Der Navy-SEAL-Survival-Guide - Cade Courtley - E-Book

Der Navy-SEAL-Survival-Guide E-Book

Cade Courtley

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Beschreibung

»Wir hätten nie gedacht, dass uns das passieren könnte«, hört man oft von Menschen, die einen Unfall erlitten oder eine Katastrophensituation überlebt haben. Doch das Leben ist unvorhersehbar und jeder von uns kann eines Tages unter die Räder eines Autos geraten, von einem Hund angegriffen werden oder einem Bombenattentat ausgesetzt sein. Es ist besser, gegen alles gewappnet zu sein, als in Angst, Unsicherheit und Abhängigkeit zu leben und auf sein Glück zu hoffen. Dieses Buch bereitet den Leser auf jeden denkbaren Ernstfall im Alltag und in der freien Natur vor. Der ehemalige Navy SEAL und bekannte Survival-Experte Cade Courtley zeigt in ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie man Gefahren meidet, Auswege findet und sich und seine Mitmenschen in Sicherheit bringt. Wer denkt und handelt wie ein SEAL, wird mit jeder noch so heiklen Situation klarkommen. Schließlich leben die für ihre Tapferkeit und ihren Überlebenswillen bekannten amerikanischen Elitesoldaten mit der Einstellung: Bereite dich vor, vertraue auf dich selbst, werde aktiv und du überstehst jede lebensbedrohliche Situation. Dies ist ein unentbehrliches Buch für das 21. Jahrhundert. Ein Buch, das Leben retten kann.

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EPUB
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Seitenzahl: 480

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Cade Courtley

Der Navy-SEAL- Survival-Guide

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet überhttp://d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

3. Auflage 2015

© 2013 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Die amerikanische Originalausgabe erschien 2012 bei Gallery Books, a division of Simon & Schuster, Inc., New York, unter dem TitelSEAL Survival Guide. A Navy SEAL’s Secrets to Surviving Any Disaster,© 2012 by SEAL Survival, LLC. All rights reserved. This edition published by arrangement with the original publisher, Gallery Books, a division of Simon & Schuster, Inc., New York.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Umschlaggestaltung: Kristin Hoffmann

Umschlagabbildung: iStockphoto.com

Satz: Georg Stadler, München

ISBN Print: 978-3-86883-344-7

ISBN E-Book (PDF): 978-3-86413-430-2

ISBN E-Book (EPUB, Mobi): 978-3-86413-431-9

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.rivaverlag.de

All meinen Teamkameraden hier und im Jenseits

Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil einsSEAL-Mentalität und ­Überlebenspsychologie
Die eigene Komfortzone erweitern
Die physische Belastbarkeit steigern
Die mentale Stärke steigern
Mentale Vorbereitung
Die Dreier-Regel anwenden
Langfristiges Überleben
Teil zweiÜberlebensszenarien
Verlassen eines Schiffs
Amokläufer
Flugzeugunglück
Angriffe von Tieren
Autounfall
Biochemischer Angriff
Bombenanschlag
Brückeneinsturz
Einbruch und Raubüberfall
Carjacking
Erdbeben
Notfall im Aufzug
Einbrechen im Eis
Kampf
Feuer: Wald, Gebäude, Wohnhäuser
Blitzflut, Überschwemmung und ­Tsunami
Wenn man verfolgt wird
Gewalttätige Gangs
Flugzeugentführung
Home Invasion
Hurrikan und Tornado
Gefängnis
Blitz
In Seenot
In der Wüste
In Eis und Schnee im Hochgebirge
Atomangriff
Pandemie
Krawalle und Massenpanik
Terror auf der Straße: Defensives und ausweichendes Fahren
Search and Rescue – Suche und Rettung
Stalker und Überwachung
Folter und Geiselhaft
Schwierigkeiten im Ausland
Teil dreiAusrüstung und improvisierte ­Waffen
Ausrüstung
Schusswaffen
Improvisierte Waffen
Teil vierSurvival-Medizin
Komm in die Gänge und hilf!
Oberste Prioritäten für die Versorgung von Verletzten
Schock
Hitze
Kälte
Fußbrand
Ersticken durch Verschlucken
Verbrennungen

Einleitung

Wie schafft es ein Mensch, unter feindlichem Feuer einen ausgewachsenen Mann drei Treppen hochzuschleppen oder ohne Schlaf sechs Tage und Nächte mit einem angebrochenen rechten Bein durch die Gegend zu laufen? Wie überwindet man sich dazu, eine Tür einzuschlagen, obwohl man genau weiß, dass dahinter ein Mann mit einem Sturmgewehr nur darauf wartet, dich zu töten? Wie erträgt man es, lange Zeit körperlich misshandelt zu werden oder über eine Woche lang ohne Essen in einem Betonwürfel mit einem Meter Kantenlänge eingesperrt zu sein, und bringt am Ende sogar noch ein Lächeln zustande? Wie überlebt man nicht nur quälend lange Tage und Nächte in einem Schneesturm bei Temperaturen unter null, sondern fühlt sich dabei auch noch gut und geht gestählt daraus hervor? Wie kann ein Mensch zehn Kilometer in eiskaltem Meerwasser schwimmen? Und was bringt jemanden dazu, immer wieder freiwillig in ein Kampfgebiet zurückzukehren?

Mit einem Satz: Wie wird man ein Navy SEAL?

Derzeit gibt es neun SEAL-Teams und ungefähr 2500 aktive SEALs in der U.S. Navy. Präsident John F. Kennedy rief diese Spezialeinheit im Jahr 1962 ins Leben. Er gab seine Pläne in der gleichen historischen Rede bekannt, in der er auch versprach, Menschen auf den Mond zu schicken. Der Präsident wünschte sich spezialisierte Einheiten, die imstande waren, extrem gefährliche und verdeckte Operationen auszuführen, und in der Folge entwickelten sie sich zur Elitetruppe für unkonventionelle Kriegsführung. Seit ihrer Gründung waren die Navy SEALs an Tausenden von Kampfeinsätzen beteiligt und machten sich zuerst in Vietnam einen Namen, wo die SEAL-Teams Eins und Zwei eine unglaubliche Tötungsrate von 200 : 1 erzielten. SEALs wurden von den feindlichen Truppen so sehr gefürchtet, dass man sie nur »die Männer mit dem grünen Gesicht« nannte. Einheiten der SEALs kamen auch in Grenada, Panama, Somalia, Bosnien, Afghanistan und im Irak zum Einsatz; zusätzlich führten sie unzählige streng geheime Operationen in anderen Ländern durch. Zu den jüngsten Einsätzen zählt die Befreiung des entführten Kapitäns der »Maersk Alabama«, die Rettung amerikanischer Geiseln in Somalia und die Tötung von Osama bin Laden.

Mr. President, Ihr Einsatz hat sich gelohnt.

»SEAL« ist die englische Abkürzung für »Sea, Air, Land«. Dahinter steckte die Idee, eine militärische Einheit zu bilden, die in jeder Umgebung effektiv operieren kann. Vor der Gründung der SEAL-Teams gab es mehrere spezialisierte Einheiten wie die 1942 gebildeten »Scouts and Raiders«, Kommandotrupps für besondere Kampfeinsätze, die neun Monate nach dem Überfall auf Pearl Harbor gebildet wurden. Diese Männer wurden für heimliche Operationen ausgebildet und erkundeten vor einem Angriff das Landungsgebiet, markierten Angriffsziele und übernahmen alle Aufgaben, die erforderlich waren, damit der Einsatz anderer Einheiten erfolgreich sein konnte. Außer diesen Einheiten gab es die Naval Combat Demolition Units (NCDU) und die Underwater Demolition Teams (UDT), die vielen als die klassischen »Froschmänner« des Zweiten Weltkriegs in Erinnerung sind. Hier handelte es sich um amphibische Einheiten, die vor konventionellen Schlachten zum Einsatz kamen, um Hindernisse auf dem Strand zu räumen, feindliche Unterwasserkabel zu kappen, oder Bojen, Brücken oder feindliche Schiffe mit Sprengladungen zu zerstören. Bei der Landung am »Omaha Beach« in der Normandie, dem Beginn des Siegeszuges der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, hatten sie beispielsweise die Aufgabe, Breschen in die deutschen Befestigungsanlagen zu sprengen. Außerdem verfügte das Office of Strategic Services, der Vorläufer des heutigen Auslandsgeheimdienstes CIA, über eine Gruppe namens Operational Swimmers, deren Einsätze jenen der heutigen SEALs schon näher kamen. Diese Männer wurden für Guerillaoperationen mit Fallschirmen hinter den feindlichen Linien abgesetzt und legten die ersten Taucherbrillen und Flossen aus biegsamem Gummi an, um vom Meer aus unter Wasser anzugreifen.

Die SEALs wurden als militärische Einheit gebildet, die all diese militärischen Aufgaben miteinander vereint und imstande ist, in jeder Umgebung zu operieren. Sei es die arktische Tundra, der tropische Regenwald, die Wüste oder das Meer, SEALs werden dazu ausgebildet, sich an alle Rahmenbedingungen anzupassen und jeden beliebigen Auftrag auszuführen, von streng geheimen Missionen bis hin zu konventioneller Kriegsführung. Sie erledigen die gefährlichsten und oftmals unvorstellbare Aufgaben, und zwar kompromisslos prinzipientreu und absolut loyal.

Wer ein SEAL werden möchte, muss US-Bürger sein, einen körperlichen Fitnesstest bestehen, scharfe Augen haben und darf noch keine achtundzwanzig sein. Wer bei der Musterung der US-Streitkräfte gut abgeschnitten hat, in weniger als 12,5 Minuten einen halben Kilometer weit schwimmt, 42 Liegestützen und 50 Sit-ups in jeweils zwei Minuten schafft und eineinhalb Meilen in weniger als 11,5 Minuten läuft (erheblich höhere Werte sind allerdings nötig, um nach der Ausbildung ein SEAL zu werden), bekommt mit etwas Glück die Chance, an der Ausbildung teilzunehmen.

Nur einer von tausend Bewerbern bekommt die Gelegenheit, am ­BUD/S (Basic Underwater Demolition/SEAL Training), der 26-wöchigen Grundausbildung der SEALs teilzunehmen; und bereits hier bestehen nicht einmal 15 Prozent die Prüfung. Nach der Grundausbildung geht es mit dem 28-wöchigen Kurs für Fortgeschrittene weiter, dem sogenannten SQT (SEAL Qualification Training), in dem die Kandidaten alles lernen, was sie brauchen, um sich offiziell Navy SEAL nennen zu dürfen. Die Jungs, die meinten, es sei cool, ein SEAL zu werden, weil sie die Teams in Filmen sahen oder weil sie glaubten, mit ihrem Status als SEAL würden ihnen die Frauen nur so nachlaufen, brechen meist nach zwei Tagen ab. Wer durchhält, muss die weltweit härteste militärische Ausbildung ertragen, und alle verfügen über gemeinsame Charakterzüge wie Ausdauer, Hingabe und Hartnäckigkeit; mit einem Wort: Diese Männer sind wirklich hart. Aber das ist längst nicht alles.

Diese neuen SEALs melden sich anschließend bei einem der folgenden Teams: Die Teams Eins, Drei, Fünf und Sieben haben ihren Stützpunkt in Coronado, Kalifornien. Die SEAL-Teams Zwei, Vier, Acht und Zehn sind in Little Creek, Virginia, stationiert. Wenn die neuen Rekruten bei ihrem Team sind, müssen sie mit ihrer Einheit eine weitere achtzehnmonatige Ausbildung absolvieren, bevor sie zu einem sechsmonatigen ersten Einsatz geschickt werden. Wenn man also das Glück hat, bei der Ausbildung nicht verletzt zu werden, und man die Torturen gut übersteht, dauert es mindestens 31 Monate, bis man ein voll kampfbereiter Navy SEAL ist.

Vermutlich hast du bemerkt, dass SEAL-Team Sechs in der Aufzählung fehlt, weil dieses Team vor der Tötung Bin Ladens theoretisch nicht existierte und niemand von seinen Einsätzen oder Aktivitäten wissen durfte – es war unser Geheimnis. So viel zur Einsatzsicherheit, englisch: Operational Security. Jedenfalls muss ein SEAL, um überhaupt für Team Sechs infrage zu kommen, zuerst sechs Jahre in anderen Teams dienen, erst dann bekommt er die Chance, einen gründlichen Check für dieses Team aus den Besten der Besten zu absolvieren.

Als ich die Grundausbildung BUD/S begann, war ich fest entschlossen, auf keinen Fall abzubrechen. Ich redete mir ein, dass ich keine Alternative hätte: Entweder schaffe ich die Prüfung oder sterbe bei dem Versuch, das war meine Devise. Allerdings brauchte ich neun Monate länger als üblich, weil ich mir drei Mal das Bein brach und einen Schädelbasisbruch erlitt. An allen sechs Tagen der sogenannten »Hell Week« lief ich mit einem angebrochenen rechten Bein durch die Gegend. Zu behaupten, mit jedem Schritt hätte sich meine Komfortzone wieder ein Stück erweitert, wäre deutlich untertrieben. Am Ende legte ich die Prüfung im Rang eines Lieutenant ab, und alles, was ich während der Ausbildung gelernt und durchgemacht hatte, hat mir später gute Dienste geleistet und mich am Leben gehalten.

In Washington, D.C., sagt man: »Wenn wir wollen, dass eine Mission ordentlich erledigt wird, dann schicken wir die SEALs.«

Das sage ich keineswegs, um anzugeben. Wer einmal in einem Team gedient hat, wird nicht gerne über die Prüfungen reden. Die genannten Beispiele sollen zeigen, dass meine Ratschläge auf sehr realen und aktuellen Erlebnissen beruhen. Die Informationen in diesem Buch kommen nicht von einem »Internet-Experten« oder jemandem, der seit Vietnam »raus« ist. Vielmehr kommen sie von einem, der dabei gewesen ist, der gekämpft und überlebt hat.

Für einen Navy SEAL ist optimale körperliche Fitness die Grund­voraussetzung. Während des größten Teils meines Lebens habe ich hart dafür trainiert, immer physisch topfit zu bleiben, aber ich werde niemals den stärksten Muskel vergessen: unser Gehirn. Der Kopf ist das Fundament, auf dem alles aufbaut. In diesem Buch beschreibe ich die konkreten und geheimen Methoden, die SEALs anwenden, und zeige, wie man die eigenen Überlebenschancen in jeder Situation deutlich steigern kann.

Die realen Erfolge und Leistungen, die uns SEALs zugeschrieben werden, verdanken wir in Wirklichkeit der Weise, wie wir unseren Verstand trainiert und konditioniert haben. Es ist die Fähigkeit, die Realität wahrzunehmen, blitzschnell auf jede Situation zu reagieren und in Bruchteilen von Sekunden Entscheidungen zu treffen, die theoretisch globale Auswirkungen haben können.

Mit diesem Buch möchte ich dir die nötigen Werkzeuge an die Hand geben, damit du lernst, wie ein SEAL zu denken, dich schnell auf unerwartete Situationen einzustellen und eine möglichst hohe Überlebenswahrscheinlichkeit zu erreichen. Mit den Ratschlägen in diesem Handbuch wird sich die Chance erheblich verringern, dass du bei einer Katastrophe lediglich als Opfer in der Statistik auftauchst. Stattdessen wirst du künftig gute Aussichten haben, zu den wenigen Überlebenden zu gehören.

Die Welt, in der wir leben, ist wirklich gefährlich, doch das Ziel dieses Buches ist es, dich zu stärken. Es stellt dir die Mittel zur Verfügung, die du brauchst, um in fast allen Situationen, insbesondere in lebensbedrohlichen, zu überleben. Kein Mensch muss zu einem zurückgezogenen Survivalfanatiker werden oder mit einer ständigen Paranoia leben. Wir müssen alle bereit und wachsam sein, aber stets in Angst zu leben, ist nicht lebenswert. Ich wurde ein Navy SEAL, um die Vereinigten Staaten zu schützen und um unsere Rechte und die Freiheit zu verteidigen. Habe Vertrauen zu dir selbst und zu den neuen Fähigkeiten, die du lernen wirst, und genieße jeden einzelnen Tag deines Lebens.

Ganz ohne Arbeit geht es nicht, aber das ist bei lohnenden Dingen immer so. Am Leben zu bleiben, ist – davon kann man wohl ausgehen – unser aller Ziel. Das vorliegende Buch verspricht zwei Dinge:

a) Du wirst lernen, wie du die mentalen und physischen Fähigkeiten erwirbst, mit denen du jede Krise meisterst.

b) Du wirst Fertigkeiten und Techniken erlernen, die dir in der heutigen Welt Zuversicht und Freiheit gewähren, selbst wenn du nie in eine lebensbedrohliche Situation geraten solltest.

Höchste Zeit, sich abzuhärten!

Viele führen ein Leben ohne jede Disziplin und entscheiden sich ständig für den Weg des geringsten Widerstands. Generell tendieren die meisten Menschen dazu, nach möglichst großem Komfort und Bequemlichkeit zu streben. Die Fettleibigkeit ist so weitverbreitet wie nie zuvor, und man könnte meinen, die trivialen Ablenkungen, die uns umgeben, von Videospielen bis hin zur Übersättigung mit Fernsehkitsch, hätten einzig und allein den Zweck, uns zu schwächen und einzulullen. Ganz gleich wie alt oder fit du sein magst, es ist an der Zeit, ein neues Regiment einzuführen. Du musst eine Einstellung entwickeln, die aus dir einen Überlebenden macht, der sich in dieser unruhigen Welt voller Zuversicht und frei bewegen kann.

Die Welt ist ein gefährlicher Ort, und sie wird von Tag zu Tag gefährlicher. Doch die Vereinigten Staaten oder der ganze »Westen« sind so weich wie eh und je. Die Frage ist nicht, ob eine von Menschen verursachte Katastrophe oder eine Naturkatastrophe eintreten wird, sondern wann. Ich sage dies nicht leichten Herzens, um mich als Kassandrarufer aufzuspielen, sondern um dir die Augen zu öffnen. Wer sich lieber einredet, alles sei schön und gut, mag ruhig weiter den Kopf in den Sand stecken und sollte dieses Buch am besten sofort wieder weglegen. Es wird ihm nichts bringen.

Es ist die nüchterne, harte Realität, dass die große Mehrheit schlichtweg nicht dafür gerüstet ist, drohende Katastrophen zu überstehen, die Hunderte oder gar Tausende von Menschenleben fordern werden. Damit nicht genug, heute muss jeder darauf gefasst sein, einer Gefahr für sich selbst durch Verbrechen, Katastrophen und potenziell tödliche Unfälle entgegenzutreten, die gehäuft vorkommen und in diesen gefahrvollen Zeiten mit Sicherheit noch schlimmer werden.

Ich freue mich auf den Tag, an dem dies nicht mehr gilt. Bis dahin werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, um meinen Lesern beizubringen, wie man ein Überlebender wird, statt ein Opfer. In diesem Leitfaden ist ein Aktionsplan enthalten, damit du auch unter den lebensbedrohlichsten Umständen am Leben bleibst.

Wenn das Unvorstellbare jemals eintritt, hast du einen Navy SEAL als persönlichen Ratgeber.

Sei ein Überlebender – keine Zahl in der Statistik!

Teil eins

SEAL-Mentalität und ­Überlebenspsychologie

Die eigene Komfortzone erweitern

Jeder kennt seine aktuelle Komfortzone, die in der Regel von all jenen Routineabläufen und Dingen definiert wird, bei denen man sich sicher und zufrieden fühlt und alles unter Kontrolle hat. Allerdings sind wir beim größten Teil unserer Rituale innerhalb dieser Komfortzone nicht darauf vorbereitet, auch nur die kleinsten Widrigkeiten zu überwinden, von einem echten Notfall oder einer lebensbedrohlichen Herausforderung ganz zu schweigen.

An die Grenzen gehen– und darüber hinaus

Gehe jeden Tag mindestens einmal bis an die Grenze deiner Komfortzone. Es gibt unzählige Gelegenheiten dazu, ohne dass du von heute auf morgen Marathonläufer werden müsstest, auch wenn das ein großartiges Ziel ist. Als Erstes muss sich deine Haltung zu Dingen, die du früher für unmöglich gehalten hast, verändern. Fange mit kleinen Schritten an, und achte auf die Fortschritte, indem du Buch führst: Stelle eine Liste zusammen und prüfe alles, was du jeden Tag unternimmst, um dich physisch ebenso wie mental zu fordern. Mit der Erweiterung der Komfortzone wirst du schließlich sowohl deine physische als auch mentale Belastbarkeit steigern, und beide zusammen sind notwendig für dein Überleben.

Wenn du dich anfangs darauf konzentrierst, Kleinigkeiten zu ändern, kannst du– davon bin ich überzeugt– den Übergang zu einer neuen Denkweise einleiten und am Ende die Mentalität und den Überlebenswillen eines SEAL erreichen, die es dir ermöglichen, jede Belastung auszuhalten. Schon bald wirst du merken, dass Dinge auf andere Weise zutuneinen auch dazu bringt, anders zudenken.Achte einmal auf deine derzeitige Routine und fange an, ganz einfache Dinge anders zu erledigen. Geh zum Beispiel über die Treppen in ein höheres Stockwerk, statt den Aufzug zu nehmen. Steige in einem angemessenen Tempo die Stufen hinauf und denke oben daran, dass du soeben deine Komfortzone ein Stück erweitert hast. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, suche nicht lange nach dem nächsten Platz beim Eingang zum Supermarkt, sondern parke absichtlich so, dass du ein Stück zu Fuß gehen musst. Zwinge dich, drei neue Menschen kennenzulernen, und bringe mindestens fünf Dinge über sie in Erfahrung. Bei der Überprüfung der Haushaltskasse lässt du den Taschenrechner in der Schublade und rechnest im Kopf. Öffne die Adressenliste in deinem Telefon und merke dir jeden Tag fünf Nummern. Halte ständig nach Möglichkeiten Ausschau, deinen Verstand und Körper zu trainieren. Achte darauf, wie du über manche Dinge denkst. Wer auf diese Weise die eigene Komfortzone erweitert, dem fällt es leichter, die übrigen Aufgaben zu bewältigen. Wenn du zum Beispiel bereits regelmäßig joggst, verlängere die Strecke oder erhöhe das Tempo. Laufe einen Kilometer mehr oder eine Minute schneller. Oder wenn du regelmäßig trainierst, mache einen Liegestütz mehr. Versuche, die Luft eine Minute lang anzuhalten, und danach zwei Minuten. Wenn du dich unter der Dusche, wie die meisten, mit warmem Wasser ordentlich abgeschrubbt hast, spüle in den letzten 30 Sekunden mit eiskaltem Wasser den Schaum ab. Wer immer wieder an die körperlichen Grenzen geht, zwingt auch das Gehirn, die Grenzen der Komfortzone zu erweitern, sodass man Schritt für Schritt physisch und mental stärker wird.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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