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Traumabedingte dissoziative Störungen finden in der therapeutischen Praxis und der klinischen Literatur immer mehr Beachtung. Häufig werden sie zwar noch übersehen, sie werden aber zunehmend auch dann diagnostiziert, wenn sie gar nicht vorhanden sind. Suzette Boon befasst sich ausführlich mit der Diagnose dieser Störungen und der Verwendung des von ihr entwickelten Diagnoseinstruments TADS-I. Zunächst geht es um das Dilemma der Diagnosekriterien für dissoziative Störungen im DSM-5 und in der ICD-11. Es wird beschrieben, wie sich die Symptome erkennen lassen und welche Rolle traumatische Erfahrungen spielen. In weiteren thematischen Kapiteln werden wichtige differentialdiagnostische Überlegungen diskutiert und mit Fallbeispielen illustriert. Außerdem werden das Auftreten falsch-negativer und falsch-positiver Diagnosen von traumabedingten dissoziativen Störungen, die Geschichte traumatischer Erfahrungen und die Erstellung eines Behandlungsplans erörtert. Zielgruppen: Kliniker:innen (Psychiater:innen, klinische Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen und Pflegefachkräfte), die dissoziative Störungen diagnostizieren bzw. diese Diagnostik erlernen wollen
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Suzette BoonDie Diagnostik traumabedingter DissoziationMit dem Trauma and Dissociation Symptoms Interview (TADS-I) arbeiten
Dissoziative Störungen richtig diagnostizieren
Traumabedingte dissoziative Störungen finden in der therapeutischen Praxis und der klinischen Literatur immer mehr Beachtung. Häufig werden sie zwar noch übersehen, sie werden aber zunehmend auch dann diagnostiziert, wenn sie gar nicht vorhanden sind. Suzette Boon befasst sich ausführlich mit der Diagnose dieser Störungen und der Verwendung des von ihr entwickelten Diagnoseinstruments TADS-I.
Zunächst geht es um das Dilemma der Diagnosekriterien für dissoziative Störungen im DSM-5 und in der ICD-11. Es wird beschrieben, wie sich die Symptome erkennen lassen und welche Rolle traumatische Erfahrungen spielen. In weiteren thematischen Kapiteln werden wichtige differentialdiagnostische Überlegungen diskutiert und mit Fallbeispielen illustriert. Außerdem werden das Auftreten falsch negativer und falsch positiver Diagnosen von traumabedingten dissoziativen Störungen und die Erstellung eines Behandlungsplans erörtert.
Dr. Suzette Boon ist klinische Psychologin und Psychotherapeutin. Sie betreibt eine Privatpraxis in den Niederlanden und unterrichtet weltweit über die Diagnose und Behandlung dissoziativer Störungen. Sie ist Mitbegründerin und ehemalige Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation (ESTD). Für ihre Arbeit hat sie mehrere Auszeichnungen erhalten.
Copyright: © der deutschen Ausgabe: Junfermann Verlag, Paderborn 2025
Originaltitel: Diagnostiek van traumagerelateerde dissociatie / Assessing Trauma-Related Dissociation
Copyright: © 2022 by Uitgeverij Mens!, The Netherlands
Übersetzung: Christoph Trunk
Coverbild © Jerome Mettling, generiert mit KI (AdobeStock)
Fachliche Begleitung der Übersetzung: Arbeitsgruppe Jan Gysi, Susanne Nick, Bettina Overkamp
Die Übersetzung dieses Buches wurde mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert, vergeben durch den Freundeskreis zur Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen.
Covergestaltung / Reihenentwurf: Junfermann Druck & Service GmbH & Co. KG, Paderborn
Satz, Layout & Digitalisierung: Junfermann Druck & Service GmbH & Co. KG, Paderborn
Alle Rechte vorbehalten.
Wir behalten uns eine Benutzung des Werkes für Text und Data Mining i.S.v. § 44b UrhG vor.
Junfermann Verlag GmbH, Driburger Straße 24d, D-33100 Paderborn, Tel.: +49 5251 1344-0, E-Mail: [email protected]
Erscheinungsjahr dieser E-Book-Ausgabe: 2025
ISBN 978-3-7495-0604-0
ISBN dieses E-Books: 978-3-7495-0605-7 (EPUB), 978-3-7495-0606-4 (PDF).
Traumabedingte dissoziative Störungen erfahren in der therapeutischen Praxis und in der klinischen Literatur mehr und mehr Aufmerksamkeit. Dabei treten zwei gegenläufige Probleme zutage, was die beiden komplexesten dissoziativen Störungen angeht – die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) und den ersten Typ der Anderen näher bezeichneten dissoziativen Störungen (im Englischen als Other Specified Dissociative Disorders, type 1, kurz OSDD-1 bezeichnet; APA, 2013, 2022), der ebenfalls eine Form der DIS beschreibt: Einerseits werden diese Störungen nach wie vor zu oft übersehen, und andererseits ist eine zunehmende Tendenz zu erkennen, sie zu diagnostizieren, wenn gar keine entsprechende Störung vorliegt. Beide Probleme rühren großenteils daher, dass viele Klinikerinnen und Kliniker nur über unzureichende diagnostische Kenntnisse zu dissoziativen Störungen verfügen. Meine Hoffnung ist, dass dieses Buch, das auf 40 Jahren praktischer und wissenschaftlicher Erfahrung gründet, Klinikerinnen und Kliniker dabei unterstützen wird, dissoziative Störungen zu erkennen und sie von anderen psychischen Störungen zu unterscheiden.
Im vorliegenden Buch wird mit dem Trauma- und Dissoziationssymptome-Interview (Trauma and Dissociation Symptoms Interview, kurz TADS-I) ein neues diagnostisches Interview vorgestellt, das bei der Einschätzung dissoziativer Störungen helfen kann. Es reicht aber nicht aus, über das diagnostische Vorgehen nur zu lesen: Auch eine Schulung in der praktischen Durchführung des Interviews ist erforderlich.
Als ich ab Mitte der 1980er-Jahre in einer psychiatrischen Ambulanz zusammen mit meinem Kollegen Onno van der Hart begann, Patientinnen und Patienten mit DIS zu behandeln, entwickelte ich ein zunehmendes Interesse an der Diagnostik und Behandlung dieser damals viel zu wenig beachteten und geradezu „übersehenen“ Gruppe von Patientinnen und Patienten. In den späten 1980er-Jahren stiegen Nel Draijer und ich dann in die systematische Erforschung der Diagnostik dissoziativer Störungen ein. Wir führten eine Studie durch, in der wir das Structured Clinical Interview for DSM-III-R Dissociative Disorders (SCID-D: Steinberg, 1994a, 1994b; Steinberg et al., 1990) einsetzten. Unser Ziel war, ein besseres Verständnis der Validität von dissoziativen Störungen, wie sie im DSM-III-R definiert waren, zu gewinnen, insbesondere mit Blick auf die Dissoziative Identitätsstörung (DIS), die zuvor als multiple Persönlichkeitsstörung (MPS) bezeichnet worden war. Wir führten für das SCID-D eine Validitäts- und Reliabilitätsprüfung in den Niederlanden durch (Boon & Draijer, 1991, 1993a, 1993b, 1993c, 1995a, 1995b; Draijer & Boon, 1999). Es zeigte sich, dass das SCID-D valide war und ein hohes Maß an Interrater-Reliabilität aufwies. Es eignete sich sehr gut zur Unterscheidung dissoziativer Störungen gemäß DSM-III-R (APA, 1987) von anderen psychischen Störungsbildern, zu denen verwandte Störungen wie die Borderline-Persönlichkeitsstörung zählten (Boon & Draijer, 1993a, 1993c, 1995a). Unsere Studie (ibid.) ergab, dass bei Patientinnen und Patienten mit DIS oder mit Nicht näher bezeichneter dissoziativer Störung (NNBDS; engl. Dissociative Disorder Not Otherwise Specified, DDNOS) vom Typ 1 – im DSM-5 als Other Specified Dissociative Disorder Type 1 (OSDD-1; dt. Andere näher bezeichnete dissoziative Störung) aufgeführt (APA, 2013, 2022) – im Allgemeinen ein kohärentes Cluster aus gravierenden dissoziativen Symptomen festzustellen ist. Dieses Symptomcluster umfasst mehr als nur Amnesie oder Identitätswechsel, welche die im DSM-IV und DSM-5 beschriebenen Kriterien sind.
Im Jahr 1995 veröffentlichten Nel Draijer und ich das Buch Screening en diagnostiek van dissociatieve stoornissen (Screening und Diagnose Dissoziativer Störungen; Boon & Draijer, 1995a). Darin stellten wir die Forschungsergebnisse unserer Studie mit dem SCID-D vor sowie Methoden, die sich beim Screening auf Dissoziationssymptome mittels der Dissociative Experiences Scale einsetzen lassen (DES: Bernstein & Putnam, 1986; dt. Fragebogen zu dissoziativen Symptomen, Freyberger et al., 1999). Dabei führten wir Beispiele für Antworten an, die Patientinnen und Patienten in unserer Studie auf die verschiedenen Fragen des SCID-D gegeben hatten. Das 1995 erschienene Buch enthielt auch Kapitel zu Differenzialdiagnose und Trauma-Anamnese. Wir hoben die Bedeutung einer sorgfältigen Befragung im diagnostischen Prozess hervor. Bereits damals wiesen wir auch auf beträchtliche Unterschiede hin, die sich nicht nur in der Quantität, sondern auch in der Qualität der Beispiele für dissoziative Symptome zeigten, die Patientinnen und Patienten mit und ohne eine dissoziative Störung nannten (Boon & Draijer, 1993a, 1995a, 1995b). So beschrieben Patientinnen und Patienten in der Kontrollgruppe unserer Studie andere Formen von Depersonalisation und Derealisation (insbesondere eine zeitweilige emotionale Distanz zu sich selbst) und von Erinnerungslücken infolge von Absorptionserleben (ganz in etwas versunken sein) – Symptome, die nicht auf das Vorliegen einer dissoziativen Störung hindeuteten, aber von vielen Klinikerinnen und Klinikern als dem Wesen nach dissoziativ eingeordnet wurden. Später wurden diese Symptome von Emily Holmes und ihren Kollegen und Kolleginnen als Formen des „Losgelöstseins“ (detachment) beschrieben (Brown, 2006; Holmes et al., 2005; siehe Kapitel 1).
In den frühen 1990er-Jahren spielte die Vorstellung eines Kontinuums eine große Rolle für das Konzept der Dissoziation: Die Annahme war, dass dissoziative Symptome ein Kontinuum bilden, das von normalen Symptomen (wie wir alle sie erleben können) bis hin zu pathologischen reicht. Bereits damals waren wir jedoch auf Anzeichen dafür gestoßen, dass Dissoziationssymptome offenbar doch nicht auf einem Kontinuum liegen (Boon & Draijer, 1993a). Tatsächlich sind sich die meisten Klinikerinnen und Kliniker darin einig, dass bei einer dissoziativen Störung immer ein Cluster von pathologischen dissoziativen Symptomen gegeben sein muss. Van der Hart, Nijenhuis und Steele haben eine engere Definition vorgeschlagen: Sie sprechen nur dann von Dissoziation, wenn eine Aufspaltung der Persönlichkeit in verschiedene dissoziierte Anteile vorliegt (van der Hart et al., 2006). Dissoziationssymptome als solche lassen sich immer darauf zurückführen, dass dissoziierte Anteile aktiv sind. Aus Sicht von van der Hart, Nijenhuis und Steele sind Symptome, die als „normale Dissoziation“ eingestuft werden, nicht im eigentlichen Sinne dissoziativ. In Kapitel 1 werde ich auf dieses Thema näher eingehen. Im vorliegenden Buch stütze ich mich – in Anlehnung an van der Hart, Nijenhuis und Steele – auf eine Definition der Dissoziation, die sich auf eine „Aufspaltung der Persönlichkeit“ und „dissoziierte Persönlichkeitsanteile“ bezieht.
Anfang und Mitte der 1990er-Jahre berichteten Nel Draijer und ich bereits von Patientinnen und Patienten, die angesichts ihrer Symptome verwirrt waren und glaubten, sie litten unter einer DIS (Boon & Draijer, 1993a, 1993c, 1995a). Bei manchen lagen mehr oder weniger absichtsvoll imitierte DIS-Symptome vor; bei anderen war fälschlicherweise eine DIS diagnostiziert worden. Bei den meisten bestanden schwerwiegende Persönlichkeitsprobleme. Sie schilderten Identitätsprobleme sowie Depersonalisations- und Derealisationssymptome. Außerdem befassten Nele Draijer und ich uns auch mit den Unterschieden zwischen echter DIS und imitierter DIS (Boon & Draijer, 1995a, 2003; Draijer & Boon, 1999).
Unser Buch Screening en diagnostiek van dissociatieve stoornissen (Screening und Diagnose dissoziativer Störungen) wurde seinerzeit nicht übersetzt und auch nicht nachgedruckt. Außerdem wird das SCID-D in den Niederlanden nicht länger publiziert und wurde nur in einigen wenigen europäischen Ländern validiert und verfügbar gemacht – Letzteres allerdings über einen langen Zeitraum hinweg (Boon & Draijer, 1993a, 1994; Gast et al., 2001). Für das DSM-5 ist eine neue Version des SCID-D erschienen, für die ICD-11 ist sie angekündigt (Mychailyszyn et al., 2021). Sie wurde bereits in einer kleinen Studie mit französischsprachigen Patientinnen und Patienten in der Schweiz und in Frankreich eingesetzt (Piedfort-Marin et al., 2021).
Seit 2006 lag mein Fokus auf der Entwicklung eines neuen diagnostischen Interviews. Einer der Gründe hierfür war, dass das SCID-D in vielen europäischen Ländern, in denen ich lehrte, nicht verfügbar war. Außerdem entsprach der Inhalt des SCID-D nicht hinreichend den Kategorien von dissoziativen Störungen in der ICD-10 (WHO, 1992), weil es in dem Interview keine Fragen zu somatoformen dissoziativen Symptomen und Störungen gab. Mir schien es außerdem sinnvoll zu sein, nach verschiedenen Symptomen zu fragen, die möglicherweise mit Traumata in Zusammenhang stehen, so etwa nach Angst- und PTBS-Symptomen, nach Schlafproblemen und Stimmungsschwankungen, Suizidgedanken und selbstschädigenden Handlungen. Antworten auf Fragen zu (möglicherweise) traumabezogenen Symptomen lassen nicht nur ein umfassenderes klinisches Bild einer Patientin oder eines Patienten entstehen, sondern können auch helfen, dissoziative Störungen von anderen psychischen Störungen abzugrenzen und falsch positive DIS-Diagnosen zu erkennen. Im Detail werde ich dies in Kapitel 5 erläutern, in dem es um den konkreten Einsatz des TADS-I geht, und in Kapitel 10, das sich dem Thema der fälschlicherweise gestellten DIS-Diagnosen widmet.
Zunächst arbeitete ich zusammen mit Helga Matthess an diesem neuen diagnostischen Interview. Es entstand eine erste (noch nicht validierte) Fassung, die in Europa unter dem Titel Interview for Dissociative Disorders and Trauma-Related Symptomsverbreitet und in verschiedene Sprachen übersetzt wurde (IDDTS: Boon & Matthess, 2006; Nilson et al., 2019).
Gestützt auf verschiedene theoretische Konzepte zum Thema Dissoziation habe ich seit 2012 an dem strukturierten diagnostischen Interview weitergearbeitet. Es ist im vorliegenden Buch enthalten und trägt den Titel Trauma- und Dissoziationssymptome-Interview (Trauma and Dissociation Symptoms Interview, TADS-I: Boon & Matthess, 2016). Der Teil mit Fragen zu möglicherweise traumabedingten Symptomen ist großenteils so geblieben, wie er war; an Struktur und Inhalt anderer Interviewteile wurden hingegen Veränderungen vorgenommen. Derzeit werden in den Niederlanden Daten aus den ersten 53 Interviews analysiert; an mehreren Orten in Europa, insbesondere in Italien und Polen, laufen Studien, in denen das TADS-I zum Einsatz kommt (Cavalletti et al., 2022; Pietkiewicz et al., 2021).
In den vergangenen 25 Jahren haben sich zunehmend unterschiedliche Positionen dazu entwickelt, was genau unter Dissoziation zu verstehen ist. Wie in Kapitel 1 deutlich werden wird, ist diese Begriffsdiskussion für das Erfassen dissoziativer Symptome und Störungen von großer Bedeutung. Unabhängig von dem Dissoziationsbegriff, auf den sie sich stützen, sollten Klinikerinnen und Kliniker aber im Interview stets sorgfältig nachfragen, um zu klären, welche Bedeutung den von ihren Patientinnen und Patienten genannten Symptombeispielen zukommt. Wenn etwa eine Patientin von Gedächtnisproblemen berichtet, muss ein Kliniker in der Lage sein, Erinnerungslücken, die offenbar auf Absorptionserleben, Tagträumen oder Konzentrationsschwierigkeiten beruhen, von Erinnerungslücken zu unterscheiden, die mit der Aktivität eines dissoziierten Persönlichkeitsanteils zusammenhängen. Außerdem muss er einschätzen können, inwieweit das berichtete Cluster aus dissoziativen (und anderen traumabedingten) Symptomen zu einer im DSM-5 oder in der ICD-11 beschriebenen dissoziativen Störung passt.
Die Neufassung der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Diseases, ICD-11; WHO, 2019) ist nun auch online verfügbar1. Die ICD wird in vielen europäischen Ländern verwendet. Jan Gysi (2020) hat auf Deutsch ein ausgezeichnetes Buch zur Diagnose traumabezogener Störungen gemäß ICD-11 vorgelegt. Wie ich in Kapitel 1 näher erläutern werde, existieren zwischen den zwei psychiatrischen Klassifikationssystemen DSM und ICD weiterhin relevante Unterschiede.
Im DSM-5 sind fünf dissoziative Störungen aufgeführt, in der ICD-11 neun. Im vorliegenden Buch werden all diese dissoziativen Störungen besprochen und an Fallbeispielen veranschaulicht. Der Schwerpunkt liegt auf der DIS und dem ersten Typ der Anderen näher bezeichneten dissoziativen Störung (kurz OSDD-1). Ich werde in diesem Buch immer wieder auf die OSDD-1 zu sprechen kommen, die offenkundige Ähnlichkeiten zur DIS aufweist. In der ICD-11 ist die entsprechende Kategorie die der partiellen DIS. Es gibt zwar Überschneidungen zwischen OSDD-1 und partieller DIS, doch weisen die Kriterien auch einige Unterschiede auf, auf die ich in Kapitel 1 eingehen werde. DIS und OSDD-1 sind die in der klinischen Praxis am häufigsten anzutreffenden dissoziativen Störungen. Zur partiellen DIS liegen noch keine Forschungsdaten vor, weil diese Diagnose erst vor Kurzem Eingang in die ICD-11 fand.
Dieses Buch und das in ihm enthaltene TADS-Interview sind in erster Linie für Klinikerinnen und Kliniker gedacht, die dissoziative Störungen diagnostizieren oder sich die dafür nötigen Kenntnisse aneignen wollen. Falls Sie keine eigenen diagnostischen Untersuchungen durchführen, bietet Ihnen das Buch umfangreiche Informationen, die Ihnen dabei helfen, Patientinnen und Patienten mit dissoziativen Symptomen zu erkennen und sie an spezialisierte Kolleginnen oder Kollegen zu überweisen. Nicht alle klinisch und therapeutisch Tätigen sind in der Lage oder autorisiert, formale psychiatrische Diagnosen zu stellen. Je nach Land sind die Grenzen ihres Tätigkeitsfelds unterschiedlich definiert. Außerdem müssen sie, um dissoziative Störungen diagnostizieren oder ausschließen zu können, über ein breites Wissen zur Psychopathologie verfügen und in der Lage sein, dissoziative Störungen von anderen psychischen Störungen mit eventuell ähnlichen Merkmalen zu unterscheiden.
Schließlich möchte ich betonen, dass die Lektüre eines Buchs zur Diagnostik dissoziativer Störungen keine hinreichende Vorbereitung darauf ist, sie in der konkreten Praxis zuverlässig einzuordnen. Dissoziative Störungen sind oft schwer zu diagnostizieren. Das gilt vor allem dann, wenn Sie bislang nur selten mit ihnen zu tun hatten und noch keine Erfahrung mit ihrer Behandlung sammeln konnten. Eine wesentliche Vorbedingung ist, dass Sie eine spezifische Schulung in der Durchführung eines diagnostischen Interviews wie des TADS-I oder des SCID-D durchlaufen haben. Am lehrreichsten für die Teilnehmenden einer solchen Schulung sind kurze Videoclips von Patientinnen und Patienten mit und ohne dissoziative Störungen. Zur Schulung gehören auch das Einüben der entsprechenden Interviewtechnik und das Erstellen und Besprechen der Videoaufnahme einer Interviewsitzung. Selbst mit 35 Jahren Erfahrung in der Diagnostik dissoziativer Störungen finde ich es in manchen Fällen noch immer sehr schwierig, sie zu erkennen und einzuordnen. Ebenso geht es auch Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich diagnostische Zweifelsfälle diskutiere.
Im ersten der insgesamt elf Kapitel geht es um eine allgemeine Einführung in das Konzept der Dissoziation und in die dissoziativen Störungen, wie sie in DSM-5 und ICD-11 beschrieben sind. Danach werde ich, auch anhand zahlreicher Fallbeispiele, die auf TADS-Interviews beruhen, Schritt für Schritt darlegen, welche Formen dissoziative Symptome im Einzelnen annehmen können, wie ein auf Dissoziationssymptome zielendes Screening durchzuführen ist und wie sich mittels des TADS-I eine dissoziative Störung diagnostizieren lässt. Die letzten vier Kapitel behandeln die Themen Differenzialdiagnose und Anamnese von Trauma-Erinnerungen. Im Folgenden werde ich näher auf den Inhalt der einzelnen Kapitel eingehen.
Neben dem TADS-I sind mehrere Anhänge beigefügt, die die Auswertung des Interviews unterstützen sollen. Einer der Anhänge enthält einen Fragebogen zu fehlangepassten Tagträumen (Somer, Lehrfeld et al., 2016). Um das Ausdrucken und den Zugang zu möglichen aktualisierten Versionen zu erleichtern, ist das TADS-I für alle Leserinnen und Leser auch über einen Link auf der Verlagswebsite verfügbar. Es sei erneut darauf hingewiesen, dass eine entsprechende diagnostische Schulung dringend empfohlen wird.
In Kapitel 1 geht es um die Schwierigkeiten, vor die uns die Diagnose dissoziativer Störungen stellen kann. Die Unterschiede zwischen theoretischen Konzepten der Dissoziation und zwischen diagnostischen Klassifikationssystemen können beträchtliche Verwirrung stiften, ebenso wie die Tatsache, dass die Symptome, die Patientinnen und Patienten mit einer dissoziativen Störung in einer psychiatrischen Ambulanz oder einer therapeutischen Praxis zunächst schildern, typischerweise andere sind als die charakteristischen dissoziativen Symptome. Das Kapitel bietet auch einen Überblick über die Kategorien von dissoziativen Störungen in DSM-5 und ICD-11.
In Kapitel 2 befasse ich mich mit den dissoziativen Symptomen, die auf eine Aufspaltung der Persönlichkeit hinweisen. Anhand von Fallberichten verdeutliche ich, wie Patientinnen und Patienten auf die Fragen des TADS-I zu den einzelnen dissoziativen Symptomen antworten könnten.
Kapitel 3 handelt von Depersonalisations- und Derealisationssymptomen und von anderen Formen der Bewusstseinsveränderung wie Absorptionserleben und Tagträumen. Symptome dieser Art kommen nicht nur bei dissoziativen, sondern auch bei anderen psychischen Störungen sowie in der Allgemeinbevölkerung vor.
In Kapitel 4 gebe ich einen Überblick über die am häufigsten eingesetzten (Selbstbeurteilungs-)Screeningfragebögen zu dissoziativen Symptomen. Ich gehe ausführlich auf die DES ein (Dissociative Experiences Scale), einen von Bernstein und Putnam (1986) entwickelten Selbstbeurteilungsfragebogen. Er ist unter den vorgestellten Screeninginstrumenten das weltweit am häufigsten verwendete, und es liegen viele mit der DES gewonnene Daten vor.
Kapitel 5 beginnt mit einer kurzen Übersicht über die am häufigsten eingesetzten diagnostischen Interviews zu dissoziativen Störungen. Anschließend stelle ich unser neues diagnostisches Interview vor, das TADS-I, und erläutere seine Anwendung.
In Kapitel 6 skizziere ich eine Reihe von Interviews, die ich bei Patientinnen und Patienten mit verschiedenen dissoziativen Störungen durchgeführt habe, um zu veranschaulichen, wie sie jeweils auf die Fragen des TADS-I reagieren.
Die Kapitel 7, 8 und 9 drehen sich um differenzialdiagnostische Schlüsselfragen, die ich anhand von Fallbeispielen zu verschiedenen TADS-I-Symptomprofilen verdeutliche. Ich gehe dabei nicht auf das gesamte Spektrum psychischer Störungen ein, sondern nur auf diejenigen, die mit dissoziativen Störungen häufig verwechselt werden oder in der klinischen Praxis differenzialdiagnostische Fragen aufwerfen können.
Der Fokus von Kapitel 8 liegt auf der Unterscheidung zwischen DIS, OSDD-1 (gemäß DSM-5), partieller DIS (gemäß ICD-11) und Persönlichkeitsstörungen, insbesondere der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Im Hinblick auf die Symptome bestehen zwischen diesen Störungen starke Überschneidungen, und die Störungen können auch in Kombination auftreten. In der klinischen Praxis erweist es sich oft als schwierig, DIS, OSDD-1 und partielle DIS von BPS (ohne komorbide DIS, OSDD-I oder partielle DIS) zu unterscheiden.
In Kapitel 9 geht es um Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen dem im DSM-5 beschriebenen neuen Subtypus der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit dissoziativen Symptomen, der komplexen PTBS laut ICD-11 und den dissoziativen Störungen, insbesondere DIS, OSDD-I und partieller DIS.
Thema von Kapitel 10 sind fälschlicherweise gestellte DIS-Diagnosen. Zwar werden vermutlich mehr falsch negative als falsch positive DIS-Diagnosen gestellt, doch es herrscht beträchtliche Unklarheit darüber, was unter einer DIS genau zu verstehen ist, nicht nur bei Betroffenen, sondern oft auch bei Fachleuten, und die Häufigkeit unzutreffender DIS-Diagnosen nimmt zu. Ein eigener Abschnitt ist falsch positiven und falsch negativen DIS-Diagnosen im forensischen Kontext gewidmet.
In Kapitel 11 befasse ich mich mit der Anamnese traumatischer Erfahrungen und der Erstellung eines Behandlungsplans. Formal gesehen setzt die Diagnose der verschiedenen dissoziativen Störungen – ausgenommen PTBS und kPTBS – zwar nicht die Erfüllung des Kriteriums voraus, dass die Betreffenden traumatisierenden Ereignissen direkt ausgesetzt waren, doch werden dissoziative Störungen, insbesondere die DIS, international als traumabezogene Störungen betrachtet (APA, 2013, 2022; ISSTD, 2011). Wie ich zeigen werde, belegen zahlreiche empirische Studien, insbesondere für die DIS, den Zusammenhang zwischen Trauma und Dissoziation (z. B. Dalenberg et al., 2012; Dalenberg et al., 2014). In diesem letzten Kapitel gehe ich auf die sorgfältige Exploration der Traumavorgeschichte und auf die Instrumente ein, die dafür genutzt werden können. In einem zweiten Abschnitt des Kapitels verdeutliche ich, dass die Diagnose einer dissoziativen Störung nach DSM-5- oder ICD-11 nur der erste Schritt hin zu einem adäquaten Behandlungsplan ist. Ein Individuum lässt sich nicht auf eine Diagnose reduzieren. Um eine korrekte Behandlungsindikation zu stellen, müssen wir eine wesentlich eingehendere diagnostische Prüfung vornehmen. Bedeutsame Faktoren, die in die Behandlungsprognose eingehen, sind Art und Schweregrad der traumatischen Erfahrungen und insbesondere das Ausmaß der erlebten emotionalen Vernachlässigung. Darüber hinaus sind aber viele weitere Faktoren zu berücksichtigen. In Die Behandlung traumabasierter Dissoziation (Steele et al., 2017; dt. 2017) haben wir sie eingehend beschrieben, doch kann ihre Wichtigkeit nicht genug betont werden. Für eine sachgemäße Fallkonzeption, Prognose und Behandlungsplanung müssen sie allesamt berücksichtigt werden.
1 Auf Deutsch bislang nur als Entwurfsfassung (Stand 2024) unter https://is.gd/68vXPE.
Meine Reise durch die Welt der Diagnostik und Behandlung dissoziativer Störungen begann Mitte der 1980er-Jahre. In sie eingeführt hat mich Onno van der Hart, seit 1978 ein sehr geschätzter Kollege. Ohne die unfassbar große Unterstützung, die ich in den letzten Jahren von Onno erfahren habe, wäre dieses Buch nicht zustande gekommen. Er hat jedes Kapitel gelesen und unermüdlich sowohl zum Inhalt als auch zu Formulierungen wertvolle Anregungen gegeben. Er half auch bei Korrekturen an der englischen Version des Buches. Ich bin ihm für seine Mitwirkung und seine stets loyale Unterstützung ungemein dankbar.
Zusammen mit Onno nahm ich Mitte der 1980er-Jahre an den ersten Konferenzen der International Society for Trauma and Dissociation (ISSTD) in Chicago teil, wo wir die Pionierinnen und Pioniere kennenlernten, die uns inspiriert und unterstützt haben: Elizabeth Bowman, Bennett Braun, David Caul (1921–1988), James Chu, Philip Coons, Catherine Fine, Jean Goodwin, Richard Kluft, Richard Loewenstein, Frank Putnam, Colin Ross und Roberta Sachs. Ihre Arbeit war für mich von großer Bedeutung und übte starken Einfluss auf mich aus, und ich werde ihnen immer dankbar sein.
Mit meiner Freundin und Kollegin Nel Draijer führte ich die erste große Studie mit dem SCID-D durch, mit der ich 1993 den Doktorgrad erlangte. Während unserer Forschungsarbeit und in den vielen darauffolgenden Jahren war Nel eine große Stütze für mich. Für ihre hilfreichen Kommentare zu mehreren Kapiteln des vorliegenden Buchs danke ich ihr sehr herzlich.
Desiree Tijdink, Kollegin und Freundin seit 20 Jahren, las und kommentierte sämtliche Kapitel. Für diese Arbeit, mit der sie zur inhaltlichen Verbesserung des Buchs beigetragen hat, bin ich ihr sehr dankbar.
Mit Kathy Steele habe ich (zusammen mit Onno van der Hart) zwei Bücher geschrieben, und die angenehmen gemeinsamen Schreibwochen in den USA und den Niederlanden habe ich dieses Mal sehr vermisst. Durch die Covid-19-Pandemie wären sie aber ohnehin nicht möglich gewesen! Kathy hat jedenfalls von Beginn an darauf bestanden, dies sei mein Projekt, das auf meinem Wissen als Expertin gründe. Dennoch konnte ich auf ihren Rückhalt zählen, und ich schätze unsere Freundschaft und unsere Zusammenarbeit sehr.
Die Entwicklung des TADS-I war ein langer Prozess, der 2006 seinen Anfang nahm. Seitdem haben Kolleginnen und Kollegen in ganz Europa vorherige Versionen des Interviews in verschiedene Sprachen übersetzt und mich eingeladen, Schulungskurse dazu zu geben. Ihre immense Begeisterung und Einsatzfreude, ihre Fragen und Kommentare waren für mich Antrieb und Ansporn, das Buch zum Abschluss zu bringen. Ihnen allen bin ich zu großem Dank verpflichtet für die Arbeit und die Zeit, die sie in die Übersetzungen und in die Organisation der Schulungen gesteckt haben. Viele von ihnen sind zu geschätzten Freundinnen und Freunden geworden, mit denen ich mich regelmäßig über Ideen und Erkenntnisse nicht nur zur Diagnostik, sondern auch zur Behandlung dissoziativer Störungen austausche.
In Deutschland hat Helga Matthess zusammen mit mir den Vorläufer des TADS-I entwickelt, das IDDTS, und dafür bin ich ihr überaus dankbar. Tina Overkamp und Susanne Nick wirkten an späteren Übersetzungen des TADS-I mit. In der Schweiz erarbeitete Jan Gysi mit Kolleginnen und Kollegen eine deutsche Version. In Norwegen waren von Anfang an Ellen Jepsen mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Modum Bad mit dabei, ebenso das Team der Ambulanz von Modum Bad in Oslo, zu dem Ingun Holbaek, Katinka Salveson und Harold Bækkelund zählten. Auch Anne Suokas aus Finnland hat mich von Beginn an bei der Entwicklung des TADS-I unterstützt. Unsere Freundschaft und die vielen Jahre der Zusammenarbeit bedeuten mir viel. Maire Riis übersetzte das TADS-I ins Estnische und organisierte Schulungen; zu ihr besteht seit 2006 eine enge Verbindung. In Schweden führte Doris Nilsson wissenschaftliche Studien mit dem IDDTS durch. Hakan Andersson, Christina Lander, Maud Nilsson und Anna Gerge wirkten an der schwedischen Übersetzung mit, und Anna Gerge organisierte mehrere Schulungen in Stockholm. In Rumänien waren Anca Sabau und ihr Team sowohl an Übersetzungen als auch an Schulungskursen beteiligt. Dasselbe gilt für Ildikó Szabó, Judith Molnár und Zsófia Boytha in Ungarn und für Lise Møller in Dänemark. Ich möchte auch Dolores Mosquera in Spanien danken, zu der es eine wichtige Kooperationsbeziehung gab, aus der eine Freundschaft entstand; auch Annabel Gonzalez und Doris Montalvo Moll schulde ich Dank für ihre Arbeit am TADS-I. Hélène Delucci in Frankreich hat das TADS-I ins Französische übersetzt und mehrere Schulungssitzungen initiiert. Ich danke auch Manoëlle Hopchet in Belgien. Für das Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei übersetzte Hana Voytová das TADS-I und organisierte Schulungssitzungen für slowakische und tschechische Kolleginnen und Kollegen. Ich danke meinen russischen Kolleginnen Elena Kazenaya und Ekaterina Divid, die die ersten Schulungssitzungen zum TADS-I in Moskau organisierten und es übersetzten.
In Italien und Polen existieren zwei sehr aktive Gruppen von Kolleginnen und Kollegen, die auch Studien mit dem TADS-I durchführen und somit einen notwendigen Beitrag zu seiner Validierung leisten. Ich danke Giovanni Tagliavini und Maria Paola Boldrini für ihre Unterstützung und ihr Engagement für das TADS-I und Matteo Cavalletti und seinen Kolleginnen und Kollegen für ihre Untersuchungen und Ideen zur grafischen Darstellung von Auswertungsergebnissen. Ich danke Igor Pietkiewics und Radek Tomalski für ihren Einsatz bei der Übersetzung des TADS-I ins Polnische und der Organisation von Schulungen und Studien in Polen. Unseren regelmäßigen Austausch von Gedanken und Ideen erlebe ich als anregend. Radek Tomalski hat mir auch sehr geholfen, indem er sämtliche Forschungsartikel auftrieb, nach denen ich fragte.
Ich bin im Herzen bei meiner ukrainischen Kollegin Karine Kocharyan und ihren Kollegen und Kolleginnen, die ich 2021 in den diagnostischen Einsatz des TADS-I eingeführt hatte und die jetzt schreckliche Zeiten durchmachen.
Das Fachgebiet der Diagnostik und Behandlung dissoziativer Störungen lebt von der großartigen Arbeit vieler Kolleginnen und Kollegen in Europa und anderen Teilen der Welt. Stellvertretend für all diejenigen, denen mein Dank gilt, möchte ich nennen: Remy Aquarone, Bethany Brand, Richard Chefetz, Catherine Classen, Christine Courtois, Constance Dalenberg, Martin Dorahy, Paul Dell, Janina Fisher, Julian Ford, Steve Frankel, Jennifer Freyd, Steve Gold, Annabel Gonzalez, Jan Gysi, Judith Herman, Elizabeth Howell, Bessel van der Kolk, Ruth Lanius, Giovanni Liotti, Warwick Middleton, Andrew Moskowitz, Dolores Mosquera, Nelleke Nicolai, John O’Neil, Ellert Nijenhuis, Pat Ogden, Clare Pain, Olivier Piedfort-Marin, Simone Reinders, Vedat Şar, Roger Solomon, Eli Somer, David Spiegel, Marlene Steinberg, Eric Vermetten.
In den Niederlanden gibt es noch viele weitere Kolleginnen und Kollegen, die ich hier nicht alle namentlich erwähnen kann. Ich bin euch allen sehr dankbar, nicht nur für eure Unterstützung und euer Interesse, sondern auch für die Freude an der gemeinsamen Arbeit.
Marjolein Runhaar setzte zusammen mit mir die Pilotstudie zum TADS-I um, führte einige der Interviews und half mir bei der Datenerhebung. Die Kooperation mit ihr war inspirierend, und ich bin ihr ungeheuer dankbar für all die freiwillige Arbeit, die sie geleistet hat. Rik Knipschild wirkte kurze Zeit bei der Studie mit und half, die Symptomprofile zu erstellen. Jolanda Treffers integrierte sämtliche Änderungen der verschiedenen holländischen und englischen Versionen des TADS-I, wofür ich ihr einen großen Dank aussprechen will! An der Analyse dieser Pilotstudie haben Willie Langeland, Deborah Okundia Agho und Matteo Cavalletti mitgewirkt (die Veröffentlichung steht kurz bevor; Stand Dezember 2024).
Ein herzlicher Dank geht an meine Verlegerin Carmijn zur Kleinsmiede und an Hilde Merkus und Hanneke Lustig, die das holländische Manuskript lektoriert und ins Englische übersetzt haben. Die Zusammenarbeit mit allen dreien verlief unglaublich gut. Sie haben eine Menge Arbeit investiert und ungeheuer viel dafür getan, dass ein besserer Text entstand. Carmijn will ich insbesondere für ihr großzügiges Bemühen darum danken, auch einen gelungenen englischen Text entstehen zu lassen. Die englische Übersetzung hat Ineke Crezee in Neuseeland lektoriert, wofür ich ebenfalls sehr dankbar bin.
Und schließlich danke ich all den Patientinnen und Patienten, von denen ich seit Ende der 1980er-Jahre so viel gelernt habe. Danke für Ihr Vertrauen, Ihren Mut und Ihre Bereitschaft, die Forschung zum TADS-I zu unterstützen. Ohne Ihre Mitwirkung gäbe es das TADS-I nicht. Ich hoffe sehr, dass dieses Buch und das Interview dazu beitragen werden, dissoziative Symptome besser zu erkennen – denn das ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass wir die adäquate Behandlung anbieten können.
Suzette Boon
August 2022
Hinweis des Übersetzers
Im Vorwort und in der Danksagung wurden durchweg beide Geschlechter genannt, also „Patientinnen und Patienten“, „Klinikerinnen und Kliniker“. Im übrigen Text soll eine andere Lösung für etwas bessere Lesbarkeit sorgen: Soweit es nicht um konkrete Personen und Fallbeispiele geht, steht in Kapiteln mit ungerader Nummer generisches Femininum für die Gruppe der patients, generisches Maskulinum für clinicians, researchers und alle anderen Personengruppen. Für Kapitel mit gerader Nummer gilt das umgekehrte Prinzip.
Das Prinzip des abwechselnden generischen Maskulinmus bzw. Feminismus kommt auch für Forschungsgruppen und Gruppen von Probandinnen und Probanden zur Anwendung. In den meisten Fällen dürften in all diesen Gruppen sämtliche Geschlechter vertreten sein.
Patientinnen mit dissoziativen Störungen werden oft jahrelang in psychiatrischen Einrichtungen oder psychotherapeutischen Praxen behandelt, ohne dass ihre dissoziativen Symptome als solche erkannt werden. Dies gilt insbesondere für Patientinnen mit Dissoziativer Identitätsstörung (DIS) und Anderer näher bezeichneter dissoziativer Störung vom Typ 1 (Other Specified Dissociative Disorder Type 1, OSDD-12). Sie berichten im Allgemeinen nicht von dissoziativen Symptomen, sondern von Symptomen wie Angst, Panik und Depression, von „psychotischen“ Symptomen, von nicht zu klärenden körperlichen Symptomen und von Problemen mit dem Schlafen und Essen. Manche haben zahlreiche erfolglose Behandlungen wegen verschiedener Beschwerden und Störungsbilder hinter sich. Weltweit werden in vielen Ländern bei einer diagnostischen Abklärung dissoziative Störungen nicht in Betracht gezogen. Außerdem haben Kliniker ein unterschiedliches Verständnis dissoziativer Symptome, denn sie treten oftmals im Kontext anderer psychischer Störungen auf. Oft bleiben die im Hintergrund stehenden dissoziativen Störungen unbehandelt oder werden nicht fachgemäß angegangen, sodass die dissoziativen Symptome bestehen bleiben. Das manifeste Leiden, beispielsweise eine Essstörung, wird dann vielleicht zeitweise abklingen, aber nie ganz verschwinden. Das liegt daran, dass potenziell traumabedingte Symptome wie etwa Probleme mit dem Essen oder selbstverletzende Handlungen mit dissoziierten Persönlichkeitsanteilen zusammenhängen können. Wird in einem solchen Fall aber eine dissoziative Störung diagnostiziert, rückt die dissoziative Organisation der Persönlichkeit in den Fokus der Behandlung. Werden dann die verschiedenen Persönlichkeitsanteile in die Behandlung einbezogen, kann dies den Weg zu einer dauerhaften Besserung der Symptome ebnen.
Entsprechend den Leitlinien der International Society for the Study of Trauma and Dissociation (ISSTD, 2011) umfasst die übliche Behandlung dissoziativer Störungen drei Phasen:
Stabilisierung (Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung, Herstellung von Sicherheit, Psychoedukation), Symptomreduktion und Fertigkeitentraining;
Bearbeitung traumatischer Erinnerungen;
(Re-)Integration der Persönlichkeit, Rehabilitation, Trauerbearbeitung, Akzeptieren aller möglichen Folgewirkungen und das Erlernen von Strategien für deren Bewältigung (Brown et al., 1998; ISSTD, 2011; Steele et al., 2017; van der Hart et al., 2006).
Im Verlauf einer auf diesem Modell basierenden Therapie wird es vermutlich häufiger ein Hin-und-her-wechseln zwischen den drei Phasen geben, weil die traumabezogenen Probleme komplexer sind, als es das Schema suggeriert.
Die Forschung hat gezeigt, dass eine phasenorientierte Behandlung Patientinnen hilft, im Alltag besser zurechtzukommen: Sie legen weniger selbstschädigende Verhaltensweisen an den Tag, und die Anzeichen und Symptome von PTBS und Dissoziation lassen nach. Außerdem sinkt die Zahl der Klinikaufenthalte, und es fallen geringere Behandlungskosten an (Brand et al., 2013; Brand & Loewenstein, 2014; Brand, Loewenstein & Spiegel, 2014; Coons & Bowman, 2001; Lanius et al., 2009; Myrick et al., 2017). Wenn die dissoziativen Störungen unbehandelt bleiben, bestehen die dissoziativen Symptome und die damit zusammenhängenden Probleme fort, weil sich an der dahinterstehenden dissoziativen Organisation nichts ändert (Brand, Classen, Lanius et al., 2009).
Dass dissoziative Störungen schwer zu diagnostizieren sein können, liegt an mehreren Faktoren, auf die ich im Folgenden eingehe.
Im DSM-5 ist Dissoziation als Unterbrechung der normalerweise integrativen Funktionen von Bewusstsein, Gedächtnis, Identität, Emotion, Wahrnehmung, Körperrepräsentation, Bewegungssteuerung und Verhalten definiert. Dissoziative Symptome können sich störend auf jeden psychischen Funktionsbereich auswirken (APA, 2013, S. 291; 2022, S. 329).
Das Spektrum von Auffassungen, was unter „Dissoziation“ zu verstehen ist, ist nach wie vor breit. Der Begriff erscheint vage und unklar und wird manchmal auch kontrovers diskutiert. Als Nel Draijer und ich in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren unsere Studien mit dem Structured Clinical Interview for Dissociative Disorders (SCID-D; dt. Fassung: Strukturiertes klinisches Interview für dissoziative Störungen, SKID-D) begannen (Boon & Draijer, 1993a, 1993b), bildeten laut dem vorherrschenden Modell Dissoziationsphänomene ein Kontinuum, das vom „Normalen“ bis hin zum „Pathologischen“ reicht (Bernstein & Putnam, 1986; Cardeña, 1994; Carlson & Putnam, 1993). In der Mehrzahl der einschlägigen Studien wurde damals die Dissociative Experiences Scale(DES; Bernstein & Putnam, 1986; dt. Fragebogen zu dissoziativen Symptomen) eingesetzt, ein 28 Items umfassender Selbstbeurteilungsfragebogen. Er stützt sich auf die Vorstellung eines Kontinuums und enthält folgende Subskalen: Absorptionserleben, Depersonalisation / Derealisation und Amnesie.
Im Jahr 1996 erschien eine Studie, in der die DES-Taxon (DES-T) zum Einsatz kam. Untersucht wurde, mit welchen der in der DES erfassten Symptome sich dissoziative Störungen am besten von anderen Störungen unterscheiden lassen (Waller et al., 1996). Die Kurzform DES-T besteht aus acht ausgewählten DES-Items; sie dient der Erfassung „pathologischer“ Dissoziation. Die Studie stützte die Vorstellung, dass zwei Kontinuen existieren, nämlich das der „normalen“ und das der „pathologischen“ Dissoziation. Derzeit wird intensiv darüber diskutiert, ob es diese zwei Kontinua tatsächlich gibt und wie sie zusammenhängen könnten (Dalenberg & Paulson, 2009; Dalenberg et al., 2022; Leavitt, 1999). Ausgehend von eigenen Forschungsarbeiten vertritt Constance Dalenberg die Auffassung: Absorptionserleben könnte ein Substrat pathologischer Dissoziation sein, denn pathologische dissoziative Symptome weisen eine hohe Korrelation mit den Werten für Absorptionserleben bei Patientinnen auf, deren Werte innerhalb der Bandbreite der DES-Taxon liegen (Dalenberg & Paulson, 2009; Dalenberg et al., 2022; Spiegel et al., 2011). Aus einer solchen Korrelation lässt sich aber nicht ableiten, ob es eine gemeinsame Ausgangsbasis für beide Arten von Symptomen gibt.
Nach wie vor orientieren sich weltweit viele Kliniker an der Kontinuum-Hypothese, obwohl viele Wissenschaftler sie in Zweifel ziehen (Boon & Draijer, 1993a, 1995a; van der Hart & Dorahy, 2009; Holmes et al., 2005; Steele et al., 2009; Steele et al., 2022; Nijenhuis, 2015; Rodewald, Dell et al., 2011; van der Hart, 2021; van der Hart et al., 1991, 2006). Laut der Kontinuum-Hypothese umfasst „normale Dissoziation“ Phänomene wie Tagträumen, „Autobahntrance“ und Absorptionserleben, also z. B. das völlige Vertieftsein in ein Buch, in Musik, in einen Film oder in die eigenen Gedanken oder Fantasien. Dagegen sind mit „pathologischer Dissoziation“ Phänomene wie massive Erinnerungslücken, Identitätswechsel und Intrusionen dissoziierter Anteile, aber auch extreme Ausprägungen von Depersonalisation und Derealisation gemeint. Manche dieser Symptome lassen sich auch von außen beobachten, doch viele sind nur aus Schilderungen des subjektiven Erlebens abzuleiten. Intrusionen dissoziierter Persönlichkeitsanteile, etwa in die Exekutivfunktionen oder in das Selbstbild, werden auch als pathologische Kernsymptome einer DIS betrachtet (Dell, 2009a, 2009b). Pathologische dissoziative Symptome sind für alle dissoziativen Störungen kennzeichnend, insbesondere für DIS und OSDD-1 (im DSM-IV noch als „dissoziative Störung, nicht näher bezeichnet, Beispiel 1“ klassifiziert [Dissociative Disorder Not Otherwise Specified, subtype 1; DDNOS-1]) (Bernstein & Putnam, 1986; Butler, 2004, 2006; Dalenberg & Paulson, 2009; Waller, Putnam & Carlson, 1996).
Instrumente wie die DES beschreiben und erfassen qualitativ unterschiedliche Phänomene – sowohl solche des Absorptionserlebens als auch Symptome, die mit einer Aufspaltung der Persönlichkeit verknüpft sind. Deshalb können Studien, die auf diesen häufig verwendeten Selbstbeurteilungsfragebogen zurückgreifen, für beträchtliche Verwirrung sorgen, wenn sie aus den Ergebnissen allgemeine Aussagen zu Vorliegen und Schweregrad dissoziativer Symptome ableiten. Hohe Punktwerte in der DES können allein auf Absorptionserleben und auf einigen Depersonalisations-symptomen beruhen, ohne dass Symptome gegeben sind, die auf eine Aufspaltung der Persönlichkeit hinweisen.
Wie ich im Vorwort bereits dargelegt habe, stießen wir Anfang der 1990er-Jahre im Verlauf unserer Forschungsarbeit mit dem SCID-D (Boon & Draijer, 1993a, 1993b) auf qualitative Unterschiede in den Beschreibungen dissoziativer Symptome von Patientinnen mit DIS oder DDNOS, im Vergleich zu Beschreibungen einer Kontrollgruppe oder von Patientinnen mit anderen psychischen Störungen (Boon et al., 1995a; 1993a). Die Symptombeschreibungen fielen in der Kontrollgruppe zum großen Teil unbestimmter und vielfältiger aus. Zum einen hatten die angegebenen Gedächtnisprobleme hauptsächlich mit Absorptionserleben zu tun, zum anderen unterschieden sich die Beschreibungen von Depersonalisation und Depression auch qualitativ von den Beispielen, die Patientinnen mit DIS oder DDNOS nannten. Eine Patientin mit einer Persönlichkeitsstörung etwa äußerte auf die Frage hin, ob sie sich manchmal von sich selbst entfremdet fühle: Wenn ich gestresst oder sehr müde bin, fühle ich mich ein wenig benebelt, so als wäre ich nicht ganz bei mir, und mache die Dinge irgendwie automatisch. Eine andere Patientin schilderte, als sie gefragt wurde, ob sie manchmal das Zeitgefühl verliere, ihr Erleben wie folgt: Manchmal bin ich in Gedanken verloren und achte nicht auf die Zeit, und dann ist es plötzlich viel später, und die Zeit ist vergangen, ohne dass ich das mitbekommen habe.
Demgegenüber beschrieben alle Patientinnen mit DIS oder DDNOS sehr eindeutige Beispiele für Symptome, die auf eine Aufspaltung der Persönlichkeit hinwiesen. Als sie nach Fremdheitserfahrungen gefragt wurde, antwortete eine Patientin: Manchmal fühlt es sich an, als sei ich nicht in meinem Körper. Ich bin außerhalb und sehe mir aus der Entfernung zu, zum Beispiel beim Einkaufen. An den Beispielen dafür, wie sie „das Zeitgefühl verlor“, wurde deutlich, dass dabei ein anderer dissoziierter Anteil aktiv war: Oft bekomme ich nicht genau mit, was ich den Tag über so mache, und dann will ich einkaufen gehen und merke plötzlich, dass der Kühlschrank ja schon voll ist! Solche deutlichen Unterschiede, wie sie zwischen den genannten Beispielen zu erkennen sind, ließen uns die Validität des Kontinuum-Modells hinterfragen (Boon & Draijer, 1993a; 1995a, 2013). Auch viele andere Kollegen haben ähnliche Zweifel geäußert (Holmes et al., 2005; Nijenhuis, 2015; Rodewald, Dell et al., 2011; Steele et al., 2009; van der Hart & Dorahy, 2009; van der Hart et al., 2006).
Holmes et al. (2005) plädierten dafür, von zwei qualitativ verschiedenen Formen der Dissoziation zu sprechen: Losgelöstsein (detachment) und Kompartmentalisierung der Erfahrung (compartmentalization; manche sprechen auch von „Aufspaltung der Persönlichkeit“, siehe van der Hart et al., 2006). Holmes zufolge sind Symptome wie Depersonalisation und Derealisation mit der Dissoziationsform des Losgelöstseins verknüpft. Sie treten innerhalb eines Kontinuums auf, das von relativ milden und kurzzeitigen bis hin zu chronischen und schwergradigen Ausprägungen wie etwa bei der Depersonalisations-Derealisationsstörung reicht. Der Dissoziationsform der Kompartmentalisierung sind Symptome wie dissoziative Amnesie, ungeklärte oder „pseudoneurologische“ Symptome (somatoforme dissoziative Symptome) und Pseudohalluzinationen zugeordnet, die auf eine Aufspaltung der Persönlichkeit hindeuten.
Andere Kliniker fassen auch Losgelöstsein (detachment) als ein dissoziatives Phänomen auf (Liotti, 1992, 2009; Farina et al., 2019), wobei Liotti (ibid.) auf den Zusammenhang zwischen Dissoziation und desorganisierter Bindung eingeht. Frühe Erfahrungen von unsicherer oder desorganisierter Bindung können dazu führen, dass die Person im späteren Leben im Kontakt mit anderen das Gefühl hat, „nicht da zu sein“, oder dass sie im Bemühen, Distanz zu wahren, den Grad ihrer Bewusstheit absenkt (Draijer & Langeland, 1999).
Ausgehend vom Konzept zweier qualitativ verschiedener Formen der Dissoziation wurde ein neues diagnostisches Screening-Instrument entwickelt, mit dem sie sich genauer prüfen lassen: das Detachment and Compartmentalization Inventory (DCI: Butler et al., 2019). Chandele Butler und ihre Kollegen betonen allerdings, dass sie mit der Entwicklung dieses Selbstbeurteilungsfragebogens keine Diskussion darüber anstoßen wollten, was als Dissoziation zu bezeichnen ist und was nicht. Vielmehr sei es ihnen um die Frage gegangen, ob Losgelöstsein und Kompartmentalisierung tatsächlich unterschiedliche Formen von „Dissoziation“ sind.
Van der Hart, Nijenhuis und Steele vertreten in diesem Punkt die radikalste Position. In Anknüpfung an die Theorie Pierre Janets (1889, 1907) sprechen sie von struktureller Dissoziation der Persönlichkeit und verwenden den Begriff Dissoziation somit nur für eine tatsächliche Aufspaltung der Persönlichkeit (van der Hart et al., 2006; van der Hart, 2021). Außerdem differenzieren sie grundlegend zwischen dissoziierten Persönlichkeitsanteilen, die in traumatischen Erfahrungen („in der Traumazeit“) verhaftet sind – den sogenannten Emotionalen Persönlichkeitsanteilen (EP) –, und Anteilen, die auf das Funktionieren im Alltag fokussiert sind – den Anscheinend Normalen Persönlichkeitsanteilen (ANP). Sie unterscheiden drei Schweregrade der strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit (siehe Abbildung 1.1). Der erste Grad ist eine primäre strukturelle Dissoziation, wie sie bei einer PTBS oder einer weniger komplexen somatoformen dissoziativen Störung vorliegt und bei der der eine von zwei Persönlichkeitsanteilen (der sich auf einer sehr rudimentären Entwicklungsstufe befinden kann) in der Traumazeit stecken geblieben ist, während der andere Anteil sich um das Funktionieren im Alltag kümmert. Der zweite Grad, die sekundäre strukturelle Dissoziation, ist dadurch gekennzeichnet, dass es mehrere Anteile gibt, die in der Traumazeit verharren (EPs), und einen Anteil, der für das Funktionieren im Alltag zuständig ist (ANP). Dies entspricht der Situation bei komplexer PTBS, OSDD-1 und partieller DIS. Der dritte und laut dem Modell komplexeste Grad der tertiären strukturellen Dissoziation entspricht einer DIS mit mehreren Persönlichkeitsanteilen, die Aufgaben und Funktionen im Alltag übernehmen (ANPs), und mehreren Anteilen, die in der Traumazeit feststecken (EPs).
Abbildung 1.1:
Drei Grade einer strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit: primäre, sekundäre und tertiäre strukturelle Dissoziation
Mit Modifikationen übernommen aus: van der Hart, O. (2000), Psychic trauma: The disintegrating effects of overwhelming experience on mind and body (66th Beattie Smith Lecture, University of Melbourne, Department of Medicine)
Über dieses Buch
Vorwort
Vorgeschichte
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Aufbau des Buchs
Dank
1. Dissoziative Störungen gemäß DSM-5 und ICD-11: Kriterien und Zuordnungsprobleme
1.1 Einleitung
1.2 Schwierigkeiten bei der Diagnose dissoziativer Störungen
Unterschiedliche Definitionen des Dissoziationsbegriffs
Zwei unterschiedliche psychiatrische Klassifikationssysteme
Hohes Maß an Komorbidität
Unzureichende diagnostische Schulung
Fehlende Behandlungsmöglichkeiten
1.3 Diagnostische Kriterien für dissoziative Störungen in DSM-5 und ICD-11
Dissoziative Identitätsstörung (DIS)
Schwierigkeiten bei der Diagnostik einer DIS
Mit dem Kriterium „Persönlichkeitszustand“ verbundene Probleme in DSM-5 und ICD-11
Das klinische Erscheinungsbild einer DIS
Depersonalisations-Derealisationsstörung
Andere näher bezeichnete dissoziative Störung (Other Specified Dissociative Disorder, OSDD), OSDD-1 und partielle DIS
Nicht näher bezeichnete dissoziative Störung
Dissoziativ-neurologische Symptomstörungen laut ICD-11
Dissoziative Trance-Störung laut ICD-11
Trance-Besessenheits-Störung laut ICD
2. Dissoziationssymptome, die auf eine Aufspaltung der Persönlichkeit hinweisen
2.1 Einleitung
2.2 Im diagnostischen Prozess zu beachtende Punkte
Nachfragen bei unklaren oder mehrdeutigen Antworten
Widersprüchliche Antworten auf Interviewfragen
Nonverbale Anzeichen für Anspannung im Interview
Suggestivfragen vermeiden
2.3 Fragen nach Symptomen, die auf eine Aufspaltung der Persönlichkeit hinweisen können
2.4 Psychoforme (kognitiv-emotionale) dissoziative Symptome
Amnesie
Depersonalisation und Derealisation
Fertigkeiten einbüßen oder über unvertraute Fertigkeiten verfügen
Schneider’sche Symptome
2.5 Somatoforme (sensorisch-motorische) Dissoziationssymptome
Verlust von Körperfunktionen
Symptome, die von Intrusionen dissoziierter Persönlichkeitsanteile herrühren
2.6 Ermitteln, ob dissoziierte Persönlichkeitsanteile aktiv sind
Debatte um das Konzept dissoziierter Persönlichkeitsanteile
Resümee
3. Andere Veränderungen des Bewusstseins
3.1 Einleitung
3.2 Depersonalisation und Derealisation
Beispiele für Depersonalisation und Derealisation
Abklärung von Depersonalisations- und Derealisationssymptomen
3.3 Absorptionserleben
Beispiele für Absorptionserleben
3.4 Tagträume
Beispiele für Tagträumen
3.5 Tranceerfahrungen
Beispiele für Tranceerfahrungen
4. Selbstbeurteilungsfragebögen für das Screening auf dissoziative Symptome
4.1 Einleitung
4.2 Wann ist ein Screening angezeigt?
4.3 Screening-Instrumente
Dissociative Experiences Scale (DES)
Fallbericht: Einbindung der DES in ein klinisches Interview
DES-Taxon (DES-T)
Dissoziations-Fragebogen (Dissociation Questionnaire, DIS-Q)
Fragebogen zu somatoformen Dissoziationen (Somatoform Dissociation Questionnaire, SDQ-20)
Cambridge Depersonalization Scale (CDS)
Multidimensionales Inventar dissoziativer Symptome (Multidimensional Inventory of Dissociation, MID)
Dissociative Symptoms Scale (DSS)
Detachment and Compartmentalization Inventory (DCI)
Resümee
5. Das TADS-I in der Praxis
5.1 Einleitung
5.2 Strukturierte Interviews
Dissociative Disorder Interview Schedule (DDIS)
Structured Clinical Interview for DSM-IV Dissociative Disorders, Revised (SCID-D-R)
5.3 Das Trauma- und Dissoziationssymptome-Interview (TADS-I)
Entwicklung des TADS-Interviews
Gliederung des TADS-I
5.4 Durchführung des TADS-I
Praktische Leitlinien für die Durchführung des TADS-I
5.5 Einschätzung von (möglicherweise) traumabezogenen Symptomen: Teil 2 des TADS-I
Essprobleme: Fragen 10–22
Schlafprobleme: Fragen 23–39
Resümee zu den Fragen 23–39
Stimmung und Emotionsregulation: Fragen 40–57
Angst und Panik: Fragen 58–66
Selbstverletzendes Verhalten bzw. selbstschädigende Handlungen: Fragen 67–72
Selbstbild und Identität: Fragen 73–85
Beziehungen zu anderen: Fragen 86–94
Sexualität: Fragen 95–105
Zusammenfassende Betrachtung der Fragen zu (möglicherweise) traumabezogenen Symptomen
5.6 Einschätzung von Veränderungen des Bewusstseins: Teil 3 des TADS-I
5.7 Einschätzung somatoformer Dissoziationssymptome: Teil 4 des TADS-I
5.8 Einschätzung psychoformer Dissoziationssymptome: Teil 5 des TADS-I
5.9 Auswertung des TADS-I
6. Falldarstellungen zu dissoziativen Störungen
6.1 Einleitung
6.2 Fallbericht 1: Patientin mit DIS
Allgemeines
(Möglicherweise) traumabezogene Symptome
Veränderungen des Bewusstseins
Somatoforme dissoziative Symptome
Psychoforme Dissoziationssymptome
Diagnostische Überlegungen
6.3 Fallbericht 2: DIS-Patientin mit hohem psychischem Funktionsniveau, die zunächst das klinische Erscheinungsbild einer partiellen DIS bot
Allgemeines
(Möglicherweise) traumabedingte Symptome
Veränderungen des Bewusstseins
Somatoforme Dissoziationssymptome
Psychoforme dissoziative Symptome
Diagnostische Überlegungen
Weiterer Verlauf
6.4 Fallbericht 3: Patientin mit OSDD-1 (DSM-5) beziehungsweise partieller DIS (ICD-11)
Allgemeines
(Möglicherweise) traumabedingte Symptome
Veränderungen des Bewusstseins
Somatoforme dissoziative Symptome
Psychoforme dissoziative Symptome
Diagnostische Überlegungen
6.5 Fallbericht 4: Patient mit Depersonalisations- Derealisationsstörung
Allgemeines
(Möglicherweise) traumabedingte Symptome
Veränderungen des Bewusstseins
Somatoforme dissoziative Symptome
Psychoforme dissoziative Symptome
Diagnostische Überlegungen
6.6 Fallbericht 5: Patientin mit einer dissoziativen Störung mit neurologischen Symptomen (ICD-11) bzw. Konversionsstörung mit Krampfanfällen (DSM-5)
Allgemeines
(Möglicherweise) traumabedingte Symptome
Veränderungen des Bewusstseins
Somatoforme dissoziative Symptome
Psychoforme dissoziative Symptome
Diagnostische Überlegungen
Resümee
7. Schwierigkeiten der Differenzialdiagnose von DIS, partieller DIS und OSDD-1
7.1 Einleitung
7.2 Varianten der Erscheinungsbilder von DIS, OSDD-1 und partieller DIS
Erscheinungsbild 1: Eine klassische DIS mit tertiärer struktureller Dissoziation
Erscheinungsbild 2: Anfängliches Erscheinungsbild einer DIS
Erscheinungsbild 3: DIS mit sekundärer struktureller Dissoziation
Erscheinungsbild 4: DIS mit vollständig ausgeprägter Co-Bewusstheit
Mit der diagnostischen Kategorie OSDD-1 verbundene Schwierigkeiten
7.3 Schizophrenie und psychotische Störungen
Trauma, Dissoziation, Psychose und Schizophrenie
Psychotische Störungen und DIS: Überschneidungen und Unterschiede
Qualitative Unterschiede beim Symptom Stimmenhören
Unterschiede im Inhalt von Wahnvorstellungen und Halluzinationen
Fallbericht: Ein Patient mit Schizophrenie
7.4 Depressive Störungen
7.5 Bipolare und verwandte Störungen
Fallbericht: Eine Patientin mit Bipolar-II-Störung
7.6 Angststörungen und Zwangsstörung
Fallbericht: Eine Patientin mit chronischen Angstsymptomen
7.7 Substanzbezogene Störungen
Daten zu dissoziativen Symptomen bei alkohol- und / oder drogenabhängigen Menschen
Daten zu Alkohol- und Drogenabhängigkeit bei Patientinnen mit dissoziativen Störungen
Implikationen für die Diagnostik
7.8 Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
7.9 Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)
7.10 Geschlechtsdysphorie
Resümee
8. DIS und OSDD-1 von der Borderline-Persönlichkeitsstörung abgrenzen
8.1 Einleitung
8.2 Studien zur BPS als einer komorbiden Störung von dissoziativen Störungen
8.3 Forschung zu dissoziativen Symptomen und dissoziativen Störungen bei Patienten mit BPS
8.4 Was allgemein für die Abgrenzung dissoziativer Störungen (mit oder ohne BPS) von einer BPS zu beachten ist
8.5 BPS-Patienten ohne komorbide PTBS
TADS-I-Profil für BPS-Patienten ohne PTBS oder kPTBS
Fallbericht: Eine Patientin mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)
TADS-I-Profile anderer Persönlichkeitsstörungen
Fallbericht: Ein BPS-Patient mit antisozialen und narzisstischen Zügen
Resümee
9. Dissoziativer Subtyp der PTBS gemäß DSM-5 und komplexe PTBS gemäß ICD-11
9.1 Einleitung
9.2 DIS, OSDD-1 und dissoziativer Subtyp der PTBS im DSM-5
9.3 Komplexe PTBS gemäß ICD-11
Geschichte des kPTBS-Konzepts
kPTBS-Kriterien in der ICD-11
9.4 DIS, partielle DIS und kPTBS in der ICD-11
9.5 Beispiele von Patientinnen, bei denen im TADS-I eine kPTBS gemäß ICD-11 festgestellt oder ausgeschlossen wurde
Fallbericht: Eine Patientin mit kPTBS (gemäß ICD-11)
Fallbericht: Ein Patient mit dissoziativem Subtyp einer PTBS (DSM-5), aber keiner kPTBS (ICD-11)
Abgrenzung der kPTBS von der partiellen DIS (ICD-11) und des dissoziativen Subtyps der PTBS von der OSDD-1 (DSM-5)
Fallbericht: Eine Patientin mit dissoziativem Subtyp einer PTBS, einer kPTBS oder einer partiellen DIS?
Resümee
10. Unzutreffende (falsch positive) DIS-Diagnosen und vorgetäuschte oder imitierte DIS
10.1 Einleitung
10.2 Ältere Studien
10.3 Mit dem TADS-I gewonnene Erkenntnisse
10.4 Zur Phänomenologie von Patienten mit falsch positiver DIS-Diagnose: Auf dem TADS-I basierende Fallberichte
Fallbericht 1: Falsch positive DIS-Diagnose bei einer Patientin mit Bipolar-I-Störung
Fallbericht 2: Falsche DIS-Diagnose bei einer Patientin mit Borderline-Persönlichkeitsstörung
Fallbericht 3: Imitierte DIS
Fazit zu den drei Fallberichten
10.5 Untersuchungsergebnisse mit Patienten besprechen
10.6 Echte versus imitierte DIS in der forensischen Psychiatrie
Dissoziationssymptome und dissoziative Störungen in der forensischen Psychiatrie
Die Situation in den Niederlanden
Fallbericht: Als Simulation verkannte echte Amnesie
10.7 Unzutreffende Diagnosen einer imitierten DIS
Resümee
11. Traumatische Kindheitserfahrungen erfassen: Anamnese und Konsequenzen für die Behandlung
11.1 Einleitung
11.2 Traumatisierung in der Kindheit
Unterlassungs- versus Begehungshandlungen
Traumatisierung durch ein einmaliges Ereignis oder durch lang anhaltende oder sich wiederholende Ereignisse
11.3 Erhebung einer Trauma-Anamnese
Selbstbeurteilungsfragebögen
Bei der Anamnese traumatischer Erfahrungen zu beachtende allgemeine Gesichtspunkte
Das Strukturierte Trauma-Interview (STI)
11.4 Für einen guten Behandlungsplan braucht es mehr als die diagnostische Klassifikation einer dissoziativen Störung
Eine zutreffende Diagnose bahnt den Weg zu einer adäquaten Behandlung
11.5 Prognose- und Indikationsstellung
Das diagnostische Viereck: Ein Werkzeug für die Fallkonzeptualisierung
Weitere für die Prognosestellung und Behandlungsplanung relevante Faktoren
11.6 Abschließende Bemerkungen
Epilog
Anhang 1: Symptomprofile zum TADS-I
SYMPTOMPROFIL 1: Substanzmissbrauch – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 2: Essprobleme – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 3: Schlafprobleme – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 4: Stimmung und Emotionsregulation – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 5: Angst und Panik – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 6: Selbstverletzendes Verhalten – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 7: Selbstbild und Identität – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 8: Beziehungen zu anderen – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 9: Sexualität – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 10: Veränderungen des Bewusstseins – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 11: Symptome somatoformer Dissoziation – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 12: Psychoforme Dissoziationssymptome – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 13: Schneider’sche Symptome – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 14: Symptome, die (möglicherweise) auf eine Aufspaltung der Persönlichkeit hinweisen – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 15: Dissoziierte Persönlichkeitsanteile – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 16: PTBS nach dem DSM-5 – TADS-I, Version 1.13
SYMPTOMPROFIL 17: Komplexe PTBS nach der ICD-11 – TADS-I, Version 1.13
Anhang 2: Symptomprofile für dissoziative Störungen im DSM-5
Dissoziative Identitätsstörung
Dissoziative Amnesie
Depersonalisations-Derealisationsstörung
Andere näher bezeichnete dissoziative Störung
Nicht näher bezeichnete dissoziative Störungen
Anhang 3: Symptomprofile für dissoziative Störungen in der ICD-1124
Dissoziative Störungen
Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer dissoziativen Fugue
Anhang 4: Dissociative Experiences Scale-II (DES-II)
Aus einer Faktorenanalyse der DES abgeleitete Subskalen
Items mit der besten Diskriminierungsfähigkeit
DES-Taxon (DES-T)
Anhang 5: Skala zu maladaptiven Tagträumen (16 Items, MDS-16)
Trauma- und Dissoziationssymptome-Interview (TADS-I)
Anleitung für Befrager*innen
TEIL 1
BIOGRAFISCHE INFORMATIONEN
PSYCHIATRISCHE ODER PSYCHOTHERAPEUTISCHE BEHANDLUNGEN / ANAMNESE
Substanzgebrauch UND MEDIKAMENTE
TEIL 2: (MÖGLICHERWEISE) TRAUMABEZOGENE SYMPTOME
ESSprobleme
SCHLAFprobleme
STIMMUNG UND EMOTIONSREGULATION
ANGST und PANIK
SELBSTVERLETZENDES VERHALTEN
SELBSTBILD UND IDENTITÄT
BEZIEHUNGEN ZU ANDEREN
SEXUALITÄT
TEIL 3: VERÄNDERUNGEN DES BEWUSSTSEINS
DEPERSONALISATION
DEREALISATION
ABSORPTIONSERLEBEN, TRANCE UND TAGTRÄUME
TEIL 4: KÖRPERLICHE BESCHWERDEN, SOMATOFORME DISSOZIATION
MEDIZINISCHE / SOMATISCHE VORGESCHICHTE
TEIL 5: PSYCHOFORME DISSOZIATIONSSYMPTOME
AMNESIE
SCHNEIDER’SCHE SYMPTOME / INTRUSIONEN
SYMPTOME, DIE AUF EINE AUFSPALTUNG DER PERSÖNLICHKEIT HINWEISEN
DISSOZIIERTE PERSÖNLICHKEITSANTEILE
ANHANG ZUM TADS-I
VERDACHT AUF IMITATION VON DIS (ODER AUF EINE DURCH ANDERE GESTELLTE FALSCH POSITIVE DIAGNOSE EINER DISSOZIATIVEN STÖRUNG)
Literatur
Index
Über die Autorin
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