Der Feldzug 1796 im Bergischen - Hermann Bäcker - E-Book

Der Feldzug 1796 im Bergischen E-Book

Hermann Bäcker

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Beschreibung

Jean-Baptiste Kléber (* 9. März 1753 in Straßburg; † 14. Juni 1800 in Kairo) war ein französischer General der Revolutionsarmeen. Er nahm Offizier am ersten Koalitionskrieg teil. Von den feldzühen im Bergischen und den angrenzenden gebieten handelt dieser Bericht, der auf Klebers eigenen Berichten beruht.

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Seitenzahl: 44

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Der Feldzug 1796 im Bergischen

Der Feldzug 1796 im Bergischen und den angrenzenden Gebieten nach Klebers eigenen Berichten

Von Professor Hermann Bäcker

Die Kriegslage bis zur Wiederaufnahme der Feindseligkeiten

Am 21. Dezember 1795 hatte Jourdan, der Oberbefehlshaber des französischen Sambre- und Maasheeres, mit dem kaiserlichen Feldherrn Clairfayt einen Waffenstillstand geschlossen, den das Direktorium[i] in Paris freilich erst am 10. Januar 1796 bestätigte. Die Dauer der Waffenruhe sollte einen Monat betragen. Bei beiderseitiger Zustimmung konnte diese Frist verlängert werden. Erst zehn Tage nach der Kündigung sollten die Feindseligkeiten wieder beginnen dürfen.

In der Zeit vom 19. Januar bis 28. Februar 1796 führte Kleber vertretungsweise den Oberbefehl über die in ihren Winterquartieren liegenden Truppen der Sambre- und Maas-Armee, deren rechter Flügel unter Poncet, Marceau und Bernadotte den Hunsrücken entlang stand. Das Mitteltreffen unter Grenier, Championnet und Bonnard deckte das linke Rheinufer von Koblenz bis Bonn. Der aus den Divisionen Colaud, Lefebvre und Hatry bestehende linke Flügel, den Kleber bisher geführt hatte, hielt das Herzogtum Berg bis zur Wupper und das linke Rheinufer zwischen Krefeld und Köln besetzt.

Gleich in den Anfang dieser Stellvertretung fällt folgendes Briefchen, das vom 21. Januar 1796 datiert ist.

Kleber an Moreau

Hauptquartier Abtei Laach

„Ich benachrichtige Sie, Bürger General, daß, da Gesundheitsrücksichten den Obergeneral Jourdan genötigt haben, sich augenblicklich von dem Heere zu entfernen, er mir den einstweiligen Oberbefehl übertragen hat. Meine militärische Aufgabe wird, solange der Waffenstillstand dauert, nicht von Belang sein. Sollten sich aber die Umstände vor Ablauf meiner Stellvertretung unversehens ändern, so hege ich die Zuversicht, daß wir, wenn wir uns zu gemeinschaftlichem Tun vereinigen, den Ruhm der Waffen der Republik aufrecht zu erhalten wissen werden.“

Moreau befehligte damals das in den Niederlanden und im Mündungsgebiet des Rheins stehende Nordheer, zu dem die Division Hatry, die sich Klebers linkem Flügel angeschlossen hatte, am 20. Januar zurückkehrte. Auf die weitere Mitwirkung dieser Division scheint Kleber gerechnet zu haben. Moreau wurde bald darauf Nachfolger Pichgrus und übernahm den Oberbefehl über das „Rhein- und Mosel-Heer“, das am Oberrhein dem kaiserlichen Feldherrn Wurmser gegenüberstand.

Bezeichnend  für die Kriegslage Anfang 1796 sind die militärischen Maßregeln, die Kleber während der Zeit seiner Stellvertretung traf. Abgesehen von dem verschanzten Lager von Düsseldorf, dessen Vollendung er betrieb, schützte er Trarbach, Treis und Alken durch Brückenköpfe und setzte die Höhen der Karthause bei Koblenz sowie die von Trarbach und Trier in Verteidigungszustand. Kleber hielt also offenbar die Mosellinie für besonders bedroht und glaubte sich auf einen Vorstoß der Kaiserlichen gegen seinen rechten Flügel einrichten zu müssen. Hatte doch Clairfayt, der übrigens wegen seines für ungünstig gehaltenen Waffenstillstands in Wien in Ungnade gefallen und durch den Erzherzog Karl ersetzt worden war, Ende 1795 das linke Rheinufer zwischen Queich, Blies und Nahe wiedergewonnen, so daß Anfang 1796 die Hauptmacht der kaiserlichen Niederrhein-Armee, die im ganzen etwa 71000 Mann Fußvolk und 22700 Reiter betragen haben soll, in Mainz und an der Lahn stand. Der rechte Flügel dieses österreichischen Heeres, etwa 23000 Mann, hatte unter dem Oberbefehl des unfähigen Prinzen Ferdinand von Württemberg das rechte Rheinufer zwischen Lahn und Sieg besetzt. Davon bildeten 4 ½ Bataillone die Besatzung der Feste Ehrenbreitstein, 5 Bataillone und 10 Schwadronen deckten Neuwied,  10 Bataillone und 14 Schwadronen standen als eigentliches Hauptkorps bei Altenkirchen, Dierdorf und Hachenburg; 4 Bataillone und 14 Schwadronen sollten endlich die Siegübergänge als Vorhut sichern. Sämtliche strategisch wichtigen Punkte hatte der Prinz, dessen Streitkräfte ungemein verzettelt standen, nach allen Regeln einer veralteten Kriegskunst besetzt; es sollte sich aber bald zeigen, daß die jugendlich genialen Feldherren Frankreichs den ohnehin durch den leidigen Wiener Hofkriegsrat in ihren freien Entschlüssen behinderten österreichischen „Zopfgeneralen“ mit alleiniger Ausnahme des Erzherzogs Karl an taktischem Geschick bedeutend überlegen waren.

Nach Jourdans Rückkehr wurde Kleber wieder mit der Führung des linken Flügels des Sambre- und Maasheeres betraut. Er übernahm das Kommando am 23. Mai. Seine Streitkräfte setzten sich zusammen aus der die Vorhut bildenden Division Lefebvre und der Division Colaud. Da der Erzherzog am 21. Mai den Waffenstillstand gekündigt hatte, so war die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten somit am 31. zu erwarten.

Jourdan, der sich auf seinen bewährten Unterfeldherrn verlassen konnte, hatte letzterem den Befehl erteilt, an diesem Tage unverzüglich den Vormarsch an die Sieg und Lahn anzutreten; durch diesen tatkräftigen Vorstoß sollte Karl gezwungen werden, das linke Rheinufer zu räumen, und gleichzeitig Moreau die Möglichkeit gegeben werden, mit seinem Rhein- und Moselheer den Oberrhein zu überschreiten.

Die folgenden Proklamationen, Tagesbefehle und amtlichen Berichte, die uns noch erhalten geblieben sind, erläutern wohl am besten Klebers denkwürdigen Vormarsch, der zweifellos als eine hervorragende kriegerische Leistung anzuerkennen ist.

Ungemein bezeichnend für den pathetischen Ton, in dem die Feldherren der Republik zu ihren Soldaten zu reden pflegten, ist die Proklamation an seine „Waffenbrüder“, die Kleber von Krefeld aus erließ.

Krefeld 25. Mai 1796.