Die drei ??? Kids, 56, Das Rätsel der Könige (drei Fragezeichen Kids) - Ulf Blanck - E-Book

Die drei ??? Kids, 56, Das Rätsel der Könige (drei Fragezeichen Kids) E-Book

Ulf Blanck

4,8
5,99 €

Beschreibung

Seltsame Dinge geschehen im neuen Einkaufszentrum von Rocky Beach. Als "Die drei ??? Kids" den Spuren nachgehen, stoßen sie auf einen wertvollen Königsschatz. Doch die drei Detektive sind nicht die einzigen, die das Rätsel der Könige lösen wollen ...

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Seitenzahl: 82

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Die drei ???® Kids

Band 56

Das Rätsel der Könige

Erzählt von Ulf Blanck

Mit Illustrationen von Harald Juch

KOSMOS

Umschlag- und Innenillustrationen von Harald Juch, Berlin

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele weitere Informationen zu unseren Büchern, Spielen, Experimentierkästen, DVDs, Autoren und Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2013, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-13922-6

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Wellenreiten

»Das ist meine Welle!«, rief Peter und schwamm mit kräftigen Schwimmzügen dem großen Brecher entgegen. Um ihn herum brodelte das Wasser, und der starke Wind wehte die weiße Gischt vor sich her. »Cool! Die ist über zwei Meter hoch! Die erwische ich voll.« Dann legte sich Peter flach wie ein Brett aufs Wasser, holte noch einmal tief Luft und wurde von der riesigen Wassermasse mit ungeheurer Kraft vorwärtsgeschoben.

Seine beiden Freunde schwammen etwas weiter entfernt im ruhigeren Bereich. Bob feuerte Peter an: »Los! Das wird ein neuer Rocky Beach Rekord. Ja! Der zischt ab wie eine Rakete.« Auch Justus sah Peter respektvoll hinterher. »Und das alles ohne Surfbrett. Der ist schneller als jeder Delfin.«

Den ganzen Vormittag schon verbrachten die drei ??? am Strand und genossen das Wochenende. Nun aber kamen sie erschöpft aus dem Wasser. Kraftlos ließ sich Peter auf sein Handtuch fallen. »Ich bin völlig erledigt. Aber die Wellen heute musste ich einfach ausnutzen.« Dann nahm er einen Schluck aus der Wasserflasche und spülte seinen Mund aus. »Bah! Wenn Meerwasser nur nicht so salzig wäre.« Bob grinste. »Wie wär’s mit Kirschgeschmack? Oder man könnte den Pazifik mit Cola auffüllen.« Die drei Jungen lachten vergnügt und blinzelten dabei in die Sonne.

Die Küste von Rocky Beach war eigentlich eine langgezogene Steilküste. Nur an wenigen Stellen konnte man baden. Die sandige Bucht in der Nähe des kleinen Fischereihafens war der Lieblingsplatz der drei ???. Doch heute sah sich Justus verwundert um. »Seltsam, normalerweise ist es doch am Wochenende wesentlich voller hier?« Bob nickte. »Ja, kaum jemand da heute. Vielleicht gibt es etwas Spannendes im Fernsehen?« Peter runzelte die Stirn. »Um diese Zeit?«

In diesem Moment schob sich draußen auf dem Meer ein großes Schiff an einer Felsnase vorbei. Es war knallgelb angemalt, und riesige Buchstaben prangten an der Seite: »Pacific Mega Park«, las Peter laut vor. »Was soll das denn sein?« Doch Bob hatte den Namen schon einmal gehört. »Der Pacific Mega Park ist ein neues, gigantisch großes Einkaufszentrum. Ich wusste gar nicht, dass es schon geöffnet hat. Der Mega Park befindet sich ein paar Kilometer südlich von Rocky Beach. Er liegt direkt am Meer. Mein Vater hat darüber einen Bericht geschrieben.« Bobs Vater war Reporter bei einer großen Tageszeitung, und ab und zu erzählte er seinem Sohn von seinen Recherchen.

Justus beobachtete immer noch das Schiff. »Diesen Mega Park würde ich mir gern einmal anschauen. Hm … Seht ihr, was noch auf dem Schiff geschrieben steht?«

»Ja, da steht: Wassertaxi«, antwortete Bob. »Und nun weiß ich auch, was das zu bedeuten hat: Dieses Schiff fährt von Hafen zu Hafen und sammelt Leute ein, die den Mega Park besuchen wollen. Und das kostet nichts, hat mein Vater gesagt.«

Peter nahm noch einen Schluck Wasser. »Klar, und die ganzen Leute sollen dort natürlich ordentlich viel einkaufen und Geld ausgeben. Keine schlechte Idee, mit einem Schiff die Kunden heranzufahren. Wisst ihr übrigens, was ich glaube? Der Pott tuckert direkt zum Fischereihafen. Das wird die nächste Station sein.«

»Da würde ich jede Wette drauf eingehen«, rief Justus. »Und jetzt ist mir auch klar, warum heute niemand am Strand ist.«

»Logisch«, lachte Bob. »Die fahren alle mit dem Schiff ins Einkaufsparadies.«

»Wisst ihr was, Freunde«, sagte Justus mit leuchtenden Augen, »genau das werden wir jetzt auch machen!«

Peter und Bob waren mit Justus’ Vorschlag sofort einverstanden. Schnell zogen sich die drei um und stopften ihre nassen Sachen in die Rucksäcke. »Dann auf zum Pacific Mega Park!«, rief Bob.

Wassertaxi

Als sich die drei ??? mit ihren Fahrrädern dem kleinen Fischereihafen näherten, hörten sie schon aus der Ferne das laute Schiffshorn des Wassertaxis. Dann konnten sie es sehen: Das riesige gelbe Schiff passte nur knapp durch die schmale Hafeneinfahrt. Peter bremste und stieg ab. »Ich fasse es nicht! Im Hafen wimmelt es von Menschen. Halb Rocky Beach muss auf den Beinen sein. Los, sonst bekommen wir keinen Platz mehr auf der Fähre.«

Wenig später lehnten die drei ihre Räder an eine rostige Fischerhütte und bahnten sich einen Weg durch die Menge. Das Schiff hatte mittlerweile an der langen Kaimauer festgemacht, und eine Lautsprecherstimme ertönte: »Bitte nicht drängeln, meine Damen und Herren. Wir haben für alle Platz. Willkommen auf der Fähre zum Pacific Mega Park.«

Doch die Menschen schienen sich nicht darauf verlassen zu wollen. »Machen Sie Platz!«, brüllte ein dicker Mann und schob alle anderen vor sich zur Seite. Eine Frau mit Kinderwagen fiel dabei fast ins Hafenbecken. »Frechheit!«, schimpfte sie erbost. »Ich hoffe, wegen Ihnen geht das Schiff nicht unter. Wie kann man nur so dick sein!?« Peter schüttelte den Kopf. »Kaum gibt es etwas umsonst, drehen die Leute durch.«

Aber das Schiffsinnere schien riesig zu sein. Unentwegt strömten Menschen an Bord, und keiner musste zurückbleiben. Schließlich gingen auch die drei ??? auf das Schiff. »Die Letzten werden die Ersten sein«, grinste Justus. »Wer als Letzter an Bord geht, darf nämlich auch als Erster wieder an Land.« Dann ertönte das laute Schiffshorn, und die Leinen wurden losgemacht.

In diesem Moment lief auf der langen Kaimauer eine junge Frau mit hochhackigen Schuhen heran. »Halt! Warten Sie! Ich muss noch mit. Nicht abfahren!«

Doch es war zu spät. Ein Matrose hatte schon die Leinen eingeholt, und das Schiff schob sich langsam von der Hafenmauer weg. »Tut mir leid, meine Dame«, rief der Seemann, »das wird nichts mehr. In zwei Stunden kommen wir wieder. Sie müssen warten.«

Die Frau sah aber nicht so aus, als ob sie warten wollte. Mittlerweile war das Schiff schon über zwei Meter von der Mauer entfernt. Plötzlich zog sich die Frau die hochhackigen Schuhe aus und nahm entschlossen Anlauf. Bob riss den Mund auf. »Die ist irre! Die will doch nicht tatsächlich noch an Bord springen?«

Doch genau das hatte die Dame vor. Sie warf ihre Schuhe voraus, mit einem spitzen Schrei stieß sie sich dann von der Kaimauer ab und flog durch die Luft. Als sie merkte, dass ihr Sprung zu kurz war, klammerte sie sich mit den Händen an der Reling fest. »Hilfe!«, kreischte sie. »Ich rutsche ab! Ich falle ins Wasser!« Peter stürzte sofort auf sie zu. »Hier! Nehmen Sie meine Hand. Ich ziehe Sie hoch.« Jetzt eilte auch der Matrose herbei. »Lady! Sind Sie wahnsinnig? Wenn Sie ins Wasser gefallen wären, hätte Sie die Schiffsschraube erwischen können.«

Die Frau krallte sich an ihm fest. »Quatschen Sie nicht so viel, ziehen Sie mich lieber rauf. Und wo sind meine Schuhe?«

Bob hatte die fliegenden Schuhe fast an den Kopf bekommen und reichte sie nun der Dame. »Hier, die sind sicher gelandet.«

»Gib schon her!«, keifte die Frau. »Man hätte ja auch die paar Sekunden auf mich warten können.« Wütend verschwand sie im Schiff.

Der Matrose rückte sich seine Uniform zurecht. »Der arme Mann, der die einmal heiratet.« Justus nickte zustimmend. »Ja, eine hysterische Ziege mit einem grauenvollen Parfüm.«

Das Wassertaxi war brechend voll. Alle Bänke und Sessel waren besetzt. Justus, Peter und Bob drängten sich durch die schmalen Gänge der Fähre nach oben auf das Bootsdeck. Hier waren zwar auch schon viele Menschen, dafür gab es aber genügend frische Luft zum Atmen. Das Schiff hatte den Hafen mittlerweile verlassen, und hungrige Möwen verfolgten es. Bob zeigte auf eine Stelle an Land. »Da! Seht ihr? Dort ist unsere Badebucht.«

Mit voller Kraft ging es jetzt Richtung Süden, und das Schiff erzitterte von den starken Motoren. Überall unterhielt man sich lautstark über das neue Einkaufszentrum. Eine ältere Dame trug ihren dicken kleinen Hund auf dem Arm, damit er nicht zertreten wurde. »Und stellen Sie sich vor«, erzählte sie einer Frau neben sich, »dort soll es über hundert Geschäfte geben. Da bekommt man alles. Von der Hundedecke bis zum Lockenwickler. Mister Porter kann ab sofort mit seinem alten Laden in Rocky Beach einpacken.«

Auf einmal ertönte von oben eine laute Stimme. »Spricht da der Kapitän?«, fragte Peter. Doch der war es nicht. Vor dem hohen Flaggenmast des Schiffes stand ein bärtiger Mann und hatte seine Arme hoch erhoben. Seine langen weißen Haare wehten im Wind. »Stoppt den Einkaufswahnsinn!«, brüllte er wütend. »Stoppt das Einkaufszentrum! Lasst euch nicht kaufen!« Dann kletterte er am Fahnenmast hoch. »Haltet ein! Kaufen macht krank! Keine Macht den Märkten!«

Doch er erntete aus der Menge nur tosendes Gelächter. Drei Matrosen kamen herangelaufen und zogen den Mann an den Füßen vom Fahnenmast herunter. Fluchend wurde er unter Deck gebracht. Justus knetete nachdenklich seine Unterlippe. »Merkwürdiger Typ. Dieser Pacific Mega Park lockt ziemlich seltsame Leute an.«

Pacific Mega Park

Nach einer knappen Stunde drosselte das Schiff seine Geschwindigkeit. »Anscheinend sind wir gleich da«, sagte Bob. Dann erblickten sie vom Schiff aus den Pacific Mega Park. Es war ein riesiger Gebäudekomplex direkt oberhalb an der Steilküste gelegen. An den Ecken ragten hohe Türme in den Himmel. »Sieht aus wie ein Schloss«, staunte Peter. »Fehlt nur noch der König.«

Vom Strand der Steilküste aus führte ein sehr langer Holzsteg ins Meer hinaus. Hier hatte schon ein weiteres Wassertaxi festgemacht. »Scheint so, als hätten die gleich mehrere Schiffe. Die holen die Kunden aus allen Himmelsrichtungen ab«, bemerkte Justus.

Kaum hatte auch ihr Schiff angelegt, strömte die Menschenmenge auf den Steg. Die drei ??? wurden einfach mitgerissen. Hier trafen sie auch die Frau mit den hochhackigen Schuhen wieder. »Machen Sie Platz!«, rief sie, und ihre Stimme überschlug sich fast dabei. »Lassen Sie mich durch! Weg da!«

Der Steg endete an einer breiten Rolltreppe vor der Steilküste, welche die Menschen hinauf zum Eingang des Mega Parks