Der Brunegger Stern - Roland Christen - E-Book

Der Brunegger Stern E-Book

Roland Christen

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Beschreibung

Der Brunegger Stern und andere schaurige, liebenswerte und feurige Geschichten rund um das Gebiet von Brunegg

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Seitenzahl: 82

Veröffentlichungsjahr: 2014

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INHALTSVERZEICHNIS

VORWORT

DER BRUNEGGER - STERN

DER GROSSE SCHWARZE HUND VOM SCHLOSS BRUNEGG

DER FEUERTEUFEL

DER TRAURIGE BIRCHWALDGÜMPER

DAS LIEBESGEFLÜSTER ZWEIER IM BIRCHWALD SICH NAHE STEHENDER TANNEN

DAS KLEINE FEUERCHEN

SCHNAPSTEUFEL

DAS UNGEHEUER IM SCHEIBENSTAND BRUNEGG

FEHLALARM

DAS STERNENGESPENST

DER RIESENFROSCH VOM BIRCHWEIHER

DAS FEUER UND DIE LIEBE

DIE FERNSEHKÄFER

DER HABSBURGER

DER FEUERKÄFER

FAMILIE FEUER

GESANGSUNTERRICHT FÜR GÜGGEL

DIE FEUERMÜCKE

DIE GUTEN HEXEN UND BÖSEN DÄMONEN VOM UNTERBÄNDLI

DAS GEDICHT ÜBER DAS FEUER

DER BESCHWIPSTE AMOR VON DER STERNENMATTEN

DIE STEINBRUCHFLÖHE

DER FEUERWICHTEL

DIE ROTE KATZE

DIE BÜNZHEXE

DE GSCHÄNKLIGEIST VO WILDEGG

DER DINO BRUNOX REMEDIUM

VORWORT

Liebe Leserin

Lieber Leser

Das vorliegende Büchlein enthält 27 Geschichten, von welchen 26 vollständig erfunden sind. Sie haben teilweise, in Grundzügen, eine Beziehung zur Geschichte von Brunegg.

Die erste Geschichte, der Brunegger Stern, ist aus meiner persönlichen Beziehung zum beschriebenen Stern entstanden.

Es ist tatsächlich der Fall, dass in der ersten Zeit der Freundschaft zwischen meiner heutigen Frau und mir, dieser Stern, der Alkaid, eine grosse Bedeutung für uns hatte und immer noch hat.

Wir beschlossen, dass wenn wir nicht zusammen sein konnten, wir zum Stern Alkaid hoch schauen. Wenn beide diesen Stern ansehen, dann würden wir uns durch ihn, trotz Ferne, nahe fühlen.

Daraus entstand die Liebesgeschichte, welche schon von der Aargauer Zeitung mit einem ersten Preis belohnt wurde.

DER BRUNEGGER - STERN

Sterne am Himmel leuchten. Sie leuchten, weil sie von der Sonne angeleuchtet werden und das Licht reflektiert wird. Es gibt aber auch Sterne, die sind selber eine Sonne und leuchten selbstständig. So oder so ist das Licht, das von einem Stern kommt, Sonnenlicht.

Der Brunegger - Stern ist der vorderste Stern der Deichsel vom grossen Waagen.

Woher der Name Brunegger - Stern stammt, will ich euch erzählen.

Früher hatten die Dörfer noch keine Namen. Erst mit der Zeit wurden Ansammlungen von Häusern, eben Dörfer, mit einem Namen versehen. Man konnte sich so besser orientieren und wenn man jemandem einen Weg beschreiben musste, ging dies besser. Versucht einmal jemandem zu erklären, wie er von euch zu Hause irgendwo hinkommt, ohne einen Dorfnamen zu benutzen!

Die Geschichte ist sich nicht ganz einig, weshalb Brunegg, eben Brunegg genannt wird. Eine Annahme ist, dass das Dorf einmal abgebrannt ist, oder wurde und das Land durch den Brand gebräunt wurde. Deshalb nannte man den Ort: Der Ecken, der braun ist.

Eine andere Annahme ist die, die eben mit dem Brunegger - Stern zusammenhängt.

Eines Tages kam ein schöner Jüngling in das kleine Dorf am Fusse eines Berges, worauf ein Schloss stand. Er kam aus dem Westen und hatte bereits einen langen Weg hinter sich gebracht. Deshalb war er hungrig, durstig und müde.

Bereits beim zweiten Haus im Dorf, fand er eine offene Türe. Man gab ihm zu Essen und zu Trinken. Da es ein schöner warmer Abend war, genoss man das Mal im Freien, hinter dem Haus auf dem Sitzplatz. Die Gastgeber waren eine Frau mit ihrem Mann und drei Kindern; ein Sohn, er war der jüngste, und zwei schönen Töchtern.

Besonders die ältere der beiden Töchter gefiel dem Jüngling sofort. Der Abend war schon weit fortgeschritten, als die Eltern, der Sohn und die jüngere Tochter sich zu Bett begaben. Die Müdigkeit des Jünglings war unterdessen, wegen der schönen Tochter, wie weggeflogen. Offensichtlich gefiel der Tochter der Jüngling auch.

Sie redeten nicht viel miteinander. Aber tief in die Augen haben sie sich geschaut. Es kam was kommen musste; die beiden verliebten sich ineinander. Sie rutschten immer näher zu einander, bis sie sich an den Beinen und den Schultern berührten.

Bei der ersten Berührung erschraken sie, fanden die Situation aber schnell angenehm.

Nach einer Weile sagte der Jüngling zum schönen Mädchen, er wolle immer mit ihr zusammen bleiben. Als Beweis wolle er ihr einen Stern vom Himmel holen und ihn ihr schenken. Einerseits war die junge Frau sehr gerührt. Doch hielt sie dieses Versprechen etwas übertrieben.

"Nein, nein, es ist mir ernst", sagte der Jüngling und wollte, dass sich das Mädchen einen Stern am Himmel aussuchen soll. Noch immer war die Frau davon überzeugt, dass der Jüngling ein kleiner Spinner sei. Trotzdem machte sie den Spass mit und wünschte sich den vordersten Stern der Deichsel des grossen Waagens. Dieser Stern war gerade über ihnen am Himmel.

Der Jüngling bat das Mädchen, die Augen zu schliessen.

Als das junge Mädchen mit geschlossenen Augen dastand, wurde es plötzlich ganz hell und heiss.

Erschrocken öffnete das Mädchen die Augen um zu sehen, was da vor sich gehe. Als sie die Augen öffnete, sah sie nur noch einen sehr hellen Schein, der sie vollständig blendete. Nur schemenhaft sah sie noch die dunkle Silhouette des Jünglings vor sich in diesem Schein, der ihr den Stern schenkte.

Am anderen Morgen, als das Mädchen in den Spiegel schaute, sah sie, dass sie stark braun gebrannt war. Gerade so, als sei sie vier Wochen, oder länger, im Süden in den Ferien gewesen. Im Dorf rätselte man, was in der Nacht passiert sei, als plötzlich alles hell beleuchtet und die Temperatur stark angestiegen war.

Beim Dorfladen erzählte dann das Mädchen, was passiert war.

Ab diesem Tag sagte man, wenn man vom kleinen Dorf am Fusse des Berges mit dem Schloss sprach, es sei die Ecke, in der man auch in der Nacht braun werde.

Eben Brunegg.

Auch der Stern behielt sei da den Namen Brunegger - Stern.

Die beiden jungen Leute wurden ein Paar und leben noch heute glücklich zusammen.

In jeder wolkenlosen Nacht schauen sich die beiden immer noch gern die Sterne, besonders den Brunegger - Stern an.

Übrigens wurde das einzige Restaurant im Dorf auch nach diesem Ereignis getauft. Es heisst Gasthof zu den drei Sternen. Die Deichsel des grossen Waagens besteht aus drei Sternen.

DER GROSSE SCHWARZE HUND VOM SCHLOSS BRUNEGG

The big black dog of brown corner castle

Auf Brunegg lebte vor langer langer Zeit ein Herrscher. Damals gab es noch keine Autos, Lastwagen, oder Töffs. Die Besorgungen machte man, bei kleineren Distanzen zu Fuss, oder wenn es weiter ging, zu Pferd. Musste man viel oder Schweres transportieren, musste man mit Ross und Wagen die Verrichtungen erledigen.

Das Gebiet, das dem Herrscher von Brunegg gehörte, war fast kreisrund. Die Grenze verlief etwa in der Mitte des Feldes zwischen Möriken und Brunegg, über Schinznach-Bad, Birrfeld, Mägenwil und Othmarsingen. Alles was in diesem Kreis war, gehörte dem Herrscher.

Er war ein böser Mann. Deshalb getraute sich auch niemand, ihn nach seinem Namen zu fragen. Aus diesem Grund ist nicht bekannt, wie er hiess. Man sagte immer nur Herr zu ihm. Auch wie er genau aussah, ist nicht bekannt. Nie ist jemand näher als 30 Schritte an ihn heran gekommen. Dies war so, weil er immer einen grossen schwarzen Hund bei sich hatte. Dieser war abgerichtet, den Herrscher zu beschützen. Er fletschte mit den Zähnen, knurrte laut aus tiefster Brust und hatte immer blutrot unterlaufene Augen. Man musste sich wirklich fürchten ab diesem Hund.

Weder das Alter des Herrschers noch des Hundes waren bekannt.

Beide sahen aber über Jahre immer gleich aus. So, als ob die beiden ein Serum genommen hätten, welches das Altern verhinderte.

Die Geschichte macht nur Angaben über den Hund. Man sagt, er sei von einer Hexe aufgezogen worden. Gefüttert habe man ihn als Welpe mit Drachenmilch und später mit Drachenblut.

Auf den Strassen, welche aus Brunegg führten, waren vom Herrscher Zahlstellen eingerichtet. Wenn jemand aus Brunegg hinaus oder hinein ging, musste Wegzoll bezahlt werden. Das Geld, es waren für jeden Übertritt 3 Taler, musste in eine Kasse gelegt werden. Die Übergänge waren nicht besetzt. Es kontrollierte niemand, ob bezahlt wurde, oder nicht.

Furchterregend war aber, dass wenn jemand nicht bezahlte, oder sogar etwas aus der Kasse nahm, war sofort der schwarze grosse Hund zur Stelle und zerfleischte den Übeltäter. Von einem Angegriffenen wurde jeweils nie mehr etwas gehört oder gesehen. Man vermutet, dass der Hund sie aufgefressen hatte.

Wenn einer vom Hund angefallen wurde, hörte man eine halbe Stunde lang das Schreien und Wehklagen des vom Hund zerfleischten Mannes.

Eines Tages setzten sich vier junge Männer zusammen und schmiedeten einen Plan, wie sie dem Herrscher das Geld aus den Zahlstellen der Grenzübergänge stehlen könnten.

Da sie wussten, dass sei beim Versuch Geld zu stehlen, vom Hund des Herrschers getötet würden, machten sie ab, dass sie dem nächsten Fremden, der ins Dorf käme, angeben, dass man beim Übergang nach Othmarsingen auch ohne zu zahlen passieren könne. Dort würde nie jemand eine Kontrolle machen. Wenn sie dann den Angriff des Hundes vernehmen würden, hätten sie eine halbe Stunde Zeit, die anderen Zahlstellen zu plündern. Sie waren überzeugt, dass der Hund nicht an zwei oder gar mehr Stellen auf einmal sein könne.

Als der Tag gekommen war, war im ganzen Dorf plötzlich das Geschrei von fünf Männern zu hören. Alle fünf wurden vom Hund des Herrschers angegriffen und zerfleischt. Niemand konnte sich erklären, wie der Hund an fünf Stellen gleichzeitig sein konnte.

Ab diesem Tag wurde der Herrscher und der Hund nie mehr gesehen. Aber noch immer geht die Angst um, dass derjenige, der in Brunegg etwas stiehlt, durch den grossen schwarzen Hund gefressen wird.

Manchmal hört man aus Richtung des Schlosses das Heulen und Bellen eines Hundes. Hinter dem Schloss, schon ganz verwachsen und sehr schwer zu finden, befindet sich der Eingang zu einer kleinen Höhle. Dort soll der Hund noch heute leben.

DER FEUERTEUFEL

Der Feuerteufel: Wer ist er, was ist er, was tut er?