Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Es gibt viele gute Anleger-Ratgeber mit wertvollen Tipps zur Geldanlage, aber keiner sagt so richtig, wie es handwerklich gemacht wird. Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefe? Wie kaufe ich Aktien oder Anleihen? Was verbirgt sich hinter DAX und Dow Jones? Wie rechne ich eine Rendite aus? Und wie ist es möglich, auch bei sinkenden Kursen Gewinne zu erzielen?
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 102
Veröffentlichungsjahr: 2015
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Dieter Fritsche
Der kleine Anleger
Wie man Geld arbeiten lässt
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
1 Grundausstattung
2 Girokonto
3 Kreditkarte
4 Tagesgeld
5 Sparbriefe
6 Festgeld
7 Sparpläne
8 Darlehen
9 Aktien
10 Anleihen
11 Fonds
12 Zertifikate
13 Optionen
Zum Schluss
Impressum neobooks
„Lieber eine Stunde über Geld nachdenken als eine Stunde arbeiten“. Ich weiß nicht mehr wann und von wem ich diesen Spruch mal gehört habe. Klingt gut, doch wie soll das funktionieren? Es gibt viele gute Anleger-Ratgeber mit wertvollen Tipps zur Geldanlage, aber keiner sagt so richtig, wie es handwerklich gemacht wird oder hilft bei Fragen wie diesen:
Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen? Wie kaufe ich Aktien oder Anleihen? Was verbirgt sich hinter DAX und Dow Jones? Wie rechne ich eine Rendite aus? Und wie ist es möglich, auch bei sinkenden Kursen Gewinne zu erzielen?
Fragen, die sich stellen, sobald man beginnt, sich über das Anlegen seines Geldes Gedanken zu machen. „Der kleine Anleger“ liefert in kompakter und auf leicht verständliche Weise Antworten und praktische Tipps zu diesen und vielen weiteren Fragen.
Wie schafft man es nun, dass Geld für einen arbeitet?
Sicherlich nicht, indem man sein Erspartes auf einem Bankkonto vor sich hingammeln lässt. Trotz minimaler Zinsen horten die Deutschen nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) zurzeit so viel Geld wie noch nie auf ihren Sparbüchern, Giro- oder Tagesgeldkonten. Geld, mit dem man einiges anstellen kann. Doch wie stellt man's an?
Die Idee zum Buch ist aus meiner eigenen, jahrelangen Anlegerpraxis mit Finanzprodukten entstanden, deren Funktionsweisen leicht nachvollziehbar und einfach zu verstehen sind. Es ist daher ausdrücklich nicht für Anleger gedacht, die mit komplexen Produkten arbeiten und am Markt „zocken“ wollen. Vielmehr möchte ich den Leser Schritt für Schritt und mit leicht verständlichen Beispielen an die Materie heranführen, so dass er sich danach auf eigene Faust in komplexere Produkte einarbeiten kann.
Ich werde in diesem Buch keine Banken empfehlen oder Hinweise zu speziellen Links im Internet nennen. Bei unserer ständig sich ändernden Welt könnte das morgen schon wieder anders sein. Aus dem gleichen Grund wird es auch keine spezifischen Anlegertipps geben.
Mein Ziel ist es vielmehr, den Leser mit den Funktionsweisen verschiedener Finanzprodukte vertraut zu machen, so dass er sich seine eigene Meinung bilden und Schritt für Schritt eine ganz persönliche Strategie entwickeln kann.
Das Buch gibt hierfür einen Überblick über einfache Anlageformen und liefert nützliche Tipps, wie man die für sich passenden Produkte finden und untereinander vergleichen kann. Zudem klärt es Begriffe und beschreibt anhand einfacher Rechenbeispiele, wie sich Anlageprodukte und deren Rendite berechnen lassen. Weiter gibt es viele praktische Hinweise, wie man mit Hilfe einfacher Tabellen stets den Überblick über seine Finanzen behält.
Vielen Dank an Sigrid, Simone, Holger und Felix für die wertvollen Anregungen und das Korrekturlesen.
In Ergänzung zum Buch stelle ich eine Datei mit Tabellenkalkulationsblättern zur Verfügung, mit denen man die vorgestellten Beispiele nachvollziehen und für die behandelten Produkte verschiedene Fälle durchspielen kann. Auch sind sie gut geeignet zum Experimentieren mit eigenen Werten.
Man gelangt zu ihnen über die Internet-Seite
http://DerKleineAnleger.tumblr.com/
Von dort aus führt ein Link zur Datei mit den Kalkulationsblättern. Sie kann heruntergeladen und gerne danach individuell angepasst oder erweitert werden. Ein Schreibschutz ist gesetzt, aber ohne Passwort. Die Eingabefelder sind in der Regel grün unterlegt.
Zunächst braucht ein Anleger eine gute Basis - das sind Online- oder Direkt-Banken. Such Dir Deinem Anlegerverhalten entsprechend solche aus, die
anbieten, was Du brauchst und
wenig oder gar keine Gebühren verlangen.
Scheue Dich nicht, Konten bei mehreren Banken zu haben. Manche bieten gute Bedingungen für Girokonto oder Tagesgeld, andere für Depotleistungen an. Such Dir für jeden Zweck die aus, die am besten passt. Eine kostenlose Kreditkarte ist auch willkommen – es muss ja nicht immer die AMEX-Gold sein.
Sein Geld auf mehrere Banken zu verteilen ist sinnvoll, da im Falle eines Crashs pro Bank Einlagen nur bis zu einer bestimmten Größe durch so genannte Einlagensicherungsfonds abgesichert sind.
Achte auf jeden Fall auf die Bonität der Bank, der Du Dein Geld anvertraust. Oft haben die großen Banken Online-Ableger. Wenn Du den Namen nicht kennst, finde im Internet heraus, wer sich hinter ihm verbirgt.
Die Eröffnung eines neuen Bankkontos ist heute leicht per Internet möglich. Nachdem Du Deine persönlichen Daten eingegeben hast, gehst Du mit dem POSTIDENT Ausdruck und Deinem Personalausweis zur Post und lässt die Identifizierung machen. Nach ein paar Tagen ist das Konto betriebsbereit.
Überweisungen von einem auf ein anderes Konto sind ebenfalls einfach und schnell.
Lege in Deinem Internet-Browser Links an, die
Dich schnell zum online Login Deiner Banken führen,
jederzeit die wichtigsten Aktienindizes (DAX, Dow Jones), Währungen, Zinsen zeigen,
Überblick und Vergleiche über Produkte (Tagesgeld, Festgeld, Aktien, Anleihen, Zertifikate, etc.) geben
Nutze den Freibetrag - auch Sparerpauschbetrag genannt - der Dir vom Finanzamt zugestanden wird und verteile ihn auf Deine Banken. Damit zieht Dir die Bank nicht von jedem Gewinn gleich
25% Abgeltungssteuer
Solidaritätszuschlag (5,5% von der Abgeltungssteuer)
Kirchensteuer (je nach Bundesland 8% oder 9% von der Abgeltungssteuer)
ab. Verteile ihn nur auf die Banken, bei denen Du Gewinne erwartest, nicht auf die, bei denen Du nur ein Girokonto hast. Die Banken bieten Online-Formulare an, mit denen Du den Freibetrag pro Bank festlegen kannst. Achte darauf, dass die Summe über alle Banken den Gesamtfreibetrag nicht überschreitet.
Bei einzeln steuerlich Veranlagten liegt der Freibetrag 2016 bei 801 Euro, bei Zusammenveranlagung beträgt er 1.602 Euro.
Um den Freibetrag optimal zu verteilen, lege Dir eine Tabelle an, in der Du zunächst für jede Bank abschätzt, wie hoch Deine Zinseinnahmen im Jahr sein werden. Nimm dazu das durchschnittliche Guthaben, das auf jeder Bank ist und multipliziere es mit dem erwarteten Zinssatz. Damit hast Du ein ungefähres Bild, wie sich die Zinsen verteilen. Dann musst Du nur noch den Freibetrag bei jeder Bank entsprechend anpassen. Mach diese Rechnung jedes Jahr neu.
Beispiel, wie ein Single die 801 EUR verteilen könnte:
Von den 543 EUR Zinsen werden Steuern nur aus 88 EUR berechnet. Das wären dann
Ohne die eingerichteten Freibeträge würden Dir die Banken rund 150 EUR abziehen. Rechne es nach. Du kannst dazu die im Vorwort erwähntenTabellenkalkulationen verwenden.
Bei Bank D hast Du vergessen, einen Freibetrag einzurichten, bei anderen hast Du zuviel. Hättest Du 100 EUR weniger bei Bank B und 100 EUR mehr nach Bank D verteilt, würden gar keine Steuern abgezogen. Also immer wieder nachkontrollieren und anpassen. Der Aufwand lohnt sich.
Aber keine Sorge: Wenn Du das mit dem Freibetrag nicht machst, kannst Du ihn bei der nächsten Steuererklärung anwenden und damit die von der Bank zu viel abgeführte Steuer zurückholen.
Wenn Du Dich ein bisschen mit Tabellenkalkulation auskennst, lege Dir eine Tabelle an, in der Du genau sehen kannst, was Du jeden Monat an Ausgaben hast. Mach das für jede Deiner Banken, dann weißt Du genau, welchen Betrag Du auf Deinem Konto bereitstellen musst, damit Du bei den Abbuchungen nicht in’s Minus gerätst.
Eventuell kannst Du die Ausgaben noch aufspalten in Abbuchungen
-zur Monatsmitte und
-zum Monatsende.
Trage jede neue Rechnung, die Du bezahlen musst ein und nimm auch sonstige Ausgaben mit Durchschnittswerten in die Tabelle auf.
Wenn Du dann Deine Einnahmen gegenüberstellst, siehst Du, wie viel Du in jedem Monat noch übrig hast – zum Leben und zum Anlegen.
Sinnvoll ist auch eine Vermögensübersicht, wo Du auf einer Seite Dein Guthaben (Konten und Depots, Bargeld, auch Devisen zum aktuellen Kurs umgerechnet, Kapitalversicherungen) und Besitztümer (eigenes Häuschen mit Grundstück, Auto, Paddelboot, usw.) und auf der anderen Deine Darlehens- und noch nicht bezahlten Kreditkartenschulden auflistest.
Sei dabei realistisch und bewerte alles, was nicht Bargeld oder Guthaben auf Konten ist, mit dem Preis, was Du zum Zeitpunkt der „Vermögensaufstellung“ bekommen würdest. Dein Auto, das Du vor 5 Jahren für 30.000 EUR gekauft hast, ist heute vielleicht nur noch 15.000 EUR wert. Das Depot bewertest Du mit den aktuellen Kursen Deiner Wertpapiere im Depot, das Haus mit dem Verkehrswert. Bei Versicherungen setzt Du den Rückkaufwert ein - den Wert, den Du bei Auflösung bekommen würdest.
Wenn Du das öfters oder zumindest am Jahresende machst, siehst Du, wenn Du beide Seiten saldierst, wie gut Du beim Anlegen bist. Das macht zwar ein bisschen Arbeit, aber der Aufwand lohnt sich.
Jetzt kann es losgehen.
Ein Girokonto braucht man, um seine monatlichen Zahlungen abzuwickeln. Es soll auch vorkommen, dass manchmal Gutschriften den Weg dorthin finden.
Also ein Girokonto – natürlich mit Online-Zugriff - ist auf jeden Fall nötig, soll aber nichts kosten. Such Dir eines aus, das gebührenfrei (Kontoführung, Überweisungen, Bargeldabhebungen landes- und europaweit) ist.
Informiere Dich, an welchen Bankautomaten Deine Bank keine Gebühren für Barabhebungen berechnet. Bargeldbezug kann teuer werden, wenn Du an Automaten abhebst, die nicht zu Deiner Bank gehören. Also lieber ein paar Meter weit laufen und einen suchen, der keine Gebühren abnimmt.
Viele Banken gehen Kooperationen mit Partnerbanken ein und ihre Kunden können an allen Automaten eines solchen Netzes gebührenfrei Bargeld beziehen.
Um die Bank brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, die kommt schon an ihren Profit. Achte aber auf die Bonität der Bank. Es soll zwar nicht vorkommen, dass eine Bank pleite geht, aber heutzutage kann man nie wissen.
Lass Dich nicht von Neukundenangeboten beeindrucken, die Dir sogar ein paar EUR zahlen, wenn Du zur Bank wechselst. Prüfe genau, ob die zugesagten Konditionen wie Gebührenfreiheit nicht nach einer bestimmten Zeit wegfallen werden.
Manche Banken verlangen einen monatlichen Mindestzahlungseingang, wenn das Konto gebührenfrei sein soll. Wenn Du z. B. Dein Gehalt monatlich auf dieses Girokonto überweisen lässt, ist das gewährleistet.
Wenn Dein bisheriges Girokonto Kosten verursacht, prüfe erst einmal, ob Du diese vielleicht mit ein paar kleinen „Verhaltensänderungen“ vermeiden kannst. Anstatt Überweisungen von Hand auszufüllen und sie dann beim persönlichen Bankberater abzugeben, nutze online-Banking oder Bankautomaten, bei denen Du die Überweisung kostenlos eingeben kannst.
Anstatt Dir die Kontoauszüge per Post zusenden zu lassen, mach einen Spaziergang zum Bankautomaten und drucke sie selbst aus.
Falls das alles nicht zu einer Kostenersparnis führt, wechsle zu einer anderen Bank, die ein gebührenfreies Girokonto anbietet. Bevor Du das machst, nimm die Kontoauszüge der vergangenen 12 Monate und stelle daraus eine Liste aller Namen und Adressen zusammen,
-die Geld auf Dein bisheriges Konto überwiesen haben (Arbeitgeber, Lottogewinne, usw.) und
-die Geld von Deinem Konto über das Lastschriftverfahren abbuchen (z. B. Miete, Strom, Darlehensrate).
Diese musst Du über den Kontowechsel informieren. Daueraufträge, die Du selbst eingestellt hast, werden normalerweise von der neuen Bank übernommen. Falls nicht, musst Du sie im neuen Konto einrichten.
Prüfe auch, ob Du das alte Konto als Bankverbindung bei online-Anbietern hinterlegt hast. Diese Einträge musst Du auch umstellen.
Eine Kreditkarte kann kostspielig werden, wenn man eine mit hohen Gebühren hat. Es gibt aber Banken, die eine Kreditkarte kostenlos dazu geben, wenn Du bei ihnen ein neues Girokonto eröffnest.
Aber prüfe die Bedingungen genau. Manche Karten, die angeboten werden, sind so konstruiert, dass sie schon nach wenigen Tagen den Betrag, der beim Kreditkartenkauf belastet wurde, wieder vom Girokonto abbuchen. Da reicht eine EC-Karte vollkommen aus. Andererseits kann man bei manchen Banken mit der Kreditkarte kostenlos Geld an fremden Geldautomaten abheben. Also die Bedingungen genau durchlesen.
Informiere Dich genau, welche Gebühren anfallen, wenn Du die Kreditkarte im Ausland nutzt, sowohl zu Barabhebungen als auch zu Käufen.
Wird die Rechnung nur einmal pro Monat gestellt und Du hast auch noch ein paar Wochen Zeit, sie zu begleichen, gewährt Dir das Kreditkartenunternehmen quasi einen kostenlosen Kredit für Deinen Einkauf; und zwar vom Kauftag bis zu dem Tag, an dem die monatliche Rechnung beglichen werden muss. Das hat doch einen gewissen Reiz.
