Denkst du noch oder lebst du wieder? - Isa Aepli - E-Book

Denkst du noch oder lebst du wieder? E-Book

Isa Aepli

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Beschreibung

Wir müssen uns nie anstrengen, um ein glückliches Leben zu führen. Wir dürfen uns einfach an das Fundament erinnern, das immer schon da ist und durch nichts zerstört werden kann. Wenn wir uns dessen wieder bewusst werden, dann sind innerer Frieden, Lebensfreude und Klarheit mühelos für uns zugänglich. Isa Aepli erzählt unterhaltsam und voller Humor, wie Sidney Banks' Verständnis der 3 Prinzipien Leichtigkeit in ihr Leben gebracht hat. Familienalltag, Erziehung, die Vergangenheit und selbst grosse Lebensthemen wie das Sterben verlieren an Schwere, wenn wir wissen, aus welcher Richtung die Kraft kommt, die uns durch die Stürme des Lebens begleitet. "Wer sich wünscht, dass seine Suche ein Ende hat, ist bei diesem Buch genau richtig. Ein Buch voller Witz und Leben. Isa Aepli plädiert für einen Richtungswechsel und führt die Leser:innen zurück zum Kern der Sache. Nach innen. Wo alles schon da ist. Die beste, wirkungsvollste und einfachste Hilfe zur Selbsthilfe." Lea Wernli

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Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Für meine besten Lehrerinnen Manon und Zoé

und für alle Menschen, die ihr Leben neu entdecken

wollen. Ihr habt es verdient, etwas zu

hören, das alles verändern kann, ohne dass ihr

euch verändern müsst.

I love you to the moon and back!

INHALT

Prolog

Einleitung

IM GEDANKENKARUSSELL

Ich brauche einen Coach!

Inspiration aus Obwalden

Die Welt vor dem Denken

Vom Lebenssaft

Ebbe und Flut

Das Spiegeln der Sterne

DER WEG ZURÜCK

Status quo: von außen nach innen

Die 3 universellen Prinzipien

Was das Verständnis der 3 Prinzipien bewirken kann

ERKENNTNISSE

Ich sitze am Mischpult

Hinter allem ist etwas, das zu uns will

Lernen mit Leichtigkeit

Im Zweifel fliegt der Autopilot

Die Stürme des Lebens akzeptieren

Erkenntnis ermächtigt

Die Kunst des Lebens

Das Leben findet nur jetzt statt

Es zählt nur, wie du mit den Schlägen umgehst

Ein neues Verständnis der Angst

Weisheit zeigt sich, wenn wir dem Lärm keine Bedeutung geben

Bellende Hunde

Herz gewinnt

Probleme müssen nicht gelöst werden

SCHLUSSBOUQUET

Der Weg nach Hause

Toccata und Fuge

Epilog

Dank

Zum Nachlesen

Die Autorin

PROLOG

Es hätte gute Gründe gegeben, kein Buch zu schreiben. Es wäre bequemer gewesen, mich noch ein paar weitere Jahre mit Ausreden zu beschäftigen. Und damit, weshalb es sich kaum lohnt, meiner Stimme einen Platz zu geben.

Ich habe es dennoch getan. Denn jetzt ist die einzige Zeit. Heute ist der einzige Tag.

Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich genug habe von Kopfgeburten und nicht realisierten Projekten. Genug von meinen und deinen Ausreden. Genug von Mutlosigkeit, gähnender Langeweile und einem risikofreien Leben.

Meine Hoffnung ist, dass etwas von meiner Geschichte bei dir landet. Damit auch du Lust bekommst, der Welt der Probleme die kalte Schulter zu zeigen und dich für Kraft und Saft zu entscheiden. Auf die Gefahr hin, dass du nicht mehr von allen geliebt wirst.

Ich habe mich für mich entschieden, damit du den Mut bekommst, dich für dich zu entscheiden.

EINLEITUNG

Das Leben ist spannend, abwechslungsreich und verrückt. Ich liebe es gerade wieder. Obschon die beiden letzten Jahre genügend Material für eine Serie mit viel Drama boten. Die Episoden bestanden unter anderem aus Teenager- und Schulkrisen, chronischen Schmerzen, dem überraschenden Tod meiner Mutter, dem Aus einer geplanten Karriere im Bereich Yoga und Therapie und obendrauf noch ein bisschen Covid-19 mit Einschränkungen, die den ganzen Planeten betroffen haben. Im Krisenmodus habe ich ein Lebensgefühl wiederentdeckt, dessen Klarheit mich an das frische Bachwasser aus meiner Kindheit erinnert. Um dieses Gefühl der Klarheit und seine bedingungslose Existenz geht es in diesem Buch. Denn es ist nicht mein Gefühl; es ist vielmehr eine Art Urkraft, die uns alle antreibt, ohne dass wir sie richtig wahrnehmen. Diese Klarheit ist weder an Bedingungen noch an Methoden gekoppelt. Sie kommt ohne ein Wenn und Aber. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär. Wenn wir unseren Blick neu ausrichten, erweist es sich jedoch als eine kleine Revolution. Aber ich fange jetzt von vorne an. Mit meiner Geschichte und einigen Erinnerungen daran, dass Klarheit schon immer da war.

Ich wuchs in den Siebzigern in einem Schweizer Bergtal auf, das so eng war, dass mir nur zwei Himmelsrichtungen vertraut waren: Nord-Süd. Im Süden war der Kunkelspass, im Norden der Kurort Bad Ragaz. Die Achtziger verbrachte ich in einem katholischen Mädcheninternat mit Schlafsälen und einer Hausordnung, die umfangreicher war als die Bibel. In den Neunzigern genoss ich das freie Studentenleben im trendigen Zürich, las gescheite Bücher, verdiente mein Geld als News-Journalistin, tanzte auf den ersten Streetparades und trank ziemlich viel Bier im Niederdorf. Ende der Neunziger verliebte ich mich in einen charmanten Westschweizer, der weitgereister war als meine geografischen Kenntnisse. Er kannte vier Himmelsrichtungen und ich wusste sofort, dass ich mit ihm Pferde stehlen wollte.

Zusammen erlebten wir ab 2002 Auslandsaufenthalte in Griechenland, Österreich und Holland. In den folgenden Jahren lernte ich das Expat-Leben kennen und wurde Mutter von zwei süßen Töchtern. Nach einer filmreifen Ehekrise gingen wir 2008 auf eine Weltreise, die uns einmal um den Globus und um uns selbst führte. 2010 zogen wir in die Niederlande, wo ich mit Schwung ein kleines Yoga- und Therapie-Business aufbaute. Es waren sechs unglaubliche Jahre. Berufliche und finanzielle Gründe führten uns 2016 zurück in die Schweiz, wo wir seither leben und arbeiten.

SAGT EIN KIND ZUM ANDEREN: »LEBST DU NOCH ODER DENKST DU SCHON?«

Der Lebensstil einer globalen Nomadin, zu der ich geworden bin, beinhaltet alles: Er ist gleichzeitig spannend, bereichernd, anstrengend und unruhig. Meine Innenwelt reiste immer mit. Ich haderte im Lauf der Jahre immer wieder mit dem Leben, so wie es viele Menschen tun. Ich haderte mit der Enge des Bergdorfs, in dem ich aufgewachsen war, und mit den endlos langen Jahren im Internat. Es sah manchmal so aus, als ob diese Kindheit mich für die Ewigkeit geprägt hätte, und ich machte gerne Klosterfrauen und die sturen Regeln für unglückliche Tage verantwortlich. Material zum Analysieren gab es zur Genüge, so wie in vielen Biografien. Jede Krise, die ich bis zum 47. Lebensjahr erlebte, führte zum genüsslichen Aufwärmen meines Lebensfilms – eine Art Serie im Genre Drama –, den ich im Verlauf der Zeit immer detaillierter erzählen konnte.

Die wichtigsten Protagonist:innen in meinem Film waren Lehrer und Nonnen, später meine Chefin, dann die Beziehung zu meinem Mann, die Institution Ehe, das ständige Umziehen, die grantigen Wiener, die holländische Küche, dann die Schweiz, das verklebte Schulsystem und Social Media. In schwierigen Zeiten verhielt ich mich ohne Absicht wie ein Wiederkäuer, der immer wieder auf alten Storys herumkaut. Meine Geschichten wurden dadurch zwar länger, aber nicht besser. Zu meiner Verteidigung: Es war das einzige Modell, das ich als erwachsener Mensch kannte: Gedanken sortieren und analysieren und daraus Gebäude bauen ist gerade sehr in Mode. Niemand wunderte sich oder zeigte in eine andere Richtung. Im Gegenteil, ich traf immer wieder Menschen, darunter auch Experten, die verständnisvoll nickten, geduldig zuhörten und mir dabei halfen, aus den Puzzleteilen meines Lebens etwas zu bauen, das Sinn ergab.

Die Gedanken, die mich umtrieben, begannen oft mit ›Wenn-dann‹: Wenn ich nicht im Internat gewesen wäre, dann hätte ich eine Sportkarriere gemacht. Wenn wir nicht zurück in die Schweiz gezogen wären, dann hätten wir kein Schuldrama erlebt. Wenn wir in Holland geblieben wären, dann wären mein Business und mein Freundeskreis intakt. Wenn ich beim Journalismus geblieben wäre, dann wäre ich jetzt XYZ.

EIN MENSCH SAGT:

»ICH HALTE MEINE GEDANKEN NICHT MEHR AUS.«

DIE WEISHEIT ANTWORTET:

»DANN LASS SIE ENDLICH IN RUHE.«

Eigentlich wusste ich ja, dass dieser Umgang mit Gedanken zu nichts dient, außer der eigenen Unterhaltung, aber meistens ignorierte ich dieses Wissen. Es gab allerdings immer wieder Momente, in denen ich mich intuitiv gegen diese Haltung entschied. Zum Beispiel, als die Beziehung zu meinem Mann die erste krasse Bruchlandung erlebte. Im dümmsten Moment. Wir lebten in Wien, die Kinder waren winzig, meine Herkunftsfamilie und Freunde waren weit weg und der Kopf war voll mit Lärm, Anschuldigungen und zerschmetterten Träumen. Etwas in mir weigerte sich damals, diese Krise durch die üblichen Brillen anzuschauen: Moralvorstellungen, Empörung, Opfer, Täter und Schuldsprüche. Es war sonnenklar, dass es nirgendwo hinführte. Ich interessierte mich weder für die Ratschläge von Nachbarn, Paartherapeuten oder die Unterstützung von Selbsthilfegruppen.

Meine Klarheit reduzierte sich damals darauf, dass Chaos herrschte und ich nicht wusste, was zu tun war. Also tat ich nichts. Ich fällte keine Entscheidung, ich suchte keine neue Wohnung, ich erwog keinen Umzug und ich sprach mit keinem Anwalt. Anstatt verstehen zu wollen fing ich an, Martial Arts zu trainieren: Ving Tsun Kung Fu. Eine chinesische Kampfsportart in der Tradition von Ip Man, die genauso schwierig zu erlernen ist, wie sie heißt. Vor allem, wenn man schon 36 Jahre alt ist. Es passte irgendwie überhaupt nicht zur Situation und war wohl genau deswegen meine Rettung. Das Schwitzen und die Konzentration auf neue Bewegungen katapultierten mich raus aus dem Kopf und rein ins Leben. Ich lernte, dass Widerstand gegen einen Angriff zu Schmerzen führt, aber das Umlenken der Energie zu Kraft. Kung Fu wurde zu meiner Wunderwaffe. Die Abkehr vom Problem schaffte damals eine neue Grundlage für einen nächsten Versuch als Paar. Das ist übrigens kein Rezept. Es hätte auch zu einer Klarheit für getrennte Wege kommen können. Wir entschieden uns, ein Stück weiterzugehen. Es war keine hochromantische Wiedervereinigung. Aber wir wussten, dass unsere Geschichte nicht zu Ende war. Ein Jahr nach der Krise kündigten wir Jobs und Wohnung und planten eine Weltreise.

Ich war damals vertrauter mit dem Rauschen unseres Dorfbachs als mit Diskussionen darüber, ob eine Nase zu krumm oder ein Bauch zu dick war. Klarheit fühlte sich an wie das Wasser der Tamina: frisch, transparent, bewegt, kraftvoll und mit klarer Richtung. Alle Weisen dieser Welt zeigen in die Richtung eines Gefühls. Nicht auf die Außenwelt, sondern zu uns hinein. Auf die Natur der Dinge, auf die Selbstermächtigung und die Kraft.

Niemand hat jemals Sätze gesagt wie: Finde den Schuldigen. Schlucke eine Pille. Das Leben ist unfair. Analysiere die Situation. Empöre dich. Höre deinem Lärm im Kopf zu. Fühle dich als Opfer. Schlage dich mit deinen Problemen herum. Das kam erst später, als der Homo Sapiens anfing, das Denken auf einen Sockel zu stellen und es gegen den gesunden Menschenverstand auszuspielen.

Doch dieses Kräftemessen geht auf Kosten unserer Urkraft, die bei vielen Menschen irgendwo im Straßengraben gelandet ist. Wir sind konditioniert darauf, Probleme zu wälzen und uns zu empören. Damit lässt sich nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch Geld verdienen. Es ist höchste Zeit für einen Richtungswechsel, der analytisches Denken und Weisheit wieder ins natürliche Gleichgewicht bringt. Sydney Banks Entdeckung der 3 Prinzipien ist ein Schlüssel dazu: Er bringt uns auf Augenhöhe mit unserer Urkraft, ohne Anleitungen und ohne Gebote oder Verbote. Das macht die 3 Prinzipien so anders, so frei und so zugänglich für Menschen aller Kulturen und Religionen.

IM GEDANKENKARUSSELL

ICH BRAUCHE EINEN COACH!

Es war Sommer 2016. Ich war 44 Jahre alt und dabei, mich nach dem zwölften Umzug in 14 Jahren in einer neuen Umgebung einzuleben. Nach zwölf Jahren im Ausland, neuen Sprachen, Reisen, Wohnungs- und Jobwechseln nahm unser Expat-Leben ein Ende: Wir zogen zurück in die Schweiz und ließen uns in der Nähe von Luzern nieder. Eine pittoreske Gegend und gleichzeitig ganz schön konservativ. Mein Enthusiasmus für die neue alte Heimat war begrenzt.

SAGT EIN ERWACHSENER ZUM ANDEREN:

»DENKST DU NOCH ODER LEBST DU WIEDER?«

Die Kinder vermissten das Leben im Ausland und kämpften mit dem neuen Schulsystem. Mir fehlte der Austausch mit Menschen und Kulturen aus verschiedenen Kontinenten, der Geruch von Dünen und Meer und die Intensität von Freundschaften, die sich ergeben, wenn reisende Menschen einander die Familie ersetzen. Beruflich lief es auch nicht prickelnd: Ich trauerte meinem kleinen Bewegungs- und Therapie-Studio nach, für das mein Herz in Holland geschlagen hatte. Ich war ohne Studio, ohne eigenes Einkommen und ohne Jobaussichten. Das neue Leben fühlte sich an wie ein alter PC: Es lief, aber es ruckelte und machte keinen Spaß. Ich war in der neuen Umgebung zunehmend uninspiriert und gelangweilt. Die Schweiz war an fast allem schuld. Es roch nach Krise. »Hilfe, ich brauche einen Coach!«, dachte ich mir immer wieder, »holt mich hier raus!«

Dabei hatte ich nicht die leiseste Ahnung, wie und wo ein Coach zu finden wäre oder wer das sein könnte. Ich hatte im Leben zu viele Bücher gelesen und Ausbildungen gemacht. Und war dabei zunehmend müde geworden von all den Methoden und Rezepten. Wer war gut genug, mir etwas Neues zu erzählen? Etwas, das ich noch nicht kannte? Eine Stimme rief: »Reiß dich zusammen, mache dies, tue das. Du brauchst einfach mehr Disziplin.« Aber gleichzeitig war ich einfach faul. Ich hatte keinen Bock auf einen neuen Kurs und Eisbad-Herausforderungen. Ich hatte keine Lust, ein weiteres Buch zu lesen, um fünf Uhr aufzustehen, Achtsamkeitsgruppen zu besuchen oder einen hellen Superstar am Himmel der Suchenden zu finden, der nach ein paar Jahren wieder verglüht. Ich suchte nach etwas Neuem. Ich wollte Inspiration.

Gedanken wie Midlifecrisis, Entwurzelung, Opfer der Umstände und bevorstehende Wechseljahre begannen sich in meinem Kopf breitzumachen. Das alles war wahrscheinlich eine unausweichliche Folge des Älterwerdens. Hormone und so. Ich erlebte das Leben als schon o.k., aber fade, und meinen Kopf als eine Soundanlage, die immer wieder dieselben Songs abspielte. Einige meiner Freundinnen und Freunde bestätigten die Richtigkeit meiner Midlife-Wahrnehmung. Sie erlebten den Alltag auch wie eine fade, lauwarme Suppe.

War’s das jetzt? Kommt da noch was? Ist mir das Leben davongerannt? Kriege ich noch einmal etwas auf die Reihe? Was, wenn wir im Ausland geblieben wären? Was, wenn ich gar nie ins Ausland mitgegangen wäre? Was, wenn ich doch einen ganz normalen Schweizer geheiratet und diese ganze Reiserei nie stattgefunden hätte? Dann wäre meine Karriere jetzt am finanziellen Höhepunkt, dann wäre ich frei, unabhängig, angesehen und zufrieden. Dann wäre das Leben komplett anders verlaufen. Normaler. Besser. Perfekt.

Der Bergbach aus meiner Kindheit plätscherte derweil weiter. Ich selbst war irgendwo weit weg, unterwegs im Karussell meines Denkapparats, ohne mir dessen bewusst zu sein. Ich lebte wie ein Flugzeug, das in einer ewigen Warteschleife fliegt und auf eine freie Landebahn hofft. Dort würde ich wahrscheinlich jetzt noch meine Kreise ziehen, hätte ich nicht Lea getroffen, die mich mit dem Verständnis der drei Prinzipien von Sydney Banks bekannt machte.

INSPIRATION AUS OBWALDEN

Über eine Kette von Zufällen landete ich im Sommer 2019 in einer Coaching-Ausbildung. Coach und Mentorin Lea Wernli bildete erstmals deutschsprachige Menschen im Verständnis der 3 Prinzipien aus. Meine Schwester Helen hatte mir davon erzählt. Sie sprach von Lea und einem gewissen Sydney Banks und seinem Verständnis für universell gültige Prinzipien des Lebens, das alles verändere, ohne dass sich etwas verändere. – Wie, was? Sydney wer? Ich hatte den Namen noch nie gehört. War das wieder so ein angesagter spiritueller Shootingstar, ein Philosoph, ein Skeptiker, ein Psychologe, ein Guru? Neugierde mischte sich mit einer natürlichen Abwehrreaktion: Ein weiteres Selbstfindungs-Konzept? Und schon wieder von einem Mann?!? Ich verstand aufgrund der ersten Beschreibungen nur Bahnhof, aber etwas zog mich an. Ein Gefühl. Ein Kribbeln. Ein Hauch von Irritation. Es roch jedenfalls nach anders und spannend. Als Akademikerin mit zwei Masterabschlüssen erwartete ich dennoch ein Vollbad in einer neuen Theorie mit Methoden, die es zu lernen und umzusetzen galt. Alte Schule halt. – Ich hatte schlicht keine Ahnung, dass ich mich in Kürze der größten mentalen Entgiftungsaktion meines Lebens aussetzen würde. Und noch viel weniger ahnte ich, dass der Welt und meiner Familie schwierige und traurige Zeiten bevorstanden.

Schon im ersten Einzelgespräch mit Lea bekam ich meine gewünschte Inspiration. Aber nicht die, die ich erwartete. Ich wollte in gewohnter Weise ausholen, die Geschichte meines Lebens ausbreiten und mit scharfsinniger Logik erklären, weshalb meine Situation ziemlich erträglich, aber doch besser sein könnte. Weshalb ich zwar da, aber nicht angekommen sei. Die Warteschleife, meine restliche Geschichtensammlung und meine Eloquenz eben, die auf Bestätigungstour ging. Irgendwann unterbrach mich Lea und sagte: »Wir brauchen uns nicht mit unseren Gedanken und Geschichten zu beschäftigen. Denn das, was uns hilft, kommt von einem Ort, den wir uns nicht denken können.« Entschuldigung, wie bitte …? Mein Kiefer klappte hinunter und die gut geölten Hirnwindungen quietschten: Ein Teppich aus Ego und Eitelkeit rutschte unter mir weg.

INTELLEKT UND INTUITION BEGEGNEN

EINANDER BEIM WANDERN.

DER INTELLEKT SAGT:

»DENK MAL NACH!«

DIE INTUITION ANTWORTET:

»O.K., DANN GEH MAL AUS DEM WEG.«