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Die Kraft des Lebens nutzt ein System. Tief in Ihnen hat sie den Drang zum Überleben verankert. Das Überlebenssystem. Vergessen, unmöglich. Abschalten, nicht vorgesehen. Stress - eine Routine der Natur, zur Sicherung Ihres Seins. So wie die Routine Ihres Herzschlags oder Ihrer Atmung. Dieses Buch soll Sie zum Nachdenken anregen, Ihnen die Möglichkeit eröffnen, die Perspektive zu dem, was Sie als Stress zu kennen glauben, zu wechseln. Ungewohnt anders, amüsant, provokant, nachdenklich stimmend. Mit Kurzgeschichten über das Denken, Handeln, Wahrnehmen und die Kommunikation. Ein Buch, das Spuren hinterlässt.
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Seitenzahl: 228
Veröffentlichungsjahr: 2014
www.tredition.de
R.Böhm
Der Stress A(E)ffekt
Leben gefährdet Ihre Gesundheit.
Zu den Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie dieses Buch.
www.tredition.de
© 2014 R. Böhm
Umschlaggestaltung, Illustration: R. Böhm
Lektorat, Korrektorat: R. Böhm
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN:
978-3-8495-8811-3 (Paperback)
978-3-8495-8812-0 (Hardcover)
978-3-8495-8813-7 (e-Book)
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Sie beneidenswert glücklicher, überglücklicher Mensch!
Und Sie können es (noch) gar nicht fassen, richtig?
Das werden Sie, ich verspreche es Ihnen.
Vorwort
Die einzige Sicherheit in Ihrem Leben ist das Wissen darum, dass es mit dem Tod sein unvermeidliches Ende finden wird. Wie viel Zeit Ihnen bis dahin bleibt, kann Ihnen niemand sagen.
Das Leben an sich gefährdet Ihre Gesundheit.
Jeden Tag sterben Menschen.
Sie fallen entfesselten Naturgewalten zum Opfer, kommen in Unglücksfällen ums Leben, müssen sich Krankheiten geschlagen geben oder werden von ihren eigenen Artgenossen getötet.
Die Natur gibt keine Garantie, keine Gewährleistung und bietet keine Kulanz. Unablässig folgt sie ihrer Bestimmung.
Leben ist eine Routine, eine Routine der Evolution.
Seit Anbeginn Ihres Seins schlägt Ihr Herz.
Unaufhörlich und beständig.
Sie leben.
Jede Wehe hat Ihrer Mutter auf schmerzhafte Weise die Bedeutsamkeit des Augenblicks verinnerlicht.
Zwischen Leid und Glückseligkeit presste sie Sie auf diese Welt und bereitete Ihnen so den auch für Sie beschwerlichen Weg. Wenn das Leben nicht auch Kampf, Schmerz und Leid bedeuten sollte, warum dann wählte die Natur diese Weise für seinen Beginn?
Sie durchlebten Perioden von Krankheiten und Verletzungen, durchstanden Fieber, Windpocken, Mumps und grippale Infekte. Sie fielen, schlugen sich die Knie blutig, die Pein lehrte Sie Erfahrungen und mitunter erlitten Sie seelische Qualen. Eine lange Liste von Phasen des Leids, Scheiterns und der Nichterfüllung von Sehnsüchten.
Sie trotzten so vielen Gefahren, oft sich nicht einmal derselben bewusst.
All die Ihnen gestellten Aufgaben haben Sie gemeistert und unablässig die den Weg versperrenden Hürden überwunden.
Was Sie besitzen, haben Sie sich mühsam erarbeitet, mitunter hart erkämpft und manchmal schien es aussichtlos, bis hier hin durchhalten zu können. Doch Sie taten es – das Leben lehrte Sie Routine.
Bestimmt wurden Sie auch schon von diesem einen Gefühl überwältigt. Ich meine das Gefühl einer überschweren Last, die Sie zu erdrücken schien, Ihnen die Luft zum Atmen raubte.
Dieses Gefühl, all den Anforderungen nicht mehr Stand halten zu können. Manchmal hätten Sie am liebsten einfach alles hingeworfen, sich allein irgendwo verkrochen und Ihnen war zum Heulen.
Beinahe teilnahmslos ließen Sie alles über sich ergehen, wähnten sich in aussichtsloser Lage. Die Arme bleischwer am Körper herab hängend, unfähig, unwillig, sie zur schützenden Deckung gegen die Schläge des Schicksals zu erheben.
An anderen Tagen wiederum verspürten Sie den Drang, vor Wut und Verzweiflung alles herauszubrüllen, sich tobend Befreiung verschaffen zu müssen. Die Fäuste geballt und zum Kampf bereit. Bis zum Bersten mit unbändiger Kraft geladen.
Stress.
Ich möchte Sie mit der Tatsache vertraut machen, dass Stress eine Routine ist, die Sie am Leben hält. Ihr Wille zu überleben, tief in Ihnen verwurzelt. Von der Evolution geschaffen, um gegen die täglichen Gefahren bestehen zu können.
Ein Überlebenssystem.
Reine Routine.
Ihnen in die Wiege gelegt, um die Zeitspanne zwischen Geburt und Tod so lang wie möglich ausdehnen.
Bis zu Ihrem letzten Augenblick gab es niemals und wird es auch nicht geben, das Versprechen von „leicht“ und „einfach“. Ihr Leben war und wird auch weiterhin von der ständigen Präsenz der Gegensätze geprägt sein, ohne Dunkelheit verliert sich die Definition der Helligkeit und ohne das Böse könnten wir nie finden, was im Guten sich verbirgt.
Am Ende dann werden Sie die bedeutsamste aller Entscheidungen treffen müssen, das letzte Loslassen. Sie werden Ihren letzten Kampf kämpfen – und Sie werden ihn verlieren. Darum wissen Sie bereits jetzt.
Unser täglicher Sprachgebrauch zeugt von dem bis dahin stets vorherrschenden Kampf, auch ohne Waffen und nicht um des ureigentlichen Überlebens zum Zweck.
Die Arbeitsniederlegung ist in den Worten der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände der Arbeitskampf.
Die Suche nach der Gunst des Volkes durch nach Ämtern strebende Vertreter der Gemeinschaft - der Wahlkampf, im Verlaufe dessen herausgefordert wird.
Unwiderlegbar vorgetragene Fakten werden häufig als Totschlagsargument bezeichnet und die erregte Diskussion als Schlagabtausch oder Wortgefecht. Manch einer ist oft nicht bereit, das (Schlacht-) Feld dort zu räumen.
Der Streit stellt sich als kämpferischer Akt dar und zur Verteidigung von Ländern stehen Streitkräfte unter Waffen.
Im Sport unterliegt der Gegner oder dessen Mannschaft nach voran gegangenem Duell und wähnt sich der Wettkampf verloren, lautet das Urteil bisweilen sogar, der Verlierer sei vernichtend geschlagen worden.
Die richterliche Entscheidung bedeutet des einen Sieg und gleichsam des anderen Niederlage.
Das Widerstehen gegen die schwere Krankheit wird gleich dem Ringen mit dem Tode gesetzt und so wird aus dem Gesunden schließlich ein Obsiegen oder das Entrinnen seiner Fänge.
Ihr Leben ist kein Perpetuum Mobile, welches zu Ihrer absoluten Zufriedenheit einfach nur abläuft, völlig ohne Eingabe von Kraft und Energie und ganz sicher nicht ohne einen Kampf.
Um es in Gang zu halten bedarf es mehr, als nur des Essens und Trinkens. Dem Wissen ist das Lernen vorausgesetzt, der Aufrechthaltung einer glücklichen Beziehung die Pflege derselben. Anerkennung, Wertschätzung und Zuneigung werden nur Reaktionen auf Ihr Wirken sein.
Sie müssen sich Ihr Leben verdienen. Jeden Tag aufs Neue.
Wie steht es um Ihren Alltag und Ihre Gefühle?
Wenn Sie jetzt auf der Stelle zu einem Ergebnis kommen sollten, wie fiel es aus? Bezeichneten Sie sich als ein zufriedener Mensch, gelenkt von überwiegend guten Gedanken und wenig belastet mit den erdrückenden Gefühlen von Sorge, Angst, Ärger oder Wut?
Freuen Sie sich täglich über Ihre Anstellung und die Tatsache, dass Sie dafür jeden Monat das mit Ihnen vereinbarte Gehalt bekommen, welches Ihr Leben in seinen Grundsätzen sichert und darüber hinaus sogar einen Hauch von dem, was man allgemein als Luxus auffassen darf?
Ärgern Sie sich über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, über deren Art, sich zu geben, über deren Erfolg, obgleich diese nicht besser als Sie zu sein scheinen? Kündigen Sie konsequent im Falle dessen, dass Sie sich unwohl fühlen, unverstanden, ausgebeutet oder schlecht behandelt? Oder erdulden Sie Kompromisse, des schließlich doch unvermeidlich notwendigen Lohnes wegen, den Sie zur Sicherung Ihrer Ansprüche benötigen?
Wie steht es um Ihre Beziehungen zu anderen Menschen?
Ist die anfängliche Euphorie der guten Emotionen noch immer spürbar oder hat sich über die Dauer der Jahre eine Routine entwickelt, eine Form von Selbstverständlichkeit oder gar eine simple Berechnung des aus ihnen hervorgehenden Nutzens? Verschaffen sich bereits kleine Unliebsamkeiten ihren Raum, Verhaltensweisen, die Sie überhaupt nicht leiden können, Sie mitunter sogar zu Rage verleiten? Welcher Art sind Ihre Gedanken über Ihren Partner, die Familie, Geschwister, Eltern, Kinder, Freunde? Überwiegt die tägliche Freude, dass sie um Sie sind, sich in Ihrer Nähe befinden oder schleicht sich mitunter das Empfinden von erdrückender Belastung ein und eine zeitweilige Distanz zu diesen Menschen verschafft so ein erleichterndes Durchatmen?
Wie fühlen Sie sich im Straßenverkehr?
Nehmen Sie ihn als unabdingbare, aber angenehme Form der Mobilität wahr, eine Erleichterung des sonst beschwerlicheren Fortbewegens oder erregen die Mitstreiter, die vor, neben oder hinter Ihnen unterwegs sind, zunehmend Ihr Gemüt?
Wie ist Ihr Leben? Zu welchem Urteil kommen Sie?
Wenn ich Sie zu einer anderen Betrachtungsweise zu führen versuche, dann nur, um Ihnen zu ermöglichen, dass Sie das, was Sie als Stress zu kennen glauben, bewusst annehmen.
Gelingt es schließlich seine Selbstverständlichkeit anzuerkennen, so verstehen Sie sich auch darauf, Ihre bisherige Perspektive zu wechseln, Ihr Leben zu verändern, wenn es Ihnen notwendig erscheint.
Die Kenntnis der Ursachen bewirkt die Erkenntnis der Ergebnisse!
(Cicero)
Wenn ich hier nun von Stress, belastenden Situationen und Möglichkeiten routinierten Verhaltens berichte, schöpfe ich aus einer Vielfalt hinreichender Erfahrungen, die ich über meine nun schon dreieinhalb Jahrzehnte umfassende berufliche Tätigkeit sammeln konnte, in der Stress, die Bewältigung desselben zur Aufrechthaltung der Handlungskompetenz, insbesondere in schwierigen und gefährlichen Situationen, und Kommunikation die wesentliche Rolle spielen. Schon in jungen Jahren gierte ich nahezu nach Erklärungen über die Gründe des so vielfältigen und doch oft berechenbaren menschlichen Verhaltens - der Beginn meiner Leidenschaft zur Psychologie, später dann auch zur Philosophie. Lange Zeit lehrte ich als Verhaltenstrainer in Seminaren den Umgang von Mensch zu Mensch und halte nach wie vor Vorträge zu dieser komplexen Thematik.
Mein Wissen stammt nicht nur aus dem Studium von Lehrbüchern oder aus Vorlesungen. Es stammt vom wahren Lehrmeister.
Dem täglichen Miteinander da draußen.
Dieses Buch soll keine wissenschaftliche Ansicht begründen, einen solchen Anspruch erhebe ich nicht. Darüber existieren viele gute Werke, die Sie heranziehen können. Ich möchte den realistisch philosophischen Ansatz wählen und die Bedeutsamkeit des einen Lebens, das Sie besitzen, hervorheben. Dabei wollte ich einmal ungewohnt anders vorgehen, die Bandbreite aller Möglichkeiten nutzen und nicht nur einem Stil behaftet die Worte zu Papier bringen. Wie das Leben selbst unterschiedliche Empfindungen in uns hervorruft, so möchte ich es ihm gleich tun. Ich möchte provozieren, amüsieren, nachdenklich stimmen und betroffen machen. Ich möchte Spuren legen, die Sie lange noch nach dem Ende der letzten Seite verfolgen - auf der Suche nach sich selbst.
Zweifel ist der Weisheit Anfang.
(Descartes)
Ich beginne am Anfang, damit meine ich den Anfang unserer Menschheit. Stress gibt es seit Beginn der Evolution.
Lassen Sie uns dazu in der Zeit zurück reisen.
Einen Augenblick nur, gemessen an der Dauer die unser Planet bereits existiert.
Wagen wir einen Blick in die Zeit, als der Mensch sich schon so weit fortentwickelte, dass er seinen Verstand einzusetzen lernte.
In jene Zeit, als er sich aufmachte, sich gegenüber jeglicher Spezies sonst auf ein Podest zu erheben, welches zu erklimmen den anderen Arten schließlich unmöglich wurde.
Kapitel 1
Der Stress Effekt
Nacktes Leben
Abendstimmung bricht über die üppige Landschaft herein, die einem weichen, grünen Teppich gleich sich bis tief in den Horizont erstreckt. Vereinzelt ragen Bäume aus dem scheinbar endlosen Plateau. Ihre Kronen wirken wie flache Dächer aus ineinander geschwungenen Ästen.
Hohes Gras beugt sich sacht den lauen Luftzügen des ausklingenden Tages. Das Weiß der zuvor so gleißenden Tagessonne ist bereits in das beruhigende Orange des Sonnenuntergangs übergegangen. Der Tag entdämmert.
Steinige Aufwürfe und Felsbrocken unterbrechen das satte Grün der Ebene, kündigen den Beginn einer Hügelkette zur Linken an, die nach einigen Metern mit einer stetig ansteigenden, zerklüfteten Felswand verschmilzt. In geringer Höhe offenbart sich in ihr eine beinahe runde Öffnung, ohne Zweifel eine Höhle.
Vor ihrem Eingang ist ein kleiner Vorsprung gelegen, einer Aussichtsplattform ähnlich, von der blickend sich das erhabene Panorama der Steppe bis in eine vermeintliche Unendlichkeit entfaltet.
Ab und an trägt der Wind Fetzen eines leisen Wimmerns aus dem Inneren der von der Natur geschaffenen Zuflucht.
Nahe des behaglichen Feuers sitzt Era auf dem Boden, den Rücken an die steinige Wand gelehnt.
In ihren Armen hält sie ein kleines Bündel, presst es zärtlich gegen ihre Brust. Sie stillt.
Ihre dunklen Augen spiegeln das rot gelbe Züngeln der kleinen Flammen, die flackernd auf den in der Feuerstelle brennenden Scheiten tanzen und so ein bizarres Schattenspiel an die Höhlenwände werfen.
Selig streichelt ihr leuchtender Blick über den kleinen Körper in ihren Armen.
Die wulstigen Lippen des breiten Mundes haben sich zu einem andauernden Lächeln geformt.
Die beiden sind eins in ihrem kargen Unterschlupf, eine der Wiegen der Menschheit.
Unsere Zukunft.
Der leise Gesang einiger Vögel, der irgendwo in der Weite der Ebene das anmutige Farbspiel der voranschreitenden Dämmerung begleitet, verliert sich schließlich in einem Flüstern. Stille will sich wie eine behagliche Decke über die geschäftige Unrast des Tages legen und ihr Einhalt gebieten.
Ein bedrohliches Brüllen hindert sie an ihrem Vorhaben.
Der Tod kündigt sein Kommen an, daran lässt das kehlige Rollen keinen Zweifel.
Aus dem Dunkel des Höhleneingangs tritt ein zunächst nur schemenhafter Umriss.
Der Körper wirkt gedrungen, leicht nach vorn gebeugt.
Das schützend über den Oberkörper gehängte Tierleder bedeckt noch die Hälfte der massigen Oberschenkel.
In den Händen am Ende seiner überlangen Arme hält er etwas, das wie ein Speer aussieht.
Sein breiter Nacken bietet den Halt für den klobigen Kopf mit der flachen Schädeldecke.
Borstiges Haar, dick und widerspenstig, hängt von dort bis auf die kraftvoll wirkenden Schultern herab.
Die Augen liegen weit zurück, geschützt in tiefen Höhlen, über die sich die massige Stirnplatte nach vorne wie ein Dach ausgebildet hat.
Stechenden Augen.
So als wollten sie ein Loch in die Dämmerung bohren, stieren sie in die Richtung, aus der das Brüllen und Knurren kommt.
Einem Blasebalg gleich blähen sich die Flügel seiner breiten Nase auf und fallen kurz darauf wieder ein.
Auf und ab, im Takt des sich dazu hebenden und senkenden Brustkorbes. Unaufhörlich inhaliert er den Geruch der Steppe.
Aus dem Dickicht des wildwüchsigen Bartes treten nur die dicken Lippen seines Mundes hervor.
Gespitzt, als stimme er eine lautlose Melodie an.
Wie elektrisiert richten sich die Haare auf seinen Unterarmen auf, ähnlich dem Nackenfell eines die Lefzen hoch ziehenden und Zähne fletschenden Hundes.
Sein Körper spricht ebenso wie das Brüllen eine klare Sprache.
Ich bin hier! Ich warte!
Sein Herz rast, hämmert in irrwitzigem Takt bis in seinen Hals. Es treibt eine Flut von Hormonen in seine Adern, schießt pures Dope durch seinen Körper und bringt so sein Blut nahezu zum Kochen.
Salzige Perlen sammeln sich auf der massigen Stirn, finden sich auf seiner ledrigen Haut zu einem dünnen Film zusammen, um ihm ausgleichende Abkühlung zu verschaffen.
Verflogen sind die Erinnerungen an gestern, als er mit Era und seinem Kind zur nahe gelegenen Wasserstelle unterwegs war, dort wo die üppige Flora ihren süßen Duft verströmte.
Sich in Gedanken zu verlieren, würde ihn langsam und unterlegen machen und so nimmt er den Tanz der Mücken, die ihn in der Abenddämmerung umschwirren, längst nicht mehr wahr.
Seine Augen tasten, wie durch eine Röhre blickend, Zentimeter um Zentimeter der Steppe ab.
Jetzt muss er sich auf all seine Sinne verlassen.
Es geht um das nackte Überleben.
Angestrengt lauscht er nach dem verräterischen Knacken kleiner Zweige, die unter der Last des massigen Körpers der sich anschleichenden Bestie zerbrechen. Verschwunden, der stechende Schmerz in seiner rechten Fußsohle, sich um den Einstich des Dornes ausbreitend, auf den er gestern trat.
Er braucht nun seine ganze Kraft für den unvermeidlich bevorstehenden Kampf.
Und er muss schnell sein.
Keine Zeit für Gedanken, für Erinnerungen.
Keine Zeit für Schmerzen.
Ein heißes Fauchen zerreißt die beinahe gespenstig wirkende Stille.
Es ist näher, sehr viel näher.
Am Fuße des schroffen Felsens taucht der gewaltige Schatten des geduckt schleichenden Jägers auf.
Die mächtigen Pranken sind mit riesigen Krallen bewaffnet.
Unter dem in der Dämmerung anmutig schimmernden Fell bewegen sich die riesigen Muskelstränge wie kleine Wogen in seichter Brandung.
Ein furchteinflößend kraftvoller Körper.
Majestätische Urgewalt.
Der Kopf wird durch die beiden gigantischen Reißzähne, die Säbeln gleich links und rechts aus dem Maul stoßen, dominiert.
Mit scheinbar graziler Leichtigkeit hechtet das gewaltige Tier auf die vor der Höhle befindliche Felsplatte.
Dann stehen sie sich gegenüber, fixieren sich mit ihren Blicken, messen einander.
Das rhythmische Pochen seiner Halsschlagadern lässt die berauschende Wirkung des Adrenalins erahnen, während sich seine Finger in den Speerschaft zu graben scheinen.
In vorsichtigen Bewegungen beschreiben beide einen weit ausholenden Bogen umeinander, so als durchschritten sie eine festgelegte Zeremonie.
Der Totentanz.
Die Bestie setzt zum Sprung an.
Der mit dem gedrungenen Kopf und dem Speer in seinen großen Händen wirft sich ihr entgegen.
Er brüllt laut und tief und er stößt zu.
Kraftvoll, explosiv.
Und wieder und wieder, wie in Trance.
Das Fauchen des Tigers vermischt sich mit dem markerschütternden Schreien des Langarmigen.
Sein Name ist Ur.
In der Ferne ist der leise Gesang der Vögel längst verstummt. Eine unheimliche Lähmung hält die Ebene fest umgriffen.
Alles scheint erstarrt - abwartend, lauernd.
Gespannt auf das, was nach dem Brüllen und Fauchen passieren wird.
Reine Routine
Stress
Was mag Ur gefühlt haben?
Was mag durch seinen Kopf gegangen sein? Begann sein Kampf ums Überleben schon beim ersten Brüllen des Säbelzahntigers oder erst viel später, als er den Geruch des Raubtieres aufnahm, die Bestie sich nähern sah?
Hat Ur geahnt oder gar gewusst, was kommen wird?
Eins aber ohne Zweifel, Ur hatte Stress.
Die Evolution treibt zwei Spezies gegeneinander.
Das ist ihr Weg, die Reinheit zu sichern und für eine natürliche Auslese zu sorgen. So hat sie jede Art fortentwickelt, sie sich anpassen lassen in Größe und Gestalt. Was nicht bestehen konnte, starb aus.
Die Kraft des Lebens hat ein System.
Tief verwurzelt im Triebhaften hat sie den Drang zum Überleben verankert.
Das Überlebenssystem.
Vergessen, unmöglich. Abschalten, nicht vorgesehen.
Stress ist eine Routine der Natur.
Mit nur einem einzigen Ziel. Überleben - zur Sicherung der Art!
Noch heute funktioniert dies unverändert.
Auf der Zeitachse der Evolution war Ur gestern und wir, seine Erben, sind heute.
Viel Zeit ist nicht vergangen.
Die Evolution kreierte ein perfektes System, welchem die Menschheit ihren Fortbestand bis zum heutigen Tage zu verdanken hat. Das grundlegende Prinzip darin ist der Kampf.
Es hat selbst dem kleinen Bündel in Eras Armen das Überleben ermöglicht, da die Natur unzertrennliche Bande zwischen beiden knüpfte und Era so zur unaufhörlichen Bereitschaft anhielt, das schutzlose Wesen zu verteidigen.
Mit ihrem Leben, wenn es hätte sein müssen.
Ur und Era hätten nicht überleben können, wenn sie sich dem vermeintlichen Druck von Stress hingegeben hätten. In Ihrer Welt stellte der Kampf eine Selbstverständlichkeit dar, jeden Tag aufs Neue. Und so war es das Überstehen ihrer Art, was der Evolution ermöglichte, dass wir noch heute sind.
Ein schweres Erbe, das wir antraten, stehen wir doch in der Verantwortung, unseren nachfolgenden Generationen eben dies und all das bis hier Erreichte an sie weiter geben zu können. Das ist unsere Bestimmung, die die Evolution uns als Gegenleistung für unser Sein abverlangt.
Das Leben an sich ist eine Herausforderung, der Sie sich stellen müssen, so wie Ur und Era es taten. Die Natur folgt einem simplen aber wirkungsvollen Prinzip. Sie begründete das bislang uneingeschränkt funktionelle Regelwerk der Bestenauslese, indem sie eine Abhängigkeit zwischen allen existenten Lebensformen schuf. Ohne Wasser kein Leben, weder in sich selbst, noch an Land oder in der Luft.
Die Erde bietet natürliche Ressourcen, die die Grundlage für alles Vorkommen darstellen. Unterschiedlichste Lebensformen, die nicht nur eigenes Fortbestehen beanspruchen, sondern gleichsam auch das Überleben anderer Arten sichern. Als Nahrung. Dieses Prinzip könnte nach menschlichen Werten als unmoralisch, gnadenlos und grausam bezeichnet werden, doch angesichts der Tatsache, dass unsere Spezies lediglich eine von zigtausenden, völlig unterschiedlichen Varianten von Leben auf diesem Planeten begründet und das evolutionäre Prinzip für alle gleichermaßen Gültigkeit besitzt, ist diese Wertung nur eine Einzelmeinung.
Der Mensch thront herrschend über den anderen Arten dieser Erde und hat sich so diesem Kreislauf vorerst entzogen; zu Lebzeiten stellt er keine Nahrung mehr dar. Dennoch wird er niemals das grundlegende Regelwerk der Natur zu umgehen wissen.
Völlig gleichgültig, wie groß seine Anstrengungen und die daraus resultierenden, vermeintlichen Fortschritte auch sein mögen. Ob er genetisch manipuliert oder künstlich erschafft, das Prinzip des Lebens wird er nicht durchbrechen, weil er seine Herkunft nicht zu leugnen vermag, stellt er selbst doch lediglich eines der vielen wundervollen Ergebnisse der Evolution dar. Er wird atmen, essen und trinken müssen, den Beginn seines Seins setzt die Geburt, ob auf natürlichem Wege oder aus dem Reagenzglas, und der Tod wird ihm das unvermeidliche Ende setzen.
Die uns umgebende Natur schafft die Grundlage für das Leben und jedes einzelne selbst muss sich den täglichen Herausforderungen stellen. Was diesen nicht gewachsen ist, vergeht und schafft so Platz für anderes, für neues Dasein. Auf diese Weise entwickelte sich die Vielfalt der Arten, starben Rassen aus und neue begründeten ihren Anspruch. Lange schon überdauernde passten sich an, veränderten sich, um in den Neuerungen des sich stets im Wandel befindlichen Lebensraums bestehen zu können.
Die einzige Moral, die die Menschheit bei ihrer fortwährenden Anpassung zugrunde legte, bestand im natürlichen Egoismus des Überlebenswillens. Wir wurden die besten im Kampf gegen Gefahren, in der Durchführung der Jagd und schließlich brauchten wir nicht einmal mehr diese, um unsere Beute zu erlegen. Heute züchten wir und bauen an, friedfertig anmutende Bilder eines vermeintlichen Ackerbauers und Viehzüchters. Die Realität aber sieht anders aus. Noch immer kämpfen wir, untereinander, gegeneinander, manchmal miteinander.
Homo sapiens militaris.
Nun, da wir nicht mehr ständig auf der Jagd und gleichsam auf der Hut vor uns Jagenden sein müssen und unser tägliches Brot in Warenfächern unweit unserer Behausung zur Abholung bereit steht, haben sich andere Gefahren begründet. Die meisten davon finden ihre Ursache in dem Menschen selbst.
Der Preis, den wir für den Tausch der vom Säbelzahntiger ausgehenden Gefahren gegen eigens geschaffene bezahlen, ist der, dass das Überlebenssystem nun vornehmlich von dem täglichen Miteinander, egal ob Arbeit, Familie oder Freizeitvergnügen, gefordert wird.
Bestehen wird nur, wer sich dem stellt.
Und doch besitzen Sie heute die eine wahrhafte Möglichkeit, die Ur niemals vergönnt war. Sie haben die Wahl, die Freiheit der Entscheidung. Sie könnten sich vielen Situationen entziehen, die für Sie Stress bedeuten, dazu bedarf es oft nur des Willens. Sie müssen nicht jeden Kampf aufnehmen. Dies aber stellt nicht auch gleichsam eine Zusicherung auf ein zukünftig kampfloses Leben dar.
Doch trotz dieser einen Möglichkeit, dieser einen Wahl, werden Sie sich manchmal selbst im Weg stehen und so wird gerade Ihr Verstand es sein, Ihre innere Stimme, die Sie zu den Waffen ruft, Sie in den Graben treibt um dort in vorderster Front auf den Feind zu lauern, den Angriff erwartend und zum Gegenschlag bereit.
William Shakespeare gelingt die Umschreibung der Gestalt des zum Kampfe Bereiten in vorzüglichen Worten – eine einzigartig kunstvolle Offenbarung der Symptome von Stress in seiner urtümlichsten Form.
Noch einmal stürmt, noch einmal, lieben Freunde!
Sonst füllt mit toten Englischen die Mauer!
Im Frieden kann so wohl nichts einen Mann
Als Milde und bescheidne Stille kleiden,
Doch bläst des Krieges Wetter euch ins Ohr,
Dann ahmt dem Tiger nach in seinem Tun;
Spannt eure Sehnen, ruft das Blut herbei,
Entstellt die liebliche Natur mit Wut,
Dann leiht dem Auge einen Schreckensblick
Und laßt es durch des Hauptes Bollwerk spähn
Wie ehernes Geschütz; die Braue schatt es
So furchtbarlich, wie ein zerfreßner Fels
Weit vorhängt über seinen schwachen Fuß,
Vom wilden, wüsten Ozean umwühlt.
Nun knirscht die Zähne, schwellt die Nüstern auf,
Den Atem hemmt, spannt alle Lebensgeister
Zur vollen Höh! - Auf, Englische von Adel!
(Heinrich V., The Life of Henry the Fifth, 3. Akt, 1. Szene)
Stress ist eine natürliche Routine, die die Evolution in uns verankert hat, so wie die Routine, dass unser Herz schlägt, unser Auge sieht, unser Ohr hört, unsere Nase riecht und unsere Lunge atmet.
Im Laufe der Zeit aber lernten wir uns zu verschätzen.
Das, was wir als natürliche Hilfe werten sollten, nehmen wir oft als belastend und erdrückend wahr.
Um die Routine zu verstehen, muss man um das wissen, was in uns geschieht, wenn sie uns aufrüttelt. Erst dann werden wir ihre Systematik wieder richtig schätzen. Schließlich verdanken wir ihr unser Sein.
Das Ziel ist uns bekannt. Überleben.
Aber wie bewerkstelligt die Routine Stress dies nun, im wahrsten Sinne des Wortes doppeldeutig zu verstehen, im Einzelnen?
Sie verrichtet ihre Arbeit unverändert im menschlichen Körper. Nach wie vor jagt sie pures Dope in Form körpereigener Hormone, wie Adrenalin und Noradrenalin, durch Ihre Adern.
Das hat sie vor hunderttausenden von Jahren schon getan und das wird sie in den kommenden ebenso tun.
Geändert haben sich nur die Anlässe, die zu ihrem Ablauf führen. Säbelzahntiger gibt es nicht mehr.
Die Routine ist anpassungsfähig.
Eine Evolution eben, keine Revolution.
Ihr Herz hämmert spürbar in schnellem Takt. Sie atmen tiefer, intensiver. So reichern Sie Ihr Blut mit mehr Sauerstoff an.
Um alle Muskelgruppen schnell und ausdauernd versorgen zu können, muss sich Ihr Blutdruck erhöhen, die Durchflussgeschwindigkeit steigern. Manchmal können Sie geradezu fühlen, wie die Röte in Ihr Gesicht schießt.
Mitunter spüren Sie sogar Kopfschmerz.
Kleine Blutgefäße in der Haut und in den Nieren verengen sich, Ihre Fingerspitzen werden kalt.
Eine Vorsichtsmaßnahme für Verletzungen, die Sie sich im Kampf zuziehen könnten.
Die großen Gefäße, die zur Muskulatur führen und diese versorgen, weiten sich, pumpen schneller die notwendige Mehrkraft von freigesetzten Fetten und Glucose.
Die Mundhöhle trocknet aus.
Alle unwillkürlich und beständig im Innern Ihres Körpers ablaufenden Prozesse werden unterbrochen.
Das Verdauungssystem stellt die Arbeit ein. Unerledigtes scheint dort wie ein Stein im Bauch oder Darm zu liegen. Appetit verspüren Sie keinen, Ihnen wird vielleicht sogar übel.
Cortisol in Ihrem Blut sorgt dafür, dass Ihr Immunsystem den sonst stets fortdauernden Kampf gegen Bakterien und Viren einstellt. Ihnen wird warm, Sie beginnen zu schwitzen.
Ihre vegetative Ebene verrichtet ausgezeichnete Arbeit.
Das Dope in Ihrem Blutkreislauf beginnt seine Wirkung zu entfalten, es gibt alle verfügbare Energie in Ihre Muskulatur. Sie spüren, wie Ihre Hände und Knie zu zittern beginnen.
Ihre muskuläre Ebene reagiert tadellos.
Ihre Konzentrationsfähigkeit lässt nach.
Manchmal nehmen Sie gar nicht wahr, dass Sie angesprochen werden. Einfache Dinge fallen Ihnen nicht ein. Spontane Reaktionen bleiben oft aus. Es kann sogar sein, dass sich Ihre Gedanken in einer Endlosschleife festhaken, Ihnen unentwegt und störend durch den Kopf gehen.
Botenstoffe schalten Ihren Verstand, die Ratio, nahezu ab.
Der kognitive Bereich macht was er soll, nämlich so gut wie gar nichts mehr.
Nichts von dem ist außergewöhnlich oder gar bedenklich.
Bisher nannten Sie das einfach Aufregung. Das ist absolut richtig.
Die Routine Stress betreibt Ressourcenmanagement, schaltet im bedrohlichen Moment unnötige Vorgänge im Innern Ihres Organismus ab und setzt damit so viel an Energie wie möglich frei, um sie dem Motor des Körpers bereitzustellen, der Muskulatur.
Sie sollen mit allen Mitteln kämpfen, sich verteidigen oder aber fliehen können. Ob Angriff, Verteidigung oder Flucht.
Dafür ist Kraft nötig. Je mehr, umso besser.
Es geht um Stärke, Schnelligkeit und Ausdauer.
Explosive Leistungsfähigkeit.
Nur das Überleben zählt!
Angreifen, Verteidigen oder Fliehen.
Das ist es, was die Routine Stress auch noch heute in uns bewirkt, unverändert.
Dies aber ist nur dann angebracht, wenn es tatsächlich um Ihr Leben geht, Ihre Existenz bedroht ist.
Stress kann sogar unmerklich beginnen. Der Körper prüft unablässig, ob er ausreichend Energie zugeführt bekommt um am Leben und leistungsfähig zu bleiben, ob er durch Krankheit oder Verletzung gefährdet sein könnte.
Alle auf den Organismus bedrohlich einwirkenden Einflüsse regen das Überlebenssystem zur Reaktion an.
Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass Defizite in der Grundversorgung stressauslösende Wirkung entfalten.
Ohne Nahrung und Wasser in ausreichendem Maß ist unser Körper gar nicht in der Lage für einen Kampf, eine Verteidigung oder eine Flucht. Bleibt ihm beides aus, reagiert er mit der Auslösung der Routine, beginnt den Kampf um sein Überleben, den Kampf gegen Hunger und Durst.
Der Mangel an ausreichend Flüssigkeit versetzt den Körper in Stress. An Stelle des nötigen Wassers werden heute viele Ersatzflüssigkeiten eingenommen, wie Kaffee oder Alkohol. Diese bieten dem Organismus nicht die erforderliche Basis, mitunter sorgen sie sogar für eine erhöhte Entwässerung und bedingen dadurch ein noch größeres Defizit.
Bei ausbleibendem Essen fällt die Stressreaktion erst etwas verhaltener aus, da der Körper zunächst noch ausreichend Reserven vorhält, die er manchmal in Form ungeliebter Fülle angereichert hat.
Meist ist es die Körpermitte, die davon betroffen ist.
Beliebt bei Männern der Bereich um den Bauch, bei Frauen die Bereiche um Po, Oberschenkel und Taille.
Interessant, dass das, was uns äußerlich aus der Form geraten lässt, eigentlich unsere Form sichert.
Zugegeben, zu viel ist zu viel, unnötig und sogar ungesund. Aber das ist mit allem im Leben so, umgekehrt allerdings auch. Zu wenige Reserven sind ebenso bedenklich. Ein gesundes Maß ist erstrebenswert.
Wenn Sie Hunger verspüren, ändert sich Ihre emotionelle Lage.
Die Werbung über einen Schokoriegel greift dies gekonnt auf.
