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Der Norden Kanadas und Alaska faszinieren durch gewaltige Ausdehnung und die eindrucksvollen, menschenleeren Landschaften. Hier ist das Reisen abseits der ausgetretenen Pfade Programm. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter – jede Jahreszeit ist eine gute Reisezeit, denn so lassen sich die unterschiedlichen Facetten dieser Regionen erleben. Zusätzlich begeistert diese letzte große Wildnis des nordamerikanischen Kontinents durch eine einzigartige Tierwelt mit Bären, Elchen, Karibus und Walen in ihrer natürlichen Umgebung. Die Northwest Territories sind touristisch bisher nur schwach erschlossen und bieten gerade aus diesem Grund erstklassige Reisebedingungen für Naturliebhaber und Abenteurer. Zahllose Seen, Tundra und Permafrost verleihen der arktischen Landschaft ihren ganz besonderen Reiz. Durch die eindrucksvolle Landschaft des Yukon führen einige der schönsten Straßen der Welt, darunter der Alaska Highway und der Dempster Highway. Dabei lassen sich beispielsweise geschichtsträchtige Orte wie Dawson City und der atemberaubende Kluane National Park entdecken. In Alaska laden spektakuläre Gebirge, Tundralandschaften, farbenfrohe Seen und eisige Gletscher zum Entdecken ein. Mit 66 Tipps bringen Ihnen die Autorinnen und Autoren dieses Buches den Nordens des nordamerikanischen Kontinents mit Vorschlägen für vielfältige Outdoor-Aktivitäten, darunter Wanderungen, Kajak-Ausflüge, Rafting und Gletscherwanderungen näher.
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Seitenzahl: 298
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Michaela Arnold | Holger Bergold | Martin Pundt | Karin Schreiber
DER NORDEN KANADAS
MIT ALASKA
IMPRESSUM
Der Norden Kanadas mit Alaska
66 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade
Michaela Arnold | Holger Bergold | Martin Pundt | Karin Schreiber
© 2022 360° medien
Nachtigallenweg 1 | 40822 Mettmann
360grad-medien.de
Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.
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Redaktion und Lektorat: 360° medien
Satz und Layout: Elke Gräfe
Gedruckt und gebunden:
LD Medienhaus GmbH & Co. KG I Feldbachacker 16 I 44149 Dortmund
www.ld-medienhaus.de
Bildnachweis: siehe Seite 388
ISBN: 978-3-96855-418-1
Hergestellt in Deutschland
360grad-medien.de
Michaela Arnold | Holger Bergold | Martin Pundt | Karin Schreiber
DER NORDEN KANADAS
MIT ALASKA
VORWORT
Kanadas Norden und Alaska sind Traumziele; sie stehen auf der „Bucket List“ vieler Reisender – einmal im Leben dorthin…
Während der Lockdowns wurde bei vielen von uns die Sehnsucht nach dem wilden, einsamen Norden noch größer. Jetzt sind die Northwest Territories, der Yukon und Alaska endlich wieder für Reisende aus Europa erreichbar.
Auch wir AutorInnen haben die einst so selbstverständliche Reisefreiheit schmerzlich vermisst, haben uns an viele berührende Erlebnisse im Norden erinnert – und auch daran, dass es neben der vielfältigen Flora und Fauna noch so viel mehr zu entdecken gibt: Indigene Kultur und einzigartige Geschichte, kulinarische Genüsse und eindrucksvolle Road Trips, dazu stets und überall authentische Begegnungen mit herzlichen Menschen.
Nur ein Klischee wird die Region – zehnmal so groß wie Deutschland, aber nur gut 800.000 Einwohner – bisher nicht los: Hier sei doch sowieso schon alles „abseits der ausgetretenen Pfade“. Das hörten wir mehr als einmal während der Arbeit an diesem Buch. Sicher: Massentourismus und Besucherschlangen gibt es im hohen Norden nicht (abgesehen von den Kreuzfahrtriesen in Südost-Alaska). Aber genau deswegen lohnt es, sich intensiv auf das Land einzulassen, Überraschendes und Einmaliges zu entdecken – und sich dabei manchmal auch selbst wieder zu finden.
Whitehorse und Yellowknife verdanken ihre Entstehung dem Gold – bieten aber heute nicht nur Geschichte und Natur, sondern weitaus mehr Kunst, Kultur und Kulinarisches als jede deutsche Stadt vergleichbarer Größe. Anchorage ist die nördlichste Großstadt des Kontinents – doch nur fünf Minuten Fußweg trennen die Shopping Malls von den Elchen am Coastal Trail. In allen Städten des Nordens bieten sich abwechslungsreiche Stopps, unerwartet Sehenswertes und überraschend Skurriles.
White Pass & Yukon Route Railroad
Wer sich auf die vielen großartigen Road Trips begibt, sei es der Alaska Highway (der übrigens überwiegend im Yukon verläuft!), der legendäre Dempster Highway oder die historische Deh Cho Route, sollte ebenfalls genug Zeit mitbringen für die Vielfalt der Region: Auch hier liegen viele lohnende Ziele nicht im Blickfeld, sondern links und rechts der Route.
Hinzu kommt: Das Straßennetz ist in Kanadas Norden und Alaska sehr begrenzt und wer die Schönheiten der Natur nicht nur durch die Windschutzscheibe sehen will, sollte öfter mal die Wanderschuhe schnüren und losziehen: zu gewaltigen Wasserfällen und auf einsame Berggipfel, in wilde Flusstäler und in den Regenwald an der Küste, sei es für einen halben Tag oder für den halben Urlaub …
Oft sind die Entfernungen gewaltig. Dann geht es nur noch mit den „Locals“ weiter: Mit dem Wasserflugzeug in die Schluchten des Nahanni National Park, mit dem Kanu den Yukon hinunter oder per Fährschiff die Küste Alaskas entlang, bis zum Horizont.
Wir laden Sie herzlich ein: Kommen Sie mit uns in den Norden Kanadas und nach Alaska – und entdecken Sie 66 Ziele abseits aller ausgetretenen Pfade.
Michaela Arnold | Holger Bergold | Martin Pundt | Karin Schreiber
INHALTSVERZEICHNIS
I. NORTHWEST TERRITORIES
WILLKOMMEN IN DEN NORTHWEST TERRITORIES!
TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN
KURIOSES & BESONDERHEITEN
NORTHWEST TERRITORIES
1.48 Stunden in Yellowknife
2.Aurora Borealis: Klassiker im Winter – Geheimtipp im Sommer
3.Ausblick mit Herzklopfen: Flightseeing in den Northwest Territories
4.Auf der Deh Cho Route: Zu den schönsten Wasserfällen der Northwest Territories
5.Einmaleins der Nationalparks: Ein Park für jeden Geschmack
6.Highlights der Western Arctic
7.In Wanderschuhen durch die Wildnis:Die coolsten Trails der Northwest Territories
8.Nahanni National Park: Ikone unter den Nationalparks
9.Zeitlos schön: Traditionelles Kunsthandwerk
10.Winterstraßen: Die coolsten Highways des Nordens
11.Kanuabenteuer: Wo jede Paddeltour zur Pilgerreise wird
12.Wood Buffalo National Park: Der mit dem Bison tanzt
13.Tuktoyaktuk: Stadt am Ende der arktischen Straße
II. YUKON TERRITORY
WILLKOMMEN IM YUKON TERRITORY!
TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN
KURIOSES & BESONDERHEITEN
DER HOHE NORDEN UND DER KLONDIKE
14.Der Hohe Norden des Yukon
15.Five Finger Rapids: Felsen, die im Wasser stehen
16.Das Discovery Claim, die Dredge No. 4 und das Claim
17.Dawson City: Historic Walking Tour
18.Dawson City: Die Literatenecke
19.Dawson City: Diamond Tooth Gerties Casino
20.Dawson City: Durch die Linse gesehen…
21.Wandern im Klondike
RUND UM WHITEHORSE
22.S.S. Klondike National Historic Site: Der berühmte Schaufelraddampfer
23.Schwatka Lake: Naherholungsgebiet und Landeplatz für Wasserflugzeuge
24.Die Lachsleiter
25.Der Miles Canyon: historisches Fischcamp
26.Wandern rund um Whitehorse
27.Museen in Whitehorse: Wenn es mal regnet …
DER SÜDEN VON WEST NACH OST
28.Haines Junction: Visitor Information Centre & Da Ku Cultural Centre
29.Kluane National Park: Flightseeing
30.Wanderungen in der Kluane Region
31.Kathleen Lake und oTENTik
32.Carcross: Die Kreuzung der Karibus
33.Carcross Desert: Unerwartete Sanddünen im Yukon
34.Caribou Crossing Trading Post
35.Wanderungen in der Southern Lakes Region
36.White Pass & Yukon Route Railroad
37.Watson Lake: ein Tor zum Yukon
38.Der Schilderwald
39.Das Northern Lights Centre
40.Der Historische Flughafen von Watson Lake
TRAUMSTRASSEN
41.Von Traumstraßen und Traumtouren
42.Der Alaska Highway
43.Dempster Highway: Von Dawson City nach Inuvik
44.Der Robert Campbell Highway
45.Die Große Acht
46.An den Wassern des Yukon
III. ALASKA
WILLKOMMEN IN ALASKA!
TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN
KURIOSES & BESONDERHEITEN
DER SÜDEN ALASKAS
47.Glacier Bay National Park: Mit dem Lufttaxiin den Nationalpark
48.Alaskas Ocean Highways: Inselhüpfen mit den „Blue Canoes“
49.Prince of Wales Island: Hütte am See mit Ruderboot
50.Der Perseverance Trail: Juneaus überraschendes Hinterland
51.Haines: Kleinstadt mit Gletschern, Gold und Grizzlys
52.Skagway: Übernachten im Caboose
53.Flattop Mountain: Wanderung auf den Hausberg von Anchorage
54.Erdbeben und Elche: Der Tony Knowles Coastal Trail in Anchorage
55.Hatcher Pass Road: Vielfalt im Hochgebirge
56.Kenai Fjords National Park: Tief im Northwestern Fjord
57.Kenai, Ninilchik und Nikolaevsk: Ein Abend im alten Russland
58.Katmai und Lake Clark: Flug-Safari ins Wohnzimmer der Grizzlys
59.Entlang der Alëuten: Mit der „Trusty Tusty“ nach Unalaska
ZENTRAL-ALASKA UND DER NORDEN
60.Kennecott und McCarthy: Minen-Siedlungen am Gletscher
61.Das Talkeetna Roadhouse: Alaska, wie es sein sollte
62.Denali Park Road: Alaskas grandiose Radtour
63.Alaskas heißes Herz: Die Thermalquellen rund um Fairbanks
64.Nome: Last Train To Nowhere
65.Die Arktis: Zum Nalukataq nach Utqiagvik
66.Qikiqtagruk: Die große Einsamkeit im Kobuk Valley National Park
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BILDNACHWEIS
Hinweise: Während der Recherche zu diesem Buch änderten Lokale und Besucherattraktionen aufgrund der Corona-Pandemie immer wieder ihre Arbeitsweise. Darum wurde bei den Service-Informationen auf die Angabe von Öffnungszeiten, Preisen etc. verzichtet. Allen Reisenden sei empfohlen, sich aktuell vor Ort bzw. auf den aufgeführten Internetseiten zu informieren.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.
AUTORINNEN: MICHAELA ARNOLD & KARIN SCHREIBER
Der Ausblick ist das Ziel!
WILLKOMMEN IN DEN NORTHWEST TERRITORIES!
Hoch im Norden Kanadas liegen sie: die Northwest Territories. Imposante Natur, ursprüngliche Wildnis und eine faszinierende Tierwelt – dies alles zeichnet die Region aus, die touristisch bisher nur schwach erschlossen ist und gerade darum erstklassige Reisebedingungen für Naturliebhaber und Abenteurer bietet.
Mit ihrer unberührten Natur, spektakulären Canyons und wilder Einsamkeit sind sie ein Traum für jeden Kanada-Urlauber. Zahllose Seen, Tundra und Permafrost verleihen der arktischen Landschaft hier ihren ganz besonderen Reiz.
Viel gerühmt ist die einzigartige Tierwelt der Northwest Territories. Hier leben rund 10.000 Schwarz- und Grizzly-Bären, 6000 Polarbären, 700.000 Karibus und 85.000 Moschusochsen. Es ist also fast unmöglich, bei der Tierbeobachtung leer auszugehen. Halten Sie die Kamera bereit!
Ein Moschusochse vor imposanter Landschaft
Wer die Northwest Territories ganz waschecht erleben möchte, sollte bestimmte Erlebnisse auf keinen Fall verpassen! Viele von ihnen sind übrigens ganz unentgeltlich zu haben.
Den „Big Four“ begegnen: Zu den „Big Four“ des Nordens zählen Moschusochsen, Karibus, Elche und Waldbisons. All diese Tierarten sind in den Northwest Territories zu Hause, einem der größten unberührten Wildnisgebiete Kanadas. Fast überall bieten sich ausgezeichnete Möglichkeiten zur Wildtierbeobachtung: auf den einzigartigen Highways, aus Buschflugzeugen und von Booten, auf den Eisstraßen des Winters und bei geführten Touren mit lokalen Outfittern. Auf geht’s zur Polar-Safari!
Anglerparadies Northwest Territories
Einen 40-Pfünder an Land ziehen: … denn jeder Fisch, der kleiner ist, wird hier als „Köder“ bezeichnet. Ganz egal, ob man beim Fliegenfischen auf Äsche oder Hecht angelt, beim Schleppangeln Forellen ins Visier nimmt oder sich im Eisfischen versucht – in den Northwest Territories wird mit Sicherheit jeder Angler früher oder später einen Fisch am Haken haben. Die riesigen Flüsse, stillen Bäche und hunderte von Seen sind berüchtigt für ihren Reichtum an gigantischen Fischen.
Bärenbegegnung auf dem Dempster Highway
Bis zum Ende der Straße fahren: Die Straßen der Northwest Territories führen durch eine malerische, unberührte Wildnis, und dennoch gibt es an allen größeren Highways Camping- und Picknickplätze, Tankstellen und Besucherzentren. Die Krönung eines jeden Roadtrips ist es allerdings, über das Ende der Straße hinauszugehen - zu Fuß, mit dem Kanu oder per Schneemobil.
Die Flasche am Fuße eines Wasserfalles auffüllen: Wasserfälle – wild, lebendig, majestätisch! Die gewaltigen Wassermassen, die sich über Klippen in die Tiefe stürzen, das kraftvolle Tosen, das die Luft erfüllt und der feine Sprühnebel, der in glitzernden Regenbogenfarben empor steigt, während man gefühlt sehr klein dem strömenden Wasser gegenüber steht ... Die Northwest Territories sind ein Wasserfall-Wunderland. Die Region hat ein riesiges Wasservorkommen und schier endlose Felsvorsprünge, von denen die Flüsse herunterspringen. Tipp: Eine Fahrt entlang der Wasserfall-Route!
Die beeindruckenden Alexandra Falls
Die Ragged Ass Road entlangspazieren: Die berühmteste Straße in Yellowknifes Old Town ist so wild, wie ihr Name vermuten lässt. Ihr Name entstand im Jahr 1970 als die Anwohner nach einer schwierigen Goldschürf-Saison und nur geringen Einnahmen fanden, dass sie „ragged ass broke“, also pleite wie die Lumpensammler waren. Aber erst Mitte der 2010er-Jahre wurde die Straße durch die Stadt Yellowknife offiziell mit Schildern gewürdigt. Sie wird als eine der berühmtesten Straßen Kanadas bezeichnet.
Eine der berühmtesten Straßen Kanadas, die Ragged Ass Road
Mit einer traumhaften Aussicht aufwachen: Muss man dazu noch mehr sagen?
TOP 10
DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN DEN NORTHWEST TERRITORIES
1Den Polarkreis überqueren: Der legendäre Dempster Highway passiert den Polarkreis – die einzige Möglichkeit in Kanada, um diese bedeutungsvolle Linie mit dem Auto zu überqueren. Ein Stopp ist hier ein Muss! Wer über den Arctic Circle geschlendert ist, darf sich selbst gratulieren. Schließlich war man gerade an einem Ort, an dem nur wenige Menschen zuvor waren!
2Einen Roadtrip durch die Wildnis machen: Kilometerlange Straßen durch die Einsamkeit des Nordens machen die Northwest Territories zu einem Eldorado für alle Urlauber im Roadtrip-Modus. Legendäre Straßen wie die Wasserfallroute, der Dempster Highway oder der neue Highway zum Arktischen Ozean lassen sich am besten per Wohnmobil erkunden.
3Für eine Herde Bisons bremsen: Einst streiften Millionen von Bisons durch den Westen. Heutzutage sind sie fast überall von der Bildfläche verschwunden – außer in den Northwest Territories. Herzlich willkommen im letzten Refugium der tierischen Ikone Nordamerikas! Im Wood Buffalo National Park, Kanadas größtem Nationalpark, ist der Name Programm, denn er wurde im Jahre 1922 zum Schutz der letzten Waldbisons der Region gegründet. Auch heute noch leben rund 6000 Bisons im Park und bilden die größte freilebende Gruppe weltweit. Fernglas parat?
4Durch den großartigsten aller Parks paddeln: Die wilden Flussläufe der Northwest Territories sind ein wahres Eldorado für Kanuten und Kajakfahrer! In vielen Regionen gibt es geführte Touren, die in Länge und Schwierigkeitsgrad variieren und großes Abenteuer versprechen. Kanadas berühmtester Wildwasserfluss fließt durch den Nahanni National Park, ein Natur-Paradies aus stattlichen Gipfeln, herabstürzenden Wasserfällen, hoch aufragenden Canyons und Geschöpfen, die so manch einer noch nie zuvor gesehen hat. Einen kühnen Sprung aufs Floß oder ins Kanu und dann rein ins Vergnügen!
5Der Sonne beim Nicht-Untergehen zuschauen: Im Sommer bleibt die Sonne auf und wandert auf herrliche Weise am Horizont entlang. Lust auf eine Runde Golfen, Angeln oder Paddeln um Mitternacht? Das Bett kann warten!
6Von der Erde lernen: In den Northwest Territories ist eine große Anzahl tiefverwurzelter indigener Kulturen zu Hause. Von einem Geschichtenerzähler der Dene, einem Jäger der Inuvialuit oder einem Fischer der Métis kann man das indigene Verständnis der Erde erlernen.
7Einen Polarlichtsturm betrachten: Wenn es Nacht wird, erscheinen nicht selten die Polarlichter am Himmel, denn die Northwest Territories sind das Aurora Capital of the World! Normalerweise schleichen sie in einem geisterhaften Grün wie in Zeitlupe direkt über den Köpfen ihrer Zuschauer. Doch von Zeit zu Zeit gerät der Himmel völlig außer Rand und Band. Ein Polarlichtsturm! Ein Genuss, wenn bunte Wellen quer über den Himmel rollen und sich lilafarbene Vorhänge funkelnd entfalten, die den Himmel so herrlich in Aufruhr versetzen!
8In einer Wildnis-Lodge im Luxus schwelgen: Ob man nun ein Angler, Fotograf oder Naturliebhaber ist, den schönsten Weg zurück zur Natur findet man im Rahmen eines Aufenthalts in einer Wildnis-Lodge. Von schick bis rustikal gibt es in den Northwest Territories unzählige, landschaftlich reizvoll gelegene Rückzugsorte, die zu einem längeren Aufenthalt einladen.
9Schauen, was Old Town Neues zu bieten hat: Die beschauliche Hauptstadt Yellowknife hat viel Spannendes zu berichten, denn ihre rund 20.000 Einwohner stammen aus über 90 (!) Nationen! Kanadas seltsamstes und gleichzeitig wunderbarstes Stadtviertel lädt hier zu einem gemütlichen Spaziergang ein: Die Old Town ragt frech aus den Felsnasen über dem Great Slave Lake hervor und war einst der Ursprung des Goldrausches in den Northwest Territories.
10Den Ausblick vom Wasserflugzeug genießen: In den NWT gibt es tausendmal mehr Flüsse als Straßen. Wasserflugzeuge dienen als Taxen – sie bringen ihre Passagiere zu abgelegenen Lodges und unberührten Angelplätzen oder entführen auf einem Panoramaflug in die Lüfte. Einmal sollte jeder eines chartern.
AUS DEN NORTHWEST TERRITORIES
Smoking Hills: Seit Jahrhunderten qualmen die düsteren Smoking Hills am Ufer von Cape Bathurst, unweit der Gemeinde Paulatuk in der westlichen Arktis und schicken dabei wabernden schwefelhaltigen Ruß in die Nordwest Passage. An diesem Ort aus Feuer und Schwefel ist der Boden von Schichten aus Ölschiefer durchzogen, die sich spontan selbst entzünden, sobald sie der Luft ausgesetzt sind.
Sinkholes: Zwischen den Städten Tulita und Norman Wells, im riesigen, unerschlossenen Zentrum der North-west Territories, wird die waldige Landschaft von dutzenden Sinklöchern durchzogen, die Mutter Erde hier ein seltsam entstelltes, pockennarbiges Aussehen geben. Das berühmteste ist das Bear Rock Sinkhole, das nordwestlich der gleichnamigen Bergformation liegt und mit seinen steil abfallenden Seitenrändern und dem tiefen, aquamarinfarbenen Wasser ins Auge sticht. Wissenschaftler sagen, dass dieses Naturwunder durch den Einbruch einer riesigen unterirdischen Höhle entstanden ist.
„The Bottomless Lake“: Ein tiefes Geheimnis liegt unter den Schaumkronen des Great Slave Lake. In der Nähe der Gemeinde Lutselk’e fällt der Seeboden unweit der Küste plötzlich und rapide um hunderte von Metern ab und bildet damit die tiefste Stelle in ganz Nordamerika. Liebevoll nennen die Einheimischen den Great Slave Lake daher „The Bottomless Lake“. Völlig unklar ist, wie weit es hier tatsächlich nach unten geht. Die offiziellen Angaben belaufen sich auf 614 Meter, allerdings entdeckten Wissenschaftler bei kürzlich durchgeführten bathymetrischen Messungen der Wassertiefe mancherorts noch wesentlich tiefere Gräben.
Rabbitkettle Tufa Mound: Wie ein bizarrer Mond-Stalagmit erhebt sich der größte Tuffstein-Hügel Kanadas nahe dem Ufer des Rabbitkettle River im Nahanni National Park. Der dreißig Meter hohe und 10.000 Jahre alte Hügel Rabbitkettle Tufa Mound wurde aus Thermalquellen gebildet, die aus dem vulkanischen Boden entspringen und dabei Calciumcarbonat mit sich führen, das sich an der Erdoberfläche in einer Kruste aus Tuffstein erhärtet. Wer die Schuhe auszieht, kann den Park Guide auf einem barfüßigen Spaziergang zu dieser empfindlichen Anhöhe begleiten.
„The Rapids of the Drowned“: die Stromschnellen der Ertrunkenen. Der Name dieses spektakulären Ortes ist kein Witz. Dort, wo der gigantische Slave River kurz vor Fort Smith auf den Präkambrischen Schild trifft, explodiert er regelrecht zu einem Strudel aus haushohen Wellen, Bäume vernichtenden Wasserwirbeln und galoppierenden Strömungen. Die einzelnen Flussabschnitte haben an dieser Stelle Namen, die vom Grandiosen bis zum Absurden reichen, z. B. Rollercoaster, Rockem Sockem, Land of A Thousand Holes oder aber die legendären Molly’s Nipples.
Quiz-Frage: Wie lautet der Name des höchsten Berges der Northwest Territories? Wer mit „Ich weiß es nicht“ antwortet, liegt goldrichtig. Der höchste Gipfel der Region ist ein 2773 Meter hoher Berg in der Ragged Range Region östlich der Grenze zum Yukon Territory – und er hat keinen Namen. Inoffiziell wird der namenlose Gipfel manchmal Mt. Nirvana, Summit 2773 oder Summit 9027 (das entspricht seiner Höhe in Fuß gemessen) genannt, oder einfach „Unnamed Peak“. Ein vom Geographical Name Board of Canada akzeptierter Name müsste von den Nahanni Butte Dene vergeben werden, den hier heimischen First Nations.
Unterwegs im Nahanni National Park
1.48 Stunden in Yellowknife
2.Aurora Borealis: Klassiker im Winter – Geheimtipp im Sommer
3.Ausblick mit Herzklopfen: Flightseeing in den Northwest Territories
4.Auf der Deh Cho Route: Zu den schönsten Wasserfällen der Northwest Territories
5.Einmaleins der Nationalparks: Ein Park für jeden Geschmack
6.Highlights der Western Arctic
7.In Wanderschuhen durch die Wildnis: Die coolsten Trails der Northwest Territories
8.Nahanni National Park: Ikone unter den Nationalparks
9.Zeitlos schön: Traditionelles Kunsthandwerk
10.Winterstraßen: Die coolsten Highways des Nordens
11.Kanuabenteuer: Wo jede Paddeltour zur Pilgerreise wird
12.Wood Buffalo National Park: Der mit dem Bison tanzt
13.Tuktoyaktuk: Stadt am Ende der arktischen Straße
1.48 STUNDEN IN YELLOWKNIFE
Yellowknife, die beschauliche und zugleich dynamische Hauptstadt der Northwest Territories, ist mit ihren nur 20.000 Einwohnern die größte Stadt der Region. Gleichwohl hat sie Spannendes zu berichten. Noch heute weht ein Hauch von Goldgräberstimmung durch ihre historische Altstadt. Und die bunte Mischung von Bewohnern aus über 90 Nationen macht Yellowknife zu einem energiegeladenen und aufregenden Ort. Gleichzeitig ist die Stadt durch ihre perfekte Lage am nördlichen Zipfel des Great Slave Lake ein idealer Ausgangspunkt für Aktivitäten in der Natur. 48 Stunden in Yellowknife könnten wie folgt aussehen:
Blick auf Yellowknife
1. Tag: Beginnen Sie den Tag im Northern Frontier Visitor Centre, um einen ersten Eindruck von der wilden Hauptstadt des Nordens zu bekommen! Ganz in der Nähe liegen das Parlamentsgebäude der NWT Legislative Assembly sowie das Prince of Wales Northern Heritage Museum. Letzteres ist die Mutter aller Museen des Nordens und bietet einen ausgezeichneten Überblick über die Kunst, Kultur, Industrie und Geschichte der Region. Im Anschluss wartet Yellowknifes flippige und historische Altstadt. Mit ihren schrägen Hütten, stattlichen Villen, bunten Hausbooten, Wasserflugzeugen und dem hervorragenden Zugang zum Great Slave Lake ist die Old Town vielleicht das interessanteste Stadtviertel in ganz Kanada. Frech ragt sie aus den Felsnasen über der Yellowknife Bay hervor.
Für das leibliche Wohl sorgt ein Lunch-Stopp im historischen Wildcat Café. Das beliebte Sommerlokal ist in einer alten Blockhütte untergebracht, die an Yellowknifes Goldgräberstimmung der 1930er- Jahre erinnert. Als ältestes Restaurant ist es mit seinen leckeren Gerichten aus lokalen Zutaten nicht nur historisch, sondern auch kulinarisch ein Highlight!
Bunte Hausboote am Great Slave Lake
Frisch gestärkt steht am Bush Pilot’s Monument ein einzigartiger Panoramablick auf dem Programm. Der beliebteste Aussichtspunkt Yellowknifes erhebt sich über der Old Town und bietet einen atemberaubenden Blick über den Great Slave Lake. Ein blinkendes Licht auf der Spitze des Turms zeigt an, wenn Wasser- oder Skiflugzeuge in der nahen Yellowknife Bay aktiv sind. Das glitzernde Wasser des Great Slave Lake sieht einladend aus? Dann mieten Sie für den restlichen Nachmittag ein Kanu oder Paddleboard, um die Wasserflugzeuge und Hausboote in der Yellowknife Bay von nahem zu bestaunen.
Bush Pilot’s Monument
Zurück an Land dürfen Sie sich auf ein wohlverdientes Abendessen auf der schönen Außenterrasse von The Woodyard freuen. Das coole Brew Pub in der Old Town bietet nicht nur leckeres Essen, sondern auch selbst gebrautes Bier aus lokalen Zutaten.
Wenn sich der Tag in Yellowknife dem Ende zuneigt, sollte man den Blick unbedingt noch gen Himmel richten. Mit etwas Glück entflammt hoch über den Köpfen ein atemberaubendes Feuerwerk der Natur, wenn sich der sternenklare Himmel mit den schwirrenden Lichtern der Polarlichter füllt. Yellowknife zählt zu den besten Orten der Welt zur Beobachtung der Aurora Borealis – sie tanzen hier fast in jeder Nacht des Jahres.
2. Tag: Der Tag beginnt mit einem wahrhaft funkelnden Erlebnis! Yellowknife liegt inmitten eines Gebietes, das reich an Gold und Diamanten ist. Letztere wurden erst Anfang der 1990er-Jahre entdeckt und bescherten der Region nach ihrem Goldrausch der 1930er-Jahre einen erneuten Boom. Während die Diamantenminen etwas außerhalb liegen, entführt in der Stadt das NWT Diamond Centre in die Geheimnisse der arktischen Diamantenwelt.
Mieten Sie sich im Anschluss ein Auto und erkunden Sie den herrlichen Ingraham Trail. Mit etwa 70 Kilometern Länge führt er auf dem Highway No. 4 in östlicher Richtung bis zum Tibbitt Lake. Durch die vielen Wochenendhäuschen ist die Region auch als Yellowknifes „Cottage Country“ bekannt. Zahlreiche schöne Seen säumen die Strecke und bieten wunderbare Möglichkeiten zum Schwimmen. Das Highlight des Ingraham Trails sind jedoch die Cameron Falls im Hidden Lake Territorial Park. Ein kurzer Wanderweg windet sich hier durch immergrüne Wälder, über Holzstege und hügelige Felsnasen, bis man den Aussichtspunkt gegenüber dem Wasserfall erreicht. Hier stürzt sich der Cameron River auf seinem Weg zum Great Slave Lake 17 Meter in die Tiefe.
Traumhafter Ausblick auf die Cameron Falls
Nach einem aufregenden Tag in der Natur geht es am späten Nachmittag zurück nach Yellowknife. Gönnen Sie sich ein Abendessen im legendären Fischrestaurant Bullock’s Bistro in der Old Town. Hier dürfen Sie sich auf ein kühles Bier und den „Catch of the Day“ freuen: fangfrischen Fisch aus dem Great Slave Lake.
Das legendäre Fischrestaurant Bullock’s Bistro
INFO
Lage: Yellowknife liegt am Nordufer des Great Slave Lakes. Hier mündet auch der Yellowknife River in den See.
Aktivitäten:
•Northern Frontier Visitor Centre: in der Yellowknife City Hall, 52 Street, Lower Level
•Prince of Wales Northern Heritage Museum: pwnhc.ca
•Wild Cat Café, 3504 Wiley Rd, Yellowknife, Tel. +1 867 873 4004
•Paddeln in der Yellowknife Bay z. B. mit Narwal Northern Adventures: narwal.ca, Old Town Paddle: oldtownpaddle.com, The Woodyard: nwtbrewingco.com
•NWT Diamond Centre: nwtdiamondcentre.com
•Ingraham Trail: nwtparks.ca/explore/ingraham-trail
•Hidden Lake Territorial Park: nwtparks.ca/explore/ingraham-trail/hidden-lake
•Cameron Falls: nwtparks.ca/explore/ingraham-trail/cameron-falls
Website:extraordinaryyk.com
2.AURORA BOREALIS: KLASSIKER IM WINTER – GEHEIMTIPP IM SOMMER
Mit Hundeschlitten auf einem verschneiten Pfad durch die Wildnis, während am Himmel die legendären Polarlichter tanzen – so in etwa stellen sich viele die Northwest Territories vor. Ein Winter-Wunderland, das in einem wirbelnden Licht aus bunten Farben erstrahlt. Doch die Northwest Territories können auch anders: Dass sich die Aurora Borealis im hohen Norden Kanadas auch im Sommer zeigen, ist für viele noch ein echter Geheimtipp. Wir räumen auf mit dem Vorurteil, dass die Nordlichter nur durch eiskalte Winternächte tanzen.
Mythos 1 – Die Polarlichter halten Sommerschlaf: Entgegen der allgemeinen Annahme sind die Polarlichter keine saisonale Himmelsdekoration. Eigentlich tanzen sie das ganze Jahr über durch die Atmosphäre. Sie entstehen, wenn Sonnenteilchen von den Magnetfeldern der Erde eingefangen und Richtung Nordpol geschickt werden und dabei unterwegs mit Luftteilchen zusammenprallen. Mal sind sie ganz blass und kaum erkennbar, ein einzelner grüner Streifen vielleicht, ein anderes Mal leuchten sie wie ein kunterbuntes Feuerwerk und färben den Himmel in orange, pink und violett. Und in den Northwest Territories, der „Aurora Capital of the World“, kann man sie fast ganzjährig bestaunen.
Nordlichter zeigen sich auch im Sommer
Mythos 2 – Im Sommer ist es zu hell, um die Aurora zu beobachten: Zugegeben, wenn es im Juni oder Juli kaum dunkel wird in den Northwest Territories, ist es etwas schwieriger, die Polarlichter am taghellen Himmel auszumachen. Ab August gibt es aber schon wieder bis zu vier Stunden Dunkelheit, im September sogar zwölf Stunden. Beste Bedingungen also, um das leuchtend bunte Spektakel bei angenehm milden Temperaturen zu bestaunen. Wobei die länger werdenden Nächte für Nordlicht-hungrige Urlauber natürlich trotzdem äußerst kurz ausfallen können, wenn sie ihren Blick nonstop in den Himmel richten.
Sommer-Aurora am 4 Mile Lake
Mythos 3 – Im Sommer ist der Himmel über den Northwest Territories oft zu bedeckt: Es stimmt schon, dass die klirrend kalten, trockenen Winter hoch oben im Norden für eine glasklare und unendlich weite Sicht sorgen. Aber auch die Sommertage in Yellowknife sind oft sonnig und vor allem wolkenlos, selbst im September ist der Himmel hier nur zu 30 Prozent des Monats bedeckt. Mit dem Oktober kommen dann allerdings verstärkt Nebel und Wolken zurück, deshalb ist bis Mitte November Pause beim Aurora-Viewing.
Nordlichter am Black Bay Star Trail
Mythos 4 – Es gibt keine geführten Aurora-Touren im Sommer: Doch, unbedingt! Die Aurora-Touren haben sozusagen zweimal Hauptsaison. Von August bis Anfang Oktober und dann von November bis Mitte April. Je nachdem, wie abenteuerlustig Sie sind und welches Zeit- und Reisebudget Sie mitbringen, gibt es verschiedene kleine Touren in und um Yellowknife. Oder aber, Sie fliegen für einige Tage zu einer abgelegenen Lodge in der Wildnis, lassen es sich dort unter dem Schein der Polarlichter so richtig gut gehen und machen tagsüber nebenbei noch Fotos von Bären, Karibus, Bisons und Elchen für Ihre Urlaubsgalerie.
Winterliche Nordlichter im Aurora Village
Mythos 5 – Nordlichter im Winter sind der Klassiker: Ok, das stimmt. Aber die Sommer-Nordlichter sind ein echter Geheimtipp! Noch. Beides hat seinen ganz eigenen Reiz. Einmal ist die Landschaft der Northwest Territories in eine weiße Schneedecke gehüllt, während das andere Mal die Welt in voller Blütenpracht erstrahlt und sämtliche Farben aufgefahren werden, die die Natur zu bieten hat. Stellen Sie sich einen perfekten Sommertag vor: Sie verbringen die Zeit am See, campen, fahren Kajak, wandern, angeln. Und abends beim Lagerfeuer oder auf einem Boot gesellen sich die Polarlichter dazu und knipsen ihre zauberhafte Farbenshow am Firmament an. Wenn die himmlische Tanzfläche für das atemberaubende Feuerwerk der Natur eröffnet ist, dann darf einem ruhig mal der Atem stocken.
INFO
Die Northwest Territories sind „Aurora Capital of the World“. Sie bieten perfekte Rahmenbedingungen zur Sichtung der Polarlichter:
•geographische Lage direkt unter dem Aurora Oval
•halbtrockenes, arktisches Klima mit klaren Winternächten
•keine Lichtverschmutzung
•flache Landschaft für freie Sicht
Beste Reisezeit für die Aurora Borealis:
•August bis Anfang Oktober
•November bis Mitte April
Aktivitäten:
•Das Tipi-Dorf Aurora Village liegt 30 Minuten außerhalb von Yellowknife und bietet Rundum-Sorglos-Pakete mit Transfers und winterlichen Outdoor-Aktivitäten. Die Aurora Viewing Touren führen zu den besten Aussichtspunkten oder man nimmt auf einem beheizten Viewing Seat im Aurora Village Platz: auroravillage.com
•Rund 30 Flugminuten südöstlich von Yellowknife bietet die luxuriöse Blachford Lake Lodge mit ihrer einmaligen Lage am Seeufer einen wunderbaren Ausblick. Tagsüber warten spannende Outdoor Abenteuer in der Wildnis und abends der sternenklare Aurora-Himmel: blachfordlakelodge.com
•North Star Adventures ist ein indigener Reiseveranstalter, dessen Touren stets in einen kulturellen Kontext gesetzt werden. Die ein- oder mehrtägigen Aurora Hunting Touren werden sowohl im Sommer als auch im Winter angeboten: northstaradventures.ca
Website:astronomynorth.com (tagesaktuelle Aurora-Vorhersage)
3.AUSBLICK MIT HERZKLOPFEN: FLIGHTSEEING IN DEN NORTHWEST TERRITORIES
Wer die Northwest Territories wirklich begreifen möchte, sollte in luftige Höhen steigen. Denn erst aus der Vogelperspektive zeigt sich das eindrucksvolle Land in Kanadas Norden in seiner ganzen Pracht. Von vielen Gemeinden starten kleine Flugzeuge zu spektakulären Flightseeing-Touren. Sie versprechen einen atemberaubenden Blick auf einzigartige Landschaften, deren Ausmaß man sich vom Boden aus nicht ansatzweise vorstellen kann.
Flightseeing im Nahanni National Park
Steile Gipfel und herabstürzende Wasserfälle tauchen im Blickfeld auf. Riesige Bison- und Karibuherden ziehen direkt unter den Betrachtern vorbei. Abgelegene Geisterstädte, die fast schon von der Landkarte verschwunden sind, erwachen zum Leben. Sagenumwobene Seen und Sümpfe breiten sich am Horizont aus. Balsam für das Auge und für die Seele! Das Herz schlägt höher, nicht nur während des Fluges, sondern nachhaltig – für Kanadas Norden. Hier kommen die Top 5 der Flightseeing-Abenteuer in den North-west Territories:
Canol Trail: Ein Flug über den Canol Trail ist ein Flug durch die Geschichte. Von der kleinen Stadt Norman Wells aus führt die Flugroute durch die gewaltigen Mackenzie Mountains und folgt dabei dem Canol Trail – einer gespenstisch anmutenden, aufgegebenen Militärpassage, die während des Zweiten Weltkriegs durch das unwirtliche Land geschlagen wurde. Aus der Luft sind die verfallenden Beweise dieses monumentalen Unterfangens gut zu erkennen – Flugpisten, Kasernen, alte Armee-Laster und Überreste des Straßenbettes. Der Flug führt außerdem über den berühmten Dodo Canyon, die stolzen Carcajou Falls sowie viele wilde Tiere wie Grizzlys, Karibus, Elche oder Bergschafe, die noch nie einen Menschen zu Gesicht bekommen haben.
East Arm des Great Slave Lake: Der östliche Arm des Great Slave Lake ist vielleicht der landschaftlich reizvollste Küstenstreifen Kanadas. Der Flug startet in Yellowknife und führt dann rasch über die glitzernde Weite des riesigen Sees mit seinen forellengefüllten Buchten, von Klippen gesäumten Kanälen und roten Felseninseln. Neben Elchen und Bären kann man hier aus der Luft oft auch Moschusochsen entdecken. Das Szenario ist an Herrlichkeit kaum zu übertreffen: ein Paradies in Blau, Grün und Gold!
Wood Buffalo National Park: Der Wood Buffalo National Park breitet sich vor den Fluggästen aus wie eine riesige Leinwand. Im größten Naturschutzgebiet Nordamerikas gibt es nur eine Handvoll Straßen, sodass man den größten Teil ohnehin nur aus der Luft bewundern kann. Vor der Linse erscheinen die wilden, haushohen Wellen der Slave River Rapids, die glitzernden Salt Plains und das bioaktive Peace-Athabasca Delta – das größte Binnenmündungsgebiet der Erde. Auch die Namensgeber des Parks werden sicherlich in Erscheinung treten: die größte verbliebene Herde wilder Waldbisons in Nordamerika durchstreift hier die borealen Ebenen und wirbelt ordentlich Staub auf.
Wilde Bisons im Wood Buffalo National Park
Mackenzie Delta: Ein kurzes Stück nördlich von Inuvik teilt sich Kanadas größter Fluss, der mächtige Mackenzie River, in tausende Abzweigungen und die ganze Welt scheint sich in Wasser zu verwandeln. Ein faszinierendes Labyrinth aus Rinnen und Kanälen, in dem viele Vögel und Tiere zu Hause sind. Ein gutes Stück weiter nördlich liegt der Arktische Ozean, der oft von Eis bedeckt ist, manchmal von Walen bevölkert wird und stets von Geheimnissen umhüllt scheint. Auch ein ganz besonderes Merkmal der arktischen Landschaft kann man nicht übersehen: Pingos! Und schließlich erscheint das wackere Tuktoyaktuk, Zentrum der Kultur der Inuvialuit, das prekär an der polaren Küste thront und stolz auf seinen Titel als größter Außenposten der Northwest Territories nördlich der Baumgrenze ist.
Spektakulärer Flug über das Mackenzie-Delta
Nahanni National Park: Der Nahanni National Park ist die Mutter aller Flightseeing-Ziele. Wenn sich das Flugzeug in Fort Simpson in die Lüfte schwingt, werden schon bald die bekannten Wahrzeichen des Parks ins Blickfeld rücken. Es herrscht pure Aufregung, wenn der Pilot beim Überflug laut ihre Namen ruft: Headless Range. Deadmen Valley. Hell's Gate. Sunblood Peak, Lotus Flower Tower und Cirque of the Unclimbables. Little Doctor Lake. Scimitar Canyon. Moose Ponds und Rabbitkettle Mound. Und natürlich das Herzstück des Nahanni, die legendären Virginia Falls! 30 Stockwerke sind sie hoch und stürzen sich unter den Flügelspitzen der Maschine tosend, mächtig und fast schon surreal wirkend in die Tiefe. Welch ein Erlebnis!
Virginia Falls
INFO
Aktivitäten:
•Canol Trail: Flüge ab Norman Wells: normanwells.com, North Wright Air: north-wrightairways.com
•East Arm des Great Slave Lake: Flüge ab Yellowknife: extraordinaryyk.com, Ahmic Air: ahmicair.com, Air Tindi: airtindi.com
•Wood Buffalo National Park: Flüge ab Fort Smith: fortsmith.ca, Reliance Airways: relianceairways.ca
•Mackenzie Delta: Flüge ab Inuvik: inuvik.ca, Arctic Chalet Tours: arcticchalet.com
•Nahanni National Park: Flüge ab Fort Simpson: fortsimpson.com, Simpson Air: simpsonair.ca, South Nahanni Airways: southnahanniairways.ca
4.AUF DER DEH CHO ROUTE: ZU DEN SCHÖNSTEN WASSERFÄLLEN DER NORTHWEST TERRITORIES
Getreu dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ ist die Deh Cho Route ein echter Geheimtipp für jeden Roadtrip-Fan. Ganz unberührt von Stress und Hektik der Zivilisation führt sie durch Kanadas wilden Nordwesten, vorbei an grandiosen Naturschauplätzen und Geheimnissen aus längst vergangenen Tagen.
Auf einer Strecke von insgesamt 1800 Kilometern durchquert sie dabei den Norden der Provinzen Alberta und British Columbia sowie die südlichen Northwest Territories. Auf kaum befahrenen, aber gut gewarteten Straßen und Schotterpisten folgt sie dem Mackenzie, dem Liard und dem Alaska Highway auf den Spuren der Händler und Pioniere, die den Norden Kanadas vor Jahrhunderten erkundeten. Sie kamen, um bei den Ureinwohnern Pelze einzutauschen und befuhren dabei die Wasserstraßen, die seit unzähligen Generationen von den indigenen Völkern genutzt wurden. „Deh Cho“ – so nennen diese den Mackenzie River, den gewaltigen Fluss, der die scheinbar unendlichen Weiten der Northwest Territories vom Great Slave Lake bis hin zum Polarmeer durchfließt und von einem Viertel der Wassermassen ganz Kanadas gespeist wird.
Die Alexandra Falls
Waterfalls Route
„Mile Zero“ des Mackenzie Highways (Alberta Highway No. 35) ist einer der möglichen Ausgangspunkte dieses abenteuerlichen Roadtrips durch die Wildnis des Nordens. In Grimshaw, Alberta, etwa 500 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Edmonton, startet die Deh Cho Route in nördlicher Richtung. Nach weiteren 470 Kilometern erreicht man ziemlich genau am 60. Breitengrad die Grenze zu den Northwest Territories. Hier wird es feierlich: Jeder Besucher, der zum ersten Mal die Schwelle zum hohen Norden überschreitet, erhält im Besucherzentrum ein „North of 60“-Zertifikat.
Hinter der Grenze führt die Deh Cho Route auf dem Mackenzie Highway (nun NWT Highway No. 1) weiter Richtung Norden. Der danach folgende Streckenabschnitt wird auch als Wasserfallroute bezeichnet, denn zahlreiche rauschende Wasserstürze, Kaskaden und Stromschnellen säumen hier den Weg.
Bereits 45 Minuten hinter der Grenze kann man im Twin Falls Gorge Territorial Park unweit der kleinen Stadt Enterprise die Kraft und das Tosen des mächtigen Hay River spüren, wenn er sich an den Alexandra Falls mehr als 30 Meter in die Tiefe stürzt. Nur vier Kilometer flussabwärts erreicht man über einen kleinen bewaldeten Pfad einen zweiten Wasserfall – die nicht weniger eindrucksvollen Louise Falls. Hier liegt einer der schönsten und beliebtesten Campingplätze der Northwest Territories, der einen wunderbaren Blick auf die 15 Meter hohen, stufenförmigen Kaskaden im Hay River Canyon bietet.
Die Louise Falls
Die Lady Evelyn Falls
Zurück auf der Deh Cho Route fährt man nun Richtung Westen parallel zum Mackenzie River, der hier eine weite Ebene durchfließt. Ein lohnenswerter Abstecher zur kleinen Dene Siedling Kakisa führt direkt an den malerischen Lady Evelyn Falls vorbei. Landschaftsarchitekten hätten diesen Wasserfall kaum besser planen können, als die Natur sie gebaut hat. An den sichelförmigen Felsen fällt der Kakisa River wie ein knapp 18 Meter langer Vorhang aus Sprühnebel und Gischt herab.
Camper auf dem Mackenzie Highway
Bei der Weiterfahrt auf dem Mackenzie Highway machen die Sambaa Deh Falls im gleichnamigen Territorial Park mit donnerndem Getöse auf sich aufmerksam. Einen kleinen Spaziergang flussaufwärts sprudelt ein weiterer Wasserfall fröhlich vor sich hin: die Coral Falls sind weniger pompös, dafür hat man sie meist für sich allein.
