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Bettina Behrend lädt zum sensiblen Umgang mit eigenem Erleben ein. Im Gegensatz zum Erwachsenen ist das wilde Kind weise. Es erfährt die Welt noch im Staunen. Wir glauben, vieles zu kennen. Dabei besteht unser Wissen aus zweidimensionalen Konzepten in einer mehrdimensionalen Welt. Dieses Buch ist für alle, die ihr Leben spielerisch neu gestalten und vertiefen wollen. Unsere Erlebniswelten werden mit den Chakren verbunden. Die Lehre der sieben Chakren und deren dazugehörigen energetischen Emotionen sind durch Yoga im Westen bekannt geworden. Anhand der Chakren führt Bettina Behrend Sie durch zugehörige Märchen der Brüder Grimm. In ihnen werden Archetypen mit ihrer Erlösung beschrieben. Sie als Leser können hier emotional eintauchen - sich wieder als Kind erleben. In den Märchen als auch bei körperlichen Übungen durchleben Sie die Erlösung zum vollen Potential des Chakras. Mit eigener Lyrik und Erzählungen lässt Frau Behrend uns teilhaben an ihrem persönlichen Weg an der Hand des wilden Kindes.
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Seitenzahl: 218
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Vor dem Vorwort
Vorwort
Teil I –
Wieder ›Ganzer Mensch‹ werden
Grundlagen
1.1 Die Bedürfnispyramide nach Maslow
1.2 Die sieben Chakren des Menschen
1.3 Lösung und Erlösung in Grimms Märchen
1.4 Eigene Erfahrungen und Übungen
Wurzelchakra – Urvertrauen – Die Erde – Rot
2.1 Eigene Erfahrung – Fußsafari
2.2 Märchen zum Wurzelchakra
Sakralchakra – Sexualität, Kreativität – Der See – Orange
3.1 Eigene Erfahrungen
3.2 Märchen zum Sakralchakra
Solarplexus – Weisheit, Macht – Der Vulkan – Gelb
4.1 Eigene Erfahrung: Blockaden in der Schule
4.2 Märchen zum Solarplexus
Herzchakra – Liebe, Heilung – Die Lichtung – Grün
5.1 Eigene Erfahrungen
5.2 Märchen zum Herzchakra
Kehlchakra – Kommunikation – Der Fluss – Hellblau – Türkis
6.1 Eigene Erfahrung: Das liebevolle schüchterne Kind …
6.2 Märchen
Drittes Auge – Intuition Der Himmel – Blau – Violett
7.1 Eigene Erfahrungen
7.2 Märchen zum dritten Auge
Kronenchakra – Spiritualität – Das All – Ultraviolett
8.1 Eigene Erfahrung
8.2 Märchen zum Kronenchakra
Teil II – Praktische Übungen
Übungen zum Wurzelchakra
Übungen zum Sakralchakra
Übungen zum Solarplexus
Übungen zum Herzchakra
Übungen zum Kehlchakra
Übungen zum dritten Auge
Übungen zum Kronenchakra
Teil III – Ausblick des wilden Kindes
Ein Buch schreiben, welchen Sinn hat das für mich? Was verbinde ich damit beim Schreiben über den Inhalt hinaus? Ich schreibe dieses Buch, weil ich dankbar bin für die Impulse der Praxis des Zen mit Prabhasa Dharma Roshi und des Coaching der Sage University. Sie haben mein Leben vertieft. Ich möchte Menschen erreichen, sie ermutigen, ihre Komfortzone zu verlassen und sich neu zu begreifen. Ich möchte ihnen bewusst machen, welches Potential in ihnen vorhanden ist. So können sie sich neu entwickeln.
Warum aber ist das Buch mein Medium?
Ich fühle mich beim Schreiben mit meinem Großvater verbunden, der 1928 ein Buch schrieb, das sein Leben rettete.
Er war Sozialdemokrat und beschäftigte sich mit der Schuhproduktion von Thomas Bata in Prag. Um Einblick in das Unternehmen zu bekommen, ließ er sich von Bata als Hilfsarbeiter einstellen. Er studierte das System, die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen, die zu minderwertigen Produkten führten, am eigenen Leib. Sein Buch ›Der unbekannte Diktator Thomas Bata‹ fand in Gewerkschaftskreisen großen Anklang. Hier war bekannt, dass er als aktiver Sozialdemokrat in Nachbarschaft eines expandierenden Dritten Reiches gefährdet war. Und die schwedischen Gewerkschaften boten ihm Hilfe an. Ausreisepapiere und Einreisevisum wurden vorbereitet.
Aber er blieb noch in Prag. Kurz bevor das tschechische Sudetendeutschland ›Heim ins Reich‹ geholt wurde, bekam er einen Anruf. »Hier spricht Dr. SASS«, sagte der Anrufer. Das war alles. Es wurde aufgelegt. Sofort verstand er: SA + SS … Ihm gelang die Ausreise. Schweden wurde und blieb seine Heimat – auch nach Ende des Krieges.
Was hat dabei sein Leben gerettet? Er hat es gewagt, als Unternehmersohn in die Welt der Hilfsarbeiter bei BATA zu wechseln, um dort direkt zu erfahren, was es heißt, am Fließband getaktet ohne vertragliche Sicherheit zu arbeiten. Er erkannte, was das für ihn selbst aber auch für das Produkt bedeutete. In seinem Buch konnte er direkt aus eigener Erfahrung berichten, und Interviews mit Auszubildenden sowie ehemaligen leitenden Angestellten einfließen lassen.
Das rettete nicht nur sein Leben, sondern auch sein menschliches Dasein.
Dem wilden Kind begegnen. Darum geht es in diesem Buch. Warum soll ich das? Wer ist das wilde Kind? So fragen Sie vielleicht. Das wilde Kind lebt in uns, so heißt es. Warum ist es im Gegensatz zum Erwachsenen weise? Es ist noch nicht von den Glaubenssätzen unserer Zivilisation beschnitten und erzogen worden. Es erlebt die Welt noch ursprünglich im Staunen. Wir Erwachsenen glauben, fast alles zu kennen und zu wissen. Dabei besteht unser Wissen aus zweidimensionalen Konzepten in einer multidimensionalen Welt.
Für wen habe ich dieses Buch geschrieben? Es ist für alle, die ihr Leben spielerisch gestalten möchten. Wenn Sie glauben, dass etwas in Ihrem Leben nicht rund läuft und es ändern möchten, lesen Sie weiter. Sie kennen den Spruch: ›Träume nicht dein Leben. Lebe deinen Traum‹. Dies habe ich ernst genommen und erfahren, dass ein Leben im Fluss das einzig wahre Leben ist. Darauf möchte ich hinweisen; hinweisen auf Erlebnisse, die Leben verändern, vertiefen können. Es geht hier nicht um ein Fließen des eigenen Lebens von Punkt A nach Punkt B. Sie verändern sich im Laufe des Prozesses. Ihre Wahrnehmung, Ihr Energiekörper, Ihre Organe – alles verändert sich.
Ich habe die verschiedenen Ebenen der möglichen Seinserfahrung mit unseren sieben Hauptchakren verbunden. Diesen Chakren habe ich einige Märchen der Brüder Grimm beigefügt. In den Beispielen erleben Sie die Daseinsform erst im unerlösten Zustand. Zum glücklichen Ende kommt dann die für dieses Chakra meist typische Erlösung!
Haben Sie Mut und sagen auch Sie ›Ja‹ zu sich selbst! Lassen Sie sich von dem wilden Kind an die Hand nehmen! Ja, tauchen Sie ein in die Welt der Chakren und Märchen. Dann wird dieses Buch eine kleine Veränderung mit großer Wirkung in Ihrem Leben sein!
Dieses Buch kann wie ein KOCHBUCH benutzt werden. Da, wo etwas Sie anspringt, Sie neugierig werden lässt, fangen Sie an zu lesen und praktizieren Sie die Übungen. Ihr Körpergefühl, Ihr Energiegefühl wird Sie beim Lesen leiten. Das weise, wilde Kind ist die Neugierde, die Sie antreibt, ja, der Spaß am Neuen!
Haben Sie Spaß mit diesem Buch! Probieren Sie sich aus! Entdecken Sie sich neu … Ja, beginnen Sie die Entdeckungsreise JETZT.
Das Grundübel – Leben in der Box – Braun – geronnenes Blut
Rugedigu, rugedigu,
Blut ist im Schuh,
Der Schuh ist zu klein,
Die rechte Braut sitzt daheim.
Kinder entdecken die Welt im Spiel. Sie gestalten es so, dass es Spaß macht, ohne Konzept!
Irgendwie bauen sie ihr Schloss und finden es gut. Das ist ausprobieren ohne Bauplan.
Nun erzählt ein Erwachsener, wie ein Haus zu sein hat, und Kinder bauen es nach … Hier hört das Spiel auf, sondern es wird kopiert. Kinder ahmen die Norm nach … und sind stolz darauf! Sie kopieren alles, was sie KAPIERT haben. Kinder, die nicht gut kopieren, gelten deshalb als dumm …
Einen Schuh tragen, der nicht passt … und das freiwillig! Warum tun Kinder das? Warum tat ich das? Wohl doch nur aus Liebe … Aus Liebe tat ich das, was von mir erwartet wurde. Ich wuchs in die Form, die für mich vorgegeben war. Solange ich die Form erfüllte, war ich lieb. Durch gezielten Liebesentzug wurde ich in meine Normalität hineinerzogen.
Der Wunsch, NORMAL zu sein!
Das trieb mich an! Und wir wünschen es aus einem Missverständnis. Wir halten die gezielten Liebesbotschaften für Liebe. Wir wollen keinen Liebesentzug. Wir wollen dazugehören.
Aber sind wir in dieser wohlig warmen Gruppe glücklich? Wohl nicht … In diesem drückenden Schuh tut jede Bewegung weh. Wir gewöhnen uns die freie Bewegung aus Angst vor dem Schmerz ab. Wir glauben, jeder eigenständige Schritt erzeugt Schmerz. Dabei ist es der Schuh, der drückt – nur in Ruhe weniger …
… rugedigu, rugedigu
Kein Blut ist im Schuh,
Der Schuh ist nicht zu klein,
Die rechte Braut führt er heim!
Wer das Märchen Aschenputtel kennt, weiß, dass nur die Besitzerin des Schuhs glücklich wird. Ihr passt der Schuh wie angegossen. Sie heiratet den Prinzen. Sie lebt ein Leben im glücklichen Flow …
Aber was geschieht mit den ehrgeizigen Stiefschwestern? Gibt es den passenden Schuh, die richtigen Lebensumstände, für jeden Menschen? Oder schaffen das nur einige Glückliche?
Hier ist eine Möglichkeit, durch Coaching oder Meditation dem inneren Kind zu begegnen. Grundlage jeder Entfaltung zu einem glücklichen Leben ist die unvoreingenommene Offenheit. Es ist Neugierde ohne vorgefasste Antworten. Das reine Sehen ohne Konzept. Wirklich einen Baum erkennen, ihn riechen, schmecken, erfühlen. Diese ursprüngliche Erfahrung lässt sich wieder zurückgewinnen. Das wilde Kind kann wieder seine Umwelt staunend begreifen. Es darf wieder spielen. Es kann sein ganzes Leben wieder als sein Spiel erfahren.
Wann fing ich an, die wichtigen Fragen zu stellen? Die Frage nach mir selbst: Die Frage nach der Fragenden? Ja, ›wer fragt?‹ ist genauso wichtig, wie die Frage selbst …
Was ist die wahre Welt?
Nicht, nichts, nichts, von dem ich sagen könnte, so ist es …
Und in dieser Erfahrung lösen sich die Konturen der Normalität auf …
In welcher Ordnung ist die Welt? Wann ist die Welt in Ordnung? Es ist meine Wahrheit …
Und dann, wenn ich begriffen habe, dass ICH im unendlichen Kosmos das Maß aller Dinge bin, verändert sich der Blick.
Der umfassende Blick sucht nicht mehr die Norm! Der passende Schuh, die eine Berufung, der eine Partner verlieren Kontur …
Diese Kontur entsteht jeden Augenblick neu. Was hat sich verändert? Äußerlich nicht viel …
Ich lege alle Form von Schuhwerk ab, laufe barfuß und bin frei! Erschreckend? Wunderbar!
Abraham Maslow hat als Psychologe die menschlichen Bedürfnisse untersucht. Er beschreibt menschliche Bedürfnisse und Motivation in einer hierarchischen Struktur und versucht diese zu erklären. Dabei kam er zu folgender Erkenntnis:
Er beschrieb, dass die niedrigeren Bedürfnisse befriedigt werden müssen, bevor die nächsthöheren individuellen bedacht werden können. Er unterscheidet hierbei sechs verschiedene Bedürfnisse.
Überlebensbedürfnisse
Vor allen anderen Bedürfnissen steht das Bedürfnis nach grundlegendem Überleben durch Nahrung, Kleidung, Wohnung, Sexualität.
Sicherheitsbedürfnisse
Nächsthöhere Bedürfnisse sind die nach Sicherheit wie Schutz im Umgang, Recht und Ordnung sowie Verlässlichkeit.
Bedürfnis nach Liebe, Zuneigung und Zugehörigkeit
Darauf basieren dann die sozialen Bedürfnisse wie Zugehörigkeit, Zuneigung und Liebe.
Bedürfnis nach Selbstachtung
In dem sozialen Zusammenhang entwickelt sich das Bedürfnis nach Selbstachtung als Selbstausdruck.
Bedürfnis nach Selbstaktualisierung
Dies ist ein Individualbedürfnis, dass Authentizität bedeutet. Das Bedürfnis nach Authentizität kann sich im Widerspruch mit der sozialen Gruppe befinden, der ich angehöre. Hier wird normalerweise abgewogen, ob ein Kompromiss gesucht werden soll.
Bedürfnis nach Transzendenz
Erst darauf ist die Realisierung des Bedürfnisses nach Transzendenz möglich.
Diese Bedürfnisse finden wir in ähnlicher Reihenfolge in den sieben Hauptchakren des Menschen wieder.
Wir Menschen sind reine Energie. Energie umgibt uns und fließt durch uns hindurch. Die Energie wird durch unsere Emotionen unterschiedlich wahrgenommen. Die Lehre der sieben Hauptchakren veranschaulicht das zutreffend. Sie wurde hauptsächlich durch Yoga im Westen bekannt.
Außer der indischen und tibetischen Chakrenlehre gibt es auch im alten Mexiko eine Lehre von Chakren. Ich beziehe mich hier auf die Lehre der sieben Hauptchakren aus dem indischen Kulturkreis.
Durch die Chakren kann jeder Mensch seine Energie mit dem Kosmos in Einklang bringen. Die Chakren sind vergleichbar mit sieben Öffnungen eines Tunnels – unseres Körpers. Die Blockade eines Chakras beeinträchtigt den Energiefluss im gesamten Tunnel. Die verschiedenen Chakren stehen für unterschiedliche Wahrnehmungsformen, die mit unterschiedlichen emotionalen Themen verknüpft sind. Durch Erfahrungen im bisherigen Leben kann hier der Energiefluss blockiert sein.
Hier schauen wir genauer hin und suchen nach Lösungen.
Die Chakren und ihre Bedeutung
Chakra
Lage
Farbe
Element
Bedeutung
Basischakra
Zwischen Anus und Genitalien
Rot
Erde
Verbindung zum Irdischen, Sicherheit, Lebenskraft, Erfolg, Überleben
Sakralchakra
Handbreit unter dem Bauchnabel
Orange
Wasser
Verbindung zum kreativen Fluss der Lebensenergie, Lebensfreude, Schaffenskraft, Sexualität, Grundemotionen
Solarplexuschakra, Sonnengeflecht
Auf dem Solarplexus
Gelb
Feuer
Persönlichkeit, Macht/Kraft, mentale Verarbeitung, Glaubensmuster, Intellekt, Unterbewusstsein
Herzchakra
In der Mitte der Brust
Hellgrün
Luft
Höhere Liebe, Hingabe, Mitgefühl, Herzensfreude
Halschakra, Kehlkopfchakra
Auf dem Kehlkopf
Hellblau
Äther
Kommunikation, höhere Wahrheit, Ausdruck von Weisheit und Individualität
Stirnchakra, drittes Auge
Zwischen den Augenbrauen
Blau – Violett
Zeit
Bewusstseinszustände, Interpretation, Öffnung zum Ausdruck der Seele
Kronenchakra
Über dem Scheitel
Ultraviolett
Raum
Verbindung Körper und Seele, kosmisches Bewusstsein
In Märchen werden innere Vorgänge zum Ausdruck gebracht. Diese werden den Menschen durch archetypische Märchengestalten verständlich. In der hinduistischen Tradition wurde dem seelisch kranken Menschen deshalb ein Märchen zur Meditation empfohlen, das seinen bedrückenden Engpass als auch den Ausweg verkörperte. Aus dem, was das Märchen von Verzweiflung, Hoffnung und Überwindung der Notlage enthielt, konnte zur Lösung des eigenen Problems geführt werden. Aber nicht nur das, auch eine Selbstfindung eines seelisch kranken Menschen ist durch Märchen möglich.
Genauso wie die hinduistischen behandeln auch die Märchen der Brüder Grimm urmenschliche Themen mit Archetypen. Auch wenn in der deutsch-europäischen Tradition Chakren nicht bekannt sind, so werden in Märchen menschliche Nöte behandelt. Ich habe emotionale Themen der Chakren, ihre Blockaden und das Thema ihrer Erlösung in vielen Märchen der Brüder Grimm wiedererkannt. Es fiel mir dabei auch auf, dass es bei vielen Märchen hauptsächlich um die seelische Not nur eines Chakras geht. Deshalb werde ich verschiedene Märchen der Brüder Grimm in unsere Betrachtung einfließen lassen. Durch die dazugehörigen Märchen können Sie als Leser eine Brücke zu Ihrer Kindheit schlagen, dadurch in das Thema emotional eintauchen. Die verschiedenen Märchen lassen sich in verschiedene Grundtypen unterscheiden:
›Die bedrohte Existenz und die Mutprobe‹
›Die kreative und sexuelle Integrität‹
›Die Heldenreise‹
›Der Fluch und die erlösende Liebe‹
›Der Weg zum Selbstausdruck und zur Wahrheit‹
›Der Weg zur Selbstlosigkeit‹
›Der Weg zur Transzendenz‹
Bei jedem emotionalen Thema der Chakren berichte ich über eigene Erfahrungen im Laufe meines Lebens. Es ist für die Glaubwürdigkeit des Buches wichtig zu zeigen, was für ein Mensch ich bin, wie ich die Nöte des jeweiligen Energiezentrums erlebt habe.
Im zweiten Teil werden zur Lösung des Energieflusses jeden Chakras praktische Übungen und Anwendungen vorgestellt werden. Ich kenne sie alle aus eigener Erfahrung, habe bei vielen von ihnen Erfahrungen mit Patienten machen können. Es handelt sich hierbei um mentale wie auch körperliche Übungen zur Lösung der körperlichen sowie mentalen Energie.
Wichtiger Hinweis zu den Übungen:
Die Übungen spiegeln meine Erfahrungen und Ansichten wider. Sie wurden ausgiebig getestet und recherchiert. Sie sind jedoch kein Ersatz für ärztliche, medizinische und therapeutische Behandlung. Eine Haftung der Autorin für individuell empfundene Schäden durch die im Buch enthaltenen Übungen wird ausgeschlossen.
Vor Durchführung einer Selbstbehandlung sollte ein Therapeut oder Arzt zu Rate gezogen werden, insbesondere wenn Sie chronisch an Beschwerden leiden, regelmäßig Medikamente nehmen oder schwanger sind. Die in diesem Buch enthaltenen Hilfen ersetzen nicht Betreuung und Untersuchung durch Ärzte oder Therapeuten.
Die empfohlenen Übungen sind normalerweise sehr erfolgversprechend. Trotzdem kann im Einzelfall keine Gewähr für ihren Erfolg übernommen werden.
Die Farbe des Wurzelchakras ist rot, die Kraft kommt aus der Erde, der Keimkraft der Natur. Die Kraft des Basischakras ist ein großes Urvertrauen. Es ist eine tiefe Gelassenheit, ja, das Gefühl, dass alles gut wird. Dieses Vertrauen ziehen wir durch eine tiefe Verwurzelung in der Erde, in der Natur, dessen Teil wir sind. Natürlich kennen wir auch Ängste, aber wir begreifen sie als Herausforderung, uns ihnen zu stellen. Deshalb elektrisieren uns Gefahren, statt uns zu lähmen. Die innere Stärke und unser Urvertrauen leiten uns. Das Wurzelchakra steht für den Willen zum blanken Überleben, der Wille zum Sein. Bei der Öffnung des Wurzelchakras geht es nicht darum, dass uns nichts mehr passieren kann. Was wir erfahren ist die absolute Gewissheit, alle Gefahren meistern zu können. Wir erfahren die Gelassenheit derer, die wissen, dass alles seinen Sinn hat und vorübergeht: alles Schöne aber auch alles Schlechte.
Um hier in unserer Kraft zu sein, müssen wir uns unseren Ängsten stellen, ja unsere Furcht kennen lernen.
Das klang für mich aufregend! Das war meine Mutprobe …
Zuerst kam eine Woche Training, Walks in unebenen aber sicheren Gelände. Das war Eingewöhnung in die Natur am Fuße des Kilimandscharo, an die Weite des Landes. Und was noch wichtig ist: unbedingtes Einssein mit der Situation, Disziplin …
Endlich ging es nach einer Woche in die Naturreservate zur echten Fußsafari.
Wir orteten durch das Fernglas Büffelherden, verborgene Elefantengruppen unter Bäumen, Giraffen, Zebras … Auch Spuren lernten wir lesen, abgebrochene Zweige, frischer Kot … Es war spannend, aber noch nicht aufregend.
Aber dann kam ES: Wir befanden uns schon auf dem Rückweg unserer Exkursion. Da waren sie! Gleichzeitig spürten, rochen und sahen wir die Gegenwart einer Elefantenherde. Nur etwas Buschwerk war zwischen uns.
Augenblicklich lief unsere Führerin Elli auf einen Baum zu, um aus dem Weg zu sein. Und wir fragten natürlich nicht lang, sondern liefen hinter ihr her. Sofort sahen wir, wie richtig die Reaktion war, denn die Herde bog ab – direkt an uns vorbei zog sie … eine Herde von gut 40 Elefanten! Und wir standen da: unbedeutend und staunend, drei kleine Menschlein sehen die wahre Urkraft der Giganten – unsere älteren Geschwister!
Etwas Ähnliches geschah in der Tarangire Safari Lodge. Wir waren dort in kleinen Zelten am Rande einer Steilwand untergebracht. Von oben konnten wir Elefanten vorbeiziehen sehen. Wir waren oben – die Elefanten unten. So dachten wir … Aber nachts wurden die Elefanten aktiv und kletterten den Abhang hoch … sie können ihre federnden Füße gut zum Klettern benutzen! Ja, und dann gingen sie an den Zelten vorbei, direkt zwischen zwei Zelten an unserer Zeltwand vorbei … Ich roch, hörte, sah sie!
Es erschreckt zu Tode, ja!
Aber die Faszination und die Freude überwiegen alles! Die Freude, zu etwas sehr Großartigem Kontakt aufgenommen zu haben. Oh wow! Das ist Urvertrauen!
Die Märchen zum Wurzelchakra haben zum Thema ›Die bedrohte Existenz und die Mutprobe‹. Der existentiellen Bedrohung stellen sich die Protagonisten im Urvertrauen und überwinden alle Gefahren.
»Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als große Teuerung ins Land kam, konnte er das tägliche Brot nicht mehr schaffen. Wie er sich nun abends im Bette Gedanken machte und sich vor Sorgen herumwälzte, seufzte er und sprach zu seiner Frau: »Was soll aus uns werden? Wie können wir unsere armen Kinder ernähren da wir für uns selbst nichts mehr haben?« – »Weißt du was, Mann,« antwortete die Frau, »wir wollen morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist. Da machen wir ihnen ein Feuer an und geben jedem noch ein Stückchen Brot, dann gehen wir an unsere Arbeit und lassen sie allein. Sie finden den Weg nicht wieder nach Haus, und wir sind sie los.« – »Nein, Frau,« sagte der Mann, »das tue ich nicht; wie sollt ich’s übers Herz bringen, meine Kinder im Walde allein zu lassen! Die wilden Tiere würden bald kommen und sie zerreißen.« – »Oh, du Narr,« sagte sie, »dann müssen wir alle viere Hungers sterben, du kannst nur die Bretter für die Särge hobeln,« und ließ ihm keine Ruhe, bis er einwilligte. »Aber die armen Kinder dauern mich doch,« sagte der Mann.
Die zwei Kinder hatten vor Hunger auch nicht einschlafen können und hatten gehört, was die Stiefmutter zum Vater gesagt hatte. Gretel weinte bittere Tränen und sprach zu Hänsel: »Nun ist’s um uns geschehen.« – »Still, Gretel,« sprach Hänsel, »gräme dich nicht, ich will uns schon helfen.« Und als die Alten eingeschlafen waren, stand er auf, zog sein Röcklein an, machte die Untertüre auf und schlich sich hinaus. Da schien der Mond ganz hell, und die weißen Kieselsteine, die vor dem Haus lagen, glänzten wie lauter Batzen. Hänsel bückte sich und steckte so viele in sein Rocktäschlein, als nur hinein wollten. Dann ging er wieder zurück, sprach zu Gretel: »Sei getrost, liebes Schwesterchen, und schlaf nur ruhig ein, Gott wird uns nicht verlassen,« und legte sich wieder in sein Bett.
Als der Tag anbrach, noch ehe die Sonne aufgegangen war, kam schon die Frau und weckte die beiden Kinder: »Steht auf, ihr Faulenzer, wir wollen in den Wald gehen und Holz holen.« Dann gab sie jedem ein Stückchen Brot und sprach: »Da habt ihr etwas für den Mittag, aber eßt’s nicht vorher auf, weiter kriegt ihr nichts.« Gretel nahm das Brot unter die Schürze, weil Hänsel die Steine in der Tasche hatte. Danach machten sie sich alle zusammen auf den Weg nach dem Wald. Als sie ein Weilchen gegangen waren, stand Hänsel still und guckte nach dem Haus zurück und tat das wieder und immer wieder. Der Vater sprach: »Hänsel, was guckst du da und bleibst zurück, hab acht und vergiß deine Beine nicht!« – »Ach, Vater,« sagte Hänsel, »ich sehe nach meinem weißen Kätzchen, das sitzt oben auf dem Dach und will mir Ade sagen.« Die Frau sprach: »Narr, das ist dein Kätzchen nicht, das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein scheint.« Hänsel aber hatte nicht nach dem Kätzchen gesehen, sondern immer einen von den blanken Kieselsteinen aus seiner Tasche auf den Weg geworfen.
Als sie mitten in den Wald gekommen waren, sprach der Vater: »Nun sammelt Holz, ihr Kinder, ich will ein Feuer anmachen, damit ihr nicht friert.« Hänsel und Gretel trugen Reisig zusammen, einen kleinen Berg hoch. Das Reisig ward angezündet, und als die Flamme recht hoch brannte, sagte die Frau: »Nun legt euch ans Feuer, ihr Kinder, und ruht euch aus, wir gehen in den Wald und hauen Holz. Wenn wir fertig sind, kommen wir wieder und holen euch ab.«
Hänsel und Gretel saßen um das Feuer, und als der Mittag kam, aß jedes sein Stücklein Brot. Und weil sie die Schläge der Holzaxt hörten, so glaubten sie, ihr Vater wär’ in der Nähe. Es war aber nicht die Holzaxt, es war ein Ast, den er an einen dürren Baum gebunden hatte und den der Wind hin und her schlug. Und als sie so lange gesessen hatten, fielen ihnen die Augen vor Müdigkeit zu, und sie schliefen fest ein. Als sie endlich erwachten, war es schon finstere Nacht. Gretel fing an zu weinen und sprach: »Wie sollen wir nun aus dem Wald kommen?« Hänsel aber tröstete sie: »Wart nur ein Weilchen, bis der Mond aufgegangen ist, dann wollen wir den Weg schon finden.« Und als der volle Mond aufgestiegen war, so nahm Hänsel sein Schwesterchern an der Hand und ging den Kieselsteinen nach, die schimmerten wie neugeschlagene Batzen und zeigten ihnen den Weg. Sie gingen die ganze Nacht hindurch und kamen bei anbrechendem Tag wieder zu ihres Vaters Haus. Sie klopften an die Tür, und als die Frau aufmachte und sah, daß es Hänsel und Gretel waren, sprach sie: »Ihr bösen Kinder, was habt ihr so lange im Walde geschlafen, wir haben geglaubt, ihr wollet gar nicht wiederkommen.« Der Vater aber freute sich, denn es war ihm zu Herzen gegangen, daß er sie so allein zurückgelassen hatte.
Nicht lange danach war wieder Not in allen Ecken, und die Kinder hörten, wie die Mutter nachts im Bette zu dem Vater sprach: »Alles ist wieder aufgezehrt, wir haben noch einen halben Laib Brot, hernach hat das Lied ein Ende. Die Kinder müssen fort, wir wollen sie tiefer in den Wald hineinführen, damit sie den Weg nicht wieder herausfinden; es ist sonst keine Rettung für uns.« Dem Mann fiel’s schwer aufs Herz, und er dachte: Es wäre besser, daß du den letzten Bissen mit deinen Kindern teiltest. Aber die Frau hörte auf nichts, was er sagte, schalt ihn und machte ihm Vorwürfe. Wer A sagt, muß B sagen, und weil er das erstemal nachgegeben hatte, so mußte er es auch zum zweitenmal.
Die Kinder waren aber noch wach gewesen und hatten das Gespräch mitangehört. Als die Alten schliefen, stand Hänsel wieder auf, wollte hinaus und die Kieselsteine auflesen, wie das vorigemal; aber die Frau hatte die Tür verschlossen, und Hänsel konnte nicht heraus. Aber er tröstete sein Schwesterchen und sprach: »Weine nicht, Gretel, und schlaf nur ruhig, der liebe Gott wird uns schon helfen.«
Am frühen Morgen kam die Frau und holte die Kinder aus dem Bette. Sie erhielten ihr Stückchen Brot, das war aber noch kleiner als das vorigemal. Auf dem Wege nach dem Wald bröckelte es Hänsel in der Tasche, stand oft still und warf ein Bröcklein auf die Erde. »Hänsel, was stehst du und guckst dich um?« sagte der Vater, »geh deiner Wege!« – »Ich sehe nach meinem Täubchen, das sitzt auf dem Dache und will mir Ade sagen,« antwortete Hänsel. »Narr,« sagte die Frau, »das ist dein Täubchen nicht, das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein oben scheint.« Hänsel aber warf nach und nach alle Bröcklein auf den Weg.
Die Frau führte die Kinder noch tiefer in den Wald, wo sie ihr Lebtag noch nicht gewesen waren. Da ward wieder ein großes Feuer angemacht, und die Mutter sagte: »Bleibt nur da sitzen, ihr Kinder, und wenn ihr müde seid, könnt ihr ein wenig schlafen. Wir gehen in den Wald und hauen Holz, und abends, wenn wir fertig sind, kommen wir und holen euch ab.« Als es Mittag war, teilte Gretel ihr Brot mit Hänsel, der sein Stück auf den Weg gestreut hatte. Dann schliefen sie ein, und der Abend verging; aber niemand kam zu den armen Kindern. Sie erwachten erst in der finstern Nacht, und Hänsel tröstete sein Schwesterchen und sagte: »Wart nur, Gretel, bis der Mond aufgeht, dann werden wir die Brotbröcklein sehen, die ich ausgestreut habe, die zeigen uns den Weg nach Haus.« Als der Mond kam, machten sie sich auf, aber sie fanden kein Bröcklein mehr, denn die viel tausend Vögel, die im Walde und im Felde umherfliegen, die hatten sie weggepickt. Hänsel sagte zu Gretel: »Wir werden den Weg schon finden.« Aber sie fanden ihn nicht. Sie gingen die ganze Nacht und noch einen Tag von Morgen bis Abend, aber sie kamen aus dem Wald nicht heraus und waren so hungrig, denn sie hatten nichts als die paar Beeren, die auf der Erde standen. Und weil sie so müde waren, daß die Beine sie nicht mehr tragen wollten, so legten sie sich unter einen Baum und schliefen ein.
