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Was wäre, wenn Krankheit kein Fluch, sondern Segen bedeutete? Wenn ein Patient sein Leben beherzt in die Hand nimmt, aktiv zu seiner Gesundung beiträgt und so seinem Leben eine neue, glücklichere Richtung gibt? Die Journalistin und Krebspatientin Bettina Kübler hat sich getraut. Jetzt mit einer erweiterten Neuauflage von "Der beherzte Patient".
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Seitenzahl: 132
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Dieses Buch ist ein Erfahrungsschatz, den ich meinen Patienten und allen Betroffenen nur empfehlen kann. Dieses Buch macht Mut!
Dr. med. Andrea Oest, Ärztin
Ein ermutigendes und hilfreiches Büchlein. Die Anregungen, seinen eigenen Weg im (möglichst guten) Umgang mit Krankheit zu finden, sind vorsichtig, zurückhaltend und undogmatisch formuliert. Es wird einem nichts verkauft, im Gegenteil. Da hat jemand viel ausprobiert und Erfahrungen geteilt. Dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, wird auch sehr deutlich. Ich fand es sehr unterstützend.
Sabine Renken, Leserin
Die Frau strotzt vor Energie.
Stefanie Liedtke, Frankfurter Neue Presse
Ein Büchlein mit vielen guten Anregungen – eingeordnet, ohne zu verallgemeinern. Es lohnt sich übrigens auch, das Buch zu lesen, bevor es einen erwischt hat. Das Richtige kann man ja auch tun, ohne dass der Ernstfall eingetreten ist – vielleicht kommt es dann gar nicht so weit. Das Beste: Die Autorin sieht aus wie das blühende Leben. Irgendwas scheint sie richtig zu machen …
Karin Hoffmann, Leserin
Ich bin zwar selbst nicht betroffen, begleite aber als Reiki-Meisterin mitunter Menschen, die mit der Diagnose Krebs konfrontiert sind und nach Ergänzungen zu ihrer schulmedizinischen Behandlung suchen. „Der beherzte Patient“ ist für meine Klienten mittlerweile zu einem wertvollen Ratgeber geworden. Das Büchlein hat sogar eine Klientin und mich auf die Idee gebracht, zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten unserer Stadt einen Themenabend rund um das Thema Brustkrebs zu organisieren, bei dem neben einer Gynäkologin und einem Physiotherapeuten auch Bettina Kübler referierte. Der Abend war ein voller Erfolg, nicht nur wegen der vielen wertvollen Informationen, sondern weil die Referenten den Patientinnen Mut gemacht haben!
Caroline Kather, Therapeutin
In jedem Satz steckt selbst Erlebtes, selbst Erfahrenes, das macht das Büchlein so informationsstark.
Manfred R., Patient
Was geschieht, wenn man von einer bedrohlichen, vielleicht sogar „unheilbaren“ Krankheit betroffen ist? Heißt das dann nur noch: Untersuchungen, Operation, Bestrahlung, Chemotherapie - bin ich nur noch Patient, Leidender? Was wäre, wenn man in seiner Krankheit einen Anlass sähe, sein Leben beherzt in die Hand zu nehmen? Die Journalistin Bettina Kübler ist Betroffene; sie sucht über die bekannten Wege hinaus auch eigene Beiträge zur Gesundung. Sie findet Hilfe, Anregung und Kräftigung durch eigenes Tun und wird unterstützt von Menschen, die sie mit verschiedenen komplementären Verfahren vertraut machen. Darüber hat sie ein sehr lesenswertes Büchlein verfasst, mit dem sie ihre ermutigenden und befreienden Erfahrungen gerne weitergeben möchte.
Dr. med. Andreas Reuther, Arzt
Für Bettina Kübler ein wichtiger Grundsatz: Die Heilung beginnt im Kopf.
Ralph Schäfer, Saarbrücker Zeitung
Das Buch sollte jeder lesen, um seinen eigenen Weg zu finden. Dafür bekommt man viele Anregungen. Auch um den Mut zu bekommen, seinen ganz eigenen Weg auch zu gehen – gegen alle anderslautenden Meinungen und Widerstände.
Silke Bewer, Angehörige
Als ich den „Beherzten Patienten“ las, stellte ich mit Erstaunen fest, wie hilfreich es ist, sich mit alternativen Heilungsmethoden auseinanderzusetzen. Heute, ein Jahr später, fühle ich mich geheilt … Ich danke der Autorin für diesen eindrucksvollen und effektiven Ratgeber.
Susanne D., Patientin
„Der beherzte Patient“ ist ein wunderbares kleines Buch. Es macht unaufdringlich und sehr einfühlsam Mut, seinen eigenen Weg zu suchen – ohne irgendetwas schönzureden.
Viola Seiffe, hr-iNFO
Habe gerade das Buch gelesen. Es Seite für Seite in einem Rutsch verschlungen. Wunderbar und hilfreich und inspirirend. Danke!
Sabine H., Patientin
Vorwort zur zweiten Auflage
Vorwort zur ersten Auflage
Teil I
• Erfahrungen und Erkenntnisse
Kapitel 1
Fluch, Unabänderlichkeit – oder Segen?
Einstellung zu Krankheit und Heilung
Kapitel 2
Der Krebs, meine Lieben und ich
Heilung im privaten Umfeld
Kapitel 3
Überlebensgeschichten und Quantenphysik
Bücher, die Hoffnung machen
Kapitel 4
Osteopathie, Akupunktur & Co
Hilfreiche ganzheitliche Therapien
Kapitel 5
Geist und Seele brauchen Zuwendung
Vom Psycho-Onkologen bis zum Geistheiler
Kapitel 6
Walking, Qigong & dunkle Schokolade
Unsere Lebensweise im Fokus
Kapitel 7
Seien Sie beherzt
Den eigenen Weg finden
Teil II
• Gedanken und Interviews
Kapitel 8
Gesund? Krank? Palliativ?
Schluss mit dem Schubladendenken
Kapitel 9
Wenn die Seele ruft
Interview mit dem Ayurveda-Therapeuten Ravidas Korn
Kapitel 10
Selbstbestimmt ins eigene Leben finden
Interview mit dem Künstler Bruno Bussmann
Kapitel 11
Die verbindende Kraft der Akupunktur
Interview mit Dr. med. Michael Hammes
Kapitel 12
Angst ist wie Skifahren
Ein quälendes Gefühl in Lebenskraft verwandeln
Kapitel 13
Qigong ist ein Dialog mit sich selbst
Interview mit Dr. med. Ingrid Reuther
Kapitel 14
Schamanen schaffen lebendige Ordnung
Interview mit Dr. Tobias Klein
Kapitel 15
Wie Gedankenkraft beim Singen hilft
Ein Selbstversuch
Danke!
Seit eineinhalb Jahren gibt es nun den „Beherzten Patienten“. Rund 700 verkaufte und verschenkte Bücher, eine Website mit einem Blog (www.der-beherzte-patient.de), ein Facebook-Auftritt (Der beherzte Patient) mit mehr als 200 Abonnenten und einen Twitter-Account (@beherztsein). Mehrere Zeitungsartikel, eine Radiosendung, ein Patientenseminar, mehrere Vorträge, einer davon auf Youtube festgehalten. Viele gute Rückmeldungen.
Es gab auch vereinzelte kritische Rückmeldungen, die in verschiedenen Zusammenhängen sehr unsachlich, verletzend und drohend vorgetragen wurden. Mir wurde anlässlich eines Facebook-Posts zum Thema Mistel unterstellt, ich würde ein naturheilkundliches Verfahren als „alleiniges Heilungsmittel“ propagieren und, noch schlimmer, Patienten eine Mitschuld an ihrer Erkrankung geben. Beides ist falsch.
Ich gebe einem Krebspatienten (und damit auch mir) keine „Schuld“ an der Erkrankung. Ich meine lediglich mit dem berühmten Neurologen und Holocaust-Überlebenden Viktor Frankl, dass alles im Leben einen Sinn hat – auch und gerade eine Erkrankung. Es geht nicht um das Warum (damit ließe sich das Thema Schuld verbinden), sondern um das Wozu … ist die Krankheit gut? Wie kann ich mein Leben dahingehend verändern, dass es noch erfüllter und glücklicher, also heiler, wird?
Ich propagiere auch keine einzelnen Heilmittel, vor allem wende ich mich nicht gegen die Schulmedizin – im Gegenteil! Ich nutze sie – dankbar – bis heute. Ich meine nur, das reicht nicht, und öffne für Sie mein persönliches Schatzkästlein mit all meinen Erfahrungen in Dingen, die über die Schulmedizin hinausreichen. Über schulmedizinische Themen und Entwicklungen können andere besser schreiben.
Ich möchte Sie lediglich ermuntern, Ihre eigenen Erfahrungen zu machen und Ihren ganz persönlichen Lebensweg, Ihren individuellen, „gesunden“ Umgang mit Ihrer Erkrankung zu finden. Ich verstehe mich dabei als Ideengeberin, Motivatorin und Mutmacherin – nicht mehr. Ich bin weder Ärztin noch Therapeutin noch Heilerin. Ich bin nur Patientin, die ihre Erfahrungen weitergibt. Was Sie damit anfangen, ist allein Ihre Sache.
Weil ich in den vergangenen eineinhalb Jahren wiederum vieles dazugelernt habe, habe ich beschlossen, das Büchlein zu aktualisieren und in einem zweiten Teil um Blogbeiträge von meiner Homepage zu erweitern – um Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, auch in gedruckter Form noch mehr Informationen zu vermitteln. Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen neben meinen Texten zu Schubladendenken, Angst und Gedankenkraft die Interviews, die ich mit befreundeten Ärzten, Therapeuten und einem Künstler geführt habe, um Themen, die ich zuvor nur angerissen habe, zu vertiefen. Ayurveda, Akupunktur und Qigong, Schamanismus und die Kunst haben eines gemeinsam: Sie erinnern uns an unsere eigene innere Stärke und Schaffenskraft. Sie zeigen die unterschiedlichsten Möglichkeiten auf, wie wir unser Leben gesünder und schöner gestalten können. Lassen Sie es uns einfach tun.
Ratgeber gibt es viele. Ungefragten Rat, schlechten Rat auch. Also was halten Sie hier eigentlich in Händen?
Es ist ein sehr persönlicher Bericht dessen, was mir bei der Bewältigung meiner chronischen Krebserkankung geholfen hat. Es sind Erfahrungen, die dazu beigetragen haben, seit bald sieben Jahren mit dieser Krankheit (die bei den meisten Umstehenden schreckgeweitete Augen bei gleichzeitigem Atemstocken verursacht) ein wunderbares Leben zu führen. Man scheint mir das anzusehen und anzumerken – selbst Ärzte schütteln manchmal ungläubig den Kopf darüber, WIE gut es mir geht.
Weil mir das Menschen anmerken, werde ich oft um „Tipps“ gebeten, wenn sie selbst oder ihre Lieben erkrankt sind – woran auch immer, ob chronisch oder akut. Ich habe schon viele Briefe und E-Mails an mir unbekannte Menschen geschrieben, mit denen mich eines verbindet: mit einer ernsthaften Krankheit umgehen zu müssen. Eines Tages dachte ich mir, das könnte ich auch eigentlich einfacher haben … So ist dieser kleine Erfahrungsbericht entstanden.
Worum geht es mir? Es geht mir darum, dass wir unser Leben – beherzt – in die eigene Hand nehmen. Ganz grundsätzlich – ob wir gesund oder ein bisschen krank oder schwer krank sind. Wir Patienten sollten Verantwortung für uns selbst übernehmen. In uns hineinspüren und uns gut informieren, nach unserem eigenen Weg suchen – und nicht den unhinterfragt gehen, der uns vorgegeben wird. Von einem Arzt, einer Statistik, einem Freund, einem Pfarrer, von wem auch immer.
Jeder von uns hat seinen eigenen Weg, den er selbst finden und gehen muss. Mal mit mehr, mal mit weniger Schwierigkeiten. Die Richtung sollte weniger die Außenwelt, sondern vor allem das eigene Herz vorgeben. Manchmal brauchen wir sogar eine Krankheit, um diesen Weg zu finden. Wenn wir ihn gefunden haben, kann die Krankheit gehen. Nicht selten bleibt sie auch – vielleicht brauchen wir sie, um auf unserem Weg zu bleiben. Was mitnichten heißt, dass wir dann ein schlechteres Leben haben müssen. Im Gegenteil! Wir können eine Krankheit haben – und trotzdem (oder deshalb) ein glückliches, erfülltes Leben führen.
Wir haben die Wahl: Wir können uns von der Krankheit unterwerfen lassen. Wir können aber auch daran wachsen – und sogar glücklicher sein als zuvor! Das habe ich lernen dürfen. Und möchte es gerne weitergeben.
Wie nutzen Sie nun dieses Büchlein? Es gibt so vieles, was wir selbst zur Behandlung etwa durch die Schulmedizin beitragen können. Durch unser Denken und Fühlen etwa oder die Nutzung komplementärer Heilweisen. Darüber können Sie hier vieles lesen. Manchmal reicht es schon zu sehen, dass es Menschen in einer ähnlichen Situation gibt, die einen Weg gefunden haben, gut mit ihrer Erkrankung umzugehen oder sogar Heilung erfahren haben. Vielleicht ist da aber auch ein Buch, eine Therapie, ein Ernährungshinweis, der Sie interessiert. Und vielleicht hilft es Ihnen sogar weiter – auf Ihrem eigenen Weg.
Ich habe, weil ich das als Orientierungshilfe ganz gerne mag, Therapien und Herangehensweisen bewertet. Achtung: „Mein Urteil“ ist mein ganz persönliches – Ihres müssen sie selbst fällen! Hören Sie dabei auf Ihr Herz, befragen Sie noch andere Menschen, lesen Sie weiterführende Literatur, am besten: Probieren Sie das, was Ihnen spontan gefällt, selbst aus! Diese eigene Erfahrung kann kein Ratgeber der Welt ersetzen.
Aber es gibt allgemeingültige „Spielregeln“ des Lebens, die der bereits zitierte Viktor E. Frankl aufgestellt hat:
„Die Spielregeln des Lebens verlangen von uns nicht, dass wir um jeden Preis siegen, wohl aber, dass wir den Kampf niemals aufgeben.“
Er muss es wissen – denn er hat den Holocaust im Konzentrationslager überlebt. Wobei ich das Wort „Kampf“ nicht so mag. Außer, ich akzeptiere und respektiere den Gegner und hasse ihn nicht. Denn Heilung geschieht nicht durch Hass und Ablehnung, sondern nur mit und durch Liebe. Und die Liebe ist nicht nur überall, wenn wir sie zulassen. Sie ist „kampferprobter“ als alles andere auf der Welt!
Hier möchte ich ein bisschen aus meiner Geschichte erzählen. Trotz jahrelanger engmaschiger Kontrollen im August 2010 der Schock: Brustkrebs. Große lobuläre Karzinome beidseits, massenhaft befallene Lymphknoten. Beide Brüste wurden mir abgenommen. Januar 2014: Metastasen in beiden Eierstöcken, Bauchfellkarzinose. „Palliativbehandlung“ zur Aufrechterhaltung der Lebensqualität, limitierte Lebenszeit (ist nicht jedes Leben limitiert?).
Aufgrund meiner eigenen Art der Erkrankung beziehe ich mich in vielem, was ich schreibe, auf (Brust-)Krebs. Allerdings halte ich es mit den alten Ayurveden: Denen ist es grundsätzlich ziemlich egal, welche Krankheit man hat. Was zählt, ist, DASS man krank ist. Wobei das natürlich auch wieder Definitionssache ist: Wer ist total krank, wer völlig gesund? In der Traditionellen Chinesischen Medizin gibt es weder das eine in Reinform, noch das andere. Es gilt, die kranken Anteile in Schach zu halten und die gesunden zu stärken.
Beides versuche ich. Und wissen Sie was? Mir geht’s gut. Meistens. Also sagen wir: neunzig Prozent meiner Lebenszeit, wobei sich die wirklich miesen Momente um die Diagnosen herum gruppieren. Auch auf die Kontrollen könnte ich getrost verzichten. Aber sie müssen nun einmal sein. Ich möchte mir auf keinen Fall vorwerfen, sterben zu müssen, weil ich mit den Kontrollterminen geschlampt habe.
Im Sommer 2010 fühlte ich mich, als würde ich über einem Abgrund hängen und gleich abstürzen. Es war wirklich furchtbar. Drei Monate hat dieser Zustand gedauert. In diesen Monaten hatte ich eine unglaubliche Unterstützung: von meiner Familie, meinen Freunden, Ärzten, Therapeuten. Aber es hat Zeit gebraucht, bis diese Saat aufging, drei Monate eben. Dann gelang es mir, den Schalter umzulegen. Schluss mit der Todesangst, der Ablehnung der Realität, dem Gefühl, Opfer einer himmelschreienden Ungerechtigkeit zu sein. Stattdessen lautete mein Mantra: Es ist, wie es ist, und es ist gut so.
Vom Opfer zur Heldin
Auf wundersame Weise machte mir die harte Chemo plötzlich kaum noch etwas aus. Durch die Bestrahlung bin ich lachend und ohne nennenswerte Verbrennungen gesegelt. Auch meinen Rückfall habe ich nach einigen Wochen emotional wieder in den Griff bekommen. Denn ich habe in diesem fiesen Theaterstück die Rollen gewechselt: raus aus der marionettenartigen Opferrolle, rein in die Rolle der Heldin, die ihr Leben in die Hand nimmt und es sich keinesfalls vermiesen lässt, nicht von dieser heimtückischen, feigen Krankheit Krebs. Wer weiß schon, wie lange wir leben? Eine meiner Freundinnen, rundum gesund, ist inzwischen bei einem tragischen Unfall gestorben. Wer weiß schon, was morgen ist? Und bis dahin lebe ich!
Krankheit ist auch ein Motor
Ich bin zu der Erkenntnis gelangt: Ich habe es auch in der Hand. Mein Leben, meine Krankheit, meine Heilung. Ich kann viel für meine Gesundung tun. Gleichzeitig ist da irgendwer, irgendwas, was viel mächtiger ist als ich, nennen wir es Gott, nennen wir es das Universum oder Allah, es gibt viele Namen für das Eine. Und das habe ich nicht unter Kontrolle, ich brauche es gar nicht erst zu probieren. Das entlastet. Andererseits habe ich durchaus Einfluss auf mein körperliches und seelisches Wohlbefinden – und das macht stark. Das Leben ist nun einmal so widersprüchlich.
Entscheidend ist: Dieses Eine will, dass ich lebe und glücklich bin. Aber es will auch gehört und verstanden werden. Die alten Inder sagen, Krankheit ist die Sprache der Seele, die sich anders kein Gehör verschaffen kann. Das passt auf mich. Denn ich bin als Journalistin, Hausfrau und Mutter nur gerannt, habe mich ständig überfordert. Da hört man Kindergeschrei und Anordnungen von Vorgesetzten, Autoverkehr und Radiolärm – aber leider nicht die Seele. Ich wusste, das muss anders werden. Ich habe gelernt, Krankheit als Chance zu Veränderung zu sehen. Als Motor.
Probleme bringen Geschenke
Und es ist anders geworden. Ich habe vieles in meinem Leben verändert – Ernährung, Bewegung, Lebensort, Arbeitspensum, Stressverarbeitung, meine persönliche Lebensphilosophie … Und ich – eine „Palliativpatientin“ (vergessen Sie bitte die Schubladen, in die man Sie steckt) – bin fitter und glücklicher als je zuvor. Vielleicht ist der Krebs ja gar kein fieser feiger Feind. Sondern ein Freund. Manchmal kann ich das tatsächlich so sehen.
Richard Bach, der Autor der „Möwe Jonathan“, schreibt in seinem Buch „Illusionen“: „Es gibt kein Problem, das nicht auch ein Geschenk für dich in den Händen trägt. Du suchst Probleme, weil du ihre Geschenke brauchst.“ Und geschenkt bekam ich irrsinnig viel, vor allem Liebe in einer Intensität, wie ich sie nicht für möglich gehalten hätte. Und die Kraft, aus meinem Hamsterrad auszusteigen und ein gesünderes und erfüllteres Leben zu beginnen.
