Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Das Risiko "angreifen", anstatt sich davor zu verstecken: Der erste Schritt zum Anlage-Erfolg besteht darin, Ihre Einstellung zum Risiko zu ändern. Tom Basso, unter Tradern weltweit eine echte Legende, verrät seine Philosophie, wie man lernt, das Risiko für die eigenen Investitionen zu nutzen. Er erklärt innovative Konzepte der extremen Diversifikation, des Future-Handels sowie des Aktienengagements und Sie erfahren, wie Sie Ihr Portfolio strukturieren und individuell anpassen können. Anhand seiner eigenen Erfahrungen zeigt Basso Wege auf, um bei jedem Marktklima erfolgreich zu sein. Erstellen Sie Ihre eigene Version eines Allwetter-Ansatzes!
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 217
Veröffentlichungsjahr: 2025
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Der Allwetter-Trader
Tom Basso
Die Originalausgabe erschien unter dem Titel
The All Weather Trader
Mr. Serenity's Thoughts on Trading Come Rain or Shine
ISBN 978-1-5445-4106-8
Copyright der Originalausgabe 2023:
The All Weather Trader © 2023 Tom Basso.
Original English language edition published by Bond FinancialTechnologies Holdings, LLC 3909 S. Maryland Pkwy., Suite 314, PMB 65, Las Vegas Nevada 89119, USA. Arranged via Licensor's Agent: DropCap Inc. All rights reserved.
Copyright der deutschen Ausgabe 2025: © Börsenmedien AG, Kulmbach
Übersetzung: Börsenmedien AG, Egbert Neumüller
Umschlagfoto: © solarseven/Shutterstock; DNY59/iStockphoto
Illustration Schirm: © Begimai Imamidin kyzy/iStockphoto
Gestaltung Cover: Anna Lena Schramm
Gestaltung, Satz und Herstellung: Anna Lena Schramm
Lektorat: Sabine Runge
Druck: CPI books GmbH, Leck, Germany
ISBN 978-3-86470-978-4
eISBN 978-3-86470-979-1
Alle Rechte der Verbreitung, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe und der Verwertung durch Datenbanken oder ähnliche Einrichtungen vorbehalten.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.
Postfach 1449 • 95305 Kulmbach
Tel: +4992219051-0 • Fax: +4992219051-4444
E-Mail: [email protected]
www.plassen.de
www.facebook.com/plassenverlag
www.instagram.com/plassen_buchverlage
EINFÜHRUNG
1 WAS IST DAS PERFEKTE INVESTMENT?
2 WIE ICH MEINE ALLWETTER-PHILOSOPHIE GESCHAFFEN HABE
3 MEINE ENTWICKLUNG ALS ALLWETTER-TRADER
4 WAS IST EINE VOLLSTÄNDIGE HANDELSSTRATEGIE?
5 DAS TIMING VON INVESTMENTS
6 WIE MAN SEIN PORTFOLIO HEDGT
7 EXTREME DIVERSIFIZIERUNG
8 SEITWÄRTSMÄRKTE – WAS IST, WENN DIE MÄRKTE RICHTUNGSLOS SIND?
9 DAS „AUFFÜLLEN VON SCHLAGLÖCHERN“
10 WIE VIEL SOLL MAN KAUFEN ODER VERKAUFEN?
11 DIE MENTALE SEITE DES TRADINGS
12 WIE MAN MIT DEM ALLWETTER-TRADING BEGINNT
13 DIE MAXIMIERUNG DES RENDITE-RISIKO-VERHÄLTNISSES
14 DIE VERMEIDUNG GÄNGIGER FEHLER
15 ALLWETTER-TRADING UND ZUKUNFT
FAZIT
ÜBER DEN AUTOR Tom Basso
DER AUTOR IN DEN SOZIALEN MEDIEN
Jede noch so kleine Handlung ist mit einem Risiko verbunden. Denken Sie an Ihre üblichsten alltäglichen Geschehnisse: die Fahrt zur Arbeit, das Überqueren einer Straße oder geistesabwesendes Multitasking. Sie mögen nicht unsicher erscheinen, können aber gefährliche Folgen haben.
Risiken sind überall. Ob es sich um Ihr Wohlergehen, Ihre finanzielle Situation oder einen anderen wichtigen Teil Ihres Lebens handelt, Sie sind immer einem Risiko ausgesetzt. Es ist unvermeidlich und wird seinen Weg zu Ihnen finden.
Risiko ist unvermeidlich, und Angst ist ganz natürlich. Die Welt der Geldanlage wird von einer anhaltenden Angst umfasst. Sie legt denjenigen, die sich auf das offenbar risikoreiche und lohnende Gebiet der Geldverwaltung begeben wollen, Steine in den Weg.
Denken Sie daran, was in den letzten fünf Jahrzehnten an den Finanzmärkten geschehen ist:
Abb. 1 Der Dow Jones IndustrialAverage in den letzten fünf Jahrzehnten (DOWI)
Quelle: Barchart.com
Der Bärenmarkt 1973/1974, als der S&P Index um 45 Prozent fiel
Der Schwarze Montag, 19. Oktober 1987
Das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000
Die Immobilienkrise, die von 2008 bis 2009 zu einem Wirtschaftskollaps führte
Die COVID-19-Pandemie, die im Jahr 2020 ein globales Wirtschaftschaos auslöste
Diese Ereignisse führten zu Katastrophen für Familien auf der ganzen Welt, und einige verloren in kurzer Zeit alles, was sie hatten. Manche Anleger flogen beinahe aus dem Spiel. Mitzuerleben, wie Freunde und Familienangehörige von diesen erschütternden Ereignissen betroffen sind, hat eine emotionale Wirkung auf die Trader, und das nun schon seit Jahrzehnten.
Ich habe das aus erster Hand erlebt und bin mir des Risikos, das Anleger eingehen, wenn sie in irgendeinen Markt investieren, sehr wohl bewusst. Ich habe gesehen, wie es meinem Vater Carlo Basso ergangen ist. Als Briefträger bei der US-Post hatte er eine gute Stellung. Für ihn als Sohn italienischer Eltern, die unter der Großen Depression gelitten hatten, war ein fester Arbeitsplatz mit einer Rente das Einzige, was er sich erhoffen konnte, und ebenso ging es dem größten Teil seiner Generation. Sie betrachteten den Aktienmarkt wie ein Casino – ein Glücksspiel, bei dem jedes Blatt, das ausgeteilt wurde, der große Gewinn sein konnte oder ein Verlust, der den gesamten Stapel an Chips vernichten konnte, den sie vor sich liegen hatten. Stattdessen vertraute man auf ein festes Gehalt, Sozialleistungen und eine Altersvorsorge.
Carlo Basso wusste, dass er mehr wollte, und er wollte investieren. Aber er wollte sich nicht am Glücksspiel beteiligen. Stattdessen wollte er sein Geld an einem sichereren und weniger wechselhaften Ort anlegen. Er nahm das Geld, das er für seine Ersparnisse vorgesehen hatte, und legte es in der seiner Meinung nach sichersten Anlageform an: Einlagezertifikate bei einer örtlichen Sparkasse („Savings and Loan Association“ oder „S&L“). Die Investition in eine Sparkasse war der konservative Weg. Mein Vater hatte es nicht mit Immobilien oder einem volatilen Aktienmarkt zu tun. Er hatte sein gesamtes vermeintliches Risiko ausgeschaltet und sich für den sicheren Weg entschieden.
Kurz danach, im Jahr 1980, kam es zum Zusammenbruch der Sparkassenbranche, als die kurzfristigen Zinsen höher waren als die langfristigen und die Renditekurve sich umkehrte. Nach einer staatlichen Rettungsaktion im Umfang von 200 Milliarden Dollar wurden die Anleger weitestgehend entschädigt und konnten einen Großteil ihrer Verluste wieder hereinholen. Glücklicherweise behielt mein Vater seinen Job bei der Post, sodass er weiterhin für seine Familie mit drei heranwachsenden Kindern sorgen konnte.
Abb. 2 Übersicht über die Savings-and-Loan-Krise Anfang der 1980er-Jahre
Meine Familie gehörte zu den Glücklichen, aber andere hatten mit den Folgen der Sparkassenkrise sehr zu kämpfen. Gleiches gilt für die Große Depression, den Schwarzen Montag, die COVID-Pandemie und andere berühmte schlimme Entwicklungen an der Börse. Nur wenige hatten Glück oder waren gewieft genug, die meisten hatten Pech. Die Lektion, die ich aus dem Zusammenstoß meines Vaters mit der S&L-Krise mitnahm, war, dass eine Investition, selbst wenn sie in einem scheinbar risikolosen Umfeld getätigt wird, niemals wirklich risikolos ist. Die Dinge können sich im Handumdrehen ändern, und wenn man sein Selbstwertgefühl in eine Investition steckt und diese sich schnell gegen einen wendet, kann man erhebliche Verluste erleiden. Ich hatte noch nicht viel über die Kraft der Diversifizierung und den Umgang mit dem Risiko gelernt, was letztendlich der Kern meiner zukünftigen Karriere als Vermögensverwalter werden sollte.
In den Jahren, in denen ich das Geld anderer Leute verwaltet habe, habe ich gelernt, dass sich kein Händler vor dem Risiko verstecken kann. Es wird einen finden. Der einzig wahre Weg, sich auf das Risiko vorzubereiten, ist, sich nicht davor zu verstecken, sondern es frontal anzugehen. In diesem Buch beschreibe ich eine Reihe von Methoden, die ich gelernt habe, um das Risiko zu bekämpfen und davon zu profitieren. Alle diese Ideen sind so einfach, dass Sie die Konzepte übernehmen, sie an Ihr eigenes Portfolio anpassen oder neue Wege erfinden können, um die Performance Ihres Portfolios zu verbessern und zum Allwetter-Trader zu werden.
Anleger oder Händler?
Sie halten sich vielleicht für einen Investor – beziehungsweise Anleger –, weil Sie „langfristig orientiert“ sind. Ich habe genau diese Worte schon sehr oft gehört. Aber hier ist eine Erkenntnis für alle, die versuchen, ihr Vermögen zu verwalten: WIR SIND ALLE HÄNDLER! Wenn man etwas kauft, um es später wieder zu verkaufen, handelt man. Deshalb werde ich in diesem Buch die Bezeichnungen „Händler“ beziehungsweise „Trader“ verwenden, um uns alle zu bezeichnen, die wir uns der Herausforderung stellen, auf den Finanzmärkten zu agieren.
Konservativ oder aggressiv?
Sie halten sich vielleicht für einen von zwei Händlertypen: konservativ oder aggressiv. Aber ich möchte Ihnen noch einen weiteren Denkanstoß geben. Auch wenn mein Vater sich selbst als „konservativ“ bezeichnete, war er es letztendlich nicht. Er ging ein Risiko ein, und dieses Risiko verwirklichte sich. Ich möchte also, dass Sie von nun an auf Ihrer Reise als Trader nach besseren Renditen streben und dabei die Risiken reduzieren. Es braucht weder Ihr Ziel zu sein, konservativ zu sein noch aggressiv zu sein. Sie werden Ihre persönliche Art haben, mit Ihrem Portfolio umzugehen, die niemand anderem zukommt.
Ein großes oder ein kleines Portfolio?
Vielleicht haben Sie ein kleineres Portfolio und stehen erst am Anfang. Vielleicht haben Sie nur ein paar Tausend Dollar, die Sie zusammengekratzt haben, um den Einstieg zu schaffen. Ich habe 1974 mit einem Margin-Depot von 2.000 Dollar angefangen und kann mich noch gut daran erinnern. Als ich Vermögensverwalter bei Trendstat Capital war, managten meine Mitarbeiter und ich 600 Millionen Dollar.
Die Ideen in diesem Buch mögen sich leichter mit großen Geldbeträgen umsetzen lassen, aber das bedeutet nicht, dass Sie die vorgestellten Konzepte nicht auch auf kleinere Beträge anwenden können. Ich habe in diesem Buch viele Beispiele mit großen, „runden“ Portfolios wie 100.000 Dollar, 1.000.000 Dollar oder sogar 10.000.000 Dollar erstellt, um die Erklärungen mathematisch einfach und leicht verständlich zu machen. Ich weiß, dass die meisten Leser nicht in diesen Größenordnungen handeln. Ich versuche lediglich, die Auswirkungen der von mir erläuterten Allwetter-Konzepte aufzuzeigen. Diese Konzepte können von jedem angewendet werden, unabhängig von der Größe seines Portfolios.
Kleinere Portfolios werden unter dem leiden, was ich Granularität – Grobkörnigkeit – nenne. Mit anderen Worten: Die Vorhersagekraft des Konzepts ist bei einem kleineren Portfolio nicht so perfekt wie bei einem größeren Portfolio. Die Ergebnisse sind statistisch gesehen etwas „unschärfer“. Genau wie bei einem grobkörnigen Bild auf dem Fernseher, bei dem alle möglichen schwarzen Punkte zu sehen sind, bedeuten grobkörnige –granuläre – Ergebnisse beim Trading, dass ein Handelskonzept zwar statistisch gesehen bei einer großen Stichprobe von Trades funktioniert, dass es aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht funktioniert. Je größer die Stichprobe und je größer das Portfolio, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit der Granularität bei der Anwendung der Konzepte.
Es ist wie bei einer Umfrage. Wenn ich zehn Personen eine Frage stelle und als Antwort erhalte, dass sechs Personen der einen und vier der anderen Meinung sind, habe ich einen kleinen Einblick in ihre Stimmung. Wenn ich jedoch 10.000 Menschen die gleiche Frage stelle, erhalte ich ein weniger grobes Bild ihrer Stimmung. Wenn 7.263 Personen die Umfrage in die eine und 2.737 in die andere Richtung beantworten, kann ich viel mehr darauf vertrauen, dass das Ergebnis die Stimmung dieser größeren Stichprobe richtig wiedergibt. Beide Stichprobengrößen sind so, wie sie sind. Die größere Stichprobe ist feinkörniger und genauer.
Wenn Sie klein anfangen, nehmen Sie die Herausforderung an, Ihr Portfolio wachsen zu lassen. Arbeiten Sie in Ihrem normalen Job etwas härter, sparen Sie, was Sie können, und stecken Sie es in Ihr Handelskonto. Vergrößern Sie Ihr Portfolio, indem Sie solide Allwetter-Methoden anwenden. Wenn Sie das beharrlich tun, werden Sie vielleicht eines Tages Millionen verwalten.
Er oder sie?
Aus den Statistiken meiner Website enjoytheride.world geht hervor, dass mehr als 80 Prozent meiner Follower und Website-Besucher männlich sind. Ich bekomme zwar hin und wieder Fragen von Frauen, aber der Handel scheint immer noch ein überwiegend männliches Unterfangen zu sein. Also werde ich aus Gründen der Effizienz „er“ verwenden, wenn ich mich auf einen Händler oder eine Händlerin beziehe. Gehen Sie einfach davon aus, dass es die Person ist, die den Handel betreibt, egal ob männlich, weiblich oder einem der anderen Geschlechter zugehörig, die es heutzutage gibt.
Das anhaltende Problem bei der Geldverwaltung
Die Landschaft der Geldverwaltung ist heute ganz anders als in früheren Jahrzehnten. Ich beschäftige mich seit einem halben Jahrhundert mit den Märkten und beobachte in letzter Zeit dramatische Veränderungen im Anlegerverhalten. Die Technologie hat es möglich gemacht, sekundengenaue Kurse zu sehen, was bedeutet, dass die Volatilität auf die Minute genau gemessen werden kann. Als Trader erlebt man diese wilden Schwankungen im Guten wie im Schlechten. Die Panik, die sich bei den Händlern einstellt, ist real und kommt schnell.
Beim Trading geht es darum, das Risiko zu mindern. Warum sollte man nicht das Risiko in Angriff nehmen, damit man das Schlachtfeld zu seinen eigenen Bedingungen betritt, nicht zu denen des Marktes? Das ist das, was ich einen Allwetter-Trader nenne.
Allwetter-Trading
Die großen Aktienmärkte sind schwankungsfreudig, und dennoch wollen die meisten Kleinanleger ihr Geld dort anlegen. Der Grund dafür ist einfach. Aktien sind leicht zu verstehen und ziehen die ganze Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Außerdem sind Aktien in vielen Fällen sehr liquide, sodass problemlos Milliarden Dollar von einer Aktie in eine andere verschoben werden können. Viele glauben, dass das hohe Risiko einer Investition in den Aktienmarkt das Potenzial für hohe Renditen hervorbringt. Eine glatte Kapitalkurve nach rechts oben – das wollten während meiner Zeit bei Trendstat Capital alle meine Anlagekunden sehen.
Verluste lassen sich jedoch kaum ausschließen, weil es nicht möglich ist, immer auf der richtigen Seite eines Marktes zu stehen. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der vorhersagen kann, was an einem bestimmten Tag oder in einer bestimmten Woche passieren wird. Alle Märkte haben eine heimtückische Art und Weise, die Mehrheit der Händler die meiste Zeit über zu täuschen. Wenn man jedoch Risiken und mögliche Verluste als Chance begreift, kann man die richtige Einstellung für einen Allwetter-Ansatz beim Investieren entwickeln. Auch wenn das Risikomanagement dazu beitragen kann, einige dieser schlechten Tage abzumildern, wird es immer noch ein paar davon geben. Das ist Teil der Herausforderung, die wir Handel nennen.
Der Allwetter-Trader wird versuchen, sich gegen einen Großteil der Volatilität an den Märkten abzusichern, daher sollte es nicht überraschen, dass ich die Volatilität recht häufig erwähne. Bei all den großen Schwankungen, die wir in Bereichen wie den Kursen von Tech-Aktien, Börsengängen und Kryptowährungen erleben, gibt es viel zur Volatilität zu sagen. Der Allwetter-Trader nutzt diese Volatilität zu seinem Vorteil, anstatt sich vor ihr zu verstecken. So wie ein Cowboy versucht, den wilden Hengst zu zähmen, um ein großartiges Arbeitspferd zu schaffen, konzentriert sich der Allwetter-Trader darauf, woher die Volatilität kommen könnte und wie er sie proaktiv zu seinem Vorteil nutzen kann, um das Depot weniger schwankungsfreudig zu machen. Er versucht nicht, Risiken zu vermeiden und damit die geringeren Renditen zu erleiden, die mit „konservativen“ Anlagen einhergehen können.
Der Allwetter-Trader versucht nicht, Aktien oder einen bestimmten Markt auszuschließen. Vielmehr versucht ein solcher Trader, Renditen zu erhaschen, wo immer sie zu finden sind. Diese Handelsphilosophie erweitert einfach das Anlageuniversum und verteilt die Vermögenswerte strategisch auf mehrere Branchen und Kontinente, wodurch die Möglichkeit geschaffen wird, in jedem wirtschaftlichen Klima Renditen zu erzielen.
Das ist eine Trading-Philosophie, die ich schon viele Male erfolgreich umgesetzt habe. Es ist nichts, das ich mir gestern ausgedacht und ins Spiel gebracht habe. Ich bin schon seit geraumer Zeit in diesem Spiel. Es war ein Prozess, der Zeit brauchte, um ihn zu entwickeln, anzupassen und auszuführen, aber das Konzept hat sich für mich bewährt, indem es mir im Laufe der Zeit stetige, konsistente Ergebnisse lieferte und mir eine entspannte Geisteshaltung ermöglichte.
Es gibt keinen „Einfach“-Knopf
Als Vermögensverwalter sind wir uns des Mantras unserer Kunden wohl bewusst:
Ich will eine gute Rendite bei minimalem Risiko.
Dieses universelle Anlageziel scheint sich heute in den Köpfen vieler Kleinanleger festzusetzen. Der Grund dafür ist, dass die verfügbare Technologie den Anschein erweckt, dass dies möglich sei. In einer Welt, in der die sozialen Medien Menschen zeigen, die großartige Renditen erzielen, und in der selbsternannte Experten damit prahlen, sie wüssten, welches Unternehmen das nächste Amazon sein wird, ist es üblich, dass die Menschen glauben, ein solcher Geldregen sei möglich.
In der realen Welt der Investitionen weiß ich jedoch, dass überall Risiken lauern. Es gibt keine garantierten Gewinner, und niemand kann wirklich ermitteln, welche Investments Verlierer sein werden. Es besteht eine Beziehung zwischen Risiko und Rendite, und um die Rendite einzufahren, muss man das Risiko eingehen.
Ich glaube, dass Sie mit einem Allwetter-Handelsplan die von Ihnen angestrebten Renditen erzielen können, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was als Nächstes passieren wird. Und ja, Sie werden nachts so gut schlafen können wie Mr. Serenity!
Das perfekte Investment sieht etwa so aus: 20 Prozent Rendite auf Ihre Investitionen im Jahr; sehr geringe Abhängigkeit von verschiedenen Märkten (was es einfach macht, Kursbewegungen zu verfolgen); und eine Onlineplattform, die Marktschwankungen mit 100-prozentiger Genauigkeit sowie ohne Risiko vorhersagt.
Wo kann man also diese magische Formel finden? Sie kennen die Antwort: NIRGENDWO! Die Vorstellung, es gebe endgültige Antworten auf jede Herausforderung an den Märkten, ist ein Mythos. So etwas existiert nicht. Wenn es diese perfekte Strategie gäbe, würden sich die Vermögensverwalter ihren Weg in eine Position darin erkämpfen und sich daran festkrallen. Jeder wüsste bereits, wo er sein Geld am besten anlegen sollte.
Gewisse Anlagestrategien können scheinbar perfekt sein. Wenn ein Anleger sieht, dass es einem anderen gut geht, will er in das „Geheimnis“ eingeweiht werden, damit auch er seine Rendite verbessern kann. Die Vorstellung von lebensveränderndem Reichtum ist der Köder, der so viele auf die Suche nach dem perfekten Investment lockt. Unabhängig davon, ob sie die Strategie selbst umsetzen oder einen Vermögensverwalter damit beauftragen, wollen die Anleger einfach die Sicherheit haben, dass ihr Konto beständig und deutlich wächst.
Und wenn die Renditen sinken? Nun, das ist der Moment, in dem Panik ausbricht. Das kann zu Spannungen zwischen Anlegern und ihren Finanzberatern führen. Die Anleger gehen davon aus, dass der Finanzberater über einen einzigen Schlüssel verfügt, der die magische Formel für die Wende der Dinge aufschließt. Doch das ist nicht möglich, denn es gibt keine universelle Strategie, die für jeden Kunden optimal ist.
Händler werden auf ihrem Weg Drawdowns – vorübergehende Verluste – erleben. Auch hier kann Panik aufkommen, sodass Entscheidungen darüber, was und wann gekauft oder verkauft werden soll, schwer zu treffen sind. Diese Angst kann den Händler dazu veranlassen, einen gut durchdachten Plan aufzugeben und nach neuen Strategien zu suchen, die zu diesem Zeitpunkt gut klingen. Glauben Sie mir, beim Handel ist das Gras auf der anderen Seite nicht grüner. Den einen universellen Weg, um es zu schaffen, gibt es nicht.
Als Händler sind wir uns alle bewusst, dass es keine perfekte Strategie gibt, und doch suchen wir sie immer wieder. Jeder von uns, ob privater Trader oder Vermögensverwalter, justiert ständig nach und versucht, die eine Strategie zu finden, von der wir alle wissen, dass sie unerreichbar ist. Der Handel erinnert mich an Golf. Es gibt eine perfekte Runde (18 Birdies), die man anstrebt, die aber noch nie erreicht wurde.
Um bei dem Vergleich mit dem Golfsport zu bleiben, könnte man Finanzberater als Golfclub-Profis bezeichnen. Diese wissen alles über den Platz. Sie sprechen mit den Golfern, die in den Pro-Shop kommen, und beantworten Fragen zur bevorstehenden Runde. Sie studieren die täglichen Trends und wissen, was gut gelaufen ist und wo die Spieler Probleme hatten. Das sind die Gründe, warum viele Golfer sie gern um Rat fragen, bevor sie sich zum ersten Abschlag aufmachen.
Doch obwohl sie über dieses umfassende Wissen verfügen, können sie nicht jedem Golfer, der sich an sie wendet, dieselben Tipps geben. Jeder Golfer ist anders. Jeder hat andere Fähigkeiten. Einem Anfänger und einem Golfer mit niedrigem Handicap kann man nicht dieselben Tipps für das Spiel auf dem Platz geben, und sie würden solche Informationen auch nicht wünschen. Außerdem hat jeder Golfer seine eigene Vorstellung von einem guten Ergebnis. Für den Anfänger kann es ein großartiger Tag sein, 90 Schläge zu spielen. Für den Golfer mit niedrigem Handicap hingegen könnten 90 einen Tag bedeuten, den er am liebsten vergessen würde!
Golfer sind genauso unterschiedlich wie Händler. Jeder Händler stellt sich der Herausforderung mit einer begrenzten Anzahl von Vermögenswerten, die er handeln will, mit seinen aktuellen Fähigkeiten, mit einer begrenzten Zeit, die er für die Entwicklung einer Strategie aufwenden kann, und mit einer bestimmten Zeit, die er für die tägliche Umsetzung der von ihm entwickelten Strategie aufwenden kann. Es wäre verrückt, wenn ein Händler versuchen würde, genau das zu tun, was ich tue, genauso wie es verrückt wäre, wenn ich versuchen würde, Jack Nicklaus oder Tiger Woods auf dem Golfplatz zu kopieren. Jeder von uns muss ein individuelles Finanzpuzzle lösen, und jeder Händler wird eine andere Lösung für sein persönliches Puzzle haben. Mein Ziel ist es, Sie zum Nachdenken über die Philosophie des Allwetter-Traders anzuregen und Ihnen dabei zu helfen, Ihre eigene persönliche Handelsstrategie zu entwickeln – eine, die Stürme übersteht und einen gleichzeitig die guten Zeiten genießen lässt.
Das Geld-Spiel
Golf ist ein Spiel, das viele von uns schon einmal gespielt haben. Ob Sie nun gern Golf spielen oder nicht, es gibt eine Tatsache, die wir alle interessant finden: Niemand hat jemals ein perfektes Ergebnis erzielt. Auf einem Golfplatz herkömmlicher Größe liegt ein perfektes Ergebnis bei etwa 54 Schlägen, was bedeuten würde, dass Sie Ihren Schläger vom ersten Abschlag bis zum letzten Putt auf dem 18. Grün insgesamt 54 Mal schwingen.
Es ist unglaublich, dass es in einer Sportart, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, noch nie ein perfektes Ergebnis gegeben hat. Millionen von Spielern sind gekommen und gegangen. Vor allem in den letzten Jahrzehnten hat sich der professionelle Golfsport hin zu weltweitem Interesse entwickelt. Eltern erziehen ihre Kinder von klein auf zu Golfspielern, die sich bei der PGA Tour einen Namen machen wollen. Tiger Woods, Phil Mickelson und Annika Sörenstam sind allesamt bekannte Namen mit vielen Siegen auf dem Buckel, und doch ist es keinem von ihnen je gelungen, ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Wenn sie nach einer persönlichen Bestleistung befragt werden, können sie immer sagen: „Hätte ich am siebten Loch den 8-Fuß-Schlag geschafft, wäre ich noch einen Schlag besser gewesen.“
Das soll nicht heißen, dass diese Golfer nicht großartig wären. Es ist eine einfache Tatsache, dass menschliches Versagen es unmöglich macht, jeden Schlag perfekt zu machen. Es sind zu viele Variablen im Spiel. Bei einem Spiel, bei dem so oft zum Schlag ausgeholt wird, ist es unvermeidlich, dass ein Ball eine ungewollte Kurve fliegt. Oder man schätzt einen Putt auf einem schnellen Grün falsch ein und schickt den Ball auf die Überholspur, einen Hügel hinunter und ins hohe Gras.
Ganz gleich, ob man Profigolfer oder ein Vermögensverwalter ist, der gelegentlich auf den Golfplatz geht – wenn man auf den Platz geht, will man nur eines: besser sein als beim letzten Mal. Das Ziel ist, die Fehler, die man beim Spielen gemacht hat, zu beseitigen, und dabei „die Fahrt zu genießen“.
Wenn man übt, versucht man, besser zu werden. Man übt so lange, bis der schwächste Teil der Spielweise verschwunden ist und man eine neue Schwäche findet, an der man arbeiten kann. In der Karriere von Tiger Woods gab es eine Zeit, in der er den Ball vom Tee aus fast 300 Meter weit schlug. In seiner Blütezeit war es ein unglaubliches Erlebnis, seinen Drive zu beobachten. Aber er war immer noch nicht in der Lage, ein perfektes Ergebnis zu erzielen, also trainierte er wie alle anderen.
Mit dem Handel verhält es sich genauso. Niemand hat jemals bei der Geldanlage ein perfektes Ergebnis erzielt, und es gibt auf der Welt keinen Vermögensverwalter, der dies von sich behaupten würde.
Der Handel erfordert wie der Golfsport ständiges Üben. Der Händler kann nur versuchen, sein Bestes zu geben, weiter zu üben und daran zu arbeiten, den Prozess zu verbessern. Beim Golf bleibt das Risiko, einen Bogen nach rechts oder links zu schlagen, bei jedem Ausholen gleich. Risiken sind unvermeidlich. Solange man auf dem Platz spielt, geht man ein Risiko ein.
Das Gleiche gilt für die Geldanlage: Das Risiko ist allgegenwärtig. Die erfolgreiche Strategie besteht darin, dieses Risiko zu mindern. Wenn Sie zum Beispiel eine Strategie verfolgen, mit der Sie potenziell eine Rendite von zwölf Prozent erzielen könnten, die aber ein hohes Risiko beinhaltet, wäre es dann besser, stattdessen eine Rendite von zehn Prozent zu erzielen, wenn dabei das Risiko massiv verringert würde? Würde sich der Kompromiss von zwei Prozentpunkten lohnen? Ist das mathematisch sinnvoll? Und wie sieht es psychologisch aus? Würden Sie nachts besser schlafen, wenn Sie wüssten, dass die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass das Risiko daherkommt und Ihre Rendite beeinträchtigt, während Sie schlafen?
Beim Golf ist es unmöglich, ein perfektes Ergebnis zu erzielen, aber das sollte einen nicht davon abhalten, auf den Platz zu gehen und zu üben. So bringt man sich in die bestmögliche Position, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Beim Handel gilt die gleiche Mentalität: Sie können ständig versuchen, das Risiko zu verringern und Ihre Chancen auf ein gutes Ergebnis mit Ihrem Portfolio zu verbessern. Ich rate Ihnen, die Tatsache zu akzeptieren, dass Sie nie das perfekte, risikofreie Portfolio oder die perfekte Handelsstrategie haben werden. Alles, was Sie tun können, ist, weiterhin Optionen abzuwägen, die Daten zu studieren, Ihre Strategien anzupassen und sich in die bestmögliche Position für den Erfolg zu bringen. Nachdem Sie all das getan haben, sollten Sie, wie ich schon oft zu meinen Trader-Freunden gesagt habe, „die Fahrt genießen“!
Vermögen oder Wohlstand?
Zukunftspläne hängen in hohem Maße davon ab, was man mit seinen Investitionen erreichen kann. Das ist der Grund, warum uns der Gedanke an das Risiko Angst einflößt, denn wenn wir Risiken eingehen, könnten wir den Verlust eines erheblichen Teils unseres Portfolios riskieren, und das trübt unsere Vorstellung von der Zukunft. Wenn Sie wissen, dass im nächsten Jahr eine Zahlung von zehn Millionen Dollar auf Sie zukommt, können Sie diese einplanen. Das Wissen um den Zeitpunkt gibt Ihnen einen Zeitplan für Ihre Arbeit, und wenn die Zahlung ansteht, sind Sie hoffentlich darauf vorbereitet, sie zu bewältigen.
Nicht zu wissen, was die Zukunft bringt, ist hingegen eine größere Herausforderung. Sie wissen nicht, ob Ihre Handelsstrategie profitabel sein wird oder nicht. Sie wissen nicht, wie viel Sie im Laufe der Zeit zu Ihrem Portfolio hinzufügen können. Sie wissen nicht, was der Markt tun wird. Ihr gesamter Finanzplan ist wie eine dichte Wolke, durch die Sie nicht durchsehen können. Wie könnte es da nicht stressig sein, ihn aufzustellen?
Viele konzentrieren sich auf das universelle Anlageziel: mit wenig Risiko viel Geld zu verdienen und das eigene Vermögen im Laufe der Zeit zu mehren. Ich habe eine andere Denkweise, wenn es um das Ziel des Vermögenserhalts geht. Was jeder wirklich anstreben sollte, ist die Erhaltung seines Wohlstands, nicht seines Vermögens. Es gibt einen Unterschied zwischen den beiden. Vermögen ist der pauschale Begriff, auf den jeder anspringt, wenn es darum geht, den Wert von Vermögenswerten zu bestimmen. Das, was einem Kaufkraft verleiht, ist jedoch der Wohlstand. Das Vermögen ergibt sich, wenn man die Schulden von dem abzieht, was man besitzt. Wohlstand ist das, was man mit seinem Vermögen kaufen kann.
