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Willst du wirklich wissen, wie sich dir die Schönheit der eigenen Seele enthüllt? Es ist zum Staunen ... Andreas Burnhauser bietet in seinem Buch Anregungen und Impulse für eine Reise nach Innen, wobei er sich auf eigene Erfahrungen und Erkenntnisse stützt. Wer den Mut und die Bereitschaft hierfür hat, wird für sich Antworten finden. "Denken, Fühlen, Spüren" wendet sich an alle Menschen - unabhängig von Alter, Herkunft, Beruf und Geschlecht-, die das Bedürfnis haben, elementare Fragen des Lebens für sich zu beantworten und ihr Innerstes dabei besser kennenzulernen. Es geht um wirkliches Erkennen, nicht um Esoterik. Je mehr der Leser seine eigene innere Tiefe zulässt, desto mehr kann er von dieser Reise nach Innen profitieren ...
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Seitenzahl: 134
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Seit 1992 Berater (www.andreas-burnhauser.de) sowie selbständiger Rechtsanwalt mit den Schwerpunkten Immobilien- und Versicherungsrecht (www.vmv-ius.net).
2009 bis 2012 Studiengang Philosophie Politik Wirtschaft an der LMU München mit dem Abschluss Master (www.ppw.philosophie.uni-muenchen.de).
Besuch einer Vielzahl von Seminaren und Fortbildungen zu den Themen Transaktionsanalyse, NLP und Atemarbeit sowie einer Weiterbildung zum Mediator.
Studium buddhistischer Philosophie in Theorie und Praxis seit 1985.
Michaela, meiner über alles geliebten Frau
* 14.01.1961 – † 12.08.2015
Meine Dankbarkeit gilt allen Menschen, denen ich persönlich begegnet bin, da jeder von ihnen etwas für mich bereithielt zu lernen und zu verstehen, gleich, ob damit eine „angenehme“ oder eine „unangenehme“ Erfahrung verbunden war. Mein Dank erstreckt sich auch auf die vielen Menschen, die längst verstorben sind, deren Bücher, Texte, Bilder, Musik, Skulpturen mich lehrten, inspirierten und bis heute begleiten.
Ich freue mich schon jetzt auf die Menschen, denen ich zukünftig begegnen werde, und auf die Dinge, die ich noch erfahren darf.
Für mich gibt es nur das Gehen auf Wegen, die Herz haben, auf jedem Weg gehe ich, der vielleicht ein Weg ist, der Herz hat. Dort gehe ich, und die einzig lohnende Herausforderung ist, seine ganze Länge zu gehen. Und dort gehe ich und sehe und sehe atemlos.1
Don Juan in Carlos Castañedas: Die Lehren des Don Juan
Einleitung
1.1 Nachtgedanken
1.2 Denken, Fühlen, Spüren
1.3 Die Reise
Mittel bei der Suche
2.1 Geduld und Wohlwollen
2.2 Mut und Entschlossenheit
2.3 Anfängergeist und Unbekümmertheit
2.4 Stetes Bemühen
Die Stufen der Hingabe
3.1 Die erste Stufe der Hingabe
3.1.1 Der Gebrauch der Sinne
3.1.2 Achtsamkeit
3.1.2.1 Körperempfindungen
3.1.2.2 Gedanken
3.1.2.3 Gefühle
3.1.3 Zyklen (Übergänge/Zwischenzustände)
3.1.4 Beobachtungen
3.2 Die zweite Stufe der Hingabe
3.2.1 Familie
3.2.2 Freundschaft
3.2.3 Empathie und Mitgefühl
3.2.4 Respekt und Würde
3.3 Die dritte Stufe der Hingabe
3.3.1 Wille als der Pol des gestaltenden Tuns
3.3.2 Hingabe als der Pol des absichtslosen Tuns
3.4 Krise als Chance
3.5 Begleitung von Kranken
3.6 Begleitung beim Sterben
3.7 Ins Leben zurückfinden
3.8 Achtung und Demut
3.9 Bestimmung
Spiritualität
Das unsichtbare Kapitel oder von der Schönheit des Seins
Meine Hoffnung
Anmerkungen
Anhang
Glossar
Literaturverzeichnis
Hast du Zugang zu deinen Gefühlen? Nimmst du dir die Zeit und Muße, dem einen oder anderen Gedanken nachzugehen? Spürst du deinen Körper? Stellen sich dir nicht elementare Fragen wie etwa:
Woher komme ich? Wer bin ich wirklich?
Was brauche ich tatsächlich?
Diese Fragen stellen wir uns im Laufe des Lebens immer wieder, die Antworten, die wir hierauf finden, können variieren. Wenn wir uns intensiv bemühen, sie zu beantworten, haben wir die Möglichkeit, immer tiefer in die Lebenswirklichkeit einzudringen und uns selbst gewahr zu werden.
Viele Ideen und Gedanken zu diesem Buch, ja ganze Textteile sind in Nächten entstanden, in denen ich nicht schlafen konnte. Manchmal bewegte mich eine Frage, die mir tags zuvor gestellt worden war, manchmal war es meine eigene Suche. Öfter gab es Anlass zur Sorge um andere Menschen, zuletzt um meine Frau.
In der Nacht, besonders in den frühen Morgenstunden, herrscht Stille. Es ist Zeit und Gelegenheit, sich ohne Ablenkung mit wesentlichen Fragen zu befassen und sich auf den Denkprozess ohne Einschränkung einzulassen. In dem Zwischenzustand zwischen Traum und Wachsein ist die Entspannung so groß, dass Gedanken aus dem Unterbewusstsein aufsteigen, dahin treiben, und neue Verknüpfungen entstehen können.
Häufig bin ich mit einer Frage zu einer Lebenssituation schlafen gegangen.
Meine Körper-Seele-Einheit hat sich in den Tief- und Traumschlafphasen damit befasst und ich bin später in einem Prozess, in dem sich die Antwort auf die zuvor gestellte Frage herauskristallisierte, langsam erwacht.
In den Jahren 2013 und 2014 allerdings war die innere Not so groß, dass sich dieser Vorgang verstärkt hat. Ich verfasste kleine Texte für meine damals an Leukämie erkrankten Frau, in der Hoffnung, sie könnten ihr, neben meinen Telefonaten und Besuchen, eine Hilfe sein. Diese Texte haben Eingang in dieses Buch gefunden.
Es waren also Nachtgedanken, die dieses Buch entstehen ließen.
Eine Selbstverständlichkeit? In Wahrheit nicht:
Viele Menschen bemerken nicht, dass ihr Denken nicht frei ist, ihr Zugang zu Gefühlen und zu Körperempfindungen nicht so uneingeschränkt ist, wie er sein könnte. Dass dem so ist, ist ihnen häufig nicht bewusst, ein entsprechendes Defizit für sie kaum zu erkennen. Eine für sie richtige und ihren jeweiligen Lebensumständen angemessene Entscheidung zu treffen, wäre viel eher möglich, wenn sie ihre Beweggründe gedanklich abwägen könnten, ihre so gewonnene Erkenntnis einer Schlüssigkeitskontrolle unterziehen würden, indem sie ihre Gefühle und Körperempfindungen hierzu wahrnehmen und zulassen könnten.
Wer von uns hat nicht bereits mehrfach die Erfahrung gemacht, dass gleiche Verhaltensweisen die gleichen Ergebnisse zeitigen? Wir sind immer wieder in solchen Situationen anzutreffen und wiederholt nicht in der Lage, angemessen zu reagieren, also mit uns und anderen Menschen gut umzugehen. Mit den Folgen haben wir alle lange genug gekämpft. Es wäre daher ein sinnvolles Ziel, wenn wir uns in die Lage versetzen könnten, dies besser zu gestalten.
Es ist sinnvoll, aber nicht ausreichend, wenn wir andere Menschen hierüber befragen und uns von ihnen Rückmeldungen holen. Nach meiner Erfahrung ist es zusätzlich erforderlich, sich nach innen zu begeben, uns die Vorgänge, die in uns ablaufen, bewusst zu machen. Es gilt also herauszufinden, was das in Wirklichkeit bedeutet:
Denken, Fühlen, Spüren.
Der Schlüssel liegt in der konsequenten Beobachtung des Ablaufs innerer Prozesse ohne deren Bewertung. Bereits durch ihre bloße Beobachtung beginnen wir erste Zusammenhänge zu verstehen, lösen sich Probleme durch spontan und unmittelbar entstehende Erkenntnis. Wie Denken, Fühlen, Spüren verstanden werden kann, soll durch ein Gleichnis näher veranschaulicht werden:
Gurdjieff´s Kutsche
Das Zusammenspiel von Körper, Verstand und Gefühlen veranschaulicht Gurdjieff 2 durch das Bild einer vierspännigen Kutsche, auf dessen Bock ein Kutscher sitzt. Die Kutsche ist das Sinnbild für den Körper, die Pferde repräsentieren die Gefühle und der Kutscher den Verstand.
Wir Menschen sind von unterschiedlicher Natur, Ausstattung und Konditionierung: Manche von uns reisen mit einem prächtigen Vierergespann, kräftige Pferde mit seidig glänzendem Fell, geflochtenen Mähnen und edlem Geschirr, wohingegen die Kutsche selbst manchmal wackelig quietschend und schäbig daherkommen kann, der Körper also von ihnen vernachlässigt wird.
Andere wiederum fahren mit einer prächtig herausgeputzten und polierten Kutsche, die von vier armseligen Kleppern gezogen wird, sie haben also wenig oder gar keinen Kontakt zu ihren Gefühlen, aber einen überaus gepflegten und meist auch trainierten Körper.
Dann gibt es Menschen unter uns, die vier bescheidene Pferde, vor eine mäßig gepflegte oder etwas heruntergekommene Kutsche angespannt haben. Ihr Kutscher hingegen ist in englische Livree gewandet, trägt einen schwarzen Zylinder und Reitstiefel mit champagnerfarbenen Stulpen, eine edle Reitpeitsche führend, repräsentiert also ihren geschliffenen Verstand. Ein solcher Kutscher meint stets den richtigen Weg zu kennen, achtet zu wenig auf seine Pferde und pflegt die Kutsche nicht ausreichend.
Dass solche Fuhrwerke nicht harmonisieren und im Zweifel nicht weit kommen oder gar ihr Ziel verfehlen, leuchtet ohne weiteres ein. Günstiger wäre es hingegen, ein Vierergespann mit ordentlich gepflegten, ernährten und trainierten Pferden einer stabilen, instandgehaltenen und gepflegten Kutsche vorzuspannen, welche von einem zurückhaltenden, aber wachen Kutscher auf dem Kutschbock gelenkt wird.
Einem Kutscher, der sich bewusst ist, dass er nicht immer den Weg auf der Reise weiß und zu gegebener Zeit den Pferden freien Lauf lässt.
So kann leichter ein Zustand erreicht werden, in denen diese drei Bestandteile des Fuhrwerkes miteinander harmonisieren und im besten Falle sogar synchron laufen. Ein Zustand, in dem „Flow“ gelingt, würden manche von uns heute sagen.
Wie erreichen wir unter diesen Voraussetzungen einen Zustand, in denen Gefühle, Körperempfindungen und Gedanken synchron laufen?
Wenn wir uns etwa nur mit einer einzigen Sache befassen oder uns ganz einer Person zuwenden und uns dabei gänzlich mit dem Verstand, den Gefühlen und dem Körper jeweils darauf einlassen. Es entsteht so Raum für Leichtigkeit, Stille, Ausgeglichenheit, Harmonie, schließlich können sich Freude und sogar Glück zeigen.
Jetzt bestünde die Möglichkeit, dass der Kutscher erkennt, dass nicht er die Fahrt und das Ziel der Reise bestimmt, sondern der Passagier, der in der Kutsche sitzt.
Wer der Passagier wiederum sein könnte, möchte ich nicht vorwegnehmen, jedenfalls könnten wir für die weitere Untersuchung annehmen, er sei zumindest ein Beobachter, der dem Kutscher die notwendigen Anweisungen für die Fahrt und das Ziel gibt.
Wenn Du den Passagier in Dir wirklich kennenlernen willst, dann begib Dich auf eine Reise nach Innen:
Jeder, der Antworten auf Fragen sucht wie etwa: Wer bin ich wirklich, was brauche ich tatsächlich und was möchte ich vielleicht dann noch, begibt sich auf eine Reise. Sie ist, wenn wir uns wahrhaft darauf einlassen, ein unglaubliches Abenteuer und die ultimative Herausforderung. Staunen, ja manchmal Zauber sind dabei garantiert, das verspreche ich.
Zu diesem Zweck ist weder notwendig, irgendwo im Himalaya zu meditieren oder Extremsportarten auszuüben oder gar Esoterik zu betreiben. Es reicht vielmehr völlig aus, diese Reise genau in der Lebenssituation zu beginnen, in der wir uns gerade befinden. Unsere jeweiligen Lebenssituationen sind perfekt dafür gestaltet und für jeden von uns individuell eingerichtet. Dass dem so ist, wird von uns Reisenden erst nach und nach, wohl gänzlich erst am Schluss der Reise verstanden.
Es geht um eine Reise nach Innen. Sie beginnt bei uns und endet bei uns. Am Schluss besteht die Möglichkeit, sich selbst und damit alles verstanden zu haben.
Diese Reise anzutreten, ist nie zu spät. Sie kann schneller an das Ziel führen, als wir annehmen. Der Grad unserer inneren Reife bestimmt die Geschwindigkeit und die Dauer der inneren Reise. Wir verfügen über einen natürlichen Zugang zu uns selbst: Wir durchschreiten das Tor zu unserer inneren Wahrnehmung, die aus Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen und mehr als sie besteht, in dem wir uns ihr mehr und mehr öffnen …
Trau dich, fange einfach an, du wirst in dir schließlich große Freude, Stille, Frieden finden.
Es gibt keinen vernünftigen Grund, den bewussten Beginn dieser Reise aufzuschieben, du könntest jetzt, just in diesem Moment, wo du liest, damit beginnen …
Mir sind häufig Menschen – gerade ältere – begegnet, die meinten, sich mit ihrem Inneren zu befassen, lohne sich nicht, in der fälschlichen Annahme, „ihr Leben sei bereits gelaufen“, „man könne sich ohnehin nicht mehr ändern“ oder stellten ähnliche Überlegungen an.
Das zunehmende Lebensalter und die damit verbundenen Erfahrungen haben vielleicht in ihnen den Eindruck hervorgerufen, der eigenen Machbarkeit seien deutliche Grenzen gesetzt worden.
Ich teile diese Sicht nicht. Eine Ursache für derartige Überlegungen mag darin begründet sein, dass ihre Wahrnehmung überwiegend auf die äußere Welt gerichtet ist. Sie machen eine Änderung ihrer inneren Wirklichkeit von der Änderung ihrer äußeren Lebensumstände abhängig.
Die Reise nach Innen zu beginnen, lohnt sich in jedem Stadium des Lebens. Es genügt ein einziger Augenblick, um ein wirkliches Verstehen zu erleben. Sich dieser Möglichkeit, ohne zuvor einen echten Versuch gewagt zu haben, von vornherein zu entziehen, wäre doch wirklich schade, oder?
Fasst man sich ein Herz und entschließt sich dazu, stellen sich doch sofort Fragen, wie könnte eine solche Reise unternommen werden, wo ist ihr Beginn? Was könnte den Reisenden unterwegs leiten, ihm die Möglichkeit geben zu prüfen, ob er sich noch auf dem von ihm gewählten Weg befindet?
Auf der Isola di San Giulio im Lago d´Orta im Piemont gibt es ein Benediktinerkloster, um das ein Rundgang führt. Dort hat der Abt des Klosters Schilder anbringen lassen, auf denen in mehreren Sprachen der Besucher die Reise nach Innen prägnant und wundervoll beschrieben findet. Je nachdem, ob wir den Rundgang im Uhrzeigersinn oder gegenläufig beschreiten, finden wir diese Worte:
Der Weg der Meditation
Jede Reise beginnt ganz nahe
Die Mauern befinden sich in deinem Geist
Öffne dein Wesen
Das ist der Zeitpunkt, heute, hier, jetzt
Lasse das Ich und das Meine hinter dir
Nimm dich an, wachse, werde reif
Sei einfach, sei wie du bist
Der Weise lächelt, wenn er sich irrt
Wenn du es erreichst, das zu sein, was du bist, dann bist du alles
Wenn du bewusst geworden bist, ist die Reise zu Ende
Der Weg der Stille
Höre der Stille zu
Lausche auf das Wasser, auf den Wind, auf deine Schritte …
In der Stille akzeptierst und verstehst du
In der Stille nimmst du alles an
Die Stille ist die Sprache der Liebe
Stille ist der Frieden des Ich
Stille ist Wahrheit und Gebet
In der Stille begegnest du dem Meister
In der Stille atmest du Gott ein
Diese Wegbeschreibungen enthalten Empfehlungen für eine Reise nach Innen, teilweise definieren sie Zwischenstadien, treffen Feststellungen oder beschreiben hilfreiche Zustände.
Als Hilfsmittel auf dieser Reise werden Stille und Meditation genannt. Sowohl der westliche Weg der Stille, die Kontemplation, als auch der östliche Weg, die Meditation, führen schlussendlich zum gleichen Ziel. Nicht ihre unterschiedlichen Begriffe sind von Bedeutung, sondern allein der Umstand, einen dieser Wege zu gehen. Ebenso wenig ist letztlich von Bedeutung, ob wir auf diesen Wegen Fehler begehen oder Irrtümern unterliegen.
Es gibt nur den Fehler, ihn nicht zu beginnen oder ihn nicht zu Ende zu gehen (Buddha).
Ein wesentliches Element ist das Aufsuchen oder Herstellen von Stille. Stille verstehe ich als die Abwesenheit von innerem und äußerem Lärm.
Mit äußerem Lärm sind die künstlichen, vom „modernen“ Menschen geschaffenen Geräusche gemeint. Die Stille „hinter“ diesen Geräuschen ist die äußere Stille. Äußere Stille in diesem Sinn ist ein kollektives Gut, etwas, dass uns allen gehört. Die Kostbarkeit von äußerer Stille wird in unserer Gesellschaft gerade wiederentdeckt.
Natürliche Geräusche entstehen etwa durch Wind und Wetter, Wasser und Feuer, Tierlaute …
Das Geräusch unserer Schritte und unseres Atems ist unser individueller ureigener Beitrag hierzu.
Natürliche Geräusche sind heilsam und beruhigend, weil sie uns zutiefst vertraut sind, schließlich begleiten sie uns von Anbeginn.
Innerer Lärm steht für körperliches Angetriebensein, ununterbrochenes Plappern (Denken) unseres Verstandes, emotionalen Aufruhr.
Innere Stille ist nicht etwa die Abwesenheit von Körperempfindungen, Gedanken und Gefühlen, sondern ihr auf die jeweilige Situation bezogener, angemessener Ausdruck, wie noch zu zeigen sein wird.
Auf der Reise nach Innen sind nicht nur viele kleine Schritte zu setzen, sondern es stellt sich vor allem die Frage, wie und womit wir diese Reise beginnen sollen. Aufgrund der Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich auf meinem eigenen Weg gemacht und erlangt habe, erlaube ich mir Anmerkungen hierzu, in der Hoffnung, dass sie nützlich seien. Ich bin mir bewusst, dass sie weder neu noch vollständig sein können:
Auf dieser Reise macht es Sinn, bestimmte Mittel einzusetzen, die uns den Weg erleichtern, wohl in der einen oder anderen Hinsicht auch erst ermöglichen:
Hierzu zählen nicht zuletzt der Gebrauch der Vernunft und all unserer Sinne. Es geht dabei zunächst darum, die uneingeschränkte Wahrnehmung aller Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen zu erlernen.
Da dies kein leichtes Unterfangen ist, hilft es während der Reise nach innen, immer wieder folgende Tugenden zu pflegen:
Es ist von wesentlicher Bedeutung, sich selbst gegenüber mit Geduld und Wohlwollen zu begegnen, ja dies zu seiner Grundeinstellung zu machen.
Es ist häufig nicht möglich, im Moment zu verstehen, welche äußeren Lebensumstände uns das weitere Wachstum ermöglichen. Wir leben in der Regel zukunftsorientiert und erst in der Retrospektive verstehen wir, wie bestimmte Ereignisse in unserem Leben miteinander verknüpft sind. Damit ist nicht die bekannte Wahrnehmungsverzerrung gemeint, mit der wir unser Leben nachträglich passend machen wollen, sondern ein echtes Verstehen.
Geduld ist deshalb in einem besonderen Maße notwendig, weil wir erst im Laufe des Lebens verstehen und vor allem annehmen können, dass jedes Wesen seine eigene Entwicklungsgeschwindigkeit aufweist, seine eigenen Lernschritte zu gehen und seine eigenen Lebensinhalte und -themen zu bewältigen hat.
Je größer das Maß der uns selbst gegenüber geübten Geduld, desto größer wird unser Verständnis gegenüber unseren Mitmenschen. Dies scheint schon deshalb geboten, weil wir in Wahrheit nicht wissen, welche Schritte unsere Mitmenschen für ihre Entwicklung gehen müssen.
Wir sind leicht versucht anzunehmen, dass ein und dasselbe äußere Ereignis die gleiche Wirkung auf die betroffenen Menschen hätte, was aber in Wahrheit nicht der Fall ist. Schließlich trifft das Ereignis auf unterschiedliche Personen, die sich etwa in Anlage, Charakter, Lebensgeschichte, Kultur, Herkunft und Bildung unterscheiden.
