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Nichts ist faszinierender als eine gesunde Gruppe von Bahama-Anolis in einem artgerecht eingrichteten Terrarium. Die sehr lebhaften, tagaktiven Tiere zeigen sich nach der Eingewöhnung wenig scheu und können gut beobachtet werden. Sie erweisen sich im Terrarium als langlebig, verzeihen auch kleinere Haltungsfehler und schreiten bei guten Bedingungen bereitwillig zur Fortpflanzung, kurzum, sie bereiten dem Besitzer sehr viel Freude. Art für Art stellen Ihnen die Bücher dieser Reihe die beliebtesten Terrarientiere vor. Jeder Band bietet Ihnen detaillierte, praxisnahe Pflegeanleitungen und Sie finden alle Informationen, die Sie brauchen, um Ihre Tiere erfolgreich zu vermehren. Alle wichtigen Fragen von der erforderlichen Beckengröße über die Terrarieneinrichtung, die technische Ausstattung, die artgerechte Ernährung bis zur Vorbeugung von Krankheiten werden mit zahlreichen Tricks und Kniffen beantwortet. Erfahrene, langjährige Züchter verraten, wie Sie die Tiere zur Fortpflanzung bewegen und die Jungtiere gesund aufziehen können. Das alles durchgängig farbig, großzügig bebildert und attraktiv gestaltet nur über Ihr Terrarientier - Art für Art. - Systematik und Körperbau - Die faszinierende Biologie: Aus dem Leben des Bahama-Anolis - Alle Informationen zur artgerechten Haltung: Vom geeigneten Terrarium über Einrichtung und Technik bis hin zur Fütterung - Erfolgreich nachzüchten: Paarungsstimulation, Inkubation der Eier und Aufzucht der Jungtiere - Problemlösungen: Wie man die häufigsten Fehler bei der Pflege vermeidet, und wie man kranken Tieren helfen kann - Brillante Fotos
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Seitenzahl: 60
Veröffentlichungsjahr: 2016
Iris Zeilfelder & Uwe Bartelt
Männchen des Bahama-Anolis im Biotop Foto: Y. Klesius
Vorwort
Beschreibung
Systematik
Verbreitung
Lebensraum und Verhalten
Gesetzliche Bestimmungen
Was beim Kauf zu beachten ist
Transport und Quarantäne
Haltung im Terrarium
Einrichtung des Terrariums
Ernährung
Gesunderhaltung und Vorbeugung von Krankheiten
Fortpflanzung und Nachzucht
Vergesellschaftung
Freiluftaufenthalt
Einige Bemerkungen zur Zimmer- und Gewächshaushaltung von Bahama-Anolis
Weitere Informationen
Weiterführende und verwendete Literatur
Bildnachweis:
Titel: Bahama-Anolis Foto: K. Kunz
Kleines Bild: Bahama-Anolis mit aufgestellter Kehlfahne Foto: A. Fläschendräger
Seite 1: Bahama-Anolis Foto: A. Fläschendräger
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© 2006
Natur und Tier - Verlag GmbH
An der Kleimannbrücke 39/41
48157 Münster
www.ms-verlag.de
eISBN 978-3-86659-344-2
Geschäftsführung: Matthias Schmidt
Lektorat: Kriton Kunz & Heiko Werning
Layout: Ludger Hogeback – hohe birken
VIELE Menschen sind heutzutage von der bunten Welt der Terraristik begeistert. Ein Besuch im Zoo, ein Schlendern durch die Terraristikabteilung großer Zoo-Center oder Baumärkte lassen schnell den Wunsch entstehen, selbst so ein Stück Natur im „Glaskasten“ sein Eigen nennen zu können.
Erste Erkundigungen werden eingezogen, und so mancher Traum zerplatzt wie eine Seifenblase. Die oft leuchtend grün gefärbten Taggeckos sind teuer in der Anschaffung und häufig nicht einfach zu pflegen. Noch schwieriger ist die Haltung der skurrilen Chamäleons, und der Erwerb einer Landschildkröte mit entsprechendem technischen Equipment sprengt so manchen Geldbeutel.
Somit erscheint der Traum vom eigenen kleinen Urwald im Wohnzimmer erst einmal in weite Ferne gerückt. Doch gibt es genau so spannende Pfleglinge, die weniger kostspielig und nicht ganz so anspruchsvoll in der Haltung sind. Zu diesen Tieren zählen der beliebte Rotkehlanolis (Anolis carolinensis) und der ebenso bekannte Bahama-Anolis (Anolis sagrei).
Ein ideales Terrarientier: der Bahama-Anolis Foto: Y. Klesius
Die Kehlfahnen der Anolis dienen nicht nur der innerartlichen Kommunikation, sondern auch der Abgrenzung gegenüber anderen Anolis-Arten. Foto: Y. Klesius
Nichts ist faszinierender als eine gesunde Gruppe von Bahama-Anolis in einem artgerecht eingerichteten Terrarium. Die sehr lebhaften, tagaktiven Tiere zeigen sich nach der Eingewöhnung wenig scheu und können gut beobachtet werden.
Sie erweisen sich im Terrarium als langlebig, verzeihen auch kleinere Haltungsfehler und schreiten bei guten Bedingungen bereitwillig zur Fortpflanzung, kurzum, sie bereiten dem Besitzer sehr viel Freude.
Aufgrund ihrer geringen Körpergröße benötigen Bahama-Anolis keine allzu großen Terrarien und sind somit eigentlich die idealen Tiere zum Einstieg in die Terraristik.
Auch wenn diese Echsen fast schon zum Standardangebot im Tierhandel gehören, wird noch immer viel zu oft schlecht oder gar falsch beraten. Sehr viele Anolis kommen durch nicht artgerechte Haltung und mangelhafte Pflege zu Tode.
Unser Ziel ist es, mit diesem Buch bei der artgerechten Haltung und Nachzucht von Anolis sagrei Hilfe zu leisten und einige Anregungen und Vorschläge zur Umsetzung zu geben.
Iris Zeilfelder & Uwe BarteltMalsch & Voerdeim Frühjahr 2006
DER Bahama-Anolis oder Braune Anolis besitzt einen gestreckten Körperbau mit wohlentwickelten Gliedmaßen und einen überkörperlangen Schwanz. Er gehört zu den „hochköpfigen“ Anolis-Arten und hat eine stumpfe Schnauze. Männchen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge (KRL) bis 65 mm (Gesamtlänge [GL] bis 180 mm), Weibchen werden bis 43 mm (KRL) bzw. 130 mm (GL) groß.
Anolis sagrei ist eine Echse mit überwiegend brauner Färbung, die von Schokoladenbraun bis Hellgraubraun variieren kann. Manchmal werden auch Rottöne gezeigt. Die Tiere können sich ebenso wie die meisten anderen Anolisarten entsprechend den Gegebenheiten farblich verändern.
Diese Eigenschaft sowie die „chamäleonartigen“, unabhängig voneinander beweglichen Augen haben den Anolis auch schon den Namen „Amerikanisches Chamäleon“ zukommen lassen.
Die Männchen tragen auf Rücken und Flanken eine hellbraune bis dunkelgelbe Zeichnung aus Rauten und Winkeln. Ab der Schwanzwurzel verschwindet die Zeichnung langsam. Die Seiten sind einfarbig hellbraun. Bei Tieren, die balzen oder ihr Revier verteidigen, verstärken sich die Kontraste der Färbung, und an den Seiten werden gelbe Punkte sichtbar. Bei Erregung können die Tiere einen bis zu 4 mm hohen Rückensaum aufstellen.
Weibchen besitzen gewöhnlich eine markante, helle Rückenlinie mit einer an beiden Seiten des Rückrates verlaufenden Rautenzeichnung, die sich vom Kopf bis weit auf den Schwanz zieht. Hin und wieder finden sich jedoch weibliche Tiere mit „typisch“ männlicher Zeichnung im Handel, was die Geschlechtsunterscheidung gerade bei Jungtieren nicht einfach macht.
Erwachsenes Männchen mit stark ausgeprägtem Rücken- und Nackenkamm Foto: K. Kunz
Beide Geschlechter besitzen eine Kehlfahne, die mit Hilfe des Zungenbeins gespreizt werden kann. Die Färbung dieser Kehlfahne ist leuchtend rot bis rotbraun mit eingestreuten, feinen schwarzen Schuppen, die Umrandung ist gelb. Die Kehlfahne der Weibchen ist allerdings deutlich kleiner.
Auch ist beiden Geschlechtern eine weiße bis beige gefärbte Bauchseite eigen.
Eine besondere Eigenschaft der Reptilien ist, dass ihre äußere, mit Hornschuppen bedeckte Hautschicht nicht in der Lage ist, mit den Tieren mitzuwachsen, was dazu führt, dass sie sich in gewissen Zeitabständen häuten müssen. Das bedeutet, dass sich unter der vorhandenen obersten Hautschicht eine weitere, etwas größere Haut bildet. Sobald diese voll entwickelt ist, wird die alte Haut abgestoßen, was sich mit einer Eintrübung der Farben und einem „Grauwerden“ der Haut ankündigt.
Oft werden die Reste alter Haut mit dem Maul abgezogen und auch verzehrt.
WUSSTEN SIE SCHON?
Anolis werden auch Saumfinger genannt. Dieser Name beschreibt das Charakteristikum, dass die Unterseiten der Finger und Zehen Haftlamellen tragen, ähnlich wie die Füße der Geckos. Dies ermöglicht ihnen ein sicheres Laufen auf glatten Untergründen, wie z. B. Blättern und Glas. Zusätzlich verfügen sie über gut entwickelte Krallen, mit denen sie sich schnell und sicher auch auf rauem Untergrund wie Ästen oder Steinen fortbewegen und festhalten können.
Die „Saumfinger“ ermöglichen den Bahama-Anolis (hier ein Männchen) das Klettern an glatten Flächen. Foto: M. Bleisch
Die Aufteilung der Saumfinger in verschiedene Gattungen ist umstritten. Foto: Y. Klesius
EIN immer noch strittiges Thema ist die richtige Gattungsbezeichnung für den Braunen Anolis. Manche Taxonomen stellen ihn, wie auch viele andere Anolis, in die Gattung Norops. Derzeit scheint sich aber wieder die Einordnung in Anolis durchzusetzen. Auch die familiäre Stellung ist umstritten. Während vor allem in der Alten Welt an der „klassischen“ Ordnung aller Leguanartigen in die Familie Iguanidae festgehalten wird, in die dann die Anolis-Verwandtschaft in die Unterfamilie Polychrotinae gehört, betrachten andere Wissenschaftler diese Gruppe als eigene Familie Polychrotidae.
Systematik des Bahama-Anolis nach konventioneller Auffassung:
Klasse:Reptilia (Kriechtiere)Ordnung:Squamata (Schuppenkriechtiere)Unterordnung:Sauria (Echsen)Überfamilie:Iguania (Leguanartige)Familie:Iguanidae (Leguane)Unterfamilie:Polychrotinae (Anolisartige)Gattung:Anolis (Anolis, Saumfinger)Art:Anolis sagrei (Bahama-Anolis)Die gesamte Gattung der Anolis umfasst derzeit ca. 330 Arten, die den amerikanischen Doppelkontinent besiedeln. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Süden der USA (nördlichstes Vorkommen) bis in den Nordosten von Paraguay. Die größte Artenvielfalt lebt auf den Antillen. Anolis sagrei selbst wurde mehrfach verschleppt und in der Zwischenzeit sogar in Taiwan nachgewiesen.
