Der Start in die Reisefotografie - Martin Buschmann - E-Book

Der Start in die Reisefotografie E-Book

Martin Buschmann

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Beschreibung

Damit Erinnerungen bleiben: Dieser Ratgeber zeigt leicht verständlich, wie gelungene Reisefotos entstehen. Im Grundlagen-Kapitel geht es um die wichtigsten Basics: Welche Kameraeinstellungen muss ich kennen? Wie schaffe ich echte Hingucker? Im großen Workshop-Kapitel sorgen Beispielfotos und Schritt-für-Schritt-Anleitungen dafür, dass sich Hobbyfotografen auf Reisen mit dem beschäftigen können, was Spaß macht: dem Fotografieren. Der perfekte Ratgeber für alle, die schnell bessere Urlaubsfotos machen möchten!

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Seitenzahl: 100

Veröffentlichungsjahr: 2018

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INHALT

Vorwort

Die Kamera verstehen

Die Ausrüstung

Die richtige Kamera

Verschlusszeit, Blende und ISO

Die Verschlusszeit

Die Blende

Die ISO

Programme und Automatikeinstellungen

Die Programm-Automatik

Die Blenden-Automatik

Die Zeit-Automatik

Motiv-Programme

Die ISO-Automatik

Der Weißabgleich

Die Belichtung

Belichtungskorrektur

Belichtungsmessmethoden

Dateiformate: JPEG oder RAW?

Objektive

Zoomobjektiv oder Festbrennweite?

Zubehör

Stativ

Zusatzakkus

Chipkarten

Filter

Der Polfilter

Der ND-Filter

Der Verlaufsfilter

Kameratasche

Handy-Apps

Bildgestaltung

Was macht ein gutes Foto aus?

Die Bildaufteilung

Der Goldene Schnitt

Die Drittelregel

Die Zentralperspektive

Symmetrie und Spiegelung

Die Bildidee

Das Licht

Welches Licht wann und für welche Motive?

Tageslicht

Kunstlicht

Blitzlicht

Die Reiseplanung

Vor der Reise

Reiseführer

Dokus im Fernsehen und auf YouTube

Internet-Recherche

Fotothemen vorab definieren

Der Umfang der Ausrüstung

Auf der Reise

Das Wetter

„Wow“-Bilder

Städtetrip und Citywalk

Menschen

Architektur

Landschaft

Nach der Reise

Die Bilderflut bewältigen

Fotoworkshop

Wie du mit den Workshops arbeiten kannst

Menschen auf Märkten

Regen

Selfie

Appetitanreger

Stimmungsvoll

Sonnenaufgang

Sonnenuntergang

Coverfoto

Die blaue Stunde

Nachtaufnahme

Landschaft mit Weitwinkel

Landschaft mit Tele

Schwarz-Weiß-Umwandlung

Landschaft in Schwarz-Weiß

Menschen in Schwarz-Weiß

Kinder

Porträt

Stürzende Linien

Blick fürs Detail

Der unerwartete Moment

Strand und Meer

Kulinarik

Tiere

Safari

Symmetrie und Spiegelung

Farbdominante

Wasser

Polfilter

ND-Filter

Verlaufsfilter

Aufhellblitz

Hilfsmittel

Bildbearbeitung: Grundlagen

Bildbearbeitung: Aufräumen

Bildbearbeitung: Die Bildaussage verstärken

Bildbearbeitung: High End

Nachhaltiges Reisen – fÜr die Zukunft

Schlusswort

Danksagung

VORWORT

Hallo liebe Foto- und Reisebegeisterter,

ich freue mich, dass du dich für dieses Buch entschieden hast! Auf den folgenden Seiten möchte ich dich an meinen Erfahrungen aus über 25 Jahren Reisefotografie teilhaben lassen. Mein Wissen und meine Tipps sind sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Fotografen geeignet. Alles, was du übers Fotografieren auf Reisen wissen musst, erfährst du in diesem Buch. Dabei geht es nicht nur ums Fotografieren, sondern auch um die Reise selbst und ihre Vorund -nachbereitung aus organisatorischer, technischer und kreativer Sicht.

Das Spannende an der Reisefotografie ist der unerwartete Moment, der einem auf Reisen begegnet, sei es mit fremden Kulturen, mit einzelnen Menschen oder Naturereignissen, die du in deinen Bildern festhalten willst. Ich habe dieses Buch geschrieben, damit dir einzigartige, atemberaubende Bilder auf deinen Reisen gelingen. Nach der Rückkehr von deiner nächsten Reise wirst du mit tollen Fotos von deinen Erlebnissen erzählen können.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und Fotografieren!

DeinMartin Buschmann

Die Kamera verstehen

Bald geht es für dich auf die Reise, und du möchtest wunderschöne Bilder mit nach Hause bringen. Besitzt du bereits eine Kamera? Dann kann es eigentlich losgehen. Vorher aber versorge ich dich mit den nötigen Basis-Informationen zur Funktionsweise deiner Kamera, damit auch nichts schiefgeht.

Die Ausrüstung

Es macht Sinn, sich bereits vor der Reise mit der Kamera und ihren Möglichkeiten zu befassen, damit du auf der Reise selbst routinierter und entspannter an das Fotomotiv herangehen kannst. Deine Kamera bietet dir viele Möglichkeiten, dein Bild technisch umzusetzen und bereits während der Aufnahme gestalterisch tätig zu werden.

Welche Möglichkeiten du durch die Kamera-Einstellungen hast und wie du sie nutzt, um verschiedene Situationen perfekt einzufangen, erfährst du auf den folgenden Seiten.

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du ein paar Euro in deine Kamera-Ausrüstung investiert hast. Im Idealfall hast du eine Kamera, die dir die Möglichkeit gibt, die Objektive zu wechseln. Vom Weitwinkel bis zum Teleobjektiv hast du somit alles dabei. Solche Kamera-Kits gibt es bereits ab 350 €.

Des Weiteren kannst du an deiner Kamera verschiedene Modi, z. B. Programm-, Zeit-, Blenden-Automatik oder manuelles Arbeiten, einstellen. Blende, Verschlusszeit und ISO sind die grundsätzlichen technischen Parameter, die es dir erlauben, dein Bild zu gestalten und richtig zu belichten. Wenn dir diese drei Begriffe verständlich geworden sind, steht deinem perfekten Bild nichts mehr im Weg.

Das ist die Kameraausrüstung, die mich auf meinen Reisen begleitet – ganz so umfangreich muss sie bei dir am Anfang aber natürlich nicht sein!

Die richtige Kamera

Du musst nicht gleich einen ganzen Fotokoffer bei dir haben, um gute Bilder zu machen, eine aktuelle Kamera mit Wechselobjektiven reicht für den Anfang völlig aus. Ich denke, wir sind uns einig, dass wir einem Fahranfänger keinen Ferrari unter den Hosenboden schieben würden: Das würde vermutlich schiefgehen. Aber was haben ein Fiat 500 und ein Ferrari gemeinsam? Vier Räder – das heißt, auch mit einem Fiat 500 kann man sein Ziel erreichen! Ob du dann nach und nach auf etwas Flotteres upgraden möchtest, entscheidest du selbst. Aber an unserem Reiseziel ankommen können wir alle, wenn man das Autofahren einmal gelernt hat.

Genauso verhält es sich mit der Foto-Ausrüstung. Der Hauptunterschied bei den Kameramodellen liegt in der Sensorgröße. Die geläufigsten Sensortypen sind der APS-C-Sensor und der Vollformat-Sensor. Der APS-C ist kleiner als der Vollformat-Sensor und liefert daher auch einen kleineren Bildausschnitt.

APS-C-SENSOR VS. VOLLFORMAT-SENSOR

Der Vollformat Sensor ist größer als APS-C-Sensor und liefert aufgrund der höheren Pixeldichte bessere Bildergebnisse, besonders in den höheren ISO-Zahlen.

Beachte beim APS-C-Sensor die Brennweite des Objektivs: Ein 12-mm-Weitwinkel-Objektiv hat keine „echte“ 12-mm-Brennweite, sondern muss meist mit dem Faktor 1,5 (der sogenannte Cropfaktor ist je nach Kamerahersteller unterschiedlich – sieh in deinem Benutzerhandbuch nach!) multipliziert werden, es ergibt sich also eine wahre Brennweite von 18 mm.

Objektive, die für APS-C-Kameras ausgewiesen sind, passen nicht auf eine Vollformat-Kamera. Das bedeutet: Falls du später umsteigen möchtest, musst du auch die Objektive wechseln. Achte darauf beim Objektivkauf!

Der Vorteil der kleineren APS-C-Kameras ist jedoch ihr meist weitaus günstigerer Preis bei guter Bildqualität. Die Qualitätsunterschiede der Sensoren sind heutzutage nicht mehr so gravierend. Sie treten zutage, wenn man sich in die Grenzbereiche der Fotografie vorwagt oder auf ein großes Schärfe-Unschärfe-Verhältnis Wert legt, wie es z. B. bei Porträts sinnvoll ist. Also: Du kannst ruhig den Fiat 500 nehmen, auch er nimmt die Kurven, die du fahren willst. Für eine perfekte Straßenlage solltest du dich für das Vollformat entscheiden.

Verschlusszeit, Blende und ISO

Die grundsätzlichen Parameter, die es zu verstehen gilt, sind:

• Verschlusszeit

• Blende

• ISO

Die Kombination aus diesen drei Komponenten sorgt für die richtige Belichtung des Bildes. Die richtige Belichtung wiederum sorgt für die maximale Bildqualität des Kamerasensors und verschafft dem Betrachter des Bildes einen harmonischen Bildeindruck.

Diese drei Funktionen an deiner Kamera sind unsere Werkzeuge, um technisch als auch kreativ auf deine Bilder einzuwirken. Es findet also ein Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO statt. Gleichzeitig sind diese drei Komponenten aber auch Gegenspieler. Verändere ich einen der Parameter, so muss ich mindestens eine der anderen Komponenten ebenfalls verändern.

Für alle, die sich noch an die analogen Zeiten erinnern: Klappte man die Packung des Films auf, fand man im Innenleben des Päckchens verschiedene Einstell-Empfehlungen für unterschiedliche Motiv-Situationen. Hier wurde eine Blende und eine Verschlusszeit in Abhängigkeit von der Filmempfindlichkeit (ISO) angegeben. Da gab es z. B. bei einem Film von ISO 100 die Empfehlung, für Porträts bei hoch stehender Sonne die Blende f/11 und die Verschlusszeit 1/125 s zu benutzen.

So albern uns das heute erscheinen mag, so dumm war diese Empfehlung eigentlich nicht. Warum? Ganz einfach: Mit diesen Werten war man beim Fotografieren zumeist auf der sicheren Seite. Es gibt also gewisse Standardwerte, die in bestimmten Situationen fast immer funktionieren.

In welchen Situationen stelle ich also welche Werte der Verschlusszeit ein? Der nette Beipackzettel beim Analog-Film von damals liegt ja der heutigen Chipkarte nicht mehr bei.

Die Verschlusszeit

Die Verschlusszeit oder Belichtungszeit der Kamera wird in Sekunden gemessen. Aktuelle Kameras bieten Verschlusszeiten von 30 Sekunden bis zu einer 1/8000 Sekunde an. Wie wählst du nun die richtige Verschlusszeit?

Lassen wir die gestalterischen Möglichkeiten dabei erst einmal außer Acht. Bestimmt hat jeder von uns schon mal ein Bild verwackelt. Der Grund dafür war, dass die Verschlusszeit nicht kurz genug eingestellt war. Wir halten also fest: Eine kurze Verschlusszeit hilft uns dabei, dass Bild nicht zu verwackeln.

Denkst du an die auf der damaligen Filmpackung empfohlene Verschlusszeit von 1/125 s, bist du auf der sicheren Seite: Bei einer Verschlusszeit von 1/125 s wirst du in Standardsituationen keine Bilder verwackeln.

Die Auswahlmöglichkeiten bei der Verschlusszeiteinstellung

WANN BESTEHT DIE GEFAHR EINER BILDVERWACKLUNG?

• bei wenig Licht, in der Dämmerung oder bei Nacht

• bei Aufnahmen in Innenräumen ohne Blitz

• bei Motiven mit sehr dunklen Hintergründen (siehe hierzu auch das Thema Belichtungsmessung)

• bei großen, schweren Teleobjektiven am Kameragehäuse (teurere Objektive bieten die Möglichkeit eines Bildstabilisators, der die Verwacklungswahrscheinlichkeit reduziert)

Befindest du dich in einer der oben genannten Situationen, hilft ein Blick in das Sucherbild oder das Menü auf dem Display. Dort wird die Verschlusszeit angezeigt und kann kontrolliert werden.

Fazit: Je kürzer die Verschlusszeit, desto geringer die Gefahr, das Foto zu verwackeln. Es gibt Fotografen, die eine Verschlusszeit von 1/10 s verwacklungsfrei halten können, mir selber ist das bisher nur wenige Male gelungen. Verschlusszeiten über 1/30 s sind haltbar, sicherer ist aber alles ab 1/125 s. Wenn die Belichtungszeit trotzdem mal länger als 1/30 s sein muss, schafft ein Stativ oder ein Blitzgerät Abhilfe.

Die Verschlusszeit gibt dir – je nach Länge der eingestellten Zeit – die Möglichkeit, Bewegungen einzufrieren oder verwischen zu lassen. Dabei gilt:

• Je kürzer die Verschlusszeit, also etwa 1/250 s (kurz), 1/500 s, 1/1000 s, 1/2000 s oder 1/5000 s (sehr kurz), desto weniger Verwacklungsgefahr besteht.

• Je länger die Verschlusszeit, z. B. 1 s (sehr lang), 1/8 s, 1/15 s (lang), desto eher verwischen Bewegungen.

Lange Belichtungszeit (2,5 s): Das bewegte Wasser ist verwischt

BELICHTUNG: LANG ODER KURZ?

• Belichtungszeit lang (über 1 s): längere Zeit → Bewegungen verwischen

• Belichtungszeit kurz (unter 1/1000 s): kürzere Zeit → Bewegungen frieren ein

Kurze Belichtungszeit (1/5000 s): Das bewegte Wasser ist eingefroren

Definiere ich eine der drei Komponenten Verschlusszeit, Blende und ISO fest – in unserem Beispiel also die Verschlusszeit von 1/125 s, um nicht zu verwackeln –, beeinflusse ich wie schon gesagt auch die anderen beiden Komponenten. Blende und ISO-Zahl müssen daher nun entsprechend angepasst werden, um richtig zu belichten. Fangen wir mit der Blende an.

Die Blende

Durch die eingestellte Blendenzahl regelst du die Schärfentiefe im Foto. Sie gibt dir die Möglichkeit, ganz gezielt mit der Schärfenausdehnung im Bild zu spielen.

Die Auswahlmöglichkeiten bei der Blendeneinstellung

Je nachdem, was für ein Objektiv du besitzt, weist es eine Reihe von Blendenzahlen auf. Die Blende am unteren Ende der Skala auf deinem Objektiv, z. B. f/2.8, liefert eine geringere Schärfenausdehnung im Bild als die z. B. Blende f/16 auf dem oberen Ende der Skala. Mit zunehmender Blendenzahl nimmt also die Schärfentiefe im Bild zu. Denken wir an den Beipackzettel der Filmpackung, dann garantiert Blende f/11 eine große Schärfenausdehnung im Bild.

BLENDE UND SCHÄRFENTIEFE

• Blende f/2.8: geringe Schärfentiefe (z. B. Porträt mit verschwommenen Hintergrund)

• Blende f/8: mittlere Schärfetiefe (z. B. Porträt mit scharfem Hintergrund)

• Blende 11: hohe Schärfentiefe (z. B. Landschaft)

Durch eine geschlossenere Blende fällt weniger Licht auf den Sensor als durch eine offene Blende. Das heißt, dass die Verschlusszeit länger sein muss, wenn die Blende geschlossener ist, um das Bild richtig zu belichten. Ist die Blende offener, muss das Licht nicht so lange auf den Sensor fallen: Die Verschlusszeit kann kürzer sein, um die richtige Belichtung des Bildes zu erhalten. Das bedeutet:

• Große Blendenzahlen (= geschlossenere Blende), z. B. f/16, benötigen eine längere Verschlusszeit, z. B. 1/30 s

• Kleine Blendenzahlen (= offenere Blende), z. B. f/5.6, benötigen eine kürzere Verschlusszeit, z. B. 1/125 s

Zitrone bei kleiner Blendenzahl (f/4): Hintergrund verschwommen

Zitrone bei großer Blendenzahl (f/11): Hintergund erkennbar und schärfer

Jetzt haben wir schon zwei der drei Parameter definiert, Verschlusszeit und Blende: Die eingestellte Verschlusszeit garantiert uns, dass wir nicht verwackeln, die eingestellte Blende garantiert uns, dass wir genügend Schärfetiefe im Bild haben oder ganz gezielt mit dem Verhältnis von Schärfe und Unschärfe arbeiten können. Jetzt bleibt uns noch der letzte Parameter, die ISO.

Die ISO

Die ISO bestimmt die Empfindlichkeit des Sensor in der Kamera. Diese Empfindlichkeit wird über folgende Zahlenfolge definiert: 25, 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400 …, sie verdoppelt sich also jeweils.

Die Auswahlmöglichkeiten bei der ISO-Einstellung