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DAS DEFINITIVE HANDBUCH – MIT BRANDNEUEN TEXTEN! Unsere plötzliche Hochkultur, die Pyramidenkriege, UFOs und Riesen auf der Erde, genetische Eingriffe am Menschen schon lange vor dem alten Sumer und die DNA als kosmisches Bindeglied – der große Gelehrte Zecharia Sitchin hat jahrzehntelang akribisch recherchiert und führt uns jetzt durch die wahre Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Sie begann mit der Ankunft außerirdischer "Götter", die uns das Wissen gaben, das unsere moderne Zivilisation überhaupt erst ermöglichte. DIE ANUNNAKI CHRONIKEN enthält die Essenz aus Sitchins Lebenswerk, des Begründers der Anunnaki-Forschung. Jedes Kapitel wird durch persönliche Einblicke in sein bahnbrechendes Wirken und sein Leben eingeleitet. In teilweise noch nie zuvor veröffentlichten Briefen, Aufsätzen und Vorträgen enthüllt sich uns die Entstehung der Erde, die ständige Wiederkehr des Planeten Nibiru und die Herbeiführung der menschlichen Zivilisation – sowie der außerirdische Ursprung des Menschen. ZECHARIA SITCHIN (1920-2010) wurde im heutigen Aserbaidschan geboren und wuchs in Palästina auf. Nach einem Studium an der London School of Economics and Political Science war er viele Jahre lang einer der führenden Journalisten Israels. Seine Forschungen und Übersetzungen der sumerischen Tontafeln, in zahlreichen Bestsellern dokumentiert, brachten atemberaubende neue Erkenntnisse über die Geschichte der Menschheit und des Planeten Erde. Dieses Handbuch enthält die wichtigsten Aussagen aus den Schriften des Autors sowie nie zuvor veröffentlichte Briefe, Artikel und Vorträge. Jedes Kapitel wird durch persönliche Einblicke in Sitchins Leben und Werk eingeleitet, die den Menschen hinter der jahrzehntelangen akribischen Forschung zeigen. Den Schwerpunkt bilden die Basis von Sitchins Theorien, der Einfluss der Anunnaki auf die sumerische Zivilisation, die Umlaufbahn von Nibiru, die Frühgeschichte des amerikanischen Kontinents sowie der außerirdische Ursprung des modernen Menschen.
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Seitenzahl: 561
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Zecharia Sitchin
Alles über die ersten Astronauteneines anderen Planeten, die zur Erde kamen,ihre Erschaffung des Menschen undden Aufbau unserer modernen Zivilisation
Das definitive Handbuch –mit neuen Texten!
Herausgegeben und eingeleitetvon Janet Sitchin
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Amerikanische Originalausgabe:
The Anunnaki Chronicles. IncludesNever Before Published Writings
2018 erstmals Deutsch im AMRA Verlag
Auf der Reitbahn 8, D-63452 Hanau
Telefon: + 49 (0) 61 81 – 18 93 92
Kontakt: [email protected]
Herausgeber & Lektor
Michael Nagula
Einbandgestaltung
Guter Punkt
Kartenzeichnung
Jim Wasserman
Layout & Satz
Birgit Letsch
Druck
Finidr, s.r.o.
ISBN Printausgabe 978-3-95447-243-7
ISBN eBook 978-3-95447-244-4
Copyright © 2015 by The Sitchin FoundationPublished by Arrangement with Inner TraditionsInternational Limited, Rochester, VT 05767, USA.
Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, D-30827 Garbsen.
Die Texte wurden übersetzt von Maria Bernd-Jacobs, Ulrike Kutzer, Michael Nagula, Ursula von Wiese, Andreas Zantrop und Heinz Zwack
Alle Rechte der Verbreitung vorbehalten, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische, digitale oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks.
Im Text enthaltene externe Links konnten vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden.
Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss.
Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen.
Einleitung
1Es begann mit dem Zwölften Planeten
2Die plötzliche Zivilisation
3UFOs, Pyramiden und der Zwölfte Planet
4Die Stufen zum Himmel und das Epos der Schöpfung
5Ist das Nibiru?
6Gott, der Außerirdische
7Die kosmische Verbindung: DNA
8Die Pyramidenkriege
9Der schwer fassbare Berg
10Als Götter, nicht Menschen, die Neue Welt bewohnten
11Städte, verschollen und wiederentdeckt
12Als Riesen auf der Erde erschienen
13Kalendergeschichten
14Der Zwölfte Planet: Schlüssel zum UFO-Phänomen
Nachwort
Anhang 1:Jericho
Anhang 2:Altägyptische Straße bewahrt Verbindung zur Bibel
Quellen & Rechte
Werkverzeichnis
Der Autor
Register
Dem Andenken an meinen Onkel Zecharia gewidmet,der diese Reise für die Familie Sitchin begann,und zu Ehren meines VatersAmnon Sitchin,der mein Augenmerk auf die Arbeitmeines Onkels richtete.
Wer Gelegenheit hatte, die persönliche Bekanntschaft von Zecharia Sitchin zu machen – bei Seminaren, auf Touren, bei Lesungen oder Vorträgen – erkannte schnell, dass er es mit einem bescheidenen, warmherzigen Menschen von bewusst zurückhaltendem Intellekt und trockenem Humor zu tun hatte. Sitchin pflegte seine Worte mit Bedacht zu wählen, besonders wenn er über Themen sprach, die ihm wichtig waren, also die antiken Zivilisationen und Außerirdische, die in grauer Vorzeit die Erde besucht hatten. Bei solchen Diskussionen konnte man deutlich erkennen, dass er das Gespräch ernst nahm; seine Ideen wurzelten in Fakten, nicht etwa in wilden Spekulationen oder Fantasievorstellungen.
Das erste Buch meines Onkels Zecharia, Der zwölfte Planet, erschien, als ich noch ein Teenager war, und ich habe es auch erst viele Jahre später von Anfang bis Ende gelesen. Die ersten etwa hundert Seiten sind randvoll mit Fakten und Beweisen für all seine Theorien, die mich wegen ihrer schieren Menge entmutigten, so dass ich das Buch schließlich beiseite gelegt habe. Mein Onkel hat all diese Fakten und Beweise ganz bewusst dargebracht, um damit klar zu machen, dass er wissenschaftliches Material und nicht etwa von Sensationsgier getriebene Ideen vorlegte. Gerade bei seinem ersten literarischen Unterfangen wollte er deutlich machen, dass es für seine Theorien Beweise gibt – und nicht etwa nur ein einzelnes Beweisstück, sondern sogar sehr viele. Als ich das Buch vor einigen Jahren erneut las, hat es mich von der ersten Seite an gefesselt.
Geweckt hat das Interesse an antiken Zivilisationen und dem Ursprung der Menschheit bei meinem Onkel die Lektüre des Alten Testaments in der hebräischen Ursprache. Beim Vergleich des Gelesenen mit den verbreiteten Übersetzungen ins Englische musste er häufig feststellen, dass dabei die Bedeutung verzerrt worden war. Die meisten Bibelwissenschaftler und Archäologen halten antike Schriften für Allegorien, Mythen oder Legenden, ganz gleich ob die ursprünglichen Quellen aus der Bibel stammen oder sumerisch, akkadisch, assyrisch, ägyptisch, griechisch oder römisch sind. Sitchin hingegen stellte sich bei seinem Quellenstudium die Frage, ob jene antiken Geschichten nicht Legenden oder Allegorien, sondern in Wirklichkeit einfach ganz konkret die geschichtliche Wahrheit schildern.
Sein Interesse an dieser wichtigen Frage wurde durch eine kleine Episode in seiner Schulzeit geweckt, auf die wir später im Buch noch zu sprechen kommen werden. Sie ereignete sich zurzeit der Britischen Mandatsherrschaft in Israel – und daraus ergab sich ein ganzes Leben der Forschung, des Sprachenstudiums, der Reisen und der Museumsbesuche. Er sammelte so viel faszinierendes Material und entwickelte so viele faszinierende Theorien, aus denen er konsequent Schlüsse zog, dass seine Frau Rina ihm irgendwann empfahl, er möge doch endlich »aufhören zu reden und anfangen zu schreiben«. Die Folge war, dass er insgesamt vierzehn Fachbücher zum Thema antike Zivilisationen schrieb, deren erstes, Der zwölfte Planet, 1976 in den USA erschien.
Sitchin hat hat außerdem Reisegruppen zu den Orten und den antiken Artefakten geführt, die er in seinen Büchern erwähnte, und damit begonnen, so genannte »Sitchin Studies Seminars« abzuhalten. Auch ich nahm schließlich an diesen Studienseminaren teil, assistierte ihm bei den Verwaltungsarbeiten und nahm ihm möglichst viele Details ab, damit alles glatt laufen konnte. Ich hatte das Glück, ihn bei diesen Seminaren über die Themen seiner Bücher sprechen und die Diskussionen mit seinen Lesern hören zu dürfen.
Seine Worte waren stets sorgfältig gewählt, und er hat es akribisch vermieden, irgendwelche Ideen darzulegen, für die er nicht reichlich Beweismaterial zur Hand hatte und die er nicht eindeutig in die Geschichte der Anunnaki (»jene, die vom Himmel zur Erde kamen«) einreihen konnte. Wohlgesonnene Leser haben ihn häufig aufgefordert, sich zu Theorien anderer Wissenschaftler oder zu Aspekten antiker Zivilisationen zu äußern, die er nicht recherchiert und über die er nichts geschrieben hatte oder für die er jedenfalls noch nicht genügend Beweismaterial besaß. In solchen Fällen fand er stets die richtigen Worte, um das abzulehnen und nur das vorzutragen, was für ihn als erwiesen feststand.
Diese Integrität war eine entscheidende Facette seines Charakters und einer der Gründe dafür, dass man ihn respektierte und ihm Glauben schenkte. Er stand unter dem Drang, die Informationen zu verbreiten, die seiner festen Überzeugung nach für uns alle als Familie der Menschen von vitaler Bedeutung waren, und sie hatten zum Ziel, uns mehr Kenntnis über unsere Ursprünge zu vermitteln. Er bezeichnete sich als »Reporter«, der die Geschichte der Anunnaki so aufzeichnete, wie sie uns von den antiken Völkern überliefert worden ist.
Seine Kritiker haben ihm oft Ideen zugeschrieben, zu denen er sich nie in irgendeiner Weise geäußert hatte, aber es gab auch Leser und Kollegen aus allen Lebensbereichen, die ihm Material zur Verfügung gestellt haben, von dem sie annahmen, es könnte ihm bei seinen Forschungen hilfreich sein. Einige dieser anonymen »Zulieferer« waren Fachwissenschaftler, die Sorge hatten, mit einem offenen Bekenntnis zu seinen Ideen ihrer wissenschaftlichen oder akademischen Karriere zu schaden. Außerhalb der etablierten Paradigmen zu denken, kann dazu führen, von der Fachwelt angeprangert zu werden, und deshalb äußern sich viele Hochschulprofessoren, Archäologen, Astronomen und andere Wissenschaftler so selten zur Möglichkeit der Besuche von Außerirdischen auf der Erde und anderer damit in Verbindung stehender Themen. Interessanterweise freilich werden viele Observatorien von Jesuitenpriestern geführt, der Vatikan hat großes Interesse an Außerirdischen, und es haben auch NASA-Wissenschaftler häufig Informationen an Sitchin geliefert.
Indem er sich auf die Position stellte, dass das Material aus den antiken Schriften und die entdeckten Artefakte im Grunde eine Wiedererzählung historischer Ereignisse darstellten, und die offensichtliche Tatsache, dass dieselben Geschichten in vielen unterschiedlichen Sprachen überliefert sind und dieselben Personen zum Gegenstand haben, erforschte er ein neues Paradima, eine neue Denkweise. Dieses neue Paradigma ging unausgesprochen davon aus, dass antike Berichte oft Ereignisse und Prozesse beschreiben, die auf das Vorhandensein einer äußerst fortschrittlichen Technologie schließen lassen. Wie würden denn Menschen in der Antike den Start einer NASA-Rakete beschreiben? Vielleicht genau so wie im Gilgamesch-Epos von Ereignissen berichtet wird, deren Zeuge er, Gilgamesch, zu jener Zeit selbst war. Wie hätten denn die Menschen damals ein modernes Handy, spezieller noch ein »Smartphone«, erklärt? Sie verfügten nicht über die technischen Begriffe, um genau beschreiben zu können, wie so etwas funktioniert. Sie sahen in deren Funktionsweise einen Ausdruck der speziellen Zauberkräfte ihrer Götter. Wie würden denn Archäologen des 19. oder des frühen 20. Jahrhunderts – einer Zeit also, in der es weder Automobile noch Flugzeuge oder Computer gab – die Dinge beschreiben, die die Alten mit eigenen Augen gesehen haben und die tatsächlich Teil ihres Alltagslebens waren?
Die Berichte der Alten müssen Mythen sein, weil alles andere einfach unglaubwürdig wäre. Aber angesichts des Tempos, in dem unsere eigene Gesellschaft den technologischen Fortschritt erlebt, kann man sich inzwischen bestimmt leichter vorstellen, wie frühere Kulturen auf unbekannte Technik reagierten. In einer Zeit, in der Menschen auf dem Mond gelandet sind, können wir uns mühelos ein Himmelsfahrzeug vorstellen und es beschreiben. Alte Übersetzungen, die früher keinen Sinn ergaben, lassen sich jetzt – durch dieses neue Paradigma – wesentlich moderner interpretieren. Auch dies ist ein Teil von Sitchins Prämisse und ein Grund dafür, dass er nicht mit jener Interpretation der Fakten einverstanden war, die andere Wissenschaftler akzeptierten. Ihm war klar, dass der Zeitpunkt, an dem eine bestimmte Folge von Ereignissen interpretiert worden ist, direkten Einfluss auf diese Interpretation hatte. Betrachtet man dieselben Ereignisse aus heutiger Sicht und mit dem heutigen Wissensstand, so ermöglicht dies eine viel großzügigere Interpretation.
Und noch etwas spielte für ihn eine wesentliche Rolle: Auch Übersetzungen unterliegen je nach Erfahrung und Weltsicht des Übersetzers der Interpretation und sind darüber hinaus ein Produkt der Zeit, in der der Übersetzer tätig ist. Deshalb hat Sitchin sich bei seinen Forschungen stets ausschließlich auf Material in der Ursprache gestützt, um sich nicht von möglicherweise vorurteilsbehafteten Übersetzungen abhängig zu machen. Er war überzeugt, dass einem nur Dokumente in der Ursprache jene feinen Bedeutungsnuancen liefern, die bei einer Übersetzung so leicht verloren gehen können.
DIE WISSENSCHAFT BEZEICHNET SUMER als »Wiege der Zivilisation«. In diesem Land, dem heutigen Irak, dem an den Persischen Golf grenzenden Landstrich zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, gab es die ersten Schulen, die ersten Höfe, die erste geschriebene Sprache, die erste Mathematik, die ersten Haustiere und die erste planmäßig betriebene Landwirtschaft.
Die Liste dieser »ersten« Errungenschaften ist beeindruckend. In den Dokumenten der Sumerer wird berichtet, dass sie das alles von den Anunnaki gelernt haben. Ein Großteil dieses Wissens der antiken Menschheit, das sie auf Zeichnungen, Rollsiegeln, durch mündliche Überlieferungen und in alten Schriften festgehalten haben, wurde in modernen Zeiten von unseren Wissenschaftlern wiederentdeckt. Fast jeden Tag gibt es weitere »neue« Erkenntnisse, die den Sumerer und anderen antiken Völkern bereits bekannte Errungenschaften bestätigen. Wie hätte es auch sonst sein können, dass die Sumerer, ohne Teleskope zu besitzen, um damit den Himmel zu erforschen, so viel über das Sonnensystem wussten? Dieses Wissen haben die Anunnaki ihnen gebracht.
Sitchins Buchreihe Die Chroniken des Planeten Erde und zahlreiche begleitende Veröffentlichungen liefern Details über antikes Wissen bezüglich der Anunnaki und schaffen damit ein zusammenhängendes Ganzes. Wer waren sie? Weshalb sind sie hierhergekommen? Was haben sie während ihrer Anwesenheit auf der Erde getan? Sitchin beantwortet diese und ähnliche Fragen anhand der Beweise, die sie selbst und die Sumerer uns hinterlassen haben. Das vorliegende Buch, Die Anunnaki-Chroniken, ist ein Versuch, eine Gesamtschau der Informationen zu liefern, die in den Bänden der Chroniken des Planeten Erde vorliegen. Es umfasst zum ersten Mal auch Vorträge, Artikel, Briefe und sonstige Äußerungen von Zecharia Sitchin, die bisher nie in Buchform veröffentlich worden sind.
Die Anunnaki-Chroniken beginnt mit einer allgemeinen Erörterung des Ursprungs unseres Sonnensystems und der Planetenbewegungen und liefert damit die Basis für die folgenden Ausführungen. In Kapitel 1 legt Sitchin dann sein Konzept des kosmologischen Zeitablaufs dar, den Ablauf der Ereignisse, soweit sie sich auf die Anunnaki und deren Anwesenheit auf der Erde beziehen. In Kapitel 2 wird die sumerische Kultur im Detail geschildert. Dabei setzt sich Sitchin vor allem damit auseinander, dass sie, wie es scheint, als eine komplett ausgeformte Zivilisation sozusagen aus dem Nichts entstanden ist. Die nächsten Kapitel befassen sich mit frühen biblischen Berichten über Besucher aus dem Weltraum. Sitchin stellt darin die wichtige Verbindung zwischen der voll ausgeformten sumerischen Kultur und diesen antiken Besuchern her, wobei er besonders kritisch das sumerische Schöpfungsepos Enuma Elish betrachtet und anhand einzelner Abschnitte dieses ehrwürdigen Textes erläutert, wie real die darin beschriebenen Ereignisse tatsächlich waren.
Kapitel 6 liefert eine weitere kritische Untersuchung; diesmal wird die Frage gestellt: Wer war Jahwe, der Gott des Himmels? In Kapitel 7 setzt Sitchin seine kritischen Überlegungen fort, indem er die Erschaffung »des Adam« studiert, jenes frühen Menschen, den die Anunnaki zur Arbeit in den Goldminen auf der Erde schufen und der dazu bestimmt war, ein wertvolles Mineral abzubauen, das zur Wiederherstellung der Atmosphäre ihres Heimatplaneten Nibiru eingesetzt werden sollte. Kapitel 8 und Kapitel 9 beschreiben die geografischen Besonderheiten der antiken Region, die für die frühen Bewohner unseres Planeten von geradezu lebenswichtiger Bedeutung waren: die großen Pyramiden von Gizeh und der Berg Sinai auf der Sinai-Halbinsel.
Die nächsten drei Kapitel befassen sich mit der Neuen Welt und gehen faszinierenden Fragen aus dieser Region nach, etwa den Spuren von dort aufgetretenen Riesen und deren Platz in Sitchins Kosmologie. Anschließend wenden wir uns der Gestaltung des Kalenders und seiner Bedeutung im Laufe der Zeitalter zu und legen dar, wie seine Entwicklung die anhaltenden Machtkämpfe zwischen Angehörigen der Anunnaki-Familie widerspiegeln. Im letzten Kapitel schließt sich der Kreis. Wir befassen uns mit Nibiru und dessen in Kürze bevorstehender Rückkehr in die Nachbarschaft der Erde. Im Anhang finden sich zwei Briefe Sitchins an die New York Times. Sie zeigen auf, wie viel Mühe sich Sitchin damit gegeben hat, seine Forschungen zu präsentieren, und zeigen seinen hohen Rang als Wissenschaftler, der sich mit den antiken Ursprüngen der Menschheit befasst.
Wenn Sie bereits Sitchins Werke gelesen haben, hoffen wir, dass Ihnen dieses Buch als nützliches Nachschlagewerk dienen mag. Es bietet eine einzigartige Zusammenfassung seines Gesamtwerks, ergänzt um viel neues Material. Neuen Lesern wird das Buch einen Überblick über Sitchins Kosmologie ermöglichen. Durch die Informationen auf den folgenden Seiten sind schon unzähligen Lesern Fragen beantwortet worden, die sie sich ein Leben lang gestellt haben. Wir hoffen, dass auch Sie dazu gehören werden, dass wir Ihr Interesse wecken und Sie zu der Auffassung bringen können, dass Sitchin etwas Wichtigem auf der Spur war. Er war der festen Überzeugung, dass die hier versammelten Erklärungen der Wahrheit entsprechen, und wenn das wirklich zutrifft, enthält dieses Buch einen der größten Wissensschätze über unsere Ursprünge und vielleicht auch unsere Zukunft.
Janet Sitchin
Janet Sitchin hatte die Ehre und die einmalige Chance, umgeben von dem enormen Wissen ihres Onkels Zecharia Sitchin aufzuwachsen. Seine wissenschaftliche Herangehensweise und sein abenteuerlicher Geist waren ihr schon in jungen Jahren eine Inspiration.
Seit 1995 unterstützte sie ihn bei seinen Vorträgen, seit seinem Tod im Jahre 2010 leitet sie seine offizielle Website www.sitchin.com. Sie ist eine Datenintegrationsexpertin mit einem Diplom in Computerwissenschaften und lebt heute in einem Vorort von Miami, Florida.
Auszug aus dem Prolog der US-Buchausgabe von 1978 sowieein bisher unveröffentlichter Artikel aus dem Jahre 1982:»Der zwölfte Planet – das Buch als Erzählung«.
Sitchins Leser wissen, wie anspruchsvoll die Aufgabe ist, dem Thema der antiken Aliens und der antiken Zivilisationen gerecht zu werden, die sein ganzes schriftstellerisches Werk beherrschten, zumal wenn dies in nur wenigen, kurzen Sätzen geschehen soll. Vielen erscheinen seine Ideen fantastisch, manchmal geradezu haarsträubend. Für andere stellt sein Werk das Ergebnis eines geglückten Versuchs dar, einzelne, manchmal rätselhafte Fakten wie in einem Puzzlespiel zu einem plausiblen Ganzen zusammenzufügen, das durch greifbare Beweise und uralte Schriften belegt wird.
Wenn ich Menschen erkläre, dass mein Onkel Schriftsteller war und sie wissen wollen, was er geschrieben hat, beginne ich meist damit, dass er über antike Zivilisationen schrieb und vor seinem Tod im Oktober 2010 vierzehn Bücher veröffentlichte. Das beeindruckt sie immer wieder. Ich füge dann hinzu, dass sein erstes Buch, Der zwölfte Planet, ganz besonders wissenschaftlich gehalten war und dass es bei aller Faszination, die von der Thematik ausgeht, einige Mühe kostet, sich durch die ersten hundert wissenschaftlich doch sehr dichten Seiten durchzuarbeiten. Ich empfehle, sich dennoch diese Mühe zu machen, weil das im weiteren Verlauf gebotene Material so überzeugend ist, dass man das Buch bestimmt nicht mehr aus der Hand legen wird. Es wird zu einem echten Page-Turner und besitzt das Potenzial, das Leben seiner Leser zu verändern. Anschließend erkläre ich meist, dass das Lebenswerk meines Onkels darauf basierte, die Geschichte der Nefilim zu berichten (wie er sie im ersten Buch nannte), und darzulegen, wer sie waren, weshalb sie zur Erde kamen und was sie hier getan haben.
Der folgende Text, der im Jahr 1978 als Vorwort zur ersten amerikanischen Taschenbuchausgabe von Der zwölfte Planet bei Avon Publications erschien, liefert in Sitchins eigenen Worten eine Zusammenfassung der wesentlichen Thematik des Buches. Dieser Text wird dem Leser Einblick in sein Denken, seine Kosmologie und somit die Basis für künftige Ideen geben.
DAS ALTE TESTAMENT HAT MEIN LEBEN von Kindheit an geprägt. Als vor beinahe fünfzig Jahren die erste Saat für dieses Buch gelegt wurde, hatte ich nicht die geringste Ahnung von der damals hitzig geführten Debatte über den Gegensatz zwischen Bibel und Evolutionstheorie, aber als ich als kleiner Junge in der Schule die Genesis im hebräischen Originaltext studierte, führte ich damit meine ganz persönliche Konfrontation herbei. Wir lasen eines Tages in Kapitel 6, dass in jener Zeit, als Gott beschloss, die Menschheit mittels der Großen Flut zu vernichten, »die Söhne der Gottheiten«, die die Töchter der Menschen heirateten, auf Erden wandelten. Die Hebräer haben sie ursprünglich als Nefilim bezeichnet; der Lehrer hatte uns erklärt, dass das »Riesen« bedeutete, aber ich widersprach ihm: Heißt das nicht wörtlich übersetzt, »jene, die hinuntergestoßen worden waren«, die zur Erde herabgestiegen waren? Man tadelte mich und wies mich an, die traditionelle Interpretation zu akzeptieren.
Als ich mir in den Jahren darauf die Sprache, Geschichte und Archäologie des antiken Nahen Ostens aneignete, wurden die Nefilim für mich zu einer Zwangsvorstellung. Immer mehr archäologische Funde und damit einhergehend die Entzifferung sumerischer, babylonischer, assyrischer, hetitischer, kanaanitischer und anderer antiker Schriften und Epen bestätigten, dass die Hinweise in der Bibel auf die Königreiche, Städte, Herrscher, Orte, Tempel, Handelsrouten, Artefakte, Werkzeuge und Sitten des Altertums richtig waren. Wäre es daher jetzt nicht an der Zeit, den Worten der antiken Aufzeichnungen Glauben zu schenken, in denen die Nefilim als aus dem Himmel gekommene Besucher auf der Erde dargestellt werden?
Im Alten Testament wird wiederholt festgestellt: »Der Thron Jahwes ist im Himmel« – »Vom Himmel betrachtete der Herr die Erde«. Im Neuen Testament heißt es: »Vater unser, der du bist im Himmel.« Aber die Glaubwürdigkeit der Bibel wurde von der zunehmenden Verbreitung und Akzeptanz der Evolutionstheorie erschüttert. Wenn der Mensch sich entwickelt hatte, konnte er doch gewiss nicht aus dem Stand heraus von einer Gottheit erschaffen worden sein, die vorsätzlich geplant hatte, »lass uns Adam nach unserem Bilde und in unserer Gestalt machen«. Alle antiken Völker haben Götter verehrt, die aus dem Himmel zur Erde hinabgestiegen waren und die jederzeit, wenn sie dies wünschten, wieder dorthin emporsteigen konnten. Aber man hat diesen Geschichten nie geglaubt, und die Wissenschaft hat sie von Anfang an als reine Mythen abgetan.
Die uns aus dem antiken Nahen Osten überlieferten Schriften, darunter eine Vielzahl astronomischer Texte, sprechen eindeutig von einem Planeten, von dem diese Astronauten oder »Götter« gekommen waren. Aber als vor fünfzig und hundert Jahren Wissenschaftler die antiken Listen der Himmelskörper entzifferten und übersetzten, war unseren Astronomen die Existenz Plutos (der erst 1930 entdeckt wurde) nicht bekannt. Wie konnte man also von ihnen erwarten, dass sie Beweise über ein weiteres Mitglied unseres Sonnensystems akzeptierten? Aber weshalb nicht jetzt die antiken Beweise für die Existenz des Zwölften Planeten akzeptieren, wo wir doch wissen, dass es jenseits des Saturn Planeten gibt?
Jetzt, da wir uns selbst in den Weltraum hinauswagen, scheint es mir mehr als angebracht, die antiken Schriften aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und sie als buchstäbliche Beweise zu akzeptieren. Jetzt, da Astronauten auf dem Mond gelandet sind und unbemannte Weltraumfahrzeuge andere Planeten erforschen, sollte man auch glauben können, dass eine weiter als die unsere fortgeschrittene Zivilisation auf einem anderen Planeten imstande war, irgendwann in der Vergangenheit ihre Astronauten auf den Planeten Erde zu bringen.
Tatsächlich gibt es Spekulationen einer ganzen Anzahl populärwissenschaftlicher Schriftsteller, dass technisch hoch entwickelte Besucher von einem anderen Planeten antike Bauwerke wie die Pyramiden und sonstige gigantische Steinskulpturen errichtet haben müssen – denn der primitive Mensch konnte doch unmöglich die dafür erforderlichen technischen Mittel besessen haben. Wie konnte es, um ein anderes Beispiel zu nennen, der Zivilisation von Sumer möglich gewesen sein, vor annähernd 6.000 Jahren plötzlich so aufzublühen, ohne dass es irgendwelche Vorgängerkulturen gab? Aber da jene Schriftsteller gewöhnlich nicht darlegen, wann, wie und insbesondere woher solche antiken Astronauten gekommen sein sollen – blieben ihre faszinierenden Fragen nicht mehr als bloße Spekulation ohne jeglichen Erklärungswert.
Es brauchte dreißig Jahre der Forschung, in denen ich die antiken Quellen aufsuchte und als wörtlich zutreffend erkannte, um mir ein kohärentes und plausibles Bild der prähistorischen Ereignisse zu machen. Der zwölfte Planet stellt deshalb den Versuch dar, dem Leser eine zusammenhängende Darstellung mit Antworten auf die ganz speziellen Fragen des Wann, Wie, Weshalb und Woher zu liefern. Die von mir angeführten Beweise bestehen in erster Linie aus den antiken Schriften und Bildern selbst.
In Der zwölfte Planet habe ich den Versuch unternommen, eine durchdachte, ausgeklügelte Kosmogonie zu enträtseln, die möglicherweise ebenso gut wie moderne wissenschaftliche Theorien erklärt, wie sich das Sonnensystem gebildet haben könnte, wie ein von außen eindringender Planet auf eine Umlaufbahn um die Sonne gezwungen wurde und wie auf diese Weise die Erde und andere Teile des Sonnensystems entstanden sind.
Die Beweise, die ich dafür anbiete, schließen Himmelskarten ein, die sich mit dem Weltraumflug jenes Planeten, des Zwölften, zur Erde befassen. Anschließend wird beschrieben, wie die Nefilim ihre ersten Siedlungen auf der Erde errichteten. Die Namen ihrer Anführer werden genannt; ihre Beziehungen, ihre Lieben, ihre Eifersucht, ihre Leistungen und ihre Kämpfe werden geschildert und das Wesen ihrer »Unsterblichkeit« erklärt.
Vor allem möchte ich mit Der zwölfte Planet aber die folgenschweren Ereignisse darstellen, die zur Erschaffung des Menschen geführt haben, und die fortschrittlichen Methoden schildern, mit denen dies bewerkstelligt wurde.
Im weiteren Verlauf schildert das Buch die verworrenen Beziehungen zwischen den Menschen und ihren Herrschern und wirft neues Licht auf die Bedeutung der Ereignisse im Garten Eden, den Turm zu Babel und die Sintflut. Am Ende verdrängt der Mensch – von seinen Schöpfern biologisch und materiell gut ausgestattet – seine Götter von der Erde.
Dieses Buch legt nahe, dass wir möglicherweise in unserem Sonnensystem nicht allein sind. Und doch befördert es vielleicht eher den Glauben an eine universelle Allmacht, als ihn zu schwächen.
Wenn die Nefilim nämlich den Menschen auf der Erde geschaffen haben, dann könnte es auch sein, dass sie nur einen viel weiter gefassten Masterplan erfüllten.
New York, Februar 1977Zecharia Sitchin
Detaillierter setzte Sitchin sich mit dem Inhalt von Der zwölfte Planet im folgenden Artikel aus dem Jahr 1982 auseinander: »Der zwölfte Planet – das Buch als Erzählung«. Er umreißt darin wichtige historische Ereignisse, angefangen bei der Erschaffung des Kosmos, unseres Sonnensystems und des Planeten Erde, und liefert im weiteren Verlauf einen Abriss der sich entfaltenden Geschichte der Menschheit. Wir werden uns in diesem Buch noch genauer mit speziellen Themen befassen, die er auch in dieser Kurzfassung nur angerissen hat, ehe wir am Ende des vorliegenden Buchs zum Anfang zurückkehren und uns einige verblüffende Fragen stellen: Befindet sich der Zwölfte Planet gegenwärtig auf einer Bahn, der ihn zur Erde zurückführt, und wenn ja, was bedeutet das für uns? Wie wir erfahren werden, kehrt der Zwölfte Planet alle 3.600 Jahre in die Nachbarschaft der Erde zurück. Es heißt, dass die Zeit seiner Rückkehr auf der Erde von allgemeinem Chaos und Naturkatastrophen gekennzeichnet ist, und eben dies scheint ja derzeit im Gange zu sein.
Wir wollen jetzt mehr über diesen Zwölften Planeten erfahren und damit seine mögliche Rückkehr zum Planet Erde in allernächster Zukunft in den richtigen Kontext stellen.
DER ZWÖLFTE PLANET beruht ausschließlich auf mesopotamischen schriftlichen und bildartigen Beweisen, die auf die erste bekannte Zivilisation in Sumer im vierten Jahrtausend vor Christi Geburt zurückzuführen sind.
Zugleich werden in dem Buch ständig Parallelen zum Alten Testament gezogen, so dass eine Verbindung des Buchs Genesis mit dem Leben im zwanzigsten Jahrhundert hergestellt wird.
Losgelöst von den ausführlichen wissenschaftlichen Diskussionen und Beweisen präsentiert Der zwölfte Planet die Informationen aus den antiken Schriften in den modernen Begriffen des Weltraumzeitalters neu …
Die Erschaffung des Sonnensystems: Erst die Sonne, Merkur und ein Planet, der Tiamat heißt; anschließend Venus und Mars; dann Jupiter und Saturn, Uranus und Neptun.
Die Katastrophe oder »Himmelsschlacht«: Aus dem äußeren Weltraum taucht ein großer Planet auf und wird immer weiter ins Sonnensystem hineingezogen, bis er mit Tiamat kollidiert und diesen Planeten in zwei Teile zerreißt. Auf diese Weise werden der Asteroidengürtel, die Kometen sowie Erde und Mond geschaffen.
Der Ursprung des Lebens: Jener planetarische Eindringling – unser Zwölfter Planet – ist es, der das Leben ins Sonnensystem getragen hat. Seine Kollision mit Tiamat vor rund 3,8 Milliarden Jahren bringt die Saat des Lebens vom Zwölften Planeten zur Erde (»Tiamats Hälfte«).
Königreich des Himmels: Von der Sonne in eine Umlaufbahn gezwungen, zieht der Zwölfte Planet auf einer kometenähnlichen Bahn mit einer Umlaufzeit von 3.600 Erdjahren um die Sonne und kehrt immer wieder an den »Kreuzungspunkt« [Place of the Crossing] zwischen Mars und Jupiter zurück (einmal alle 3.600 Jahre). Er ist ein strahlender Planet, der seine eigene Wärme und Atmosphäre erzeugt. Im Laufe der Jahrmilliarden hat sich auf ihm Leben entwickelt, dessen Entwicklung vor einigen Millionen Jahren in intelligenten Wesen von menschlicher Gestalt ihren Höhepunkt erreichte.
Eine Zivilisation überholt sich selbst: Zivilisationen entwickeln sich. Es gibt Städte, Höfe, Paläste, Wissenschaft, Technologie, Weltraumforschung, dazu das ganze Spektrum »menschlicher« Emotionen: Liebe, Hass, Eifersucht. Ein Komplex von Richtlinien, welche die Thronfolge regeln, entsteht. Söhne stürzen Väter, Bruder kämpft gegen Bruder um den Thron. Es gibt all die materiellen Segnungen/Übel, die eine fortgeschrittene Technologie mit sich bringt. Dann beginnen einige wichtige Mineralien zu verknappen, manche davon radioaktiv, aber hauptsächlich Gold, von dem die hoch entwickelte Elektronik abhängt. Wird die Zivilisation auf dem Zwölften Planeten an sich selbst ersticken?
Eine Goldmine namens »Erde«: Während ständiger Machtkämpfe um den Thron nähert sich der Zwölfte Planet »der Kreuzung« zwischen Jupiter und Mars. Ein entmachteter Herrscher rettet sein Leben, indem er in einem Weltraumschiff ins All startet – und auf dem nahen Planeten Erde abstürzt. Er und sein Gefolge stellen erfreut fest, dass es auch auf der Erde Leben gibt, weniger weit entwickelt, aber ganz ähnlich dem auf dem Zwölften Planeten. Außerdem finden sie Goldnuggets in den Flussbetten der Erde. Auf dem Zwölften Planeten verstreichen neun Jahre; der Usurpator wird abgesetzt. Die Geflüchteten werden gerettet und kehren mit einer guten Nachricht von der Erde zurück: Es gibt dort das so wichtige Mineral, und es ist in Reichweite – auf der Erde.
Landung auf dem Planeten Erde: »Jene, die zuvor abgestürzt waren« – genauso bezeichnet sie das Buch Genesis in hebräischer Sprache, die Nefilim – kehren zur Erde zurück, um das Gold dieses Planeten an sich zu bringen. Während ihre Raumschiffe um die Erde kreisen, wird die erste Gruppe in Raumkapseln abgesetzt, die im Arabischen Meer am Persischen Golf wassern. Angeführt vom Chefingenieur/Chefwissenschaftler der Nefilim waten sie an Land. Auf dem Marsch landeinwärts erreichen sie den Rand der Sümpfe und gründen dort Erdstation Eins und geben ihr den Namen ERIDU. Das war vor etwa 445.000 Jahren, als auf der Erde eine Eiszeit herrschte.
Städte der Götter: Während die Erde 3.600 Mal um die Sonne kreist, absolviert der Zwölfte Planet nur einen einzigen Umlauf um die Sonne. Und während auf der Erde einige Jahrzehntausende verstreichen, dauert das Warten für die Nefilim in deren Zeitskala nur kurze Zeit. Bald weicht die Eiszeit einem wärmeren Klima. Die Nefilim gründen weitere Siedlungen: eine als Raumhafen, eine als Einsatzzentrale, eine als medizinisches Zentrum und eine als Zentrum der Metallverarbeitung. Die »Städte« werden in einem Muster angelegt, das aus der Höhe betrachtet einen pfeilförmigen Landepfad bildet.
Die Saat der Zwietracht: Die Entscheidung für Mission Erde legt auch die Saat für Konflikte; der Anführer, der als Erster gelandet war und dem deshalb der Name EN.KI verliehen wurde (»Herrscher der Erde«), wird einem seiner Brüder unterstellt (EN.LIL – »Herrscher des Luftraums«), der auf der Erde eintrifft, um das Kommando zu übernehmen. EN.KI soll jetzt E.A. heißen – »Herrscher der Gewässer«. Als Chefwissenschaftler wird ihm und seinen »Fischmännern« die Aufgabe übertragen, Gold aus dem Meerwasser zu extrahieren. Dieser Kommandowechsel legt die Saat zu einem Konflikt, der von da an ständig die Schicksale der Nefilim wie auch die der Menschheit beeinflussen soll. Sex zwischen den Göttern, zärtlich ebenso wie gewalttätig, führt unvermeidlich zu Nachfolgeproblemen.
Bergbau in Südost-Afrika: Der Plan, Gold aus den Meeren zu extrahieren, scheitert. Es bleibt nur noch eine Wahl: Man muss ausziehen und nach Gold graben. Die Belegschaftszahl der Nefilim wird auf 600 erhöht, und einige werden in den Südosten Afrikas entsandt (Rhodesien?), um dort nach Gold zu schürfen. Spezielle »versunkene Boote« – Unterseeboote – transportieren das Erz ins südliche Mesopotamien, wo es verhüttet und aufbereitet wird; anschließend befördern Shuttles es vom Raumhafen zu einem Mutterschiff in der Umlaufbahn, von wo es – in der Zeitskala der Nefilim einmal pro Jahr – zu dem sich nähernden Zwölften Planeten gebracht wird.
Meuterei der Anunnaki: Vierzig Nefilim-Jahre nach deren Landung – vor etwa 300.000 Erdjahren – kommt es zu einer Meuterei unter den Bergwerksarbeitern, den Anunnaki (»jene, die vom Himmel zur Erde kamen«). Der Anlass dazu ist ein Besuch von »EN.LIL« in den Bergwerksgebieten (er ist schon einmal dort gewesen – aus Mesopotamien verbannt, nachdem er eine junge Krankenschwester vergewaltigte, die er später geheiratet hat). Es gibt ein Ermittlungsverfahren. Der Herrscher des Zwölften Planeten – der Vater von EN.KI und EN.LIL – begibt sich dazu zur Erde, so ernst ist die Krise. EN.LIL fordert, dass der Anführer der Meuterei hingerichtet werden soll. Die anderen stellen sich auf die Seite der Meuterer, schließlich ist ihrer Meinung nach die Arbeit im Bergwerk in der Tat zu anstrengend.
Die Erschaffung des Menschen: Doch die Bergbauarbeiten müssen fortgesetzt werden. Eine Lösung bietet sich an: NIN.TI – »sie, die das Leben gibt« – die Frau, die für die medizinische Versorgung zuständig ist, soll »einen primitiven Arbeiter« erschaffen. Sie braucht dazu die Hilfe des Chefwissenschaftlers. »Das Geschöpf, das du willst« – sagt er – »es existiert bereits!« Sie extrahieren die Gene eines jungen Angehörigen der Nefilim und verschmelzen sie mit dem Ovum eines eingefangenen Hominiden, einer Affenfrau. Sie verpflanzen die befruchtete Eizelle in das Ovum eines weiblichen Angehörigen der Nefilim. Es gibt mehrere Fehlschläge; das Ergebnis sind unvollkommene Geschöpfe. Schließlich gelingt es, ein »perfektes Modell des Menschen« zu schaffen. Auf ähnliche Weise befruchtete Eizellen werden in »Batterien« von Nefilim-Frauen eingepflanzt: So werden Adams und Evas geschaffen – die ersten Homo sapiens. Sie werden sofort darauf angesetzt, die Schwerarbeit in den Minen Südafrikas zu leisten.
Der Garten Eden: Zu Anfang hält Ea die neuen Geschöpfe im Land der Bergwerke fest. Enlil muss einige von ihnen nach Mesopotamien schaffen, damit sie dort in den Feldern arbeiten – im »Garten Eden«. Dazu fängt er unter Einsatz modernster Waffen einige gewaltsam ein. Das neue Geschöpf – ein Hybride – kann sich nicht fortpflanzen. Ea erkennt seine Chance, auf der Erde neue Verbündete im Kampf gegen seinen tyrannischen und brutalen Bruder zu gewinnen – die Menschen. In Gestalt der biblischen Schlange ist er der Gott, der den Menschen durch zusätzliche genetische Manipulation zur Fortpflanzung befähigt. (Das »Erkennen« im Hebräisch der Bibel bedeutet »Kopulieren, um Nachkommen zu erzeugen«.) Nachdem Adam von der Frucht der Erkenntnis gekostet hat, »erkennt« Adam seine Frau Eva, und die gebärt ihm Kain. Enlil vertreibt sie wütend aus dem Garten Eden, der Heimstatt der Götter.
Die Menschheit vor der Sintflut: Aber die jetzt auf sich selbst gestellte, ausgestoßene Menschheit nimmt das erworbene Wissen mit: Schafzucht, Ackerbau, Metallbearbeitung. Kain und seine Nachkommen bauen im Osten Mesopotamiens Städte. Doch eine Folge von Morden führt zur Vernichtung dieser Linie der Menschheit. Dann wird mit Set eine reinere Linie begründet; und in den Tagen seines Sohnes Enosch wird der Menschheit erlaubt, ins Land der Götter zurückzukehren. Zu jener Zeit beginnen die Tempel, die Verehrung Gottes, und eine Priesterschaft entwickelt sich.
Die Katastrophe bahnt sich an: In jener Zeit – so schildern es das Buch Genesis und davor die Schriften der Sumerer – beginnen die Söhne der Götter den Töchtern der Menschen beizuwohnen. Enlil ist wütend über die Verunreinigung der rassischen Reinheit der Götter. Er erkennt, dass er eine Chance hat, die Menschheit los zu werden, indem er das Klima verändert. Eine neue Eiszeit bahnt sich an, was jetzt etwa 75.000 Jahre zurückliegt. Das Klima wird trockener, rauer. Ernten fallen aus. Es herrscht Hunger, und Enlil entscheidet, dass den Erdlingen die Nahrung vorenthalten werden soll. Ea unterstützt die Menschheit insgeheim, hauptsächlich mit Fischen aus dem Meer. Aber der Hunger breitet sich aus; es kommt zu Kannibalismus. Die Menschheit ist dezimiert – aber nicht am Ende.
Die Sintflut – die Götter fliehen von der Erde: Während sie die Menschheit untergehen lassen, werden die Nefilim selbst durch verblüffende Nachrichten erschüttert. Ihre wissenschaftliche Station auf der Südhalbkugel meldet, dass die Eisdecke über dem antarktischen Kontinent sich zu verschieben anfängt und auf der eigenen Eisschmelze dahingleitet. Die Anunnaki, im Mutterschiff auf der Umlaufbahn, bestätigen die Gefahr: Wenn der Zwölfte Planet sich der Erde nähert, würde sein Gravitationsfeld der Eisplatte einen fatalen Schubs versetzen, und wenn die Eisplatte dann ins Meer gleitet, würde eine gewaltige Gezeitenwelle die ganze Erde verschlingen.
Die Nefilim schwören, die bevorstehende Katastrophe vor der Menschheit geheim zu halten, und bereiten sich darauf vor, in ihren Shuttles von der Erde zu fliehen und alles Fleisch dort zu Grunde gehen zu lassen. Wiederum durchkreuzt Ea den Plan, indem er einem getreuen Erdling, »Noah«, das Geheimnis offenbart. Er zeigt ihm, wie man ein tauchfähiges Schiff baut; Noah soll an Bord gehen und es von innen abdichten, wenn der Himmel von den startenden Raumfahrzeugen am Raumhafen im Norden hell erleuchtet sein wird; er soll das Schiff zum Berg Ararat steuern.
Die Rollen werden vertauscht – die Götter brauchen den Menschen: In ihren Raumfahrzeugen in der Erdumlaufbahn sehen die Götter die Verwüstung durch die gewaltige Gezeitenwelle und die sich daran anschließenden Regenfälle – die Sintflut. Sie brechen in Tränen aus; sie bereuen es, den Untergang der Menschheit herbeigeführt zu haben. Dann sinken die Wasser wieder, und der Gipfel des Berges Ararat wird sichtbar. Die Raumfahrzeuge beginnen zu landen. Zu ihrer Überraschung stoßen die Götter auf Noah und sein Schiff voll überlebender Männer, Frauen, Kinder und Tiere. Noah baut ein Feuer, brät ein paar Schafe – die Lieblingsnahrung der Götter. Auch Enlils Raumfahrzeug landet – und er bekommt einen Wutanfall. Aber die anderen raten ihm, das Beste daraus zu machen. Jetzt, wo alles vernichtet ist, was sie auf der Erde erbaut hatten, brauchen sie die Menschheit zum Überleben. Enlil stimmt dem zu, er segnet Noah und seine Frau und bringt sie in einem Raumschiff zum Mutterschiff und von dort zum Zwölften Planeten. Noahs Kinder werden in Ackerbau und Viehzucht unterwiesen, man gibt ihnen Werkzeug (z. B. den Pflug) und Saatgut. Die Zivilisation – die nachsintflutliche Zivilisation – nimmt ihren Anfang. Man schreibt etwa 11.000 vor Christus.
Zurück nach Mesopotamien: Aber die Menschheit und die Götter müssen im bergigen Land bleiben; die Täler sind von Schlamm bedeckt. Als der Zwölfte Planet sich schließlich um 7500 vor Christus wieder der Erde nähert, beraten sich die Götter und beschließen, die Menschheit zu zivilisieren. Sie helfen den Menschen, Tiere zu domestizieren, zeigen ihnen, wie man Lehmhütten baut, und bringen ihnen bei, wie man Ton zum Töpfern und als Baumaterial benutzt. Dann, um 3800 vor Christus, beraten sich die Götter erneut und beschließen, dass die Menschheit und die Götter in den Süden Mesopotamiens zurückkehren dürfen, um dort die antiken Orte genauso wiederaufzubauen, wie sie einmal gewesen sind. Die »plötzliche Zivilisation« von Sumer erblüht beinahe über Nacht.
Die Menschheit greift nach dem Himmel: Wie viel »Zivilisation« – Wissenschaft, Technologie – soll man die Menschheit lehren? In ihrer Hast, die neue Beziehung zu entwickeln, lehren die Erhabenen (der Begriff, den wir als »Götter« übersetzen) die Menschen Astronomie, Mathematik, Metallbearbeitung, Chemie und die Kunst, mehrstöckige Häuser zu bauen. Die Städte werden im Umfeld neu errichteter Tempel oder göttlicher Wohnstätten errichtet, und jeder Zikkurat erhält einen nicht allgemein zugänglichen (»geheiligten«) Bereich, wo die »Göttlichen Vögel« oder »Wirbelwinde« (wie Hesekiel einen gesehen hat) untergebracht sind. Die Götter ziehen am Himmel der Erde dahin und besuchen die sich ausbreitende Menschheit. Aber die Menschheit kann nicht so leicht miteinander kommunizieren. Der Gott der Wissenschaft entwickelt schließlich mit seinen sumerischen Gefolgsleuten einen raffinierten Plan. Mitten in Mesopotamien liegt immer noch der nicht wieder aufgebaute vorsintflutliche Raumhafen, das ursprüngliche Bab-ili (Babylon – »Tor der Götter«). Er zeigt den Erdlingen, wie man den Startturm neu erbaut, »den Turm zu Babel«, und wie man »eine Schem aufsteigen lässt«, eine Raumrakete.
Als die anderen Götter die Konsequenzen seines Plans durchschauen, vereiteln sie ihn. Um künftige abgestimmte Maßnahmen der Erdlinge zu verhindern, verwirren sie die einheitliche Sprache der Menschen in viele Zungen. Sie verstreuen die Menschheit und ihre Wohnstätten und geben den Menschen die Zivilisation des Nils und dann die des Industals, verbreiten die Menschheit in alle vier Winde.
In den antiken Schriften, auch denen des Alten Testaments, wird die Rückkehr des Zwölften Planeten in die Nachbarschaft der Erde als eine Zeit der Erdbeben und des Chaos beschrieben, gefolgt von einer Ära des Friedens und der Harmonie. Man bezeichnete das damals als den »Tag des Herrn«, an dem das »Königreich des Himmels« zur Erde zurückkehren würde.
Allen Berechnungen zufolge befindet sich der Zwölfte Planet auf dem Weg zurück in unsere nähere Umgebung.
Haben seine Bewohner bereits ihre Raumschiffe in Richtung Erde in Bewegung gesetzt? Sind die UFOs Vorboten – Späher –, mit denen sie ihren künftigen Besuch auf der Erde vorbereiten?
Die Antwort werden wir kennen, wenn unsere Astronomen aufhören, in fernen Galaxien nach Antworten zu suchen und stattdessen ihre Teleskope auf jene Bereiche des Sonnensystems richten, welche die Sumerer uns gezeigt haben!
Auszug aus »Der zwölfte Planet«, am amerikanischen Originalüberarbeitet und ergänzt.
Beim archäologischen Studium der Ursprünge der Menschheit und der ersten frühen Zivilisationen auf unserem Planeten deutet alles darauf, dass in Sumer in Mesopotamien erstmalig eine fortschrittliche Zivilisation entstanden ist. Aber die uralte, ungemein hoch entwickelte Kultur von Sumer ist ebenso verblüffend wie geheimnisvoll, hat es doch den Anschein, als wäre sie vollständig entwickelt aus dem Nichts aufgetaucht. Wie ist diese hoch entwickelte Gesellschaft entstanden, und welche Zivilisation hat es dort vor ihr gegeben? In Kapitel 2 seines ersten Buchs Der zwölfte Planet setzt sich Zecharia Sitchin damit auseinander.
Beginnen wir mit den Reichen von Babylon und Assyrien, die sich lange vor der Zeit Christi im antiken Mesopotamien entwickelt haben. Die babylonischen und assyrischen Kulturen standen um etwa 1.900 vor Christus in ihrer höchsten Blüte und hielten sich ungefähr 1.500 Jahre. Ihnen voraus ging ein Reich, das sich Akkad nannte. Und je tiefer die Wissenschaftler gruben, umso deutlicher stellte sich heraus, dass dieses Reich Akkad eine mächtige Wurzelkultur mit einer präakkadischen Sprache als wichtigem Element war – der ersten geschriebenen Sprache –, die man schließlich als Sumerisch bezeichnete.
In diesem Kapitel macht uns Sitchin mit den Leistungen und den technischen und künstlerischen Fähigkeiten der Sumerer vertraut, wozu, um nur einige zu nennen, Wissenszweige wie Mathematik, Architektur, Metallurgie, Medizin und ärztliche Behandlungsmethoden zählten. Der in allen Disziplinen erreichte hohe Wissensstand ist beispiellos und unerklärlich … Es sei denn, man hielte für möglich, dass diese antiken Völker ihr hoch entwickeltes Wissen von einer äußerst hoch entwickelten Kultur oder mehreren solchen Kulturen geerbt haben, die vor ihnen existierten. Beim Blick auf den frühen rätselhaften Ursprung der Zivilisation im südlichen Mesopotamien untermauert Sitchin seine Fragestellung mit antiken Schriften.
LANGE ZEIT GLAUBTEN DIE MENSCHEN im Westen, ihre Zivilisation sei das Geschenk der alten Griechen und Römer. Aber die griechischen Philosophen schrieben selbst wiederholt, sie hätten aus viel früheren Quellen geschöpft. Später berichteten Reisende nach ihrer Rückkehr nach Europa von imposanten Pyramiden in Ägypten und von halb im Sand vergrabenen Tempelstätten, die von seltsamen Steintieren, Sphinx genannt, bewacht würden.
Als Napoleon 1799 nach Ägypten kam, brachte er Gelehrte mit, die diese uralten Monumente studieren und erklären sollten. Einer von ihnen fand in der Nähe von Rosetta eine Steinplatte mit einer Proklamation aus dem Jahre 196 vor Christus, die sowohl in ägyptischen Hieroglyphen als auch in zwei anderen Schriften eingemeißelt war.
Die Entzifferung der alten ägyptischen Schrift und Sprache sowie die weiteren archäologischen Forschungen offenbarten den Menschen im Westen, dass es in Ägypten schon lange vor Beginn der griechischen Zivilisation eine hochstehende Kultur gegeben hatte. Ägyptische Aufzeichnungen sprachen von Königsdynastien, die um 3100 vor Christus ihren Anfang genommen hatten, zwei volle Jahrtausende vor Beginn der hellenischen Zivilisation. Da sie erst im fünften und vierten Jahrhundert zur Reife gelangte, war Griechenland eher ein Nachzügler als ein Begründer.
Liegt der Ursprung unserer Zivilisation also in Ägypten?
So logisch diese Schlussfolgerung auch erscheinen mag, die Tatsachen sprechen dagegen. Griechische Gelehrte beschrieben tatsächlich Reisen nach Ägypten, aber die alten Quellen des Wissens, die sie erwähnen, wurden anderswo gefunden. Die prähellenischen Kulturen am Ägäischen Meer – die minoische auf Kreta und die mykenische auf dem griechischen Festland – zeigen, dass die vorderasiatische, nicht die ägyptische Kultur übernommen worden ist. Syrien und Anatolien, nicht Ägypten, waren die Hauptkanäle, durch die den Griechen eine frühere Zivilisation zugänglich wurde.
Abb. 1
(1) Hebräisch »Heth« entspricht in der Umschrift dem Zeichen h und hat in den sumerischen und semitischen Sprachen den Lautwert ch wie im deutschen Wort ach oder Loch.
(2) »Sade« (auch »Zade«) entspricht in der Umschrift dem Zeichen s, hat den mit starker Pressung gesprochenen Laut s, im Sumerischen und Semitischen ein ts.
In Übereinstimmung mit der Tatsache, dass die Dorier ungefähr zur gleichen Zeit (etwa im 13. Jahrhundert vor Christus) in Griechenland einwanderten wie die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten in Kanaan, stellten die Forscher fortlaufend Ähnlichkeiten zwischen der semitischen und der hellenischen Zivilisation fest. Professor Cyrus H. Gordon erschloss in Forgotten Scripts: Evidence for the Minoan Language (»Vergessene Schriften: Beweis für die minoische Sprache«) ein neues Studienfeld, als er entdeckte, dass eine frühe minoische Schrift, Linear A genannt, in einer semitischen Sprache abgefasst ist. Er folgerte, dass »das Modell (im Unterschied zum Inhalt) der hebräischen und der minoischen Zivilisation weitgehend gleich ist«, und wies darauf hin, dass der Name Kreta, im Minoischen Ke-re-ta geschrieben, dasselbe Wort ist wie das hebräische Ke-re-et (ummauerte Stadt) und ein Gegenstück in einer semitischen Erzählung von einem König von Keret hat.
Sogar das hellenische Alphabet, von dem das lateinische und auch unser eigenes abstammen, kam aus dem Nahen Osten. Die alten griechischen Geschichtsschreiber schrieben selbst, dass ein Phönizier namens Kadmus (Alter) ihnen das Alphabet gebracht habe, das dieselbe Buchstabenzahl in der gleichen Reihenfolge aufweise wie im Hebräischen. Zurzeit des Trojanischen Krieges war es das einzige Alphabet. Im 5. Jahrhundert vor Christus wurde die Zahl der Buchstaben von dem griechischen Lyriker Simonides von Keos auf sechsundzwanzig erhöht.
Dass die griechische und lateinische Schrift und damit die gesamte Grundlage unserer westlichen Kultur aus dem Nahen Osten übernommen wurden, ist leicht zu beweisen, wenn man Anordnung, Namen, Zeichen und auch Zahlenwerte des ursprünglichen nahöstlichen Alphabets mit dem viel späteren altgriechischen und noch jüngeren lateinischen vergleicht (Abb. 1).
Natürlich ist es bekannt, dass die Griechen im 1. Jahrtausend vor Christus mit dem Nahen Osten in Berührung standen, nicht zuletzt durch den Sieg, den Alexander der Große 331 vor Christus über die Perser errang. Griechische Schriften gaben Auskunft über die Perser und ihr Land (das ungefähr dem heutigen Iran entspricht). Aus den Namen ihrer Könige – Kyros, Darius, Xerxes – und den Namen ihrer Götter, die anscheinend vom indoeuropäischen Sprachstamm herrühren, schlossen die Gelehrten, dass es sich um das arische (vornehme/herrschaftliche) Volk handele, das gegen Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus aus dem Nichts heraus plötzlich am Kaspischen Meer erschienen war und sich von dort aus westwärts nach Kleinasien ausgebreitet hatte, ostwärts nach Indien und südwärts nach dem, wie es im Alten Testament heißt, »Land der Meder und Parsen«.
Aber so einfach war das alles nicht. Trotz des vermutlich fremden Ursprungs dieser Eindringlinge behandelt das Alte Testament sie als wesentlichen Bestandteil der biblischen Ereignisse. Zum Beispiel wurde Kyros als »Gesalbter Jahwes« angesehen – eine recht ungewöhnliche Beziehung zwischen dem hebräischen und einem nichthebräischen Gott. Dem biblischen Buch Esra zufolge anerkannte Kyros seinen Auftrag, den Tempel in Jerusalem zu bauen, und sagte, er habe den Befehl von dem Herrn erhalten, den er den »Gott vom Himmel« nennt.
Kyros und die anderen Könige seiner Dynastie nannten sich Achämeniden – nach dem Titel, den der Begründer der Dynastie, Hachâmanis, annahm. Es war kein arischer Titel, sondern ein semitischer, der »weiser Mann« bedeutet. Im Großen und Ganzen haben es die Gelehrten versäumt, die vielen Fingerzeige zu untersuchen, die auf Ähnlichkeiten zwischen dem hebräischen Gott Jahwe und dem »weisen Herrn« der Achämeniden hindeuten. Wie das Königssiegel des Darius zeigt, stellten die Achämeniden ihren Gott im Himmel schwebend dar (Abb. 2).
Inzwischen hat man ergründet, dass die kulturellen, religiösen und geschichtlichen Wurzeln dieser alten Perser bis zu den früheren Reichen von Babylon und Assyrien zurückgehen, deren Ausdehnung und Fall das Alte Testament schildert. Die Symbole auf den Monumenten und Siegeln der Achämineden hat man zuerst als Verzierungen angesehen. Der Weltreisende Engelbert Kämpfer, der 1686 die altpersische Hauptstadt Persepolis besuchte, beschrieb die Zeichen als »cuneates«, das heißt als keilförmige Eindrücke. Darum spricht man heute von Keilschrift.
Als man die Inschriften der Achämeniden zu entziffern versuchte, zeigte es sich, dass es die gleiche Schrift war wie auf alten Gegenständen und Tafeln in der Ebene und dem Hochland zwischen Euphrat und Tigris. Das Rätsel der verstreuten Funde reizte den italienischen Archäologen Paul Emile Botta; er leitete 1843 die ersten größeren Ausgrabungen. Er suchte eine Stelle in Nordmesopotamien aus, in der Nähe von Mosul. Botta stellte bald fest, dass der Ort auf den Inschriften Dur Scharru Kin hieß (jetzt Chorsabad). Die Inschriften waren in semitischer Sprache abgefasst, die mit dem Hebräischen verwandt ist. Der Name bedeutet »ummauerte Stadt des gerechten Königs«. In unseren Lehrbüchern heißt dieser König Sargon II.
Den Mittelpunkt der Hauptstadt des assyrischen Königs bildete ein prächtiger Palast, dessen Mauern Flachreliefs schmückten, die sich, aneinandergereiht, über anderthalb Kilometer erstreckt hätten. Die ganze Anlage wurde von einer Stufenpyramide beherrscht, Zikkurat genannt, die den Göttern als »Himmelsleiter« diente (Abb. 3).
Die Anlage der Stadt und die Skulpturen künden von einer großzügigen Lebensweise. Paläste, Tempel, Häuser, Ställe, Speicher, Mauern, Tore, Säulen, schmückendes Beiwerk, Kunstwerke, Türme, Schutzwälle, Terrassen, Gärten, das alles wurde in fünf Jahren vollendet. Georges Contenau sagt in seinem Buch La Vie Quotidienne á Babylone et en Assyrie (»Alltagsleben in Babylon und Assyrien«), es könne einem schwindlig werden, wenn man sich die Macht eines Reiches vorstellt, das in einem so kurzen Zeitraum so viel zu vollbringen vermochte – vor etwa dreitausend Jahren.
Um sich nicht ausstechen zu lassen, erschienen die Engländer auf dem Schauplatz in Gestalt von Sir Austen Henry Layard, eines Altertumsforschers, der seine Ausgrabungen dreizehn Kilometer den Tigris flussabwärts von Chorsabad entfernt an einem Ort durchführte, den die Einheimischen Kujundschik nannten und der sich als die assyrische Hauptstadt Ninive entpuppte.
Abb. 2
Abb. 3
Biblische Namen und Geschehnisse erwachten zum Leben. Ninive war die Hauptstadt Assyriens unter seinen letzten drei großen Herrschern: Sanherib, Asarhaddon und Asurbanipal. »Im vierzehnten Jahr aber des Königs Hiskia zog herauf Sanherib, der König zu Assyrien, wider alle festen Städte Juda«, erzählt das Alte Testament (2 Könige 18,13), und als der Engel des Herrn sein Heer schlug, »zog Sanherib fort, kehrte um und blieb zu Ninive«.
Die Hügel, auf denen Ninive von Sanherib und Asurbanipal erbaut wurde, enthüllten Paläste, Tempel und Kunstwerke, die diejenigen von Sargon übertrafen. Das Gebiet, in dem man die Ruinen von Asarhaddons Palästen vermutet, kann nicht ausgegraben werden; denn dort steht jetzt eine muslimische Moschee, und zwar über dem vermeintlichen Grab des Propheten Jonas, der von einem Walfisch verschluckt wurde, als er sich weigerte, Jahwes Botschaft nach Ninive zu bringen.
Layard hatte in alten griechischen Berichten gelesen, dass Alexanders Heer »einen Ort mit Pyramiden und Ruinen einer alten Stadt« sah – einer Stadt, die bereits zu Alexanders Zeiten begraben war! Layard grub sie ebenfalls aus, und sie entpuppte sich als Nimrud, das militärische Zentrum Assyriens. Hier hat Salmanassar II. einen Obelisken errichtet zum Gedenken an seine militärischen Unternehmungen und Eroberungen. Der Obelisk steht jetzt im Britischen Museum und nennt unter den Königen, die Tribut zollen mussten, »Jehu, Sohn des Omri, König von Israel«. Wieder stimmen die mesopotamischen Inschriften und der biblische Text überein!
Erstaunt über die immer häufigeren Übereinstimmungen befassten sich die Assyrologen, wie diese Gelehrten seinerzeit genannt wurden, mit dem zehnten Kapitel der Schöpfungsgeschichte. Darin wird Nimrod – »ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn« – als Begründer des Königreichs Mesopotamien beschrieben.
Und der Anfang seines Reiches:
Babel und Erech und Akkad, alle im Land Schinear.
Von dem Land ist darnach kommen Assur,
wo Ninive erbaut ward, eine Stadt mit breiten Straßen,
und Calah und Ressen – die große Stadt
zwischen Ninive und Calah.
Tatsächlich lagen zwischen Ninive und Nimrud Hügel, die von den Einheimischen Calah genannt wurden. Als in diesem Gebiet unter W. Andrae zwischen 1903 und 1914 Ausgrabungen vorgenommen wurden, entdeckte man die Trümmer von Assur, dem religiösen Zentrum Assyriens und seiner ältesten Hauptstadt. Von allen in der Bibel erwähnten assyrischen Städten muss nur noch Ressen gefunden werden. Der Name bedeutet »Pferdezügel«; vielleicht beherbergte sie die Ställe der assyrischen Könige.
Ungefähr zur selben Zeit, als Assur ausgegraben wurde, beendete R. Koldewey die Ausgrabung Babylons, der biblischen Stadt Babel mit Palästen, Tempeln, hängenden Gärten und der unvermeidlichen Zikkurat. Binnen kurzem entschleierten Kunstgegenstände und Inschriften die Geschichte der beiden konkurrierenden mesopotamischen Reiche Babylonien im Süden und Assyrien im Norden.
Ob im Aufstieg oder im Niedergang, ob einander bekämpfend oder nebeneinander bestehend, beide zeichneten sich seit ungefähr 1900 vor Christus über 1.500 Jahre lang durch eine hohe Zivilisation aus. Assur und Ninive wurden schließlich 614 und 612 vor Christus von den Babyloniern eingenommen und zerstört. Wie die biblischen Propheten es vorausgesagt hatten, fand Babylon selbst ein unrühmliches Ende, als der Achämenide Kyros die Stadt 539 vor Christus eroberte.
Obwohl Assyrien und Babylonien während ihrer ganzen Geschichte Rivalen waren, findet man heute keine bedeutenden Unterschiede mehr in kultureller oder materieller Hinsicht. Zwar nannten die Assyrier ihren Hauptgott Assur (»der Allsehende«), während die Babylonier Marduk (»Sohn des Hellen Hügels«) anbeteten, aber beider Tempel waren vollkommen gleich.
Viele Museen in der Welt zählen zu ihrem kostbarsten Ausstellungsgut die Tempeltore, geflügelten Stiere, Flachreliefs, Wagen, Werkzeuge, Gebrauchsgegenstände, Schmuckstücke, Statuen und anderen Dinge, aus allem möglichen Material, die unter den Hügeln von Assyrien und Babylonien ausgegraben worden sind. Aber die wahren Schätze dieser Reiche sind die schriftlichen Berichte: Tausende und Abertausende von Keilinschriften, darunter kosmologische Erzählungen, epische Dichtungen, Lebensgeschichten von Königen, Tempelprotokolle, Heirats- und Scheidungsurkunden, astronomische Tafeln, astrologische Voraussagen, mathematische Formeln, geografische Tabellen, grammatische Schultexte und Wörterverzeichnisse und, keineswegs als geringstes, Texte, die sich mit Namen, Genealogie, Eigenschaften, Taten, Mächten und Pflichten der Götter befassen.
Die übliche Sprache, die das kulturelle, historische und religiöse Band zwischen Babylonien und Assyrien bildete, war Akkadisch. Das ist die erste bekannte semitische Sprache, verwandt, zeitlich vorangehend, mit dem Hebräischen, Aramäischen, Phönizischen und Kanaanitischen. Die Assyrier und Babylonier behaupteten jedoch nicht, die Sprache oder ihre Schrift erfunden zu haben – viele ihrer Tafeln tragen sogar den Vermerk, dass sie von früheren Originalen kopiert worden seien.
Wer aber hat die Keilschrift erfunden und die Sprache mit ihrer genauen Grammatik und ihrem Wortreichtum entwickelt? Wer hat die »früheren Originale« geschrieben? Und warum nannten die Assyrier und Babylonier die Sprache Akkadisch?
Wieder gibt die Schöpfungsgeschichte in der Bibel Auskunft. »Und der Anfang seines Reiches: Babel und Erech und Akkad.« Akkad – kann es wirklich eine solche Königsstadt gegeben haben, vor Babylon und Ninive?
Die Ruinen von Mesopotamien haben den schlüssigen Beweis geliefert, dass es vor langer Zeit tatsächlich ein Königreich namens Akkad gegeben hat, gegründet von einem viel früheren Herrscher, der sich als einen scharru-kin bezeichnete (»gerechter Herrscher«). In seinen Inschriften behauptet er, dass sich sein Reich durch die Gnade seines Gottes Enlil vom Unteren Meer (dem Persischen Golf) bis zum Oberen Meer (vermutlich dem Mittelmeer) erstreckt habe. Er rühmte sich, »am Landeplatz von Akkad Schiffe aus vielen fernen Landen« liegen zu haben.
Die Forscher waren von Ehrfurcht ergriffen: Sie waren auf ein mesopotamisches Reich im 3. Jahrtausend vor Christus gestoßen! Das war ein Sprung – rückwärts – von über zweitausend Jahren vom assyrischen Sargon von Dur Scharru Kin zum Sargon von Akkad. Und doch brachten die Hügel, an denen ausgegraben wurde, Literatur und Kunst, Wissenschaft und Politik, Handel und Kommunikation – eine vollflügge Zivilisation – ans Licht, die lange vor dem Erscheinen Assyriens und Babyloniens bestanden hatten.
Überdies wurde offenbar, dass der Vorgänger und die Quelle der späteren mesopotamischen Zivilisationen, Assyriens und Babyloniens nur Zweige des akkadischen Stammes waren.
Das Geheimnis einer solchen frühen mesopotamischen Zivilisation verdunkelte sich noch mehr, als die Inschriften gefunden wurden, die von den Leistungen und der Genealogie Sargons und Akkads berichteten. Sie besagten, dass sein voller Titel »König von Akkad, König von Kisch« lautete und dass er vor der Thronbesteigung Ratgeber der »Herrscher von Kisch« gewesen war. Hat es etwa, fragten sich die Forscher, vor Akkad ein noch früheres Königreich gegeben – Kisch?
Abermals gewinnen die biblischen Verse Bedeutung.
Und Kusch zeugte Nimrod;
er wurde der erste Held im Lande …
Und der Anfang seines Reiches:
Babel und Erech und Akkad.
Viele Gelehrte sind zu der Ansicht gelangt, dass Sargon von Akkad der biblische Nimrod war. Wenn man in dem Bibelvers »Kusch« durch »Kisch« ersetzt, scheint es zuzutreffen, dass Kisch der Vater Nimrods war, wie Sargon behauptet. Die Forscher nahmen daraufhin seine übrigen Inschriften wörtlich: »Er eroberte Uruk und riss seine Mauern nieder … Er siegte im Kampf gegen die Bewohner von Ur … Er eroberte das ganze Gebiet von Lagasch bis zum Meer.«
Ist das biblische Erech identisch mit dem Uruk in Sargons Inschriften? Als der Ort, der heute Warka heißt, ausgegraben wurde, stellte sich heraus, dass dies stimmt. Und das von Sargon erwähnte Ur ist nichts anderes als das biblische Ur, Abrahams Geburtsstadt.
Die archäologischen Entdeckungen bestätigen nicht nur die biblischen Berichte, sondern es stand damit auch fest, dass es in Mesopotamien sogar vor dem 3. Jahrtausend vor Christus Königreiche, Städte und Zivilisationen gegeben haben muss. Die Frage war nur: Wie weit musste man zurückgehen, um das erste zivilisierte Königreich zu finden?
Der Schlüssel zur Lösung des Rätsels war wieder eine andere Sprache.
DEN FORSCHERN WURDE BALD KLAR, dass Namen nicht nur im Hebräischen und im Alten Testament eine Bedeutung hatten, sondern im ganzen alten Nahen Osten. Alle akkadischen, babylonischen und assyrischen Personen- und Ortsnamen hatten eine Bedeutung. Aber die Namen der Herrscher, die Sargon und Akkad vorausgegangen sind, ergaben keinen Sinn: Der König, an dessen Hof Sargon als Berater diente, hieß Urzababa; der König, der in Erech herrschte, hieß Lugalzagesi – und so weiter.
In einem Vortrag, den der Orientalist Sir Henry Rawlinson 1853 vor der Königlichen Asiatischen Gesellschaft hielt, wies er darauf hin, dass solcherlei Namen weder semitisch noch indoeuropäisch sind und »keiner bekannten Sprachgruppe angehören«. Wenn aber die Namen eine Bedeutung hatten, welche geheimnisvolle Sprache war es dann, in der sie etwas bedeuteten?
Abermals nahmen sich die Gelehrten die akkadischen Inschriften vor. Im Grunde war die akkadische Keilschrift eine Silbenschrift: Jedes Zeichen stellte eine Silbe dar (ab, ba, bat und so weiter). Aber die Schrift machte auch ausgiebigen Gebrauch von Zeichen, die keine phonetischen Silben waren, sondern »Gott«, »Stadt«, »Land«, »Leben«, »erhaben« und dergleichen bedeuteten. Die einzig mögliche Erklärung für dieses Phänomen war die, dass diese Zeichen Überbleibsel einer früheren Schreibweise waren, die Piktogramme benutzte, Bildzeichen. Dem Akkadischen musste also eine andere Sprache vorausgegangen sein, deren Schreibweise den ägyptischen Hieroglyphen ähnelte.
Bald wurde es offenbar, dass man es tatsächlich mit einer früheren Sprache zu tun hatte, nicht nur mit einer früheren Schreibweise. Die Forscher fanden heraus, dass die akkadischen Inschriften ausgiebigen Gebrauch von Lehnwörtern machten (genau wie wir heute, wenn wir etwa das englische Wort weekend benutzen). Das war besonders bei wissenschaftlichen und technischen Ausdrücken der Fall, auch bei Dingen, die die Götter und den Himmel betrafen.
Die größten Funde akkadischer Texte wurden in den Ruinen einer Bibliothek gemacht, die Assurbanipal in Ninive zusammengetragen hat. Layard und seine Kollegen trugen von dort 25.000 Tafeln weg, die nach Angabe der Schreiber Kopien »alter Texte« waren. Eine Gruppe von dreiundzwanzig Tafeln endete mit dem Vermerk »23. Tafel: Sprache von Schumer (shumer) nicht geändert«. Ein anderer Text enthielt eine rätselhafte Anmerkung von Assurbanipal persönlich:
Der Gott der Schriftgelehrten hat mir die Gabe verliehen,
mich auf meine Kunst zu verstehen.
Ich bin in die Geheimnisse des Schreibens eingeweiht worden.
Ich kann sogar die schwierigen Tafeln auf Schumerisch lesen.
Ich verstehe die rätselhaften, in Stein gemeißelten Wörter
aus den Tagen vor der Flut.
Assurbanipals Erklärung machte alles noch rätselhafter. Aber im Januar 1869 verkündete der Orientalist Julius Oppert vor der Französischen Gesellschaft der Numismatiker und Archäologen das Ergebnis seiner Studien: Er hatte die assyrischen Keilinschriften nicht nur entziffert, sondern sogar zwei Hauptsprachen festgestellt. Es sei klar erwiesen, dass es vor dem Akkadischen schon eine andere Sprache und damit ein anderes Volk gegeben habe. Mit dem Hinweis darauf, dass die frühen Herrscher von Mesopotamien ihre Legitimität mit dem Titel »König von Sumer und Akkad« proklamiert hatten, schlug er vor, das Volk »Sumerer« und das Land »Sumer« zu nennen.
Abgesehen von der falschen Aussprache – richtig wäre Schumer gewesen –, hatte Oppert recht. Sumer war kein geheimnisvolles, fernes Land, sondern der einstige Name Südbabyloniens, wie es die Schöpfungsgeschichte deutlich sagt: Die Königsstätte Babel und Erech und Akkad lagen »im Lande Schinear«. (Schinear oder Schinar ist der biblische Name für Sumer.) Nachdem die Gelehrten diese Schlussfolgerungen übernommen hatten, waren die Schleusen geöffnet. Der akkadische Hinweis auf »alte Texte« gewann Sinn, und es wurde klar, dass die Tafeln mit langen Wörterspalten akkadisch-sumerische Wörterbücher darstellten, die den Assyriern und Babyloniern zum Studium der ersten geschriebenen Sprache, des Sumerischen, dienten.
Abb. 4
Ohne diese uralten Wörterbücher wären wir noch längst nicht imstande, sumerische Texte zu lesen. Dank ihnen wurde ein großer literarischer und kultureller Schatz erschlossen. Es stellte sich heraus, dass die sumerische Schrift, ursprünglich eine Bilderschrift und in vertikalen Spalten in Stein gemeißelt, dann horizontal verlagert und später, zu Keilschrift stilisiert, in weiche Tontafeln geritzt wurde, in jener Keilschrift, die von den Akkadern, Babyloniern, Assyriern und anderen Völkern des alten Nahen Ostens übernommen wurde (Abb. 4).
Die Entzifferung der sumerischen Sprache und Schrift sowie die Erkenntnis, dass die Sumerer und ihre Kultur die Quelle aller akkadisch-babylonisch-assyrischen Errungenschaften waren, spornten zu archäologischen Forschungen in Südmesopotamien an. Alles wies nun darauf hin, dass dort der Anfang lag.
Die erste bedeutsame Ausgrabung einer sumerischen Siedlung wurde 1877 von französischen Archäologen begonnen, und die Funde allein an dieser Stelle waren so zahlreich, dass andere hier bis 1933 weitergruben, ohne dass die Arbeit abgeschlossen wurde.
Der von den Einheimischen »Telloh« (Hügel) genannte Ort erwies sich als frühsumerische Stadt, eben als das Lagasch, mit dessen Eroberung sich Sargon von Akkad gebrüstet hatte. Es war tatsächlich eine Königsstadt, deren Herrscher den gleichen Titel wie Sargon trugen, allerdings in sumerischer Sprache: EN.SI (»gerechter Herrscher«). Ihre Dynastie begann ungefähr 2900 vor Christus und hielt sich fast 650 Jahre. Während dieser Zeit regierten dreiundvierzig Ensi ununterbrochen in Lagasch: Namen, Genealogie und Dauer der Regentschaft sind allesamt lückenlos verzeichnet.
Die Inschriften (Abb. 5) gaben viele Auskünfte. Bitten an die Götter, »das Korn sprießen und wachsen zu lassen … die bewässerte Pflanze Korn liefern zu lassen«, beweisen, dass Landwirtschaft und Bewässerung bekannt waren. Die vom »Aufseher der Kornkammer« zu Ehren einer Göttin verfasste Inschrift auf einem Kelch zeigt, dass Korn aufbewahrt, gemessen und gehandelt wurde.
Ein Ensi
