Die 5 Säulen des Lebens - Jens Wüpping - E-Book

Die 5 Säulen des Lebens E-Book

Jens Wüpping

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Beschreibung

Es scheint Menschen zu geben, die durch die Anwendung von Wissen, Vertrauen und Zeit, Dinge schaffen, die für allgemein unmöglich gehalten werden. Huai Chi, der Mönch auf dem Cover, hat über einen Zeitraum von 20 Jahren, mehrmals täglich an derselben Stelle gebetet. Dadurch hat er seine Fußabdrücke tief im Holz hinterlassen. Die meisten Menschen hätten gesagt, dass es unmöglich ist, seine Fußabdrücke so tief im Holz zu hinterlassen. Doch die Zeit, verbunden mit Disziplin, lehrt uns etwas anderes. Disziplin bedeutet schließlich, dieselbe Handlung über einen langen Zeitraum immer und immer wieder zu machen. Und das, wo doch gerade am Anfang häufig die Ergebnisse ausbleiben. Daher brauchst du Vertrauen in dein eigenes Wissen, denn nur so hältst du über einen langen Zeitraum, mit kleinen Ergebnissen, durch. Dieses Wissen, mit dem du Vertrauen aufbauen und erhalten kannst, möchte ich dir in meinem Buch mit auf dem Weg geben. Es sind Tipps die mir für die 5 Großen Bereiche des Lebens geholfen haben, immer wieder das Gleiche zu machen, und darauf zu vertrauen, dass es zum Ziel führt. Ob an der Börse, beim Abnehmen, im Sport, im Beruf oder sonst wo. Oft merken wir erst nach langer Zeit, dass unsere Handlungen die Richtigen waren und wir deshalb zum Ziel gekommen sind. In meinem Buch beschreibe ich Techniken, Strategien und Hilfestellungen, die ich aus über 250 Büchern, von den "Besten Experten" aus den jeweiligen Bereichen für mich übernommen habe. Ich habe dieses Buch geschrieben, damit du nicht alle 250 Bücher lesen musst, sondern die Besten Ideen in einer Zusammenfassung bekommst. Damit auch du, deine Fußabdrücke hinterlässt ...

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Seitenzahl: 74

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhalt

Meine persönliche Geschichte

Erfolgsstationen

Finanzen

Gesundheit

Persönlichkeit

Soziales Umfeld

Beruf

Bereue nichts

Schlusswort

Leseliste

Meine persönliche Geschichte

Alles beginnt im Herbst 2008. Mit meiner damaligen Freundin sitze ich vor dem Fernseher und schaue Nachrichten. Es läuft ein Bericht über die Immobilienkrise in Amerika. „Warum schaltest du nicht um? Damit haben wir hier doch nichts zu tun“, meint sie.

Knapp 4 Monate später ist die Wirtschaftskrise in Deutschland angekommen. Anfang Januar erfahre ich, dass mein Jahresvertrag nicht verlängert wird. Ich habe in diesem Unternehmen gelernt und bin dann als Geselle übernommen worden. Ich bin der erste ehemalige Lehrling im Betrieb, dessen Vertrag nicht verlängert wird.

Schon während der Ausbildung hat man uns zu verstehen gegeben, dass wir der schlechteste Jahrgang waren, der jemals in unserem Betrieb ausgebildet wurde. „Ihr könnt froh sein, wenn ihr die Ausbildung schafft“, hat man uns eingetrichtert. „An eine Weiterbildung braucht ihr gar nicht zu denken, die schafft ihr sowieso nicht.“

Jetzt bin ich also arbeitslos. Ich fühle mich machtlos, wie ein Versager. Nach meinen Glaubenssätzen sind nur „Asis“ arbeitslos. Ich war es noch nie, und ich kenne auch niemanden, der arbeitslos ist.

Ich habe Glück und komme nahtlos bei einer Zeitarbeitsfirma unter. Ich baue Regale zusammen. Nach zwei Wochen ist schon wieder Schluss, und diesmal habe ich keine neue Arbeit in Aussicht.

Maßnahme vom Arbeitsamt. Über drei Monate hinweg lerne ich, wie man CNC Maschinen programmiert. Die Klasse ist gemischt. Mit 19 Jahren bin ich einer der Jüngsten. Der älteste Teilnehmer ist Mitte 40. Niedergeschlagenheit und Angst sind allgegenwärtig. Als die Maßnahme vorbei ist, rutsche ich wieder in die Arbeitslosigkeit.

Doch jetzt habe ich ein konkretes Ziel: Ich will in den Niederlanden in meinem Lehrberuf arbeiten.

Schon während meiner Ausbildung habe ich davon geträumt, später in den Niederlanden zu arbeiten. Also bestelle ich mir einen Sprachtrainer und lerne die niederländische Sprache in Wort und Schrift. Ich bin arbeitslos und habe Zeit, und so habe ich schnell Grundkenntnisse der Sprache.

Einen Monat später bekomme ich die Zusage von einer niederländischen Zeitarbeitsfirma in Terborg. Neuer Job: Pressenbediener.

Ab jetzt packe ich acht Stunden am Tag Bleche in Folie, lege diese in eine Presse und drücke zwei Knöpfe. Mein Stundenlohn beträgt 7,80 €. Zuvor als Geselle betrug mein Stundenlohn 14,50 €.

Mein Selbstwertgefühlt ist auf dem absoluten Tiefpunkt. Ich wohne weiterhin in Deutschland und fahre nur zum Arbeiten über die Grenze. Die Bezahlung ist wirklich schlecht – normalerweise wird der Job von ungelernten Arbeitern erledigt. Alles, was ich mal war, bin ich jetzt nicht mehr. Meine bisherigen Erfolge sind ausradiert. Mein Körper fühlt sich taub an, ich nehme Gefühle kaum noch wahr.

Auf der Spätschicht stehe ich neben Boris. Boris ist 50, spricht gebrochenes Deutsch und hat einen krummen Rücken von der schweren Arbeit. Er gibt mir den Rat, weiter zu lernen, damit ich diese Arbeit nicht für immer machen muss.

In mir steigen Angst und Enttäuschung hoch. Angst davor, diese Arbeit mein ganzes Leben lang machen zu müssen. Enttäuschung, weil ich mich vom Leben verarscht fühle. Ich habe einen Realschulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung und sogar meinen Ausbilderschein gemacht. Und jetzt stehe ich hier neben Boris und bin kein Stück besser.

Erste Lektion: Das Leben ist willkürlich, Gerechtigkeit gibt es nicht.

Nach drei Monaten, kurz vor Weihnachten, ist Schluss. Der Vertrag wird nicht verlängert. Ich bin nervlich am Ende und wieder arbeitslos, aber gleichzeitig unheimlich froh, diese Arbeit nicht länger machen zu müssen.

Durch Zufall erfahre ich von meinem Ausbildungskollegen, dass ein niederländischer Betrieb auf der Suche nach Mitarbeitern ist. Schon Anfang Januar 2010 können wir gemeinsam dort anfangen. Zwar auch wieder nur Produktionsarbeit, aber die Firma hat einen eigenen Werkzeugbau.

Neues Ziel: Ich möchte in den Werkzeugbau.

Nach anstrengenden zwei Monaten als Produktionshelfer werde ich zum Gespräch zu meinem Chef gebeten. Meine Zuverlässigkeit ist aufgefallen, und ich darf von nun an im Werkzeugbau arbeiten.

Endlich, nach fast 15 Monaten prekärer Arbeitsverhältnisse, kann ich wieder in meinem Lehrberuf als Werkzeugmechaniker arbeiten.

Die Kollegen sind nett und die Arbeit macht echt Spaß. Da es endlich wieder bergauf geht, ziehe ich im Alter von 21 Jahren bei meinen Eltern aus und beziehe mit meiner damaligen Freundin unsere erste eigene Wohnung.

Als ich nach vier Monaten morgens in die Werkstatt komme, empfängt mich mein Vorarbeiter mit Tränen in den Augen. „Jens, de Geeredschapbouw gaat dicht maken, ze hebben geen werk meer voor onz“. („Jens, der Werkzeugbau macht keinen Gewinn, er wird geschlossen. Es gibt keine Arbeit mehr für uns.“)

Die Nachricht ist ein Schock. Es fühlt sich an, als hätte ich plötzlich ein Loch dort, wo mein Bauch ist. Nicht nur wieder arbeitslos, sondern jetzt auch noch mit einer monatlichen Mietbelastung.

Zur Arbeitslosigkeit kommt jetzt auch noch die Gefahr, in Hartz 4 zu rutschen, da ich nur wenige Monate Anrecht auf Arbeitslosengeld 1 habe.

Es gibt kein Licht am Ende des Tunnels. Meine Zukunftsvisionen sind innerhalb von ein paar Sekunden zerstört.

Durch einen Zufall treffe ich auf einer Feier meinen ehemaligen Nachbarn, der eine eigene Firma hat, mit der er Fachkräfte für Arbeitssicherheit verleiht.

Er erzählt mir von der Tätigkeit und macht mir das Angebot, bei ihm anzufangen, sobald ich die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit abgeschlossen habe. Für mich bis dahin eine absolut fremde Welt. Doch da ist er wieder, dieser Funken Hoffnung, der bis dahin gefehlt hat.

Nach kurzer Recherche im Internet erfahre ich, dass mir noch die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung fehlen: Man muss Ingenieur, Techniker oder Meister sein.

Ich entscheide mich für einen viermonatigen Meister in Vollzeit. Leider fehlt mir für den Meisterkurs noch die nötige Berufserfahrung von zwei Jahren. Auch wenn ich alle Arbeitsverhältnisse zusammenkratze, komme ich nur auf 20 Monate.

Also fange ich bei der dritten Zeitarbeitsfirma an. Diesmal heißt es, Kabellitzen von einer Spindel auf eine Kabeltrommel zu wickeln.

Nach sechs Wochen sehe ich auf meinem Handy eine Mail von meinem alten Vorabeiter. „Hey Jens, schick doch mal eine Bewerbung. Wir suchen noch Mitarbeiter in Winterswijk“.

Keine zwei Wochen später, und ich arbeite wieder in Holland, diesmal als Maschinenoperator. Zum Glück kann ich hier bis zu meinem Meister bleiben, und im Anschluss dort auch wieder anfangen.

Auftaktveranstaltung der Meisterschule in Hameln. Ich habe Selbstzweifel. Nicht allein, dass ich die letzten Jahre nur als Aushilfe gearbeitet habe und die anderen Teilnehmer von Bosch und VW kommen, auch macht es mir zu schaffen, dass ich wieder als Hilfsarbeiter arbeiten muss, wenn ich nicht durch die Meisterprüfung komme.

Ab jetzt heißt es jeden Tag Schule von 8:00 bis 17:00 Uhr. Einmal die Woche auch bis 20:00 Uhr abends. Nach der Schule Essen, zum Sport und dann Prüfungsbögen durchgehen bis 24:00 Uhr. Mein Ziel, als Fachkraft für Arbeitssicherheit einen langfristig festen Job zu bekommen, gibt mir Motivation und Ehrgeiz.

Nachdem der Kurs zu Ende ist, arbeite ich wieder in Winterswijk. Per Post erhalte ich Mitte Mai die Unterlagen, die mir einen erfolgreichen Abschluss bestätigen. Der Weg zur Fachkraft für Arbeitssicherheit ist also frei.

Durch Zufall stoße ich im Internet auf den Beruf des HSE-Managers. Nicht nur Fachkraft zu sein, sondern Manager – die höchste Position, die man in dem Bereich bekommen kann – der Gedanke weckt meinen Ehrgeiz.

Neues Ziel: Ich möchte HSE-Manager werden.

Die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit starte ich knapp fünf Monate später. Diese ist in Teilzeit, Freitag und Samstag, und verglichen mit den Anforderungen der Meisterschule ein Klacks.

Anfang 2012 ist es endlich soweit. Nach fast drei Jahren von Aushilfstätigkeiten in prekären Arbeitsverhältnissen starte ich meine erste Tätigkeit als Führungskraft. Eine komplett neue Welt für mich.

Zuerst darf ich zwei Monate lang einen Kollegen auf einer Baustelle in Wilhelmshaven vertreten. Anschließend betreue ich noch für drei Monate den Bau einer Gaskaverne in Etzel. Nach Ablauf dieser Baustelle übernehme ich die Position eines Kollegen auf einer Baustelle in Duisburg Walsum.

Als ich den dortigen HSE-Manager sehe, möchte ich doch lieber keiner mehr werden. Der Typ: ungepflegte Haare, die Brille mit Tesafilm geklebt, Sportschuhe aus den 80ern, stark übergewichtig, Berliner Akzent und fast keine beruflichen Fähigkeiten. Und ich hatte gedacht, HSE-Manager wären die Besten ihres Faches, hätten Vorbildfunktion, und man würde ihnen den Erfolg ansehen. Wie soll ich denn von so jemandem lernen?

Die nächsten sechs Monate ist Gunner mein direkter Vorgesetzter, und die Zusammenarbeit mit ihm ist an Skurrilität kaum zu übertreffen.

Gunner war früher Oberkommissar im Berliner Osten und musste im Dienst jemanden erschießen. Dieses Ereignis hat er wohl nie ganz weggesteckt. Jedenfalls wirkt er leicht traumatisiert auf mich. Manchmal kommt noch der Oberkommissar bei ihm durch. So wie an jenem Mittag, als er mich nach der Baustellenbesprechung aus heiterem Himmel fragte: „Jens, haste schon mal observiert?“

„Nein, warum auch? Wen sollte ich denn observieren?“