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Wieder schmerzfrei nach dem Bandscheibenvorfall
Die Bandscheiben bereiten vielen Probleme, die oft mit starken Rückenschmerzen verbunden sind. Dabei kann jeder Bereich der Wirbelsäule betroffen sein – vom unteren Rücken bis zur Halswirbelsäule. Wenn Sie zu Ihrem normalen Leben zurückfinden und Ihre Schmerzen besiegen wollen, kann der Rücken-Doc Ihnen helfen.
Rückenschmerzen im Griff mit dem Rücken-Doc.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 93
Veröffentlichungsjahr: 2023
Drs. Patrick Simons, Arndt Fengler
1. Auflage 2024
Liebe Leserin, lieber Leser, wenn es um die eigene Gesundheit geht, darf man nichts dem Zufall überlassen. „Für eine bessere Medizin und mehr Gesundheit im Leben“: So lautet das Qualitätsversprechen der Marke Thieme. Ärztlich Tätige, Pflegekräfte, Physiotherapeuten oder Hebammen – sie alle verlassen sich darauf, dass sie von Thieme, dem führenden Anbieter von medizinischen Fachinformationen und Services, die entscheidenden Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bekommen. So können sie die Menschen, die sich ihnen anvertrauen, bestmöglich unterstützen. Auch Sie können sich auf die TRIAS Ratgeber mit dem Thieme Qualitätssiegel verlassen! Diese Informationsangebote helfen Ihnen dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn es um Ihre Gesundheit geht, selbst daran mitzuwirken, gesund zu werden, sich gesund zu erhalten oder das Fortschreiten einer Erkrankung zu vermeiden. Mit einem TRIAS Titel aus dem Hause Thieme überlassen Sie Ihre Gesundheit nicht dem Zufall! Ihr TRIAS Team
der Rücken ist ein sehr komplexer Teil des menschlichen Körpers, der wichtige tragende und stabilisierende Aufgaben hat. An den aufrechten Gang des Menschen ist er jedoch evolutionär noch nicht optimal angepasst. Es kann buchstäblich viel schiefgehen! Sehr viele Menschen sind von Rückenschmerzen betroffen, die sie stark einschränken können.
Dieses Buch möchte Ihnen Ihre Wirbelsäule und insbesondere den Bandscheibenvorfall erklären. Es ist nicht als wissenschaftliche Abhandlung gedacht, sondern als praxisnaher Ratgeber. Wir geben Ihnen theoretische Grundlagen mit sowie einen Überblick über Ihre Therapieoptionen inklusive eventuell notwendiger Operationen. Sehr wichtig ist uns das Thema Prophylaxe, dem wir einen wesentlichen Teil des Buches widmen. Wir zeigen Ihnen in Wort und Bild leicht zu erlernende Übungen, mit denen Sie einem Bandscheibenvorfall vorbeugen und Ihr Wohlbefinden verbessern können.
Je mehr Sie wissen, desto souveräner können Sie mit Ihren Beschwerden umgehen und desto besser stehen Ihre Chancen auf Besserung. Beängstigend und einschränkend ist vor allem das, was unbekannt und ein Rätsel ist. Lernen Sie also die unbekannte Schmerzquelle kennen. Die erfolgreichste Behandlung findet im Dialog statt, Behandelnde und Betroffene auf Augenhöhe. Als mündige Patientinnen und Patienten können Sie an Ihrer Therapie erfolgreich mitwirken.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.
Patrick Simons & Arndt Fengler
Titelei
Liebe Leserin, lieber Leser,
Bandscheibenvorfall – was passiert da?
Anatomie der Wirbelsäule
Die Aufgaben der Wirbelsäule
1. Aufgabe: Bewegung
2. Aufgabe: Schutz
3. Aufgabe: Ankerpunkt
4. Aufgabe: Federung
Volkskrankheit Rückenschmerz
Symptome und Diagnose
Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?
Was ist der Grund für Bandscheibenvorfälle?
Geht das wieder weg?
Anamnese
Neurologische Zuordnung
Neurologische Untersuchung
Zusätzliche Untersuchungen
Therapie: Was hilft?
Therapie-Optionen
Physiotherapie
OP – ja oder nein?
Die Operation
Operationsablauf an der Lendenwirbelsäule
3-D-Mikrochirurgie
Operationsablauf an der Halswirbelsäule
Operationsablauf an der Brustwirbelsäule
Risiken einer Operation
Wie geht es weiter nach einer Operation?
Ihr Übungsprogramm
Zurück in die Freiheit
Wiederkehrende Kräfte gut dosieren
Das Gleichgewicht zwischen Kraft und Beweglichkeit
Viel Potenzial für eine starke Zukunft
Wie schön es ist, anders zu sein
Es geht ans Üben
Minisamba
Rückenmuschel
Schulterbrücke
Flotte Ferse
Katze-Kuh
Der zeigende Hund
Kleine Kobra – Kurze Planke
Fallschirmflug
Kleiner Käfer
Piriformisstretch
Seitbrücke
Mobilisation des Medianusnervs
Mobilisierung des Radialisnervs
Mobilisierung des Ulnarisnervs
Stirn-Lift
Trio-Lift
Fingertrick für Schulterblick
Gestrecktes Dreieck
Bewegliches Zentrum
Streckerkraft
Autorenvorstellung
Sachverzeichnis
Impressum/Access Code
Quelle: © pikovit/stock.adobe.com. Composed & edited by Thieme |
Sehen wir uns das Problem Bandscheibenvorfall einmal von allen Seiten an. Wie kommt er zustande, wie äußert er sich und wie wird er diagnostiziert?
Wie genau funktioniert eigentlich unsere Wirbelsäule? Werfen wir zunächst einen Blick auf die Anatomie.
Die Wirbelsäule ist Teil des Skelettsystems und die tragende Säule unseres Körpers. Sie muss den Körper aufrichten und stabilisieren sowie als Schutz für das empfindliche Rückenmark dienen. Am oberen Ende ruht der Kopf, seitlich setzen die Rippen an. Ganz unten läuft sie im Steißbein aus, das sich aus unserem Affenschwanz zurückentwickelt hat.
Die Wirbelsäule besteht aus insgesamt 33 bis 34 Wirbeln und ist in Abschnitte unterteilt (siehe ▶ Abb.). Die Halswirbelsäule am oberen Ende besteht aus 7 Wirbeln. An die Halswirbelsäule schließt die Brustwirbelsäule an, sie umfasst 12 Wirbel. Der Lendenbereich besteht aus 5 Lendenwirbeln und der Kreuzbeinbereich aus 5 Kreuzbeinwirbeln, die miteinander verschmolzen sind. Das Steißbein besteht aus 3 bis 5 miteinander verschmolzenen Steißbeinwirbeln.
Jeder Wirbel besteht aus einem runden Wirbelkörper und einem Wirbelbogen, der den Wirbelkanal bildet, rückenseitig begrenzt durch Dornfortsätze. Der Wirbelkanal bietet Platz für das Rückenmark und die Nervenwurzeln, die aus ihm austreten. Zwischen den Wirbeln liegen die Bandscheiben, die für Beweglichkeit und Flexibilität sorgen. Zusätzlich befinden sich kleine Gelenke zwischen den Wirbelbögen, die sogenannten Facettengelenke, sowie anhaftend Muskeln und Bänder, die Stabilität und Bewegung zugleich ermöglichen.
Die Bandscheibe ist ein knorpeliges Gewebe, das zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule liegt. Sie besteht aus einem äußeren Faserring, dem Anulus fibrosus aus Fasern und Kollagenfasern, und einem inneren, geleeartigen Kern, dem Nucleus pulposus, der aus einer Mischung aus Wasser und Proteinen besteht (siehe ▶ Abb.).
Die Bandscheibe hat mehrere wichtige Funktionen. Sie verhindert, ein wenig wie ein Polster, dass die einzelnen Wirbel aufeinander reiben. Zudem absorbiert sie Stöße und Vibrationen und sie ermöglicht es der Wirbelsäule, sich zu biegen und zu drehen: Bei Drehbewegungen müssen die Bandscheiben zwischen den Wirbeln flexibel sein. Sie können sich dabei leicht seitwärts bewegen, um die Drehbewegung zuzulassen.
Zusammen mit den Muskeln, Bändern und Gelenken ermöglichen die Bandscheiben der Wirbelsäule eine Vielzahl von Bewegungen wie Beugen, Strecken und Drehen. Allerdings können sie im Laufe der Zeit degenerieren oder durch Verletzungen beschädigt werden. Eine Möglichkeit ist der Bandscheibenvorfall.
Die Wirbelsäule hat eine Reihe von Aufgaben – sehen wir Sie uns der Reihe nach an:
Die Halswirbelsäule ermöglicht es uns, den Kopf in verschiedene Richtungen zu drehen, um unsere Umgebung wahrzunehmen und mit den Händen in diese Umgebung einzugreifen. In der Frühgeschichte der Menschheit war eine schnelle und genaue Wahrnehmung der Umgebung überlebenswichtig. Wo kommt der Säbelzahntiger oder das Mammut her? Dafür benötigt man die Halswirbelsäule, die es dem Kopf und damit den Augen ermöglicht, in viele Richtungen zu schauen. Heutzutage müssen wir natürlich keine Raubtiere mehr fürchten, auch wenn der Wolf wieder da ist! Im Straßenverkehr allerdings kann eine gute Wahrnehmung ja durchaus lebensrettend sein ... Und Neugierde ist ja auch eine typisch menschliche Eigenschaft.
Die obersten beiden Wirbel, Atlas und Axis, haben Spezialaufgaben im Bereich Beweglichkeit. Die restlichen Halswirbel sind flexibel, aber weniger für Drehbewegungen, sondern eher für Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen zuständig.
In den ersten zwei Dritteln des Lebens ist die Halswirbelsäule äußerst beweglich, danach nimmt die Beweglichkeit aufgrund von Gelenkverschleiß (Arthrose) ab. Damit Bewegungen in so viele Richtungen möglich sind, braucht es viele kleine und größere Muskeln. Schauen Sie mal schräg zur Seite, oder kreisen Sie mit dem Kopf. Können Sie sich vorstellen, wie viele Muskeln da zusammenarbeiten müssen? Das erklärt, warum es trotz des geringen Gewichts des Kopfes oft zu Fehlfunktionen der Halsmuskulatur kommt.
Verspannungen und Blockaden sind sehr häufig und schmerzhaft. Wir alle kennen den Wadenkrampf, eine zu starke Anspannung des Wadenmuskels, und wir wissen auch, wie man dieses Problem lösen kann: durch Dehnen entgegen der Zugrichtung des Muskels.
Atlas und Axis
Der Atlas (C1) ist der oberste Halswirbel und wird auch als »Träger« bezeichnet, da er das Gewicht des Kopfes trägt und ihn mit dem restlichen Körper verbindet. Er hat keinen Wirbelkörper, sondern besteht aus einem Ring, der von zwei großen Gelenkflächen gebildet wird. Diese Gelenke ermöglichen es dem Kopf, sich von Seite zu Seite zu bewegen und sich nach vorn und nach hinten zu neigen.
Der Axis (C2) ist der zweite Halswirbel und hat einen zahnförmigen Fortsatz, den sogenannten Dens bzw. das Odontoid. Der Dens ragt nach oben in den Atlas hinein und bildet gemeinsam mit ihm ein Drehgelenk, das es dem Kopf ermöglicht, sich um seine Längsachse zu drehen. Dies ist eine wichtige Funktion, dank deren wir unsere Umgebung wahrnehmen können.
Zusammen sorgen Atlas und Axis also für eine große Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Eine Störung oder Fehlstellung dieser beiden Wirbel kann zu Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit führen und sollte gegebenenfalls von einem Arzt oder Physiotherapeuten behandelt werden.
a) Der knöcherne Aufbau der Wirbelsäule, unterteilt in die verschiedenen Segmente
b) Querschnitt durch eine Bandscheibe
An der Halswirbelsäule gibt es viele Zugrichtungen, daher ist es schwierig, bei Verspannungen genau richtig zu dehnen. Vorbeugung ist darum wichtig: Insbesondere bei Zwangshaltungen wie dem dauerhaften Sitzen am Schreibtisch mit ständigem Starren auf einen Bildschirm ist es sinnvoll, regelmäßig zu entspannen und sich zu bewegen!
Die Brustwirbelsäule ist ganz anders strukturiert. Die Querfortsätze der Wirbel sind mit den Rippen verbunden und bilden so den Brustkorb, der lebenswichtige Organe wie Herz und Lunge schützt. Er muss nicht sehr beweglich sein, aber er muss beim Einatmen expandieren können, um der Lunge Platz zu verschaffen. Die Bandscheiben der Brustwirbelsäule sind schmal, weshalb Bandscheibenvorfälle in diesem Bereich selten sind, da nicht viel »Material« da ist, das sich an die falsche Stelle verschieben kann. Selten bedeutet aber nicht nie! Gerade weil ein Bandscheibenvorfall in der Brustwirbelsäule so selten ist, wird er häufig übersehen und es kommt zu Fehldiagnosen.
Bis zum Übergang in die Lendenwirbelsäule verläuft im Wirbelkanal das Rückenmark, danach liegen im Nervenkanal nur noch lose herabhängende Nerven (Cauda equina). Gerade weil in der Hals- und Brust-Wirbelsäule das Rückenmark den Nervenkanal voll ausfüllt, verursacht ein Bandscheibenvorfall dort eher gravierende Schäden.
Das Rückenmark
Das Rückenmark ist ein wichtiger Teil des zentralen Nervensystems und verläuft innerhalb der Wirbelsäule. Es ist ein dünner, zylindrischer Strang aus Nervengewebe, der sich vom Gehirn aus bis zum mittleren Rücken erstreckt und als Teil des Nervensystems für die Übertragung von Signalen zwischen dem Gehirn und dem restlichen Körper verantwortlich ist. Im Inneren der Wirbelsäule verläuft das Rückenmark in einem schmalen Kanal, dem Rückenmarkskanal.
Die Nervenfasern im Rückenmark sind für verschiedene Körperregionen zuständig. Zum Beispiel sind die Fasern, die für die Bewegung der Arme und Hände verantwortlich sind, im Nackenbereich des Rückenmarks konzentriert, während die Fasern, die für die Beinbewegung zuständig sind, im unteren Rückenbereich liegen.
Schädigungen des Rückenmarks können zu einer Beeinträchtigung wichtiger Funktionen führen. Wenn das Rückenmark beispielsweise auf Höhe der Brustwirbelsäule verletzt wird, kann es zu einer Querschnittlähmung kommen, die die Kontrolle der Beine und des Körpers beeinträchtigt.
Die Cauda equina ist der untere Teil des Rückenmarks und bezeichnet eine Gruppe von Nervenfasern, die sich im unteren Teil der Wirbelsäule befinden. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich »Pferdeschwanz«. Die Cauda equina besteht aus mehreren Nervenwurzeln, die sich vom unteren Rückenbereich bis zum Steißbein erstrecken. Diese Nervenwurzeln bilden die Verbindung zwischen dem unteren Rücken und den Beinen sowie dem Beckenbereich.
Verletzungen oder Kompressionen der Cauda equina können zu verschiedenen Symptomen führen, wie z.B. Schmerzen im unteren Rückenbereich, Taubheit oder Schwäche in den Beinen oder Inkontinenz. Ein akuter Bandscheibenvorfall im unteren Rückenbereich kann in seltenen Fällen zu einer Schädigung der Cauda equina führen, was als Kaudasyndrom
