Der Grimmepreis kann warten - Ludger Bussmann - Wigger - E-Book

Der Grimmepreis kann warten E-Book

Ludger Bussmann - Wigger

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Beschreibung

Ein Einblick in die Welt des Fernsehens. Mit einem zugekniffenen Auge, viel Humor und unerschütterlicher Zuversicht, kämpft sich der Autor als Kameramann durch die Fernsehthemen des Universums. Unverzichtbare Lektüre für Fernsehinteressierte!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 108

Veröffentlichungsjahr: 2021

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DER GRIMMEPREIS KANN WARTEN

30 Jahre Fernsehen ohne durchzudrehen

Ludger Bußmann - Wigger

© 2021 Ludger Bussmann - Wigger

ISBN Softcover: 978-3-347-38744-7

ISBN Hardcover: 978-3-347-38745-4

ISBN E-Book: 978-3-347-38746-1

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.

Es gibt Tage da glaube ich, eine höhere Macht oder

ein göttliches Wesen hat irgendwann in höchster Not

eine richtungsweisende Entscheidung getroffen.

Was machen wir mit den vielen Paradiesvögeln,

Querdenkern und innovativen Anarchos, die in

keine betriebliche Struktur wie Post, Bank,

Versicherung oder Behörde passen?

Wie können wir diese chronisch neugierige Bande

in unsere Gesellschaft integrieren, damit sie nicht

zu viel Unfug anrichten?

Um die innere Ruhe im Staat zu sichern, kam man zu

folgendem Entschluss:

Wir erfinden das Fernsehen, dort können sie sich

austoben und ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Ich heiße Ludger Bußmann – Wigger und arbeite

als Kameramann, Bildberichterstatter, Produzent

seit 30 Jahren als Freelancer beim Fernsehen.

Ein einzigartiges Biotop ohne feste Gesetzmäßigkeiten

und mit wilden, netten menschlichen Kreaturen.

Ich war für nationale und internationale Ereignisse

in der ganzen Welt unterwegs und habe schrille,

unglaubliche, fragwürdige, lustige und sehr

interessante Geschichten erlebt, gedreht und produziert.

In dieser Zeit habe ich viele Promis und andere

Leute getroffen. Filme sind mein Metier. Sätze wie

„Bitte schauen Sie nicht in die Kamera!“

„Wir räumen hinterher wieder auf.“

gehen mir leicht von der Zunge. Einige meiner Kollegen nennen mich Recorder.

Folgen Sie mir in eine andere Welt. Das Showbusiness,

eine Glitzerwelt, in der man schnell die Realität

verlieren kann. Fernsehen ist Illusion, Unterhaltung,

Information und Boulevard. Die Römer hätten gesagt:

„Brot und Spiele.“

Es ist gefährlich, aber sehr schön.

Herzlich willkommen in meiner Fernsehwelt!!!

……. und dann gibt es Tage, da denke ich, man

hätte diese Paradiesvögel und Anarchos ja auch

einfach in den Urlaub schicken können.

Der Autor

Ludger Bußmann – Wigger wurde 1960 in Olfen im Münsterland geboren. Seit 30 Jahren arbeitet er für das Fernsehen. 1997 stieg er um zum Freelancer (freiberuflicher Kameramann) und kämpft sich seitdem durch unterschiedliche Themen: Kunst, Kultur, Sport, Aktuelles etc.….

WDR, ZDF, DW…… und freie Agenturen sind seine Auftraggeber.

Der Kameramann und Bildberichterstatter lebt mit seiner Familie (Mia, David und Anna) in Recklinghausen und bearbeitet von hier aus frohen Mutes die Fernsehthemen unseres Universums.

Alle Geschichten dieses Buches hat der Autor selbst erlebt und man mag es kaum glauben, keine Fiktion, sondern die Wahrheit!

Meine Frau Mia und meine Kinder

David und Anna.

Analytik, Lektorat, gute Nerven, offene

Ohren und positive Unterstützung!

Vielen Dank

Fernsehgeschichten

Tanzende Maiskolben

Law and Order

Der Zufall, der Boss und Ich

Die weinende Madonna

Die Spannbreite des Mediums TV

Die Gabe Kunst zu verstehen

Das Jahr des Fußballs

Nackt im Park

Volker

Erotische Bilder zum Valentinstag

Irdning- Trainingslager mit Real Madrid

Die Entdeckung des Biotops TV

Oper, Dreh nach Partitur

Im Knast

London

Das Abenteuer am Kofferband

Sport, Sport, Sport!!!

Days like Thunder

Afrika, Afrika

Tiefpunkte

Florida

Tattooed Lady

Große Politiker

Kuba

Magic Fingers

Wissen ist Macht

Wir operieren ja nicht am offenen Herzen

Television Blues

Die Perspektive

Tanzende Maiskolben

In jeder Berufssparte gibt es Ereignisse, auf die man mit Stolz zurückblickt.

Vor meinem inneren Auge sehe ich den motivierten Ingenieur, der ein neues Bauwerk einweiht, das der Menschheit großen Nutzen bringt. Der Chemiker, der ein neues Medikament entwickelt, …….

In meiner Karriere als Kameramann schaue ich gerne auf einen Integrationsfilm und mehrere Musik–Dokus zurück. Es gibt aber auch dunkle, bizarre und unglaubliche Momente im Leben eines Kameramannes, an die man in ruhigen Augenblicken zurückdenkt und immer noch den Kopf schüttelt, weil man das Geschehene nicht wirklich glauben kann.

Vor einigen Jahren war ich mit drei anderen Kollegen von einem großen deutschen Chemie Unternehmen gebucht, um ein internationales Managertreffen zu filmen. Man hatte ein großes Theater gemietet und mehrere hundert Manager aus der ganzen Welt zusammengetrommelt.

Vor Ort erfuhr ich, dass es sich um ein neues Düngemittel handelte, mit dem der Weltmarkt im Handstreich erobert werden sollte. Erstaunt über die Bilanzen dieses Unternehmens und der Düngemittelsparte, da geht´s um Milliarden, wurden Wortbeiträge, Gesprächsrunden und Informationen über das neue Wundermittel verbreitet. Business as usual.

In der Mittagspause stärkten wir uns am Buffet und danach war ein Show Block geplant.

Häufig sind bei solchen Veranstaltungen Pop Bands der Show Act, doch hier und heute war ein zehnminütiges Ballett angesagt.

Eine, extra aus der Schweiz angereiste, Choreografin gab uns ein kurzes Briefing, Größe des Ensembles usw…..

Alles klar, wir gingen zu unseren Kameras und warteten auf den Beginn des Balletts. Ich wusste nicht was auf mich zukam, Schwanensee oder modernes Ballett?

Musik erklang, der Vorhang öffnete sich und dann passierte es, eine Tänzerin im Maiskolben Kostüm tanzte sich in die Bühnenmitte. Im Hintergrund bewegten sich dezent einige andere Maiskolbentänzer im Wind der Melodie und des Feldes, auf dem sie wuchsen. Doch irgendetwas stimmte nicht mit unserer Hauptdarstellerin, sie bewegte sich asynchron und zappelte ein wenig.

„Oh, mir geht es nicht gut, was ist nur mit mir los?, ich fühle mich schwach!“

Ich traute meinen Augen nicht, ein kolossaler, starker und gesunder Maiskolbentänzer erstürmte die Bühne, legte ein paar Pirouetten hin und überzeugte das sichtlich glückliche Düngemittelpublikum und natürlich das kranke Maiskolben Mädel mit dem Spruch des Tages.

„Wenn du krank bist, da habe ich genau das Richtige für dich!

Das neue XYC macht dich gesund und stark!!!“

Unter tosendem Beifall der XYC Manager trank die kranke Pflanze einen Schluck des Gesundheitscocktails und wurde gesund.

Mir wurde schwindlig, war das eine Nummer der versteckten Kamera? Mir fehlten die Worte. Ich hatte Ballett immer den ernsten, bildenden Künsten zugeordnet. Mein kulturelles Ballettverständnis bröckelte in sich zusammen. Ich drehte mich zu meinen Kamerakollegen um und sah Achselzucken, Lachen und Augenverdrehen.

Sobald unser genesenes Maiskolbenmädel XYC genommen hatte, war sie ihrer neu entdeckten Liebe, wen wunderts, natürlich unserem potenten Maiskolbentänzer in den Arm gefallen und die beiden tanzten einen wunderschönen Part des Deux.

Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt und unter frenetischem Beifall schloss sich der Vorhang.

Da hätte man uns vorwarnen müssen, finde ich! Auch Kameramänner und Kamerafrauen sind sensible Wesen und können sehr wohl den Unterschied zwischen Kunst und Klamauk erkennen. Die Tänzer und Choreografin verbeugten sich mit glücklichen Gesichtern, dann war der Spuk vorbei.

Kunst ist vielschichtig, aber diese Nummer hatte mich richtig umgehauen, ich war sprachlos, was selten vorkommt. Tanzende Maiskolben, klar wir waren auf einer Düngemittel Veranstaltung, aber mit Drama, Happy End und glücklichen Managern, die heute den Zugang zur Kunst gefunden hatten.

Das war ein bisschen viel für meine zarte Seele. Ich denke aber ab und zu gerne mit einem Schmunzeln an diese unglaubliche Performance zurück!!!

Law and Order

In den 90er Jahren regierte ein sehr populärer Staatsbeamter den Regierungsbezirk Köln: Franz Josef Antwerpes. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Sicherheit im Straßenverkehr zu ordnen.

Ungewöhnlich für einen hohen Staatsdiener war er sich nicht zu schade, früh morgens, selber die Polizeikelle in die Hand zu nehmen und Alkohol und Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen.

Das bedeutete für den Bürger nach einer lustigen Geburtstagsfeier oder nach einer feucht fröhlichen Karnevalssitzung, am nächsten Morgen dem Sheriff persönlich erklären zu müssen, dass man einen Fehler gemacht hatte. Gerne hatte er bei diesen Unternehmungen die Presse dabei.

Man sagte ihm eine gewisse Selbstverliebtheit nach, er eckte schon mal an, was ihn aber nicht störte. Häufig und gerne sah man ihn in Talkshows über Recht und Ordnung reden. Er polarisierte landauf und landab. Die einen mochten ihn, die anderen nicht. Nichtsdestotrotz, er war ein Typ!

Auch für schräge Beamte läuft die Zeit und 1999 wurde der Sheriff von Köln, so wurde er im Volksmund genannt, pensioniert. Zum Abschluss seiner Dienstzeit hatte ein Comiczeichner einen Comic mit den Abenteuern des Sheriffs auf den Markt gebracht.

Ich wurde mit Redakteur und Tontechniker nach Köln geschickt, um ein letztes Interview vor der Pensionierung mit dem Regierungspräsidenten zu drehen. Schön wäre es, wenn er seinen eigenen Comic vor laufender Kamera lesen würde, wünschte sich die Redaktion. Ich war sportlich gefordert, einen Comicbeitrag zu erstellen.

Freundlich begrüßte uns der Staatsdiener in seinem Büro. Wir drehten zuerst das Interview, in dem er seine Dienstzeit resümierte und über Zukunftspläne sprach. Auf seinem Schreibtisch lag der Comic und nach dem Interview fragte ich ihn, ob er mal seinen Comic anschauen würde?

„Nein, das mache ich nicht!“; sagte er mit knarziger Stimme.

Ich drehte ein paar Bilder, wie er am Schreibtisch arbeitete und versuchte es noch einmal. Es wäre doch schön für den Zuschauer,wenn er in dem Comic lesen würde, oder so ähnlich, versuchte ich es.

„Nein, mache ich nicht!“

Ein Versuch war es wert. Wir packten unser Equipment zusammen und ich sagte ihm, dass ich es mindestens versuchen müsste, ihn zu überzeugen, das wäre ja schließlich mein Job.

„Sie, junger Mann, Sie können überall arbeiten!“

Ich empfand es als Kompliment. Nicht viele versuchten bei diesem sperrigen Zeitgenossen einen zweiten Versuch, ich startete sogar noch einen zaghaften dritten Versuch. Beim Verlassen des Büros deutete ich an, dass es ja Menschen gäbe, die ihre Meinungen ändern würden und es noch nicht zu spät wäre, für ein schönes Comiclesebild.

„Raus “!!!

Wir verabschiedeten uns vom Sheriff und fuhren zurück in die Redaktion.

Zwischen Wunsch und Realität bei Dreharbeiten liegen manchmal Welten. Ich bin sonst nie so hartnäckig und akzeptiere immer ein Nein beim ersten Mal, doch dieser harte Knochen hatte mich irgendwie gereizt. Tagessieger war aber klar und deutlich der Sheriff von Köln.

Der Zufall, der Boss und Ich

Lusches, wir müssen auf Kreuzfahrt gehen. Vier mal acht Minuten für ein Magazin des ZDF!“ Acht Drehtage, von New York an der Ostküste der USA entlang nach Orlando, Nassau auf den Bahamas und zurück nach New York. Auf dem Rückweg noch auf einer kleinen Insel ein Barbecue Stop. Tatsächlich besitzen große Reedereien Inseln in der Nähe der Bahamas, um dort anzulegen und ihren Gästen das Bacardi Feeling zu gestalten. Unsere Reederei hieß Royal Caribbean, das Ganze im November und jeweils einen Tag, bei Ankunft und Abflug, in New York frei.

Am Telefon erzählte mir mein Kollege Matthias Hoffmann die Neuigkeiten. Ich konnte die Freude in seiner Stimme hören, auf Kreuzfahrtschiffen fühlt dieser Redakteur sich pudelwohl.

Voila…. das hörte sich alles super an.

Mit Air Berlin flogen wir nach New York und ausgestattet mit einer Einkaufsliste meiner Familie, verbrachte ich den ersten Tag mit Shopping und Sightseeing. Diverse Hard Rock Café T-Shirts, ein Hollister Rollkragen Sweater und, aufgepasst ein Tangle Teezer, das ist eine zusammen klappbare Haarbürste.

Die Kleidungsstücke hatte ich am Times Square besorgt, aber beim Tangle Teezer brauchte ich Hilfe. Ich betrat eine Drogerie im XXL-Format und sofort kam eine nette Verkäuferin auf mich zu. Mein hilfloser Blick oder das enorme Serviceverständnis der Amerikaner kamen mir zu Hilfe. Sie begleitete mich zu einem Regal, voll mit Tangle Teezern, suchte mir einen aus und ich war happy. Das ging alles fix und ich schaute mir den Big Apple an, Ground Zero, Empire State Building und mit der Staten Island Fähre an der Freiheitsstatue vorbei. Die Fähre ist kostenlos, sehr empfehlenswert!!

Ein etwas späteres Mittagessen in Chinatown und einen Cappuccino direkt um die Ecke in Little Italy.

Dann ging es aufs Schiff. 6000 Passagiere plus Crew finden Platz auf diesen riesigen Kreuzfahrtschiffen.

Die unterschiedlichen Bereiche, Brücke, Maschinenraum, Wäschereien, Servicepersonal und Küche werden bildlich dargestellt: Reisende interviewt und Anlegemanöver gefilmt. Das ist viel Arbeit zu unterschiedlichen Tageszeiten.

Morgens Service und Wäscherei, mittags Küche, so ca.10 Minuten vor der Essensausgabe von 3000 frisch zubereiteten Mittagsmenüs in der Schiffsküche, inmitten von 40 Köchen. Da ist was los!

Die Küchenleitung haben oft Deutsche oder Österreicher, die Wäscherei traditionell die Chinesen. Da werden gewaschene Morgenmäntel oder Bettzeug im Sekundentakt millimetergenau zusammengefaltet, unglaublich!

Abends Show Programm und natürlich werden Passagiere auf ihren Landausflügen begleitet. Langeweile kommt da nicht auf.

Zwischendurch macht man mal Pausen und arbeitet alles nach Drehplan ab. Matthias und ich arbeiten schon über 20 Jahre zusammen, das klappt prima.

Einziges Problem auf der Reise war, dass die Barbecue Insel aufgrund zu unruhiger See nicht angesteuert werden konnte. Die Schiffe sind riesig und müssen einen bestimmten Abstand halten. Beiboote werden dann herabgelassen und die Passagiere zur Insel getendert. Zu hoher Wellengang verhinderte das.

Der Chefkoch, ein Deutscher aus Düsseldorf, äußerte sich enttäuscht im Interview. Das Zubehör für das Barbecue war in Kisten verpackt und stand zum Transport auf die Insel bereit, daraus wurde nichts und die Gäste verbrachten einen Seetag auf dem Sonnendeck. Nicht schön an der ganzen Sache, uns fehlte der Bacardi-Feeling Part, ein wichtiger Bestandteil der Reportage. Doch Glück gehört dazu.

Wir trafen die 1. Offizierin des Schiffes und nach zwei Sätzen auf Englisch sagte sie uns, dass sie Deutsche sei aus Herne.

Prima, in Windeseile wurde sie überzeugt, uns vor laufender Kamera ihr Schiff zu zeigen und ihren Arbeitsplatz auf der Brücke.