Der Eselit Teil 1 - Winibald Blum - E-Book

Der Eselit Teil 1 E-Book

Winibald Blum

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Beschreibung

In diesem Buch wird die lang verschwiegene Geschichte der Eseliten erzählt. Obwohl sie mitten unter uns leben, schreibt niemand über sie. Diesmal werden wir aber die Geschichte erzählen und damit Zeugnis von den Halbtieren ablegen. 

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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Winibald Blum

Der Eselit Teil 1

BookRix GmbH & Co. KG81371 München

Erstes Kapitel

Der Eselit war da, von Anbeginn der Zeit.

Man weiß nicht, ob er von den Sternen kam oder ob er einfach nur da war - wie der Einzeller und die Ursuppe. Im Laufe der Entwicklung der Welt, schaffte sich der Eselit Fähigkeiten, die kein Mensch je zu Wege bringen kann. Er ist nahezu unsterblich und erkrankt selten. Er hat die Fähigkeit zu sprechen, auch wenn er aussieht wie ein Tier. Es gibt ihn in vielen Formen. Als Dachs, als Fuchs, als Schwein und als Esel. Aber er kann auch ein Gnu sein und manchmal ein Zebra. Er erschuf Hochkulturen, die allerdings an seiner Unfähigkeit scheiterten, je etwas Sinnvolles zu erschaffen. Denn was nutzt sein fotografisches Gedächtnis, was nutzt seine Fähigkeit, sich computergleich alles merken zu können, was nutzt dies alles, wenn der Eselit doch nicht fähig ist, sein eigenes Ich zu entwickeln. Der Eselit ist nicht wie der Mensch. Er kann nicht sagen: Ich.

Es fehlt dem Eseliten die Fähigkeit, sich selbst als etwas Einzigartiges zu sehen. Er ist eben halb Tier und halb Mensch. Für ihn ist die Welt so wie sie ist.

 

Zwar kann der Eselit tolle Forschungen durchführen und geniale Entdeckungen machen. Auch kann der Eselit sich ein Buch merken, nur dadurch, dass er es einmal gesehen hat. Der Eselit konnte schon Flugzeuge fliegen, als die Menschen noch auf den Bäumen lebten. Es war ja kein Zufall, dass der Eselit eigentlich die Entwicklung des Menschen begünstigte. Denn als der Mensch anfing, sich das Feuer Untertan zu machen und sich vom Affen abspaltete, da verschlief der Eselit die Konkurrenz. Der Mensch war nämlich sein größter Feind. Als die Tiere die Welt beherrschten, da war der Eselit glücklich. Er sah die Tiere zwar als dumm an. Aber der Eselit war auch nicht bestrebt, sich die Tiere Untertan zu machen. Der Eselit lebte einfach nebenher, ließ die Tiere eben Tiere sein und die Pflanzen einfach Pflanzen. Für den Eseliten gab es immer was zu tun. Den ganzen Tag werkelt er und ist beschäftigt. Das kommt aber daher, dass sein Leben ein ewiges Schuften ist. Das macht ihn froh. Nur wenn der Eselit schuftet, ist er froh. Er baute die Osterinseln, die ja, wie jedes Kind weiß, absolut sinnlos sind. Viele sagen auch, dass der Eselit Atlantis baute. Das kann gut sein. Als der Mensch sich aber entwickelte, da gab es Spannungen zwischen dem Eseliten und dem Menschen.

 

Theodor Schindler ist ein Gegner der Eseliten.

Schindler ist ein einfach gestrickter Mensch. Er braucht etwas, auf das er heruntersehen kann. Da es wenige Menschen gibt, die es zulassen würden, dass man auf sie herabblickt, hat Theodor sich den Eseliten auserkoren. Der Eselit ist für Schindler an allem schuld. Es gibt nichts, was auf der Welt geschieht, an dem die Eseliten nicht im Schlechten mitgewirkt haben.   

Deshalb hört man Theodor Schindler den ganzen Tag auf die Eseliten schimpfen:

 

„Diese bekloppten Hunde. Wenn ich diese Typen nicht daran hindere, das Pyramidion auf die Pyramide zu setzen, dann lassen diese Wahnsinnigen die ganze Welt in einem Wurmloch verschwinden“, sagte er beispielsweise.

 

Theodor Schindler glaubt nämlich wirklich, dass die Eseliten die Pyramide von Gizeh gebaut haben. Es spricht auch einiges dafür. Man fand in der Pyramide nie einen Leichnam. Die Pyramiden sind sehr alt und relativ sinnlos. Das würde zu den sinnlosen Bauten der Eseliten passen. Auch meint Schindler zu wissen, dass die Eseliten dort ihren „Supereseliten“ vergraben haben, der eines Tages auferstehen wird und die Weltherrschaft der Eseliten über die Menschen verkünden wird. Zwar gibt es keine wirklichen Beweise für diese These, aber Theodor glaubt da ganz fest dran.    

So konnte man den beleibten Schindler sehen, wie er schnaufend auf dem Plateau der großen Pyramide stand und mit einem Eseliten rang. Beide schienen auf der Spitze der Pyramide irgendetwas zu tun, und man hörte am Boden nur hysterisches Schreien von allen Seiten.

Schindler behauptete später, dass er einen wahnsinnigen Eseliten daran gehindert hätte, den Abschlussstein auf die Pyramide zu setzen und so die Welt gerettet hätte.

Der Eselit behauptete: „Ein Experiment ist ein Experiment“.

 

Manchmal sieht man Talk-Shows, in denen Schindler mit den verhassten Eseliten streitet:

 

„Ihr seid Tiere. Basta.“, sagt Schindler.

„Wir sind drei/achtel-Bürger“, sagt ein Fuchsesel.

„Papperlapapp. Ihr seid Tiere. Schau dich doch mal an. Du hast Fell.“

„Schau dich doch mal an. Du bist übergewichtig.“

„Ihr habt kein Ich-Bewusstsein. Nach der Verdunkelung seid ihr nur noch amorphe Masse ohne eigene Persönlichkeit“, sagt Theodor.

„Das musst du gerade sagen. Die amorphe Masse bist du“, antwortet der Fuchsesel.

„Sei nicht zu frech. Du bist der Untertan der Menschen, vergiss das nicht“, sagt Theodor.

„Mensch und Tier müssen Freunde sein“, sagt der Eselit.

Der Moderator versucht zwischen den Fronten zu vermitteln aber es gibt kaum Überschneidungspunkte.

„Ihr seid nur so lange an eurem sinnlosen Handeln zu hindern, wie man euch bekloppten Hunden auf die Kralle guckt“, sagt Schindler.

„Du bist ein primitiver und unausgeglichener Mensch“, sagt der Eselit.

„Ihr habt nichts Menschliches. Wenn ich mir vorstelle, dass so Typen wie Du bald auch wählen dürfen, da wird mir schlecht. Man sollte euch lieber alle auf den Mond schießen. Da oben könnt ihr wenigstens kein Unheil anrichten“, ereifert sich Theodor.

„Zum Glück sind nicht alle Menschen solche ungehobelten Klötze wie du einer bist“, verteidigt sich der Fuchsesel.

 

Man muss sich etwas in der Geschichte umsehen, um zu verstehen, wie sich das Verhältnis von Mensch und Eselit in den letzten Jahrhunderten entwickelt hat.

   

Als die Menschen anfingen, in den kalten Höhlen Zeichnungen zu erstellen, lachte der Eselit, denn zu dieser Zeit konnte der Eselit schon digitale Fotografien erstellen. Aber die Sache mit dem Zeichnen war dem Eseliten irgendwie fremd. Denn er konnte zwar die Zeichnungen digital kopieren aber selbst anfertigen konnte er sie nicht. Das lag daran, dass er nicht kreativ ist. Es gibt bei den Eseliten keine Künstler. Keine Maler, keine Komponisten, keine Schriftsteller und sogar keine Mütter. Ja, der Eselit hat nur Väter. Denn der Eselit paart sich nicht mit anderen Tieren, auch wenn er das behauptet, nein, der Eselit erschafft sich eben selbst.

 

Als die Menschen dann anfingen, sich primitive Hütten zu bauen, da lachte der Eselit, denn er hatte zu dieser Zeit schon computergesteuerte Häuser. Aber auch hier störte den Eseliten etwas, denn er konnte zwar ein Haus bauen, aber alle Häuser sahen gleich aus. Die Städte der Eseliten waren absolut gleich. Jedes Haus wie das andere. Kein Haus unterschied sich vom anderen. Alle hatten die gleiche Farbe, die gleichen Umrisse und auch die gleichen Fenster. Der Mensch begann aber schnell, sich verschieden aussehende Häuser zu bauen und das wurmte den Eseliten. Er sah sich das an und dachte sich: Warum können die Menschen so verschieden sein?

 

Warum können die Menschen so verschiedene Hütten bauen? Der Eselit konnte das nicht verstehen. Dann begann der Eselit sich dem Menschen zu nähern. Das war ein großer Fehler. Denn hätte der Eselit gewusst, dass der Mensch nicht nur verschieden aussehende Häuser bauen kann, sondern auch eine Eigenschaft hat, die dem zuwider läuft, dann hätte der Eselit bestimmt sofort das Weite gesucht. Denn das Komische an den Menschen war, dass sie manchmal sehr böse waren. Das hang aber irgendwie mit der Fähigkeit zusammen, verschiedene Häuser bauen zu können. Diese merkwürdige Bösartigkeit war dem Eseliten fremd. Oder anders gesagt: Sie war ihm nicht bewusst. Denn auch der Eselit ist böse. Manchmal sogar sehr. Aber in der Welt, in der der Eselit lebte, gab es kein Wort für Böse und kein Wort für Gut. Denn die Natur ist nicht böse. Sie ist eben Natur. 

 

Für den Eseliten gibt es kein Gut und Böse. Er wertet die Dinge nicht. Denn muss ein Hai nicht fressen? Oder eine Kuh nicht auch? Muss ein Käfer nicht überleben und ein Tiger auch? Der Hai tötet ja nicht, weil er böse ist, sondern deshalb, weil er hungrig ist. Der Tiger tötet auch nicht aus Spaß. So sieht der Eselit das. Nun ist es aber wahr, dass der Eselit meist Vegetarier ist. Er isst also keine Tiere. Denn er ist kein Kannibale. Der Eselit isst manchmal auch Fleisch, aber nur dann, wenn er absolut nichts anderes bekommen kann. Vielleicht ist das der Grund, warum der Eselit so lange lebt. Vielleicht aber auch nicht.

 

Als der Eselit sich dem Menschen näherte, passierten schreckliche Dinge. Denn der Mensch war sehr neidisch auf den Eseliten. Der Mensch war so neidisch, dass er dem Eseliten nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnte.