Die diskrete Gesellschaft - Dieter A. Binder - E-Book

Die diskrete Gesellschaft E-Book

Dieter A. Binder

4,8

Beschreibung

Der Zeithistoriker Dieter Binder hat als Nicht-Freimaurer einen wertfreien Zugang zum Thema Freimaurerei. Historisch penibel werden Stärken und Schwächen dieses weltumspannenden Bundes dargestellt. Geschichte und Rituale werden eingehend kommentiert. Philosophische und psychologische Hintergründe der Bruderschaft werden ausführlich dokumentiert, Systeme und Lehrarten charakterisiert. Ein wertvoller Beitrag zum besseren Verständnis dieser "diskreten Gesellschaft".

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Dieter A. Binder

Die diskrete Gesellschaft

Dieter A. Binder

Die diskrete Gesellschaft

Geschichte und Symbolik der Freimaurer

Edition zum rauhen Stein

 

 

Editorische Notiz

Das vorliegende Werk von Dieter Binder gilt als Standardwerk in der Freimaurerliteratur. In die überarbeitete und ergänzte Neuauflage sind die jüngsten Forschungsergebnisse eingeflossen; eine wertvolle Bereicherung der Edition zum rauhen Stein.

Michael Kernstock, Herausgeber

© 2004 by Studienverlag Ges.m.b.H., Amraser Straße 118, A-6020 Innsbruck

e-mail: [email protected]

Internet: www.studienverlag.at

Buchgestaltung nach Entwürfen von Kurt Höretzeder Satz: Studienverlag/Tommi Bergmann Umschlag: Studienverlag/Günther Reinalter

Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.ddb.de> abrufbar.

ISBN 978-3-7065-5761-0

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder in einem anderen Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Dieses Buch erhalten Sie auch in gedruckter Form mit hochwertiger Ausstattung in Ihrer Buchhandlung oder direkt unter www.Studienverlag.at.

Inhalt

Vorworte

Teil I: Geschichte

Entstehungstheorien

Gründungsphase der modernen Freimaurerei

Freimaurerei und Aufklärung

Die Mobilisierung der Gegner

Die Bulle “Providas Romanorum Pontificum“

Aufklärung versus Vorromantik

Die „säkularisierten“ Angriffe

Das 19. Jahrhundert – die Antiklerikalen und die Antimodernisten

Die Bulle „Humanum genus“

Die lagerüberschreitende Antifreimaurerei

Die Versachlichung der Beziehungen – Der Codex Iuris Canonici

Die säkularisierte Antifreimaurerei

Totalitarismus und Freimaurerei

Die neue Gesprächsbasis zwischen Kirche und Freimaurerei

Das II. Vatikanum

Die „Declaratio de associationibus massonicis“

Die Haltung der anderen Kirchen

Bruchzonen

Freimaurerei nach 1945

Die Wiederkehr des Lichts

Eine vorläufige Schlußbetrachtung

Teil II: Der Weg zur Meisterschaft

Die Alten Pflichten

Selbstdefinitionen der Freimaurerei

Der Minimalkonsens

Der Weg des Suchenden

Die Ritualfähigkeit

Die Enttäuschung – Freimaurerische Selbstzeugnisse

Die Enttäuschung – Antifreimaurerischer Agitationsbehelf

Der Lehrling – Die Lichtgebung

Voraussetzungen

Das Prüfungsverfahren

Vor der Lichterteilung

Die Lehrlingsreisen

Das Gelöbnis – Der Eid

Der „Bruder Lehrling“

„Ich habe den Flammenden Stern gesehen“

Vor der Beförderung

Die Beförderung

Die Gesellenreise

Das Gelöbnis

Der Geselle

„Die Söhne der Witwe“

Vor der Erhebung

Die Erhebung

Die Reisen

Das Gelöbnis

Die Hiramslegende

Die Erhebung

Der Meister

Ausblick

Ein politischer Ausblick

Die „Hochgrade“

Begriffe und Symbole der Freimaurerei

Anmerkungen

Teil I

Teil II

Anhang

Quellen- und Literaturverzeichnis

Personenregister

Bildquellenverzeichnis

Vorwort

Zusammenschlüsse, Gruppenbildungen, Männerbünde, die sich bewußt abgrenzen, waren und sind immer wieder Anstoß für Vermutungen, Gerüchte und im schlimmsten Falle für Verschwörungstheorien. Freimaurerei, Service Clubs oder der CV werden dann je nach Standpunkt des Betrachters zu vorsintflutlichen anachronistischen Vereinen, zu Protektionsmechanismen, zu geselligen Kegelklubs oder zu sinistren Beherrschern des Staates, wenn nicht gar der ganzen Welt. Je diskreter die Mitgliedschaft gehandhabt wird, desto größer wird häufig der Erwartungshorizont des Außenstehenden; ob er nun grundsätzlich positiv oder negativ eingestellt ist, spielt dabei kaum eine Rolle.

Die Freimaurerei als klassische diskrete Gesellschaft stand nahezu seit ihrer Gründung im Zentrum derartiger Vermutungen und Spekulationen. Ähnlich wie die Juden mußten sie immer wieder als des Rätsels Lösung herhalten; komplizierte wirtschaftliche oder soziale oder politische Entwicklungen, die für den Zeitgenossen schwer verständlich waren, wurden damit auf ein griffiges Schlagwort reduziert: Die Freimaurer waren es, die die Französische Revolution und die Schreckensherrschaft der Jakobiner organisierten, die Freimaurer waren es, die den Ersten Weltkrieg auslösten, die Freimaurer waren es, die die Weltwirtschaftskrise für ihre Zwecke der Bereicherung nutzten, die in Rußland den Bolschewismus trugen und die die New Yorker Börse beherrschten. Ab und zu verboten sie sich dann – zwecks Tarnung – auch noch selbst. Und immer waren sie es, die die Karriere des Betrachters stoppten und für beunruhigende Nachrichten sorgten. Und weil ein Sündenbock zu gering war oder vielleicht doch zu überspannt wirkte, suchte man nach weiteren. Ein erfolgloser deutscher General – Erich Ludendorff – faßte u. a. diese Bilder, den Nationalsozialisten vorarbeitend, wenig originell zusammen: Freimaurer, Juden und Jesuiten.

Natürlich gab es daneben differenzierende Betrachter, natürlich gab es auch zeitbedingte Auseinandersetzungen auf politischer oder theologischer Ebene, die, inhaltlich argumentierend, die Kontroverse führten.

Und es gibt in einem sehr großen Ausmaß jene Menschen, die die Mechanismen der Verschwörungstheoretiker erkannt haben und ablehnen, die aber auch ein gewisses Informationsbedürfnis haben; und dieses wenigstens ansatzweise zu befriedigen, hat der Verlag mich angeregt. In den letzten Jahren wiederholt gehaltene Vorträge vor interessierten Laien haben mich überdies mit ganz spezifischen Fragen konfrontiert, die mich bei der Gestaltung leiteten. Daß ich trotz des wohlmeinenden Rates eines gewichtigen Kollegen, mich nicht in scheinbar angestammte Gebiete hineinzubewegen, die Arbeit zu Ende bringen konnte, verdanke ich jenen, die mich stets und uneigennützig unterstützt haben. Herrn Direktor Herbert Schneider vom Deutschen Freimaurermuseum in Bayreuth sei gedankt; er half wie die Stiftung Bibliotheca Masonica August Belz St. Gallen stets und unbürokratisch, und er las schließlich das Manuskript des Nichtmaurers. Alle jene Stellen und Personen aufzuzählen, die bereitwillig meine Briefe beantworteten, mit mir Gespräche führten, ist unmöglich. Das offene Klima der deutschen Freimaurerei hat hier aber sicher eine große Rolle gespielt. Die Begegnungen in Österreich – besonders in Kärnten – waren aber ebenso lehrreich und freundlich entgegenkommend.

Danken will ich den Institutsvorständen des Instituts für Kirchengeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz, Univ.-Prof. Dr. Maximilian Liebmann und Univ.-Prof. Dr. Karl Amon, die echte Nachbarschaftshilfe leisteten. Und schließlich sage ich Dank der Familie und den Freunden, die es ertrugen, daß ich mich zeitweise monoman meiner Arbeit widmete.

In Zeiten, in denen dummdreiste Verschwörungstheoretiker unterschiedlichster ideologischer Herkunft alte Feindbilder reaktivieren, um als „neue“ Rechte alten Zielen zu dienen, ist es auch für einen Autor ein gutes Gefühl, mit nüchterner Information sich an ein großes Publikum wenden zu können.

Graz, 1998

Dieter A. Binder

Vorwort zur Neuauflage

Es ist ein schönes Gefühl für einen Autor, wenn er die Neuauflage eines seiner Bücher erlebt. Dabei noch das verlegerische Verständnis zu finden, den Text, dort wo es notwendig ist, in überarbeiteter Fassung vorlegen zu können, ist in Zeiten wie diesen, wo manch Verleger Autoren und ihr Werk als Zitronen sieht, die er auspressen kann, besonders erfreulich. Nach zwei Auflagen des Bandes im Verlag Styria (1988 und 1995) und zweier vom Autor unbeeinflußbarer Auflagen der Taschenbuchausgaben bei Herder (1998 und 2000) hat das Werk eine neue Heimat gefunden. Dafür sei vor allem dem Reihenherausgeber Kommerzialrat Michael Kernstock, und dem Studienverlag gedankt. Mein Dank gilt allen jenen, die in Deutschland, Österreich und in der Schweiz den Band und meine Arbeit am Thema insgesamt wohlwollend, anregend und fördernd begleitet und auch dort nicht die Freundschaft aufgekündigt haben, wo ihre Gefühle verletzt worden sind.

Graz – Budapest, im Frühjahr 2004

Teil IGeschichte

Entstehungstheorien

Auf die Frage, was Freimaurerei sei, folgen – je nach Standpunkt des Befragten – Antworten, die von der exakten Selbstdefinition über kritische Anmerkungen einen elitären Männerbund betreffend zur kämpferischen Anklage, zur dummen Verleumdung, zu Verschwörungstheorie und Aberglaube, zum Scherzwort „Freimaurer – das sind traurige Schlaraffen!“ reichen. Es ist wohl über keine soziale Gruppenbildung von berufener und unberufener Seite, von Befürwortern und Gegnern seit dem 18. Jahrhundert eine derartige Fülle von Informationen publiziert worden, wie in diesem speziellen Bereich, und dennoch gehen die Desinformationen, Spekulationen und Gerüchte weiterhin um, weil diesem „Geheimbund“ alles zugemutet und zugetraut wird; präzise Forschungsergebnisse werden dabei ebenso ignoriert wie umfassende Aufklärungsmaßnahmen.

Hinzu kommt, daß es daneben eine freimaurerische Apologetik gibt, die immer wieder und teilweise heute noch historische Forschungsergebnisse mit systemimmanenten Interpretationen vermischt, die nur allzu häufig zu einer völlig unkontrollierten Theorienbildung geführt haben. „Die Freimaurer sind allezeit schlechte Geschichtsschreiber ihres Ordens gewesen und haben sich von jeher an zufällige Übereinstimmungen gehalten, um alle möglichen kühnen Geister alter und neuer Zeit für Freimaurer erklären zu können.“ Mit diesen Worten Fritz Mauthners leitet der bedeutende freimaurerische Historiograph Oskar Posner1 seine Darstellung der historischen Wurzeln der Freimaurerei ein, wobei er – gleichsam erklärend – hinzufügt, daß „seitdem Menschen in Gruppen zusammenleben ... es immer etwas gegeben“ hat, „was sich mit der Freimaurerei vergleichen ließ“. Und so sind frühe freimaurerische Geschichtsschreiber bis zu Adam gekommen, „der mit seinen Söhnen Loge hielt“. Vereinzelt ist man in der Begeisterung noch weiter gegangen: „Alte maurerische Tradition behauptet ..., daß unsere Gesellschaft schon vor den verschiedenen Sonnensystemen bestanden hat“; ein Faktum, das jener Maurer, der es überliefert, persönlich voll akzeptiert.2 Ausgehend von dieser Mentalität wird schließlich die Liste der legendären Großmeister verständlich, in der sich Jesus Christus und der Erzengel Michael genauso befinden wie Moses, Noah, Salomon, Phaleg, der Baumeister des Turmes von Babel, oder Hiram, der legendäre Baumeister des Salomonischen Tempels. Um 1900 kursierten 39 verschiedene Angaben über den Ursprung der Maurerei, der wohl deutlich angelsächsisch und der gotischen Bauhüttentradition verpflichtet gesehen wurde, daneben aber – abgesehen von skurrilen geographischen Angaben – eine deutliche Traditionslinie zu dem Milieu der Kreuzzüge aufwies und sich neben antiken Gesellschaften durch die Bibel arbeitete. Hier wurde Jesus Christus ebenso genannt wie die Maurer des Salomonischen Tempels, die Werkleute beim Bau des babylonischen Turms, Noah und seine Söhne und schließlich angeregt von der Erzählung der Genesis das Paradies. So gesehen ist es nicht zu verwundern, daß man auch einen Autor ausmachen konnte, der das Entstehen der Logen noch vor dem „Urknall“ ansetzte.

Präzis analysiert Gottlieb Imhof3 den Ursprung dieser naiv anmutenden Geschichtsklitterungen: „Es ist nicht zu bestreiten: die Analogien zwischen dem freimaurerischen Brauchtum und demjenigen sowohl antiker Mysterienbünde, aber auch von Männerbünden bei den Primitiven der Jetztzeit sind oft geradezu beunruhigend. Aber was beweisen sie in Wirklichkeit? Trotz gegenteiliger Behauptung ist das Gebiet der Symbolik bei weitem nicht unbegrenzt. Im wesentlichen haben wir es immer mit der Wechselwirkung gegensätzlicher Prinzipien zu tun, wie Gut und Böse, Kosmos und Chaos, Licht und Finsternis, Himmel und Hölle. ... Aber ihr Urgrund ..., der Dualismus, der die Innen- wie die Außenwelt spaltet, ist stets derselbe.“ Derartige Ähnlichkeiten haben zu irrigen Schlüssen geführt und haben mit der „Sucht, einen fabelhaften Stammbaum zu besitzen“, unzählige, heute unvorstellbare Blüten getrieben. In dieser Richtung hat auch Hans Biedermann verblüffende Ähnlichkeiten aufgezeigt.4 Für Paul Naudon müssen diese „naiven Legenden“ aber unter Berufung auf ein Wesensmerkmal der Freimaurerei „in ihrer esoterischen Bedeutung verstanden werden. Es soll zum Ausdruck kommen, daß die Freimaurerei immer bestanden hat, wenn nicht tatsächlich, so doch als geistiges Prinzip, und daß die Universalität der Menschheit über Raum und Zeit ihre Berufung ist.“5 Dabei darf dieses Erklärungsmodell nicht als ein weiterer Versuch abgetan werden, doch noch „eine ganz amüsante Zahl von Kranzträgern zusammenzustellen“.6

In einer offiziösen Publikation der deutschen Freimaurerei werden die Vorläufer bzw. die Wurzeln der modernen Freimaurerei dreistufig dargestellt.7 „Als Mysterienbund geht die Freimaurerei auf Vorläufer zurück, die wir hier erwähnen müssen, auch wenn Zusammenhänge direkt nicht nachzuweisen sind“: den Kult der Brahmanen, die Osirislegende, die Eleusinischen Mysterien, den Bund der Pythagoräer, den Mysterienkult der Essener, den Mithras-Kult, die Kabbala, die Gnosis, die Druiden und Barden. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß diese Mysterienbünde nur „die möglichen esoterischen Wurzeln“ aufzeigen. Gemeinsam ist diesen aus so unterschiedlichen Kulturkreisen und Zeiten stammenden Bünden die Initiation, die Einhaltung von Ritualen, Erkennungszeichen, Symbolen, die Verpflichtung zur Verschwiegenheit und häufig die Gliederung ihrer Mitglieder nach Graden mit unterschiedlichen Aufgaben, Einflußmöglichkeiten etc. Nachweislich sind verschiedene Elemente einzelner dieser Mysterienbünde in die moderne Freimaurerei durch bewußte Rückgriffe eingegangen; so hat z. B. die Gedankenwelt der Gnostiker einen entscheidenden Einfluß auf Ignaz A. Fessler, den Schöpfer eines freimaurerischen Rituals, ausgeübt.

Ausgehend vom Zweiten Buch der Chronik des Alten Testamentes, Vers 10–16, wo von Hiram, dem Sohn einer jüdischen Witwe, als Baumeister beim Salomonischen Tempelbau die Rede ist, entstand in der frühen Freimaurerei eine Baulegende, in der Hiram 34 000 Mann, in Meister, Gesellen und Lehrlinge geteilt, befehligt. Den einzelnen Gruppen übergibt er zur Erleichterung bei der Lohnauszahlung geheime Losungsworte. Um an das Meisterwort heranzukommen, überfallen drei Gesellen Hiram und töten ihn, ohne an ihr Ziel gelangt zu sein. Ohne hier auf Details einzugehen, muß festgehalten werden, daß in der Erhebung des Gesellen zum Meister innerhalb der Johannismaurerei, die in der „Spiritualisierung“ des Salomonischen Tempelbaues ihr Kernstück besitzt, dieser Vorgang nachvollzogen wird. Der Akazienzweig, der den Grabhügel Hirams markiert, wird ein spezielles Symbol, sein gleichsam familiärer Stand – Sohn der Witwe – wird auf die Freimaurer – Söhne der Witwe – übertragen.8

In der politischen Konfrontation wird aus der Hiramslegende seitens der katholischen Stuarts und ihrer Anhänger Kapital geschlagen; die im Exil lebenden Anhänger der Stuarts sollen zur besseren Organisation ihrer Tätigkeit um die Mitte des 17. Jahrhunderts Logen in Frankreich gegründet haben, wobei sie sich der Hiramslegende bedienten, um ein passendes System für ihre Paßworte und Erkennungszeichen zu besitzen. Die Ermordung Hirams wurde auf die Hinrichtung Karls I. gemünzt, dessen Frau, Henriette von Frankreich, wurde zur „Witwe“, und die Kinder, die Prinzen Karl und Jakob, wurden zu den „Söhnen der Witwe“.9

Im Gegensatz zu dieser gleichsam politischen katholischen Interpretation des Kernstückes des dritten Grades steht die Theorie von der protestantischen Herkunft der Maurerei, die in dieser den Versuch Cromwells erblickte, die religiösen Streitigkeiten in England zu beenden.

Während in der Hiramslegende der Meistergrad der Johannismaurerei esoterische Bezugspunkte hat und diese als solche von der Freimaurerei heute durchaus im symbolischen und psychologischen Sinn interpretiert werden10, ge- und mißbrauchten „vom Urahnenkult“ besessene Freimaurer „die antiken Institutionen zur Gründung immer neuer Systeme“11, deren bruchstückhaft bekanntgewordene Symbolik die Phantasie breiter Massen beflügelt und den krausen Gedankengängen unterschiedlich gebildeter Verschwörungstheoretiker Nahrung geboten hat. Dabei hat sich im Volksglauben ein ganzer freimaurerischer Formenkreis entwickelt, der von K. Werhan und K. Olbrich zu Beginn des 20. Jahrhunderts übersichtlich dargestellt worden ist; das Fortleben dieses Aberglaubens bis in die Gegenwart – sieht man hier von den kämpferischen Antifreimaurern ab – haben Volker Knieriem und Theo Gantner festgehalten.

Mit dem Auftreten der Freimaurer zu Beginn des 18. Jahrhunderts übertrug man im Volk das, was „man bisher von Teufelsdienern, Hexen und Zauberern glaubte und dachte, ... nun auf die Freimaurer“.12 Damit wurde auch der Teufel zu einem der legendenhaften Gründer der Freimaurerei, der aber in der Regel weiterhin engsten Kontakt mit den Maurern zu halten pflegte und in unterschiedlichster Form in den Logen auftrat bzw. mit jedem Neuaufgenommenen in sehr persönlicher Weise Bruderschaft zu machen pflegte. Besonders drastisch treten derartige Vorgänge bei Verschwörungstheoretikern zutage. Diese wittern häufig in den Hochgraden besonders gefährliche Vertreter des Maurertums, die sie „mit dem Teufel im Bunde“ wähnen. Die Hochgradsysteme lassen sie in einem alles beherrschenden obersten Maurer münden; typisch für derartige Überlegungen ist das Geraune dieser Kreise über den ehemaligen Bundeskanzler von Österreich und Nichtmaurer Bruno Kreisky, dessen Wahlerfolge bei ihnen die Vermutung haben aufkommen lassen, daß er mindestens den 33. Grad besitze, während man seinem Nachfolger, dem sehr hausbacken wirkenden deklarierten Maurer, Fred Sinowatz, den dritten Grad zugebilligt hat.

In diesen Bereich fällt auch eine klassische Entstehungstheorie, die ihren Ursprung in der antifreimaurerischen Literatur hat und auf der Verwendung hebräischer Worte im Ritual beruht: die Freimaurerei als jüdische Schöpfung. Global denkende Verschwörungstheoretiker haben mit diesem Modell bis in die Gegenwart ihre These von der Verschwörung des „Weltjudentums“ und der „Weltfreimaurerei“ unter abenteuerlichsten Kombinationen aufrechterhalten; der geheimnisvolle, stets als vorhanden angenommene oberste Drahtzieher nimmt dabei nur allzuoft Züge eines Rabbiners in der Kleidung eines Großmeisters an und kann in extremen Fällen auch noch mit jesuitischen Zügen gepaart werden. Dieser Versuch einer Entstehungstheorie wirkt um so grotesker, wenn man feststellt, daß den Juden sehr lange der Eintritt in Logen aufgrund ihrer Religion unmöglich gemacht wurde, da nur Christen Aufnahme finden konnten.13 In unnachahmlicher Weise hat der Freimaurer Kurt Tucholsky derartige Kombinationen der Verschwörungstheoretiker in einem Erich Ludendorff „gewidmeten“ Gedicht fixiert:

„Hast du Angst, Erich? Bist du bange, Erich?

Klopft dein Herz, Erich? Läufst du weg?

Wolln die Maurer, Erich – und die Jesuiten, Erich,

dich erdolchen, Erich – welch ein Schreck!

Diese Juden werden immer rüder.

Alles Unheil ist das Werk der ... Brüder.

Denn die Jesuiten, Erich – und die Maurer, Erich –

und die Radfahrer – die sind schuld

an der Marne, Erich – und am Dolchstoß, Erich –

ohne die gäbs keinen Welttumult.

Jeden Freitag abend spielt ein Kapuziner

mit dem Papste Skat – dazu ein Feldrabbiner;

auf dem Tische liegt ein Grand mit Vieren –

dabei tun sie gegen Deutschland konspirieren ...

Hindenburg wird älter und auch müder ...

Alles Unheil ist das Werk der .·. .·. Brüder.“14

Charakteristisch für die von Tucholsky angedeutete Geisteshaltung ist auch nachstehender Bericht eines prominenten Diplomaten des alten Österreichs.15 „Die Freimaurer, welche aus ganz Italien zusammengeströmt waren und mit Hunderten von Fahnen, auf denen die Embleme der einzelnen Logen gestickt waren, am Zuge teilnahmen, forderten für ihre Banner den Vortritt vor den Feldzeichen jener Regimenter, die sich an der Einnahme der Porta Pia beteiligt hatten. Militärischerseits wurde dies verweigert. Die politische Entscheidung fiel aber zugunsten der Freimaurer aus. Daraufhin verließen die Abteilungen mit den Regimentsfahnen den Zug und marschierten auf einem abgekürzten Weg zur Gedenkstätte, um dort als die ersten einzutreffen. Das Risorgimento, wie auch der Eintritt Italiens an der Seite unserer Feinde in den Weltkrieg, kann zum großen Teil als Werk der italienischen Freimaurerei bezeichnet werden. In Italien, wo die Logen des symbolischen Ritus dem Großorient von Rom unterstanden, hatten sich einige Logen, die sich zum schottischen Ritus bekannten, unter protestantischer Führung abgezweigt. Zwischen dem Großorient von Rom und jenem von Paris bestanden enge Beziehungen. Paris nahm auch durch Geldsubsidien entscheidenden Einfluß auf die zum Kriegsausbruch im Jahr 1915 treibende Einstellung der italienischen Freimaurer. Gemeinsam führten sie dann den Kampf gegen einen vorzeitigen Frieden und gegen die Friedensaktion Papst Benedikts XV. Sie erreichten es auch, daß ihrem Verlangen nach Ausschluß des Papstes von der Friedenskonferenz Rechnung getragen wurde. Bemerkenswert ist die enge Verbindung zwischen der französischen Freimaurerei mit dem Judentum, vertreten durch die Alliance Israelite, deren leitende Männer fast ausschließlich Franzosen und gleichzeitig Freimaurer sind. Dadurch verfügt der Pariser Großorient über die Möglichkeit, die Mittel dieser unerschöpflich reichen jüdischen Organisation in Anspruch zu nehmen.“

Als wesentlich konkretere Wurzel der modernen Freimaurerei werden die beruflichen Zusammenschlüsse der Handwerker und die Ritterorden angeführt. „Erstere bilden die Grundlage für die Werkfreimaurerei, von den Ritterorden beziehen die freimaurerischen Hochgrade wesentliches Gedankengut.“16

In der hypothetischen Vorgeschichte der Freimaurerei spielen neben dem Malteserorden – besonders Raymond du Pay, 1. Hochmeister und Begründer der dreigliedrigen Ordenshierarchie: Ritter, Ärzte und Priester, dienende Brüder – und dem Deutschen Ritterorden – ebenfalls straff gegliedert mit einem Großmeister und Großwürdenträgern an der Spitze – vor allem die Tempelritter und ihr letzter Großmeister, Jacques de Molay, eine beachtliche Rolle. Mit der Verbrennung de Molays und seines Gefolges 1314 und der daran anschließenden Verfolgung der Templer bzw. der Vernichtung des Ordens entstand die Legende, daß „durch geflohene Tempelritter, die über schottische Bauhütten ihr Wissen in die Freimaurerei eingebracht hätten, vor allem freimaurerische Hochgrade legitime Geisteserben des Templerordens“ wären.17

Die Templer-Theorie stützt sich auf das hohe Ansehen der Templer als Bauherren und auf der Annahme, daß der Orden trotz seiner Verurteilung und Verfolgung seinen Fortbestand sichern wollte. Pierre d’Aumont, Präzeptor der Auvergne, dem zusammen mit zwei Kommandeuren und fünf Rittern die Flucht nach Schottland geglückt war18, soll wohlwollend vom schottischen König Robert I. Bruce, der selbst seit 1306 gebannt war, aufgenommen worden sein und weitere bereits glücklich dem päpstlichen Zugriff entgangene Templer um sich gesammelt haben; dieser Kreis aber bediente sich nun der Logen als Organisationsträger. Als Beweise für die Stichhaltigkeit dieser Theorie werden u. a. eine kirchliche Verurteilung von geheimen Gesellschaften aus dem Jahre 1326 angeführt und die Änderung des Eides, die man aus dem Regius-Manuskript – eine der ältesten Quellen maurerischer Geschichtsschreibung – zu erschließen können glaubt.19 Bis dahin seien lediglich Berufsgeheimnisse durch einen Eid unter den Verschwiegenheitsschutz gestellt worden, während nun alles einbezogen wurde. Als weitere Untermauerung werden das analoge Ritual, der Schutzpatron – Johannes der Täufer – und hebräische Worte, etwa bei Paßworten, angeführt. Auch bei dieser Theorie keimt der Verdacht, daß sie, im 18. Jahrhundert entstanden, das ritterliche Lebensgefühl der Freimaurer historisch absegnen sollte, und noch heute wird von Hochgradsystemen diese Abstammung trotz der erwiesenen Ahistorizität kultiviert.

Es ist nicht uninteressant, daß in der oben angeführten offiziösen Darstellung der Vollständigkeit wegen auch der Ritterorden vom Heiligen Grab angeführt wird, „weil oft Verwechslungen stattfinden“.20 Dieser 1496 von Alexander VI. gestiftete Orden hat ebenfalls ein dreigradiges System mit einem Initiationsritus und einem Bürgensystem; den Idealen der Kreuzzüge verbunden, sehen seine Mitglieder in der christlichen Lebensführung, der Verteidigung der Rechte der Kirche im Heiligen Land und in der unbedingten Treue zum Heiligen Stuhl ihre Aufgabe. Diese zitierten Verwechslungen sind mannigfach; so hat ein wesentlicher Reorganisator des Ritterordens im deutschen Sprachraum nach 1945, Karl Maria Stepan, in ihm so etwas wie eine Möglichkeit einer katholischen (Anti-)Freimaurerei erblickt, ein Organisationsmodell, das in vielem dem libertinistischen Feindbild entsprach und das gleichsam mit den „erprobten Waffen“ des Gegners den eigenen Zielen dienen sollte.

Derartige Überlegungen haben in Wien um 1920 zur Gründung des Ritterordens von der Wilden Rose geführt, der in Ritual, Organisation und Katechismus bewußt als „katholische Freimaurerei“ den Kampf gegen die Juden, Materialisten, Aufklärer, Internationalisten, Freimaurer etc. aufnehmen wollte.21

Die beruflichen Zusammenschlüsse der Handwerker, besonders die Steinmetzbruderschaften, „auf deren Brauchtum man möglichst viel maurerisches Gedankengut zurückzuführen trachtet“, gelten als „eigentliche Vorläufer der Freimaurerei“, doch sind auch hier „direkte Bezüge nur selten nachgewiesen“.22 Wiederum sind es aber verblüffende Ähnlichkeiten, die hier einem speziellen freimaurerischen Ahnenkult Tür und Tor öffnen. Die römischen Baukollegien, die Collegia Fabrorum, waren Arbeits-, Kunstund Kulturgemeinschaften mit normierten Werkzeichen und Symbolen, der Verpflichtung zur Bruderhilfe etc. Nach den Wirren der Völkerwanderung breiteten sich vom Comer See die lombardischen Magistri Comancini mit ihrem rituellen Brauchtum, ihren Gelübden und eigenen Festkreisen aus. Das Anwachsen der Bautätigkeit im 11. und 12. Jahrhundert führte innerhalb der europäischen Wanderarbeiter zur Bildung von Steinmetzbruderschaften, deren Zentren England, Deutschland und Frankreich wurden. Aus den zunächst religiös, d. h. von Benediktinern, Zisterziensern und Oblaten dominierten Bruderschaften wurden im Zuge der Spezialisierung Laienbruderschaften.

Die Abstammungstheorie von den Maurerkorporationen läßt sich in das späte 18. Jahrhundert zurückverfolgen. So zitiert Bokor23 ausführlich einen Brief des Abbé Grandidier, der im Zusammenhang mit dessen historischen Studien über das Straßburger Münster steht und am 24. November 1778 verfaßt worden ist: „Madame, Sie haben sicherlich von der berühmten Gesellschaft gehört, die von England zu uns gekommen ist und die sich Freimaurerei nennt ... Ich schmeichle mir, Madame, Ihnen einiges über den wahrscheinlichen Ursprung dieser Vereinigung mitteilen zu können ... als Laie hielt ich echte Urkunden und reale historische Quellen in Händen, aus denen wir ersehen können, daß die so gerühmte Gesellschaft der Freimaurer nur eine blinde Nachahmung einer älteren und nutzbringenden Bruderschaft wirklicher Bauhandwerker ist, deren Sitz früher Straßburg war.

Das Straßburger Münster – besonders sein im Jahre 1277 vom Dombaumeister Erwin von Steinbach begonnener Turm – ist ein Meisterwerk gotischer Baukunst ... Dieses wunderbare Werk hat den Ruhm der Straßburger Steinmetzen weit verbreitet ... Um sich von den gewöhnlichen Handwerkern zu unterscheiden, gründeten die Steinmetzen Bauhütten-Bruderschaften, die zu deutsch Hütten hießen, was dasselbe wie Logen bedeutet ..., aber alle anerkannten die beherrschende Stellung der ursprünglichen Dombauhütte von Straßburg, die Haupthütte oder Großloge genannt wurde ... Die verschiedenen Meister der einzelnen Logen versammelten sich in Regensburg, wo sie am 25. April 1459 die Bauhüttenordnung verfaßten, die den Meister der Haupthütte am Straßburger Münster und seine Nachfolger als alleinige und immerwährende Großmeister der Freimaurer-Bruderschaft in Deutschland bestimmte. Kaiser Maximilian hat diese Ordnung in einer Urkunde, gegeben zu Straßburg im Jahre 1498, bestätigt; Karl V., Ferdinand und ihre Nachfolger haben sie von Zeit zu Zeit erneuert. Dieser aus Meistern, Gesellen und Lehrlingen zusammengesetzte Bund besaß eigene Hütten-Gerichtsbarkeit.

Die Mitglieder dieses Bundes hatten keinerlei Verbindung mit den anderen Maurern, die nur Kelle und Mörtel verwendeten ... Als Erkennungsmerkmale wählten sie solche, die ihrem Berufsstand entsprachen ... Winkelmaß, Wasserwaage und Zirkel wurden ihre Symbole ... Da sie eine Vereinigung bilden wollten, die sich von der Masse der gewöhnlichen Handwerker unterscheiden sollte, erfanden sie für ihren Gebrauch Erkennungsworte, Ausweiszeichen und andere Unterscheidungszeichen. Sie nannten sie Wortzeichen und Gruß.

Zweifelsohne, Madame, werden Sie in diesen Eigentümlichkeiten die moderne Freimaurerei wiedererkennen. Eigentlich liegt die Analogie auf der Hand; Loge bedeutet Versammlungsort; dieselbe Gliederung der Gruppen, dieselbe Unterteilung in Meister, Gesellen und Lehrlinge; beide stehen unter der Leitung eines Großmeisters. Beide haben besondere Zeichen, geheime Gesetze und Statuten gegen Laien; in fine können sie zueinander sagen: ‚Meine Brüder und Gefährten anerkennen mich als Maurer.‘ “

Obwohl keine genauen Unterlagen über Rituale, Organisationsformen und Mitgliederbewegungen in größerem Umfang erhalten geblieben sind, ist es der freimaurerischen Forschung dennoch gelungen, einen Kanon von zwölf Kriterien aufzustellen, der die Abstammungstheorie absichern sollte.

1.    die Einteilung der Mitglieder in Meister, Gesellen und Lehrlinge;

2.    die Verwaltung der Bünde durch eine gewisse Anzahl von Beamten;

3.    der Ausschluß Nichteingeweihter aus ihrer Gemeinschaft;

4.    die dem Sohn eines Meisters zustehenden Vorrechte;

5.    die besondere Qualifikation, um Mitglied zu werden;

6.    die brüderliche Gleichheit aller Mitglieder;

7.    ihre gegenseitige Verpflichtung, Leiden zu mildern;

8.    ihre besonderen Gesetze;

9.    gewisse Eröffnungs- und Schlußformeln bei den Versammlungen;

10.  gewisse Einführungsrituale;

11.  die Zeremonien bei den Festmahlen;

12.  die Prüfung fremder Brüder.24

Die traditionell überregionale Zusammensetzung und die Abschirmung der Bauhütten gegenüber Nichteingeweihten führten zu einer zunehmenden Polemik gegen diese Institutionen, die mit Niedergang des alten Dombauwesens und der Loslösung Straßburgs vom Reich 1681 rasch zerfielen bzw. bedeutungslos wurden.

Die französischen Compagnonnages25, deren Wurzeln ins Mittelalter zurückreichen mögen, wenn sie auch erst im 16. Jahrhundert historisch greifbar werden, umfassen Gesellen, die intern in die Kinder Salomons oder Hirams, in die des Maître Jacques und die des Père Soubisse, letztere wie Hiram Baumeister des Salomonischen Tempels, gegliedert sind. Auch im übrigen Ritual finden sich Anklänge an den Tempelbau, und ihre Initiationsriten führten 1655 zu einer Verurteilung durch die Theologische Fakultät in Paris, in der unter anderem ausgeführt wurde, daß die Gesellen bei der Aufnahme zur striktesten Geheimhaltung verpflichtet würden.

In eine derartige Tradition ist auch möglicherweise die Malerakademie in Livorno zu stellen, die Maler, Bildhauer und Baumeister aufnahm, ein drei Grade umfassendes Mitgliedersystem hatte und Kelle bzw. Hammer als Mitglieds- bzw. Rangabzeichen führte. Ebenso hatten ihre regelmäßigen Zusammenkünfte an Logen gemahnende Eigenheiten, doch gilt für sie wie auch für andere, daß Äußerlichkeiten oder ähnliches Verhalten noch lange kein Beweis für eine maurerische Tradition sind.26

Die ersten schriftlichen Belege für das englische Gildenwesen, das als direkter Vorgänger der Freimaurer angesehen werden muß, reichen in das ausgehende 14. Jahrhundert zurück.27 So findet man in der Steinmetzordnung von York Minster den aus dem Normannisch-Französischen stammenden Begriff masoun, während im Letterbook H der Stadt London unter dem 9. August 1376 erstmalig der Begriff freemason für die Steinmetzgilde innerhalb der Mysteries, das sind die anerkannten Stadtzünfte, aufscheint. Trotz der unregelmäßigen Verwendung der Begriffe mason und freemason – so bezeichnet sich die Londoner Vereinigung abwechselnd als Company of masons und als Company of freemasons – ist man heute der Ansicht, daß der Ausdruck mason „als Sammelbezeichnung für alle Steinarbeiter gebraucht“ wurde, während der freemason im Gegensatz zum roughmason stand. Diese Theorie wird durch Baurechnungen aus dem 16. Jahrhundert erhärtet, in denen die Bearbeiter der freestones, einem besonders gut zu bearbeitenden Sandstein, als freemasons aufscheinen, und schließlich werden im 17. und 18. Jahrhundert die Begriffe freemason und freestonemason ohne jegliche Differenzierung verwendet. Die Verknüpfung der Begriffe freestone mit freemason wird durch den Umstand verdeutlicht, daß in Schottland, wo derartige Steine nicht vorkommen, die Bezeichnung freemason in dieser Zeit nirgends aufscheint. Bokor weist allerdings auf eine schottische Urkunde von 1057 hin, die den Terminus free incorporate masons verwendet.28

Die Theoriendiskussion über die Abstammung der Freimaurer – vor allem in der Auseinandersetzung zwischen handwerklicher und/oder ritterlich-templerischer Tradition – greift auch die Frage der Namensgebung auf: Bokor spricht sich gegen die These freestone-free(stone)mason aus. Unter Berufung auf die mittelalterliche Verwendung des Begriffes frei für alle jene, denen persönliche Dienste oder Abgaben erlassen waren, kommt er zur Überzeugung, daß freestone mit freemason nicht in Verbindung zu bringen wäre. In diesem Konnex führt er eine Theorie an, die annimmt, daß freemason identisch mit dem späteren Begriff gentleman mason sei.29

Die Londoner Masons Company erhielt 1472 ein eigenes Wappen und kontrollierte bis zum großen Brand 1666 in zunftmäßiger Manier die Tätigkeit ihrer Mitglieder. Ab 1621 häufen sich die Hinweise auf eine neue Kategorie von Mitgliedern; während bis dahin lediglich von Yeomen und Liverymen – etwa Gesellen und Meistern – in der Company die Rede ist, taucht nun der Begriff der Accepcon auf, einer Institution für the making of masons. „Ursprünglich stellte sie wahrscheinlich eine Art von ‚innerem Zirkel‘ der in ihrem Gewerbe tätigen Masons dar, machte aber um 1650 auch ‚angenommene‘ Masons aus Leuten, die weder mit dem Masonsgewerbe noch mit der Company in irgendeiner Beziehung standen.“30

Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts gibt es in Schottland erbliche Meister im Hochadel bzw. die Schirmherrschaft der schottischen Könige über die schottischen Logen. Diese Protektorfunktionen konnten auf regionaler Ebene Geistliche, Notare, Ärzte und Adelige erfüllt haben, deren Existenz in den Logen man aufgrund gewisser Stellen im „Regius-Manuskript“ bzw. aus der kommentarlosen Notiz über die Aufnahme eines Nichtmaurers im Protokollbuch der Loge Mary’s Chapel aus dem Jahre 1600 erschließt.31

Ein weiteres Wesensmerkmal der modernen Freimaurerei läßt sich ebenfalls auf die Eigenheit schottischer Logen zurückführen. Das Mason-Wort bestehend aus Worten, Griffen, Zeichen und Körperstellungen ist vorerst ein Spezifikum dieser Zusammenschlüsse, und man nimmt an, daß es in der operativen Maurerei als zusätzliche Legitimation des ausgelernten Facharbeiters diente, also einen „rein gewerblichen Zweck verfolgte und keinerlei esoterische oder spekulative Hintergründe besaß. Die Masons waren lediglich verhalten, die intimen Logenangelegenheiten (vor dem Unternehmer), die Erkennungszeichen (vor den Minderqualifizierten) und die handwerklichen oder technischen Kunstgeheimnisse (wie etwa die Sätze der Geometrie oder die Konstruktion eines Gewölbebogens u. dgl.) geheimzuhalten“.32

Ebenso wie in London führen die Wiederaufbauarbeiten nach großen Bränden in Edinburgh nach 1674 zu einer Liberalisierung der Zunftordnung und damit zu einer raschen Wandlung der Loge von „einer geschlossenen Berufsorganisation“ zu „einer Vereinigung von Mitgliedern“ mit dem zunehmenden „Charakter eines Unterstützungsvereines“. Unter diesem Gesichtspunkt erhöhte sich die Bereitschaft zur Aufnahme von Nichtmaurern, anfangs noch zurückhaltend, später in immer rascherem Tempo.

Die Bezeichnung lodge läßt sich in England und in Schottland nachweisen, wobei die drei damit verbundenen Begriffsinhalte verschiedene Entwicklungsstadien charakterisieren mögen: „Zuerst die Werkstätte der bei einem Bauwerk beschäftigten Masons, dann die Gesamtheit dieser Masons und schließlich eine territoriale Zunftorganisation der Masons.“33 Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts scheinen die Logen als Werkstätten auf; seit der Mitte des 14. Jahrhunderts findet man Belege für die Verwendung des Begriffes als Personalzusammenschluß, und schließlich wird lodge als territoriale Zunftorganisationseinheit in Schottland seit dem 16. Jahrhundert registriert, während sie in England in dieser Form zu Beginn des 18. Jahrhunderts auftritt.

Der Beitritt von Nichtmaurern muß auf unterschiedliche Motive dieser Leute zurückgeführt werden34; einerseits mögen berufliche Interessen und ökonomische Überlegungen wie auch Sozialprestige eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben, während andererseits die Neugier, die Suche nach alten Mysterien, nach den sagenhaften Weisheiten der Druiden, das steigende Architekturinteresse die Triebfeder gewesen sein mögen. Schließlich war es aber auch die Suche nach Geselligkeit, die in England zu Beginn des 18. Jahrhunderts nahezu jedem Pub einen Klub bescherte. „Wahrscheinlich haben auch operative oder ‚angenommene‘ Masons solche Klubs gebildet, mit Gebräuchen, welche ihrem masonischen Charakter entsprachen, und wo sie die Möglichkeit fanden, Geselligkeit zu pflegen, auch Wohltätigkeit zu üben, sich auf ihre Art zu erfrischen und nebenbei – ungestört von Frauen – der Leidenschaft des Rauchens und Trinkens zu frönen. Die Logen, welche ihre ursprünglichen Gewerbefunktionen eingebüßt hatten, bestanden als solche gesellige Vereinigungen weiter und aus Verfügungen der Großloge wissen wir, daß der Hauptinhalt der Betätigungen mancher Logen bis weit ins 18. Jahrhundert hinein Rauchen und Trinken gewesen ist.“ Von besonderem Interesse in der Abstammungstheoriediskussion sind die Rosenkreuzer, die in einem eigenartigen Nahverhältnis zur Freimaurerei zu finden sind, wobei eine wechselseitige Befruchtung angenommen werden kann.

Lennhoff und Posner35 verweisen eher amüsiert auf die begeisterten, aber völlig unkritischen Historiographen der Rosenkreuzer, die ihre Abstammungstheorien bis in die Urzeit getrieben und aus Paracelsus, „aus dessen pansophischen Lehren von seinen Jüngern rosenkreuzerische Ideen entwickelt wurden“, ein organisiertes Mitglied dieses Bundes gemacht haben. De facto belegbar ist die erste Erwähnung, die 1614 publizierte literarische Fiktion des Pastors Johann Valentin Andreae: „Allgemein und General Reformation der Ganzen weiten Welt. Beneben der Fama Fraternitatis Dess Löblichen Ordens des Rosencreutzes an alle Gelehrten und Häupter Europas geschrieben.“ Der zweite Teil Fama Fraternitatis oder Bruderschaft des Hochlöblichen Ordens des R.C. berichtet von jenem Christian Rosenkreutz, der auf einer Fahrt ins Heilige Land gegen Ende des 14. Jahrhunderts in die Geheimnisse der arabischen Welt eingeweiht worden sei. Aus diesem Erlebnis heraus bemühte er sich – heimgekehrt – zusammen mit drei Ordensbrüdern und vier Gehilfen um die Rückführung der Kirche zum Urchristentum. Eingelegt in allerlei Symbolik entwickelte Andreae daraus noch die Geschichte des lange unbekannten Grabes des Ordensgründers, dieser „geheimen Brüderschaft mit reformatorischen Tendenzen, deren ‚Siegel, Losung und Charakter‘ das Wortsymbol R. C., d. h. Rose und Kreuz war“.

Diese literarische Fiktion Andreaes, der in seiner Vita des Christian Rosenkreutz ein „Idealbild des wahren Pansophen“ entwickelt hatte, fiel auf fruchtbaren Boden; der geplante internationale Bund blieb an sich Wunschdenken, seine Ideale – „frei von allem Parteigeist und aller Streitsucht, die christliche Liebe unter dem Bande der Liebe die edlen Menschen“ umschlingend – behielten ihre Anziehungskraft.

Diese humanitären Bestrebungen werden von unterschiedlichsten Autoren mit den wissenschaftlich orientierten Akademiebestrebungen früherer Aufklärer in Beziehung gesetzt, wie etwa Francis Bacon, bzw. den Gründungsbestrebungen um eine umfassende humanitäre Gesellschaft gebildeter Menschen, wie sie etwa in der Utopie Via lucis von Jan Comenius während seines London-Aufenthaltes 1641 entworfen wurde. Damit aber wird auch deutlich, wie die klassische Freimaurerei des beginnenden 18. Jahrhunderts umlaufende Formenkreise aufnehmen konnte. So machte 1931 ein tschechischer Historiker36 derartige Rezeptionen deutlich, indem er den Alten Pflichten von 1723 korrespondierende Stellen aus den Arbeiten von Comenius, der ja auch der Böhmischen Brüdergemeinde vorstand, gegenüberstellte und damit den Nachweis erbringen konnte, daß die Verfasser der Alten Pflichten diese Arbeiten von Comenius „zumindest gut gekannt haben“. Die Bestrebungen der hier skizzierten Persönlichkeiten – Andreae, Bacon und Comenius – lassen sich neben den häufig strapazierten, meist sehr komplizierten persönlichen Querverbindungen unter dem von ihnen aufgerissenen „Erwartungshorizont der Neuzeit“, dem „Utopismus“, subsumieren. Der Utopismus trägt dann in der Aufklärung europaweit zu jener seltsamen Symbiose von rationalistischer Aufklärungsarbeit und freimaurerischem Geheimnis bei, die radikalisiert politisch aktiv wird oder aber absinkt zu einem mediokren, verstiegenen Sektierertum, dessen Ausdruck u. a. die Alchimie ist.37

1646 gründete Elias Ashmole, der im gleichen Jahr als Nichtoperativer zum Freimaurer gemacht wurde, zusammen mit Naturwissenschaftlern das Haus Salamonis „das das Sanctuarium sein sollte für ihr inbrünstiges Suchen nach den tiefsten Mysterien der Natur und dem Geheimnis des menschlichen Glücks“. Gleichsam als Untermieter fand dieser Freundeskreis mit seinem Haus Salamonis Unterschlupf in der Mason’s Hall in London. Das Freimaurerlexikon kommentiert diesen Vorgang als das Zuziehen des Weisheitsbundes zum Werkbund, „hinter dessen sicherem Schirm man ungestört arbeiten konnte“.38

Auf Ashmoles Doppelmitgliedschaft bei einem sich als Rosenkreuzer deklarierenden Kreis und bei den Freimaurern beruht im wesentlichen die Theorie einer gemeinsamen Wurzel; über weiterführende Theorien äußert sich besonders Bokor39 äußerst scharf, indem er jeden Zusammenhang zwischen Rosenkreuzern und Freimaurerei leugnet und „anderslautende Hypothesen, die sich fast alle auf den zweifachen Titel des Elias Ashmole stützen“, als „Hirngespinste“ abtut. Gleichsam in der Gegenbewegung werden alle Bruchstücke gesammelt, die die Abstammungstheorie stützen sollen.40 So taucht auch regelmäßig das Gedicht Henry Adamsons, eines gebildeten Schotten des 17. Jahrhunderts auf, in dem es heißt: „Denn wir, die Brüder vom Rosenkreuz, wir haben das Meisterwort und das zweite Gesicht.“

Abgesehen von der vordergründigen Symbolik – das wahre Meisterwort –, die naturgemäß sofort an die Freimaurer denken läßt, übersieht man dabei und bei ähnlichen Funden, daß die Symbolwelt der Freimaurerei eben in diesem Zeitraum der zweiten Hälfte des 17. und des beginnenden 18. Jahrhunderts entstanden und nicht losgelöst und isoliert auf geheimnisvolle Art und Weise überliefert worden ist. In diesem Zusammenhang findet sich auch der Hinweis, daß in der Titelblattgestaltung des Pansophiae Prodromus des Comenius von 1644 Zirkel, Winkelmaß und Buch – die drei großen Lichter der Freimaurerei – verwendet wurden.

In einer den Freimaurern ähnlichen Geisteshaltung entstanden schließ-lich im 18. Jahrhundert Zusammenschlüsse, die sich im Orden der Goldund Rosenkreuzer verbanden. Unter Berufung auf den namensgleichen Vorläufer begannen sie in ihr Erscheinungsbild maurerische Symbolik einzubinden. Sie erfreuten sich als „christliche Sekte mit alchimistischen Tendenzen“ einer zunehmenden Beliebtheit im deutschen Sprachraum und in den Ländern der Habsburger.41 Auch hier gab es, bei aller Gegensätzlichkeit, wiederum Persönlichkeiten, die sowohl in maurerischen Kreisen wie auch in jenen der Rosenkreuzer verkehrten, wie etwa Franz Stephan von Lothringen, der Mann Maria Theresias, „ein leidenschaftlicher Alchimist“, der sich „in sämtliche Rosenkreuzergrade einführen ließ, mit dem alleinigen Ziel, das Geheimnis der Transmutation zu entdecken“.42

Gründungsphase der modernen Freimaurerei

Biedermann hat in wohltuender Klarheit derartige Abstammungsdiskussionen zurechtgerückt: „Die Berufung auf ehrwürdige Traditionen ... ist jedenfalls eine Eigentümlichkeit, die vielen ‚diskreten‘ Gruppen zugeschrieben werden muß ... Was bedeutsam ist, muß notwendigerweise auch alt sein und mit Erfahrungen aus einem großen Zeitalter der Kulturen zusammenhängen ... Wenn nun ... vor allem Details herangezogen werden, die gut in den Rahmen der vorgefaßten Meinung passen, ... dann lassen sich ohne Schwierigkeiten alle nur vorstellbaren Indizienketten knüpfen.“43 Aus dieser Erkenntnis und aus einer genauen Übersicht über die vorhandene Literatur zieht er den Schluß, daß die Bauhütten des Mittelalters und der Neuzeit als „der echte Mutterboden des spekulativen Freimaurertums“ dastehen, während andere Theorien nur insoweit von Interesse sind, als sie innerhalb des freimaurerischen Selbstverständnisses an der Ausformung des Rituals etc. ein Eigenleben entwickeln konnten, wie dies etwa auf die Templertradition zutrifft, die im 18. Jahrhundert für die Gedankenwelt der strikten Observanz oder in der Ausformung jener des 30. Grades des Schottischen Ritus, des Ritter Kadosch, maßgebend wurde. Die im Ritual des Ritter Kadosch dargestellte Rache am Tod des Großmeisters Jacques de Molay, das Symbol des Dolches, der zwei Totenschädel für Clemens V. und Philipp den Schönen werden noch heute von kirchlichen Kreisen als Aufruf zum Kampf gegen die Kirche interpretiert. In Verbindung mit dem diesem Grad zugeordneten Baphomet entsteht dann die Geschichte der im ewigen Kampf mit dem Guten liegenden Freimaurerei, während eine Erklärung, die durchaus im Sinne Biedermanns ist, hervorhebt: „Die Symbolik des Grades ... weist in eine Zeit, in welcher in der Tat gewisse magisch-mythische Geheimrituale noch zum Fundus der Freimaurer gehörten ...“ Und weiter: „Im angelsächsischen Bereich tritt im Kadoschgrad stärker das religiös-gnostische Element in den Vordergrund, während die klassische romanische Freimaurerei im 18. und noch im 19. Jahrhundert, bedingt durch die historischen Gegebenheiten monarchischer Diktatur und Unterdrückung, vor allem in Spanien und in Italien Thron und Altar den entschlossenen Kampf ansagte. Dort wurden die Symbole des Dolches wie auch die zwei Schädel Clemens’ V. und Philipps des Schönen als Aufforderung zur Vergeltung für die den Templern angetanen Ungerechtigkeiten durch die Monarchie und die Kirche verstanden.“ Derartiges ist natürlich längst überholt. Die „Schwierigkeit von traditionsgebundenen Ritualsystemen liegt offenbar darin, daß auch nicht mehr aktuelle Symbole mitgeführt werden müssen. Es ist dann bloß möglich, sie neu zu deuten und ihre Aussage den Problemen der Gegenwart so gut als möglich anzupassen.“

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