Der Cholesterin-Bluff - Natasha Campbell-McBride - E-Book

Der Cholesterin-Bluff E-Book

Natasha Campbell-McBride

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Beschreibung

Dr. Natasha Campbell-McBride, Ernährungswissenschaftlerin, Neurologin und Autorin des Bestsellers GAPS – GUT AND PSYCHOLOGY SYNDROME, legt mit ihrem neuen Buch ein weiteres Grundlagenwerk vor. In Der Cholesterin-Bluff geht die Autorin auf die koronare Herzkrankheit ein, die durch Arteriosklerose verursacht wird, einer Erkrankung der Gefäßwände, die zu einer Verengung und anschließenden Verstopfung der Arterien und Herzkranzgefäße führt. Die konventionelle Medizin konnte bisher weder die genauen Entstehungsgründe noch wirksame Wege für ein Verhindern oder Heilen dieser Krankheiten aufzeigen. Natasha Campbell-McBride entkräftet den Mythos von „bösem” Cholesterin als alleinigem Schuldigen für Herzkrankheiten und erklärt, welche wichtige Rolle Cholesterin gerade auch im Körper älterer Menschen spielt. Dabei verweist sie auf die eigentlichen Ursachen von arteriellen Problemen und präsentiert einen detaillierten Leitfaden zu den Lebensmitteln, die diverse degenerative Erkrankungen abwenden oder verbessern können. So enthalten zum Beispiel Kaviar, Eigelb, Butter, Kaltwasserfische und auch Schmalz natürliche wertvolle tierische Fette, die viele Körper- und Zellfunktionen unterstützen und wichtig für die Gesundheit sind. Fermentierte Lebensmittel versorgen unseren Körper mit unverzichtbaren Probiotika, lassen unseren Darm gesunden und verhelfen zu einem starken Immunsystem. Dank einer Auswahl unkomplizierter Rezepte, die von der Weisheit der uns vorangegangenen Generationen inspiriert wurden, können Sie diese herzgesunde Ernährung leicht in Ihren Alltag integrieren. Von Mund zu Herz ist ein überzeugendes Plädoyer dafür, dass sich der menschliche Körper durch die Rückkehr zu einer traditionellen und althergebrachten Ernährungsweise heilen lässt. „Ein weiterer Klassiker von Dr. Campbell-McBride – kontrovers in seiner Meinung über natürliche Fette, aber wohltuend in seiner unvoreingenommenen und nüchternen Herangehensweise an dringend notwendige Änderungen in unserem Lebensstil und unserer Ernährungsweise.“ — Kenneth Bock, Autor von „Healing the New Childhood Epidemics: Autism, ADHD, Asthma, and Allergies“

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Dr. Natasha Campbell-McBride

Der Cholesterin-Bluff

Herzerkrankungen heilen und vorbeugen mit der GAPS-Diät

Natürliche Heilung von Atherosklerose, Angina, Bluthochdruck, Arrhythmie, Herzinfakt, Schlaganfall und peripherer arterieller Verschlusskrankheit

Impressum

Dr. med. Natasha Campbell-McBride, MMedSci (Neurologie), MMedSci (Ernährung)

Der Cholesterin-Bluff

Herzerkrankungen heilen und vorbeugen mit der GAPS-Diät

Natürliche Heilung von Atherosklerose, Angina, Bluthochdruck, Arrhythmie, Herzinfakt, Schlaganfall und peripherer arterieller Verschlusskrankheit

1. deutsche Auflage 2017

ISBN 978-3-96257-027-9

© 2017, Narayana Verlag

1. englische Ausgabe 2007

Erweiterte Ausgabe 2016

Put Your Heart in Your Mouth!

© Natasha Campbell-McBride, Medinform Publishing, Woodland Farm, Norfolk, GB

Übersetzung aus dem Englischen: Angela Nowicki

Herausgeber:

Unimedica im Narayana Verlag GmbH, Blumenplatz 2, 79400 Kandern

Tel.: +49 7626 974970–0

E-Mail: [email protected]

www.unimedica.de

Alle Rechte vorbehalten. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags darf kein Teil dieses Buches in irgendeiner Form – mechanisch, elektronisch, fotografisch – reproduziert, vervielfältigt, übersetzt oder gespeichert werden, mit Ausnahme kurzer Passagen für Buchbesprechungen.

Sofern eingetragene Warenzeichen, Handelsnamen und Gebrauchsnamen verwendet werden, gelten die entsprechenden Schutzbestimmungen (auch wenn diese nicht als solche gekennzeichnet sind).

Die Empfehlungen dieses Buches wurden von Autor und Verlag nach bestem Wissen erarbeitet und überprüft. Dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Weder der Autor noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

„Gut and Psychology SyndromeTM“ und „GAPSTM“ sind internationale Warenzeichen von Dr. Natasha Campbell-McBride. Sie dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung von Dr. Natasha Campbell-McBride verwendet werden.

Stimmen aus der Fachwelt

Ein weiterer Klassiker von Dr. Campbell-McBride – kontrovers in ihrer Meinung über natürliche Fette, aber wohltuend in ihrer unvoreingenommenen und nüchternen Herangehensweise an dringend notwendige Änderungen in unserem Lebensstil und unserer Ernährungsweise.

Kenneth Bock, Dr. med., FAAFP, FACN, CNS

Autor des Buches „Healing the New Childhood Epidemics: Autism, ADHD, Asthma, and Allergies“

Die Geschichte der Medizin ist voll von Verfahren, die das Leiden in Wirklichkeit verlängert und das Leben verkürzt haben, wie Aderlass und Quecksilberbehandlungen. Nichts jedoch kommt in seiner Schädlichkeit der unwissenschaftlichen Theorie des Cholesterins als Auslöser der Koronaren Herzkrankheit gleich, die heute benutzt wird, um eine fett- und cholesterinarme Ernährung der gesamten Bevölkerung zu rechtfertigen. Diese Theorie ist so offensichtlich falsch, dass eine ganze Reihe an Publikationen erschienen ist, die ihre Fehler aufzeigen. Doch anders als die Skeptiker, die alternative Theorien zur Ursache der Herzkrankheit anbieten, nimmt nur Dr. Natasha Campbell-McBride die wahrscheinlichste Ursache aufs Korn: die lebensfeindliche, mit Zusatzstoffen überfrachtete moderne Ernährung, insbesondere die toxischen, industriell verarbeiteten Pflanzenöle, die die nahrhaften tierischen Fette ersetzt haben. „Der Cholesterin-Bluff“ ist nicht nur eine gut geschriebene, leicht verständliche Enthüllung, sondern gibt auch einen praktischen Plan an die Hand, wie man der Koronaren Herzkrankheit vorbeugen und wieder gesund werden kann, einen Plan, der eine Rückkehr zu traditionellen Nahrungsmitteln und den Verzicht auf Umweltverschmutzung und allgegenwärtige Haushaltschemikalien beinhaltet. Und ihre Rezepte sind fantastisch! „Der Cholesterin-Bluff“ muss jeder gelesen haben, der sich für Ernährung und Gesundheit interessiert.

Sally Fallon, Vorsitzende der Weston A. Price Foundation

Autorin des Buches „Das Vermächtnis unserer Nahrung“

Ich habe dieses Buch mit Vergnügen gelesen. Es ist gefällig und leicht verständlich geschrieben. Seine Gliederung entspricht dem deklarierten Ziel, den Körper gesund zu erhalten. Besonders sprach mich der Satz an: „Wenn wir unsere Körper zerstören – wo werden wir dann leben?“ Dr. Campbell-McBride hat eine Fülle an Informationen, von der Ursache der Atherosklerose bis hin zu einer köstlichen Auswahl an alten Rezepten, so zusammengestellt, dass ein gleichmäßiger Textfluss entsteht, in dem jedes Wort sitzt. Am Ende findet sie sogar noch genügend Platz, um den Machthabern, die unser gegenwärtiges Ernährungsfiasko zu verantworten haben, eine ernste Abreibung zu erteilen. Offensichtlich können wir unseren Führern nicht trauen. Nach 40 Jahren Anti-Cholesterin-Hirnwäsche bin ich von den Mächtigen zutiefst enttäuscht. Ich habe meine Familie cholesterin- und fettarm ernährt und all meinen Patienten geraten, dasselbe zu tun. Ich habe in Berufsverbänden und Klassenzimmern über die Gefahren von Vollmilch, Eiern und Butter gesprochen und Tausende Rezepte auf jeden Cholesterin-Killer ausgestellt, der gerade in Mode war. Es ist schlimm zu wissen, dass ich die ganze Zeit falsch lag, weil ich den staatlichen Anweisungen folgte. Jetzt bin ich wütend auf diese Führungskräfte, und habe beschlossen, dass mir so etwas nicht noch einmal passieren wird. Ich danke Ihnen für dieses Buch und seine wegweisenden Informationen.

Duane Graveline Dr. med., MPH, früherer NASA-Astronaut, medizinischer Forscher für Luft- und Raumfahrt, Fliegerarzt und Hausarzt

Autor der Bücher „Statin Drugs Side Effects“ und „Lipitor, Thief of Memory“

Inhalt

Stimmen aus der Fachweltiv

Einleitung

Teil 1 · Die Mythen

1 Die Herz-Diät-Hypothese

2 Cholesterin: Freund oder Feind?

Teil 2 · Was ist Atherosklerose?

1 Atherosklerose ist eine entzündliche Erkrankung

2 Was verursacht eine Atherosklerose?

Teil 3 · Was tun?

1 Was können wir tun, um Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen?

Schritt 1: Essen Sie keine industriell verarbeiteten Lebensmittel!

Schritt 2: Hören Sie auf, Ihren Körper zu verschmutzen!

Was Sie noch beachten sollten

Ist Sport gesund?

Teil 4 · Wichtige Zusammenhänge

1 Alle Krankheiten beginnen im Darm!

2 Nichts ist so blind wie die Doppelblindstudie!

3 Zusammenfassung

4 Ausgewählte Rezepte

Literaturverzeichnis

Literaturempfehlungen

Index

Bezugsquellen

Impressum

Einleitung

Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden… sondern vielmehr dadurch, dass ihre Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.

Max Planck (1949), deutscher Physiker und Nobelpreisträger

Wir alle kennen jemanden, der an einer Herzkrankheit leidet oder daran gestorben ist, selbst innerhalb unserer eigenen Familie. Die Herzkrankheit ist die Seuche unserer Zeit. Wir hören davon in den Massenmedien, bei jedem Arztbesuch, bei jeder Unterhaltung mit Freunden oder Nachbarn und bei jedem Lebensmittelkauf. Für viele von uns ist das zum Hintergrundrauschen geworden, deshalb halten wir schon gar nicht mehr inne und denken nach: Was in aller Welt ist eine Herzkrankheit? Sollte ich mir deshalb Sorgen machen?

Es gibt viele verschiedene Herzbeschwerden: rheumatisches Fieber, angeborene Herzfehler, Infektionen, Tumoren, Herzmuskelerkrankungen, Verletzungen, durch Drogen oder andere Gifte verursachte Schäden, Erbkrankheiten und Herzinsuffizienz. Wenn jedoch über „Herzkrankheit“ gesprochen wird, ist fast immer die Koronare Herzkrankheit (KHK) gemeint, die Erkrankung der Herzkranzgefäße. Wieso? Weil sie in der westlichen Welt die Todesursache Nummer eins ist: Mehr als ein Drittel der Bewohner der Industriestaaten stirbt an der KHK.1,2 Obwohl die Mortalitätsrate der KHK in den letzten 15 Jahren leicht rückgängig war, nimmt die Zahl der Menschen, die dieser Krankheit erliegen, nach wie vor zu.2 Und doch war die KHK noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein so seltenes Phänomen, dass sie in den medizinischen Nachschlagewerken nicht zu finden war, weil die Ärzte praktisch nie damit zu tun bekamen. Heute sterben jedes Jahr schätzungsweise 17 Millionen Menschen in der ganzen Welt an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und das schnellste Wachstum ist in den Entwicklungsländern zu verzeichnen, in denen Herzkrankheiten allmählich epidemische Ausmaße annehmen.2,3

Die Ursache der KHK ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Atherosklerose.

Was ist Atherosklerose? Es ist eine Erkrankung der Gefäßwände, die zur Verengung und Verstopfung der Arterien führt. Die Verengung entsteht durch die sklerotische Verformung der Arterie und die Bildung erhabener Stellen in den inneren Schichten der Gefäßwand, die als atherosklerotische Plaques bezeichnet werden.4 Je nachdem, welches Körperorgan die Arterie versorgt, wird eine Atherosklerose in der Gefäßwand den Blutfluss zu diesem Organ beeinträchtigen.

Werfen wir einen Blick auf die Organe, die am stärksten betroffen sind.

1. Eine Atherosklerose der Arterien, die das Herz versorgen (Koronararterien), führt zu unserer am weitesten verbreiteten Todesursache, der Koronaren Herzkrankheit (KHK), mit der dieses Buch sich beschäftigt.1

2. Eine atherosklerotische Veränderung der Arterien, die das Gehirn versorgen, verursacht Schlaganfälle – unsere dritthäufigste Todesursache (nach Krebs).2

3. Eine Atherosklerose der peripheren Arterien führt zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, deren Symptome Muskelschmerzen, kalte Gliedmaßen, Geschwüre und Gangränen sind.4

4. Eine atherosklerotische Veränderung der Nierenarterien kann zu hohem Blutdruck und Nierenversagen führen.4

5. Eine Atherosklerose der Intestinalarterien kann zu starken Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen führen. Es kann auch zu einer Darmgangrän kommen.4

Wo auch immer eine Atherosklerose entsteht, behindert sie den Blutfluss und damit die Funktionen und Gewebe der von dieser Arterie versorgten Organe.

Die zwei Hauptformen der Koronaren Herzkrankheit (KHK) sind Angina pectoris und Myokardinfarkt (Herzinfarkt).

Eine Angina pectoris entsteht, wenn das Lumen (der Innenraum) der Koronararterie sich verengt, aber nicht verschlossen wird. In Ruhe kommt das Herz gut mit der verminderten Blutzufuhr zurecht, doch bei körperlicher Aktivität, wenn der Herzmuskel mehr arbeiten muss, kann die atherosklerotische Arterie den Herzmuskel nicht ausreichend mit Blut versorgen. Das Ergebnis ist der typische reißende oder krampfartige Schmerz hinter dem Brustbein, der zumeist in den Hals und in den linken Arm ausstrahlt, seltener in den rechten. In den Anfangsstadien verschwindet der Schmerz bei Ruhe. Mit fortschreitender Erkrankung muss der Betroffene Medikamente einnehmen (Glyceroltrinitrat oder andere nitrathaltige Medikamente), die die Arterie weiten und den Blutfluss verbessern, sodass der Schmerz aufhört.5

Ein Herzinfarkt oder Myokardinfarkt entsteht, wenn sich die Koronararterie komplett verschließt und die Blutzufuhr zum Herzmuskel unterbrochen wird. Das Ergebnis ist der Tod der Herzregion, die von der jeweiligen Arterie versorgt wird.5 Das kann einem Menschen passieren, der seit Jahren unter Angina pectoris gelitten hat, aber auch einem, der nie Herzbeschwerden hatte. Ein Herzinfarkt kündigt sich in den meisten Fällen durch einen starken Brustschmerz an, der unabhängig von jeder körperlichen Aktivität ist und gegen den keine Nitrate helfen. Dieser Schmerz wird gewöhnlich von starker Angst, kaltem Schweiß, Übelkeit und Schocksymptomen begleitet. In seltenen Fällen kann ein „stummer Herzinfarkt“ ohne Schmerzen auftreten. Mehr als die Hälfte aller Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, stirbt in den ersten zwei bis drei Stunden. Wer die ersten Stunden überlebt, braucht Wochen, um zu genesen. Es bleibt eine Narbe im Herzmuskel, die zu Arrhythmie (Herzrhythmusstörungen), Herzinsuffizienz und anderen Komplikationen führen kann. Eine Arrhythmie ist eine Unregelmäßigkeit in der Herzaktion, die durch eine Störung der Erregungsleitung im Herzen hervorgerufen wird. Sie kann das Ergebnis sowohl einer Angina pectoris als auch eines Herzinfarktes sein.4,5

Die moderne Medizin hat ein ganzes Arsenal an Maßnahmen entwickelt, die uns helfen sollen, die Koronare Herzkrankheit zu überleben: diverse Medikamente, koronare Bypass-Operationen, Ballon-Angioplastie und sogar die Herztransplantation. In der Folge ist die Mortalitätsrate der Herzkrankheit in den letzten 15 Jahren etwas zurückgegangen.1,2 Doch die Medizin bietet uns keine Heilung. Sobald man eine KHK hat, ist man für den Rest des Lebens auf medizinische Hilfe angewiesen. Die richtige Frage lautet daher: Wie kann man der Koronaren Herzkrankheit vorbeugen? Um das zu erfahren, müssen wir wissen, wie wir uns davor schützen können, der wahren Seuche unserer Zeit zum Opfer zu fallen: der Atherosklerose.

Die Atherosklerose ist schon seit vielen Jahrhunderten bekannt; bereits Hippokrates und Galenos haben ihre Symptome umrissen. In seinem berühmten Gemälde „Porträt eines alten Mannes“ zeigt Rembrandt gekonnt das Aussehen eines Menschen mit fortgeschrittener Atherosklerose: verhärtete und verschlungene Blutgefäße unter der Haut, ein gelblicher Fettring um die Iris, Anzeichen einer schwachen Durchblutung an Nase und Wangen, gelbliche Fettablagerungen an den Augen (Xanthelasmen), Haarausfall und trockene Haut.4,6

Autopsiestudien haben ergeben, dass 100 Prozent aller Menschen im Alter von 60 Jahren zumindest Anzeichen einer Atherosklerose zeigen.6 Je älter wir werden, umso mehr atherosklerotische Merkmale sammeln wir an. Die Frage wäre daher: Ist die Atherosklerose eine Krankheit oder einfach ein normaler Bestandteil des Alterungsprozesses? Vielleicht gehört sie zum Altern dazu, das Problem ist jedoch, dass immer mehr jüngere Menschen dieser Krankheit zum Opfer fallen, und das ist ein Anzeichen dafür, dass etwas falsch läuft, etwas, was die Natur nicht beabsichtigt hat.

Die Schulmedizin weiß nicht, was eine Atherosklerose hervorruft oder wie sie zu heilen wäre. Sie hat Risikofaktoren ausgemacht, die vermutlich zur Entwicklung einer Atherosklerose beitragen. Doch es sind nur Risikofaktoren, keine Krankheitsursachen. Dazu gehören Rauchen, Adipositas, Diabetes, hoher Blutdruck, Mangel an körperlicher Aktivität, männliches Geschlecht, arterielle Erkrankungen in der Familiengeschichte, Stress und eine ängstliche und aggressive Persönlichkeit. Insgesamt kennt man schon mehr als 200 Risikofaktoren – und die Liste wächst stetig an.5,6,7

Die Risikofaktoren jedoch, von denen man am häufigsten hört, sind Cholesterin und Nahrungsfette. Massenmedien, Ärzte, Apotheker, Regierungsbehörden und die Lebensmittelindustrie – sie alle trichtern uns ständig ein, dass Cholesterin und Nahrungsfette die Koronare Herzkrankheit und alle anderen Manifestationen einer Atherosklerose „verursachen“ würden. Sie ermahnen uns, keine cholesterinhaltigen natürlichen Fette und natürlichen Nahrungsmittel zu essen, sondern sie durch Pflanzenöle und Margarine zu ersetzen. Sie sagen, wir sollten Fleisch und Eier aus unserer Ernährung streichen und sie durch Kohlenhydrate ersetzen. Sie haben in der Bevölkerung eine Fett-Paranoia in Gang gesetzt und halten sie am Laufen. Mit starken Medikamenten und anderen Methoden versuchen sie, unseren Blutcholesterinspiegel zu senken. Seit 40–50 Jahren führen sie einen Kampf gegen Cholesterin und Fette. Doch die Erkrankungsrate an Atherosklerose und Koronarer Herzkrankheit nimmt weiterhin stetig zu.2,3,7 Trotz aller „Herzdiäten“, Sport und „Cholesterinpillen“ erleiden die Menschen in der ganzen Welt noch genauso viele Herzinfarkte und Schlaganfälle wie zuvor. Geringfügig weniger Menschen sterben heute an Herzinfarkten und Schlaganfällen, weil die Medizin bessere Möglichkeiten entwickelt hat, im Notfall unser Leben zu retten. Doch die Koronare Herzkrankheit und andere Manifestationen der Atherosklerose zeigen keinerlei Anzeichen eines Rückgangs.1,2,3,7 All die Bemühungen unserer Medizin, unserer Regierungen, unserer Pharmaindustrie und unserer Lebensmittelindustrie scheinen nicht das Geringste dagegen ausrichten zu können. Den „Kampf gegen die Herzkrankheit“, den sie vor Jahrzehnten erklärt haben, haben sie verloren. Machen wir also etwas falsch?

In diesem Buch versuchen wir herauszufinden, was genau eine Atherosklerose ist und welches ihre wahre Ursache ist. Dann werden wir schauen, was jeder von uns tun kann, um einer Atherosklerose in seinem Körper vorzubeugen oder sie sogar rückgängig zu machen. Doch bevor wir dazu kommen, müssen wir ein paar Mythen zerschlagen; Mythen, die in unserer Gesellschaft so tief verwurzelt sind, dass wir sie gar nicht mehr in Frage stellen. „Mir schlägt das Herz bis zum Hals“ ist eine alte Redewendung, wenn man Angst bekommt, solche Angst, dass es sich anfühlt, als würde unser Herz im Hals schlagen. Diese Wendung gibt uns einen guten Hinweis auf die ganze Einstellung zur Herzkrankheit in der heutigen Welt. Schon 1700 sagte Sir Robert Walpole: „Wenn der Mensch seine Gedanken nicht jätet, werden sie bald von Unkraut überwuchert.“ Reißen wir also das Unkraut aus, um einen freien Blick darauf zu bekommen, was hinter der Seuche der Herzkrankheit steckt.

Teil 1

Die Mythen

1 Die Herz-Diät-Hypothese

Die Herz-Diät-Hypothese ist der größte Wissenschaftsbetrug dieses Jahrhunderts, ja vielleicht aller Zeiten.

George Mann, angesehener amerikanischer Arzt und Wissenschaftler

Jeder hat schon gehört, dass Cholesterin und Nahrungsfette „die Arterien verstopfen“ und „Herzkrankheit verursachen“. Selbst Kinder wissen bereits, dass Cholesterin und Fette „böse“ sind. Seit Jahrzehnten werden wir von den Massenmedien, der Werbung und den Etiketten auf unseren Lebensmitteln, wie „fettarm“, „fettfrei“, „cholesterinarm“, „cholesterinfrei“, „senkt den Cholesterinspiegel“ oder „schützt das Herz“, in dieser Hinsicht „belehrt“. Auch die Ärzte sind davon überzeugt: Cholesterinsenkende Medikamente haben sich nach den Schmerzmitteln zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten gemausert. Die Pharma-Lobby arbeitet mit voller Kraft an ihrem Endziel: jeden Menschen, einschließlich unserer Kinder, zur „vorbeugenden“ Einnahme cholesterinsenkender Medikamente zu bewegen.

Wie sind wir nur in diese Situation hineingeraten? Durch die Herz-Diät-Hypothese, die zum ersten Mal 1953 von Ancel Keys, dem Leiter des Laboratoriums für Körperhygiene an der Universität Minnesota, propagiert wurde. Diese Hypothese behauptet, dass Nahrungsfette, einschließlich Cholesterin, eine Koronare Herzkrankheit verursachen, der wir vorbeugen können, wenn wir diese Fette meiden.1 Um seine Idee zu untermauern, fertigte Ancel Keys ein Diagramm an, das die Korrelation zwischen Fettkonsum und KHK-Sterblichkeit in sechs Ländern aufzeigt, die er sorgfältig aus den 22 Ländern, für die einschlägige Daten verfügbar waren, ausgewählt hatte. Dieses Diagramm zeigte eine perfekte Korrelation: je höher der Fettverbrauch, umso höher die Sterblichkeitsrate. Fügt man dem Diagramm jedoch alle ausgelassenen Länder hinzu, verschwindet die Übereinstimmung. Dann belegt das Diagramm nämlich, dass in Wirklichkeit überhaupt keine solche Korrelation besteht.

Mit Ancel Keys‘ Methode kann man alles beweisen, was man möchte. Sagen wir zum Beispiel, wir wollen beweisen, dass die Ursache von Akne… der Besitz eines Föhns sei. Dazu sammeln wir Daten aus so vielen Ländern wie möglich: Wie viele Leute besitzen einen Föhn und wie viele Leute haben Akne? Aus all diesen Daten erstellen wir ein Diagramm, in dem die horizontale Linie die Föhne zeigt und die vertikale die Anzahl der Aknefälle. Am Ende erhalten wir ganz viele Punkte, von denen jeder ein Land repräsentiert. Nun suchen wir die Punkte heraus, die perfekt zu einer von links nach rechts verlaufenden Linie passen, und radieren den Rest weg. Und – Bingo! – schon haben wir ein Diagramm, das „beweist“, dass Akne durch den Besitz eines Föhns verursacht wird! So hat Ancel Keys sein Diagramm erstellt. Es ist absolut rätselhaft, wie um Himmels willen die Wissenschaftler jener Zeit einen solchen „wissenschaftlichen Beweis“ anerkennen konnten. Aus welchem Grund auch immer – so begann die Herz-Diät-Hypothese ihren Siegeszug: mit einem Betrug.

Ein russisches Sprichwort besagt: „Wenn kein Fisch zur Hand ist, tut es auch eine Krabbe.“ Die Seuche der Koronaren Herzkrankheit hatte sich in den Vereinigten Staaten damals zu einem wichtigen öffentlichen Thema gemausert und die Behörden waren bereit, alles zu tun, um der Öffentlichkeit eine Erklärung zu liefern, die zeigen sollte, dass sie das Problem im Griff haben. Als Ancel Keys seine Hypothese vorlegte, sprach sie die Politiker und das medizinische Establishment sofort an, und es begann Geld zu fließen. Institutionen und Labore wurden eingerichtet, Tausende Mitarbeiter wurden beschäftigt und es wurden wissenschaftliche Preise für den „Beweis“ der Herz-Diät-Hypothese ausgelobt. Die Massenmedien posaunten den neuen „Durchbruch“ heraus. Sobald Politiker und Öffentlichkeit die Idee geschluckt hatten, mussten die Forscher mit passenden „wissenschaftlichen Beweisen“ aufwarten. Und so machten sie sich an die Arbeit. Zu keiner anderen medizinischen Hypothese wurde so viel geforscht! In der ganzen Welt wurden Hunderte Studien durchgeführt, um zu beweisen, dass Nahrungsfette und Cholesterin die Koronare Herzkrankheit verursachen. Die Chinesen haben ein altes Sprichwort: „Damit die Schuhe passen, musst du die Füße beschneiden.“ Genau das passierte mit vielen Studien, die die Herz-Diät-Hypothese belegen sollten. Die Befürworter gingen selektiv vor: Sie ignorierten alle Daten, die der Hypothese widersprachen, während sie jene, die sie bestätigten, aufbauschten und propagierten. In der Zwischenzeit gingen für jede Studie, die die Idee zu unterstützen versuchte, aus allen möglichen Ländern saubere Studien ein, die das Gegenteil bewiesen. Doch die politische und kommerzielle Maschinerie war einmal in Gang gesetzt und konnte nicht mehr gestoppt werden.

Viele renommierte Mediziner und rechtschaffene Wissenschaftler, die in der Lage waren, die gesammelten Daten für sich selbst auszuwerten, nahmen in dieser Zeit Stellung und kritisierten die Herz-Diät-Hypothese und die „wissenschaftlichen Forschungen“, die sie angeblich stützten.

Dr. Raymond Reiser, ehemaliger Professor der Biochemie an der Universität Texas, führte eine gründliche Überprüfung fast aller Experimente zum Einfluss von Fettsäuren aus der Nahrung auf den Cholesterinspiegel im Blut durch. Er kam zu dem Schluss, dass die meisten Experimente von „schwerwiegenden Fehlern verzerrt“ wurden. Er schrieb: „Es gehört schon viel Dreistigkeit dazu, mit den Ergebnissen derart unkontrollierter, primitiver, nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum arbeitender Forschungen große Teile der Weltbevölkerung zur Aufgabe ihrer Ernährungsgewohnheiten überreden zu wollen…“2

George Mann, ehemals Professor der Medizin und Biochemie an der Vanderbilt University in Tennessee, nannte die Herz-Diät-Hypothese „den größten Wissenschaftsbetrug dieses Jahrhunderts“. Über die Wissenschaftler, die diese Hypothese unterstützten, schrieb er: „Weil sie Angst haben, ihr weiches Geldpolster aus Fördermitteln zu verlieren, sind die Akademiker so merkwürdig ruhig, die eigentlich ihre Stimme erheben und diese kostspielige Anti-Wissenschaft beenden müssten. Ihre Schweigsamkeit verzögert die Lösung des Problems Koronare Herzkrankheit um eine ganze Generation.“3,13

Dr. Paul J. Rosch, Präsident des American Institute of Stress, Professor für klinische Medizin und Psychiatrie am New York Medical College, Vizepräsident der International Stress Management Association und Vorsitzender der US-amerikanischen Zweigstelle dieser Organisation, schrieb: „Ein gewaltiger Kreuzzug wurde ersonnen, um die Cholesterinwerte von ‚Jedermann‘ zu senken – mit strengen Beschränkungen beim Fettverzehr und einer aggressiven medikamentösen Therapie. Doch ein Gutteil des Eifers beruht eher auf Spekulation, denn auf soliden wissenschaftlichen Beweisen… Das Cholesterin-Kartell aus Pharmakonzernen, Herstellern von fettarmen Lebensmitteln, Bluttestgeräten und anderen mit riesigen finanziellen Interessen hat eine außerordentlich erfolgreiche Werbekampagne unternommen. Die Macht dieses Kartells ist so groß, dass medizinische Einrichtungen und Regierungsbehörden, die uns normalerweise vor solchen haltlosen Dogmen schützen sollen, infiltriert wurden.“4,5

Dr. Mary Enig, eine internationale Expertin der Lipidbiochemie, Präsidentin der Maryland Nutritionists Association und beratende Herausgeberin des Journal of the American College of Nutrition sowie vieler anderer wissenschaftlicher Publikationen, schrieb: „Die Theorie, dass gesättigte Fette die Koronare Herzkrankheit verursachen, ist von vorne bis hinten falsch. Doch sie wurde in den letzten 30 oder mehr Jahren so oft als Behauptung ‚veröffentlicht‘, dass es mittlerweile ziemlich schwierig ist, die Menschen vom Gegenteil zu überzeugen – es sei denn, sie nehmen sich die Zeit, sich über all die ökonomischen und politischen Faktoren zu informieren, die beim Zustandekommen des Anti-Fett-Programms eine Rolle spielten.“6

Dr. William E. Stehbens, Professor an der pathologischen Fakultät der Wellington School of Medicine und Leiter des Malaghan Institute of Medical Research in Wellington, Neuseeland, hat die Studien, die sich mit der Herz-Diät-Hypothese befassen, einer gründlichen Prüfung unterzogen. Er schrieb: „Die Lipid-Hypothese erfreut sich einer unverdienten Langlebigkeit und eines nicht gerechtfertigten Ansehens. Leser sollten sich darüber im Klaren sein, dass die zur Unterstützung der Fett-und-Cholesterin-Theorie angeführten Behauptungen unwissenschaftlich sind, und merken, dass es sich um ein klein wenig mehr als nur um eine gefährliche Volksverdummung handelt… Die fortgesetzte Verwendung von nicht hinterfragten Zahlen führte zu voreiligen Schlüssen auf Kosten der Wahrheit. Die Ungenauigkeit in den Statistiken zur Koronaren Herzkrankheit bei Lebenden ist so groß, dass – wenn man sie mit anderen bereits genannten Mängeln zusammennimmt – das Modell eines epidemischen Anstiegs und Rückgangs der Koronaren Herzkrankheit in vielen Ländern als unbewiesen angesehen werden muss. Gesundheitspolitik, die auf unzuverlässigen Zahlen aufbaut, wird so völlig unhaltbar…Die Aufrechterhaltung des Cholesterin-Mythos und die vermeintlichen Präventivmaßnahmen fügen der Milch- und Fleischindustrie dieses Landes und anderer Länder großen Schaden zu, ganz abgesehen davon, dass sie die optimale Nahrungsversorgung und den Gesundheitszustand der Bevölkerung als Ganzes gefährden.“7

Der Kardiologe Dr. Ray Rosenman, emeritierter Leiter der kardiovaskulären Forschung im gesundheitswissenschaftlichen Programm beim SRI International in Menlo Park, Kalifornien, und Associate Chief of Medicine an Mt. Zion Hospital and Medical Center in San Francisco, hat zahlreiche Arbeiten über kardiovaskuläre Erkrankungen veröffentlicht. Hier seine Schlussfolgerung zum gesamten wissenschaftlichen Bezug der Herz-Diät-Hypothese: „Diese Daten besagen, dass weder Ernährungsweise noch Serumlipide noch deren Veränderungen die großen nationalen und regionalen Unterschiede in den KHK-Raten erklären können, das Gleiche gilt für die verschiedenen Anstiege und Rückgänge der KHK-Sterblichkeit im 20. Jahrhundert… Verschiedentlich wurde angemerkt, dass die präventive Wirkung von diätetischen und medikamentösen Maßnahmen übertrieben wurde; Grund dafür ist die Neigung, in den Studienberichten, in Reviews und in anderen Artikeln die unterstützenden Ergebnisse zu zitieren und überzubewerten und widersprechende Befunde zu unterdrücken. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele.“12

Dr. Russell Smith, ein amerikanischer Experimentalpsychologe, ist Mitautor zweier umfassender Überprüfungen der vorliegenden wissenschaftlichen Daten zur Herz-Diät-Hypothese mit mehr als 3000 Referenzen. Sein Fazit lautet: „Die gegenwärtige Kampagne, die alle Amerikaner dazu bringen soll, ihre Ernährungsweise zu ändern und in vielen Fällen eine lebenslange medikamentöse Therapie anstrebt, beruht auf Hirngespinsten, Fehlinterpretationen und/oder gewaltigen Übertreibungen bei den Befunden und – was sehr wichtig ist – dem Ignorieren riesiger Datenmengen, die die Hypothesen nicht stützen… Ein objektiver Wissenschaftler ohne finanzielle Interessen kann die Literatur kaum als unterstützend bewerten… Es ist niederschmetternd zu erkennen, dass Milliarden Dollar und ein hochentwickelter medizinischer Forschungsapparat verschwendet werden, um einem Phantom nachzujagen.“8

Professor Lars Werkö, emeritierter Professor der Medizin am Sahlgren‘s Hospital in Göteborg, Schweden, und Leiter des Swedish Council on Technology Assessment in Health Care, übte heftige Kritik an den großflächigen epidemiologischen Studien, die die Herz-Diät-Hypothese stützen. Er folgerte: „Keine der Studien hat irgendetwas bewiesen. Doch statt neue Hypothesen zu formulieren, nennen die Befürworter der Fett-und-Cholesterin-Theorie die aktuelle die wahrscheinlichste Wahrheit, und sie greifen in das Leben anderer Leute ein, weil sie nicht auf den endgültigen Beweis warten wollten.“9

Dr. Edward Pinckney, ehemaliger Mitherausgeber des „Journal of the American Medical Association“, fasst in seinem Buch „The Cholesterol Controversy“ zusammen: „Wenn Sie nämlich glauben, Sie könnten den Tod durch Herzinfarkt abwenden, indem Sie Ihren Cholesterinspiegel senken, sei es durch Diät oder mit Medikamenten, dann leben Sie nach Regeln, die in Wahrheit durch nichts gerechtfertigt sind. Vielmehr haben Sie sich als Verbraucher von gewissen wirtschaftlichen Interessen und von Gesundheitsorganisationen vereinnahmen lassen, die mehr an Ihrem Geld als an Ihrem Leben interessiert sind.“11

Die umfangreichste professionelle Überprüfung aller verfügbaren wissenschaftlichen Abhandlungen hat Dr. Uffe Ravnskov erstellt und 2000 in seinem revolutionären Buch „Mythos Cholesterin“ veröffentlicht. Sein Fazit lautete: „Die Fett-und-Cholesterin-Theorie ist zwar nicht wissenschaftlich begründet, aber sie hält sich. Genau genommen könnte sie gar nicht falscher sein, aber sie ist nicht totzukriegen. Egal, was die wissenschaftlichen Studien ergeben, sie lebt weiter, als sei nichts geschehen. Darin gleicht sie einer Hydra – dem Ungeheuer der griechischen Sagenwelt, dem sieben neue Häupter wuchsen, sobald man ihm eines abschlug… Wer dieses Buch liest, wird feststellen, dass Wissenschaftler, die die Fett-und-Cholesterin-Theorie unterstützen und ehrlich sind, mit Scheuklappen durch die Welt gehen – entweder weil sie nicht nachvollziehen können, was sie lesen, oder weil sie ‚anerkannten Kapazitäten‘ blind glauben. Aber es muss auch einige Wissenschaftler geben, die zwar gemerkt haben, dass die Fett-und-Cholesterin-Theorie nicht stimmen kann, die aber dennoch – aus irgendwelchen Gründen – entschlossen sind, sie am Leben zu erhalten.“12

Viele von Ihnen würden jetzt logischerweise fragen: „Wieso wissen es die Ärzte nicht besser? Wieso sagt mein Arzt mir, ich solle kein Fett und kein Cholesterin essen, und will mir cholesterinsenkende Medikamente verschreiben?“ Dr. Paul J. Rosch bietet eine gute Antwort auf diese Frage: „Die praktischen Ärzte erhalten die meisten ihrer Informationen von den Pharmaunternehmen. Aber verglichen mit ihren Kollegen vor 50 Jahren haben die meisten heutigen Ärzte weder die Zeit noch die Fähigkeit, die wissenschaftliche Literatur kritisch zu bewerten. Nur sehr wenige verstehen etwas von Forschung, genau wie die Generation, bei der sie studierten.“5 Somit wissen und verstehen Ärzte auch nicht mehr von der Herz-Diät-Hypothese als jeder andere Laie, weil sie ihre Informationen aus derselben Quelle beziehen wie die breite Öffentlichkeit: von profitorientierten Unternehmen, die mit dieser Hypothese Milliarden Dollar verdienen.

Um seine Hypothese schmackhafter zu machen, erfand Dr. Ancel Keys den Namen „Mittelmeer-Diät“ und behauptete, dies sei die beste Diät für ein gesundes Herz. Und so beschrieb er die Mittelmeer-Diät: „Das, was wir heute als Mittelmeer-Diät bezeichnen, ist im Kern überwiegend vegetarisch… Pasta in vielen Formen, mit Öl beträufeltes Blattgemüse, alle der Saison entsprechenden Gemüsearten, dazu häufig Käse und zum Abschluss Früchte und nicht selten ein Glas Wein.“12 Jeder, der schon einmal ein Mittelmeerland besucht hat, wird Ihnen sagen, dass die dortige Ernährungsweise der von Dr. Keys beschriebenen in nichts gleicht. Ob Sie in Spanien, Frankreich, Italien, Kroatien, Griechenland, Zypern, Nordafrika oder irgendeinem anderen Land am Mittelmeer sind – was Ihnen dort aufgetischt wird, sind große Mengen Fleisch, Fisch, Käse, Eier und Butter, und nichts davon ist fettarm. Wenn Sie den Leuten dort sagen, sie seien Vegetarier, werden sie sich wahrscheinlich totlachen.

Es ist ebenfalls ein Mythos, dass die Menschen in den mediterranen Ländern nicht an der Koronaren Herzkrankheit leiden: Es bestehen große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und innerhalb jedes Landes selbst, unabhängig davon, wie viel Fett konsumiert wird.69

Wie sieht wissenschaftliche Forschung eigentlich aus?

Es gibt international anerkannte Regeln zur Durchführung glaubhafter wissenschaftlicher Studien.

Dr. Uffe Ravnskov erläutert: „… dass eine wissenschaftliche Hypothese, wenn sie begründet sein soll, mit allen Beobachtungen in Einklang zu bringen sein muss. Die Bestätigung einer Hypothese läuft nicht ab wie ein Sportwettkampf, bei dem die Mannschaft mit den meisten Punkten das Spiel gewinnt. Eine einzige Beobachtung, die nicht mit der Hypothese übereinstimmt, genügt, um sie zu widerlegen. Die Last der Beweisführung liegt auf Seiten der Befürworter. Ihr Gegner muss keine alternative Erklärung entwickeln; seine Aufgabe ist es lediglich, die Schwachstelle in ihrer Hypothese zu finden. Wenn es nur einen Gegenbeweis gibt, einen einzigen eindeutigen wissenschaftlichen Beweis, dann muss die Hypothese verworfen werden… Und eine ganze Reihe von Aspekten der Fett-und-Cholesterin-Theorie wurde bereits mehrfach widerlegt.“12

Schon eine Beobachtung genügt, um eine Hypothese zu widerlegen! Wir aber haben Hunderte Studien, die unzählige Beweise dafür liefern, dass die Herz-Diät-Hypothese ein großer Irrtum ist! Die Anhänger der Herz-Diät-Hypothese haben diese Beweise jahrelang unter den Teppich gekehrt. Werfen wir jetzt einmal einen Blick darauf.

1. In Großbritannien ist der Fettverbrauch seit 1910 gleichbleibend, während sich die Anzahl der Herzinfarkte zwischen 1930 und 1970 verzehnfacht hat. Wenn also ein Brite die Koronare Herzkrankheit bekommt, hat das nichts damit zu tun, wie viel Fett er konsumiert.2,5,8,12,29

2. Seit dem 2. Weltkrieg essen die Japaner immer mehr tierische Fette, während immer weniger an Herzinfarkt sterben. Darüber hinaus nimmt die Sterblichkeit bei den meisten Krankheiten in Japan ab, seit die Menschen dort mehr tierische Fette konsumieren.8,17,18

3. In der Schweiz stieg nach dem 2. Weltkrieg der Konsum an tierischen Fetten um 20 Prozent an, doch die KHK-Sterblichkeit nimmt ständig ab. Man könnte also sagen, dass in der Schweiz der Konsum von mehr Fett gegen die Koronare Herzkrankheit hilft.12,16

4. In den USA hat die KHK-Mortalität zwischen 1930 und 1960 um das Zehnfache zugenommen, obwohl die Menschen immer weniger tierische Fette essen. Allein aus diesen Fakten könnte man schlussfolgern, dass die Reduktion von tierischen Fetten in der Nahrung eine Koronare Herzkrankheit verursacht.11,12,30

5. In Jugoslawien hat die Anzahl der Herzinfarkte zwischen 1955 und 1965 um das Zehnfache zugenommen, der Fettverbrauch sich aber um 25 Prozent verringert. Daraus könnte man schlussfolgern, dass in Jugoslawien ein geringerer Fettkonsum die Koronare Herzkrankheit verursacht.12

6. Die Krieger der indigenen Samburu- und Massai-Stämme in Kenia ernähren sich von Fleisch, Fett, Milch und Blut; sie essen sehr wenig pflanzliche Nahrung. Professor George Mann von der Vanderbilt University in Nashville und andere Forscher haben diese Volksstämme viele Jahre lang studiert. Sie fanden heraus, dass sie an keiner der modernen Krankheiten leiden, einschließlich KHK. Ihr Blutcholesterinspiegel war sehr niedrig, obwohl sie sich mit täglich mit Fett und Cholesterin vollstopften. Wenn dieselben Menschen jedoch nach Nairobi zogen und einen modernen Lebensstil mit fettarmer Ernährung übernahmen, wurden sie, wie alle anderen Menschen auch, anfällig für die Koronare Herzkrankheit. Allein das Beispiel dieser Menschen genügt, um die Herz-Diät-Hypothese zu widerlegen.3,11,13,14

7. In Indien haben Studien von Dr. S. L. Malhotra aus Mumbai ergeben, dass die Einwohner von Madras, die sehr wenig Fett und gar kein tierisches Fett essen, siebenmal häufiger und in jüngerem Alter an der Koronaren Herzkrankheit sterben als die Einwohner von Punjab, wo traditionell viel tierisches Fett verzehrt wird. Auch hier scheint tierisches Fett das Herz zu schützen.11,12,23,30

8. Es wurden Dutzende Studien in verschiedenen Ländern durchgeführt, um herauszufinden, ob herzkranke Menschen mehr Fett und Cholesterin verzehren. Jede davon zeigt, dass sie genauso viel Fett und Cholesterin zu sich nehmen wie herzgesunde Menschen.7,9,10,12,15,19 1998 lagen 30 Studien vor, die eindeutig zeigten, dass der Konsum tierischer Fette nichts mit der Koronaren Herzkrankheit zu tun hat. Dafür entdeckten sie, dass der Konsum von Pflanzenölen und Margarine eng mit dieser Erkrankung verknüpft ist.

9. Studie um Studie hat herausgefunden, dass Menschen mit einem normalen Cholesterinspiegel genauso häufig an der Koronaren Herzkrankheit sterben wie Menschen mit einem hohen Cholesterinspiegel und dass der Blutcholesterinspiegel keine Voraussagen auf einen Herzinfarkt erlaubt.10,12,15,16,17,21,61

10. Vielen Studien zeigten ganz klar, dass ein niedriger Cholesterinspiegel mit einer höheren Sterblichkeit bei KHK und anderen Krankheiten assoziiert ist.10,15,18,23,24,27,30,61 Menschen mit niedrigem Cholesterinspiegel sterben somit wahrscheinlich früher.

11. Seit den Anfängen der Herz-Diät-Hypothese hat eine Studie nach der anderen nachgewiesen, dass ein hoher Cholesterinspiegel kein Risikofaktor für Frauen ist.10,11,12,15,24,31 Hingegen zeigte sich, dass ein niedriger Cholesterinspiegel für Frauen gefährlich ist. Forscher in Frankreich haben herausgefunden, dass alte Frauen mit hohem Cholesterinspiegel am längsten leben und am gesündesten sind, während Frauen mit niedrigem Cholesterinspiegel fünfmal früher sterben.11,12,27,28,30,62 Die französischen Forscher warnten vor einer Absenkung des Cholesterinspiegels bei Frauen, insbesondere älteren, da Cholesterin sich als gesundheitsschützend erwiesen hat. Frauen sollten also gänzlich aufhören, sich um ihren Cholesterinspiegel zu sorgen. Und doch scheinen sich die Ärzte dessen nicht bewusst zu sein, denn sie verschreiben cholesterinsenkende Medikamente ebenso häufig für Frauen wie für Männer, und das sind in den meisten Fällen ältere Frauen. Nebenbei bemerkt, sind es eher Krebserkrankungen, um die sich die Frauen Sorgen machen sollten, da daran fast doppelt so viele Frauen unter 75 Jahren sterben wie an der Koronaren Herzkrankheit.12

12. Ein hoher Cholesterinspiegel bei Männern hatte in vielen Studien keinerlei Bezug zur Koronaren Herzkrankheit.10,12,15,16,17,18,21,57,61 Tatsächlich zeigt die Mehrzahl der Studien, dass Männer – ebenso wie Frauen – häufiger an Koronarer Herzkrankheit und anderen gesundheitlichen Problemen sterben, wenn sie einen niedrigen Cholesterinspiegel haben. Und doch verschreiben die Ärzte eifrig cholesterinsenkende Medikamente für Millionen Männer in der ganzen Welt.

13. In Russland hat sich gezeigt, dass ein niedriger Cholesterinspiegel mit einem gesteigerten Herzerkrankungsrisiko verbunden ist.12,30,61 Auch hier scheint das Cholesterin das Herz zu schützen.

14. Viele Studien haben gezeigt, dass das Cholesterin in höherem Alter eine Schutzfunktion ausübt: Alte Menschen mit hohem Cholesterinspiegel leben länger als solche mit niedrigem. Für alte Menschen ist es sogar gefährlich, den Cholesterinspiegel zu senken.12,27,59,60,62

15. Studien über Studien aus vielen Ländern haben gezeigt, dass es unmöglich ist, den Blutcholesterinspiegel oder die KHK-Sterblichkeit durch eine fett- und cholesterinarme Ernährung zu reduzieren. Wie sich herausstellt, haben tierisches Fett und Cholesterin in unserer Nahrung praktisch keinen Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel.10,11,15,16,17,18,25 Wieso? Weil jedes Organ und jede Zelle des Körpers Cholesterin produzieren kann. Wenn wir viel Cholesterin essen, produziert der Körper weniger; essen wir weniger, produziert der Körper mehr. Selbstredend möchte die Lebensmittelindustrie diese Tatsache nicht zur Kenntnis nehmen.

16. Mindestens 60 Prozent der Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, haben einen normalen Blutcholesterinspiegel.11,12,29,30

17. Kinder, die sich fettarm ernähren, leiden unter Wachstumsproblemen, Gedeihstörungen und Lernschwäche. Im Übrigen fand man bei Kindern keine Verbindung zwischen der Ernährungsweise und dem Blutcholesterinspiegel.12,22,30,37,38,58,63

18. Die Bewohner von Frankreich, Deutschland, Österreich und Luxemburg haben hohe Cholesterinspiegel und doch sind die Sterberaten bei KHK in diesen Ländern sehr niedrig.12,64

19. Die Vertreter der Herz-Diät-Hypothese verweisen oftmals auf Japan und behaupten, die dortige fettarme Ernährung sei die Ursache der niedrigen Sterblichkeitsrate bei der Koronaren Herzkrankheit. In Japan war es schon immer beschämend, an einer Herzerkrankung zu sterben, weshalb die japanischen Ärzte dies nur selten als Todesursache auf den Totenschein schreiben.12 Das ist der Grund, weshalb die KHK-Sterblichkeit in Japan gewöhnlich als niedrig gilt. Japaner, die in den Westen auswandern, sterben in der Regel ebenso häufig an der Herzkrankheit wie die dortige Bevölkerung. Übrigens sterben japanische Immigranten, die ihre fettarme Diät beibehalten, zweimal so häufig an Herzinfarkt wie jene, die die im Westen verbreitete fettreiche Diät übernehmen.12,17,18

20. Weiträumige klinische Versuche, bei denen die Patienten auf eine fettarme, cholesterinarme, kohlenhydratreiche und vegetarische Diät gesetzt wurden, ergaben ein drastisch erhöhtes Herzerkrankungsrisiko.16,18,20,23,24 Der Autor einer dieser Studien an der Harvard Medical School, Dr. L. Gould, einer der führenden Kardiologen der USA, schlussfolgerte: „Ich empfehle keine kohlenhydratreiche, streng vegetarische Ernährung, da sie ein beträchtliches Risiko eines koronaren Ereignisses nach sich zieht.“21

21. Studie um Studie hat klar gezeigt, dass keine Korrelation zwischen dem Blutcholesterinspiegel und dem Ausmaß an Atherosklerose besteht: Menschen mit einem niedrigen Cholesterinspiegel können davon ebenso stark betroffen sein wie solche mit hohem Cholesterinspiegel.10,12,15,26,27

22. Die ungeheuer groß angelegte amerikanische MRFIT-Studie hat ergeben, dass Menschen, die weniger tierisches Fett und Cholesterin aßen, einen höheren Blutcholesterinspiegel aufwiesen.10 Dieser Befund wurde von den Anhängern der Herz-Diät-Hypothese geflissentlich vergessen. Die Erklärung dafür ist, dass, wenn wir weniger Cholesterin zu uns nehmen, unser Körper mehr davon produziert, weil er Cholesterin zum Leben braucht. Der Leiter eines anderen gigantischen Projektes – der Framingham Heart Study – zog das Fazit: „In Framingham war es so: Je mehr Fett die Person aß, je mehr Cholesterin sie aß, je mehr Kalorien sie aß, umso niedriger war der Serumcholesterinspiegel… Wir fanden heraus, dass die Menschen, die das meiste Cholesterin, die meisten gesättigten Fettsäuren und die meisten Kalorien aßen, am wenigsten wogen und körperlich am aktivsten waren.“15 Es erwies sich somit, dass der Verzehr von tierischen Fetten und Cholesterin ausschlaggebend war, um fit und aktiv zu bleiben.

23. Ausgehend von der Framingham-Studie fanden viele großangelegte Studien heraus, dass Menschen mit einem niedrigen Cholesterinspiegel anfällig für Krebserkrankungen waren.15 Zahlreiche Studien zeigten, dass bei Menschen, bei denen eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde, der Cholesterinspiegel schon zuvor viele Jahre lang tendenziös niedrig war.10,12,15,30,66,67 Ein niedriger Cholesterinspiegel ist also gefährlich und in den folgenden Kapiteln dieses Buches werden wir sehen warum. Trotzdem redet man der Öffentlichkeit weiterhin ein, Cholesterin sei „böse“, ergo: je weniger, desto besser.

24. Die MRFIT-Studie,10 das Lipid Research Clinics Programme65 und viele andere Studien haben nachgewiesen, dass der Blutcholesterinspiegel mit diätetischen Maßnahmen nicht gesenkt werden kann. Die einzige Möglichkeit, ihn zu reduzieren, ist die Einnahme von Medikamenten.10,12,15,19,23,24,28,38,54

25. Die meisten Studien, bei denen der Blutcholesterinspiegel durch cholesterinsenkende Medikamente, wie Gemfibrozil, Colestipol oder Colestyramin, reduziert wurde, ergaben, dass die Menschen, die diese Medikamente nahmen, trotz des niedrigen Cholesterinspiegels ebenso häufig an der Koronaren Herzkrankheit starben wie jene, die keine Medikamente nahmen.12,23,28,29,32 Doch bei jenen, die die Medikamente nahmen, wurde über einen drastischen Anstieg an gewaltsamen Todesfällen und Suiziden berichtet. Überdies haben diese Medikamente sehr unangenehme Nebenwirkungen: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magengeschwüre, Verstopfung und Durchfall.

26. Ein weiteres erschreckendes Kapitel in der Herz-Diät-Saga ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem große Teile des Darms, des Ileums, operativ entfernt werden. Dies ist der Teil unseres Verdauungssystems, der Galle und Cholesterin absorbiert, damit der Körper diese lebensnotwendigen Substanzen wiederverwenden kann. Wird das Ileum entfernt, stürzt der Blutcholesterinspiegel drastisch ab. Auf diese glänzende Idee war 1963 ein Chirurg von der Universität Minnesota, Dr. H. Buchwald, gekommen, der anschließend Hunderte solcher Operationen durchführte. Einige Chirurgen in anderen Ländern taten es ihm gleich. In der Folge kam es zu zahlreichen Nebenwirkungen im Verdauungstrakt und wiederholten Eingriffen, um sie zu korrigieren: Resorptionsstörungen, vermehrte Nierensteinbildung, Gallenblasenbeschwerden, Darmobstruktionen und… ungefähr der gleichen KHK-Mortalität in der operierten Gruppe wie in der Kontrollgruppe. Die Operationen senkten den Cholesterinspiegel, doch die operierten Menschen starben ebenso häufig an der Koronaren Herzkrankheit wie die nicht operierten.5,12,16,68 Diese Verstümmelung bot somit keinerlei Schutz vor der Koronaren Herzkrankheit.

27. In den späten 1980er Jahren kamen neue cholesterinsenkende Medikamente, Statine genannt, auf den Markt. Zu den am häufigsten verwendeten gehören Simvastatin, Atorvastatin, Fluvastatin und Pravastatin. Diese Medikamente hemmen die Fähigkeit des Körpers, Cholesterin zu produzieren und senken in der Folge effektiv den Blutcholesterinspiegel. Das Ergebnis ist eine lange Liste an Nebenwirkungen. Statine erhöhen das Risiko einer Krebserkrankung, insbesondere Brustkrebs, bei Tieren und Menschen.4,5,11,32,38,81 Weitere Nebenwirkungen sind Leberschäden, Nervenschäden, emotionale Reizbarkeit, Abbau kognitiver Fähigkeiten, Gedächtnisverlust und Aggressivität.37,38,47,48,79,81 Die Einnahme von Statinen in der Schwangerschaft kann zu schwereren Missbildungen beim Neugeborenen führen als der Einfluss von Thalidomid.35,37,38,79 Diese Medikamente können Nierenversagen hervorrufen, was bereits mehrere hundert Menschen das Leben gekostet und dazu geführt hat, dass eines der Statine, Cerivastatin, vom Markt genommen wurde.2,38 Muskelschäden können eine ernst zu nehmende Nebenwirkung darstellen, vor allem wenn der Herzmuskel beteiligt ist, woraus sich eine Herzinsuffizienz entwickeln kann.33,35,38, 39 Statine blockieren die Synthese des Coenzyms Q10, das für die Energieerzeugung im Körper essenziell ist. Statine sind die Profitmacher Nummer eins der Pharmaindustrie; in den Industriestaaten sind sie bereits zum am häufigsten verschriebenen Medikament nach den Schmerzmitteln avanciert. Der britische Arzt Dr. Malcolm Kendrick formulierte das so: „Wir laufen schlafwandlerisch in etwas hinein, was zu einem großen medizinischen Desaster werden könnte, denn die statinhaltigen Medikamente werden schon bald freiverkäuflich sein.“38 Gedächtnisverlust ist ein schwerwiegendes Resultat der Statintherapie.36, 37, 38,79,81 Es ist durchaus möglich, dass ein beträchtlicher Teil des Gedächtnisverlustes (Demenz), der heute unter unseren älteren Mitmenschen grassiert, der allgegenwärtigen Verordnung von Statinen zuzuschreiben ist. Das menschliche Gehirn ist sehr cholesterinhungrig; es verbraucht etwa 25 Prozent des gesamten Cholesterins im Körper für viele lebenswichtige Aufgaben. Statine entziehen dem Gehirn das Cholesterin, sodass es nicht mehr richtig funktionieren kann.70,79 Statine werden auch mit der Entwicklung der Parkinson-Krankheit assoziiert. Dr. Xuemei Huang von der Universität North Carolina, der diese Verbindung untersucht hat, äußerte: „Aufgrund des weitverbreiteten Einsatzes von Statinen könnte uns ein Anstieg an Parkinson-Erkrankungen bevorstehen.“80

28. Cholesterin schützt uns vor Infektionen. Menschen mit niedrigem Blutcholesterinspiegel sind anfälliger für Infekte72,73,76 und wenn sie einen Infekt bekommen, besteht ein höheres Risiko, dass sie daran sterben, als bei Menschen mit hohem Blutcholesterinspiegel.71,74,75 Als Menschen mit einem niedrigen Cholesterinspiegel und Immunschwäche mit cholesterinreicher Nahrung ernährt wurden, erhöhte sich ihre Fähigkeit, Infektionen zu bekämpfen, erheblich.75 Vor der Entdeckung der Antibiotika wurde Tuberkulose jahrhundertelang mit einer äußerst cholesterinreichen Mischung aus rohen Eidottern und Rahm behandelt. In Laborstudien stärkt Cholesterin die Immunität, indem es mikrobielle Toxine deaktiviert und verschiedene Bereiche des Immunsystems beim Kampf gegen die Infektion unterstützt.77,78

29. Seit Beginn der cholesterinsenkenden Versuche ist eine steigende Anzahl an Todesfällen durch Gewalteinwirkung und Suizid zu verzeichnen. Schon aus Untersuchungen an Tieren und Menschen in der Vergangenheit ist bekannt, dass ein niedriger Blutcholesterinspiegel mit aggressivem Verhalten und Suizid assoziiert wird.34,47,53,54 Bei Mördern und Gewalttätern, Menschen mit aggressiver und gewalttätiger Persönlichkeit, suizidgefährdeten Menschen und Menschen mit aggressivem Sozialverhalten und geringer Selbstbeherrschung wurde regelmäßig ein niedriger Blutcholesterinspiegel verzeichnet.12,47,48,53 Oxford-Professor David Horrobin warnte in einer seiner Publikationen: „Die großflächige Reduktion des Cholesterinspiegels in der Bevölkerung könnte zu einer allgemeinen Verschiebung hin zu aggressiveren Verhaltensmustern führen. Diese gestiegene Gewaltbereitschaft würde nur selten direkt in Selbstmord oder Totschlag münden; eher ist mit mehr Aggression am Arbeitsplatz und in der Familie zu rechnen, mit mehr Kindesmisshandlungen, mehr verprügelten Ehefrauen und insgesamt mehr Leid.“12,47

30. Die MRFIT-Studie sowie japanische und andere Studien haben ergeben, dass ein niedriger Blutcholesterinspiegel mit einem höheren Risiko an Gehirnblutungen oder Schlaganfällen verbunden ist.10,12,17,20,23,57 Je älter die Person, umso höher ist das Schlaganfallrisiko, das ein niedriger Blutcholesterinspiegel mit sich bringt, während eindeutig nachgewiesen wurde, dass ein hoher Blutcholesterinspiegel ältere Menschen vor Schlaganfällen, Herzkrankheit, Infektionen und vielen anderen gesundheitlichen Problemen bewahrt.12,27,59,60,62 Uffe Ravnskov fragt: „Vielleicht sollte man bei älteren Menschen eher sogar eine Erhöhung der Cholesterinwerte anstreben?“12 Stattdessen ist unser Gesundheitssystem eifrig damit beschäftigt, fast jedem älteren Menschen „Cholesterinpillen“ zu verschreiben, um seinen Cholesterinspiegel zu senken.

31. Die Anhänger der Herz-Diät-Hypothese und die öffentlichen Entscheidungsträger wollen uns einreden, dass unsere Kinder vom Alter von zwei Jahren an einem Programm zur Senkung ihres Blutcholesterinspiegels folgen sollten, indem sie natürliche Fette meiden und durch Margarine ersetzen. Die Pharmagiganten arbeiten mit voller Kraft an der Entwicklung von cholesterinsenkenden Medikamenten für Kinder. Diese gefährlichen Richtlinien werden nur „für alle Fälle“ herausgegeben, ohne wissenschaftliche Fakten, die sie untermauern könnten.12,20,21,54,58,63 Wenn man all die Gefahren einer fettarmen Diät und einer Senkung des Blutcholesterinspiegels im Auge behält, erkennt man leicht, dass diese Politik sehr schwerwiegende Folgen für unsere Kinder haben kann: aggressives Verhalten, Lernschwierigkeiten, Gedächtnisschwäche, schlechte körperliche Gesundheit in Kombination mit dem Risiko einer zukünftigen Erkrankung an Krebs, Koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall und Unfruchtbarkeit.