Der Tod hat Angst vor Löwenzahn - Michelle Ziegelmann - E-Book

Der Tod hat Angst vor Löwenzahn E-Book

Michelle Ziegelmann

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Beschreibung

Der Tod hat Angst vor Löwenzahn: Mit Pflanzenkraft ins volle Leben Der Tod hat Angst vor Löwenzahn: Mit Pflanzenkraft ins volle Leben Lebenslust, Waldduft, Morgentau auf der Zunge: Dieses Buch feiert die Erlebnisse, die Naturfans und Gesundheitsentdecker lieben. Der Tod hat Angst vor Löwenzahn von Michelle Ziegelmann ist kein klassisches Pflanzenbestimmungsbuch, sondern eine Einladung, die Weisheit der Wildpflanzen, kleine Rituale und moderne Longevity in den Alltag zu holen. Keine trockene Theorie, sondern fühlbare Momente zwischen Küche, Garten und Gedankenstille. Es ist das perfekte Geschenk für Menschen, die natürlich leben wollen, für Neugierige ebenso wie für Fortgeschrittene. Das erwartet dich im Buch Fünf-Minuten-Rituale, die wirklich wirken Wildpflanzenwissen zum Anfassen und Genießen Alltagsnahe Rezepte ohne Schnickschnack Sanfte Wege zu Energie, Ruhe und Klarheit Inspirierende Texte, die motivieren statt belehren Michelle Ziegelmann ist als Neuseenkraut auf Instagram mit über 250.000 Followern und Auftritten im Fernsehen, unter anderem bei SAT.1, eine der bekanntesten Stimmen der Kräuterszene. Als Kräuterhexpertin, Autorin und Longevity-Fan hat sie bereits unzähligen Menschen geholfen, mehr Energie, Ruhe und Verbundenheit zu finden. Im Kern ist dieses Buch ein liebevoller Problemlöser für müde Tage, gestresste Köpfe und Körper, die nach Balance rufen. Es zeigt, wie man mit Pflanzenportraits, chlorophyllgrünen Impulsen, Bittermomenten und einfachen Ritualen spürbar lebendiger wird. Zwei Beispiele sind der Morgenschluck mit Sonne, eine kleine Kräuterinfusion für einen freundlichen Start, und die Bitterminute mit Wermut oder Schafgarbe gegen das Nachmittagstief. Unkompliziert, wirksam und alltagstauglich. Der Tod hat Angst vor Löwenzahn ist liebevoller Begleiter und kluger Ratgeber zugleich. Für alle, die spüren, dass Vitalität nicht laut sein muss, sondern leise beginnt: in einer Tasse, in einem Atemzug, in einem Blatt. Dieses Buch macht Lust auf Leben. Jetzt.

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Seitenzahl: 190

Veröffentlichungsjahr: 2025

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© Michelle Ziegelmann

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung bedarf der ausschließlichen

Zustimmung des Autors. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Verwertung,

Übersetzung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen

Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

ISBN Hardcover: 978-3-96967-696-7

ISBN eBook: 978-3-96967-697-4

Originale Erstauflage 2026

© by Eulogia Verlags GmbH

Eulogia Verlags GmbH

Gerhofstraße 1–3

20354 Hamburg

Lektorat: Sandra Pichler

Satz und Layout: Tomasz Dębowski

Umschlaggestaltung: Aleksandar Petrović

Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise,

nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Teil 1: Der Bauplan des Lebens

Die Zelle. Das kleine Ich im großen Wir

Die Balance von Aktivität und Ruhe, Reiz und Regeneration

Zwischen Jogginghose und Flow-Zustand – die Kunst der Balance

Aktivität – dein täglicher Weckruf

Ruhe – das unterschätzte Superfood

Reiz mich ruhig – aber bitte mit Stil

Die Brennnessel – der grüne Rebell

Rosmarin – die Espresso-Tasse unter den Heilkräutern

Scharfgarbe – Lady Balance lässt bitten

Ingwer – der scharfe Reiz mit warmer Wirkung

Bitterstoffe – der Reiz auf den ersten Schluck

Weisheit und Kraft im Hintergrund: Wie Hormonbalance und Nährstoffverwertung dein Leben lenken

Dein Immunsystem. Die stille Intelligenz im Hintergrund

Teil 2: Der ganzheitliche Weg zu Vitalität und Langlebigkeit

Die Weisheit der Wildpflanzen und warum Heilkräuter nicht nur Inhaltsstoffe, sondern Botschaften tragen

Die Natur spricht mit uns. Die Signaturen-Lehre

Naturapotheke für ein langes Leben. Eine Einführung in Wirkstoffe

Bitterstoffe. Bitter ist das neue Süß

Flavonoide. Zellschutz zum Löffeln

Schleimstoffe. Die stille Umarmung von innen

Ätherische Öle. Duftgewordene Pflanzenintelligenz

Gerbstoffe. Pflanzliche Türsteher mit Samthandschuhen

Mineralien und Spurenelemente. Das stille Fundament

Pflanzenhormone und Adaptogene. Wenn die Natur feine Antennen ausfährt

Chlorophyll. Das flüssige Licht im Blatt

Saponine. Pflanzen wie Seifenblasen, spielerisch heilend

Vitamine und Co. Das grüne Multiwunder, das zu deinen Füßen wächst

Sekundäre Pflanzenstoffe. Die unsichtbare Kraft der Pflanze

Pflanzenkraft, konkret und anwendbar

Anwendung und Verarbeitung im Alltag

24 wichtige Heilpflanzen für Stoffwechsel und Immunsystem im Pflanzenportrait

Ackerschachtelhalm. (Equisetum arvense)

Baldrian. (Valeriana officinalis)

Beifuß. (Artemisia vulgaris)

Brennnessel. (Urtica dioica)

Frauenmantel. (Alchemilla vulgaris)

Giersch. (Aegopodium podagraria)

Gundermann. (Glechoma hederacea)

Schwarzer Holunder. (Sambucus nigra)

Johanniskraut. (Hypericum perforatum)

Königskerze. (Verbascum thapsus)

Löwenzahn. (Taraxacum officinale)

Mädesüß. (Filipendula ulmaria)

Pfefferminze. (Mentha × piperita)

Rosmarin. (Rosmarinus officinalis)

Rotklee. (Trifolium pratense)

Salbei. (Salvia officinalis)

Schafgarbe. (Achillea millefolium)

Scharbockskraut. (Ficaria verna)

Spitzwegerich. (Plantago lanceolata)

Süßholz. (Glycyrrhiza glabra)

Thymian. (Thymus vulgaris)

Vogelmiere. (Stellaria media))

Weißdorn. (Crataegus monogyna/laevigata – sprich: ein- oder zweigriffelig))

Wermut. (Artemisia absinthium)

Gedanken, Rezepte und kleine Rituale für Vitalität und Achtsamkeit

Ritual 1: Ein Morgenschluck mit Sonne. Ein Brief an deinen Alltag.

Ritual 2: Der bittere Moment. Brief Nr. 2 an deinen Alltag

Ritual 3: Fußbad mit Fichtennadeln: Erdung für zwischendurch

Ritual 4: Kräuterkompresse bei Gedankenstau: Auflegen und Loslassen

Ritual 5: Abendräucherung: Aufräumen ohne Besen

Ritual 6: Neumondtee: Trinken für das, was noch nicht da ist

Ritual 7: Der Sonntagslöffel: Wildkräuter-Honig für die Seele

Leben lernen. Die Natur als Lehrmeisterin

Bildquellenverzeichnis

Über die Autorin

Prolog

Wir alle wissen es und doch vermeiden wir den Gedanken. Deshalb ziehe ich das Pflaster gleich zu Beginn ruckartig, aber liebevoll ab: Unser Leben ist endlich. Der Tod wartet auf uns und eines Tages wird es still. Nicht aus Dramatik, sondern aus schlichter Wahrheit. 

Doch was viel zu selten gesagt wird: Diese Endlichkeit ist formbar. Nicht in ihrem Ob, aber sehr wohl in ihrem Wann und vor allem in ihrem Wie. 

Wir alle haben ihn, diesen leisen Wunsch, lange zu leben. Er beginnt meist nicht mit einem lauten Entschluss oder einem heroischen Schwur. Nicht mit einem großen Vorsatz oder einem dramatischen Moment. Es ist eher ein stilles Gefühl, das in uns keimt. Ein leiser Wunsch, der mit den Jahren wächst wie ein Samenkorn tief in der Erde. Der Wunsch, nicht nur alt zu werden, sondern gut zu leben. Wirklich gut. Wach. Klar. Kraftvoll. In Liebe zu dir selbst und dem, was du Leben nennst. 

Vielleicht beginnt er, wenn du deine Eltern beim Altern beobachtest. Vielleicht, wenn du spürst, dass die Regeneration nach einer durchwachten Nacht länger dauert als früher. Oder wenn du dich fragst, warum du eigentlich so selten wirklich tief durchatmest. 

Es ist ein Wunsch, der unter der Oberfläche arbeitet. Nicht aus Angst vor dem Tod, sondern aus Sehnsucht nach dem Leben. Nach dem echten, dem vollen, dem unverbogenen Leben, das nicht von äußeren Taktgebern dominiert wird, sondern von deinem inneren Herzschlag. 

Unsere Lebenszeit ist kein starrer Block, keine am Amboss geschmiedete Strecke. Nein. Sie ist biegsam. Dehnbar. Formbar wie Ton in unseren Händen. Und dieses Buch ist – wenn du magst – eine Einladung zum Formen. 

Denn laut wissenschaftlicher Erkenntnis bestimmen wir selbst zu einem erstaunlich hohen Maß, wie lange und wie gut wir leben. Nicht das Schicksal, nicht die Gene, unsere täglichen Entscheidungen sind es, die den Unterschied machen: Essen. Trinken. Bewegung. Stress. Denken. Fühlen. Keine 100 Prozent Kontrolle, aber etwa 80 Prozent Einfluss!

Ein atemberaubender Gedanke, findest du nicht auch? 

Und doch höre ich oft diese alten Sätze: 

„An irgendetwas muss man ja sterben.“ 

„Das Leben soll doch Spaß machen.“ 

Ja, natürlich soll es das. Aber was, wenn Gesundheit selbst schon ein tieferer Ausdruck von Lebensfreude ist? Nicht Verzicht, sondern Erlaubnis, in der eigenen Kraft zu sein? 

Wir haben den Kompass vielleicht nur verlegt, das Innehalten verlernt, die Mütze zu tief im Gesicht und den Blick verloren für das, was längst da ist und auf uns wartet. Oh Mann, ist das aufregend!

Deshalb ist dieses Buch kein Ratgeber mit erhobenem Zeigefinger, sondern ein Reisegefährte: durch Landschaften des Lebens, über blühende Wiesen voller Heilkräuter, vorbei an Forschungslaboren, bis hinein ins stille Dachzimmer deiner Gedanken. Es ist ein Begleiter. Durch die Landschaften des Lebens und die wunderbaren Geschenke der Natur, der Forschung und der inneren Haltung. Es ist ein Gespräch. Mit dir selbst, deinem Körper und deiner natürlichen Intelligenz, mit der Natur und vor allem mit den Pflanzen, die uns so viel zu erzählen haben. Und es ist eine Einladung, diesen Wunsch nach langem, erfülltem Leben ernst zu nehmen. Nicht mit Pillen und Versprechungen, sondern mit Klarheit und Tiefe und der Weisheit der Natur. Denn die Natur kennt keine Eile. Und doch erreicht sie alles. Pflanzen leben nicht hektisch und sind dennoch voller Kraft.

Was wäre, wenn wir uns wieder an diese Rhythmen anbinden könnten? Wenn wir lernen würden, mit dem Körper zu leben, statt gegen ihn? Wenn Heilung nicht das Reparieren von Defekten wäre, sondern die Wiederherstellung von Verbindung?

Longevity. Langlebigkeit. Das ist mehr als viele Jahre. Es ist die Fähigkeit, ganz da zu sein. Mit allen Sinnen. Im Einklang mit sich selbst. Und mit dem Leben. Denn gesund zu leben heißt nicht, zu verzichten. Es heißt, in Übereinstimmung zu leben mit dem, was dich stärkt. Mit dem, was dich klärt. Mit dem, was wirklich nährt.

Lass uns genau dort beginnen, wo das Leben beginnt: In der Zelle. Im Atem. In der Erde. In der Aufmerksamkeit. Nicht mit einem Wasserfall aus Fachbegriffen oder psychodelischen Seelenstreichlern nicht als esoterische Sammlung neuer „Du musst dies und jenes tun!“-Mantras, sondern als Rückverbindung zu dem einen Leben, das du hast.

Willkommen zu Tag eins deines neuen Lebens, willkommen in meinem Garten der Wild- und Heilkräuter.

TEIL 1: DER BAUPLAN DES LEBENS

Die Zelle. Das kleine Ich im großen Wir

Du kennst sicher diesen einen Satz, der sich so wunderbar auf Postkarten drucken lässt und gerne eingerahmt in Vintage-Schrift über dem Esstisch hängt – oder nach einer längst überfälligen Trennung vom lästigen Partner oder lüsternen Arbeitgeber stolz als WhatsApp-Status gepostet wird:

„Jeder Mensch hat zwei Leben – das zweite beginnt,

wenn man erkennt, dass man nur eines hat.“

Jawohl. Ein Satz wie ein philosophischer Paukenschlag, der uns zur Besinnung rufen will! Und doch verstaubt er oft im Kopf – wie ein schönes Zitat, das man sich merkt, aber nicht wirklich lebt.

Wir lesen ihn, nicken verständnisvoll, schicken ihn vielleicht an eine Freundin in der Sinnkrise – und denken dabei immer mitleidig an „die anderen“. An all jene, die es aber echt langsam mal nötig hätten. Die Nachbarin zum Beispiel, die mit der Kippe zum Frühstück. Oder den Kollegen, der seit Jahren zu viel trinkt und zu wenig schläft. Und an die Bekannte, die sich selbst vergisst, während ihr Mann zwei Hände voll Hobbys hat und ihr Chef sie sogar im Urlaub anruft.

Aber wenn es um uns selbst geht, greifen wir gern zur Ausrede deluxe: „Ich hab’ das im Griff!“

Denn wir – wir sind ja klüger! Wir haben doch alles unter Kontrolle. Wenn wir uns zu viel aufladen, zu wenig schlafen, zu viel trinken, zu spät essen oder zu lange im Stress verharren, dann ist das nur temporär, strategisch, gewollt – oder sowieso nur ein Ausreißer. Wenn überhaupt, dann machen wir das mit System. Und immer mit Maß. Und vor allem: mit Stil. Also alles kein Problem. Hüstel, hüstel.

Na? Ertappt? Also ich auf jeden Fall. Und wie! Denn es ist geradezu menschlich-genial – und vermutlich einer der raffiniertesten Tricks unserer Psyche –, uns selbst permanent für den Ausnahmefall zu halten. Dieser wunderbare Glaube, dass die anderen sich verrennen, während wir achtsam auf dem Drahtseil des Alltags balancieren.

Und genau an dieser Stelle möchte ich dich bitten, innezuhalten. Denn genau hier, mein lieber Mensch mit den quirligen Spiegelneuronen, beginnt die Reise nun wirklich.

Ich habe zwischen all diese Seiten kleine, feine Spiegel eingewoben – winzig klein, unsichtbar, aber unübersehbar. Und während wir dieses Spiegelkabinett gemeinsam lesend durchschreiten, wird dir in jedem Kapitel, auf jeder Seite, in jedem kleinen Gedanken jemand entgegenblicken. Manchmal bin ich das. Manchmal bist du es selbst.

Und oft werden wir uns beide nicht ganz sicher sein, wer da eigentlich wen ansieht. Aber wir beide werden erblicken, was du selbst oft zu übersehen versuchst: dich selbst. Und – Überraschung! – ich mag, was ich da sehe. Und zwar richtig doll!

Denn ich finde dich ziemlich klasse. Warum? Weil du hier bist. Weil du bereit bist. Weil du gerade dabei bist, das Thema Gesundheit nicht mehr als „Irgendwann mal“-Projekt zu sehen, sondern als das, was es wirklich ist: eine zutiefst persönliche Heldengeschichte.

Du hast den Entschluss gefasst, dich auf den Weg zu machen – und dich zu betrachten. Nicht nur im Spiegel des Badezimmers, sondern im inneren Spiegel deines Körpers. Du willst wissen, wie du wirklich funktionierst. Und vielleicht noch wichtiger: was dich am Leuchten hält. Möglichst lange.

Und weil es diesmal nicht allein um Kräuter geht, nicht um Superfoods, Smoothies oder Bio-Wunderpulver, sondern um dich, steigen wir jetzt gemeinsam hinab. Tiefer als nur unter die Oberfläche. Tiefer als das, was man fühlt oder denkt.

Wir steigen unter deine Haut – in das geheimnisvolle Reich, das dich trägt, versorgt und schützt, ob du es bewusst wahrnimmst oder nicht: dein Zelluniversum. Und genau da setzen wir jetzt an. An dem Ort, wo dein Leben beginnt, wo Heilung möglich ist und Kraft entsteht.

Also schnall dich an, es wird eine Reise ohne Kalendersprüche. Und vielleicht auch die schönste Entscheidung deines Lebens.

Denn was auch immer du deinem Körper antust – oder eben nicht tust –, was du denkst, fühlst, verarbeitest oder verdrängst, wo du Ruhe findest oder dich selbst verlierst, vor allem aber, was du in dich hineinstopfst: All das landet früher oder später genau hier: in deinen Zellen.

Stell dir Folgendes vor: Da unten werkelt ein kleines Universum. Eine Schar wuseliger, kluger Miniwesen, die sich unermüdlich darum kümmern, dass du atmest und denkst, lachst, tanzt, eben einfach gut, gesund und lange leben kannst. Zumindest krempeln sie unentwegt die Ärmel hoch und geben ihr Bestes!

Sie verschicken Signale, bündeln ihre Kräfte und reparieren Schäden – im Übrigen bevorzugt nachts. Umso mehr empören sie sich, wenn du mal wieder um Mitternacht in deine Lieblingspizza beißt. Und gleichzeitig lieben sie dich, auch wenn du es ihnen nicht immer leicht machst. Aber: Du bist das Einzige, was sie haben!

Jede dieser Zellen ist ausgestattet mit einem Auftrag, einem Werkzeugkasten und einer Funkverbindung zur großen Kommandozentrale – aus der heraus dir deine innere Stimme gerade diese Zeilen vorliest.

Deine Zellen arbeiten Tag und Nacht. Sie machen keinen Urlaub. Sie kennen keine Ausreden.

Sie nehmen auf, was du ihnen gibst. Sie leisten, was sie leisten können. Wie kleine Superhelden – mit Cape und allem Drum und Dran.

Aber wehe, du ignorierst sie zu lange! Dann beginnen sie erst zu flüstern – leise, aber schon aufgeregt. Dann fangen sie an zu murmeln, werden grummelig. Und schon bald sind sie zickig und schicken dir zornige Beschwerden und hohe Rechnungen in Form von Müdigkeit, Entzündungen und Wehwehchen.

Diese ungeliebte Post aus dem Zellbüro, wir alle kennen sie. Wir nennen das dann Krankheit. Oder Erschöpfung. Oder: „Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist …“

Deshalb tauchen wir jetzt ab – tiefer als nur in die Kalorienangaben auf dem Pflaumenmus – und finden die Antworten meist dort, wo wir selten freiwillig hinschauen: in deinem Stoffwechsel, dieser genialen Mischung aus Hochofen, Chemielabor und Paketstation.

„Stoffwechsel“ – ein Wort, das so technisch klingt wie aus der Gebrauchsanweisung für Nähmaschinen. Aber in Wahrheit ist dein Stoffwechsel der große Dirigent deiner Lebenssymphonie. Er entscheidet, ob und wie gut du schläfst, wie schnell du regenerierst, wie kraftvoll du denkst, wie klar du fühlst – und vor allem, wie es dir auf zellulärer Ebene wirklich geht.

Er ist nämlich Alchemist und Architekt zugleich. Er verwandelt Brokkoli in Zellenergie, das Glas Rotwein in biochemisches Chaos und Sonnenlicht in leuchtendes Leben. Kurzer Side Step: Dein Internist oder Kardiologe mag den Rotwein vermutlich deutlich weniger als dein Onkologe. Wer hier tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich „Krebszellen mögen keine Himbeeren“ von Dr. med. Richard Béliveau und Dr. med. Denis Gingras. Ein superspannendes Buch über antikarzinogene Ernährung!

Aber zurück zu deinem Stoffwechsel und deinen Zellen. Denn im Grunde geht es immer nur um zwei Dinge: Was kommt rein? Und was kommt wieder raus? Klingt total simpel – ist es aber nicht! Denn unser Körper ist keine Biotonne mit WLAN, sondern ein Wunderwerk mit einer täglichen Wunschliste an Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen. Und nein, Chips zählen nicht.

Manchmal funktioniert das Ganze wie eine Rolex mit Handaufzug – und manchmal eher wie ein überhitzter Motor mit altem Öl. Denn dein Körper ist nichts weniger als ein Hochleistungsreaktor: eine Mischung aus Turbine, Recyclinghof und Gourmetküche. Was du ihm zuführst, verarbeitet er. Und was er nicht braucht, will er loswerden – möglichst schnell, einfach und regelmäßig. Das ist der Kreislauf: einatmen, ausleiten, versorgen, entgiften – immer wieder.

Dein Körper bestellt, und du lieferst. Ganz intuitiv. Drei- bis viermal täglich. Mahlzeit!

Und wehe, du kommst ihm um 22 Uhr noch mal mit Spaghetti in Rotwein-Sahnesoße. Oh Mann, dann wird er grantig – stimmt’s? Dann schaut er dich an wie ein müder Nachtportier, der die dritte Woche in Folge die Spätschicht übernehmen muss, und schickt dir Schlaflosigkeit, Verdauungsprobleme, Schwitzen, Herzrasen, schlechte Träume. Und irgendwann vielleicht auch mehr. Hab’ ich recht?

Er kann das alles eine Weile ertragen – na klar –, aber er mag es nicht. Und irgendwann lässt er dich das wissen.

Wir Menschen sind faszinierend: Wir wissen, wie wir unser Smartphone laden müssen. Wir wissen, dass man keinen Diesel in einen Benziner tankt und dass die Quersumme von 145 genau zehn ist. Aber wenn es um uns selbst geht – um unseren Körper, unser Innenleben, unsere Versorgung –, dann zucken wir mit den Schultern und sagen Dinge wie: „Ach, das passt schon.“ Spoiler: Tut es nicht immer.

Stell dir deine Zellen wie eine mittelalterliche Burg vor: Sie brauchen Baustoffe, um die Burg zu errichten, zu erweitern und zu reparieren, wenn die Mauer bröckelt. Sie brauchen Energie, um die Burg zu betreiben – damit alles bewohnbar, beheizt und am Laufen bleibt. Nicht umsonst sagt man ja über gewisse Zeitgenossen, dass „nicht mehr viel Licht brennt“ oder „gar niemand zu Hause“ ist.

Und sie brauchen Abwehrstoffe, um Angreifer am besten schon vor der Zugbrücke in die Flucht zu schlagen. Sollten sie doch ins Innere der Burg eindringen, kämpfen deine Zellen – zumindest die, deren Job das ist (mehr dazu später) – mit List und Tücke und treiben sie wieder hinaus. So eine Zelle ist also Architektin, Handwerkerin, Feuerwehrfrau, Apothekerin und Freiheitskämpferin in einem.

In jeder Zelle arbeiten die sogenannten Mitochondrien. Diese kleinen Kraftwerke nehmen Zucker und Sauerstoff auf und verwandeln sie in pure Energie – sogenanntes ATP, Adenosintriphosphat. Klingt wie ein Pokémon, ist aber der Stoff, der dein Herz schlagen, dein Gehirn denken und deine Muskeln tanzen lässt.

Diese Mitochondrien sind quasi die Baristas deines Körpers: Gibst du ihnen guten Input, bekommst du Energie und Kraft mit perfektem Milchschaum. Gibst du ihnen schlechten Input, schäumen sie ebenfalls – aber vor Wut! Und das spürst du: Müdigkeit, Brain Fog, miese Laune, Krankheit. Kein Wunder, dass du die ganze Welt hasst, wenn du drei Tage lang nur Nudeln und Toast gegessen hast.

Kurze Verschnaufpause. Kannst du noch? Halte durch! Ich setze dir mit diesen Gedanken nur eine perfekt sitzende Brille auf – damit du die folgenden Seiten mit all den konkreten Pflanzen, Wirkstoffen, Wirkungsweisen, Zubereitungen und Steckbriefen gleich viel klarer sehen kannst. Denn die Wunderwirkung der Wild- und Heilkräuter setzt genau hier an: in der Zelle. In guten wie in schlechten Zeiten.

Für Neubau und Reparaturen gibt es außerdem einen Bauplan für den gesamten Körper – und jede Zelle trägt ihn in sich: die DNA. Darin steht alles, wirklich alles: Wie du aussiehst. Ob und wo du Falten bekommst. Ob du Koriander magst – oder findest, dass er nach Seife schmeckt (das ist tatsächlich genetisch bedingt!). Oder ob dein Toilettengang nach einer Spargelmahlzeit zur olfaktorischen Herausforderung wird (ja, auch das ist Genetik!).

Ein uraltes Rezeptbuch deiner Ahnen – diese DNA. Geschrieben aus nur vier Buchstaben: A wie Adenin, T wie Thymin, C wie Cytosin und G wie Guanin, die vier Basen und Bausteine der DNA. Mehr braucht es nicht – und daraus wird alles gebaut: Deine Haut. Deine Haare. Deine Augen. Deine Hormone. Deine Toleranzgrenze gegenüber Menschenansammlungen.

Deine Fähigkeit, Zahlen zu multiplizieren. Dein Sinn für Ironie.

Apropos Ironie: Deine Zellen sind hochgradig kommunikativ – richtige Plaudertaschen! Permanent senden sie Signale – elektrisch, chemisch, mit Lichtgeschwindigkeit. Du isst einen Apfel, und deine Zellen im Darm schreien los: „Hey, mega, lecker Fruktose am Start!“ Die Bauchspeicheldrüse fragt dann – was sie übrigens ständig tut –, ob sie Insulin rüberschicken soll. Der Rest des Körpers hört zu und wartet auf den Power-Kick aus deiner Verdauung.

Aber auch auf Lasagne, Stress und Netflix reagieren deine Zellen sofort – und aus dem Routinefunkverkehr wird ein biochemischer SOS-Notruf. Reagierst du auf dieses Gebrüll deiner Zellen nicht – oder zu spät oder zu selten –, werden sie irgendwann still. Und aus Stille wird Krankheit.

Etwas weiter hinten schauen wir ganz konkret ins Wörterbuch „Pflanzen – Zelle / Zelle – Pflanzen“. Du wirst staunen, was uns Pflanzen und Wildkräuter aller Art zu erzählen haben – und wie wunderbar es sich anfühlt, wenn man beginnt, ihre Sprache zu sprechen und sie wirklich zu verstehen.

Im Übrigen sind deine Zellen selbstlos bis zur letzten Sekunde. Sie opfern sich für dich, kopieren sich, teilen sich – nicht aus Langeweile, sondern weil du sie brauchst: zum Wachsen, Heilen, Reparieren.

Die Leber zum Beispiel beherrscht eine kostenlose Zaubershow deiner Zellen: Nach einer Schädigung – oder sogar nach teilweiser Entfernung – kann sie sich regenerieren und in vielen Fällen wieder auf ihre ursprüngliche Größe anwachsen!

Oder deine Haut: Wenn auch sie keine Lust auf Zellteilung hätte, wärst du binnen weniger Tage ein wandelnder Schmirgelblock – egal, wie viel du cremst.

Damit das alles so läuft, wie es laufen soll, brauchen Zellen viel Liebe. Und mit Liebe meine ich zum Beispiel:

– gesunde Fette wie Omega-3,

– sekundäre Pflanzenstoffe wie Bitterstoffe (Stichwort Leber),

– B-Vitamine und vieles mehr.

All das, was du dir gern mal in der Apotheke oder als Nahrungsergänzungsmittel holst, wächst auch im Wald, im Park – oder im Garten deiner Oma. Damit du besser erkennst, worum es sich bei diesen vielen kleinen Wunderpflanzen handelt, habe ich dir 24 Heilpflanzen für deinen Stoffwechsel zusammengestellt, deren Wirkung wir oft vergessen haben.

Womit ich zum Schlusswort und großen Halali für deine Zellen blasen möchte: Pflege sie, als wären sie kleine Göttinnen – denn genau das sind sie auch. Mach dir bewusst: Der Tag, an dem sie dir für immer den Dienst verweigern, ist dein letzter. Umsorge sie, nimm sie wahr und ernst. Füttere sie mit Licht, Luft, Löwenzahn, Vogelmiere oder frischen Lindenblättern – und mit allem, was dir sonst noch in diesem Buch begegnet. Lass sie atmen und sich bewegen. Führe ein und leite aus – bewusst, mit Spielfreude und Lust am Leben. Und höre auf sie, wenn sie flüstern – nicht erst, wenn sie dich anschreien.

Denn dein Leben spielt sich nicht nur in deinem Kopf ab – es pulsiert in jeder einzelnen deiner Zellen. Und die freuen sich über jeden Brennnessel-Radieschengrün-Smoothie (auch wenn er dir vielleicht nicht so schmeckt wie ihnen), über jede Schüssel fermentiertes Gemüse und vor allem über jeden Moment, in dem du barfuß über eine Wiese läufst.

Besonders verrückt: Wir lernen all das kaum noch. Nicht von den Eltern, schon gar nicht in Kita oder Schule. Vielleicht noch von unseren Großeltern – aber die werden immer stiller. Und immer weniger. Was bleibt also noch? Ganz klar: Bücher wie dieses.

Gern geschehen.

Die Balance von Aktivität und Ruhe, Reiz und Regeneration

Zwischen Jogginghose und Flow-Zustand – die Kunst der Balance

Was nun folgt, ist eine kurze, aber nicht weniger herzliche Einladung zum Schlendrian, zum bewussten Faulsein. Zumindest, wenn die Zeit dafür gekommen ist – und das ist sie im Übrigen viel öfter und viel intensiver, als wir sie uns gönnen.