Der Racheengel - Leah Konstantin - E-Book

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Leah Konstantin

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Beschreibung

Eine Tragödie spielt sich im Eden Palace ab. Die Fluglinienchefin Sheryl Andersen will sich an ihrem untreuen Ehemann Pete rächen. Sie lädt Pete und seine schwangere Freundin Emily unabhängig voneinander ins Eden Palace ein. Während der Pilot Pete glaubt, seine Ehefrau scheue keine Kosten und Mühen, um ihn zu sehen, glaubt die naive Emily an einen romantischen Heiratsantrag ihres Freundes, von dessen Ehe sie nichts weiß. Sie ahnen nicht, dass Sheryl plant, beide im Restaurant des Eden Palace in aller Öffentlichkeit bloßzustellen und zu demütigen. Die gesellschaftlichen Folgen für sie selbst sind Sheryl gleichgültig. Ihr Schwager Ben, der sie in das Doppelleben seines Bruders einweihte, versucht die Betrogene von ihrem Plan abzubringen. Doch die erfolgreiche Geschäftsfrau bleibt stur. Erst Bens Geständnis, Sheryl hingebungsvoll zu lieben, lässt die harte Fassade des schönen Racheengels bröckeln. Doch dann taucht eine weitere Geliebte von Pete Andersen im Eden Palace auf. Die Ereignisse überschlagen sich. »This is Lancaster Gate. This is a Central Line train to Epping. The next station is Marble Arch.« Luzie Linders stand bereits an der Tür ihres Zugabteils, in das sie vor einigen Minuten in Notting Hill gestiegen war, als die Zugdurchsage ertönte. Da sie zügig aussteigen wollte, hatte sich die junge Deutsche gar nicht erst einen Platz gesucht. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sie schnell feststellen sollte. Das gesamte Abteil war bevölkert mit einer Reisegruppe von Frauen um die fünfzig, die wie die hübsche Hotelbesitzerin von Notting Hill zu Kensington Gardens fuhren. Allerdings hatte der gut situierte Frauenclub aus Deutschland vor, im Italians Gardens Café gemütlich zu frühstücken, während Luzie wie jeden Morgen ihren Arbeitsweg durch den großzügigen Park im Herzen Londons antreten würde. Dieses Mal etwas zügiger als gewohnt, da sie am Morgen einen frühen Termin hatte. Aber glücklicherweise würde sich Luzie nicht so hetzen müssen wie am Vortag, als Rocco Londons Fashion Show ihr Luxushotel in der Kensington Road, das Eden Palace, auf Trab gehalten hatte. Als sich die Türen des Zuges öffneten, huschte Luzie leichten Fußes heraus. Die Hotelerbin wollte vor den deutschen Touristinnen zur Rolltreppe gelangen, die die Menschenmenge durch die gekachelten Röhren der Lancaster Gate Station in den Trubel Londons beförderte. Doch da hatte sie die Energie der Touristinnen unterschätzt. Wie aufgescheucht drängten die Frauen aus dem Zug, und Luzie befand sich bald inmitten der aufgeregt schnatternden Damen, die anscheinend zum ersten Mal in London waren. Vielleicht sogar das allererste Mal in einer europäischen Metropole wie London, so aufgeregt wie sie wirkten. Luzie schmunzelte und lief zügigen Schrittes weiter. Sie hoffte so die Gruppe wieder abhängen zu können, bevor der Pulk sie womöglich daran hinderte, die Bayswater Road zu überqueren. Das würde für sie zu einem Terminchaos führen. Doch obwohl sie es eilig hatte, ertappte sich die junge Geschäftsfrau immer wieder dabei, wie sie die Gesichter der einzelnen Damen musterte. Es lag nicht daran, dass die Frauen aus Luzies alter Heimat kamen.

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Seitenzahl: 218

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Eden Palace – 5 –Der Racheengel

Leah Konstantin

»This is Lancaster Gate. This is a Central Line train to Epping. The next station is Marble Arch.«

Luzie Linders stand bereits an der Tür ihres Zugabteils, in das sie vor einigen Minuten in Notting Hill gestiegen war, als die Zugdurchsage ertönte. Da sie zügig aussteigen wollte, hatte sich die junge Deutsche gar nicht erst einen Platz gesucht. Eine goldrichtige Entscheidung, wie sie schnell feststellen sollte. Das gesamte Abteil war bevölkert mit einer Reisegruppe von Frauen um die fünfzig, die wie die hübsche Hotelbesitzerin von Notting Hill zu Kensington Gardens fuhren. Allerdings hatte der gut situierte Frauenclub aus Deutschland vor, im Italians Gardens Café gemütlich zu frühstücken, während Luzie wie jeden Morgen ihren Arbeitsweg durch den großzügigen Park im Herzen Londons antreten würde. Dieses Mal etwas zügiger als gewohnt, da sie am Morgen einen frühen Termin hatte. Aber glücklicherweise würde sich Luzie nicht so hetzen müssen wie am Vortag, als Rocco Londons Fashion Show ihr Luxushotel in der Kensington Road, das Eden Palace, auf Trab gehalten hatte. Als sich die Türen des Zuges öffneten, huschte Luzie leichten Fußes heraus. Die Hotelerbin wollte vor den deutschen Touristinnen zur Rolltreppe gelangen, die die Menschenmenge durch die gekachelten Röhren der Lancaster Gate Station in den Trubel Londons beförderte. Doch da hatte sie die Energie der Touristinnen unterschätzt. Wie aufgescheucht drängten die Frauen aus dem Zug, und Luzie befand sich bald inmitten der aufgeregt schnatternden Damen, die anscheinend zum ersten Mal in London waren. Vielleicht sogar das allererste Mal in einer europäischen Metropole wie London, so aufgeregt wie sie wirkten. Luzie schmunzelte und lief zügigen Schrittes weiter. Sie hoffte so die Gruppe wieder abhängen zu können, bevor der Pulk sie womöglich daran hinderte, die Bayswater Road zu überqueren. Das würde für sie zu einem Terminchaos führen. Doch obwohl sie es eilig hatte, ertappte sich die junge Geschäftsfrau immer wieder dabei, wie sie die Gesichter der einzelnen Damen musterte. Es lag nicht daran, dass die Frauen aus Luzies alter Heimat kamen. Luzie vermisste sicherlich das eine oder andere an Deutschland, aber sie fühlte sich dennoch pudelwohl in London und genoss die weltoffene und quirlige Atmosphäre der britischen Hauptstadt. Nein, Luzie Linders blickte in ihre Gesichter und stellte sich bei jeder einzelnen Dame vor, sie wäre ihre Mutter. Mal gefiel ihr der Gedanke, mal nicht. All diese Frauen waren in dem Alter, in dem ihre Mutter heute sein musste. Aber Luzie wusste weder ihren Namen, noch hatte sie den geringsten Anhaltspunkt, wie ihre Mutter heute aussah. Auch hatte die junge Frau keinerlei Erinnerung, dafür aber einen Haufen Fragen an die Frau, die sie auf die Welt gebracht hatte.Warum hatte sie Luzie sofort nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben? Warum hatte sie auch später niemals Kontakt zu ihrer Tochter gesucht? Hatte Luzie ihr jemals etwas bedeutet? Sie schnappte kurz nach Luft und atmete lang und tief aus. Wenn sie wenigstens den Namen ihrer leiblichen Mutter wüsste, dann könnte sie nach ihr suchen und vielleicht Antworten auf ihre drängenden Fragen bekommen. Doch niemand wollte ihr den Namen sagen. Dabei gab es mehr als eine Person, die Luzie bei ihrer Suche weiterhelfen konnte. Auch um auf andere Gedanken zu kommen, riss sich die junge Hotelierin von den Gesichtern der gut gelaunten Touristinnen los und versuchte die Gruppe nun endgültig hinter sich zu lassen. Allerdings war es für ein Überholmanöver bereits zu spät. Als Luzie Linders die Lancaster Gate Station verließ, hatten sich die Frauen bereits, wie befürchtet, auf dem Bürgersteig ausgebreitet und versuchten sich im Großstadtdschungel zu orientieren. Ein Durchkommen schien unmöglich. Der Pulk blockierte angeregt plaudernd die Bayswater Road, die Luzie überqueren musste, um zu Kensington Gardens zu gelangen. Luzie lachte mit einer gehörigen Portion Galgenhumor auf. Diese Touristinnen waren wie die Mauer des Schweigens, die sie auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter nicht durchdringen konnte. Diese Mauer, die Laureen Stone, Geoffrey Buttery und Maria Escobar nicht bereit waren einzureißen. Ganz im Gegenteil. Während die Filmschauspielerin Laureen, die ehemalige Geliebte ihres Vaters Arthur Fitzroy, ihr den Namen ihrer Mutter offen verweigerte, hatte sich der langjährige Chefportier des Eden Palace, Geoffrey, sogar in Lügen geflüchtet. Die Hausdame des Luxushotels Maria hatte ihr Wissen bisher geschickt vor ­Luzie verbergen können. Sie alle kannten den Namen der Frau, der sie ihr Leben verdankte. Aber alles, was Luzie von Laureen zu hören bekommen hatte, war eine einzige Warnung. Laureen Stone zufolge war ihre Mutter eine Gefahr für Luzie. Noch bis spät in die Nacht hatte Luzie auf der Dachterrasse ihres Hauses in Notting Hill gesessen und versucht zu verstehen, wieso diese Menschen ihr ihren dringlichen Wunsch, ihre Mutter zu finden, nicht erfüllen wollten. Aber weder der Blick in den sternenklaren Himmel über London noch das gute Glas Rothschild, das sie dazu genossen hatte, waren Luzie Linders dabei eine Hilfe gewesen. Besonders ihren Vater, den sie niemals kennengelernt hatte, verstand die junge Frau nicht. Er vererbte ihr ein riesiges Vermögen und mit dem Eden Palace ein Luxushotel, verhinderte jedoch selbst nach seinem Tod noch, dass Luzie die ganze Wahrheit über ihre ­Herkunft erfuhr. Denn die drei Schweigenden handelten anscheinend allesamt auf Geheiß ihres verstorbenen Vaters. Anders konnte sich Luzie ihr Verhalten nicht erklären. Ein kühler Wind riss Luzie Linders aus ihren Gedanken, und ein Blick zum Himmel offenbarte ihr, dass das Wetter umgeschlagen war, seit sie ihr Haus in der Portobello Road verlassen hatte. Am Himmel über London türmten sich dunkle Wolken, und es sah verdächtig nach Regen aus. Luzie schlang leicht fröstelnd die Arme um ihre nackten Schultern. An das unberechenbare Wetter in der britischen Metropole würde sie sich wohl nie gewöhnen. Vor einer Stunde noch hatte die Sonne vom blauen Himmel herabgestrahlt, und die Hotelierin hatte sich für ihr schwarzes Paco Rabanne Kleid aus Häkelspitze entschieden, das bis auf ein ärmelloses schwarzes Mini-Seidenunterkleid viel Haut zeigte. Kombiniert hatte sie diese elegante Sexyness mit einer luftigen wie schrillen Leggins ihres Lieblingsdesigners Marc Jacobs, der auch die klobigen Doc Martens Boots, die Luzie dazu trug, entworfen hatte. Es war ein etwas gewagtes Outfit für die Besitzerin eines Luxushotels. Aber der wichtige Termin, den Luzie an diesem Morgen vereinbart hatte, war mit Amanda Slater. Die erfolgreichste Immobilienmaklerin von London, such­te für ihre vermögenden ausländischen Kunden ein Luxushotel, in das diese bei ihrer Wohnungssuche in der britischen Metropole einkehren konnten. Die flippige Amanda hatte die modebegeisterte Luzie bei diversen Vernissagen und Fashion Shows kennengelernt, weswegen Luzie sich entschlossen hatte, für diesen Geschäftstermin modisch ungewohnte Wege zu gehen. An die Kapriolen des Londoner Wetters hatte sie dabei allerdings nicht gedacht.Nun stand sie frierend und ohne Regenjacke inmitten dieser Gruppe von etwa fünfzig bis sechzig Frauen und kam einfach nicht voran.

»Sie wollen ins Italian Gardens Café?«, rief Luzie den Touristinnen, einem Geistesblitz folgend, auf Deutsch zu. »Dann folgen sie mir.«

»Sie sind Deutsche und kennen sich hier aus?«, sprach sie augenblicklich eine Dame mit stark auftoupierten Haaren an, die das Sagen in der Gruppe zu haben schien.

»Ja, ich lebe hier«, antwortete Luzie mit einem Lächeln. »Und Sie haben das Glück, dass das Café auf meinem Arbeitsweg liegt.«

Innerhalb von Sekunden hatte die Dame die Gruppe in Formation gebracht und der ungeordnete Pulk, der Luzie soeben noch den Weg versperrt hatte, folgte ihr nun im Gleichschritt über die stark befahrene Bayswater Road zum Marlborough Gate, durch das der Tross Kensington Gardens enterte. Während die marschierenden Touristinnen kurz nach Betreten des Parks auf Luzies Anweisung hin links zum Italian Gardens Café abbogen, eilte die junge Hotelerbin selbst weiter geradeaus zu dem zu einem Eisstand umgebauten Rolls Royce, an dem sie sich jeden Morgen ein Stracciatella-Eis gönnte. Kaum hielt Luzie ihr ersehntes Frühstücks-Eis in den Händen, spürte sie auch schon erste Regentropfen auf ihren Schultern. Luzie legte einen Zahn zu und eilte den Long Water See entlang in Richtung der Peter Pan Statue, der wichtigsten Station auf ihrem Weg durch den Park.

Der in Bronze gegossene Held ihrer Kindheit war für die Hotelerbin des Eden Palace, die jeden Tag vor neuen großen, manchmal übergroßen und vor allem ungewohnten Herausforderungen stand, so etwas wie ein Glücksbringer.

Eine kleine Tankstelle der Hoffnung, die sie daran erinnerte, dass im Leben alles möglich war, alles in Erfüllung gehen konnte, wenn man es sich nur ganz besonders wünschte. Und natürlich fest an sich glaubte.

»Bitte hilf mir, den Namen meiner Mutter in Erfahrung zu bringen«, strich sie der Peter Pan Statue in ihrem allmorgendlichen Ritual über den Zeh.

Doch entgegen sonst übliche verweilte sie nicht für ein paar Momente, sondern lief nach einem Blick auf die unheilvollen dicken schwarzen Regenwolken am Himmel augenblicklich weiter. Mit einem Schauer würde sie wohl nicht davonkommen, und es sah auch nicht so aus, als ob sie es noch trocken bis ins Eden Palace schaffte.

Hektisch hielt Luzie Ausschau nach Naels Rikscha. Doch der Kunststudent, der sich sein Studium mit einem Fahrradtaxi in Kensington Gardens verdiente und den Luzie sehr in ihr Herz geschlossen hatte, war nirgends zu sehen.

»Wenn man dich schon einmal braucht, Nael«, fluchte Luzie halb im Scherz, als ihr Blick auf den Queens Caroline Temple fiel.

»Natürlich«, rief die junge Hotelierin erleichtert aus. »Das ist meine Rettung.«

Luzie rannte aus Leibeskräften durch den einsetzenden Regen auf das klassische weiß getünchte Sommerhaus aus dem achtzehnten Jahrhundert zu. Unter einem der drei runden Torbögen des offenen dreiteiligen Gebäudes würde sie den nötigen Schutz vor dem immer stärker werdenden Regen finden. Und tatsächlich, kurz bevor der plätschernde Regen in einen heftigen Guss mündete, erreichte Luzie die rettende Zuflucht. Lächelnd wischte sie sich die Regentropfen von Schultern und Armen.

»Das ist aber gerade noch mal gut gegangen«, lachte sie befreit auf.

»Bei Ihrem Outfit wäre der Regen doch eh nur verdampft«, scherzte eine Stimme in Luzies Rücken, die ihr sehr bekannt vorkam. »Mein Gott, sehen Sie heute heiß aus.«

Als sich Luzie zu der Stimme umdrehte, wurde ihre Vermutung bestätigt. An die hintere Wand des Sommerhauses gelehnt, stand Laureen Stone und lächelte sie an. Ihr viel jüngerer Manager und Lebenspartner legte seiner Freundin, die noch in das aufreizende Rocco London Kostüm vom Vorabend gekleidet war, sein Jacket um die Schultern. Schützend umschloss Damian Ward seine Angebetete mit seinen Armen. Die zweiundsiebzigjährige immer noch sehr attraktive Filmdiva genoss seine Berührung sichtlich und warf ihrem neuen Liebesglück einen verliebten Blick zu. Sie gab Damian einen Kuss und wandte sich dann wieder Luzie zu, die sie freundlich, aber auch distanziert ansah.

»Luzie, meine Liebe«, sprach sie die junge Hotelerbin fast mütterlich an. »Gestern Abend war so viel los. Die Journalisten haben nach meinem Auftritt bei der Modenschau um Interviews und Fotos gebettelt, und ich habe Sie einfach so vor dem Eden Palace stehen lassen. Dabei habe ich das alles allein Ihnen zu verdanken. Ohne Sie wäre ich niemals der Star von Rocco Londons Fashion Show geworden.«

»Schon gut«, zwang sich Luzie zu einem Lächeln.

»Nein, nein«, widersprach Laureen energisch. »Ich glaube, ich schulde Ihnen eine Erklärung.«

»Sie müssen mir nichts erklären, Miss Stone«, unterbrach Luzie den Filmstar betont ruhig. »Ich verstehe tatsächlich nicht, wieso Sie mir den Namen meiner Mutter nicht nennen wollen. Sosehr ich mich auch bemüht habe. Ich begreife es nicht. Und Ihre Erklärung wird daran kaum etwas ändern.«

»Das können Sie nicht wissen«, bat Laureen Stone eindringlich. »Hören Sie mir bitte zu.«

Luzie holte tief Luft und schaute Laureen ernst an.

»Kann ich Sie umstimmen?«

Die Schauspielerin sah betreten zu Boden und schüttelte kaum merklich den Kopf. Mehr musste Luzie nicht wissen. Ihr Blick wanderte hinaus in den verregneten Park.

»Dann muss ich Ihre Entscheidung so oder so akzeptieren. Was soll mir da noch Ihre Erklärung bringen?«

*

Im einzigen Terminal des kleinen, aber exklusiven London City Airport schaute sich Sheryl Andersen nach ihrem Fahrer um. Doch die Inhaberin der privaten Luxus-Airline Golden Wings, die soeben mit ihrem Privatjet im Herzen Londons gelandet war, konnte ihren Bediensteten nirgends ausfindig machen. Ungehalten schob sich die großgewachsene, brünette Mittvierzigerin mit ihrem Handgepäck durch die wartenden Fluggäste und steuerte zielsicher auf den Ausgang des Flughafens an der Themse zu. Sicherlich würde es kein Problem sein, ein Taxi nach Kensington zu ergattern. Die zahlungskräftige Klientel des Airports lockte viele Taxifahrer an, die, in der Hoffnung auf ein sattes Trinkgeld, die längere Wartezeit auf Kundschaft gerne in Kauf nahmen. Aber die Fahrbereitschaft ihrer Fluglinie konnte sich schon einmal auf einen sehr unangenehmen Anruf gefasst machen, sobald Sheryl erst im Eden Palace angekommen war. Nicht auszudenken, wenn so eine Panne bei einem ihrer anspruchsvollen Kunden vorkommen sollte. Im Kurpark-Areal vor dem Flughafen hielt die erfolgreiche New Yorkerin nach einem Black Cab, dem traditionellen Londoner Taxi, Ausschau. Zu ihrer Überraschung wurde sie durch die plötzlich aufleuchtenden Scheinwerfer auf einen Mercedes Maybach ihrer exklusiven Learjet-Flotte aufmerksam. Was waren das bloß für neue Sitten, einen Fahrgast in Empfang zu nehmen? Energischen Schrittes lief Sheryl durch den strömenden Regen auf die Luxuslimousine zu, nahm auf den Ledersitzen der Rückbank Platz und ließ die Tür geräuschvoll ins Schloss fallen.

»Was fällt ihnen ein, mich auf diese Weise zu empfangen?«, setzte sie an, den Fahrer ihres Shuttle Services zu tadeln. Erbost kontrollierte sie ihr Make-up und ihre Frisur im Rückspiegel der Limousine.

»Unsere Klienten erwarten nach dem langen Flug von New York, dass sie pünktlich am Terminal abgeholt werden. Wenn so etwas noch einmal …«

Sheryl Andersen unterbrach sich selbst und schnaubte ärgerlich auf.

»Ach, lassen wir das«, winkte sie gereizt ab. »Ich werde mit Ihrem Vorgesetzten Ben Andersen telefonieren, dann erspare ich mir Ihre Ausreden. Fahren Sie mich ins Eden Palace.«

Ohne den Fahrer eines weiteren Blickes zu würdigen, zog Sheryl ihr Tablet aus ihrem Max Mara-Maxi Shopper, der perfekt auf ihr Wolltuchkostüm derselben Modelinie abgestimmt war. Zufrieden stellte sie fest, dass mit ihrer kurzfristigen Buchung für Emily Wilson im Eden Palace alles in Ordnung gegangen war und wählte die Nummer der Rezeption auf ihrem Handy.

»Es soll dir an nichts fehlen, liebe Emily«, murmelte sie mit einem hämischen Grinsen, als sich am anderen Ende der Leitung eine freundliche junge Dame meldete.

»Nein, nein, es ist bisher alles zu meiner Zufriedenheit«, erklärte Sheryl Andersen auf die besorgte Nachfrage der Rezeptionistin. »Ich wollte Sie lediglich bitten, für mich und Miss Emily Wilson eine Wellnessmassage in Ihrem Fitnessstudio zu buchen. Ich habe mir sagen lassen, der Personaltrainer Ihres Hauses verfügte über wahre Zauberhände.«

Zufrieden schaute die Fluglinienbesitzerin aus dem Fenster ihrer Luxuslimousine.

»Ganz richtig«, bestätigte sie der Rezeptionistin auf deren Fragen betont neutral. »Auch diese Buchung läuft über Golden Wings. Mehr muss Miss Wilson nicht wissen.«

Misses Andersen beendete das Gespräch freundlich und widmete sich dann der Geschäftskorrespondenz in ihrem E-Mail-Account.

»Bist du dir sicher, dass du das Richtige tust?«, unterbrach sie der Fahrer nach einer knappen halben Stunde bei der Arbeit.

Die Geschäftsfrau erkannte die Stimme ihres Schwagers sofort und blickte überrascht von ihrem Tablet auf.

»Was machst du denn hier, Ben?«, erkundigte sich Sheryl misstrauisch und strich sich eine lange Haarsträhne aus dem Gesicht.

»Dich von Dummheiten abhalten«, antwortete Ben Andersen wie aus der Pistole geschossen.

Über den Rückspiegel nahm er kurz Blickkontakt mit der Ehefrau seines Bruders auf und konzentrierte sich dann wieder auf die überfüllten Straßen der Londoner Rush Hour.

»Und dafür rufst du als Chef des Shuttle Services den Fahrer ab, den ich bestellt habe, und setzt dich eigenhändig hinters Steuer?«

Sheryl lachte ironisch auf.

»Was für eine verschwendete Energie, Ben. Ich wünschte, du würdest mit deiner Arbeitskraft Sinnvolleres für Golden Wings anstellen.«

Die Airline-Chefin lehnte sich leicht zu ihrem Schwager nach vorn.

»Was ich vorhabe, geht dich gar nichts an.«

»Und ob es mich etwas angeht«, konterte Ben souverän. »Ohne mich wüsstest du nichts von alledem und würdest vollkommen ahnungslos dein bisheriges sinnloses Leben weiterführen.«

Mit einem gewagten Fahrmanöver zog Ben Andersen den Mercedes über zwei Fahrstreifen, um die Luxuslimousine in eine gerade frei gewordene Parklücke am Straßenrand zu manövrieren. Entschlossen schaltete er den Motor des Wagens aus und drehte sich mit vorwurfsvollem Blick zu seiner Schwägerin um.

»Allerdings hatte ich nicht vermutet, dass du zum Racheengel mutierst, als ich dich in Leos Eskapaden einweihte.«

»Tja, so kann man sich täuschen«, entgegnete Sheryl Andersen schnippisch und wich Bens Blick aus. »Ich bin dir sehr dankbar für deine Offenheit. Aber das gibt dir noch lange nicht das Recht, dich in meine Entscheidungen einzumischen.«

»Ich versteh dich ja«, erwiderte Ben nun deutlich einfühlsamer und zwang Sheryl mit einem sanften Griff an ihr Kinn, ihn anzusehen.

»Was fällt dir ein?«, fuhr sie ihren Schwager an, machte sich wütend von ihm los und widmete sich wieder ihren E-Mails.

»Zieh einen Schlussstrich und fertig ist die Geschichte«, beschwor Ben sie trotz der offensichtlichen Zurückweisung.

Sheryl sah auf und schaute Ben prüfend ins Gesicht. »Die Chauffeuruniform steht ihm immer noch fantastisch«, dachte sie. Ihr Schwager war Ende vierzig, ging aber locker als Ende dreißig durch. Sie hatte sich schon des Öfteren gefragt, wie er das bloß machte. Aber wahrscheinlich lag es an den Genen.

Auch ihr Ehemann Leo sah viel jünger aus und war zudem noch weitaus attraktiver als sein Bruder Ben. Doch was hatte es ihr gebracht mit einem jugendlich wirkenden, schönen Mann verheiratet zu sein. Ein Leben voller Lüge und Betrug. Sonst nichts.

»Keine Angst, ich werde dich schon nicht verraten«, hielt Sheryl spöttisch Bens Blick stand. »Ich hatte nicht vor, dich in diese Sache mit reinzuziehen.«

»Mach dir um mich mal keine Sorgen«, lachte Ben höhnisch auf. »Ich bin fertig mit Leo. Von mir aus kannst du ihm ruhig erzählen, dass ich es war, der ihn hat auffliegen lassen.«

Bens Gesicht nahm sehr ernste Züge an. In diesen Momenten, wenn er seine demonstrative Leichtigkeit aufgab, sah er aus wie der Mann Ende vierzig, der er tatsächlich war. Und Sheryl fand, dass ihm diese Ernsthaftigkeit viel besser stand.

»Diese Rolle der Rachegöttin«, ergriff er Sheryls Hand. »Das passt einfach nicht zu dir.«

Sheryl entzog sich ihm abermals und verbarg ihre Verletzung, indem sie ihren Blick auf die regennasse Straße wandte.

»Welche Rolle passt denn besser zu mir? Die des ahnungslosen Goldesels?«

»Natürlich nicht«, erklärte Ben eilig. »Ich habe einfach nur Angst, dass du es später bereust. Du bist dir ja nicht einmal sicher, was Emily Wilson von der Sache weiß.«

Erwartungsvoll schaute Ben seine Schwägerin an. Seit sie ihm von ihren Plänen berichtet hatte, war er nicht müde geworden, sie zur Vernunft zu bringen und sie zu überzeugen, von ihrer Rache an Leo und Emily Abstand zu nehmen. Sein durchtriebener Bruder Leo war ihm völlig egal. Er hatte keine Gnade verdient. Und dessen Geliebte Emily kannte er nur vom Sehen. Aber Ben wusste, dass in der erfolgreichen und mit allen Wassern gewaschenen Geschäftsfrau Sheryl Andersen eine sehr verletzliche und zarte Seele mit einem guten Herzen wohnte. Und genau diese wahre Sheryl wollte Ben mit all seiner Kraft vor sich selbst schützen.

»Du kannst mich nicht stoppen, Ben«, sah Sheryl ihrem Schwager nach einer kleinen Ewigkeit des Schweigens entschlossen in die Augen.»Fahr mich jetzt zum Eden Palace.«

Seufzend startete Ben den Motor des Mercedes Maybach wieder und fädelte wortlos in den Londoner Verkehr ein.

»Wenn du mich verrätst, mach ich dich fertig«, erklärte Sheryl mit bedrohlichem Unterton, als sie eine Viertelstunde später in die Kensington Road einbogen.

Ben schwieg. Nur das leise Geräusch der Scheibenwischer, die die großen Tropfen des Londoner Regens von der Windschutzscheibe schleuderten, war zu hören, bis Ben die VIP-Limousine von Golden Wings vor dem Eden Palace zum Stehen brachte.

»Du brauchst mir nicht zu drohen«, antwortete er kaum hörbar, als der herangeeilte Portier Sheryl galant die Wagentür öffnete. »Ich bin auf deiner Seite.«

*

Der Regen prasselte immer noch unaufhörlich auf Kensington Gardens nieder, als sich Laureen Stone ein Herz fasste und sich zu Luzie Linders in den Torbogen des Queen Carolines Temples stellte. Leicht fröstelnd zog sie Damians Jacket etwas fester um ihre Schultern.

»Hören Sie mir bitte zu«, bat sie die Tochter ihres ehemaligen Geliebten Arthur Fitzroy mit vorsichtigem Nachdruck.

»Habe ich eine Wahl?«, lächelte Luzie die Schauspielerin, die ihr im Grunde ihres Herzens sehr sympathisch war, matt an.

»Ich fürchte nein«, schmunzelte Laureen, »jedenfalls nicht, wenn Sie nicht patschnass werden wollen.«

Luzie straffte sich und forderte Laureen mit einem Nicken zum Sperechen auf. Unter anderen Umständen hätte sie über den Scherz der Diva gelacht. Aber Luzie war leider ganz und gar nicht zum Lachen zumute. Sosehr sie die immer noch vorhandene Ausstrahlung der Kinogöttin vergangener Tage auch faszinierte. Im Moment zählte für Luzie unterm Strich nur, dass Laureen ihr ihr jegliches Wissen über Luzies Mutter vorenthielt.

»Ich will Sie nicht mit einer Entschuldigung oder Rechtfertigung belästigen, Miss Linders«, begann Laureen mit einem warmherzigen Lächeln. »Ich möchte Ihnen viel lieber von Ihrer Mutter erzählen. Und von Ihrem Vater.«

Die Schauspielerin lachte ironisch auf.

»Und, wie wir Filmstars nun mal sind, auch ein bisschen über mich selbst möchte ich Ihnen erzählen.«

Luzie horchte auf. Was würde Miss Stone ihr anvertrauen über Luzies Mutter? War Miss Stone in der Zwischenzeit zur Besinnung gekommen und hatte ihre Meinung geändert?

»Ich bin dankbar über jedes kleine Detail, das Sie mir über meine Eltern berichten können«, entgegnete die junge Hotelerbin ehrlich. »Aber sind Sie auch bereit …«

»Nein«, unterbrach Laureen ­Stone Luzie mit Nachdruck. Sie erfahren nicht den Namen ihrer Mutter von mir. Und wenn Sie mir zuhören, dann werden Sie vielleicht verstehen, warum. Jedenfalls hoffe ich es.«

»Was sagt eine uralte Geschichte über meine Mutter darüber aus, wer sie heute ist?«, fragte Luzie Laureen.

»Vielleicht nichts, wahrscheinlich aber alles«, konterte die Diva gelassen.

Anstelle zu antworten, schaute Luzie Linders betreten zu Boden.

»Als Ihre Mutter in unser Leben trat, ahnte niemand, was für ein Chaos sie anrichten würde«, eröffnete Laureen mit ruhiger Stimme ihre Erzählung. »Ich gebe es offen zu, ich habe ihr nie über den Weg getraut. Aber da alle anderen im Eden Palace gut mit ihr klar kamen, die meisten sie sehr mochten, dachte ich, dass ich vielleicht nur neidisch auf die jugendliche Schönheit Ihrer Mutter war. Offen gestanden, sah sie einfach fantastisch aus.«

Luzie schaute interessiert auf.

»Ja, Sie sehen ihr sogar äußerst ähnlich. Nur dass Ihr Blick nicht so kalt ist, wie der Ihrer Mütter.«

»Was ist passiert?«, hakte Luzie nach und blickte Laureen dabei fest in die Augen.

»Sie kam als Zimmermädchen ins Eden Palace. Oder besser gesagt, Maria Escobar bildete sie aus. Denn Ihre Mutter hatte von der Arbeit überhaupt keine Ahnung. Dafür hatte sie aber eine sehr traurige Lebensgeschichte parat, von der ich bis heute glaube, dass sie frei erfunden war.«

»Und mein Vater?«, fragte Luzie ungeduldig.

»Geduld, Geduld«, lächelte Laureen. »Ihr Temperament haben Sie auf jeden Fall von ihm. Seien Sie froh.«

Der Regen nahm mit einem Mal kräftig zu, sodass die Frauen eilig den Torbogen räumen mussten, um im Innern des Queen Carolines Temple Schutz zu suchen.

»Maria hat ein sehr großes Herz unter ihrer rauen Schale, wie Sie wissen. Und bis sie die Hausdame des Eden Palace wurde, hatte Maria es weiß Gott nicht leicht gehabt im Leben. Deswegen glaubte sie Ihrer Mutter ihre Herzschmerz-Geschichte auch ohne nachzudenken und gab ihr eine Chance. Und zuerst lief auch alles gut. Oder besser, zunächst waren wir alle blind. Niemand bemerkte, dass sie immer wieder mit Gästen anbandelte und die verheirateten Männer dann erpresste. Wir hatten alle so viel mit uns selbst zu tun. Meine Scheinehe mit meinem homosexuellen Ehemann, dem Filmstar Rod Kershaw, flog auf. Ihr Vater, mit dem ich tatsächlich liiert war, war sein bester Freund. Dazu kam, dass keiner der Erpressten Ihre Mutter anzeigte und Maria und Geoffrey noch nicht lange aktiv in ihren verantwortungsvollen Positionen waren.«

Luzie musterte die Schauspielerin skeptisch. Sie mochte Laureen Stone. Warum sonst hätte sie die vergessene Film-Diva am Vortag als Stargast für Rocco Londons ­Fashion Show vorschlagen sollen, was Laureen von jetzt auf gleich wieder ins Showgeschäft katapultiert hatte. Aber für Laureen wog das Versprechen, dass sie ihrem ehemaligen Geliebten Arthur Fitzroy gegeben hatte, schwerer als Luzies sehnlicher Wunsch. Und das, obwohl Luzie es gewesen war, die sie wieder zum Star gemacht hatte. Woher sollte sie wissen, dass Laureen ihr nicht irgendeine Räuberpistole auftischte, um sie davon zu überzeugen, nicht weiter nach ihrer Mutter zu suchen?

»Haben Sie Beweise für das, was Sie meiner Mutter vorwerfen?«, erkundigte sich Luzie.

»Maria hat später die Beweise gefunden. Aber Arthur hat Ihre Mutter nicht angezeigt, um einen Skandal vom Eden Palace abzuwenden.«

»Vielleicht war mein Vater aber auch nur in meine Mutter verliebt. Und Sie wollen ihr etwas anhängen, weil meine Mutter Ihre Stelle bei ihm plötzlich einnahm.«

Zu Luzies Überraschung sah Laureen Stone sie schweigend an und kämpfte mit den Tränen.

»Nein«, erwiderte sie schließlich mit belegter Stimme. »An meine Stelle ist Ihre Mutter bei Arthur nie getreten. Aber sie hat ihn mir dennoch genommen, das stimmt. Oder ich habe ihn mir nehmen lassen. Das wäre dann Auslegungssache.«

Die Schauspielerin nahm mühsam wieder Haltung an und schaute Luzie nach einem kurzen zärtlichen Seitenblick zu Damian Ward wieder an.

»Die Männer hatten es nie leicht mit mir. Fragen Sie Damian. Ich habe viele Jahre gebraucht, um mir einzugestehen, dass ich diesen fantastischen jungen Mann liebe.«

Damian lächelte Laureen glücklich an. Doch Luzie Linders stand gerade nicht der Sinn nach Romantik.

»Wie ging es weiter?«

»Ihre Mutter konnte den Hals nicht vollkriegen. Sie wollte den ganz großen Coup landen. Und der hieß Arthur Fitzroy.«

Laureen Stones Augen leuchteten, als sie den Namen von Luzies Vater aussprach.

»Ihr Vater war ein wundervoller Mann, aber er hatte eine große Schwäche. Und das waren schöne Frauen. Solange es beim Schäkern blieb, habe ich ihn gewähren lassen. Ich wusste, dass er den Flirt als Bestätigung brauchte. Und lange Zeit ist auch nichts passiert. Aber dann kam der Skandal um meine Scheinehe mit Rod. Meine Karriere ging unaufhaltsam den Bach runter. Ich war verzweifelt und habe mich kaum noch um Arthur gekümmert. Eine Frau wie Ihre Mutter hat das natürlich bemerkt und sofort für ihre Zwecke genutzt. Es war nur eine einzige Nacht. Nur dieses eine Mal ist Arthur schwach geworden und mit ihr im Bett gelandet. Aber für Ihre Mutter reichte das aus, um ihn zu erpressen. Ein-, zweimal hat Arthur für ihr Schweigen gezahlt. Aber als sie ihn mit ihrer Schwangerschaft erpressen wollte, hat mein lieber Arthur den Schlussstrich gezogen und mir alles gebeichtet. Wo so eine Erpressung hinführen konnte, war ihm durch mich und Rod deutlich vor Augen geführt worden. Ins absolute Chaos.«