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»Der kleine Johnson« ist der erfolgreichste Weinführer der Welt mit mehr als 12 Millionen verkauften Exemplaren. Seit über 40 Jahren informiert er knapp, präzise und aktuell alle Kenner und Genießer über die besten Winzer und ihre Weine aus aller Welt. So bespricht »Der kleine Johnson« auch in der Ausgabe 2023 rund 6.000 Weine und die besten Jahrgänge. Ob für den Restaurantbesuch oder den Weinkauf: hier erfährt man, welche Flasche sich heute zum Genießen eignet und welche man lieber einlagern sollte. Dabei werden einsteigerfreundlich die wichtigsten Begriffe der Weinwelt erklärt und die richtige Abstimmung zwischen Essen und der passenden Weinsorte für das perfekte Geschmackserlebnis beschrieben. »Der kleine Johnson« ist der ideale Begleiter für jeden Weinliebhaber. Die neueste Ausgabe enthält im Anhang das Spezial: Wie Weine reifen (und warum).
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 1073
Veröffentlichungsjahr: 2022
Zum richtigen Gebrauch
Zur Ausgabe 2023
Der Jahrgang 2021
Zehn Weine für 2023
Rebsorten
Wein und Speisen
Technische Weinsprache
Die richtige Temperatur
Übersichtstabelle der Weinjahrgänge
Frankreich
Die Châteaux von Bordeaux
Italien
Deutschland
Luxemburg
Belgien
Spanien
Portugal
Schweiz
Österreich
England
Mittel- und Südosteuropa
Ungarn • Bulgarien • Slowenien • Kroatien • Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien • Tschechische Republik • Slowakische Republik • Rumänien • Malta
Griechenland
Östlicher Mittelmeerraum und Nordafrika
Zypern • Israel • Libanon • Türkei • Nordafrika
Asien, Schwarzes Meer und Kaukasus
China • Indien • Japan • Armenien • Georgien • Moldawien • Russland • Ukraine
Vereinigte Staaten
Arizona • Colorado • Georgia • Idaho • Kalifornien • Michigan • Missouri • New Jersey • New Mexico • New York • North Carolina • Ohio • Oregon • Pennsylvania • Texas • Virginia • Washington
Kanada
Ontario • British Columbia • Nova Scotia
Südamerika
Chile • Argentinien • Brasilien • Uruguay • Bolivien • Peru
Australien
Neuseeland
Südafrika
Die Mitwirkenden
Spezial: Wie Weine reifen (und warum)
Bei den meisten Stichwörtern besteht die erste Zeile aus folgenden Kurzinformationen:
Wein- oder Erzeugername
Herkunftsregion im betreffenden Land (eine Liste der verwendeten Abkürzungen steht jeweils am Anfang des Kapitels)
Allgemeiner Qualitätsstand – eine zwangsläufig eher grobe Einstufung. Wir bemühen uns um Objektivität, aber keine Bewertung kann jemals völlig objektiv ein
★
einfache Qualität für jeden Tag
★★
überdurchschnittlich
★★★
bekannt, berühmt
★★★★
erstklassig, anspruchsvoll, teuer
★ usw.
farbige Sterne erhalten Weine, die nach unserer Erfahrung in der jeweiligen Preisklasse besonders gut sind; das gilt für gute Alltagsweine ebenso wie für Luxuskreszenzen
Der Jahrgang: Angegeben sind die empfehlenswerten neueren Jahrgänge, zusammen mit einer Einschätzung, ob sie bereits trinkreif sind (Ziffer in fetter Schrift) oder ob sie sich bei weiterer Lagerung noch entfalten (normale Schrift). Bitte beachten Sie aber, dass die Entwicklung eines Weins vielen Faktoren unterliegt und auch anders verlaufen kann als erwartet. Sind sowohl rote als auch weiße Weine angegeben, so ist der Rotwein gemeint, wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt.
17 usw.
allgemein erhältliche, empfohlene Jahrgänge, die sich für weitere Lagerung eignen
16’ usw.
der Apostroph kennzeichnet einen nach Angaben der jeweiligen Erzeuger besonders gut ausgefallenen Jahrgang
18 usw.
genussreifer Jahrgang
15 usw.
2023 bevorzugt zu genießender Jahrgang
(21) usw.
vorläufige Bewertung
Deutsche Weinjahrgänge werden nach einem anderen System geführt.
Näheres.
Weinfarben und -stile werden wie folgt abgekürzt:
r
rot
rs
rosé
w
weiß
tr
trocken
s
süß
BV
baldiger Verbrauch, d. h. möglichst jung zu trinken
oJ
ohne Jahrgangsangabe auf dem Etikett. Bei Champagner einen einheitlichen Geschmack garantierenden Verschnitt mehrerer Jahrgänge
Länderspezifische Abkürzungen befinden sich am Anfang des jeweiligen Kapitels.
Erzeuger- oder Weinnamen in Farbe kennzeichnen die persönlichen Favoriten von Margaret Rand und/oder den jeweiligen Fachleuten, die am betreffenden Kapitel mitgewirkt haben.
KAPITÄLCHEN verweisen auf andere Einträge im selben Kapitel sowie auf Rebsorten, die im Kapitel »Rebsorten« auf S. 11–23 aufgelistet sind.
Die Weinstile ändern sich. Das ist keine Katastrophenmeldung, lediglich eine Tatsache. Wein schmeckt nicht mehr so wie früher.
Ist das gut oder schlecht? Auf jeden Fall sind die Weine reifer. Neue Weintrinker, die roten Bordeaux oder Burgunder ohne vorgefasste Meinung probieren, ziehen diesen neuen, opulenten Stil womöglich vor. Erfahrenere Konsumenten vermissen vielleicht eine gewisse Spannung. Aber so ist es nun mal. Gute Winzer passen sich an. Früher haben sie sich beim Weinbau bemüht, ihre Trauben zu maximaler Reife zu bringen, heute ist das fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Die nächste Stufe – zuweilen sogar schon die aktuelle – ist dann Überreife: zu viel Opulenz, zu wenig Säure. Deshalb konzentrieren sich die Winzer jetzt auf mehr Säure, also auf Frische, oder sie versuchen, die Reifeperiode zu verlängern. Das kann funktionieren, zumindest eine Zeit lang. In Zukunft werden die großen Weine vielleicht nicht mehr – wie seit Menschengedenken – die reifsten Jahrgänge sein, und vielleicht werden die besten Terroirs auch nicht mehr diejenigen sein, die am zuverlässigsten reife Trauben liefern. Bei der Traubenreife kann es auch des Guten zu viel geben. Unterschiedliche Terroirs kommen bereits zu ihrem Recht.
Frankreich ist unser erstes (und längstes) Kapitel, darum nun die guten Nachrichten: Chenin blanc von der Loire, der als junger Wein lange eine Herausforderung darstellte, ist in seiner Komfortzone angekommen und glänzt mit Reife, Säure und Ausgewogenheit. Wie lange wird das so bleiben? Ein Jahrzehnt, schätzen manche, sollte sich die Welt weiterhin aufheizen.
Burgunder von der Côte d’Or schmeckt in den meisten Jahren inzwischen deutlich opulenter als früher. St-Émilion erinnet einen mit seinen blumigen und balsamischen Noten manchmal an die toskanische Maremma. Barolo ist zugänglicher als jemals zuvor, teilweise aufgrund eines besseren Umgangs mit dem Tannin, aber auch, weil die Tannine reifer sind. Deutscher Riesling? Wer klassische schlanke Kabinette erzeugen möchte, hat nun ein Problem, aber die trockenen Weine sind besser denn je. Jahrgangsloser (Non-Vintage-) Champagner, der Jahr für Jahr auf Einheitlichkeit getrimmt wird, weicht nach und nach Exemplaren, die den Wandel deutlicher aufzeigen und bei denen das Auf und Ab der Stile eher als Tugend propagiert wird, als dass man es im Verschnitt verstecken würde. Englische Weine sind in der Form ihres Lebens – ausgenommen im frostigen, regnerischen Jahr 2021.
Höhere Reifegrade wirken sich darauf aus, wann wir den Wein trinken und wie lange wir ihn einkellern. Die offensichtlichste Änderung ist: Wein muss nicht mehr so lange lagern. Die 2018er aus St-Émilion – nicht die allerersten Grands crus Classés, sicher aber die guten Grands crus – waren oft schon nach drei Jahren trinkreif. Die 2017er Crus classés vom linken Ufer allerdings, vier Jahre alt, waren geschmeidig, aber verschlossen. Im diesjährigen Spezial im Anhang untersuchen wir das Wie und Warum der Reifung von Weinen – und ob wir überhaupt noch so sehr darauf achten sollten wie bisher. Über das ganze Buch verstreut finden Sie Kästen über »neue feine Weine«. Darin listen die jeweiligen Autoren ihre Auswahl hervorragender Weine auf, die mit der Tradition brechen, aber aus guten Gründen Ihre Aufmerksamkeit verdienen.
Den Begriff der »New Fine Wines« hat der Sommelier Raj Parr aufgebracht. Dazu gehören Gebiete außerhalb der klassischen Regionen, autochthone Rebsorten, die wir erst vor einigen Jahren kennengelernt haben, unkonventionelle Weinbereitungstechniken und minimale Eingriffe im Keller – alles Dinge, die dem Ideal der hochglanzpolierten, absoluten Perfektion entgegenstehen, einer Perfektion, der Weine der höchsten Preisklasse auf dem internationalen Markt inzwischen entsprechen müssen.
Die meisten von uns wollen jedoch keine Weine der höchsten Preisklasse kaufen (und könnten sich das auch gar nicht leisten). Wegzukommen vom internationalen Einheitsstil hat uns eine neue Welt eröffnet. Grandiose Weine – originell, subtil, mit Bedacht bereitet – können überall entstehen. Blicken Sie weiter als nur bis zu den klassischen Regionen, dann finden Sie sie.
Allerdings haben diese neuen Weine auch die Verwirrung vervielfacht. Anstatt sich nur ein paar Rebsorten und Weinbaugebiete zu merken, müssen wir jetzt noch mehr auf die Namen der Erzeuger achten, und sich ein wenig mit den verschiedenen Weinbereitungstechniken auszukennen, hilft bei der Einordnung, welche Stile uns wahrscheinlich zusagen und welche nicht. Es gibt Fallstricke: Nicht alle Weinmacher sind brillant, und »minimalinvasiv«, also mit so wenigen Eingriffen wie möglich zu produzieren, heißt nicht zwangläufig, dass dabei auch gute Weine entstehen. Ziel dieses Buches ist es, Sie hier zu unterstützen: mit Hinweisen, mit klaren Definitionen, mit unserer Einschätzung.
Immer mehr konzentrieren wir uns auf Erzeuger statt auf Regionen, denn Erstere sind es unserer Meinung nach, die heute am meisten zählen. Natürlich haben regionale Stile einen Einfluss, aber ob man die besten Weine bekommt oder nur mittelmäßige, liegt am Erzeuger. Dieses Buch möchte Ihnen helfen, das Mittelmaß zu umgehen und stattdessen die interessanten, spannenden, einzigartigen Exemplare zu finden.
Apropos einzigartig: Non-Fungible Tokens (NFT) sind beim Wein angekommen. Aufgetaucht sind sie in Form einer Verkostungsnotiz als Zugabe zu jedem Fass Wein, das bei »Barolo En Primeur« verkauft wurde. Das ist eine neue Wohltätigkeitsauktion, bei der, wie schon der Name verrät, junger Barolo unter den Hammer kommt. Zweifellos wird es zum Zeitpunkt, da dieses Buch erscheint, weitere NFTs geben: Künstleretiketten vielleicht, eine Version des Kleinen Johnson? (Wohl eher nicht.)
Das erinnert uns daran, dass es ungeheuer viele Möglichkeiten gibt, Geld für Wein auszugeben, und dass »Wert« sehr unterschiedlich definiert wird. Die Käufer jener Barolo-Fässer dürften ihr NFT als zusätzlichen Wert verstanden und den Preis gern bezahlt haben; ob sie ihn als »preiswert« empfunden haben, ist eine andere Frage. Dies ist schließlich oft nur ein Synonym für »billig«: Wein, der zum niedrigstmöglichen Preis verscherbelt wird. Eine Käuferin im Supermarkt beschrieb eines ihrer »preiswerten« Schnäppchen mal so: »Na, umbringen wird er uns nicht.«
Wir sind hoffentlich besser als das.
Alles in allem: kein großes Jahr.
Dafür emotional anstrengend. Weite Teile Europas litten unter Frühjahrsfrösten und einem nasskalten Sommer – mehr als nur nass war es in Teilen Deutschlands, bis hin zu den katastrophalen Überschwemmungen an der Ahr. Mehr dazu im Kapitel Deutschland.
Insgesamt war Deutschland aber auch dahingehend eine Ausnahme, als es eine reichere Lese als üblich meldete – in den meisten Ländern Europas erntete man sonst eher wenig, was immerhin half, die Preise hochzuhalten. Das lag vor allem am Frost: Einige Güter in England konnten 2021 überhaupt keinen Wein produzieren. Für diejenigen, die ihre Ernte retten konnten, war der Herbst nervenaufreibend: Als ich Ende Oktober einige Weingüter in Kent besuchte, benötigen sie immer noch zwei Wochen mit gutem Wetter. Der November zeigte sich dann gnädig mild, trotzdem wurde es eine enge Kiste.
Der Sommer in Italien war gar nicht schlecht, aber die Frühjahrsfröste forderten vor allem in Norden ihren Tribut. Die meisten Gebiete verzeichnen Rückgänge von 10–50 %. Immerhin ist die Qualität gut. Sehr glücklich sind sie im Valpolicella, denn ein Jahr ohne Mehltau ist ein gutes Jahr für Amarone. Vom Mehltau befallene Trauben trocknen nicht gut. In der Toskana herrschte im Sommer Dürre, doch die Weine sind ausgewogen und verfügen über eine schöne Farbe. Auch im Piemont war der Sommer trocken; dort scheint sich die Säure ebenso konzentriert zu haben wie die Aromen und alles andere. Kampanien und Sizilien melden ebenfalls beachtliche Qualität, trotz etwas Frost und trotz eines glühend heißen Sommers mit einigen Waldbränden.
Frost gab es auch in der Mitte Spaniens, in Ribera del Duero zusätzlich Hagel: Die Produktion dürfte gering ausfallen, aber zumindest blieb das Land von den klimatischen Extremen verschont, mit denen Frankreich geschlagen war. Die Qualität scheint gut zu sein.
Hagel und Unwetter trafen auch das Douro-Tal in Portugal, und doch war das Jahr nicht so angespannt wie 2020 mit seiner Rekordhitze. »Frische und Eleganz«, so charakterisiert der Technische Direktor von Fladgate Partnership, David Guimaraens, den Port-Jahrgang. Man schätzt, dass ungefähr 10 % der Weinberge in der Region von Hagel betroffen waren, doch wie immer wirkte sich das lokal sehr unterschiedlich aus.
Frankreich aber hat es voll erwischt. Die Loire, Bordeaux, die Champagne, die Provence und die Rhône bekamen im April Frost, und der traf auf Reben, die aufgrund des warmen März schon weit ausgetrieben hatten. In der Champagne waren es die schlimmsten Fröste seit 2003, die damals 43 % der Ernte gekostet hatten. 2021 kamen noch Hagel und Regenmassen dazu, unweigerlich begleitet von Mehltau. Es ist ein Jahr für Chardonnay, der sich in kühlen, nassen Jahren immer besser schlägt als Pinot noir. In den besten Lagen der Côte des Blancs sind sogar sehr gute Weine entstanden; mengenmäßig war aber auch dort nicht viel zu holen. Ein guter Herbst rettete die Loire – zumindest das, was überhaupt noch da war. An der Rhône erzeugte man gute Weißweine; die Roten sind recht leicht ausgefallen und sollten jung getrunken werden. Ähnlich in Burgund: leichte Rote, wahrscheinlich bessere Weiße. Dass man in Bordeaux keinen Hype um den Jahrgang macht, spricht für sich. Es gibt sicher einige gute Weine, aber vor dem Kauf sollten Sie sie verkosten. Die Weißweine hingegen sind klasse: wunderschöne Balance und Konzentration in Pessac-Léognan, in Sauternes jede Menge Edelfäule, vorausgesetzt, es waren nach Frost, Regen und Mehltau noch Trauben übrig.
Dass der Frühling die Erträge so beschnitt, hatte auch sein Gutes, denn in einem Jahr wie diesem hätte sowieso nur eine kleine Ernte reifen können. Für die meisten Rotweinerzeuger war es ein Ritt auf der Rasierklinge – konnten sie es wagen, die Trauben noch ein paar Tage hängen zu lassen, um eine bessere phenolische Reife zu bekommen, oder würde ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen? Hier und da mussten Kompromisse eingegangen werden, was darauf hinauslief, schlechte Beeren mittels dieser superteuren Sortiertische auszulesen. Es war ein Jahr, das einige Eingriffe in der Kellerei nötig machte, einschließlich Chaptalisierung.
Außerhalb Europas ist die Qualität in Neuseeland gut, wenn auch mengenmäßig eher nicht. In Australien spricht man sogar von einem »bumper«, einem klasse Jahr. Reichlich Trauben, reichlich Regen zur rechten Zeit, reichlich angenehme Wärme ohne zu große Hitze: Bessere Bedingungen sind kaum vorstellbar. Glückliche Winzer in Down Under …
So auch in Kalifornien, größtenteils. In Napa und Sonoma war es trocken, was den Ertrag minderte, aber die Aromen konzentrierte. Im Russian River Valley wurde das Wasser rationiert, was einige Winzer zu ungemütlichen Entscheidungen zwang. Doch im August wurde es kühler. Das führte zu einer Verlangsamung der Reife und sorgte für mehr Ausgewogenheit beim Cabernet. Brände waren glücklicherweise nicht so ein Problem wie 2020, als es verbreitet zu Rauchschäden gekommen war.
Auf der anderen Seite des Landes, im Staat New York, war der Sommer feucht und warm mit guten Weiß- und passablen Rotweinen. Die Beeren erreichten eine bemerkenswerte Größe, was den Ertrag steigerte, aber auch das Gegenteil der kalifornischen Extrakonzentration bedeutete. Trauben sind teurer geworden. Wie alles.
In den vergangenen Jahrzehnten vollzog sich allenthalben ein grundlegender Wandel, von dem nur die Weinländer mit der längsten Tradition ausgenommen waren. Mit einem Schlag wurden die Namen einer Handvoll Rebsorten zur geläufigen Bezeichnung für die verschiedenen Weine. In den alten Weinländern dagegen, insbesondere in Frankreich und Italien, haben sich die komplexeren Traditionen gehalten. Dort heißen die renommierten Weine weiterhin mehr oder weniger genau nach ihrem Herkunftsgebiet. Derzeit liegen die beiden Bezeichnungsmöglichkeiten im Wettstreit miteinander.
In jedem Fall spielt die Traubensorte eine wichtige Rolle, und etwas über sie zu wissen kann helfen, neue Geschmacksnuancen zu entdecken und Vergleiche zwischen den Regionen anzustellen. Bei mindestens sieben Sorten – Cabernet Sauvignon, Pinot noir, Riesling, Sauvignon blanc, Chardonnay, Gewürztraminer und Muscat – sind Geschmack und Duft so eindeutig, dass sie zu internationalen Unterscheidungskategorien geworden sind. Dasselbe gilt für Merlot, Malbec, Syrah, Sémillon, Chenin blanc, Pinot blanc, Pinot gris, Silvaner, Viognier, Nebbiolo, Sangiovese, Tempranillo …
Hier nun folgen die besten bzw. beliebtesten Rebsorten.
ANMERKUNG: Alle Verweise auf Rebsorten und deren Synonyme in anderen Kapiteln dieses Buchs beziehen sich auf dieses Kapitel.
Agiorgitiko (Aghiorgitiko) Griechische Sorte; ursprünglich aus der Nemea-Region, heute aber in ganz Griechenland angebaut. Vielseitig, von weich und charmant bis dicht und alterungswürdig. Unbedingt probieren.
Aglianico Süditaliens beste Rotweintraube, aus der u. a. der Taurasi bereitet wird: dunkle, tiefgründige Weine, derzeit sehr in Mode.
Alicante Bouschet Galt früher wenig; ist nun beliebt im Alentejo und in Chile, v. a. von alten Reben.
Aragonez Siehe TEMPRANILLO.
Auxerrois Für Rotwein siehe MALBEC. Die weiße Auxerrois hat einen eigenen Eintrag bei den Trauben für Weißwein.
Băbească neagră Die traditionelle »schwarze Großmuttertraube« aus der Moldau-Region liefert rubinrote Weine mit leichtem Körper.
Babić Rotweinsorte aus Dalmatien, wächst in steinigen Lagen an der Küste bei Šibenik. Enormes Potenzial für hohe Qualität.
Baga Portugiesische Sorte, die Traube von Bairrada. Dunkel, tanninreich, in Mode; braucht aber einen fähigen Winzer.
Barbera Weitverbreitet in Italien, am besten im Piemont. Viel Säure, wenig Tannin, Kirschfrucht. Weine von seriös und alterungswürdig bis halbsüß und perlend. Auch in Kalifornien, Australien und Argentinien.
Blauburger Österreichische Kreuzung von BLAUEM PORTUGIESER mit BLAUFRÄNKISCH. Einfache Weine.
Blauburgunder Siehe PINOT NOIR.
Blauer Portugieser Mitteleuropäische Sorte, v. a. in Deutschland (Rheinhessen, Pfalz, meist für Rosé), Österreich, Ungarn. Leichte, fruchtige Rotweine; jung und leicht gekühlt trinken.
Blaufränkisch (Kékfrankos, Lemberger, Modra Frankinja) Im österreichischen Mittelburgenland weitverbreitet. Mittelschwere Weine mit pfeffriger Säure und frischen Beeren- und Eukalyptusnoten. Kann erstklassig ausfallen; liefert Österreichs Star-Rotweine. Häufig mit CABERNET SAUVIGNON oder ZWEIGELT verschnitten. Heißt in Deutschland (v. a. in Württemberg) Lemberger, in Ungarn Kékfrankos, in Slowenien Modra Frankinja.
Bobal Spanische Sorte; gute Säure, oft rustikal. Am besten in Hochlagen.
Bogazkere Tanninreiche türkische Sorte, liefert körperreiche Weine.
Bonarda Mehrdeutiger Name. Im italienischen Oltrepò Pavese nennt man so die Croatina und erzeugt milden, frischen roten Frizzante und Stillwein aus ihr. In der Lombardei und der Emilia-Romagna ist es ein Synonym für die Uva rara. Wieder anders im Piemont. Bonarda aus Argentinien kann beides sein – oder etwas ganz anderes. Großartig ist keine.
Bouchet Anderer Name für CABERNET FRANC in St-Émilion.
Brunello Anderer Name des SANGIOVESE, großartig in Montalcino.
Cabernet franc Die Bordeaux-Sorte ist in St-Émilion bedeutender als CABERNET SAUVIGNON. Übertrumpft Letzteren auch an der Loire (Chinon, Saumur, Champigny und Roséwein), in Ungarn (Tiefe und Komplexität in Villány und Szekszárd) und oft in Italien. Viele Reben in Nordostitalien, die man für Cabernet franc gehalten hatte, entpuppten sich als CARMENÈRE. Weltweit in Bordeaux-Verschnitten mit Cabernet Sauvignon und MERLOT verwendet.
Cabernet Sauvignon Traube mit Charakter, langsam reifend, würzig, kräuterduftig, gerbstoffreich, Aroma von Schwarzen Johannisbeeren. Die Hauptsorte im Médoc; liefert meist auch die besten kalifornischen, südamerikanischen und osteuropäischen Rotweine. Verträgt sich gut mit SHIRAZ in Australien. Wird nahezu überall angebaut, doch nur an wenigen Orten entsteht wirklich großer reinsortiger Cabernet Sauvignon. Ist in Verschnitten meist besser, z. B. mit MERLOT, CABERNET FRANC, SYRAH, TEMPRANILLO, SANGIOVESE usw. Liefert auch aromatischen Rosé. Spitzenweine brauchen Zeit zum Reifen.
Cannonau Sardische Form der GRENACHE, meist sehr gut und stark.
Carignan (Carignane, Carignano, Cariñena) Weine von alten Reben mit geringem Ertrag sind überall von Südfrankreich über Südafrika bis Chile in Mode. Sehr tiefgründig und lebhaft, doch nur bei nicht zu hohem Ertrag. In Nordafrika, Spanien (als Cariñena) und Kalifornien verbreitet.
Carignano Siehe CARIGNAN.
Cariñena Siehe CARIGNAN.
Carmenère Eine alte Rebsorte aus Bordeaux, jetzt ein Star in Chile (dort »Carminjer« oder auch »Carminaire« ausgesprochen) für volle, tiefe Weine. Wird auch in Bordeaux wieder beachtet.
Castelão Siehe PERIQUITA.
Cencibel Siehe TEMPRANILLO.
Chiavennasca Siehe NEBBIOLO.
Cinsault (oder Cinsaut) Bedeutend in Südfrankreich; sehr gut bei niedrigen Erträgen, sonst Totalausfall. Erbringt guten Rosé. Elternteil von PINOTAGE.
Cornalin du Valais Schweizer Spezialität mit großem Potenzial, v. a. im Wallis.
Corvina Dunkle, würzige Traube, eine der besten im Valpolicella-Verschnitt. Die noch dunklere Corvinone ist eine eigene Rebsorte.
Côt Siehe MALBEC.
Dolcetto Liefert im Piemont relativ leichte Rotweine. Heute groß in Mode.
Dornfelder In Deutschland, Teilen der USA und sogar England angebaute Sorte; erbringt angenehm leichte, einfache, oft rustikale dunkle Weine.
Duras Die nur in Gaillac und Teilen des Tarn-Tals (Südwestfrankreich) vorkommende Sorte liefert pfeffrig-würzige, strukturierte Weine.
Fer Servadou Kommt nur in Südwestfrankreich vor; heißt in Marcillac auch Mansois, in Gaillac Braucol, in St-Mont Pinenc. Duft nach roten Früchten und Gewürzen.
Fetească neagră »Schwarze Mädchentraube«. Die rote Fetească hat das Zeug dazu, Rumäniens Paradestück zu werden. Kann tiefgründige, körperreiche Rotweine mit viel Charakter ergeben.
Frühburgunder Alte deutsche Mutation von Spätburgunder (PINOT NOIR), die man v. a. an der Ahr findet, aber auch in Franken und in Württemberg, wo man sie als Clevner kennt. Nicht so säurereich wie Pinot noir.
Gamay Die Beaujolais-Traube: leichter, duftiger Wein, ist jung am besten, außer in den teilweise sehr guten Beaujolais-Crus (siehe Frankreich), die 2–10 Jahre alt werden können. Wird an der Loire, in Zentralfrankreich, in der Schweiz, in Savoyen und in Kanada angebaut. Kalifornischer Napa Gamay ist in Wirklichkeit Valdiguié (Gros Auxerrois).
Gamza Siehe KADARKA.
Garnacha Siehe GRENACHE.
Garnatxa Siehe GRENACHE.
Graciano Die spanische Sorte zählt zu den traditionellen Rioja-Zutaten. Veilchenaroma, tanninreich, schlanke Struktur, ein bisschen wie PETIT VERDOT. Im Anbau schwierig, doch immer mehr in Mode.
Grenache (Cannonau, Garnatxa, Garnacha) Wichtige blassfarbige, kraftvolle Traube für warme Klimata, extrem beliebt bei terroiristes, da sie den Lagencharakter sehr gut ausdrückt. Kann ausladend (Priorat) oder fein (Gredos) ausfallen, ist aber meist ziemlich alkoholstark. Jetzt weniger Extraktion und nicht mehr so eichenlastig. Haupttraube im Châteauneuf-du-Pape. Wird in Südfrankreich, Spanien und Kalifornien als Rosé und Vin doux naturel vinifiziert. Weine von alten Reben erfreuen sich in South Australia höchster Anerkennung. Oft Bestandteil in Verschnitten. Heißt Cannonau in Sardinien, Garnacha in Spanien, Garnatxa auf Katalanisch. GSM ist die Abkürzung für einen Grenache/Shiraz/Mourvèdre-Verschnitt.
Grignolino Italienische Sorte; liefert im Piemont guten Alltagswein.
Kadarka (Gamza) Erbringt in Osteuropa würzige, leichte Rotweine. Wurde in Ungarn v. a. für Bikavér wiederbelebt.
Kalecik Karasi Türkische Sorte mit Sauerkirschnote, frisch, geschmeidig. Ein bisschen wie GAMAY. Jung trinken.
Kékfrankos Ungarisch für BLAUFRÄNKISCH.
Lagrein Norditalienische Sorte: dunkel, bitter im Abgang, volle Pflaumennote. DOC in Südtirol (siehe Italien).
Lambrusco Ertragreiche Sorte in der unteren Po-Ebene, erbringt lebendigen, lieblichen, perlenden Rotwein, der sehr gut sein kann.
Lefkada Liefert in Zypern bessere Qualität als MAVRO. Wird wegen ihrer aggressiven Tannine meist verschnitten. Heißt in Griechenland Vertzami.
Lemberger Siehe BLAUFRÄNKISCH.
Malbec (Auxerrois, Côt) In Bordeaux in geringem Maß angebaut, in Cahors (als Auxerrois) und besonders in Argentinien verbreitet. Dunkler, dichter, gerbstoffreicher, aber fleischiger Wein mit echtem Qualitätspotenzial. Exemplare von hoch gelegenen Weinbergen in Argentinien sind am besten. So kommt Cahors wieder in Mode.
Maratheftiko Dunkle zyprische Traube mit Qualitätspotenzial.
MarselanCABERNET SAUVIGNON x GRENACHE, 1961 gekreuzt. Schöne Farbe, Struktur, geschmeidige Tannine, altert gut. Erfolgreich in China.
Mataro Siehe MOURVÈDRE.
Mavro Zyperns meistangebaute dunkle Traube, aber nur passable Qualität. Am besten für Rosé geeignet.
Mavrodaphne Griechische Rebsorte, wörtlich »schwarzer Lorbeer«. Gespritete Süßweine von ihr sind eine Spezialität der Region Patras; auch auf Kefallonia anzutreffen. Auch vielversprechende trockene Versionen.
Mavrotragano Nahezu ausgestorbene, nun auf Santorini wiederbelebte erstklassige griechische Traube.
Mavrud Gilt als Bulgariens beste Rebsorte; in Thrakien heimisch und spät reifend. Liefert alterungsfähige dunkle Rotweine mit Pflaumenaroma.
Melnik Bulgarische Traubensorte aus der gleichnamigen Region. Es gibt zwei Melniks: Shiroka (Breitblättrige) Melnik und ihren Abkömmling Early Melnik. Beide liefern dunkle Weine mit angenehm dichtem Sauerkirschcharakter, die gut altern können.
Mencía Schlägt derzeit Wellen im nordspanischen Bierzo. Aromatische Weine mit stahligen Tanninen und viel Säure.
Merlot Die Traube hinter den großen, duftigen, pflaumenwürzigen Weinen von Pomerol und (zusammen mit CABERNET FRANC) von St-Émilion; unabdingbar im Médoc. Merlot ergibt in Kalifornien, Washington, Chile und Australien weiche und starke Weine; leichtere, häufig gute Tropfen kommen aus Norditalien (in der Toskana teils Weltklasse), der italienischen Schweiz, Slowenien, Rumänien, Argentinien, Südafrika, Neuseeland usw. Öfter mau als großartig. Schmeckt grün, wenn sie nicht ganz reif ist.
Meunier Siehe PINOT MEUNIER.
Modra Frankinja Siehe BLAUFRÄNKISCH.
Modri Pinot Siehe PINOT NOIR.
Monastrell Siehe MOURVÈDRE.
Mondeuse Aus Savoyen; dunkle Farbe, gute Säure. Mit SYRAH verwandt.
Montepulciano Die dunkle Rotweintraube ist vorherrschend in den italienischen Abruzzen und bedeutend entlang der Adriaküste von den Marken bis in den Süden Apuliens. Die gleichnamige bekannte toskanische Stadt hat nichts mit der Traube zu tun.
Morellino Synonym für SANGIOVESE in der südtoskanischen Maremma, v. a. Scansano.
Mourvèdre (Mataro, Monastrell) Ein Star in Südfrankreich (z. B. Bandol, beeinflusst zunehmend auch Châteauneuf-du-Pape), Australien (alias Mataro) und Spanien (alias Monastrell). Exzellente dunkle, aromatische, tanninstarke Traube, die sich gut in Verschnitten macht. Kommt auch in South Australia, Kalifornien und Südafrika vor.
Napa Gamay Identisch mit der südfranzösischen Sorte Valdiguié. Nichts, worüber man ins Schwärmen geraten könnte.
Nebbiolo (Spanna, Chiavennasca) Eine der besten roten Trauben Italiens für Barolo, Barbaresco, Gattinara und Valtellina. Intensiv, edle Frucht, volles Bukett. Mit den Tanninen geht man jetzt besser um, doch die Weine gewinnen immer noch durch jahrelanges Altern.
Negoramaro Wörtlich »schwarzer Bitterer«. Apulische Traube mit Zeug entweder zu Qualität oder zu Quantität.
Nerello mascalese Sizilianische Rotweinsorte, v. a. am Ätna. Charaktervoll, die besten Weine sind sehr elegant und fein.
Nero d’Avola Dunkelrote Traube aus Sizilien, deren Qualitätsniveau von großartig bis industrielle Massenerzeugung reicht.
Nielluccio Korsische Sorte; säure- und tanninreich. Gut für Rosé.
Öküzgözü Türkische Sorte, weiche, fruchtige Weine. Oft mit BOĞASKERE verschnitten (ähnlich wie MERLOT mit CABERNET SAUVIGNON in Bordeaux).
País Hat Tradition in Chile und liegt dort auch im Trend; rustikale Weine. Heißt auf den Kanaren Listán Prieto und Mission in Kalifornien.
Pamid Traube für leichten, weichen Alltagsrotwein aus Bulgarien.
Periquita (Castelão) In Portugal verbreitet, insbesondere um Setúbal. Nach der beliebten (eingetragenen) Marke von Fonseca ursprünglich Periquita genannt; der offizielle Name ist aber Castelão. Liefert feste Rotweine mit Himbeeraroma, im Alter entwickeln sich Feigen- und Teernoten.
Petite Sirah Traube für rustikale, tanninreiche dunkle Weine, glänzt in Kalifornien in Verschnitten mit ZINFANDEL. Vorkommen auch in Südamerika, Mexiko und Australien. Hat nichts mit SYRAH zu tun.
Petit Verdot Ausgezeichnete, aber schwierige Traube im Médoc, weltweit in CABERNET-Gebieten angepflanzt, um Duftigkeit beizusteuern. Wird meist verschnitten, es gibt aber auch einige sehr gute sortenreine Weine, v. a. in Virginia.
Pinotage Südafrikanische Kreuzung (PINOT NOIR x CINSAULT). Genoss mal mehr, mal weniger Ansehen, wird bei Spitzenerzeugern aber besser. Auch guter Rosé. »Coffee Pinotage« ist leicht süß, mit Espressonote und hat ein junges Publikum als Zielgruppe.
Pinot Crni Siehe PINOT NOIR.
Pinot Meunier (Schwarzriesling, Meunier) Die dritte Traube der Champagnerproduktion, besser bekannt als Meunier. Großartige Verschnittsorte, kann gelegentlich aber auch reinsortig gut sein. Am besten auf Kreideböden (Damery, Leuvigny, Festigny) bei Épernay.
Pinot noir (Spät- oder Blauburgunder, Modri Pinot, Pinot Crni) Die große Burgundertraube der Côte d’Or. Fein auch im Elsass und in Deutschland. Sehr gut in Österreich, v. a. im Kamptal, im Burgenland und in der Thermenregion. Leichte Weine in Ungarn, durchschnittlich und leicht bis mittelgewichtig in der Schweiz (alias Clevner). Ausgezeichnete Ergebnisse in Sonoma, Carneros und an der Central Coast (Kalifornien), in Oregon, in Ontario, im Yarra Valley und in den Adelaide Hills (Australien), in Tasmanien, im neuseeländischen Central Otago und in Südafrika (Walker Bay). Auch in Chile ein paar sehr hübsche Weine. Neue französische Klone lassen auf Verbesserungen in Rumänien hoffen. In Slowenien liefert sie als Modri Pinot die wohl besten Roten des Landes. Die besten Ergebnisse in Italien kommen aus dem Nordosten, Richtung Süden nimmt die Qualität zunehmend ab. PINOT BLANC und PINOT GRIS sind Mutationen von Pinot noir.
Plavac Mali (Crljenak) Kroatische Rotweintraube, ein Abkömmling von ZINFANDEL, alias PRIMITIVO, Crljenak, Kratosija. Gutes Potenzial für hochklassige und langlebige Weine, kann aber auch ziemlich alkoholstark und stumpf ausfallen.
Primitivo Süditalienische Traube, aus Kroatien stammend, die ausladende, rustikale Weine ergibt. Der Name bedeutet nicht »primitiv«, sondern »früh reifend«. Jetzt in Mode, da Primitivo genetisch identisch ist mit ZINFANDEL – ursprünglich hießen die beiden Sorten wohl Tribidag.
Refosco (Refošk) Etliche italienische DOCs, v. a. in den Colli Orientali. Ergibt tiefe, hocharomatische, lagerfähige Weine, v. a. in wärmerem Klima. Dunkel, säurereich. Die Refošk in Slowenien und weiter östlich ist genetisch nicht identisch, schmeckt aber ähnlich. Auf Kalkstein-Karst in Slowenien läuft sie unter der geschützen Ursprungsbezeichnung Teran, was ansonsten eine Traubensorte ist. Alles klar?
Refošk Siehe REFOSCO.
Rubin Bulgarische Kreuzung (NEBBIOLO x SYRAH), pfeffrig und körperreich.
Sagrantino Italienische Sorte mit Hauptvorkommen in Umbrien; liefert kräftige Weine mit Kirschnote.
Sangiovese (Brunello, Morellino, Sangioveto) Die wichtigste Rotweintraube der Toskana und Mittelitaliens. Mit ihrer charakteristischen Adstringenz ist nicht leicht umzugehen, doch wenn man sie richtig behandelt, ergibt sie vorzügliche, langlebige Weine. Vorherrschend in Chianti, Vino Nobile, Brunello di Montalcino, Morellino di Scansano und verschiedenen feinen IGT-Weinen. Auch in Umbrien (z. B. Montefalco und Torgiano) und jenseits der Apenninen in der Romagna und in den Marken zu finden. Weniger gut geht es ihr in den wärmeren, niedriger gelegenen Weinbergen an der toskanischen Küste oder in anderen Gegenden Italiens (obwohl sie fast allgegenwärtig ist). Auch in Australien interessant.
Sangioveto Siehe SANGIOVESE.
St. Laurent Dunkle, geschmeidige und hocharomatische österreichische Spezialität; nicht einfach im Anbau und bei der Weinbereitung. Mal leicht und saftig, mal tiefgründig und strukturiert. Auch in der Pfalz anzutreffen.
Saperavi Die wichtigste Rotweinsorte Georgiens, der Ukraine usw. Wird gern mit CABERNET SAUVIGNON verschnitten (v. a. in Moldawien). Das enorme Potenzial wird leider nur selten umgesetzt.
Schiava Siehe TROLLINGER.
Schioppettino In Nordostitalien heimische Sorte, säurebetont, gute Qualität; liefert elegante, verfeinerte Weine, die altern können.
Schwarzriesling Württemberger Name für PINOT MEUNIER.
Sciacarello Korsische Sorte mit Kräuter- und Pfeffernote; wenig Tannin.
Shiraz Siehe SYRAH.
Spanna Siehe NEBBIOLO.
Spätburgunder Name für PINOT NOIR in Deutschland.
Syrah (Shiraz) Die große Traube der Rhône erbringt tanninreichen, pfeffrigen, purpurroten Wein, der sich superb entwickeln kann. In Australien als Shiraz von großer Bedeutung. Unter beiden Namen in Chile und Südafrika immer besser, wunderbar in Neuseeland (v. a. Hawke’s Bay). Weitverbreitet.
Tannat Gerbstoffreiche Traube mit Himbeerduft, die fest strukturierten Rotweinen aus Südwestfrankreich wie Madiran oder Tursan Kraft verleiht. Auch für Rosé. In Uruguay ein Star.
Tempranillo (Aragonez, Cencibel, Tinto fino, Tinta del País, Tinta Roriz, Ull de Llebre) Die aromatische, feine, früh reifende Rioja-Traube heißt in Katalonien Ull de Llebre, in La Mancha Cencibel, in Ribera del Duero Tinto fino, in Kastilien Tinta del País, am Douro Tinta Roriz und in Südportugal Aragonez. Wird jetzt auch in Australien angebaut. Groß in Mode; erbringt elegante Weine in kühlem, mächtige in heißem Klima. Die Trauben reifen früh, die Weine können lange altern.
Teran (Terrano) Naher Verwandter der REFOSCO.
Teroldego Rotaliano Die beste einheimische Rebsorte des Trentino erbringt gehaltvollen Wein; v. a. auf dem flachen Campo Rotaliano.
Tinta Amarela Siehe TRINCADEIRA.
Tinta del País Siehe TEMPRANILLO.
Tinta Negra (Negramoll) Hieß zuvor Tinta Negra Mole. Die meistangepflanzte rote Sorte in Madeira, sehr produktiv und Hauptbestandteil der billigeren Madeira-Weine. Kommt jetzt in Colheitas zu ihrem Recht (siehe Portugal).
Tinta Roriz Siehe TEMPRANILLO.
Tinto fino Siehe TEMPRANILLO.
Touriga Nacional Rote Traube der Spitzenklasse für Port; am Douro mehr und mehr auch für blumige, stilvolle Tischweine verwendet. Bei der australischen Touriga handelt es sich in der Regel um dieselbe Sorte, die kalifornische kann auch Touriga Franca sein.
Trincadeira (Tinta Amarela) Sehr gute rote Traube im Alentejo (Portugal) für würzige Weine. Am Douro als Tinta Amarela bekannt.
Trollinger (Schiava, Vernatsch) In Württemberg beliebte hellrote Traube, in Südtirol Vernatsch/Schiava genannt. Umfasst eine ganz Gruppe von Rebsorten, die nicht unbedingt miteinander verwandt sind. In Italien lebhafte, schmissige Weine.
Ull de Llebre Siehe TEMPRANILLO.
Vernatsch Siehe TROLLINGER.
Vranac Alte Sorte vom Westbalkan, viele Varianten. Verwandt mit ZINFANDEL – irgendwie sind hier alle mit allen verbunden. Weiche, dunkle, tannin- und alkoholstarke Weine, die altern können.
Xinomavro Griechenlands Antwort auf NEBBIOLO; der Name bedeutet »säuerlich schwarz«. Dient als Grundlage für Naoussa, Rapsani, Goumenissa und Amindeo. Auch etwas stiller und schäumender Rosé. Hervorragende Qualität, Jahrzehnte haltbar. Wird auch in China ausprobiert.
Zinfandel Sorte aus Kalifornien mit manchmal metallischem Brombeeraroma, das man mag oder nicht. Die Weine können seriös, strukturiert und haltbar sein oder simpel. Gibt’s auch als Rosé. Identisch mit der süditalienischen PRIMITIVO.
Zweigelt (Blauer Zweigelt) Kreuzung aus BLAUFRÄNKISCH x ST. LAURENT; in Österreich beliebt für aromatische, dunkle, geschmeidige Weine. Auch in Ungarn und Deutschland.
Airén Sorte für Massenweine aus La Mancha, Spanien; bei guter Bereitung frisch. Versionen von alten Reben können überraschen.
Albariño (Alvarinho) Spanische Sorte für Weine mit guter Säure und Aprikosenduft. Hervorragend in Rías Baixas, zunehmend aber auch anderswo. Wird nicht überall dem Hype gerecht, der um sie gemacht wird. Ebenso gut in Portugal als Alvarinho mit Vinho Verde, v. a. in Monção and Melgaço.
Aligoté Die zweitwichtigste weiße Traube in Burgund, jetzt im Trend und oft ernst zu nehmen. Verbreitet auch in Osteuropa und Russland.
Alvarinho Portugiesisch für ALBARIÑO.
Amigne Schweizer Spezialität mit Tradition im Wallis, v. a. in Vétroz. Körperreiche Weine, oft mit etwas Restsüße, manchmal sehr trocken.
Ansonica Siehe INSOLIA.
Arinto Portugiesische Traube, erbringt in Bucelas recht gute aromatische, zitrusduftige Weine und verleiht v. a. im Alentejo Verschnitten Spritzigkeit.
Arneis Aromatische Traube aus Nordwestitalien mit Apfel-/Pfirsicharoma, die hohe Preise erzielt. Im Roero (Piemont) wurde eine DOCG für sie eingerichtet, in den Langhe eine DOC.
Arvine Seltene, aber exzellente Schweizer Spezialität aus dem Wallis (auch Petite Arvine genannt). Wird trocken oder süß ausgebaut und bringt frische, elegante Weine mit langem, leicht salzigem Abgang hervor.
Assyrtiko Sorte aus Santorini; eine der besten Weißweintrauben des Mittelmeerraums mit schöner Balance von Kraft, Mineralität, Extrakt und kräftiger Säure. Potenziell langlebige Weine, die die Welt erobern könnten …
Auxerrois Roter Auxerrois ist ein Synonym für MALBEC, während weißer Auxerrois eher wie eine fettere, würzigere Version von PINOT BLANC wirkt. Im Elsass häufig für Crémant verwendet; kommt auch in Deutschland vor.
Bacchus Deutsche Kreuzung, in England die Antwort auf neuseeländischen SAUVIGNON BLANC. Sehr aromatisch, kann aber auch recht rau sein.
Beli Pinot Siehe PINOT BLANC.
Blanc fumé Siehe SAUVIGNON BLANC.
Boal Siehe BUAL.
Bourboulenc Ergibt, ebenso wie die seltene Rolle-Rebe, einige der besten Weine des Midi.
Bouvier Indigene österreichische aromatische Traubensorte, besonders gut für Beeren- und Trockenbeerenauslesen; wird selten trocken ausgebaut.
Bual (Boal) Liefert hochwertigen süßen Madeira, weniger voll als MALMSEY.
Carricante Italienische Sorte, Hauptzutat im Etna Bianco.
Cabernet blanc Deutsche Piwi (pilzwiderstandsfähige Rebe; siehe Kapitel Deutschland) mit einer an Sauvignon blanc erinnernden Aromatik; muss nicht gespritzt werden.
Catarratto Die ertragreiche Weißweintraube ist in ganz Sizilien anzutreffen, v. a. im Westen in der DOC Alcamo.
Cerceal Siehe SERCIAL.
Chardonnay (Morillon) Die Traube aus Burgund und der Champagne ist weltweit allgegenwärtig und leicht an- und auszubauen. Spiegelt das Terroir wider, aber auch die Absichten des Kellermeisters, und wird so oft ein Opfer wechselnder Moden. Kann stahlig oder fett ausfallen. Auch eine Mâcon-Villages-Gemeinde heißt so. In der Steiermark Morillon genannt.
Chasselas (Fendant, Gutedel) Schweizer Rebsorte (ursprünglich aus der Waadt). Im Geschmack neutral, kann elegant (Genf), raffiniert-vollmundig (Waadt) oder exotisch-rassig (Wallis) ausfallen. Heißt im Wallis Fendant. Liefert fast ein Drittel der Schweizer Weine, wird jedoch mehr und mehr von anderen, v.a. roten Sorten verdrängt. Auch in Frankreich, v.a. Savoyen angebaut. Heißt Gutedel in Deutschland, dort v.a. in Südbaden. In anderen Gegenden meist eine Tafeltraube.
Chenin blanc Die herrliche weiße Traube von der mittleren Loire (Vouvray, Layon usw.) ergibt trockenen bis lieblichen (sogar süßen) Wein, doch stets mit reichlich Säure. Großartige Versionen von alten Reben in Südafrika, v. a. Swartland.
Cirfandl Siehe ZIERFANDLER.
Clairette Schwach säurehaltige Sorte; in Südfrankreich in vielen Verschnitten zu finden. Verbesserte Weinbereitungsmethoden wirken sich positiv aus.
Colombard Leicht fruchtige, angenehm säuerliche Traube, aus der man in Südafrika, Kalifornien und Südwestfrankreich Alltagsweine bereitet, oft in Verschnitten.
Dimiat Stark duftende bulgarische Sorte, die trocken oder halbtrocken ausgebaut oder zur Destillation verwendet wird. Hat weit mehr Synonyme, als eine Traube je braucht.
Encruzado Portugiesische Sorte: frisch und vielseitig, die Weine reifen gut. Besonders gut in Dão.
Ermitage Schweizer Name für MARSANNE.
Ezerjó Sinngemäß etwa »tausend Segnungen«. Ungarische Rebsorte mit scharfer Säure.
Falanghina Die historische italienische Traube aus dem kampanischen Bergland erbringt gute, dichte, aromatische trockene Weißweine.
Fendant Siehe CHASSELAS.
Fernão Pires Siehe MARIA GOMES.
Fetească albă/regală Rumänien hat zwei Weißweinsorten namens Fetească, beide mit leichtem, an MUSCAT erinnerndem Aroma. Fetească regală, eine Kreuzung aus Fetească albă und francusa, besitzt mehr Finesse und eignet sich gut für Spätleseweine. FETEASCĂNEAGRĂ (nicht verwandt) ist eine Rotweinsorte.
Fiano Qualitätstraube, ergibt im süditalienischen Kampanien würzige Weine mit Pfirsichnote.
Folle blanche (Gros Plant) Viel Säure, wenig Aroma, ideal für Branntwein. Heißt in der Bretagne Gros Plant, in Armagnac Picpoul, ist aber mit der echten PICPOUL nicht verwandt. Auch in Kalifornien angesehen.
Friulano (Sauvignonasse, Sauvignon vert) NorditalienischeTraube für frische, pikante, subtil florale Weißweine, am besten in den Gebieten Collio, Isonzo und Colli Orientali. Hieß früher Tocai friulano. In Slowenien Sauvignonasse genannt, ebenso in Chile, wo die Sorte lange mit SAUVIGNON BLANC verwechselt wurde. Der ehemalige Tocai aus Venetien heißt jetzt Tai.
Fumé blanc Siehe SAUVIGNON BLANC.
Furmint (Šipon) Ausgezeichnete, charaktervolle Rebe, das Gütezeichen Ungarns sowohl als Haupttraube im Tokajer als auch in lebendigen, kräftigen trockenen Weinen, die manchmal mineralisch, manchmal mit Aprikosennote und manchmal beides sind. In Slowenien unter der Bezeichnung Šipon. Auch in Rust in Österreich trocken und süß ausgebaut.
Garganega Die beste Traube im Soave-Verschnitt, auch in Gambellara. Spitzenweine, v. a. süße, altern vorzüglich.
Garnacha blanca (Grenache blanc) Die weiße Ausgabe der GRENACHE/Garnacha, sehr verbreitet in Spanien und Südfrankreich. Säurearm; kann recht harmlos, aber auch überraschend gut ausfallen.
Gewürztraminer (Traminac, Traminec, Traminer, Tramini) Eine der ausdrucksvollsten Trauben, ausgesprochen würzig, erinnert an Rosenblüten, Gesichtscreme, Litschis und Grapefruit. Die Weine sind oft voll und weich, selbst wenn sie trocken ausgebaut sind. Am besten im Elsass; auch gut in Deutschland (Baden, Pfalz, Sachsen), Osteuropa, Australien, Kalifornien, im pazifischen Nordwesten und in Neuseeland. Kann als »Traminer« (oder Varianten davon) etikettiert relativ unaromatisch ausfallen. Trockene Versionen in Italien heißen Traminer aromatico. Außerhalb deutschsprachiger Länder oft ohne Umlaut »Gewurztraminer« geschrieben. Die nichtaromatische Version ist die SAVAGNIN.
Glera Glanzloser neuer Name für die Prosecco-Traube; in der EU ist Prosecco nur noch der Wein (in Australien allerdings weiterhin Name einer Traube).
Godello Erstklassige Rebsorte in Nordwestspanien; erbringt intensive, mineralische Weine. Im portugiesischen Dão heißt sie Verdelho, ist aber nicht verwandt mit der echten VERDELHO.
Grasă (Kövérszőlő) Rumänische Sorte; der Name bedeutet »fett«. Anfällig für Botrytis. Die wichtigste Traube in Cotnari, kann herrliche Süßweine hervorbringen. Im ungarischen Tokaj unter dem Namen Kövérszőlő bekannt.
Graševina Siehe WELSCHRIESLING.
Grauburgunder Siehe PINOT GRIS.
Grechetto Alte Rebsorte aus Mittel- und Süditalien mit gutem Ruf für lebendige, stilvolle Weine. Wird verschnitten oder (in Orvieto) sortenrein verwendet.
Greco In Süditalien tragen einige Weißweinsorten den Namen Greco (wahrscheinlich griechischen Ursprungs), was aber nicht bedeutet, dass sie verwandt sein müssen. Bekannt ist v. a. der Greco di Tufo mit anregenden Pfirsicharomen. Greco di Bianco wird aus halb getrockneten Trauben gewonnen. Als dunkle Version gibt es auch Greco nero.
Grenache blanc Siehe GARNACHA BLANCA.
Grillo Italienische Sorte; Haupttraube im Marsala. Liefert auch sehr gute trockene, körperreiche Tischweine.
Gros Plant Siehe FOLLE BLANCHE.
Grüner Veltliner Das Flaggschiff unter Österreichs Weißweinsorten ist ausgesprochen vielseitig: von einfachen, pfeffrigen Alltagsweinen zu Gewächsen mit großer Komplexität und Alterungspotenzial. In allen Klassen gut. Kommt auch in anderen Ländern Mitteleuropas und anderswo vor.
Gutedel Siehe CHASSELAS.
Hárslevelű Die »Lindenblättrige« ist die zweite wichtige Traubensorte im Tokajer, aber weicher und pfirsichfruchtiger als FURMINT. Gut auch in Somló und Eger.
Heida Schweizer Name für SAVAGNIN.
Humagne Schweizer Spezialität, älter als CHASSELAS, die frische, dralle, nicht sehr aromatische Weine liefert. Humagne rouge ist nicht mit ihr verwandt, sondern identisch mit Cornalin d’Aoste; Cornalin du Valais ist wieder etwas anderes.
Insolia (Ansonica, Inzolia) Sizilianische Weißweintraube, heißt an der Toskanaküste Ansonica. Frische, rassige Weine im Bestfall. Für Süßweine werden auch halb getrocknete Trauben verwendet.
Irsai Olivér Ungarische Kreuzung; aromatische Weißweine, die an MUSCAT erinnern und jung zu trinken sind.
Johannisberg Schweizer Name für SILVANER.
Kéknyelű Wenig ertragreiche, aromareiche Traube für einen der besten ungarischen Weißweine. Hohes Potenzial für feurigen, würzigen Wein.
Kerner Recht erfolgreiche deutsche Kreuzung. Reift früh und liefert blumige (manchmal etwas aufdringliche) Weine mit guter Säure.
Királyleányka Siehe FETEASCĂ ALBĂ/REGALĂ.
Koshu Wahrscheinlich autochthone japanische Traube, deren Wein voll im Hype ist. Frisch, tanninreich. Kann als Orange Wine gut sein.
Kövérszőlő Siehe GRASĂ.
Laski Rizling Siehe WELSCHRIESLING.
Leányka Siehe FETEASCĂ ALBĂ.
Listán Siehe PALOMINO.
Longyan Autochthone chinesische Traube (wörtlich: Drachenauge). Gute, gehaltvolle, aromatische Weine.
Loureiro Die nach ALVARINHO beste Vinho-Verde-Traube ergibt zart-blumige Weißweine. Kommt auch in Spanien vor.
Macabeo Siehe VIURA.
Maccabeu Siehe VIURA.
Malagousia Wiederentdeckte griechische Rebsorte für wunderbar aromatische Weine.
Malmsey Siehe MALVASIA. Der süßeste Madeira-Stil.
Malvasia (Malmsey, Malvazija, Malvoisie, Marastina) Keine einzelne Varietät, sondern gleich eine ganze Gruppe von Rebsorten, die nicht unbedingt miteinander verwandt sind oder auch nur Ähnlichkeiten aufweisen. In Italien, Frankreich und überall auf der Iberischen Halbinsel vertreten; die Weine können rot oder weiß, still oder schäumend, kräftig oder mild, süß oder trocken, aromatisch oder neutral sein. Die slowenische bzw. kroatische Version Malvazija istarka (in Kroatien manchmal auch Marastina genannt) liefert knackige und leichte Weine, aber auch reichhaltige Gewächse, die in Eiche ausgebaut werden. Das Wort »Malmsey« (der süßeste Madeira-Stil) ist eine Verballhornung von Malvasia.
Malvoisie Siehe MALVASIA. Der Name wird in Frankreich für verschiedene Sorten verwendet, darunter BOURBOULENC, Torbato und VERMENTINO. Im Wallis nennt man den PINOT GRIS so.
Manseng, Gros/Petit Traube für wunderbar würzige, florale Weine aus Südwestfrankreich. Der Schlüssel zu Jurançon. Liefert auch ausgezeichnete Spätlesen und Süßweine.
Maria Gomes (Fernão Pires) Portugiesische Traube für reif-aromatische, leicht würzige Weißweine aus den Regionen Bairrada und Tejo.
Marsanne (Ermitage) Neben ROUSSANNE die Hauptweißweintraube an der nördlichen Rhône (Hermitage, St-Joseph, St-Péray). Auch in Australien, Kalifornien und (als Ermitage blanc) im Wallis mit Erfolg angebaut. Milde, volle Weine, die sehr schön altern.
Melon de Bourgogne Siehe MUSCADET.
Misket Cherven (rote Misket) Bulgarische mild-aromatische Traubensorte mit rosa Schale; Grundlage der meisten Weißweine dort. Es gibt viele weitere Sorten namens Misket, alles neuere Kreuzungen und weniger verbreitet.
Morillon In einigen Teilen Österreichs der Name für CHARDONNAY.
Moscatel Siehe MUSCAT.
Moscato Siehe MUSCAT.
Moschofilero Hochwertige griechische Traube mit Rosenduft, hellroter Schale und kräftiger Säure. Liefert eher alkoholschwache Weine, meist weiß, es gibt aber auch ein paar Rosé-Versionen sowie Schaumwein.
Müller-Thurgau Liefert aromatische, jung zu trinkende Weine. Die süßen Varianten können gut sein, die trockenen dagegen sind oft nichtssagende, derbe Wässerchen. In Deutschland v. a. in der Pfalz, in Rheinhessen, an der Nahe, in Baden und in Franken verbreitet. Hat sich in Italien (Trentino–Südtirol, Friaul) einige Meriten verdient. Wird in der Schweiz manchmal noch (inkorrekt) Riesling x Sylvaner genannt.
Muscadelle Verleiht manchem weißen Bordeaux (v. a. Sauternes) besondere Würze. Wird im australischen Victoria (zusammen mit MUSCAT, mit dem keine Verwandtschaft besteht) für Rutherglen Muscat verwendet.
Muscadet (Melon de Bourgogne) Erbringt leichte trockene Weine mit einem Hauch von Meer in den komplexeren Gewächsen aus der Gegend von Nantes. Als Melon de Bourgogne auch in Teilen Burgunds anzutreffen.
Muscat (Moscatel, Moscato, Muskateller) Diese Sorte existiert in vielen Varianten, am besten ist Muscat blanc à petits grains (alias Gelber Muskateller, Rumeni Muškat, Sarga Muskotály, Yellow Muscat, Tămâioasă românească). Die weitverbreiteten, leicht erkennbaren, ausdrucksvollen Trauben werden meist zu bukettreichen, süßen Weinen verarbeitet, oft auch gespritet (z. B. Vin doux naturel in Frankreich). Wunderbar dunkel und süß in Australien. In Spanien süß, z. T. sehr gut. Ungarischer Muskotály ist meist Muscat Ottonel, nur in Tokaj, wo Sarga Muskotály vorherrscht, bringt er (in kleinen Mengen) Duft in den Verschnitt. Gelegentlich (z. B. im Elsass, in Österreich und in Teilen Süddeutschlands) auch trocken ausgebaut. Süßer Muscat vom Cap Corse kann vorzüglich sein. In Norditalien als Moscato leichter Schaumwein.
Muskateller Siehe MUSCAT.
Narince Türkische Sorte; frische und fruchtige Weine.
Neuburger Lange vernachlässigte österreichische Traube, anzutreffen v. a. in der Wachau (elegante, blumige Weine), in der Thermenregion (körperreich, breit) und in den nördlicheren Teilen des Burgenlands (kräftig, voll).
Olaszriesling Siehe WELSCHRIESLING.
Païen Siehe SAVAGNIN.
Palomino (Listán) Die wichtigste Traube für Sherry. Kaum eigener Charakter, es kommt alles auf die Bereitungsmethode an. Inzwischen auch Tischweine. Liefert unter dem Namen Listán auf den Kanarischen Inseln trockenen Weißwein.
Pansa blanca Siehe XAREL.LO.
Pecorino In dem Fall keine Käsesorte, sondern ein verführerischer trockener Weißwein von einer wiederbelebten Sorte.
Pedro Ximénez (PX) Wird für süße, braune Sherry-Stile (reinsortig unter dem eigenen Namen) sowie für Montilla und Málaga verwendet. Auch auf den Kanaren, in Argentinien, Australien, Kalifornien und Südafrika angebaut.
Picpoul (Piquepoul) Südfranzösische Traube; am bekanntesten ist der sortenrein von Piquepoul blanc bereitete Picpoul de Pinet. Sollte säurereich sein. Picpoul noir hat eine dunkle Schale.
Pinela Slowenische Sorte für subtile, säurearme, jung zu trinkende Weine.
Pinot bianco Siehe PINOT BLANC.
Pinot blanc (Beli Pinot, Pinot bianco, Weißburgunder) Mutation von PINOT NOIR. Ähnelt CHARDONNAY, ist aber milder im Charakter. Leicht, frisch, fruchtig, kaum aromatisch, jung am besten. Gut für italienischen spumante, im Nordosten potenziell exzellent, v. a. in hohen Lagen in Südtirol. Weitverbreitet. Heißt in Deutschland Weißburgunder und glänzt dort v. a. im Süden, da er rassiger ausfällt als Chardonnay.
Pinot gris (Pinot grigio, Grauburgunder, Ruländer, Sivi Pinot, Szürkebarát) Als Pinot grigio in Norditalien beliebt, selbst für Rosé – charaktervolle Spitzenweine können aber exzellent sein (Südtirol, Friaul). Billige Versionen sind nur dies: billig. Großartig im Elsass für würzige, körperreiche Weißweine. Heißt in Deutschland Ruländer (süß) oder Grauburgunder (trocken); die besten Weine kommen aus Baden (v. a. vom Kaiserstuhl) und der Südpfalz. Szürkebarát in Ungarn, Sivi Pinot in Slowenien (charaktervoll, aromatisch).
Pošip Kroatische Sorte v. a. auf der Insel Korčula. Recht charaktervoll, Zitrusaroma, hohe Erträge.
Prosecco So hieß früher die Traube, aus der Prosecco gemacht wird. Heute muss man sie GLERA nennen.
Renski Rizling Rheinriesling. Siehe RIESLING.
Rèze Sehr seltene alte Sorte aus dem Wallis, die für Vin du Glacier verwendet wird.
Ribolla gialla/Rebula Säurehaltige Weine mit Charakter; in Italien v. a. aus dem Collio, in Slowenien traditionell aus Brda. Kann sehr gut sein. Lieblingssorte für den Ausbau in Amphoren.
Rieslaner Deutsche Kreuzung (SILVANER x RIESLING); erbringt in Franken und der Pfalz gute Auslesen.
Riesling italico Siehe WELSCHRIESLING.
Riesling (Renski Rizling, Rhine Riesling) Die großartigste, vielseitigste Weißweintraube, im Stil völlig anders als CHARDONNAY. Riesling bietet eine Fülle von Duft- und Geschmacksnoten von stahlig bis üppig, und hat viel mehr Alterungspotenzial als Chardonnay. Großartig in allen Stilrichtungen in Deutschland; kraftvoll und stahlig in Österreich; Noten von Limettensirup und gerösteten Früchten in South Australia; reichhaltig und würzig im Elsass; vielversprechend am deutschen Stil augerichtet in Neuseeland, dem Staat New York und dem pazifischen Nordwesten der USA; mit Potenzial in Ontario und Südafrika.
Rkatsiteli In Osteuropa, Russland und Georgien sehr verbreitete Sorte, winterhart und säurereich, liefert auch bei schlechter Weinbereitung zum Teil noch akzeptable Ergebnisse. Kommt auch im Nordosten der USA vor.
Robola Erstklassige Traube aus Griechenland (Kefallonia) mit blumigem Aroma. Nicht mit RIBOLLA GIALLA verwandt, aber mit Rebula.
Roditis Rosafarbige Traube, die vorwiegend Weißwein liefert, in ganz Griechenland verbreitet. Bei niedrigen Erträgen gute Ergebnisse.
Roter Veltliner Österreichische Sorte, nicht verwandt mit dem GRÜNEN VELTLINER. Es gibt auch Frühroten und (nicht verwandten) Braunen Veltliner.
Rotgipfler Einheimische aromatische Traubensorte der österreichischen Thermenregion. Ergibt im Verschnitt mit ZIERFANDLER lebendige, üppige, aromatische Weine.
Roussanne (Bergeron) Rhône-Traube von echter Finesse, in Savoyen Bergeron genannt. Jetzt auch in Kalifornien und Australien anzutreffen. Kann viele Jahre altern.
Ruländer Siehe PINOT GRIS.
Sauvignonasse Siehe FRIULANO.
Sauvignon blanc Erbringt ausdrucksvolle, aromatische Weine mit Noten von Gras bis hin zu tropischen Früchten – pikant in Neuseeland, oft mineralisch in Sancerre, reifer in Australien; gut auch in Rueda, Österreich, Norditalien (Isonzo, Piemont, Südtirol), dem chilenischen Casablanca-Tal und Südafrika. Wird in Bordeaux mit SÉMILLON verschnitten. Kann herb ausfallen oder auch herzhaft (und manchmal ganz schrecklich). Sauvignon gris ist eine weniger aromatische Version mit rosafarbener Schale und noch unerforschtem Potenzial.
Sauvignon vert Siehe FRIULANO.
Savagnin (Heida, Païen) Die Traube des Vin jaune aus dem Jura; ihre aromatische Spielart ist der GEWÜRZTRAMINER. In der Schweiz als Heida, Païen oder Traminer bekannt. Körperreiche, säurebetonte Weine.
Scheurebe Deutsche Traube mit Grapefruitaroma, wahrscheinlich eine Kreuzung aus RIESLING x SILVANER. In der Pfalz sehr beliebt, besonders für Auslesen und darüber. Als trockener Wein manchmal krautig, nur voll ausgereift gut.
Sémillon (Semillon) Verleiht dem Sauternes Fülle, ist aber immer weniger von Bedeutung für Graves und andere trockene weiße Bordeaux-Weine. Grasig, wenn nicht voll ausgereift, kann aber weichen, trockenen Wein mit großem Alterungspotenzial liefern. In Australien (wo man sie ohne Akzent schreibt) hervorragend; in Neuseeland und Südafrika vielversprechend.
Sercial (Cerceal) Die portugiesische Traube liefert den trockensten Madeira. Als Cerceal (ebenfalls portugiesisch) scheint man dieselbe Sorte zu bezeichnen, aber auch noch einige andere.
Seyval blanc Französische Hybride aus französischen und amerikanischen Reben. Sehr widerstandsfähig, angenehm fruchtig. Im Osten der USA und in England recht erfolgreich.
Silvaner (Johannisberg, Sylvaner) Kann in Rheinhessen und der Pfalz exzellente Ergebnisse hervorbringen, besonders aber in Franken mit ihren pflanzlich/erdigen und mineralischen Noten. Liefert im Wallis als Johannisberg kraftvollen Wein. Im Elsass die Sorte für die leichtesten Weine.
Sipon Siehe FURMINT.
Sivi Pinot Siehe PINOT GRIS.
Spätrot Siehe ZIERFANDLER.
Sylvaner Siehe SILVANER.
Tămâioasă românească Siehe MUSCAT.
Torrontés Eine ganze Reihe von Trauben wird so genannt, die meisten haben einen aromatischen, floralen, manchmal etwas seifigen Charakter. Eine Spezialität in Argentinien, auch in Spanien anzutreffen. Jung zu trinken.
Traminac Alias Traminec. Siehe GEWÜRZTRAMINER.
Traminer In Ungarn auch Tramini. Siehe GEWÜRZTRAMINER.
Trebbiano (Ugni blanc) Die wichtigste weiße Sorte der Toskana, kommt aber in verschiedenster Gestalt in ganz Italien vor. Erhebt sich selten über die Masse, außer im toskanischen Vin Santo. Einige gute trockene Weißweine unter den DOCs Romagna und Abruzzo. Trebbiano di Soave alias VERDICCHIO ist nur entfernt verwandt. Trebbiano di Lugana heißt jetzt Turbiana. Wird in Südfrankreich als Ugni blanc und in Cognac als St-Émilion angebaut. Liefert meist dünnen, neutralen Wein, gut für Verschnitte geeignet. Bräuchte mehr Sorgfalt beim Anbau.
Ugni blanc Siehe TREBBIANO.
Verdejo Die Traube von Rueda in Kastilien kann feinen, langlebigen Wein hervorbringen.
Verdelho In Australien hervorragende Qualität (körperreich und etwas scharf); selten, aber gut (und mittelsüß) auf Madeira.
Verdicchio Liefert den potenziell guten, muskulösen trockenen Wein gleichen Namens im östlichen Mittelitalien.
Vermentino Italienische Traube, die lebhafte Weine mit ordentlicher Textur und guter Alterungsfähigkeit ergibt. Hat Potenzial.
Vernaccia Steht für viele Trauben in Italien, die nicht miteinander verwandt sind. Vernaccia di San Gimignano ist frisch und lebhaft, Vernaccia di Oristano eher sherryähnlich.
Vidal Französische Hybridrebe; verbreitet in Kanada für Eiswein angebaut.
Vidiano Die meisten Erzeuger auf Kreta lieben diese kraft- und stilvolle Traube mit Noten von Limette und Aprikose und guter Säure.
Viognier Die Rhône-Traube ist gerade groß in Mode. Die besten Exemplare stammen aus Condrieu, danach kommen die immer noch aromatischen Weine aus dem Midi. Auch in Kalifornien, Virginia, Uruguay und Australien bereitet man gute Versionen.
Viura (Macabeo, Maccabéo, Maccabeu) Die häufigste weiße Sorte Nordspaniens, weitverbreitet in Rioja und in den katalanischen Cava-Gebieten. Wird auch jenseits der Grenze in Südwestfrankreich angebaut. Gutes Qualitätspotenzial.
Weißburgunder Deutscher Name für PINOT BLANC.
Welschriesling (Graševina, Laski Rizling, Olaszriesling, Riesling italico) Liefert leichte und frische bis süße und volle Weine in Österreich; in Osteuropa allgegenwärtig, wo einige bemerkenswert gute trockene und süße Weine aus ihr bereitet werden. Mit RIESLING nicht verwandt.
Xarel.lo (Pansa blanca) Traditionelle katalanische Traube, mit Parellada und MACABEO für Cava verwendet. Tanninreich, kann altern und erstklassige Qualität liefern. Noten von Limettensirup als Pansa blanca in Alella.
Xynisteri Die meistangebaute Weißweintraube Zyperns. Kann recht schlicht geraten und wird meist jung getrunken; in Höhenlagen liefert sie allerdings frische, ansprechende, mineralische Weine.
Zéta Ungarische Kreuzung von BOUVIER und FURMINT, die einige Winzer für ihren Tokaji Aszú verwenden.
Zierfandler (Spätrot, Cirfandl) In der österreichischen Thermenregion vorkommende Weißweinsorte, oft mit ROTGIPFLER zu aromatischen, gewichtigen Weinen mit Orangenschalenduft verschnitten.
Weine und Speisen entwickeln sich immerfort weiter, ebenso wie die Ein-stellungen dazu. Jedes Jahr gibt es neue Zutaten auszuprobieren, und nicht alle Landesküchen vertragen sich gut mit Wein. Am wichtigsten ist die Abstimmung des Gewichts: kräftige Weine brauchen kräftige Speisen, leichte Weine leichte Speisen. Danach kommt die Säure. Säurehaltige Gerichte (Tomaten, Limettensaft, Tamarinde …) verlangen auch Weine mit Säure. Die folgenden Vorschläge, manche ganz allgemein, manche sehr genau, sind ebendies: Vorschläge. Sie sollen Sie auf Geschmacksrichtungen aufmerksam machen, die Ihnen womöglich noch nie in den Sinn gekommen sind, und auf Weine, die Sie vielleicht probieren möchten.
Im Kasten auf Seite 34 stehen ein paar Weinfavoriten, mit denen man praktisch nichts falsch machen kann; die folgenden Einträge enthalten konkrete Vorschläge, die sich seit Jahren bewährt haben.
Aperitif-Klassiker sind guter Schaumwein, Fino Sherry, Riesling und guter Rosé, und die lassen sich auch kaum von etwas anderem toppen. Aber seien Sie nicht knauserig – Billigsekt, der nach Spülwasser schmeckt, verdirbt die Laune. Magnumflaschen machen Spaß, und Riesling mag jeder, ausnahmslos.
Aïoli Mehr eine Frage der Stimmung als der Kombination. Kalter Rosé aus der Provence, Pecorino, Aligoté. Oder Bier, Marc oder Grappa … Sie werden den Unterschied kaum merken.
Antipasti/Tapas/Mezze Ob in Italien, Spanien, Griechenland oder Hannover – eine Auswahl von deftigen salzigen Happen Fleisch, Käse, Fisch oder Gemüse passt perfekt zu Fino Sherry, Xynisteri oder Orange Wines. Gegrillte Paprika und Auberginen passen zu fruchtigen Roten wie Cabernet franc oder Kadarka. Für Notfälle guter Prosecco.
AusternRoh: Champagner oJ, Chablis, Muscadet, Sancerre, englischer Bacchus – oder Guinness. Probieren Sie Sauternes. Manzanilla ist gut.
Gegart: Puligny-Montrachet oder ein guter neuseeländischer Chardonnay. Champagner passt immer.
Burrata Vergessen Sie Mozzarella; dies ist die Crème de la Crème. Also muss ein erstklassiger italienischer Weißer her, Fiano oder der Grillo von Cusumano. Das Grünzeug dabei braucht wahrscheinlich ein bisschen Säure.
CarpaccioVom Lachs: Chardonnay oder Champagner.
Vom Rind: Hierzu passt fast jeder Wein, auch ein Roter. Ein Toskaner ist eine gute Wahl, aber auch ein feiner Chardonnay oder ein Jahrgangs- oder Rosé-Champagner. Probieren Sie mal Amontillado.
Vom Thunfisch: Viognier, kalifornischer Chardonnay, Marlborough Sauvignon blanc. Oder Sake.
Dim-Sum Klassischerweise: chinesischer Tee. Pinot grigio oder klassischer deutscher Riesling, auch ein leichter Pinot noir. Bei Rotweinen sind weiche Tannine der Schlüssel: Bardolino, Garnacha, Rioja, Côtes du Rhône. Sonst Champagner oJ oder englischer Schaumwein.
EierspeisenSieheauch Soufflé. Nicht einfach. Maßstab bei Omelettes sollten die anderen Zutaten sein; Pilze wahrscheinlich mit Rotwein; mit Côtes du Rhône gehen Sie sicher. Jahrgangschampagner zu Trüffelomelette. Zu Rühreiern oder Eggs Benedict/Florentine allenfalls Champagner.
Œufs en meurette: Ein Geniestreich aus Burgund; die Eier in Rotweinsauce verlangen natürlich nach einem Burgunder.
Wachteleier: Blanc-de-Blancs-Champagner, Viognier.
Mozzarella mit Tomaten und Basilikum Ein frischer italienischer Weißwein (z. B. Soave, Südtiroler). Vermentino aus Ligurien oder südfranzösischer Rolle. Siehe auch Vegetarische Gerichte/Avocado.
Pasta Rot- oder Weißwein, je nach Sauce.
Mit Fleischsauce: Montepulciano d’Abruzzo, Salice Salentino, Malbec.
Mit Pesto: Barbera, Vermentino, neuseeländischer Sauvignon blanc, ungarischer Furmint.
Mit Sahnesauce (Carbonara): Orvieto, Greco di Tufo. Junger Sangiovese.
Mit Seafood (z.B. Muscheln): Verdicchio, Lugana, Soave, Grillo, Chardonnay ohne Holznote.
Mit Tomatensauce: Chianti, Barbera, sizilianischer Rotwein, Zinfandel, südaustralischer Grenache.
Risotto Je nach Geschmacksrichtung.
Mit Gemüse (z.B. Primavera): Pinot grigio aus dem Friaul, Gavi, recht junger Semillon, Dolcetto, Barbera d’Alba.
Mit Steinpilzen: Feinster reifer Barolo oder Barbaresco.
Nero: Voller trockener Weißer: Viognier oder sogar Corton-Charlemagne.
Soufflé Hierzu gehört ein ★★★-Wein. Zu allen Soufflé-Arten passt Champagner, insbesondere Jahrgangschampagner.
Fischsoufflé: Trockener Weißwein: Burgunder, Bordeaux, Elsässer, Chardonnay usw.
Käsesoufflé: Reifer roter Burgunder oder Bordeaux, Cabernet Sauvignon (nicht aus Chile oder Australien) usw. Oder feiner weißer Burgunder.
Spinatsoufflé: Schwierig zu Wein. Mâcon-Villages, St-Véran, Valpolicella.
Wurstwaren/Salami Säurebetonte Rotweine ohne Eichennote eignen sich besser als Weiße. Einfacher Beaujolais, Valpolicella, Refosco, Schioppettino, Teroldego, Barbera. Wenn es ein Weißer sein muss, braucht er Säure. Chorizo lässt den Wein metallisch schmecken. Prosciutto mit Melone oder Feigen braucht einen gehaltvollen trockenen oder halbtrockenen Weißwein: Chenin blanc, Fiano, Muscat, Viognier.
Bacalão Stockfisch braucht Säure: junger portugiesischer oder italienischer Rot- oder Weißwein. Orange Wine kann gut sein.
Barsch, See- Jeder delikate Weißwein eignet sich gut, z. B. trockener Clare-Riesling, Chablis, weißer Châteauneuf-du-Pape, Weißburgunder aus Baden oder der Pfalz. Aber je kräftiger der Fisch gewürzt ist, desto aromareicher sollte der Wein sein: mit Ingwer, Frühlingszwiebeln usw. etwa ein gehaltvoller Riesling, nicht unbedingt trocken.
Ceviche Australischer Riesling oder Verdelho, Sauvignon blanc aus Chile, Torrontés. Manzanilla.
Curry Südafrikanischer Chenin blanc, Elsässer Pinot blanc, Franciacorta, fruchtiger Rosé – aber nicht zu blässlich und schlaff. Achten Sie auf die anderen Aromen. Garnelen und Mango brauchen mehr Süße, Tomaten Säure. Fino passt auch zu scharfen Gerichten. Bier natürlich auch, etwa IPA oder Pils.
Fisch in Beurre blanc Bester Muscadet sur lie, Sémillon/Sauvignon-blanc- Verschnitt, Chablis Premier cru, Vouvray, Albariño, Rheingauer Riesling. Gilt fast immer auch für Gemüse mit Beurre blanc.
Fischpastete (mit Sahnesauce) Albariño, Soave Classico, Riesling Erstes Gewächs, Mâcon Blanc, spanischer Godello.
GarnelenMit Mayonnaise: Menetou-Salon oder Reuilly.
Mit Knoblauch: Leichter, trockener Weißwein oder Rosé.
Mit Gewürzen (auch scharf, mit Chili): Hier ist etwas mehr Körper nötig, aber keine Eiche: trockener Riesling oder ein Italiener, etwa Fiano, Grillo.
