Der Organ-Kalender des Tibetan Pulsing - Elvira Schneider - E-Book

Der Organ-Kalender des Tibetan Pulsing E-Book

Elvira Schneider

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Beschreibung

Tibetan Pulsing ist der Puls des Lebens, der Körper und Seele weise zusammenführt. In den Klöstern Tibets ist seit Langem bekannt: Jede Körperzelle besteht aus pulsierender Energie, und Blockaden können zu körperlichen Symptomen führen. Diese Energien bringt das Tibetan Pulsing Healing durch sanften Druck auf den Körper mit der Kraft des Pulsschlags wieder ins Fließen. Die 24 inneren Organe, zu denen neben Herz, Milz und Lunge z. B. auch das Hara gehört, und deren spezifische Themen erfahren im Organ-Kalender jeweils zwei Wochen lang besondere Unterstützung durch Mudra - Meditationen, Heilströmen und Partnerübungen zum gemeinsamen Pulsieren. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte angeregt, der Körper wird harmonisiert und vitalisiert, und negative Gefühle weichen Klarheit und tiefem Frieden. Elvira Schneider, Heilpraktikerin und Körpertherapeutin, setzt diese traditionelle Art der Heil- und Energiearbeit seit über 30 Jahren ein, in die sie vom Begründer der Methode selbst initiiert wurde. Ihr unverzichtbares Grundlagenwerk ist eine Einführung in das Tibetan Pulsing, ein umfassender Überblick über die 24 inneren Organe und zugleich ein lehrreiches Praxisbuch mit zahlreichen Übungen auch für Fortgeschrittene und Therapeuten.

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Seitenzahl: 442

Veröffentlichungsjahr: 2021

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ELVIRA SCHNEIDER

DerOrgan-Kalender des Tibetan Pulsing

Mit der Kraft des Pulsschlags die 24 inneren Organe harmonisieren

Die Ratschläge in diesem Buch sind sorgfältig erwogen und geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat. Alle Angaben in diesem Buch erfolgen daher ohne Gewährleistung oder Garantie seitens der Autorin oder des Verlages. Eine Haftung der Autorin bzw. des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

Dieses Buch enthält Verweise zu Webseiten, auf deren Inhalte der Verlag keinen Einfluss hat. Für diese Inhalte wird seitens des Verlags keine Gewähr übernommen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich.

ISBN Printausgabe: 978-3-8434-1475-3

ISBN E-Book: 978-3-8434-6450-5

Elvira Schneider:

Der Organ-Kalender des Tibetan Pulsing

Mit der Kraft des Pulsschlags die 24 inneren Organe harmonisieren

© 2017, 2021 Schirner Verlag, Darmstadt

Umschlag: Simone Fleck, Schirner, unter Verwendung von Bildern (siehe Bildnachweis)

Print-Layout: Simone Fleck, Schirner

Lektorat: Katja Hiller, Schirner

E-Book-Erstellung: Zeilenwert GmbH, Rudolstadt, Germany

www.schirner.com

Überarbeitete Neuausgabe 2021 – 1. E-Book-Auflage April 2021

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und

sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte Wiedergabe

sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Vorwort zur zweiten Auflage

WIE ALLES BEGANN –Meine Initiation in Tibetan Pulsing

Zur VERWENDUNG des Buches und zur HERKUNFT des Tibetan Pulsing Healing

Was ist Tibetan Pulsing? Was ist sein Ursprung?

Wie Sie dieses Buch anwenden können

Die Wirkzeit der Organe im täglichen Rhythmus

Wie wird Tibetan Pulsing angewendet, bzw. wie wird der Puls initiiert und gehalten?

Die Augen als Spiegel der Seele – ganzheitliches Augenlesen als Diagnoseform beim Tibetan Pulsing

DIE 24 INNEREN ORGANE

Das HaraEntfaltung von Stärke | 22. Juni bis 6. Juli

Übung zur Selbststärkung und Selbstwahrnehmung

Meditation zum Hara

Mudra-Meditation für das Hara

Heilströmen für das Hara

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Das HerzEntfaltung von Liebe | 7. bis 21. Juli

Mudra-Meditation für das Herz

Heilströmen für das Herz

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Das GroßhirnEntfaltung von Integrität | 22. Juli bis 6. August

Mudra-Meditation für das Großhirn

Heilströmen für das Großhirn

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Der HalsEntfaltung von Authentizität | 7. bis 22. August

Übung zur Reinigung des Halschakras

Mudra-Meditation für den Hals

Heilströmen für den Hals

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die ZungeEntfaltung von Wahrheit | 23. August bis 6. September

Mudra-Meditation für die Zunge

Heilströmen für die Zunge

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die ArmeEntfaltung von Gleichgewicht | 7. bis 22. September

Mudra-Meditation für die Arme

Heilströmen für die Arme

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die BauchspeicheldrüseEntfaltung von Kreativität | 23. September bis 7. Oktober

Mudra-Meditation für die Bauchspeicheldrüse

Heilströmen für die Bauchspeicheldrüse

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die BlaseEntfaltung von Gelassenheit | 7. bis 22. Oktober

Mudra-Meditation für die Blase

Heilströmen für die Blase

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die GeschlechtsorganeEntfaltung von Sexualität | 23. Oktober bis 6. November

Meditation für das Dritte Auge

Mudra-Meditation für die Geschlechtsorgane

Heilströmen für die Geschlechtsorgane

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Das SteißbeinEntfaltung von Vertrauen | 7. bis 22. November

Mudra-Meditation für das Steißbein

Heilströmen für das Steißbein

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Der ZwölffingerdarmEntfaltung von Respekt | 23. November bis 6. Dezember

Anregungen zur Stärkung des Zwölffingerdarms

Mudra-Meditation für den Zwölffingerdarm

Heilströmen für den Zwölffingerdarm

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die FortpflanzungsorganeEntfaltung von Vitalität | 7. bis 21. Dezember

Übung: Knochenschütteln

Mudra-Meditation für die Fortpflanzungsorgane

Heilströmen für die Fortpflanzungsorgane

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die MilzEntfaltung von Enthusiasmus | 22. Dezember bis 5. Januar

Mudra-Meditation für die Milz

Heilströmen für die Milz

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Der DünndarmEntfaltung von Zuneigung und Objektivität | 6. bis 20. Januar

Stopp-Übung

Mudra-Meditation für den Dünndarm

Heilströmen für den Dünndarm

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Der DickdarmEntfaltung von Kooperation | 21. Januar bis 4. Februar

Übung »Schützende Pyramide«

Mudra-Meditation für den Dickdarm

Heilströmen für den Dickdarm

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die LungeEntfaltung von Freude und Inspiration | 5. bis 19. Februar

Übung: Atemmeditation

Mudra-Meditation für die Lunge

Heilströmen für die Lunge

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die GallenblaseEntfaltung von Unabhängigkeit | 20. Februar bis 6. März

Tipp: Den feurigen Flamenco spüren

Mudra-Meditation für die Gallenblase

Heilströmen für die Gallenblase

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die LeberEntfaltung von Sicherheit | 7. bis 21. März

Tipps für eine starke Leber

Mudra-Meditation für die Leber

Heilströmen für die Leber

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die NebennierenEntfaltung von Mut | 22. März bis 5. April

Mudra-Meditation für die Nebennieren

Heilströmen für die Nebennieren

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die NierenEntfaltung von Klarheit | 6. bis 20. April

Übung zur Nierenreinigung

Mudra-Meditation für die Nieren

Heilströmen für die Nieren

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Der MagenEntfaltung von Sympathie | 21. April bis 5. Mai

Übung zur Vergebung

Tipps zur Ernährung

Mudra-Meditation für den Magen

Heilströmen für den Magen

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Der PonsEntfaltung von Zentriertheit | 6. bis 21. Mai

Übung zur Zentrierung

Mudra-Meditation für den Pons

Heilströmen für den Pons

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Die BeineEntfaltung von Potenzial | 22. Mai bis 6. Juni

Übung zur Erdung

Mudra-Meditation für die Beine

Heilströmen für die Beine

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

Das KleinhirnEntfaltung von Verständnis | 7. bis 21. Juni

Traum-Praxis

Heilende Bewegungen

Mudra-Meditation für das Kleinhirn

Heilströmen für das Kleinhirn

Intensive Körperarbeit mit einem Partner

THEMENÜBERBLICKzu den 24 inneren Organen

Schlusswort

BERICHTE VON TEILNEHMERNzur Arbeit von Elvira Schneider

Über die Autorin

Literaturhinweise

Bildnachweis

Vorwort zur zweiten Auflage

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie erinnern sich? Damals in der Schule, als es galt, das ABC zu lernen. Können Sie sich vorstellen, das Alphabet noch einmal neu zu erlernen oder, treffender gefragt, neu zu erfahren und Ihre Organe einzubeziehen? Wie die Organe unseres Körpers und das ABC zusammenhängen, können Sie in der zweiten, stark erweiterten Auflage dieses Buches von Elvira Schneider erkunden. Die Autorin empfiehlt Ihnen zum Beispiel das Tönen des zu einem bestimmten Organ gehörigen Buchstabens. Machen Sie mit? Dann lassen Sie einmal das A, das B und das C jeweils eine Weile in sich klingen, und spüren Sie die Vibrationen an verschiedenen Stellen in Ihrem Körper, obwohl alle Töne an ein und demselben Ort, nämlich mit Ihren Stimmbändern, erzeugt werden. Das A wird dem Bauchzentrum (Hara, körperliches Zentrum) zugeordnet, das B dem Herzen (emotionales Zentrum) und das C dem Großhirn (geistiges Zentrum).

Mit diesen drei Buchstaben sind alle drei wichtigen Zentren unseres Körpers angesprochen und damit alle drei Dimensionen in uns, die spirituell orientierte Menschen in der Regel gern in Einklang bringen möchten. Aber wie gelangen wir zu einem Dreiklang in Balance, zu innerer Ausgeglichenheit, die uns zum Beispiel kraftvoller, liebevoller und aufmerksamer im Sein sein lässt?

Alles, was uns im Leben emotional belastet (hat) und sich noch nicht auflösen konnte, ist in unseren Körperzellen gespeichert – in verschiedenen Organen, je nach innerem Thema. Die behutsame Arbeit mit dem Tibetan Pulsing hat das Potenzial, solche Themen aufzulösen, die sich in energetischen Staus der betreffenden Organe zeigen. Ein energetischer Stau drückt sich über Schmerzen aus, und ein Mensch, der sich wiederholt bestimmte Erlebnisse sehr zu Herzen nimmt, stirbt unter Umständen am Ende an »gebrochenem Herzen«. In dieser Redewendung wird der unmittelbare Zusammenhang zwischen emotionalen Ladungen und dem Organ Herz besonders deutlich.

Auch mit Tieren assoziieren wir sofort etwas. Das Bauchzentrum Hara, wo unsere Kraft und Stärke lokalisiert sind, wird durch die Tiere Gorilla, schwarzer Panther und Drache repräsentiert. Wie fühlt es sich für Sie an, wenn Sie ein Foto eines dieser Tiere anschauen? Ich vermute, dass Sie diese Tiere nicht niedlich finden werden, sondern allein beim Betrachten einen Ausdruck von Kraft in sich spüren. Wenn wir einen Koala sehen, löst dieses Tier etwas ganz anderes in uns aus. Augenblicklich sind wir in unserem Herzen berührt. Mir selbst sind noch die vielen Bilder vom Flächenbrand im Nordwesten Australiens am Ende des Jahres 2019 vor Augen, die zeigen, wie Menschen um die Rettung von Koalas bemüht sind – zum Teil unter Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit oder sogar ihres Lebens. Es ist ein Ausdruck außerordentlicher Herzenskraft, die, wenn sie uns nicht gerade gegeben ist, so doch von einem Koala so sehr angesprochen wird, dass wir zu solchen uns selbst gefährdenden Hilfsaktionen bereit und fähig sind. Bei dem einen oder anderen Tier werden Sie über die Zuordnung zu einem Organ in diesem Buch vielleicht verwundert sein. Dann sind Sie eingeladen, in Ruhe nachzulesen und zu entdecken, warum das so ist. Und wenn Sie schon auf Entdeckungstour gehen, welche Farben verbinden Sie mit den Organen? Da sieht zum Beispiel jemand rot vor Wut und hat diese dann auch noch im Bauch. Hier ist der Bezug zwischen der Farbe und dem Organ besonders augenfällig. Das trifft auch für den Begriff »Goldkehlchen« zu, der für einen Menschen mit einer außergewöhnlich angenehmen Stimme steht. Der ehemalige Kinderstar Heintje hatte diesen Beinamen. Wenn Sie im Buch von Elvira Schneider nachschlagen, erfahren Sie, dass die Farbschwingung des Halses bzw. der Kehle das Gold ist.

Elvira Schneider lässt Sie an ihrem umfangreichen Wissen teilhaben. Der Wert dieses Buches liegt eben darin, dass Sie nicht nur etwas über die Technik des Tibetan Pulsing erfahren, sondern auch umfängliche Informationen zu den Funktionen der Organe erhalten und darüber, was es für Ihr Wohlbefinden bedeutet, wenn das Organ gesund ist, bzw. welche physischen und psychischen Auswirkungen es haben kann, wenn das Organ eine Störung aufweist. Sie können auch nachlesen, wodurch sich im Laufe Ihres Lebens Störungen in den Organen entwickelt haben können. Übungen, Meditationen und Anleitungen zum Heilströmen sowie der eine oder andere Tipp zur Ernährung machen es möglich, dass Sie das theoretische Wissen auch mit Leben füllen. Mögen Ihnen diese vielfältigen Informationen eine Inspiration sein oder den Impuls geben, Tibetan Pulsing näher kennenzulernen, und im besten Fall eine Unterstützung Ihrer Heilung sein.

Am Ende ist es mir ein Anliegen, der Autorin, die mich von 2017 bis 2019 in Tibetan Pulsing ausgebildet hat, meinen Dank auszusprechen: Liebe Elvira, es ist ein stiller, tiefer Dank aus meinem Herzen für den Erfahrungsraum, den du mit deiner Heilarbeit für die Menschen anbietest. Was ich lernen durfte, ist weit mehr als das rein Faktische. Mich hat die feinstoffliche Ebene des Tibetan Pulsing berührt, und es war diese von mir gespürte zarte und zugleich kraftvolle Energie, die mich mittlerweile nachhaltig in einem ganzheitlichen Wohlgefühl schwingen lässt. Das Gelernte und Erfahrene mit anderen Menschen teilen zu dürfen, ist ein weiteres Geschenk, das ich nicht missen möchte.

Mit dem Schmunzeln meines Buddha-Bauches wünsche ich deinem Buch eine breite Aufmerksamkeit und dir so viel Leichtigkeit im Sein, damit du deine Heilarbeit noch lange ausüben kannst.

Monika (aus Berlin)

WIE ALLES BEGANN – Meine Initiation in Tibetan Pulsing

Es war im Jahr 1987, als ich – nach knapp sieben Jahren – zum zweiten Mal nach Indien fuhr. Die erste Reise in den Ashram von Poona unternahm ich im Alter von einundzwanzig Jahren. Sie entstand aus einem inneren Gefühl der Verlorenheit, einer Neugier nach Abenteuer und der Suche nach Sinn in meinem Leben. Eine erste Begegnung mit Spiritualität und dem spirituellen Meister Bhagwan Shree Rajneesh, der später den Namen Osho trug, öffnete damals mein Herz, und eine lange innere Reise entwickelte sich daraus.

Mein zweiter Aufenthalt in Poona war ganz der Entdeckung der Körper- und Energiearbeit gewidmet. Damals fand ich meine Berufung zur Heilkundlerin. Ich war dazu eingeladen worden, bei einer Ausbildung in »Divine Healing« zu assistieren, einer Synthese aus Shiatsu und chinesischer Medizin, denn die Ausbildung zur Shiatsu-Therapeutin hatte ich zwei Jahre zuvor in Amsterdam absolviert. Die Zeit im Ashram war erfüllt von Freude, inneren Prozessen, Austausch mit Gleichgesinnten, Kreativität und Lebenslust. Gegen Ende meines Aufenthaltes – ich hatte noch gut eine Woche Zeit – sprang mir folgende Ankündigung in die Augen: »Tibetan Pulsing Healing presents: Ignition Group – Igniting the fire«. Das Feuer entzünden – diese Worte zogen mich magisch in ihren Bann. Das Angebot klang mysteriös und vielversprechend, und ich war bereit, etwas vollständig Neues kennenzulernen. Also buchte ich diese Gruppe.

Damit begann eine Abenteuerreise, die bis zum heutigen Tag anhält und letztlich zur Veröffentlichung dieses Buches geführt hat.

Igniting the Fire – Das Feuer entzünden: Mit einer kurzen Einleitung, von der ich wenig verstand, begann das Seminar. Die Körperarbeit war mir fremd und doch seltsam vertraut. Es ging auch gleich zur Sache: Ein Teilnehmer legte sich auf den Rücken, sein Partner positionierte sich an dessen Fußende und umschloss mit den Händen die Knöchel des Liegenden. Dann platzierte der aktive, gebende Partner einen Fuß unter dem Steißbein des Liegenden, des empfangenden Partners, und den anderen Fuß auf dem Schambein. Sanfter Druck, der auf die Knochenstrukturen ausgeübt wurde und die sexuelle Energie befeuerte, wurde mittels des Pulsschlags durch den Körper des Liegenden bewegt, stieg ins Herzzentrum auf, um dort in feinere Schwingungen transformiert zu werden. Wo war ich hier gelandet? In einer Art Tantra-Gruppe vielleicht? Was mich ein wenig beruhigte, war die Tatsache, dass alle bekleidet waren (und es auch blieben).

Wie sich später herausstellen sollte, geht es beim Tibetan Pulsing um eine Form des »Weißen Tantra«. Weißes Tantra-Yoga ist letztlich die Wissenschaft vom Bewusstsein, und Weißem Tantra wird eine starke Wirkung nachgesagt – vergleichbar mit jahrelanger regelmäßiger Meditationspraxis. Im Unterschied zum »Roten Tantra«, bei dem es auch um die sexuelle Vereinigung geht, wird beim Tibetan Pulsing die sexuelle Kraft genutzt, um tiefe innere Prozesse in Gang zu setzen. Die Vereinigung von Yin und Yang, von Shiva und Shakti, geschieht im inneren Gewahrsein pulsierenden Bewusstseins.

So ging es für mich in der Gruppe weiter: Nach einer Weile stellte sich eine Art Tiefenentspannung ein, in der heilsame Prozesse geschahen. Ich nahm wahr, wie sich Energiewellen durch meinen Körper ausbreiteten. Eine Welle nach der anderen strömte von meinen Zehen zum Becken und von dort bis in meine Arme. Manchmal war der Druck unangenehm, sogar etwas schmerzhaft, doch bald löste sich jeder körperliche Schmerz in ein pulsierendes, strömendes, lebendiges Glücksgefühl auf.

Im weiteren Verlauf der Tage verwandelte sich mein Körper in ein Bündel pulsierender Energie – ähnlich prickelndem Champagner. Ich fühlte mich wie ein Fisch im Ozean. Es war, als würde ich aus einer inneren Wüstenlandschaft in warmes, weiches und frisches Quellwasser eintauchen. Am Ende der Woche hatte ich ein vollständig neues Körper- und Lebensgefühl gewonnen.

Es sollte noch drei Jahre dauern, bis ich die Zeit und die Mittel hatte, wieder nach Indien zu reisen, um die Ausbildung in »Tibetan Pulsing Healing« zu machen. Während vieler Lehrjahre und weiterer Prozesse, die durch Assistenzen in Einzelsitzungen, Gruppen und Ausbildungen angestoßen wurden, vollzog sich ein innerer und äußerer Wandel in mir. Ich erlangte ein ausgeprägtes Verständnis der Zusammenhänge von Körper, Geist und Seele und der Heilung auf allen Ebenen.

Shantam Dheeraj, als James R. Murley im Jahr 1940 in Dallas, Texas, geboren, war der Begründer und Vermittler des Tibetan Pulsing. Er eröffnete mir damals ein universales Konzept, das neu und faszinierend war, genial und unfassbar zugleich. Er sprach von der Beziehung zwischen Sonne und Mond und deren Einflüssen auf den Planeten Erde und den Menschen. Er stellte einen Bezug dazu her, wie sich traumatische Ereignisse, vom Embryo im Mutterleib angefangen bis zum aktuellen Tag, in Markierungen und Schatten der Iris des menschlichen Auges abbilden. Durch die Betrachtung der Augen war er in der Lage, in die tiefsten Schichten der Persönlichkeit vorzudringen.

Dieses Heilwissen saugte ich förmlich in mich auf. Das, was gesprochen wurde, fand Resonanz in mir. Der Klang der Wahrhaftigkeit, der Geschmack authentischer Lehre ließen mich vertrauen, und so probierte ich es selbst aus. Shantam Dheeraj sagte immer wieder: »Glaubt nicht einfach, was ich sage, sondern überprüft es selbst. Vertraut mir, denn mein Name Shantam Dheeraj bedeutet ›Duft des Vertrauens.‹«

Jeden Tag lernten wir die Zusammenhänge auf theoretische und praktische Weise – bezogen auf die unterschiedlichen Organe – kennen. Etwas Phänomenales geschah: Ein Verständnis jenseits des Denkens fand statt, meine Zellen nahmen das Wissen auf. Das menschliche Energiesystem entblätterte sich mir wie die vielen Häute einer Zwiebel: Mit jeder Ablösung alter Strukturen, mit jeder Zwiebelschale, fand ein noch tieferes Verstehen der Muster statt, die im Körper, in den Emotionen und im Denken fixiert sind.

Damit sind wir beim Kern dessen, wie Tibetan Pulsing innerhalb der drei Energiezentren des Organismus wirkt: auf die körperliche Ebene mit ihren Instinkten, auf die emotionale Ebene mit ihren Gefühlen und auf die geistige Ebene mit ihrem Denken.

Die Körperebene beinhaltet die Instinkte und Impulse, durch die wir handeln.

Diese Ebene berühren wir an den knochigen Strukturen der Beine und Arme.

Die Emotionen wirken auf der magnetischen Ebene mit der Kraft von Anziehung und Abstoßung, von Vorlieben und Abneigungen. Diese Ebene erreichen wir über die Berührung von Punkten am Oberkörper.

Mit dem Verstand, seinen Glaubensvorstellungen und seinen angelernten und übernommenen Denkmustern, verbinden wir uns über Punkte im Gesicht. Indem diese drei Ebenen mittels sanfter, anhaltender Berührung pulsiert und ausgeglichen werden, entsteht die vierte Ebene: Unisono, der Einklang. Diese Ebene berühren wir über Punkte am Kopf. Sie verbindet Körper, Emotionen und Geist miteinander und führt in einen Raum jenseits dieser drei Bereiche – in ein erweitertes Bewusstsein, in dem sich leidvolle Muster in Frieden, Einklang und Glück auflösen können.

Anders ausgedrückt: Das, was im Dunkeln lag, kommt ans Licht. Die Wahrnehmung wird feiner und klarer, sodass es möglich ist, zu erkennen, wie Gedanken und die damit zusammenhängenden Gefühle und Symptome des Körpers den Klebstoff für Leiden bilden und diese Leiden immer wieder neu erschaffen.

Diese Zusammenhänge möchte ich Ihnen an einem Beispiel aus der Praxis erläutern: Eine junge Frau hatte eine nervliche Entzündung im Halswirbelbereich, die medizinisch behandelt wurde. Sie wurde dazu aufgefordert, weitere Untersuchungen machen zu lassen, um eine Multiple Sklerose auszuschließen. Dieser Verdacht schockierte sie so sehr, dass sie panisch wurde, Ängste entwickelte, sich immer wieder untersuchen ließ und regelrecht darauf wartete, endlich die Diagnose »unheilbar krank« zu erhalten. Ihre Gedanken kreisten nur noch darum und holten ein altes Problem an die Oberfläche – nämlich, dass sie schon immer das Gefühl gehabt hatte, etwas stimme nicht mit ihr. Die Augendiagnose im Rahmen des Tibetan Pulsing ergab einen deutlichen Zusammenhang mit diesen Gedankenmustern, die sich durch ein traumatisches Erlebnis in ihrer Kindheit festgesetzt hatten. Genau daran arbeiteten wir, und nach einigen Sitzungen stellte sie fest, dass ihre alten Gedanken keinen Nährboden mehr fanden. Sie lernte, ihren eigenen Gefühlen zu trauen, anstatt sich von Zweifeln und Ängsten bestimmen zu lassen. Die Körperarbeit gab ihr die Kraft und die innere Einsicht, und bei der nächsten medizinischen Untersuchung stellte sich heraus, dass es keinen Grund für ihre Besorgnis gab.

Zur VERWENDUNG des Buches und zur HERKUNFT des Tibetan Pulsing Healing

Auf den folgenden Seiten finden Sie eine grundlegende Einführung in die Heilkunst des Tibetan Pulsing und eine Orientierungshilfe zu den vierundzwanzig inneren Organen. Das Buch kann Sie durch das ganze Jahr begleiten, denn die Organe korrespondieren jeweils mit zwei Wochen – meist fünfzehn, manchmal sechzehn Tagen – im Jahresverlauf.

Das Wissen, auf dem dieses Buch basiert, wurde mir durch Shantam Dheeraj übertragen. Es ist zudem verwoben mit den Erfahrungen aus meiner dreißig Jahre anhaltenden Tätigkeit mit dieser Körper- und Energiearbeit. Ich bin Shantam Dheeraj und den alten Lehrern zu großer Dankbarkeit verpflichtet und schreibe in bestem Wissen und Gewissen über einen wesentlichen Teil seiner Arbeit: die vierundzwanzig inneren Organe im Jahresverlauf.

Tibetan Pulsing beinhaltet jedoch viel mehr als das: Es ist ein komplexes System, das dem Lernenden immer wieder neue Türen öffnet und sein Verständnis immer weiter vertieft. Tibetan Pulsing ist in erster Linie eine körpertherapeutische Arbeit am Nervensystem des menschlichen Organismus. Diese Methode ist mit anderen Heilmethoden kaum vergleichbar, sie ist einzigartig in der Behandlungsweise und in der Diagnoseform.

Dieses Buch bietet Ihnen die Möglichkeit, mit dem System des Tibetan Pulsing in Kontakt zu kommen. Wenn es Sie neugierig gemacht hat, empfehle ich Ihnen, Seminare und Ausbildungen zu besuchen, in denen Sie lernen, Tibetan Pulsing anzuwenden. Oder Sie machen eine erste Erfahrung in einer Einzelbehandlung.

»Alles geschieht im Einklang, nichts ist getrennt voneinander. Die äußere Welt ist eine Reflexion der inneren Welt und umgekehrt. Was dem Planeten Erde, der Großen Mutter, geschieht, ist gekoppelt mit unseren Handlungen und wirkt sich auf unser Leben aus. Die Erde ist genauso wie der menschliche Körper von Energiebahnen durchzogen und reagiert auf den Einfluss des Mondes und der Sonne.

Was ist Tibetan Pulsing? Was ist sein Ursprung?

Tibetan Pulsing wurde von Shantam Dheeraj begründet. Mit großer Wahrscheinlichkeit beruht die Einteilung der Organe in zeitliche Abläufe – die für die Arbeit mit Tibetan Pulsing von großer Bedeutung ist –, auf einem uralten taoistischen Lebensprinzip, einem 5000 Jahre alten chinesischen Kalender. Die überlieferte Geschichte dazu ist folgende:

Vor 5000 Jahren schrieb der chinesische Kaiser Wen ein Buch über das I Ging. Davor hatte er fünfzehn Jahre in einer Höhle verbracht und dort einen Kalender an der Wand hinterlassen, eine Art Bauern-Almanach. Dieser Kalender wurde Xi Xei (Chi Chei) genannt und beschreibt das, was wir heute im tibetischen Kalender vorfinden. Kaiser Wen meditierte über Frequenzen und Vibrationen, die er wahrnahm, und entdeckte bestimmte Energie- und Frequenzüberschneidungen. Seine Beobachtungen und Erkenntnisse hielt er in seinem Almanach in Symbolen in vierundzwanzig Einheiten fest. Der Xi Xei beschreibt diese vierundzwanzig Tonfrequenzen, die der Planet Erde und auch der Mensch durchläuft, sowie den menschlichen Organismus und seine vierundzwanzig Frequenzen, denn jedes Organ hat seine eigene Frequenz. Der Jahreskreislauf ist eine komplette Gestalt und enthält vierundzwanzig Einheiten (Organe), vierundzwanzig Positionen in der Beziehung von Erde und Sonne, vierundzwanzig Stimmungen in der Beziehung von Mond und Erde.

Shantam Dheeraj, der damals noch James R. Murley hieß, hatte auf der Basis dieses alten Kalenders, inspiriert durch die Begegnungen mit verschiedenen tibetischen Lehrern, z. B. Kalu Rinpoche, seiner Heiligkeit dem Karmapa, Dilgo Khyentse und dem taoistischen Meister Ni Hua Ching aus China, gelernt, seine bis dahin selbstzerstörerischen Handlungen in neue und kreative Bahnen zu lenken. Er entwickelte eine Heilkraft, mit der er Tumore zum Schmelzen bringen konnte. Der chinesische Meister Ni Hua Ching, der von den Kommunisten aus China vertrieben worden war, sagte einmal zu Dheeraj, dass das Ziel von Dheerajs Arbeit sei, »die Energie vom Kopf zum Herzen zurückzubringen«.

Diese Technik wirke so stark, so Dheeraj, dass sie in Tibet nur innerhalb der Klöster weitergegeben worden sei. Als er den tibetischen Meister Duchem Rinpoche in New York besuchte, sagte dieser zu ihm: »Jetzt musst du alles, was du von uns gestohlen hast, nehmen und es dem Drachen übergeben.« Duchem Rinpoche hatte ihn mit seiner Aussage auf seinen weiteren Weg gebracht: »Wem«, fragte Dheeraj zurück, »soll ich diese Heilkraft übergeben?« Der Rinpoche antwortete nur: »Er ist der radikalste Meister, der jemals gelebt hat.« Als Dheeraj fragte, wie er diesen Mann finden könne, bekam er die Antwort: »Folge den Anweisungen derer, die in Liebe zu dir sprechen.« Das war im Jahr 1980, und unmittelbar darauf unterrichtete Dheeraj eine Gruppe von Sannyasins, Schüler von Bhagwan Shree Rajneesh, in London, wo er auch zum ersten Mal ein Video mit Bhagwan sah. Er wusste sofort: Das ist ER. Das ist der Drache.

1983 kam Dheeraj zum ersten Mal in Kontakt mit Osho, wie sich Bhagwan mittlerweile nannte. Er öffnete sich für Osho als seinen Meister und erhielt einen neuen Namen: Shantam Dheeraj (Duft des Vertrauens). Osho schlug vor, die Arbeit, die Dheeraj entwickelte, »Tibetan Pulsing Healing« zu nennen, und hob hervor, dass Dheeraj eine Wissenschaft perfektioniert hatte, die in Tibet seit mehr als 2000 Jahren praktiziert worden sei.

Auf meiner Suche nach Liebe und Wahrheit bin ich demselben »Drachen« begegnet und traf bei ihm auf Shantam Dheeraj. Nach meinem ersten Aufenthalt in Poona, Indien, 1981, wusste ich: Osho ist mein Meister. Nach der ersten Erfahrung mit Tibetan Pulsing 1989 war mir klar: Das ist die Arbeit, für die ich brenne.

»Osho spricht oft über das ›kühle Feuer‹«, erklärte uns Shantam Dheeraj, »und genau das entsteht, wenn man die Sexualenergie mit dem Pulsschlag verbindet. Ein kühles Feuer, das alles, was unnatürlich ist, wegbrennt, alles, was nicht wirklich ist, was nicht dorthin gehört, ohne dabei das natürliche Gewebe zu verletzen.«

Shantam Dheeraj verließ seinen Körper 1998 in Rom, nachdem er von der »University of World Peace« in Mailand einen Doktortitel für seine Dissertation »Where does the World come from« erhalten hatte.

Wie Sie dieses Buch anwenden können

Den Kern des Buches bildet der Überblick über alle inneren Organe, die einmal im Jahr eine Wirkzeit von etwa zwei Wochen haben. In dieser Zeit sind die Organe besonders empfänglich, können aber auch außerhalb der zwei Wochen mit den hier dargestellten Übungen harmonisiert werden. Neben den Organen unseres Körpers, die wir kennen, zählen in der Heilarbeit des Tibetan Pulsing z. B. auch Arme, Beine oder das Hara zu den inneren Organen. Die genauen Hintergründe dieser besonderen Einteilung sowie die Symptome und Behandlungspunkte der Organe werden ausführlich in einer Tibetan-Pulsing-Ausbildung vermittelt und sind nicht Teil dieses Buches.

Im Jahresverlauf ist die Wirkzeit eines Organs festgelegt und auch unveränderlich. Da die Erde und auch der Mensch dem Einfluss der Mondrhythmen unterliegen, wechselt das Organ alle zwei Wochen, sodass wir während der Hauptwirkzeit immer entweder eine Voll- oder eine Neumondphase haben. Die Erde ist genauso wie der menschliche Körper abhängig vom Mond und von der Sonne. Unser Planet durchlebt die gleichen Stimmungen wie wir selbst – er ist ebenso ein Organismus. Deswegen können auch Länder der Erde bestimmten Organen zugeordnet werden, aber auch Tiere und Farben. So schlägt das Herz der Erde in Frankreich, das Hara zentriert sich in Japan, das Großhirn ist assoziiert mit Tibet, der Hals drückt sich in England aus usw. Jeder kennt Paris als Stadt der Liebe, Japan als Land für Kampfsportarten und Tibet als Land des höchsten geistigen Wissens.

Mit diesem Buch können Sie tiefe Einsichten in die Zusammenhänge der inneren Organe und Ihres Körpers gewinnen, die Ihnen bisher vielleicht rätselhaft waren. Sie haben die Möglichkeit, sich selbst in einem neuen Kontext wahrzunehmen und sich durch das Jahr begleiten zu lassen. Sie können auch Ihre letzten Jahre Revue passieren lassen und dramatische Momente, die Sie durchlebt haben, auf einer tieferen Ebene nachvollziehen. Im Wissen um die Rhythmik der Stimmungen, die die Organe mit sich bringen, gewinnen wir Menschen ein besseres Verständnis unserer momentanen Gefühlslage und begreifen, was um uns herum geschieht und warum es gerade jetzt stattfindet. Wir können beobachten, in welchem Zeitabschnitt die Dinge besonders gut laufen und in welcher Phase wir immer wieder mit denselben ungelösten Themen konfrontiert werden.

An einem Beispiel aus eigener Erfahrung möchte ich Ihnen dies näher erläutern: Jedes Jahr im Oktober erlebe ich mehr Stress als in jedem anderen Monat im Jahr. Es ist, als ob sich in dieser Zeit alles bündelt und verdichtet. Egal, wie sehr ich darauf achte, dass ich mich nicht übernehme, geschieht es regelmäßig in der Zeit der »Blase« (7.–22. Oktober). Ich gerate in solch eine Bedrängnis mit meiner Arbeit, dass ich es kaum noch schaffe, mich zu entspannen. Seit ich weiß, dass hier die »Blase« wirkt, der die Themen Gelassenheit und Stress zugeordnet sind, kann ich dem Druck gelassener entgegensehen. Das macht einen bedeutenden Unterschied: Ich weiß, dass der Stress bald vorüber sein wird, und ich versuche seit einigen Jahren, mir in dieser Zeit eine Auszeit zu gönnen. Dies stärkt meine Blase, lässt mich in Situationen, in denen sehr viel los ist, entspannt bleiben und alles mit mehr Humor sehen.

Wenn Sie wissen, welches Organ gerade aktiv ist, können Sie das Wissen nutzen, um im Einklang mit der Erdschwingung zu sein. Die Auflösung der künstlichen Trennung von »Ich hier – Du (die Erde) dort« erschafft eine starke Grundlage für Transformation. Sie sehen sich dann nicht mehr als ein getrenntes Wesen, das um sein Überleben kämpfen muss.

Die Wirkzeit der Organe im täglichen Rhythmus

Außer der speziellen zweiwöchigen Wirkzeit wechseln die Organe in einem täglichen Rhythmus von Sonnenaufgang bis -untergang und auch in der Nacht. Shantam Dheeraj entdeckte diesen Rhythmus während seiner aus medizinischer Sicht unheilbaren Erkrankung und dem daraus hervorgehenden Selbstheilungsprozess, indem er etwa alle zwei bis drei Stunden eine Veränderung in der Schwingungsfrequenz wahrnahm. Er hörte quasi die Tonfrequenzen und ordnete sie den Organen zu. Diese Veränderungen beobachtete er über viele Monate.

So ergab sich für ihn die schlüssige Wahrheit, dass zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang das erste Mal die Organe des jeweiligen Tages abwechselnd in den Vordergrund treten. In der Zeit zwischen Sonnenaufgang und 14 Uhr dominiert das erste Organ des Tages ein zweites Mal. In der Zeit nach 14 Uhr bis Sonnenuntergang ist die Wirkzeit des zweiten Organs des Tages. Nach Sonnenuntergang gibt es einen dritten Verlauf, in dem beide Organe bis Mitternacht ihre Wirkung entfalten.

Ein Beispiel: Ein Tag X im August beginnt um Mitternacht mit dem Organ »Zunge«. Um 3 Uhr geht er in das Organ »Steißbein« über. Diese Energie bleibt bis zum Sonnenaufgang um 6 Uhr. Dann wiederholt sich die »Zunge« und wirkt bis 14 Uhr. Um 14 Uhr wird das Organ abgelöst, und die Energie des »Steißbeins« dominiert bis zum Sonnenuntergang um 20 Uhr.

Nach Sonnenuntergang ist zum letzten Mal an diesem Tag die »Zunge« bis um 22 Uhr aktiv. In der Zeit zwischen 22 Uhr und Mitternacht wirkt noch einmal das »Steißbein«. Um Mitternacht erleben wir dann den Wechsel in die nächsten beiden Organe.

Die Wirkzeit über den Tag kann der mentalen Ebene zugeordnet werden, die Wirkzeit am Abend nach Sonnenuntergang der emotionalen Ebene und die Wirkzeit in der Nacht bis Sonnenaufgang der körperlichen sowie unterbewussten Ebene.

An einem Tag im Winter ist die Länge der Wirkzeit anders, weil der Sonnenaufgang später und der Sonnenuntergang früher stattfinden, der Tag also deutlich kürzer ist.

Wie wird Tibetan Pulsing angewendet, bzw. wie wird der Puls initiiert und gehalten?

Tibetan Pulsing ist in erster Linie eine körpertherapeutische Arbeit am Nervensystem des menschlichen Organismus. Das Besondere liegt in der Direktheit, mit der Tibetan Pulsing an den Organen und Knochenstrukturen des Körpers angewendet wird. Diese Heilarbeit ist in der Lage, das gesamte Nervensystem auszubalancieren. Die Herangehensweise ist außergewöhnlich, da mit Händen, Füßen und dem Einsatz des ganzen Körpers gearbeitet wird, um in einen nahen Kontakt mit dem Puls des Klienten zu kommen. An jedem der Berührungspunkte wird mittels des Pulses Energie durch den Körper transportiert. Blockaden können sich auflösen, unterversorgte Bereiche werden vitalisiert und mit Energie aufgefüllt. Man erlebt ein wohltuendes Strömen, eine Revitalisierung, eine Tiefenentspannung, ein Glücksgefühl, inneren Frieden u.v.m. Tibetan Pulsing kann für alle Symptomenkomplexe des Körpers sowie für die Bereiche der Emotionen und der geistigen Verstrickungen des Verstandes angewendet werden.

Im Tibetan Pulsing arbeiten wir mit dem Energiesystem des Körpers, um ihn bei der Selbstheilung zu unterstützen. So kann die natürliche Balance wiederhergestellt und der energetische Zustand eines Menschen angehoben werden.

Am Ende jedes einzelnen Organkapitels im Hauptteil des Buches finden Sie einfache Übungen zum Heilströmen sowie eine Mudra-Meditation, mit der Sie gezielt am jeweiligen Organ arbeiten können. Sie nutzen dabei die Visualisierung von Farben und bilden die Töne der entsprechenden Organe. Tönen Sie die Buchstaben immer in der englischen Aussprache, z. B. B als /bi:/ oder Q als /kju:/. Das intensiviert Ihre nach innen gerichtete Aufmerksamkeit. Mit dem Tönen wird das Organ in seiner Schwingung unterstützt und angeregt.

Alle diese Übungen sollen Ihnen einen Einblick in die komplexe Arbeit des Tibetan Pulsing vermitteln, die nur in einer entsprechenden Ausbildung erlernt werden kann. Tibetan Pulsing arbeitet mit einer einzigartigen Landkarte der menschlichen Psyche, die auf den vierundzwanzig inneren Organen des Körpers basiert. Diese Landkarte enthüllt emotionale, psychische und physische Themen, die entstehen, wenn ein energetisches Ungleichgewicht oder eine Blockade in einem oder mehreren inneren Organen vorhanden ist. Diese zu erforschen, gibt uns einen Einblick in die Psyche, in unsere Emotionen, unsere unbewussten Verhaltensmuster und unsere Reaktionen. Wir beginnen, uns selbst und andere auf einer tieferen Ebene zu verstehen. Die Verbindung von Körper, Geist und Emotionen wird auf präzise Weise hergestellt.

Dies möchte ich Ihnen an einem Beispiel erläutern: Eine Energieblockade in den Nieren verhindert, dass wir Angst fühlen und durchlassen. Statt empfänglich für diese Emotionen zu sein, verhindern wir sie, indem wir uns und die Nieren »hart machen«, über die Angst hinweggehen oder sie einfach wegdrücken. Dieser geistige Eingriff erzeugt aber noch mehr Angst, die wiederum unterdrückt werden muss. Ein unheilvoller Kreislauf beginnt, der uns mehr schadet als nützt. In der Körperarbeit werden die Punkte, die den Nieren zugeordnet sind, berührt und pulsiert. Das ermöglicht einen energetischen Durchfluss und unterstützt das Loslassen von Verhärtungen in diesem Bereich. Die anhaltende Berührung und Zuwendung schafft einen Raum, der Nähe zu sich selbst wieder möglich macht.

In der praktischen Arbeit beim Tibetan Pulsing werden immer zwei Punkte gehalten, so, wie Sie es in den Abbildungen bei den jeweiligen Übungen sehen. Zuerst werden die Kopfpunkte zusammen mit den Punkten im Gesicht gehalten. Der Kontakt wird meist mit dem Zeige- und dem Mittelfinger hergestellt, manchmal aber auch nur mit einem Finger. Das kommt ganz auf die Größe der Finger und die Stelle an, die berührt wird. Neben der Nase oder am Ohr braucht es nur einen Finger, Berührungen am Becken oder an der Hüfte sollten mit mehreren Fingern ausgeführt werden. Mit der Zeit findet hier jeder seinen Weg, die Energie fließen zu lassen. Ein sanfter und stetiger Druck sowie eine offene und entspannte Haltung des aktiven, gebenden Partners machen es möglich, den Puls an den jeweiligen Berührungspunkten zu fühlen. Das ist der rote Faden. An ihm entlang fühlen wir, ob wir Druck nachlassen oder verstärken können. Die Intention ist, eine harmonische Schwingung zwischen den beiden Punkten zu erzeugen. Dies geschieht von selbst, wenn wir aufmerksam und präsent bleiben. Mit Ihrer Präsenz und Feinfühligkeit geben Sie je nach Gefühl etwas mehr oder etwas weniger Druck, bis es zu einem harmonischen Pulsschlag in beiden Punkten kommt. Es ist, als würde man das Stromkabel einer Lampe in eine Steckdose stecken und das Licht anknipsen. Es braucht das Kabel und die Steckdose, also zwei Punkte, die zusammengebracht werden. So können Sie sich die Verbindung der beiden Punkte vorstellen. Ist der Punkt nicht wirklich gut getroffen, fließt keine Energie und ist kein Puls spürbar. Sie können dann millimeterweise die Berührung des Punktes verändern, bis Sie eine Wirkung bzw. den Pulsschlag im Punkt fühlen.

Ihr rezeptiver, empfangender Partner wird Ihnen eine Rückmeldung geben können, ob sich die Verbindung einstellt und er eine Wirkung in sich spüren kann.

Nach etwa 10 Minuten wechselt der gebende Partner die Position und hält nun die Punkte am Oberkörper und an den Extremitäten oder am Becken. Hier braucht es erfahrungsgemäß einen etwas stärkeren Druck als am Kopf und im Gesicht. Die Frequenz im unteren Körperbereich ist ein wenig langsamer und schwerfälliger als im Kopfbereich. Sie können mehr Druck geben und Ihren Partner wieder um eine Rückmeldung bitten. Zum Ende des Heilströmens lassen Sie Ihren Partner noch ein paar Minuten ruhen, und danach tauschen Sie sich aus.

Für Menschen, die noch nie eine Form der Körper- und Energiearbeit kennengelernt haben, kann es schwierig sein, sich diesem System mittels eines Buches anzunähern. Für sie ist es unerlässlich, eine eigene Erfahrung in einer professionell begleiteten Gruppe zu machen.

Die hier abgebildeten Punkte sind ein Ausschnitt und Teil der weitaus komplexeren Körper- und Energiearbeit der Tibetan-Pulsing-Heilkunst. Die Körperpositionen, bei denen der Therapeut mit seinen Füßen und dem Einsatz seines ganzen Körpers arbeitet, sind nicht für eine Selbstanwendung gedacht, sondern nur nach einer Einführung in einem Tibetan-Pulsing-Seminar anzuwenden. Die Abbildungen zeigen jeweils eine der möglichen Grundpositionen – das Pulsen wird durch eine Auf- und Abbewegung des Beckens vom Therapeuten ausgeführt. Diese besonderen Übungen richten sich explizit an Fortgeschrittene, bei Anfängern sollen die Beschreibungen und Bilder die Neugier wecken, die Arbeit bei einem Tibetan-Pulsing-Therapeuten einmal kennenzulernen.

Das Heilströmen und die Arbeit mit den Punkten, die mit dem jeweiligen Organ korrespondieren, die auf den Abbildungen gezeigt wird, kann einfühlsam angewendet werden – an sich selbst oder mit einem Freund oder einer Freundin. Beides ist auch für Anfänger geeignet und führt in die Welt des Tibetan Pulsing ein. Im feinen Hinspüren ist es möglich, ein inneres Strömen, ein Pulsieren oder ein Gefühl von Entspannung wahrzunehmen. Die anhaltende Berührung der Punkte kann verschiedene Empfindungen wachrufen: ein Loslassen von Gedanken und Emotionen, ein Entspannen der Muskulatur, ein Aufsteigen von Emotionen oder Gedanken, die klärender Natur sind, ein Bewusstwerden essenzieller Themen und das Wiederspüren von zuvor tauben oder blockierten Bereichen im Körper. Die Konzentration auf das feine Erspüren bringt die Aufmerksamkeit von außen nach innen. Dies bewirkt eine Regeneration der Selbstheilungskräfte, einen Moment Auszeit vom Rad der Gedanken, Gefühle und Handlungen und schenkt eine Herzensberührung mit sich selbst.

Die vierundzwanzig inneren Organe finden sich auch in den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule wieder, weshalb beim Tibetan Pulsing oft auch über die Berührung der Wirbelsäule gearbeitet wird. Zwischen den Organen, Körperteilen und den Wirbeln bestehen nervliche Verbindungen. Dieses Wissen wird z. B. auch in der Osteopathie genutzt.

In der Körper- und Energiearbeit des Tibetan Pulsing können die einzelnen Wirbel in Kombination mit den Organpunkten berührt werden. Es ist auch möglich, einen kleinen Jonglierball unter den entsprechenden Wirbel zu legen, sowohl während der intensiven Körperarbeit als auch in Verbindung mit dem Heilströmen, vorausgesetzt, dass das Tibetan Pulsing in einer liegenden Position ausgeübt wird.

Die Augen als Spiegel der Seele – ganzheitliches Augenlesen als Diagnoseform beim Tibetan Pulsing

In einem Interview erklärte Shantam Dheeraj, der Begründer des Tibetan Pulsing, den Unterschied zwischen seinem System des Augenlesens und der klassischen Irisdiagnostik wie folgt: »Grundsätzlich gesehen werden mit der Irisdiagnose die biochemischen Abläufe des Nervensystems gelesen. Damit ist es möglich, Auswirkungen bestimmter Reize, hervorgerufen durch eine bestimmte Ursache, zu erkennen. Aber auf dieser Ebene liest du das chemische Resultat eines Prozesses, der elektrisch entstanden ist. Deshalb ist das, was du liest, die Auswirkung und nicht die Ursache. Was dabei herauskommt, ist ein Verständnis der Symptome und nicht die Ursache dieser Symptome. Um Chemikalien zu produzieren bzw. sie auszulösen, bedarf es der Hormonausschüttung, und die wiederum braucht die Anregung des Nervensystems. Und das Nervensystem ist bioelektrisch. Was diese Arbeit des Augenlesens im Tibetan Pulsing ausmacht, ist das Lesen der elektrischen Auswirkungen. Dann ist es möglich, die psychologischen Auslöser und die organischen Ursachen zu bestimmen. Das Nervensystem zu kennen, bedeutet, die persönliche Entwicklung besser zu verstehen, wovon die physische Gesundheit ein Teil ist und die psychologische Gesundheit ein anderer. Die emotionale Gesundheit ist ein weiterer Teil und die spirituelle Gesundheit wieder ein anderes Element. Unser Interesse liegt darin, alle diese verschiedenen Elemente zu lesen und nicht nur etwas über die physische Kondition der Organe auszusagen. Um ein Problem des Körpers zu transformieren oder zu heilen, ist es nötig, den genauen Grund herauszufinden. Indem die Ursache transformiert wird, ist das gesamte Problem gelöst.«

Die Augen reagieren auf visuelle Reize, die vom Gehirn entsprechend seiner Programmierung eingeordnet und interpretiert werden. Im Auge tritt als einzigem Körperteil das Gehirn an die sichtbare Oberfläche. Augapfel und Augenhäute sind aus demselben embryonalen Gewebe, aus dem innersten Keimblatt, wie das Gehirn gebildet, sodass man sich vereinfacht den Augapfel als ein nach außen gestülptes Gehirngewebe und die Augenhäute als Fortführung der Hirnhäute vorstellen kann. So vereinigen sich in unseren Augen überaus sensible Nervenknoten, die mit dem Nervensystem im Körper in Verbindung stehen. Die fibrinöse und aderreiche Iris des Auges hat die wunderbare Eigenschaft, alles, was unserem Nervensystem Schaden zugefügt hat, als Markierung abzubilden. Beim ganzheitlichen Augenlesen wird die Iris mit einer Lupe in 7-facher Vergrößerung betrachtet. Auf diese Weise ist es möglich, den gegenwärtigen Zustand und die traumatischen Erlebnisse, die im Leben geschehen sind, zu sehen. Jeder Schock, ob physischer, emotionaler oder psychischer Natur, bildet im Nervensystem eine Narbe oder Blockierung, durch die elektrische Nervenströme nicht mehr ungehindert fließen können. Diese Narbe zeigt sich in der Iris als Fleck, Schatten, Strich oder andere Markierung. Mithilfe des ganzheitlichen Augenlesens ist es möglich, die Schäden zu differenzieren und deren Ursachen herauszufinden. Es geht dabei nicht nur um den ursächlichen Schock, sondern vielmehr darum, wie dieser traumatisierende Moment das aktuelle Leben noch immer bestimmt. Jedes schockierende Ereignis, das zu einer Markierung im Auge geführt hat, ist durch einen kompetenten Therapeuten zu erkennen. Manchmal ist es sogar möglich, die Vorboten eines solchen Schocks zu ermitteln. Mithilfe der Körper- und Energiearbeit am Nervensystem, dem Tibetan Pulsing, können diese Blockierungen aufgelöst werden, sodass diese Stellen wieder ein Teil des natürlichen Energieflusses werden können.

Die Iris ist im ganzheitlichen Augenlesen in vierundzwanzig Strahlen aufgefächert, wobei jeder Strahl einem Organbereich zugeordnet ist. Die einzelnen Strahlen verlaufen von der Pupille zum Außenrand der Iris. Die zirkuläre Einteilung der Strahlen ist am besten mit einer Uhr vergleichbar: Auf 12 Uhr ist der Zwölffingerdarm, auch Duodenum genannt, auf 3 Uhr die Blase, auf 6 Uhr die Zunge und auf 9 Uhr das Herz. Dazwischen liegen jeweils fünf Organe.

In der linearen Einteilung der Strahlen erkennen wir auch die Zeit- oder Lebensachse eines Menschen. Diese zeitliche Linie wird in vier Abschnitte eingeteilt. Der erste Abschnitt beginnt mit der Geburt (direkt nach der Pupille) und dauert bis zum 7. Lebensjahr (ein Viertel des gesamten Strahls). Der zweite Abschnitt beinhaltet die Zeit vom 7. bis zum 14. Lebensjahr, der dritte Abschnitt die Zeit vom 14. bis zum 21. Lebensjahr und der vierte Abschnitt die Zeit vom 21. bis zum 28. Lebensjahr. Danach beginnt die Einteilung wieder von vorn: der erste Abschnitt ist die Zeit vom 28. bis zum 35. Lebensjahr und so weiter.

Die 7er-Schritte im menschlichen Leben sind sehr bedeutsam. Angenommen, wir haben mit 4 Jahren einen Trennungsschock erlebt. 7 Jahre später, also mit 11 Jahren, machen wir etwas Ähnliches durch, und wieder 7 Jahre später, mit 18 Jahren, verlässt uns vielleicht unsere erste große Liebe. Diese Dinge wiederholen sich aus einem guten Grund: Wir werden aufgefordert, uns immer wieder dem Schmerz zu stellen und ihn auf das ursprüngliche Gefühl der Ohnmacht zurückzuführen, um diesen primären Schock wirklich zu lösen. Ich halte Retraumatisierung, so der Fachbegriff, weder für gut noch für schlecht, sie kann als ein Signal dienen und zur Heilung genutzt werden.

Die lineare Achse gibt uns zusätzlich einen Einblick in die vier Ebenen des Bewusstseins: Unisono oder Einheitsebene im ersten Abschnitt (direkt nach der Pupille), mentale Ebene im zweiten Abschnitt, emotionale Ebene im dritten Abschnitt und die körperliche Ebene im vierten Abschnitt. Je nachdem, wo eine Markierung sich befindet, können wir einen Rückschluss darauf ziehen, ob wir es mit einer Verletzung körperlicher, psychischer, emotionaler oder seelischer Art zu tun haben.

Auch die Farbe der Iris hat eine besondere Bedeutung. Menschen mit braunen Augen sind sensorisch, ihre Aufmerksamkeit ist hauptsächlich auf physische Empfindungen gerichtet. Sie sind eher logisch, maskulin und bestimmend und haben einen guten Zugang zu ihren eigenen Bewegungen sowie den Bewegungen anderer Menschen. Menschen, die aus dem Mittleren und Nahen Osten stammen, haben braune Augen, Inder beispielsweise können sich bestens in dichtestem Straßenverkehr zurechtfinden.

Menschen mit blauen Augen sind stärker auf Gefühle und Emotionen ausgerichtet, sie nehmen elektromagnetische Vibrationen wahr und stimmen sich auf die Gefühle und das elektromagnetische Feld um sie herum ein. Sie sind eher rezeptiv und fein und nehmen ihre Gefühle in Bezug auf andere Menschen wahr.

Menschen mit grünen Augen sind stark auf sich selbst bezogen und können sich grundsätzlich gut abgrenzen. Sie sind eher meditativ orientiert, können andere gut durchschauen. Anders als Menschen mit blauen Augen gehen sie nicht so schnell in Beziehung zu Dingen oder Personen.

Es gibt eine Vielzahl von Markierungen im Auge. Mit der folgenden Auflistung möchte ich Ihnen die wichtigsten deuten:

1.Rötlich-bräunliche Flecken, auch Juwelen genannt, haben immer eine physische Ursache, z. B. Verletzungen, Schläge, Gewalt, Unfälle oder Stürze. Hat sich ein Fleck gebildet, bedeckt er etwas, was ursprünglich darunterliegt. Er wirkt sich für diesen Menschen wie eine unsichtbare Wand aus, eine Identifikation mit einem mentalen Glaubenssatz.

2.Rundliche Schatten, auch Seen genannt, sind durch einen emotionalen Schock entstanden, z. B. Trennung der Eltern oder vom Partner, Gefühle von Verlassenheit, emotionale Vernachlässigung oder Liebesentzug. Je dunkler der Schatten ist, desto größer ist meist der Schmerz, der darin verborgen liegt.

3.Eckige Schatten zeigen, dass zusätzlich eine emotionale Aufladung von Ärger enthalten ist, z. B. passive Aggression und Hass gegenüber dem Menschen, von dem wir uns verletzt oder verlassen fühlen.

4.Trifft ein Juwel mit einem Schatten an einer Stelle zusammen, ist das ein Hinweis auf einen doppelten Schock: körperlich und emotional. Hierbei ist darauf zu achten, dass sich keine chronische Erkrankung entwickelt. Ein Beispiel dafür wäre ein Unfall, der im Zusammenhang mit einer emotionalen Auseinandersetzung oder nach einer emotional erlebten Verletzung geschieht.

5.Kleine, eckige, dunkle Markierungen, von denen oft mehrere nebeneinander auftreten und die auch Irrationals genannt werden, zeigen eine ambivalente Tendenz. Dieser Mensch kann sich nicht zwischen mehreren Optionen entscheiden. Es geht immer hin und her, aber nicht voran. Irrationals können auch mit Ärgernissen, die nicht ausgedrückt wurden, in Zusammenhang stehen.

6.Dünne dunkle Striche deuten auf schlechte Gewohnheiten hin, z. B. ein negatives Glaubensmuster, eine fixierte Einstellung. Dies führt oft zu automatischen, unbewussten Handlungen, z. B. Suchttendenzen.

7.Querlaufende Fasern und dicke weiße Stränge beruhen auf emotionalen oder psychischen Verletzungen. Sie zeigen eine Art Schutzwall an, den dieser Mensch aufgebaut hat.

8.Helle, unscharf umrissene Flecken am äußeren Rand der Iris, auch Puffballs oder Wattebäusche genannt, zeigen eine spielerische Tendenz des Menschen auf. Er tritt gern in Kontakt mit anderen Menschen durch Tanzen, Singen und Feiern.

9.Der Ring um die Pupille wird Compassion-Ring genannt. Es ist meist ein dünner brauner oder rötlicher Kreis, der von Nahem betrachtet wie Schokoladenstückchen auf einer Kette aufgereiht aussieht. Dieser Ring zeigt das tiefe Mitgefühl mit allem, was ist, an. Ist er nur teilweise ausgebildet, hat dieser Mensch Mitgefühl in einigen Aspekten, aber in anderen nicht.

10.Der Ausdrucksring, auch Expression-Ring genannt, entspricht von der Größe her ungefähr einem Viertel der Iris in ihrem ersten linearen Abschnitt. Er sagt viel über unsere frühesten Prägungen aus und darüber, ob wir eher introvertiert oder extrovertiert sind. Der Ring kann variieren und sagt auf spezifische Weise, was wir leicht und was wir schwer ausdrücken können. Er ist oft deutlich sichtbar durch eine Färbung, die sich von der restlichen Augenfarbe abhebt, und hat eine zackige bis ausgefranste Struktur. Ein kleiner Ausdrucksring zeigt den introvertierten Menschen an. Für ihn ist es nicht leicht, sich auszudrücken. Er hat Potenziale und Talente, behält diese aber eher für sich. Ein großer Ausdrucksring verweist auf einen extrovertierten Charakter. Dieser Mensch kann seine Potenziale und Talente leicht im Außen zeigen, vorausgesetzt, es ist kein Balken davor. Ist ein solcher vorhanden, bleibt der Ausdruck gehemmt und ist erst frei, wenn dieser Mensch Vertrauen in seine Umgebung gefasst hat.

Grundsätzlich ist das rechte Auge der männlichen Seite in uns zugeordnet, das linke Auge der weiblichen Seite. Was bedeutet das in Bezug auf das ganzheitliche Augenlesen der Iris?

Das rechte Auge zeigt Blockaden im Nervensystem, die mit gewohnheitsmäßigen Gedankenmustern, Einstellungen und Verhaltensweisen zu tun haben, das linke Auge eine gewohnheitsmäßig aufgeladene Welt der Emotionalität und deren Auswirkungen. Keins ist besser oder schlechter. Im rechten Auge sehen wir die Schatten unseres männlichen Egos, im linken Auge die Schatten unseres weiblichen Egos.

All diese Zusammenhänge möchte ich Ihnen an zwei Beispielen in Ansätzen deuten. Sie erkennen daran ganz deutlich, welches Potenzial das Augenlesen und auch die Heilarbeit des Tibetan Pulsing haben.

Die Iris des ersten Augenpaares zeigen eine Mischung von Farben, Grünlich-Blau und Rötlich-Braun. Bei der rechten Iris fällt auf, dass im oberen rechten Quadranten die größte Färbung ist – eine wolkige Beschaffenheit mit Schatten und Markierungen. Sie beginnt bei 12 Uhr, beim Zwölffingerdarm (Duodenum), und wird zunehmend größer und dunkler im Bereich der Beine und des Kleinhirns bis hinein in die Arme. In der Zeit zwischen 14 und 21 Jahren ist diesem Menschen vermutlich etwas widerfahren, was trennender Natur war (Beine), Hilflosigkeit (Arme) und eine hysterische Reaktion (Kleinhirn) ausgelöst haben kann. Im Bereich der Milz, auf 16:30 Uhr, sehen wir einen dunkelbraunen Fleck im Unisono-Bereich, direkt in der Zeit zwischen Geburt und dem fünften Lebensjahr. Da die Milz mit dem grundlegenden Gefühl von Unterstützung zu tun hat, muss hier etwas geschehen sein, was dieses Gefühl massiv gestört hat.

In der linken Iris bekommen wir einen anderen Eindruck. An den Stellen, an denen in der rechten Iris dicke Markierungen sind, fehlen diese hier oder sind von anderer Art. Alles wirkt insgesamt gleichmäßiger, was darauf hinweisen könnte, dass die weibliche Seite in diesem Menschen ausgeglichener ist. Am meisten fallen die Schatten im Bereich der Zunge auf 6 Uhr und im Bereich von Herz, Dünndarm und Armen auf. Sie sind zwar klein, doch bedeutsam. Im Herzen sehen wir sogar einen Schatten und einen Fleck im äußeren Bereich der Iris, also auf der körperlichen Ebene. Das könnte ein Schlag auf den Kopf gewesen sein (Fleck) in Zusammenhang mit einer emotionalen Verletzung (Schatten).

Im zweiten Augenpaar, deren Iris eine deutlich hellblaue Farbe mit lichten Elementen aufweisen, haben wir es mit einem sehr sensiblen Menschen zu tun, der auf das reagiert, was ihm entgegenkommt. Wir sehen einen gleichmäßigen Ausdrucksring in beiden Augen, im linken Auge sehr viel Helligkeit um den Ausdrucksring herum, was auf ein lichtes, freundliches Wesen hindeutet. In der rechten Iris fällt uns ein Schatten auf, der im Bereich vom Herzen und vor allem im Hara sichtbar ist. Dieser Schatten zieht sich ab einem Alter von etwa fünf oder sechs Jahren bis zum Alter von achtundzwanzig Jahren durch. Es könnte eine Liebesenttäuschung gewesen sein (Herz), die sich ins Bauchzentrum verlagert hat und wahrscheinlich durch den Vater (Hara) ausgelöst wurde. In der linken Iris gibt es dünne, strichartige Markierungen, die auf Glaubenssätze hindeuten, und einen leicht schattigen, nicht umrissenen Bereich innen, der die Organe Blase und Nieren betrifft. Auffallend ist hier noch ein bräunlicher Fleck im Hals-Magen-Bereich. Er kann eine körperliche Schwäche, z. B. eine Verdauungsproblematik, oder eine Erkrankung andeuten, z. B. an der Schilddrüse.

Die Arbeit am Nervensystem und das Lösen traumatisierender Erfahrungen verändern auf lange Sicht auch die Markierungen in der Iris. Die Schatten verschwinden dabei nicht einfach, sondern sie werden erhellt. Es kann unterschiedlich lange dauern, bis sich positive Veränderungen in der Iris zeigen. Das liegt daran, dass Heilung nicht sofort sichtbar wird, sondern einem Prozess unterliegt. Wenn eine Veränderung erkennbar ist, sieht es in einem blauen Auge so aus, dass ein Schatten von einer weißen seidenen Schicht überzogen wird. Diese »Seide« sind helle Fasern, die einen Schatten überlagern und das kühle Feuer der Bewusstheit genannt werden. Dieses Feuer ist rezeptiv und feminin. In einem braunen Auge werden Schatten von einer samtigen goldenen Farbe überzogen, das ein eher maskulines und warmes Feuer ist. In einem grünen Auge können beide Varianten auftreten.

Erfahrungsbericht eines Teilnehmers während der Tibetan-Pulsing-Ausbildung:

»Meine Erfahrungen während der Tibetan-Pulsing-Intensiv-Ausbildung sind vielfältig. Das Augenlesen in der Gruppe finde ich besonders wertvoll, wenn es auch immer wieder Mut braucht, mir mit Unterstützung der Gruppe ›ins Auge fühlen zu lassen‹. Weil das Bild meiner Iris auf die Wand projiziert ist, ich an den entsprechenden Punkten am Körper gehalten werde und der Herzschlag so im ganzen Körper pulsiert, findet die Erforschung der körperlichen und emotionalen Schocks und Verletzungen, die sich in der Zeichnung in dem entsprechenden Organ zeigen, in einem sehr offenen und zugleich intimen Raum statt. Dadurch bekomme ich auch einen lebendigen Zugang zu den Erfahrungen, die ich vor allem in meiner Kindheit gemacht habe, und kann mich gut von den Fragen Elviras und der anderen tiefer führen lassen. Beim letzten Augenlesen zu meiner Leber hat sich am Ende ein Satz gezeigt, der die tiefe Überzeugung meines religiös geprägten Geistes zeigt: Je größer das Leid, desto größer der Lohn (im Himmel). Ich bin diesem Glaubenssatz in mir schon öfter begegnet, doch wurde mir dieses Mal die Absurdität einer solchen Überzeugung schmerzlich bewusst.«

Nun möchte ich Sie einladen, sich auf die Themen, die Tonschwingungen, die Farben und das Hand-Mudra der einzelnen Organe einzulassen und erste Erfahrungen in der Selbstanwendung mit den Punkten am Körper zu machen. Ich empfehle Ihnen, mit dem ersten Kapitel, dem Hara, zu beginnen. Das Hara korrespondiert nicht nur mit dem ersten Buchstaben im Alphabet, es ist auch grundlegend wichtig für unsere Gesundheit, im Speziellen für unser Immunsystem, und markiert den Beginn eines neuen Jahres im tibetischen Kalender am 22. Juni.

Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind, stöbern Sie frei in den Kapiteln oder widmen Sie sich gezielt dem Organ, das in der aktuellen Zeit vorherrschend ist. Sie werden die inneren Zusammenhänge sehen und spüren.

Ich wünsche Ihnen nun viel Freude beim Lesen und Erforschen!

Elvira Schneider

Die 24 innerenOrgane

Das Hara

ENTFALTUNG VON STÄRKE

22. Juni bis 6. Juli

Die Hara-Zeit läutet jedes Jahr den Beginn des tibetischen Kalenders ein. Das Hara schwingt in der Tonfrequenz A, dem ersten Buchstaben im Alphabet. Das Zeichen für Alpha Α, den ersten Buchstaben im griechischen Alphabet, ist das Symbol für den Anfang, Omega Ω das Symbol für das Ende. Das Hara steht für das Umfassende, für Gott und insbesondere für Christus als den Ersten und Letzten. Ein Mensch mit einem starken und durchlässigen Hara ist sich seines göttlichen Wesens bewusst.

Die körperliche Ebene des Hara