Trancota - E-Book

Dein Kind braucht dich glücklich E-Book

Ana Trancota

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Beschreibung

Das Buch möchte dir dabei helfen, deinem Leben eine andere Energie zu geben, glücklicher zu werden und so die Beziehung zu deiner Familie zu stärken. Auf dem Weg dorthin sollst du nicht vergessen, dich um dich selbst zu kümmern. Denn viele Frauen stellen sich selbst in den Hintergrund sobald sie Mutter geworden sind.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 161

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Ana Trancota

Dein Kind braucht dich glücklich

Ana Trancota

Dein Kind braucht dich glücklich

Der Weg zur inneren Freiheit für Mamas

ISBN (Paperback) 978-3-347-26841-8

ISBN (Hardcover) 978-3-347-26842-5

ISBN (e-Book) 978-3-347-26843-2

© 2021 Ana Trancota

Coverfoto by Dana Horje

Danke Mama und Papa, dass ihr mir das Leben geschenkt habt

Danke an meine Kinder. Ohne euch hätte ich mich selbst so NIE kennengelernt. Jeden Tag entdecke ich mich durch euch NEU. Ich habe euch sehr lieb!

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Teil I – Vergangenheit: Angst und Schwere

1. Die Wirkung unserer Aufmerksamkeit

2. Unser Ego

3. Den Rucksack der Vergangenheit ablegen

4. Niemand kann dich verletzen

5. Wie du in vier Schritten deine Vergangenheit heilen kannst

6. Woher kommen die Gedanken?

7. Heile deine Vergangenheit

Teil II – Gegenwart: Zuversicht und Hoffnung

1. Was bedeuten die Gefühle?

2. Die Macht der Vergebung

3. Genieße dein Leben

4. Dein Lebenstraum

5. Die sieben kosmischen Gesetze

6. Dein Kind profitiert am meisten von deiner Persönlichkeitsentwicklung

7. Wie du mit negativen Gedanken umgehen kannst

8. Innere Überzeugungen

9. Muster unterbrechen: Du kannst all deine Gedanken ändern

Teil III- Zukunft: Liebe und Verbundenheit

1. Die acht Prinzipien der Achtsamkeit

2. Das Vergebungsritual Ho’oponopono

3. Geh los und verwirkliche deine Träume

4. Was sind SMART-Ziele?

5. Erfolgreiche Mamas

Vorwort

„Wenn wir in Gedanken über die Vergangenheit verloren sind, verlieren wir die Gegenwart.“

Thich Nhat Hanh

Du hältst in deinen Händen ein Buch, das dein Leben verändern kann, …

… wenn du das willst!

Dass du dieses Buch gekauft oder geschenkt bekommen hast, bedeutet, dass deine Seele dir ein Zeichen geben möchte: Sie sucht etwas. Es ist Zeit für Veränderung! Gib dir eine neue Chance für ein glücklicheres, erfüllteres Leben für dich und deine Familie!

Wir sind nicht unser Name.

Wir sind nicht unsere Gedanken.

Wir sind nicht unsere Gefühle.

Wir sind nicht unser Verstand.

Wir sind nicht dieser Körper.

Als ich das verstand, änderte sich mein ganzes Leben.

Wir haben einen Namen.

Wir haben Gedanken.

Wir haben Gefühle.

Wir haben einen Verstand.

Wir sind mehr als dieser Körper.

Es gibt eine äußere und eine innere Welt. Die innere Welt bestimmt die äußere. Alles, was du in deinem Leben schon erreicht hast, hat mit einem Gedanken begonnen. Dieser erste Gedanke hat alles in Gang gesetzt.

Sobald du das verstehst, wird sich dein Leben nach deinen Wünschen gestalten! Fange an, rund um die Uhr alle deine Gedanken und Gefühle zu hinterfragen. Du musst mir nicht glauben, dass es funktioniert – fang einfach an, jeden Gedanken zu hinterfragen! Probiere das in deinem Leben aus.

Wir sind das Produkt unseres Denkens.

In diesem Buch werde ich dir dies nach und nach beweisen.

Wenn du dich bemühst, dieses Buch zu lesen und jede Übung zu machen, wirst du danach nicht mehr die gleiche Person sein, die du warst, als du dieses Buch zum ersten Mal in die Hand genommen hast.

Am Ende jedes Kapitels findest du eine leere Seite, auf der du eintragen kannst, was du im Anschluss an die Lektüre in deinem Leben integrieren und anwenden möchtest. Schreibe diese bewusste ENTSCHEIDUNG auf die leere Seite.

Denk daran: Um andere Ergebnisse in deinem Leben zu erzielen, musst du dich entscheiden, also beschließen, in deinem Alltag etwas anders zu machen. Du musst auch akzeptieren, dass du bisher keine Veränderungen durchführen konntest.

Ich wünsche dir viel Freude und Erfolg!

Alles Liebe!

Deine

Ana

 

Übung: Zum Einstieg

Bevor du dich nun auf die Reise begibst, um dein Leben mit mehr Glück zu erfüllen und es komplett von Stress zu befreien, möchte ich dich bitten, kurz innezuhalten und ein kleines Gedankenexperiment durchzuführen. Nimm dir etwas zum Schreiben und beantworte die folgende Frage:

Wie sähe dein Leben aus, wenn du eines Morgens aufwachen würdest und ein Wunder geschehen wäre: Du lebst genauso, wie du es dir immer erträumt hast. Denke nicht daran, ob du das kannst oder darfst. Schreib einfach ohne Einschränkungen und Zweifel auf, was du dir wünscht. Wie würde das alles funktionieren?

Stell dir dieses Leben jetzt in allen Einzelheiten vor und schreibe alles auf:

•         Woran erkennst du, dass ein Wunder geschehen ist?

•         Was siehst du?

•         Was hörst du?

•         Was fühlst du in dir?

•         Zeit für dich und deine Hobbys: Hast du ein gutes Selbstmanagement und damit genügend Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben? Achtest du auf dich und deine Bedürfnisse? Planst du regelmäßig Zeit für dich selbst ein?

•         Beruf und Finanzen: Welche Veränderungen hat es für dich in deinem Leben und deiner Arbeit gegeben? Hast du den Beruf, den du dir immer gewünscht hast? Wie viel Geld hast du?

•         Familie: Wie ist deine Beziehung zu deinem Partner und zu deinen Kindern? Genießt du die Zeit mit ihnen?

•         Gesundheit und Fitness: Bist du gesund? Fühlst du dich wohl? Hast du den Körper, den du gerne hättest?

Suche dir nun drei Gründe, warum es genau so funktionieren könnte, wie du es eben aufgeschrieben hast! Anstatt zu zweifeln, wie du das alles schaffen sollst, frage dich, aus welchen Gründen es doch klappen könnte! Warum hast du genau das Leben, das du dir wünschst?

Teil I – Vergangenheit: Angst und Schwere

1. Die Wirkung unserer Aufmerksamkeit

Unser Gehirn richtet seine Aufmerksamkeit auf das, was wir ihm – bewusst oder unbewusst – zu denken geben. Wir können zu jedem Zeitpunkt immer nur eine einzige Sache denken (egal ob positiv oder negativ).

Stell dir dein Gehirn wie einen PC oder ein Handy vor: Du aktualisierst häufig die Apps und die Software oder kaufst dir regelmäßig ein neues Handy. So ist es auch mit unserem Gehirn: Das innere Programm, die Software, die inneren Überzeugungen müssen regelmäßig auf den neusten Stand gebracht werden. Wer nicht bereit ist, das zu tun, läuft durch die Welt mit veralteten Überzeugungen, die bis zu einem Zeitpunkt in seinem Leben vielleicht nützlich waren, ihn aber irgendwann daran hindern, sein Leben wirklich zu leben.

Mir war das auch nicht bewusst! Ich dachte, ich bin ich! Schluss und fertig! Aber nein, wir sind eine Verlängerung unserer Eltern, wir kommen in eine neue Beziehung und bringen unsere Glaubensätzen und Überzeugungen aus unserer Kindheit und Vergangenheit mit. Wir haben eine Vorstellung davon, wie unser Partner sein soll, wie viele Kinder wir haben wollen, ob wir heiraten, was wir essen usw. Dabei handelt es sich um übernommene Muster.

Damit meine ich nicht, dass das alles falsch ist. Unsere Eltern haben ihr Bestmögliches gegeben und lieben uns über alles. Ehre deine Eltern und liebe sie, ohne sie zu verurteilen.

Heute weiß ich, dass Leid und Konflikte immer ein Zeichen dafür sind, dass unsere innere Software ein neues Update braucht. An unserem Unterbewusstsein sind mehrere Anteile beteiligt, von denen bestimmte kindliche Teile noch zu heilen sind.

Wenn wir uns also auf einen Gedanken konzentrieren, wird der Gedanke unsere Realität, weil ihn unser Körper in die Tat umsetzt. Wenn du dir zum Beispiel ständig sagst, dass du Kopfschmerzen bekommen wirst, dann wirst du sie auch in den nächsten Stunden kriegen.

„Where focus goes energy flows.“

Dieses Konzept von Tony Robbins besagt, dass deine Energie dahin geht, worauf deine Aufmerksamkeit gerichtet ist.

Es ist überhaupt kein Problem, wenn du mit deinem jetzigen Leben komplett oder zumindest in Teilbereichen unzufrieden bist. Im Gegenteil, es ist sogar gut, wenn das so ist, denn das bedeutet, dass du dich noch nicht aufgegeben hast. Deshalb bist du ja auch hier: Du hast dich entschieden, dein Leben zu verändern. Du alleine bestimmst dein Leben. Übernimm jetzt die volle Verantwortung!

Tust du das nicht, lässt du dich einfach treiben. Du hast nur dann Einfluss darauf, wie dein Leben verläuft, wenn du zu hundert Prozent die Verantwortung übernimmst.

Mit jeder Ausrede schiebst du die Verantwortung für dein Leben ab! Jedes Mal, wenn du eine Ausrede nutzt, bedeutet das nichts anderes, als dass du deine Verantwortung an jemand anderen oder etwas anderes abgibst.

Stell dir vor, wie dankbar deine Familie in drei bis fünf Jahren sein wird, wenn du die beste Version von dir selbst bist. Und wie dankbar und stolz wirst du selbst sein, wenn du diesen Weg gegangen bist! Verbesserst du dich selbst, verbesserst du auch das Leben deiner Familie und deiner Mitmenschen. Dafür musst du keine Berge versetzen. Fang dort klein an, wo du bist – in deiner Community.

Du kannst die Welt verändern! Fang bei dir an und erlebe mit, wie Wunder geschehen!

2. Unser Ego

Ich habe immer gedacht, dass ich keine Chancen im Leben habe, weil …

•   … ich aus einem Haushalt komme, wo Gewalt an der Tagesordnung waren.

•   … ich nicht gut genug bin.

•   … ich es nicht verdient habe.

•   … niemand meine Geschichte hören will.

•   … ich nicht wichtig bin.

•   … ich eine Versagerin bin.

•   … ich alles falsch mache.

•   … ich genau weiß, dass alle anderen schlecht über mich denken.

Was habe ich schon mit der Welt zu teilen?

Erkennst du den einen oder anderen Gedanken wieder?

Heute weiß ich: Das war nur mein Ego, das mich in der sicheren Komfortzone halten wollte! Das Ego ist das Ich des Menschen, unsere Ich-Identität. Es ist der unbeobachtete Verstand, der Verstand ohne Bewusstheit, den wir für uns selbst halten. Nur wir Menschen besitzen ein Ego, deshalb sind es einzig und allein die Menschen, die auf diesem Planeten Leid verursachen. Das Ego lebt von Identifikation. Weil es keine Form hat, strebt es danach, sich zu identifizieren. Es liebt alles, was Form hat, z.B. Materielles wie ein Haus, ein Auto oder Statussymbole. Wenn du bestimmten Gegenständen viel Wert gibst und es schmerzlich für dich ist, sie zu verlieren oder nicht mehr zu bekommen, kannst du dir sicher sein, dass es an deinem Ego liegt und nicht an dir.

Gegenstände sind dazu da, um sie zu benutzen, nicht um sie zu lieben.

„Menschen wurden erschaffen, um geliebt zu werden.

Dinge wurden geschaffen, um benutzt zu werden.

Der Grund, warum sich die Welt im Chaos befindet, ist,

weil Dinge geliebt und Menschen benutzt werden.“

Dalai Lama

Unser Gehirn ist darauf ausgerichtet, sich ständig auf Dinge zu konzentrieren, die schieflaufen. Tagtäglich haben wir wissenschaftlich bewiesen über 60.000 bis 70.000 Gedanken und die meisten davon sind die gleichen wie den Tag zuvor. Unser Gehirn denkt immer weiter und oft dasselbe. Wenn du dich anders und besser fühlen möchtest, wähle bewusst Gedanken und Emotionen, die dich stärken: Entscheide dich jeden Tag dafür, glücklich, dankbar und unabhängig von dem zu sein, was passiert ist und was passieren wird.

Übung: Glückseligkeit und Stresslevel messen

Wir alle haben Ziele für die Zukunft. Die meisten Menschen denken in der sogenannten Wenn-Dann-Denkweise, das sieht etwa so aus:

•         „Wenn ich den Job habe, dann bin ich glücklich!“

•         „Wenn ich mein erstes Kind/Haus/Auto habe, dann bin ich glücklich!“

•         „Wenn ich eine bestimmte Summe Geld verdiene, dann bin ich glücklich!“

•         „Wenn ich Urlaub habe, dann bin ich glücklich!“

Die ganze Zeit sind wir frustriert, weil wir im Hier und Jetzt etwas noch nicht erreicht haben. Aber unser Leben ist jeden Tag schon voller Glückseligkeit und Zufriedenheit. Entscheidend ist, dass du dein Glück nicht vom Ziel abhängig machst. Wenn du in der Gegenwart glücklich bist, dann bist du leistungsfähiger, du näherst dich deinen Zielen schneller, bist entspannter und mehr in deiner Mitte.

Lenke deine Aufmerksamkeit auf das, was du schon jetzt in deinem Leben hast. Wofür bist du jetzt schon dankbar? Sind es Menschen, Gegenstände oder Orte? Welche Entscheidungen hast du vor fünf Jahren getroffen, die dich jetzt glücklich machen, weil du dadurch einen bestimmten Menschen getroffen hast, einen Job bekommen oder ein Haus gefunden hast? Spürst du das in deinem Körper? Schreibe jeden Abend eine Liste, wofür du dankbar bist!

Nimm dir jetzt wieder etwas zum Schreiben und notiere dir die Antworten auf folgende Fragen: Wie geht es dir im Moment? Welche Gefühle spürst du täglich? Welches Grundgefühl hast du?

Setze in der folgenden Grafik ein Kreuz oder einen Punkt dafür, wo du gerade stehst: Wie hoch ist dein Stresslevel? Wie glücklich bist du im Hier und Jetzt?

Reflektiere nun weiter, warum du dieses Buch gekauft hast, was du erwartest oder welche Hilfe du benötigst. Schreibe bitte alles ehrlich auf, ohne zu urteilen und zu bewerten. Niemand schaut sich deine Antworten an. Alles, was du aufschreibst, ist deine Realität und somit für dich die Wirklichkeit. Aber dies ist nur deine Realität, schränke dich nicht ein!

„Große Veränderungen in unserem Leben

können eine zweite Chance sein.“

Harrison Ford

3. Den Rucksack der Vergangenheit ablegen

Ich werde dir zeigen, was ich in meinem „Rucksack der Vergangenheit“ mit mir herumgetragen habe. Ich nehme dich mit auf eine Reise in meine Kindheit, wo alles angefangen hat:

Stell dir ein ganz normales kleines Haus vor. Es hat eine gelbe Fassade und zwei kleine Fenster. Ich spüre immer noch einen Druck in der Brust und eine Schwere, wenn ich mein Elternhaus vor mein innerliches Auge hole. Das Leben war nicht leicht in diesem Haus, es gab Zeiten, da hasste ich dieses Haus.

Ich erinnere mich an eine Situation, als ich sieben oder acht Jahre alt war. Ich spielte im Wohnzimmer mit meinem kleinen Bruder. Ich kann noch heute das kleine Zimmer, mit den gelben Wänden sehen. Der Fernseher lief leise und wir spielten auf dem Teppich. Man konnte die Anspannung in der Luft spüren. Wir spielten leise, meine Mutter blickte starr geradeaus, als ob sie nicht richtig da war. Ich rannte nach draußen, um zu sehen, ob ich vielleicht meinen Vater in der Ferne kommen sehe. Ich dachte: „Wenn er gerade läuft, dann werden wir heute keinen Streit haben. Wenn er Kurven läuft, bedeutet das, dass wir schon wieder gehauen und angeschrien werden. Das wird dann keine ruhige Nacht.“ Ich konnte ihn noch nicht sehen, das erleichterte mich. „Er kommt noch nicht, das heißt, wir haben noch ein bisschen Ruhe“, sagte ich mir innerlich, aber gleichzeitig wusste ich, je später er kommt, umso wahrscheinlicher ist es, dass er getrunken hat. Wir spielten weiter. Plötzlich rief meine Mutter: „Er ist da!“, und ich spürte ihre Anspannung. Es war mein Papa, schon wieder spät zu Hause, von einer Kneipentour zurückgekehrt. Ich wusste, dass es jetzt wieder losging: Er kommt betrunken nach Hause und fängt an, meine Mutter zu schlagen, und ich muss sie retten. Niemand kann meine Mama retten, nur ich – so dachte ich damals.

Heute weiß ich, dass niemand irgendjemanden retten kann. Wir können Menschen helfen, ihnen den Weg zeigen und sie begleiten – aber durch die Tür muss jeder selbst gehen.

Die gleiche Szene wiederholte sich zwischen meinen Eltern wieder und wieder. Es war immer wieder die gleichen Streitsituationen. Jahrelang…

In diesen Streitereien ging es immer um Situationen, die jahrelang zurücklagen und gar nichts mit uns zu tun hatten, die aber irgendwie wichtig für meinen Vater waren. Meine Mutter musste dafür geradestehen und die Schuld tragen. Einige dieser Situationen waren lange vor meiner Geburt passiert. Im Kopf meines Vaters waren sie aber immer lebendig und aktuell.

Ich habe es nie verstanden: Warum sollen wir im Hier und Jetzt für etwas leiden, was der Vergangenheit angehört?

Als kleines Kind habe ich immer im Haushalt mitgeholfen, um meine Eltern zu entlasten. Aber es nützte scheinbar nichts, stattdessen zog ich viele schlechte Glaubenssätze aus dieser Zeit: „Ich bin nicht wichtig“, „Egal was ich mache, es bringt einfach nichts“, „Ich bin nicht gut genug“, „Meine Anstrengungen sind umsonst“.

Ich fragte mich: „Was hat mein Papa gegen uns? Warum hasst er uns so?“

Fast jeden Tag trank er und schlug uns. Fast jede Nacht konnten wir nicht schlafen, weil er wütend war und stundenlang herumschrie.

Ich hasste und liebte ihn gleichzeitig, andererseits tat er mir auch leid.

Irgendwann habe ich verstanden, dass alles aus seinem Inneren kommt und er zur Flasche griff, um seine Schmerzen zu betäuben. Wenn uns jemand verletzt oder misshandelt, verletzt er damit eigentlich sich selbst. Sein innerer Schmerz war nicht gegen uns direkt gerichtet. Es war ein Verhalten, das er von seinem Vater übernommen hatte, der traumatisiert aus dem Krieg zurückgekommen war und seine Familie ebenfalls misshandelt hatte.

"Vor allem Ängste, Einsamkeitsgefühle, Misstrauen, latente und ausgelebte Aggressivität können Menschen mit kriegsstrategischen Erfahrungen so prägen und deren Leben so bestimmen, dass diese Gefühle maßlos sind und die Angehörigen der nächsten Generation sich ihnen ausgeliefert fühlen."

Udo Baer & Gabriele Frick-Baer

Als ich das Buch „Kriegserbe in der Seele. Was Kindern und Enkel der Kriegsgeneration wirklich hilft" von Udo Baer & Gabriele Frick-Baer las, verstand ich die Folgen der Traumatisierungen der Kriegs- und Nachkriegsgenerationen in meiner Familie.

Kennst du dieses indianische Märchen? Ich möchte es dir kurz erzählen:

Die Sonne war schon lange untergegangen und der alte Indianer saß mit seinem Sohn am Lagerfeuer. „Manchmal“, sagte der alte Indianer, „manchmal habe ich das Gefühl, dass in meiner Brust zwei Wölfe gegeneinander kämpfen.“ Er schaute seinem Sohn tief in die Augen. „Der eine ist rachsüchtig, aggressiv und will zerstören. Der andere ist liebevoll, empathisch und nimmt Anteil am Leben anderer.“ Der Junge saß eine ganze Weile still und schweigend da. „Welcher Wolf gewinnt den Kampf, Papa?“, wollte er schließlich wissen. „Der Wolf“, sagte der alte Indianer und machte eine Pause, „den ich füttere.“

Es gibt bestimmt viele Familien, die unter dem Alkoholkonsum eines Elternteils leiden. In anderen Familien sind es Drogen oder übermäßiges Essen. In allen Fällen versuchen wir meistens, einen Schmerz, Trauer, Wut und Aggression zu vermeiden und diese Gefühle zu unterdrücken.

Hurt people hurt people – verletzte Menschen verletzen Menschen

Meine Mama hat uns immer gesagt, dass wir niemandem davon erzählen sollen, obwohl jeder Nachbar wusste und hörte, was in unserem Haus passierte. Nach so einer Nacht ging ich am nächsten Tag müde und wütend zur Schule. Manchmal schlief ich auf dem Schultisch ein. Ich fühlte mich hilflos. Jeden Tag kehrte ich in ein Haus zurück, in dem Angst der Normalzustand war - meine Angst, die meines Bruders, meiner Mutter, meines Vaters, meiner Großeltern.

Einmal in der dritten Klasse bat mich die Lehrerin an die Tafel, weil ich eine Antwort aufschreiben sollte. Als sie mir zu nah kam, wurde ich plötzlich an meinen Vater erinnert und fing an zu weinen. Die Lehrerin merkte, dass mit mir etwas nicht in Ordnung war, deshalb durfte ich zurück auf meinen Platz. Ich war so wütend auf meine Eltern, meinen Vater, vor allem am darauffolgenden Tag, wenn er wieder wach war. Wir saßen jedes Mal am Tisch wie eine super-glückliche Familie. Wir sprachen nicht über das, was am Tag zuvor passiert war, jetzt war doch alles in Ordnung. Ich wusste, dass ich nichts sagen durfte, und wenn ich etwas sagen würde, wäre schon der nächste Streit angesagt. Deshalb schwieg ich jedes Mal, aber ich trug die Wut stets in mir. Am nächsten Tag hatte ich dann immer so starke Halsschmerzen, ich konnte nicht mehr richtig schlucken, als ob ein Stacheldraht meine Kehle von innen zuzog.

„Wenn du in einem Zustand der Illusion verharren möchtest, bleib darin.

Aber du kannst jederzeit aufwachen!“

Alan Watts

Heute weiß ich, dass ein Verhaltensmuster in unserer Familie über Generationen weitergegeben wurde: Wut, seelischer Schmerz, Traurigkeit, innere Unruhe.

Als ich die Ursprünge meiner Familie später erforschte, kam ich zu mehr Antworten.

Mein Großvater väterlicherseits musste im Krieg kämpfen und verlor dabei ein Auge und ein Bein. Die Wut meines Vaters gehörte eigentlich zu meinem Opa, der im Krieg kämpfen musste. Er ist nicht nur mit körperlichen Wunden, sondern auch mit seelischen Verletzungen nach Hause zurückgekehrt. In ihm waren Traurigkeit, psychischer und physischer Schmerz.

"Das Trauma ist verantwortlich, nicht ich, wenn ich das Kind bin."

Udo Baer & Gabriele Frick-Baer