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Der Meister des Humors
Man kann es immer noch mit Fug und Recht sagen: Loriot hat die Deutschen das Lachen gelehrt – mit seinen Zeichnungen, seinen Sketchen, seinen Filmen. Sein Humor war fein und hintergründig und hat wahrscheinlich auch daher viele Moden überdauert. Voller Respekt, Witz und Liebe erzählt Stefan Lukschy, ein langjähriger Weggefährte, vom Leben des größten Humoristen Deutschlands. Mit Beiträgen von Hape Kerkeling, Axel Hacke, Bully Herbig, Max Raabe und vielen anderen und einem neu verfassten Vorwort.
Am 12. November 2023 wäre Loriot hundert Jahre alt geworden.
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Seitenzahl: 416
Veröffentlichungsjahr: 2013
Stefan Lukschy
Der Glücklicheschlägt keine Hunde
EinLoriotPorträt
Mit 60 Abbildungen
ISBN 978-3-8412-0664-0
Aufbau Digital,
veröffentlicht im Aufbau Verlag, Berlin, Oktober 2013
© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin
Die Originalausgabe erschien 2013 bei Aufbau, einer Marke der Aufbau Verlag GmbH & Co. KG
Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche Vervielfältigung und Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlages zulässig. Das gilt insbesondere für Übersetzungen, die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das öffentliche Zugänglichmachen z.B. über das Internet.
Umschlaggestaltung hißmann, heilmann, Hamburg
unter Verwendung eines Motivs von mauritius images/Holger Jacobs
E-Book Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, www.le-tex.de
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Inhaltsübersicht
Cover
Impressum
Statt eines Vorwortes
Ammerland, die Erste
Vorbereitungen
Ammerland, die Zweite
Loriots sauberer Bildschirm (Loriot 1) – I. Akt
Loriots sauberer Bildschirm (Loriot 1) – II. Akt
Onkel Stefan
Loriots sauberer Bildschirm (Loriot 1) – III. Akt
☞ Gegenschuss Heinz Meier
Loriots Teleskizzen(Loriot 2)
Exkurs – Die Stimme des Zeichners
Loriot und Berlin
Loriot 3 – Evelyn & die Nudel
Grashoff
Ausflug I – Rom
Ausflug II – Bayreuth
Loriot 4
Berlin (Ost), die Zweite
Hunde
Loriot 5
☞ Gegenschuss Rudolf Kowalski
Intermezzo
Loriot 6
☞ Gegenschuss Hape Kerkeling.
1979 – Kein Jahr ohne Loriot
Die Berliner Philharmoniker
☞ Gegenschuss Helmut Schmidt
Report, Billy Wilder, »Der Göttliche« & Der 60. Geburtstag
Familie, Freunde & Häusliches
Berlin, die Dritte – Swing
Italienische Tenöre,noch mehr Wagner & Opernbesuche
Loriots musikalische Werke
☞ Gegenschuss Otto Sander
Komik & Kollegen
☞ Gegenschuss Heinrich Schafmeister
»Boll ist toll« – Wahre Geschichten, Witze & große Gefühle
☞ Gegenschuss Peter Neugebauer
Begegnungen
☞ Gegenschuss Max Raabe
☞ Gegenschuss Bastian Pastewka
Der alte Mann und die Technik
DVD-Box I – Die vollständige Fernsehedition
Evelyns Tod
Das Museum
☞ Gegenschuss Dagmar Reim
2008 – Zumutungen & Glücksmomente
Das letzte große Interview und der 85.
Professor Loriot
☞ Gegenschuss Harald Clemen
Der Deutsche Filmpreis
☞ Gegenschuss Michael Bully Herbig
DVD-Box II – Loriot und die Musik
Der letzte Sketch
Das Alterswerk
☞ Gegenschuss Peter Raue
Der lange Abschied & Die letzten Auftritte
☞ Gegenschuss Axel Hacke
Epilog
Dank
Personenregister
Bildnachweis
Quellennachweis
Informationen zum Buch
Informationen zum Autor
Wem dieses Buch gefallen hat, der liest auch gerne …
Unsere erste Begegnung war gewissermaßen virtuell. Man schrieb das Jahr 1960. Ich war zarte elf Jahre alt und bereits ein glühender Fan des bedeutendsten humoristischen Zeichners Deutschlands, als mein Vater den erheblich jüngeren Vicco von Bülow in dessen Haus in Gauting bei München besuchte. Möglicherweise hatten die beiden sich über Bernhard Wicki kennengelernt, denn wenig später traten sie gemeinsam in der internationalen Hollywood-Produktion »The Longest Day« (»Der längste Tag«) auf, bei der Wicki Regie für die deutschen Teile führte. Nicht, dass sie eine gemeinsame Szene gehabt hätten – mein Vater, der Schauspieler Wolfgang Lukschy, spielte in dem Weltkriegsdrama General Jodl und musste sich am Telefon weigern, Hitler angesichts der Invasion der Alliierten in der Normandie aus dem Bett zu holen (was ihm in der englischen Version, die parallel gedreht wurde, sichtlich schwer fiel), während sich Vicco von Bülow in seiner Rolle als anonymer deutscher Leutnant die Zunge mit dem Satz »We haven’t been able to get it through, Sir« zerbrach. An den Tücken des »th« hat er sich später mit der »Englischen Ansage« (»North Cothelstone Hall …«) angemessen gerächt.
Unter Umständen sind die beiden sich sogar schon 1940 über den Weg gelaufen. Mein Vater spielte eine kleine Rolle in dem Ufa-Film »Schiller – Der Triumph eines Genies«, Loriot gab als Komparse einen Lakaien am Hof des Herzogs Karl Eugen von Württemberg.
Bei seinem Besuch in Gauting, im Jahr 1960, wurde mein Vater, wie viele Gäste im Hause Bülow, von Loriot mit dessen 4x4cm-Rolleiflex-Kamera, Baujahr 1952, in Schwarz-Weiß neben einer kleinen Holzsäule fotografiert.
Loriots Bücher aus der Reihe »Diogenes Tabus«, kleinformatige, glänzende Bändchen mit den Werken der besten Cartoonisten ihrer Zeit, gehörten schon länger zu meinen Favoriten. An »Auf den Hund gekommen«, »Der gute Ton« und »Der Weg zum Erfolg« hat sich wesentlich mein Sinn für das Komische gebildet.
Meine Bewunderung für Loriot setzte sich fort, als ich 1968 als junger Student in einer WG in Berlin-Lichterfelde wohnte. Die Stuttgarter »Cartoon«-Sendungen zu sehen gehörte zum festen Ritual unserer Wohngemeinschaft. Ich glaube nicht, dass wir auch nur eine Sendung verpasst haben. Loriot war für uns in Sachen Humor das Maß aller Dinge. Und er machte die schwierige Zeit der politischen Auseinandersetzungen und der Studentenunruhen, in der vieles so übertrieben ernst genommen wurde, auf wunderbare Weise leicht.
Vermutlich war er der einzige Humorist, über den sowohl das »Establishment« als auch die rebellischen Studenten – und als ein solcher verstand ich mich – lachen konnten. Loriot stand über den Dingen, er war kritisch bis zur Anarchie, ließ sich aber nie vor irgendeinen politischen Karren spannen.
Woran lag das? In seinem luziden Essay »Wir sind Loriot« beschreibt der Historiker Christoph Stölzl das Phänomen Loriot so: »Niemand hat die Zeitungen, die Benimmbücher, die Grußworte, die Parlamentsreden und die Tarifverträge der Bundesrepublik mit kälterem Ethnologenblick durchforstet als Loriot. […] Wenn man einmal die Geschichte unseres Landes nach dem Zweiten Weltkrieg schreiben wird, kann man getrost auf die Tonnen bedruckten Papiers der Sozialforscher verzichten und sich Loriots gesammelten Werken zuwenden: Das sind wir, in Glanz und Elend.« Er war ein wahrhaftiger Freigeist, der die Aufbaujahre der kleinbürgerlichen Republik mit größtmöglicher Ironie begleitete und auch in der DDR viele Fans hatte.
Die Reihe »Cartoon« war 1966 entstanden, als die Dokumentarabteilung (!) des Süddeutschen Rundfunks jemanden suchte, der durch eine Sendung mit internationalen Zeichentrickfilmen führen konnte. Man verfiel auf den erfolgreichsten Cartoonisten des Landes, Vicco von Bülow, der auf einem roten Sofa Platz nahm und es binnen kurzer Zeit verstand, seine Moderationen zum eigentlichen Höhepunkt von »Cartoon« zu machen – abgesehen von seinen eigenen Trickfilmen, die am Ende einer jeden Sendung liefen.
Ich war also durch kindliche Vorstudien von Loriots Zeichnungen und das regelmäßige Sehen seiner frühen Fernsehwerke bestens auf das vorbereitet, was mich 1975 eher zufällig ereilte.
Mein Studium der Germanistik, Musikwissenschaft und Publizistik an der Freien Universität Berlin hatte ich aufgegeben, um an der dffb (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) zu studieren. Unser Regiedozent Roland Gall drehte für Radio Bremen das Anarchistendrama »Lenau«. Für den Dreh des Fernsehfilms nahm Gall zwei seiner Studenten als Regieassistenten mit nach Bremen, einer davon war ich. Ich glaube, als professioneller Regieassistent war ich eine ziemliche Katastrophe. An der Filmakademie hatte man uns beigebracht, selbständige und freie »Filmemacher« zu werden, von den arbeitsteiligen Prozessen einer professionellen Produktion hatten wir keinen Schimmer.
Dennoch habe ich offenbar einen ganz anständigen Eindruck bei Jürgen Breest, dem Fernsehspielchef des Senders, hinterlassen. Zum Abschied bat ich ihn, sich doch bei mir zu melden, wenn er mal wieder einen Job hätte. Zwar war mein Studium noch nicht beendet – mein Abschlussfilm stand noch aus –, aber einen Job und Geld konnte ich immer gebrauchen. Vielsagend lächelnd antwortete Breest mir, dass ich möglicherweise schon bald von ihm hören würde.
Am 16. Januar 1975 erfuhr ich von Jürgen Breest, dass Loriot in Zukunft seine »Cartoon«-Sendungen in Bremen statt in Stuttgart produzieren werde. Der ehemalige Stuttgarter Programmdirektor Dieter Ertel hatte den Sender gewechselt, und Loriot folgte ihm – und er suchte einen neuen Assistenten. Anfang März war es dann so weit. Ich flog nach Bremen und lernte Loriot im Redaktionsbüro von Breest kennen.
Unsere Begegnung fand in bewegten Zeiten statt. Ich war, als Student der dffb, ein Linker, das gehörte dort gewissermaßen zum guten Ton. Zwar war ich nicht politisch organisiert, aber an der Berliner Filmakademie war man links, die einen mehr, die anderen, zu denen ich zählte, weniger. Der jenseits von politischen Einstellungen bewunderte Film der Saison war »Chinatown« von Roman Polanski. Ein Jahr zuvor war Bölls Erzählung »Die verlorene Ehre der Katharina Blum«, eine scharfe Abrechnung mit dem Sensationsjournalismus der »Bild«-Zeitung, herausgekommen. Bölls bissige Verfassungsschutzsatire »Berichte zur Gesinnungslage der Nation«, in der sich mehrere Verfassungsschützer gegenseitig bespitzeln, erschien im Jahr der ersten Bremer Loriot-Sendung.
Kurz vor meinem Flug nach Bremen war Peter Lorenz, der damalige Vorsitzende der Berliner CDU, von der »Bewegung 2. Juni« entführt worden. Als langhaariger Student mit speckiger Lederjacke wurde ich schon beim Betreten der Passkontrolle am Flughafen Berlin-Tempelhof schräg angeschaut. Lorenz wurde am 4. März wieder freigelassen, am 3. März gab der Langhaarige mit der Lederjacke dem konservativ gekleideten Loriot zum ersten Mal in Bremen die Hand.
Unser Treffen war von gegenseitiger Sympathie geprägt. Dass Loriot meinen Vater flüchtig kannte, spielte keine Rolle. In meinem Tagebuch notierte ich: »Bremen sehr gut alles in allem. Loriot ist wunderbar. Viele tolle Ideen, dabei offen und gutherzig. Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit, vor allem, da ich viel selber werde machen können.«
Wir stiegen, kaum dass wir uns kannten, in die inhaltliche Vorbereitung der ersten Sendung ein. Kein unnötiger Smalltalk, schnörkellos medias in res. Auf der anschließenden gemeinsamen Bahnfahrt von Bremen nach Hamburg – Loriot flog von dort nach München, ich besuchte Freunde – führten wir auch gleich das erste politische Gespräch. Ich vertrat die These, dass alle Humoristen links seien. Auch wenn er vermutlich nicht ganz meiner Meinung war, ließ er das doch unwidersprochen stehen. Das eben war das Besondere an ihm. Da, wo wir uns empörten, stand er souverän lächelnd daneben, beobachtete die kränkelnde Gesellschaft mit unbestechlicher Genauigkeit und stellte sie durch Lachen bloß. Er lehnte die bestehende Ordnung nicht ab, sondern liebte sie geradezu, weil er es reizvoll fand, sie zu unterlaufen, und weil er fand, dass es nichts Komischeres gibt, als Anarchist zu sein, ohne im Grunde einer zu sein. Die Satire nannte er eine Waffe, die sich grundsätzlich gegen die Macht richtet, »es gibt keine andere Richtung«. Wobei er anfügte, dass in der Demokratie das Volk, »der Wähler, der Konsument, der Zuschauer, der Autobesitzer«, die Macht habe. »Damit werden sie zum Ziel der Satire.« Ich ahnte, dass ich von ihm sehr viel würde lernen können.
Der Rebell und der Humorist wohnen im selben Haus, Wand an Wand, nur ist die Tür in der Wand meist verschlossen. Loriot hat mir diese Tür weit geöffnet.
Am 16. März 1975, knapp zwei Wochen nach unserem ersten Beschnuppern, erreichte mich ein Brief unseres Redakteurs Jürgen Breest: »Lieber Stefan, Loriot ist sehr angetan von Dir, unserer Arbeit steht nun also nichts mehr im Wege.«
Diese positive Nachricht fiel in eine für mich privat sehr schwere Zeit. Während der Vorbereitungen und des Drehs der ersten Bremer Sendung hatte mein Bruder psychische Probleme, die ihn zu Aufenthalten in Nervenkliniken zwangen, mit meinem Vater lag ich politisch über Kreuz, die geliebte Großmutter, mein Anker in der Familie, war altersschwach und bedurfte meiner Hilfe. Und das Studium an der dffb verlangte mir viel ab. Während ich in Berlin meinen eigenen Abschlussfilm, die Heimarbeiterinnen-Komödie »Krawatten für Olympia«, vorbereitete, arbeitete ich parallel als Kameramann bei dem Abschlussfilm einer Kommilitonin. Zu allem Überfluss war ich auch noch unglücklich verliebt.
Aus einer zerrissenen Stadt und aus einer zerrissenen Lebenssituation kommend, setzte ich mich am 6. April 1975 stark übernächtigt in meinen zum Campen selbst ausgebauten rostigen alten VW-Bus (grau, geteilte Frontscheibe, Ersatzreifen mit roter Radkappe vorn angeschraubt, schadhaftes Getriebe) und fuhr über die löchrige und kaputte DDR-Autobahn zum Starnberger See. Ich kam aus der Vorhölle und landete im Paradies.
Loriots Haus in Ammerland ist, er hat dies oft erzählt, kein der Gegend entsprechendes typisch bayerisches Bauernhaus. Er hat es selbst entworfen, vom Stil her ist es ein bescheidenes märkisches Herrenhaus, wie man es in den Straßendörfern Brandenburgs häufig findet – eine Hommage an Loriots Kindheit in seiner Geburtsstadt Brandenburg und in Berlin. Der klassizistische Entwurf sah im Rohbau derart schlicht aus, dass der Chef der ausführenden Baufirma vor Scham die Bauschilder mit seinem Firmennamen entfernte. Erst als Stuck und dunkelgrüne Fensterläden den Bau schmückten, wies der Mann mit Stolz darauf hin, dass er das Haus gebaut hatte.
Familie von Bülow brachte in mir Saiten zum Klingen, von denen ich glaubte, sie seien längst verstummt. Meine eigene Familie war eine seltsame Mischung aus unterschiedlichen Lebenswelten. Meine Mutter, die Bühnenbildnerin, Innenarchitektin und Malerin Viktoria von Schack, stammte aus verarmtem Land- und Offiziersadel, mein Vater hatte sich aus ärmlichen kleinbürgerlichen Verhältnissen hochgearbeitet. Meine Eltern waren Künstler, heute würde man ihren Lebensstil vielleicht als »bourgeois-bohèmien« bezeichnen. In dieser reizvollen Mischung aus erlesenem Geschmack (meine Mutter) und sprühendem Witz (mein Vater) wuchs ich auf. Leider hielt die Ehe meiner Eltern nur kurz. Nachdem die zweite Ehe meiner Mutter ebenfalls gescheitert war und sich die psychischen Probleme meines Bruders häuften, nahm sich meine Mutter 1965 das Leben. Ich war siebzehn Jahre alt. Für mich brach eine scheinbar heile Welt zusammen, die ich, wenn auch in anderer Form, bei Bülows wiederfand.
Der erste Nachmittag bei Loriot erinnerte mich an vieles, was ich verdrängt und vergessen hatte. Aber im Gegensatz zu meiner eigenen Familie funktionierte es hier. Die Ehe war stabil, die Beziehungen intakt. Der gute Geschmack sowie der Sinn für Proportionen und Symmetrie standen seltsamerweise in keinem Widerspruch zu Loriots subversivem Humor – es passte einfach alles zusammen.
Und wieder kamen wir gleich zur Sache. Natürlich hatte ich nicht mehr alle »Cartoon«-Sendungen detailliert im Gedächtnis. Aber Loriot gehörte zu den wenigen Menschen, die schon damals einen »VCR«-Recorder hatten, ein Ungetüm mit dicken Kassetten, auf die man, und das war neu, zuhause Fernsehsendungen aufzeichnen konnte. Er führte mir von seiner Arbeit das vor, was er für besonders gelungen hielt. Zwischen Biedermeiermöbeln sitzend, guckten wir uns Sketche an, in denen unter anderem ein verzweifelter alkoholisierter Kleinbürger auf chaotische Weise an den Tücken eines Benimmkurses scheitert: »Wir sahen alte ›Cartoon‹-Sendungen vom VCR. Großartig die Szene in der Benimmschule, die leider von der Kritik abgelehnt wurde.«
Heute ist nur noch schwer vorstellbar, dass Kritik und Publikum dem frühen Loriot keineswegs zu Füßen lagen. Viele seiner Sketche wurden als geschmacklos und unfein abgelehnt. Die »Stern«-Serie, auf der sein erstes Buch »Auf den Hund gekommen« (auch dies ein Lieblingsbuch meiner Kindheit) basierte, rief 1953 sogar derart erboste Reaktionen hervor, dass die Serie von der Redaktion des Blattes schon nach sieben Folgen eingestellt wurde: »Lassen Sie doch endlich die blöden und abstoßenden Hundebilder aus Ihrer Zeitung. Diese heben das Niveau des ›Stern‹ sicher nicht. Ein Dauerabonnent.«
So kurz nach dem Ende des Zweien Weltkrieges war man sich der Stellung des Menschen in der Schöpfung offenbar noch nicht wieder sicher und fühlte sich durch Loriots ironische Inversion der Rollen von Mensch und Hund – große Hunde hielten sich kleine Menschen als Haustiere und führten sie an der Leine – auf den Schlips getreten: »Ich bin jedes Mal von neuem enttäuscht, wieder eine Fortsetzung dieser mir
so gar nicht witzig erscheinenden Zeichnungen ›Auf den Hund gekommen‹ in Kauf nehmen zu müssen. Ich sehe in den Bildern eine starke Herabsetzung des ›homo sapiens‹. So weit darf es doch nicht gehen. Können Sie denn nicht endlich damit Schluss machen? Mir wird speiübel dabei.«
Ein angesichts Loriot’scher Zeichnungen von »Brechreiz« gepeinigter Abonnent schlug dem Verleger sogar vor: »Können Sie ihm nicht ein kl. Fläschchen E 605 eingeben«, das hochtoxische Pflanzenschutzmittel war auch als »Schwiegermuttergift« bekannt.
Den Beschwerden der Kirche über die Darstellung des Hündischen im Menschen und des Menschlichen im Hund begegnete Loriot damit, dass er einem Pfarrer klarmachte, auch Hunde seien Teil der Schöpfung und damit zu respektieren. Ein sich anschließender Briefwechsel endete immerhin damit, dass der Pfarrer Loriots Zeichnungen mehrfach zum Anlass von Predigten nahm.
Auch die Fernsehsendungen waren nicht unumstritten. Nach der ersten »Cartoon«-Sendung schrieb ein wütender Zuschauer aus Pforzheim: »Ihre heute, Sonntagabend, vorgeführte neueste Errungenschaft ›Cartoon‹ ist eine Sünde und eine Schande, nicht nur für den Südfunk Stuttgart, sondern auch für die Stadt Stuttgart, für ganz Baden-Württemberg, ja für ganz Deutschland. Es ist höchste Zeit, dass der Allmächtige eingreift und die ganze Menschheit vernichtet. So kann es nicht weitergehen.«
Ich hingegen schätzte Loriot schon als Kind. Als die Hunde den »Stern« aufmischten, war ich jedoch noch zu klein, um zu begreifen, dass die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft sich beim Versuch, ihre verloren gegangene Würde wiederzugewinnen, durch Loriot gestört fühlte.
Neben der Arbeit gab es noch etwas, was im Laufe unserer sechsunddreißig Jahre währenden Freundschaft eine immer größere Rolle spielen sollte. Schon an diesem ersten Nachmittagin Ammerland stellten wir fest, dass wir eine gemeinsame Liebe für die Musik hegten. Loriot als leidenschaftlich genießender musikalischer Laie (»Meine große Liebe ist die Musik geblieben, mehr, als es das Zeichnen oder die bildende Kunst je hätten sein können.«), ich, der ich früher einmal Dirigent werden wollte, als musikalisch Ausgebildeter und Praktizierender. »Wir liegen sehr auf der gleichen Welle, was mir nicht zuletzt seine Schallplattensammlung bewies«, notierte ich in meinem Tagebuch
Mit der Liebe zur klassischen Musik hatte man es als junger Mann in den 1960er Jahren nicht leicht. Die Popmusik hatte sich vom traditionellen Rock ’n’ Roll emanzipiert, aus England kamen die Beatles, die Stones und viele andere Gruppen, die ein vollkommen neues Lebensgefühl vermittelten. Ich war ständig hin- und hergerissen. Einerseits zog mich die aktuelle Musik in ihren Bann – ich spiele selber Gitarre –, andererseits bewegten mich die tiefen musikalischen Erlebnisse, die ich immer wieder in der Berliner Philharmonie hatte. Es war der alte Kampf zwischen »U« und »E«. Gleichaltrige, mit denen ich mich über klassische Musik austauschen konnte, waren rar. Und mein Vater, der nach dem Krieg mit vielen bedeutenden Musikern persönlich bekannt war, wusste eigentlich nur Anekdotisches von ihnen zu berichten. Ein wirklich tiefes Verständnis für Musik hatte er wohl nicht. In Loriot hingegen fand ich diesbezüglich einen sachkundigen und klugen Gesprächspartner.
Wie er mir später sagte, war seine Verwunderung allerdings nicht gering, dass sich der langhaarige Student als intimer Kenner des klassischen Opern- und Konzert-Repertoires erwies.
Und dann war da noch vieles mehr, was das Leben in Ammerland so angenehm machte: der herrliche Garten, die Möpse Henry und Gilbert, die mir nach und nach ans Herz wuchsen, Loriots sehr nette Töchter, Bettina, die ältere, eine Kunststudentin, Susanne, die jüngere, noch Schülerin, und allem voran: Romi.
Romi war (und ist bis heute) ein Phänomen. Als Scheidungskind kannte ich intakte Familien nur von Schulfreunden. Das waren bürgerlich-spießige Familien mit Müttern, die Haus und Küche bestellten und dem althergebrachten weiblichen Rollenklischee entsprachen, das mit der aufkommenden Emanzipationsbewegung zu Beginn der siebziger Jahre endlich in Frage gestellt wurde.
Romi war anders. Auch sie bestellte Haus und Küche, aber sie entsprach so gar nicht dem Bild von einem Hausmütterchen. Romi sah schon immer zwanzig Jahre jünger aus, als sie war – bis heute. Sie malte, sie gärtnerte mit Leidenschaft, sie ritt Dressur, sie war witzig, und sie war die beste Köchin, die man sich wünschen konnte. Dies alles mit Leichtigkeit und burschikosem Charme – und ganz ohne Jodeldiplom.
Der kulinarisch nicht verwöhnte Student schwelgte in Köstlichkeiten und wünschte sich, auch später einmal eine so selbstbewusste Frau wie Romi an seiner Seite zu haben. Loriot wäre ohne seine Romi vollkommen aufgeschmissen gewesen. Nach eigenem Bekunden war er weder in der Lage, eine Teetasse oder einen Löffel in seiner Küche zu finden, noch sich selbständig ein Butterbrot zu schmieren. Wie sollte er auch, er hat ja unablässig gearbeitet.
Im April 1975, eine Woche nach meinem Besuch in Ammerland, begannen vor Ort die Planungen für die erste der legendären Bremer Sendungen. Terminbesprechungen, Festlegung der Besetzung, Motivbesichtigungen. Radio Bremen war ein kleiner, aber feiner Sender. Der Studiokomplex, der inzwischen leider nicht mehr existiert, war eine perfekte kleine Filmfabrik. Es gab für alle Gewerke Archive, Lager und Werkstätten. Die Wege waren kurz, die Requisiten- und Kostümfundi gut gefüllt. Was nicht vor Ort vorhanden war, wurde herangeschafft. Die einzige Einschränkung: Es durfte nichts aus dem nahen Hamburg besorgt werden, da waren die Bremer eigen.
Ein feinsinniger Humorist und ein linker Student gehen mit vier Augen auf Motivsuche. Die ersten drei Sketche, die auf dem Drehplan standen, waren die Szene mit der Bananenschale auf dem Frankfurter Flughafen, das Arbeiterinterview mit dem zähen Schinkenbrot in der Werkshalle einer Stahlfabrik und die spanische Touristen-Tragödie »Gran Paradiso«. In der kritischen Betrachtung eines seinerzeit hypermodern wirkenden Flughafens und eines zeitlos scheußlichen Neubauviertels waren wir uns einig. Die noch nicht ganz fertiggestellte Bremer Trabantenstadt „Neue Vahr“ entsprach präzise dem Bild, das Loriot von den Hotelbettenburgen an der Costa Brava hatte. Dass er das Mittelmeer nach Bremen verlegte, war nicht ohne Perfidie.
»Frankfurt Airport« erschien uns als gebaute negative Utopie. Mir kam damals allerdings auch der frisch eröffnete Flughafen Berlin-Tegel »utopisch modern« vor. Die politische Situation wollte es zudem, dass während unserer Motivbesichtigung in Frankfurt extreme Sicherheitsvorschriften herrschten. Überall standen bis an die Zähne bewaffnete Beamte des Bundesgrenzschutzes herum. Wir liefen staunend durch die riesigen Hallen des Terminals und legten fest, wo welche Einstellungen gedreht werden sollten. Der Flughafen Bremen kam mangels Größe als Drehort nicht in Frage.
Beim »Arbeiterinterview« hatte ich gewisse politische Bedenken. In dem Sketch ging es um ein Tagesschau-Interview mit einem Stahlarbeiter und Betriebsratsvorsitzenden an seinem Arbeitsplatz. Der Interviewer Schmoller (Loriot) fragt sein Gegenüber (Heinz Meier) nach den Auswirkungen eines neuen Mitbestimmungsmodells. Der Arbeiter will gerade antworten, da ertönt in der Halle ohrenbetäubender Lärm, und das Interview muss abgebrochen werden. Als wieder Stille eingekehrt ist und das Interview fortgesetzt wird, beißt der Arbeiter in eine Klappstulle und kämpft fortan verbissen mit einer zähen Schinkenscheibe, so dass seine Antwort wieder unverständlich ist.
Der Zeitgeist hatte »den Arbeiter« etwas übertrieben zum Idol erhoben. Manche Studenten verdingten sich zur Vervollständigung ihrer »Bewusstseinsbildung« zeitweilig in Fabriken. Sie wollten die Realität der Produktion kennenlernen und die Massen revolutionär agitieren.
Nun gingen Loriot und ich, vom freundlichen Fabrikdirektor begleitet, durch die Werkshallen der Firma »Hanomag« und suchten nach einer Maschine, die den größtmöglichen Gegensatz zum kleinen, zähen Schinkenbrot darstellte. Sie sollte riesig und vor allem sehr laut sein. Als wir endlich die »Schnittpresse« gefunden hatten, beschlich mich ein seltsames Unwohlsein. Ich fühlte mich wie ein Voyeur an einem Ort, an dem die Arbeitsbedingungen und der Lärm mir fast unerträglich erschienen. Ich sah zum ersten Mal in meinem Leben eine Fabrik von innen und hätte die Beschäftigten am liebsten zu politischen Themen befragt. Loriot hingegen war auf der Suche nach dem komischen Bild. War das erlaubt? Selbstverständlich war es erlaubt, denn am Ende blieb der Arbeiter in seiner Würde unangetastet, was nicht zuletzt Heinz Meiers ernster und dadurch umso komischerer Darstellung zu verdanken ist.
Außer Heinz Meier und Heiner Schmidt, die schon bei »Cartoon« mit dabei waren, sollten die Schauspieler nach Möglichkeit vom Bremer Theater kommen. Unser Produktionsetat war begrenzt, und wir waren angehalten, Reisekosten und Spesen zu sparen.
Das Bremer Theater war ein renommiertes Haus. Während der Intendanz von Kurt Hübner, die gerade vorüber war, inszenierten in Bremen die Shootingstars der aufkommenden Regietheater-Szene: Peter Zadek, Klaus Michael Grüber, Peter Stein, Rainer Werner Fassbinder und Wilfried Minks. Hübners Nachfolger Peter Stoltzenberg holte George Tabori ans Haus. Im Ensemble gab es viele hervorragende Schauspieler.
Dennoch hatten wir Schwierigkeiten mit der Besetzung der weiblichen Hauptrolle für »Gran Paradiso«. Loriot schwebte eine kleine, vollschlanke, breithüftige, blonde deutsche Hausfrau und Mutti vor.
Jürgen Breest, unser Redakteur, der das Ensemble des Bremer Theaters gut kannte, war ratlos: »So was haben die leider nicht am Haus. Aber es gibt da eine sehr begabte junge Schauspielerin, die ist zwar vom Typ her nicht ganz das, was ihr sucht, aber die solltet ihr euch vielleicht mal anschauen.«
Gespannt warteten wir beim Casting auf das Erscheinen der »deutschen Mutti«. Die unbekannte Schauspielerin, die mit einem breiten Lächeln hereinkam, war groß gewachsen, gertenschlank, hatte eine gekräuselte Lockenmähne und trug eine verwaschene Jeans unter einer indischen Hippie-Bluse mit kleinen eingenähten Spiegeln – es war Evelyn Hamann.
Loriots oft zitierte Bitte, sie solle auf Kosten des Senders mehrere Wochen täglich Schweinshaxen essen, um fülliger zu werden, erinnere ich zwar nicht, sehr wohl aber, wie wir sofort damit begannen, in den Masken und Kostümfundus zu marschieren, um Evelyn »umzubauen«. Hier kamen zwei Wesenszüge Loriots zusammen. Er wollte einerseits dem Sender keine Schwierigkeiten machen – es lag ihm daran, den Vorschlag des Redakteurs ernsthaft zu prüfen und ihm im Zweifel doch eine Chance zu geben, auch wenn Evelyn so ganz und gar nicht dem entsprach, was er erwartet hatte –, andererseits weckte die scheinbare Fehlbesetzung Loriots Ehrgeiz als bildender Künstler, und das ist hier im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen. Er betrachtete die junge Schauspielerin quasi als leeres Blatt seines Zeichenblocks und versuchte – ähnlich wie er es mit einer Trickfilmfigur gemacht hätte – sie so zu verwandeln und seinen Wünschen anzugleichen, dass sie in die Rolle passte.
Bei Radio Bremen in Osterholz lagen Kostüm- und Maskenfundus direkt neben den Redaktionsgebäuden – ein Glücksfall. Wir gingen schnurstracks in die Kostümabteilung und suchten für Evelyn sommerliche Ferienkleidung heraus. Sie bekam, wie in Loriots Personenbeschreibung gefordert, türkisfarbene Shorts und einen geblümten BH sowie hochhackige Korkstrandschuhe und eine rote Holzkugel-Halskette verpasst, der flache Bauch blieb frei. Aber da war immer noch die lange Lockenmähne, die eher an eine rebellische Studentin als an eine brave deutsche Mutti erinnerte. Also ging es weiter in den Maskenfundus.
Der Sender pflegte alles aufzuheben, was irgendwann für eine Produktion angeschafft worden war. Ich habe nie wieder in einem Fundus eine derart reichhaltige Auswahl an Brillen gesehen. Viele dieser Brillen sind später in Loriot-Sketchen »aufgetreten«. Bei Evelyn war es nicht die Brille, sondern eine blonde Hochsteckfrisur, die ihr endgültig die Rolle sicherte.
Seltsamerweise entsprach die fertige Figur – bis auf die breiten Hüften – ziemlich genau dem, was Loriot vorher skizziert hatte. Man merkte, wie wichtig ihm Sorgfalt im Detail war – sein Credo war, dass Komik nur dann entsteht, wenn der Zufall keine Rolle spielt. In der biederen Ferienkleidung und mit dem Vogelnest auf dem Kopf war die »zufällig« gecastete Evelyn das ideale Gegenbild zu dem rundlichen Edgar Hoppe, der mit Shorts sowie Freizeithemd und -hut ihren Gatten spielen würde. »Gran Paradiso« war besetzt und Evelyn Hamann entdeckt. Bis sie zu Loriots ständiger Partnerin wurde, dauerte es allerdings zwei weitere Sendungen.
In die erste Vorbereitungsphase fiel für mich noch ein Besuch im Tagesschau-Archiv in Hamburg, um Politikerinterviews herauszusuchen, aus denen später Trickfilme gemacht werden sollten. Und wir fingen an, die Schnittauflösung der ersten Sketche zu besprechen. Loriot war extrem gut vorbereitet. Er hatte von allen Szenen schematisierte Grundrisse gezeichnet. Seine Präzision war beeindruckend.
Es folgte ein Monat Pause, in dem ich mit meinem Freund und Kollegen Hartmann Schmige nach Griechenland flog, um das Drehbuch für meinen dffb-Abschlussfilm zu schreiben. Es war in diesem Mai 1975, als der Vietnamkrieg mit einer Niederlage der von uns Studenten verachteten USA endete.
Dass wir die Sendung »Loriots sauberer Bildschirm« nicht in einem Stück produzierten, war ungewöhnlich und lag unter anderem daran, dass Loriot, außer für Radio Bremen, regelmäßige Verpflichtungen für den »Stern« und für das ZDF hatte, denen er zuhause in Ammerland nachging. Im »Stern« erschien seine wöchentliche gezeichnete Kolumne »Wussten Sie schon …«, im ZDF traten einmal im Monat die Zeichentrickfiguren Wum und Wendelin als Partner von Wim Thoelke im »Großen Preis« auf, einer der beliebtesten Quizshows des deutschen Fernsehens.
Widmung des Buches »Wum und Wendelin«, präzise datiert
Zur weiteren Vorbereitung der Sendung flog ich am 15. Mai 1975 für drei Tage nach Ammerland. Loriot hatte inzwischen mit seiner Trickfilmcrew die Cartoons der Politikerinterviews hergestellt. Die ersten kleinen Bausteine für die Sendung waren fertig, und sie waren sehr komisch geworden, allen voran der als Nasenmann gezeichnete Helmut Schmidt, der sich ab und zu mit der Zunge über die Lippen leckte und jedesmal bei Erwähnung der »CDU-CSU« breit die Zähne bleckte. Friedrich Nowottny, der ebenfalls, wenn auch nur von hinten karikierte Interviewer, nannte das später einmal das »Raubtierlächeln«.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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