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In diesem Buch will ich die Depression nicht als Feind, als Übel, betrachten, sondern als eine Chance, den Weg zum eigenen Selbst und Fühlen zu finden, den Weg zu mehr Bewusstsein, eine Chance sich zu befreien von Zwängen, selbst auferlegten Begrenzungen, und der Last eines beengenden Weltbilds.
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Seitenzahl: 46
Veröffentlichungsjahr: 2018
Erika Rojas
Depression - Das Tor zur Freiheit
Freiheit des Denkens
Einleitung
Wirklichkeitsverlust
Werte
Gruppenzwang
Konsum
Besitz
Glück
Sentimentalität
Öffnung für die Spiritualität
Bewusstsein und Sterblichkeit
Ego
Spiritualität
Liebe
Schuld
Sexualität
Befreiung der Emotionen
Emotionen und Gefühle
Farben
Fasten
Wasser
Erdung
Literatur
Zeit
Meditation
Schluss
EINLEITUNG
Das Leben ist sinnlos und leer geworden. Die Schönheit der Welt, die Buntheit der Blumen, das Grün der Natur: Alle Farben verblassten. Die Freude an der Gemeinschaft mit anderen Menschen ging verloren, denn der Zugang zum eigenen Fühlen ist blockiert. Eingemauert und lethargisch vegetiert der Depressive unter einer immer drückender werdenden Last der Hoffnungslosigkeit. Oder er verdrängt die Mauern in seiner Seele und funktioniert, funktioniert bis er zusammenbricht oder dem Leid durch Selbstmord ein Ende setzt.
Aber was ist die Ursache? Sind es die Gene? Ein Infekt? Eine Störung des Hormonhaushalts? Medikamente sollen es richten, aber oft treiben sie die Menschen in die Sucht oder richten sie nur soweit auf, dass sie sich zum Selbstmord aufraffen können. Gibt es eine andere Lösung? Was mich nicht umbringt, macht mich stärker, heißt es. Wenn das stimmt, dann hat auch die Depression einen Sinn, und mein Körper, meine Seele, mein Selbst wollen mir durch sie etwas mitteilen.
In diesem Buch will ich deshalb die Depression nicht als Feind, als Übel, betrachten, sondern als eine Chance, den Weg zum eigenen Selbst und Fühlen zu finden, den Weg zu mehr Bewusstsein, eine Chance sich zu befreien von Zwängen, selbst auferlegten Begrenzungen, und der Last eines beengenden Weltbilds.
Meist ist die Depression gekoppelt mit Angst. Beide verstärken sich gegenseitig und wechseln einander in einem teuflischen Zyklus ab. Deshalb kann seine Depression nur überwinden, wer sich zugleich auch seinen Ängsten stellt.
WIRKLICHKEITSVERLUST
In der Kindheit sind die Welt und das Leben noch große, weite Abenteuer, die es gilt voll Neugier und Entdeckerdrang zu erobern und kennenzulernen.
Mit dem Erwachsenwerden gehen diese Neugier und der Entdeckerdrang immer mehr verloren, denn der Mensch lernt durch Erziehung und Sozialisation, nur bestimmte Teile der Wirklichkeit wahrzunehmen und andere auszublenden. Die Neugier wird durch anerzogene Scheuklappen und der Entdeckerdrang durch Selbstgewissheit ersetzt. Deshalb ist es nicht nur eine Metapher, wenn es heißt, verschiedene Menschen leben in verschiedenen Welten. Mit dem Bedürfnis, unpassende Teile der Wirklichkeit auszublenden, wachsen Aggressivität und Arroganz gegenüber „unangepassten“ oder „anders angepassten“ Mitmenschen. Dies geht so weit, dass nicht einmal mehr eine gemeinsame Sprache existiert, denn dieselben Wörter haben unterschiedliche Bedeutungen.
Doch die ausgeblendeten Teile der Wirklichkeit sind nicht aus der Welt, nur weil man sie nicht mehr wahrhaben will oder kann. Sie rumoren im Unbewussten und sorgen dort für Unordnung und „psychische Probleme“. Mit dem Wunsch nach Anpassung, nach Gemeinschaft mit „Gleichgesinnten“ wächst die Angst, durch „falsche“ Gedanken oder gar Verhalten nicht mehr akzeptiert zu werden. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, Realität durch Illusionen zu ersetzen, bis die Fähigkeit, das eine vom anderen zu unterscheiden immer mehr verloren geht
Meist ist es eine Depression oder Angstneurose mit deren Hilfe sich die unterdrückte Realität zu Wort melden will. Wenn alles nicht hilft, wird zu Medikamenten gegriffen, um den rebellischen Verstand und die ungehorsamen Emotionen wieder in den Griff zu bekommen.
Wer bereit ist, einen Weg zu gehen, der hart und steinig ist, und durch Selbstzweifel und Einsamkeit führt, hat jedoch die Möglichkeit, die verlorene Wirklichkeit wieder zurückzuerobern, und die unterdrückten Gedanken wieder zu Wort kommen zu lassen.
WERTE
Was fürchten viele, wenn nicht alle Menschen am meisten? Am meisten fürchtet der Mensch den Menschen, der sagt: Du bist nichts wert! Du bist böse! Du gehörst nicht dazu! Dich mögen wir nicht! Dank des Schulzwangs lernen die Menschen von klein auf, sich vor dem Urteil anderer Menschen zu fürchten.
Für jedes Lebewesen ist es natürlich und wichtig zu urteilen und zu beurteilen, um zum Beispiel zwischen Nahrung und Gefahr zu unterscheiden. Je mehr ein Lebewesen sich seine Umwelt erobert umso differenzierter wird auch sein Urteilen. Es ist deshalb natürlich, dass uns mancher sympathischer ist als ein anderer, dass uns manches gefällt und anderes nicht. Bewerten ist jedoch immer subjektiv, denn es basiert auf Gefühlen und da die Menschen nicht alle gleich sind, sondern Individuen, die sich voneinander unterscheiden, kann es keine objektiven, allgemeingültigen Gefühle geben. Es muss deshalb immer das Fühlen von individuellen Menschen zugrunde gelegt werden, wenn man Werte festlegt und ein allgemeingültiges Werturteil abgeleitet werden soll.
Das ist die „Erkenntnis des Guten und des Bösen“: Wenn individuelle Wünsche, Empfindungen und Vorlieben zur allgemeingültigen Norm und zum Wert an sich erhoben werden, denn Werte sind in erster Linie ein Machtinstrument. Wer den Menschen vorschreiben kann, was „gut“ ist und was „böse“, was „wertvoll“ und was „wertlos“, hat mehr Macht über sie als jeder Sklavenhalter. Wer sagt: „Ich bin gut“, sagt gleichzeitig auch: "und wer nicht so ist wie ich, der ist nicht gut". Als „wertvoll“ kann zum Beispiel gesetzt werden, schön, jung, gebildet, reich, schlank, fit, angepasst. „Wertlos“ ist dann das Gegenteil, also hässlich, alt, ungebildet, arm, dick, krank, unangepasst.
Das fatale an diesen Bewertungen ist, dass sie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung in Gang setzen, denn wer glaubt, wertlos zu sein, weil er zu dick ist, wird deshalb sein Gefühl von Minderwertigkeit durch noch mehr Essen kompensieren wollen, wer sich für hässlich hält, wird sich dementsprechend verhalten, sich ducken, nicht wagen, den eigenen Körper zu akzeptieren und am Ende auch hässlich sein. Wer ständig dumm genannt wird, der ist es am Ende tatsächlich .
