Die Elemente des Zen in der Kampfkunst - Hagen Seibert - E-Book

Die Elemente des Zen in der Kampfkunst E-Book

Hagen Seibert

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Beschreibung

Japans Geschichte war lange Zeit geprägt durch ständige Kriege rivalisierender Fürsten, gipfelnd in einem hundertjährigen Bürgerkrieg. Es entwickelte sich ein besonderer Kriegerstand, die Samurai. In den permanenten Kriegswirren schliffen sich deren Fähigkeiten. Es schied sich das Ineffektive vom Effektiven, und Meisterschaft in den Kampfkünsten war überlebensnotwendig. Spirituellen Beistand fanden sie in der Lehre des Zen-Buddhismus. Zen verhalf den Samurai zu einem speziellen Zugang zu ihrer Lebenssituation und zu ihren Kampfkünsten. So lernten sie einerseits unerschütterlich dem Tod ins Auge zu sehen, zum anderen ihre Waffen mit herausragender Präzision zu handhaben. In unserer heutigen Zeit ist Budô – der Weg der Kampfkünste – das Vermächtnis der Samurai. Im Budô verbindet sich das Streben nach Meisterschaft in sportlicher Übung und Kampf mit den geistigen Inhalten des Zen-Buddhismus. Zen unterstützt dieses Streben nachhaltig, durch die spezielle Geisteshaltung und praktischen Mindset. Mit diesem Buch soll auf praktisch anwendbare Weise die Lehren aus dem Zen-Buddhismus für Praktizierende von Kampfkünsten, für Ambitionierte anderer Sportarten und allgemein für Betroffene von Konflikt-Situationen erschlossen werden. Dazu wird dargelegt, welche Elemente im Einzelnen diesen Weg zur Meisterschaft bereiten. Nebenbei bietet dieses Buch auch einen unkomplizierten, pragmatischen Zugang zu den Lehren des Buddhismus. Zuletzt wird Kampfkunst als solche in diesem Kontext hinterfragt.

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Seitenzahl: 228

Veröffentlichungsjahr: 2015

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DIE

ELEMENTE

DES

ZEN

IN DER

KAMPFKUNST

HAGEN SEIBERT

1. Auflage 1996

2. korrigierte Auflage 1998

3. erweiterte Auflage 2015

Verlag:

H. Seibert, Erbsenreute 24, D-79312 Emmendingen

[email protected]

© Hagen Seibert

Alle Rechte vorbehalten.

Kein Teil dieses Buches darf ohne ausdrückliche Genehmigung reproduziert oder übermittelt werden. Dies schließt ein: Verbreitung durch Film oder Funk, Wiedergabe auf Tonträger oder Datenverarbeitung, Einscannen, Wandeln in Dateiformat, Umwandeln des ebook-Formates in andere, Präsentation im Internet, auszugsweiser Nachdruck oder Fotokopie.

Inhaltsverzeichnis

Erstes Buch: Die Elemente des Zen im Budô

Vorwort

Chogen - Die Verbindung von Zen und Budô

Zuihô-in - Im Zuihô Tempel in Kyôto

Sennen - Konzentration

Kokyu - Atemkraft

Shisei - Haltung

Chôryoku - Spannung

Mushotoku - Handeln ohne Absicht

Sutemi - Den Körper vergessen

Shinakatta - Ich war´s nicht ...

Zanshin - Hier und Jetzt

Mushin - Der leere Geist

Hishiryo - Nicht haften

Shoshin - Anfänger-Geist

Jukutatsu - Meisterschaft

Zweites Buch: Zen-Philosophie und Kampfkunst

Vorwort zum Zweiten Buch

Münsterschwarzach - Seminar im Kloster

Seisei - Bedingtes Entstehen

Henkyô de - An der Grenze

Genjitsu - Wirklichkeit

Shôsei - Ich

Kurushimi - Leiden

Ware o wasureru - Sein Ich aufgeben

Kû - Leere

Bôryoku - Gewalt

Katatsumuri no henshi - Tod einer Schnecke

Setsunintô - Katsujinken - Todbringende Klinge – Lebensschenkendes Schwert

Jiyû - Unbeschränktheit

Tôitsu - Einheit

Kyômei - Mitgefühl

Teki - Der Feind

Shôtotsu - Konflikt

Funsô - Streit

Tegoro na tebiki - Praktische Anleitung

Aikidô - Die Entstehung von Aikidô

Yûshô - Sieg

Anhang

Yin und Yang - Die beiden Urkräfte

Gogyô - Die Fünf Wandlungen

Wuwei - Nicht Handeln

Ashi - Wie man die Füße setzt

Todome - Die 14. Form Aikidô Tôhô Iaidô

Dank

Quellenverzeichnis

Weitere Literatur

Erstes Buch: Die Elemente des Zen im Budô

Vorwort

1993 gründete ich zusammen mit meinem Freund Martin Geiß das Tendôryu-Aikidô-Dôjô in Regensburg. Wie es der Zufall wollte, waren unsere ersten Schüler lauter Psychologie-Studenten, und die wollten den theoretischen Hintergrund des Aikidô erst einmal ganz genau wissen, am liebsten in einem Buch nachlesen.

Ich wollte bestenfalls das „Aikido-Brevier" empfehlen, ein schmales Büchlein, in dem die grundlegenden Techniken dargestellt sind, mit ein paar Aufsätzen zu Geschichte und Idee, und ihnen gleichzeitig klarmachen, dass sich ihnen Aikidô nur im Training, auf der Matte, erschließen würde. Bücher können unmöglich eigene Erfahrungen ersetzen. Nicht umsonst bezeichneten Zen-Meister Bücher als „altes, verrottetes Papier".

Denen, die dennoch unbedingt etwas lesen wollten, konnte ich dann nur noch Taisen Deshimaru Rôshis „Zen in den Kampfkünsten Japans" nahelegen. Dabei handelt es sich allerdings eher um ein Buch über Zen als um ein Aikidô-Buch, obwohl ich es selber für einen Fortgeschrittenen als ungemein inspirierend empfunden habe. Ansonsten konnte ich nichts mehr empfehlen: weder die intellektuell abgehobenen „Aikido and the Dynamic Sphere", noch Andre Protins „Aikido", die eher verwirren als erhellen, und schon gar nicht die ganzen Bilderserien-Bücher von den unterschiedlichen Meistern unterschiedlichster Schulen. Nicht einmal Kamatas fundierte, aber eher akademische Ausführungen in „Zen and Aikido". Warum schaffte es keiner, in klaren, einfachen und lebendigen Worten, die Dinge auf den Punkt zu bringen?

Aikidô lässt sich nicht erklären, sondern nur durch Praxis erlernen. Vielleicht liegt darin das Problem. Im Vordergrund steht Waza, die Technik. Wenn man sich nur bemüht, die Techniken perfekt zu beherrschen, und alles, was für eine perfekte Ausführung der Technik notwendig ist, mit einbezieht, wird man automatisch auf den richtigen Weg gelangen. Aus der Technik folgt die Atmung und auch die richtige geistige Haltung. Jedoch wäre es für den Einzelnen enorm mühselig, müsste er für sich alles wieder neu erfinden.

Dieses Wissen existiert bereits. Doch wie sollen wir es unseren Schülern nahebringen? Die Techniken erklären und zum Rest schweigen und hoffen dass die Schüler von selber zum Ziel gelangen, das wäre sicher nicht das richtige Vorgehen. Ein Trainer muss immer wieder Hinweise geben, die dem Schüler den Weg nach der nächsten Biegung aufzeigen, so dass dieser, wenn er dorthin gelangt ist, auch für den weiteren Verlauf ein eigenes Gespür entwickelt hat. Um solche Hinweise geben zu können, musste ich den Sachverhalt zuerst einmal für mich selber klar herausarbeiten und formulieren. Das ist der Ursprung dieses Büchleins: Ich benötigte es als eine Grundlage für das Training, für den Trainingsaufbau, um Fragen beantworten zu können, und als Gedankenstütze.

Nun ist das Manuskript fertig. Was liegt näher, als es auch anderen zur Verfügung zu stellen, es offenzulegen und mitzuteilen. Dafür, denke ich, ist es legitim, auch neues, noch nicht gänzlich „verrottetes Papier“ zu produzieren. Das vorliegende Buch soll erste Neugierde befriedigen, erläutern, motivieren und neues Interesse wecken. Weder Zen noch Aikidô können umfassend erklärt werden, das geht nicht in einem Buch. Es geht lediglich darum, Zen-Geist beim Training praktisch erfahrbar und nachvollziehbar zu machen. Das Buch bezieht sich auf Aikidô, das Gesagte gilt im Prinzip gleichermaßen für jede andere Art von Budô.

Arco, 15.6.1995

Zur dritten Auflage sei angemerkt, dass es wiederum eine überarbeitete Fassung ist. Immer wieder fanden sich Stellen, wo sich treffender sagen ließ, was ich eigentlich ausdrücken wollte. Auf Seminaren zeigte sich, dass insbesondere der Gedanke „nicht ich mache, sondern es geschieht aus mir heraus” nicht so leicht verstanden wurde. Um dies besser zu erläutern, wurde ein ganzes Kapitel neu eingefügt. Hinzu kamen vier Kapitel, die tiefer die Grundlagen des Buddhismus erläutern, und weitere vier Kapitel, die sich in diesem Kontext mit der Frage der Anwendung von Gewalt befassen. Damit ließ sich das Buch in zwei Teile ordnen und neu strukturieren: Die erste Hälfte behandelt die eher praktischen Aspekte von Zen in der Kampfkunst, die zweite Hälfte Gedanken, die über den Kampf hinaus zu philosophischen Themen führen. Letztlich hat sich damit auch der Zweck des Buches erweitert: Es ist mir nicht mehr nur Grundlage für die Trainerarbeit und Gedankenstütze, sondern auch Zielformulierung für eigene Weiterbildung. Und schließlich hat sich in den Jahren auch der eigene kampfsportliche Horizont erweitert, von Aikidô um Iaidô und JuJitsu, so dass sich die Thesen in diesem Buch nicht mehr allein auf Aikidô beziehen, sondern auch auf andere Budô-Richtungen. Konsequenterweise wurde der Titel in „Die Elemente des Zen in der Kampfkunst“ geändert.

Berlin, 2.1.2011

Chogen - Die Verbindung von Zen und Budô

Wenn ich einmal das Fechten in Europa und seine Verbindung mit dem Christentum mit dem Fechten in Japan und seiner Verbindung zum Zen-Buddhismus vergleiche, gibt es da einen Unterschied? Das Fechten hat in beiden Kulturen eine lange Tradition. In Europa gab es mit den Ritterorden eine institutionalisierte Verbindung von Ritterstand und religiöser Spiritualität. Das Christentum gab den Ordensrittern Anleitung, wofür sie ihr Schwert einsetzen sollten. Für die Frage, wie sie ihr Schwert handhaben sollten, konnten die Ritter nicht aus dem Christentum schöpfen. Die hohe Kunst des Fechtens – erst mit dem Langschwert, später mit dem Degen – entwickelte sich bar jeder Spiritualität. Heute lebt diese Kunst im Fechtsport weiter, in einer olympischen Disziplin, die auf Wettkampf ausgerichtet ist. In Japan gab es ebenfalls einen Ritterstand, die Samurai. Es gab keine mit Johannitern oder Templern vergleichbaren Orden. Trotzdem entstand eine spirituelle Verbindung, aus der gestalterischen Kraft der Idee des Zen, die den Samurai Rat gab wie sie mit ihrem Schwert umgehen sollten. Der Einfluss des Zen reichte bis in die praktische Handhabung des Schwertes. Heute sind uns die Budô-Künste erhalten geblieben, in denen die Kampfkunst als Weg der persönlichen Entwicklung begriffen wird, und Wettkämpfe nicht im Vordergrund stehen (Bu=Krieg, Kampf; Dô=Weg1).

„Das japanische budô ist die Einheit der Kampfkünste und des Zen.“ ([2] S.38)

Ohne Zen gäbe es die Budô-Künste nicht in der Form, die wir heute kennen. Zen ist die Quelle der Inspiration für alle Budô-Künste.

Die Verbindung von Zen und Budô ist geschichtlich entstanden. Gautama Siddhartha, der historische Buddha2, setzte sich, der Überlieferung zufolge, nach sechsjähriger Suche und Wanderschaft unter einen Feigenbaum, praktizierte Meditation und erfuhr dadurch Erleuchtung. Diese Art der Meditation nannte man „dhyana". Nach Gautamas Tod spaltete sich der Buddhismus in verschiedene Richtungen auf. Einige behielten „dhyana" als zentrale, besonders betonte Übungsform bei.

Durch Bodhidharma gelangte diese Richtung schließlich nach China3 und wurde dort „ch´an-na" ausgesprochen. Indem der Buddhismus sich mit dem Gedankengut des Taoismus verband, entwickelte sich die spezifisch chinesische Prägung des „ch´an"-Buddhismus. Dieser blieb in China stets ein Außenseiter unter den Religionen, die Verneinung jeglicher Form machte „ch´an" im damaligen Kaiserreich ungeeignet für offizielle Zwecke.

In Japan hatte der Buddhismus – aus China kommend – als neue Religion schnell Fuß fassen können4. Immer wieder brachen japanische Mönche zu Studienreisen in das vermeintliche Ursprungsland des Buddhismus auf. Eisai und Dôgen, zwei dieser Reisenden, kamen auf ihren Studienreisen nach China mit der neueren Richtung des „ch´an"-Buddhismus in Berührung. Sie verbrachten mehrere Jahre bei ihren Lehrern und verbreiteten nach ihrer Rückkehr „Zen" in Japan5. Dort fühlte sich insbesondere die Kriegerschicht der Samurai durch die Ideen dieser neuen Richtung des Buddhismus angesprochen. Ihre Lebenssituation erforderte von ihnen, spezielle Wege zu finden den Tod zu bewältigen, an dessen Pforte sie zu jeder Zeit standen. Das einfache Volk blieb dagegen eher dem esoterischen Buddhismus (Shingon, etc.) und der „Reinen Land"-Sekte zugetan.

Als die Heian-Ära, die glanzvolle Zeit des Kaiserhofes von Kyôto, zu Ende ging, war der Tenno nicht mehr in der Lage das Land zu regieren. Der Shogun übernahm diese Funktion. Als Regent übernahm er faktisch die Macht im Lande. Die Shogune entstammten der Klasse der Samurai, und Zen wurde zeitweise Staatsreligion6. In der Folge drang der spirituelle Einfluss des Zen in viele Lebensbereiche ein, es entstanden die „Zen-Künste” – Teezeremonie, Ikebana, Kalligraphie und Budô. Durch diese wurde Zen schließlich auch von den breiten Schichten der Bevölkerung angenommen.

„Zen wäre nicht angenommen worden ohne bestimmte Formen. Zazen [-Meditation] ist eine Form, doch Zen kann unendlich viele Formen erzeugen. Ich glaube, daß Aikido eine dieser Formen ist. ... Daher wird Aikido ‚Zen in Bewegung` genannt, während man Zazen als ‚Aikido in Ruhe` beschreiben kann." ([1] S.23f)

Der ideelle Einfluss des Zen lässt sich auf viele Tätigkeiten übertragen. Umgekehrt würde man am Ende zu ganz ähnlichen Methoden gelangen, wenn man nach hervorragenden Leistungen strebte, auch ohne Zen zu kennen. Die Lehre des Zen ist etwas zutiefst Natürliches. So findet man bestimmte Elemente überall wieder.

Ein Extrem-Kletterer beschrieb einmal den mentalen Zustand, wenn er sich ohne Seil voll konzentriert weit oben in der luftigen Höhe einer Felswand bewegt, mit den Worten: „Dann ist man im Gas.“ Er skizzierte damit, dass es für den Moment dort oben nur mehr die ätherische Leichtigkeit gibt, aber keinen Abgrund, keinen Gipfel, keine Gefahr und keinen Kletterer. Er fasste einen Zustand, wie man ihn im Zen kennt, das „Hier und Jetzt“, in bildhafte Worte, ohne jemals von Zen gehört zu haben.

Jede Kunst, die eine anspruchsvolle körperliche Koordination erfordert, sei es eine Kampfkunst wie Aikidô oder Sportklettern, Skirennlauf, Gewichtheben, Tennis, Golf, oder der Zusammenbau einer mechanischen Taschenuhr – egal in welchem Bereich – alle diese Tätigkeiten haben einen mentalen Aspekt.

Ein Skirennläufer fährt vor dem Start im Geiste durch die Slalomstangen, und bei seinem Lauf während des Rennens vergisst er alles andere, seine Gegner, seine Weltcup-Punkte, seine Gefahr zu stürzen, er konzentriert sich nur auf die nächste Stange und auf seine Linie. Das ist Zen. Ein Gewichtheber nimmt sich einen Moment der stillen Sammlung, bevor er nach vorne schreitet, die Stange ergreift, und die ganze Kraft seines Körpers unter die Gewichte stemmt. Das ist Zen.

Will man erfolgreich sein, erfordern all diese Tätigkeiten letztlich die gleichen Elemente wie sie bereits vor langer Zeit aus dem Zen in die Kampfkünste eingedrungen sind. Die Meister der Budô-Künste verdanken ihre Meisterschaft in besonderem Maß diesen Elementen.

Jene Elemente, die Zen für das praktische Budô bereit hält, das sind sennen, kokyu, shisei, mushotoku, sutemi, zanshin, mushin, hishiryo, shoshin. Dieses Buch soll dienen sie aufzuzeigen.

Zuihô-in - Im Zuihô Tempel in Kyôto

Das Tani House ist meine charmante Herberge in Kyôto. Der Eingang liegt ganz versteckt. Eine schmale Pforte führt durch eine Bambushecke, dann ein wenige Schritte langer Pfad neben einem angelegten Teich. Eigentlich ist der Teich eher eine Pfütze, so schmal, dass der japanische Zierkarpfen darin sich kaum umdrehen kann. Ich habe hier nette Leute kennen gelernt: zwei Amerikanerinnen auf Jobsuche im unbekannten Japan, mehrere Biologen, die an einem internationalen Kongress teilnehmen ... Gestern Abend saßen wir noch lange in der winzigen Gemeinschaftsküche, sprachen über die Erdmännchen7 in Tansania und über Gorbatschow und Perestrojka und tranken den unglaublich milden Wodka, welchen die Russen mitgebracht hatten.

Heute habe ich schon früh am Morgen das Tani House verlassen, trotz Restmüdigkeit. Auf meinem Besichtigungsprogramm steht der Zuihô-Tempel mit seinem Steingarten. Mit dem Bus fahre ich hin. Ein schmaler, gewinkelter Steinplattenweg führt hinein. Alles ist leer. Offenbar bin ich der erste Besucher heute Morgen. Ich hocke mich auf die hölzerne Veranda und sehe mir den Steingarten an. Er ist ganz anders als der erhaben-leere Garten des Ryoan-ji. Dessen Steine sind spärlich-vereinzelte Felsinseln, verloren in der weiten Fläche aus weißem, gerechten Kies. Wenn man den Garten im Ryoan-ji betrachtet, so findet man zunächst kein ästhetisches Konzept, keinen Ausdruck, keine Botschaft, keinen Sinn. Die vorhandenen Felsbrocken scheinen den Eindruck von Leere noch zu verstärken. Dieser Garten ist dagegen geradezu expressionistisch. Die Felsen sind wild gezackt, ihre Spitzen ragen wie Lanzen in die Luft. Sie schwingen sich auf zu einem großen Felsen rechts hinten im Eck. Der Kies ist zu brandenden Wogen geformt. Dieser Garten hier will etwas ausdrücken: Der große Fels im Eck stellt den erleuchteten Menschen – den Bodhisattva – dar, der unbeeindruckt ist von den Anfechtungen, Ablenkungen und Versuchungen – dem Samsara, das ihn umgibt.

So sitze ich, ein wenig müde noch vom gestrigen Abend, ganz alleine auf der Terrasse und betrachte diese fremdartige, expressive Gartenlandschaft. Ich höre Schritte: Platsch, platsch, platsch. Ein Zen-Mönch kommt um die Ecke, barfüßig, in ein knielanges Gewand gehüllt, ein Grinsen auf dem runden Gesicht. Als er mich sieht stutzt er. „Hoh! You have to sit straight!" Mit ein paar Schritten ist er bei mir, klopft mir auf den Rücken, und erklärt mir in ein wenig holperigem Englisch, dass dieser Garten hier ein Ort der Meditation ist. Dazu gehört aufrecht zu sitzen. Ob ich denn schon etwas über die Zazen-Meditation wüsste? Ich bejahe die Frage, und erkläre, dass ich es auch selber versucht hätte. Allerdings hätte ich dabei keinen richtigen Lehrer gehabt. Er tritt zur Seite, öffnet eine Schiebetür und winkt mich heran. Der Raum dahinter ist mit Matten und zahlreichen Sitzkissen ausgelegt. Durch die Papierbespannung dringt halbdunkles Licht. An einer Stelle sind die Schiebetüren zur Veranda geöffnet, jedoch wurde eine Absperrung aufgestellt.

Er platziert mich auf einem Kissen und setzt sich daneben. Wichtig wäre es, aufrecht zu sitzen und richtig zu atmen. Er macht es vor: „In" einatmen und „Outo" ausatmen. (Im Japanischen gibt es keine freistehenden Konsonanten. So spricht ein Japaner „t" meist als „to" aus, mit kurzem stimmlosen „o".) Er nimmt meine Hand und legt sie bei sich auf den Bauch: „In ... Outo". Beim Ausatmen wölbt sich der Unterbauch vor, nicht beim Einatmen! Ich frage noch einmal nach. Ja, beim Ausatmen. Dann bin ich dran. Er streckt seine Hand bei mir vorn in die Hose, ziemlich tief sogar. Ich bin etwas peinlich berührt, aber schiebe das beiseite und bemühe mich richtig zu atmen. „In ... Outo". Nachdem ich es ein paar Mal gemacht habe, scheint er zufrieden zu sein. Mit den Worten: „Please feel free to sit as long as you like" lässt er mich in dem Raum zurück und verschwindet durch eine Schiebetür.

Völlig unverhofft übe ich nun Zazen-Meditation. Ich bemühe mich, die gezeigte, seltsame Atemtechnik beizubehalten. Das muss ich erst einmal probieren.

Inzwischen kommen auch die ersten Touristen. Sie lugen über die Absperrung in den Raum hinein, wo ich sitze und machen Fotos. Soll ich mich davon ablenken lassen? Natürlich nicht, ich ignoriere sie, so gut es geht, und bleibe bei meiner Zazen-Übung.

Schließlich ist es genug und ich höre auf mit der Meditation. Eine dreiviertel Stunde ist vergangen. Ich gehe zurück auf die Terrasse. Dort treffe ich wieder auf den Mönch. Er grinst und fragt, wie ich zurechtgekommen wäre. Wir unterhalten uns noch, dann entschuldigt er sich, er müsse in Kürze eine Gruppe von Besuchern empfangen, und wir verabschieden uns.

Um Zazen korrekt zu praktizieren, sind mehrere Aspekte von Bedeutung: In erster Linie geht es dabei um Konzentration, jedoch sind Atmung, Haltung und Spannung wichtige Elemente einer wirkungsvollen Meditation. Die Bedeutung dieser vier Aspekte in der Kampfkunst ist ebenso grundlegend.

Sennen - Konzentration

Die Übung der Konzentration im Zen erfolgt meist über drei Wege: Zazen, Kinhin und Samu.

Zazen, die Meditation im Sitzen, ist die zentrale Übungsform des Zen. Hierzu setzt man sich auf ein Sitzkissen, das Zafu, und verschränkt die Beine in halber oder voller Lotushaltung. Das ist wie ein Schneidersitz, bei dem die Füße oben auf dem Oberschenkel zum Liegen kommen. Die Hände werden vor dem Bauch gehalten, so dass die Finger der rechten auf den Fingern der linken liegen und die Daumenspitzen einander berühren. Man sitzt möglichst aufrecht, den Kopf zurückgenommen, die Lider etwas geschlossen und den Blick unbestimmt gegen die Wand gerichtet, ohne einen bestimmten Punkt zu fixieren8.

Die Zazen-Meditation dient dazu, den Geist zu beruhigen, damit er zu Klarheit finden kann. Dafür richtet man die Aufmerksamkeit zuerst nach innen, auf die Atmung. Den Atem ruhig fließen lassen ermöglicht es, die flackernden, irrlichtigen Gedankenregungen loszulassen. Sind die permanenten, selbsterzeugten Ablenkungen ausgelöscht, stellt sich ein Zustand des Nicht-Denkens, der subjektlosen Wachsamkeit ein9.

„Der beste Weg, um wahres Zen zu erfahren […], ist, den Körper in einen Zustand vollkommenen Gleichgewichts und vollkommener Ruhe zu bringen, so dass man ihn nicht mehr wahrnimmt …“ ([33] S.15)

Kinhin, die Meditation im Gehen, wird meist in den Pausen zwischen zwei Zazen-Einheiten verwendet, um die Glieder zu bewegen und die Muskeln zu lockern und dabei trotzdem nicht die Konzentration fallen zu lassen. Man geht im Kreis herum, mit langsamen kleinen Schritten, die Hände vor der Brust zusammengelegt. Mit dem Aufsetzen der Ferse beim Schritt beginnt man mit der Ausatmung und führt sie fort, während man das Gewicht auf den vorderen Fuß verlagert. Die Ausatmung ist zu Ende, wenn man vollständig auf dem vorderen Fuß steht. Hebt man den hinteren Fuß ab, beginnt die Einatmung, die man fortsetzt, während der Fuß langsam vorschwingt, bis er wieder aufsetzt. So ergibt sich ein sehr langsames Voranschreiten im Einklang mit der Atmung. Es sollte sich so anfühlen, als würde man weiter Zazen üben.

Samu, die Übung in täglicher Arbeit, ist ebenfalls eine Übung der Konzentration. Auch in der Ausführung von Tätigkeiten, speziell Arbeiten wie Boden wischen oder Unkraut jäten, kommt es darauf an, mit der Aufmerksamkeit dabei zu bleiben und nicht abzuschweifen. Wie verlockend naheliegend ist der Gedanke: „Ahh, ich habe keine Lust, das jetzt zu machen.“ Aber das Ziel ist die Konzentration bis zum vollkommenen Einswerden mit dem momentanen Tun. Es gibt dann keinen Raum mehr für „keine Lust“. Man geht auf im Tun. Dies kann für jede Tätigkeit gelten. Trinkt man zum Beispiel ein Glas Wasser, erfüllt es das ganze Bewusstsein: Ich bin „ein Glas Wasser trinken“.

Betrachtet man nun die Kampfkünste, so fällt zuerst Iaidô auf, die Kunst das Schwert zu ziehen, als die Kunst, von der ich sagen würde, dass sie eine logische Fortsetzung dieser Reihe bietet: Zazen im Sitzen, Kinhin im Gehen, Samu in der Tätigkeit und nun Iaidô in der Bewegung mit einem Gegenstand, dem Schwert.

Gewiss birgt Iaidô noch viele weitere Aspekte: Perfektionierung der Form in Bezug auf einen imaginären Gegner, Natürlichkeit und Effizienz der Bewegung, Auseinandersetzung mit dem Schwert … Es gibt unterschiedliche Arten des Trainierens mit verschiedenen Zielen, auf die man sich konzentriert, die jeweils ihre eigene Berechtigung haben:

Die Phase des Einübens zeichnet sich dadurch aus, dass man sich den imaginären Gegner möglichst physisch vorstellt, um der Bewegung einen realistischen Charakter zu verleihen und die Anwendung der Form darzustellen. Außerdem erfolgt ständige Selbstkontrolle der Ausführung: Ist der Schnitt gelungen? Stehe ich gut? Stimmt die Haltung? Das Training ist eher physisch, auf die Aneignung der Form bezogen.

Dem gegenüber gibt es – später, wenn die Form erlernt ist – die Phase des Ausübens. Das Bild des Gegners ist nicht mehr so wichtig, es darf zu einem abstrakten Schatten verblassen. Man steigert sich nicht weiter in einen imaginären Zweikampf hinein, sondern betrachtet die Situation des Schwertkampfes mit Abgeklärtheit. Außerdem unterwirft man sich nicht mehr permanenter Selbstbeobachtung und -kontrolle, sondern übt ohne nach-denken, wie in der Meditation, mit einem nicht-reflektierenden Geist. Das Training ist eher mental: wachsam, ansatzlos die Technik hervorbringen, die Energie auf den Punkt bringen und Kraft an der richtigen Stelle der Bewegung entfalten, die natürliche Führung des Schwertes geläufig werden lassen, Schwert und Bewegung in geistiger Einheit.

In der nächsten Stufe dieser Reihe sind wir dann bei den anderen Kampfkünsten, dort setzt sich die logische Kette fort in der Bewegung mit einem aktiven Gegenüber.

In jeder Stufe der Reihe steigt die Anzahl der ablenkenden Faktoren und der Versuchungen, die Konzentration zu verlieren und den Geist anzuhalten, verweilen zu lassen. Am Endpunkt der Reihe, mit einem Gegner, beschäftigt sich der Verstand auf einmal ungewollt mit Sieg und Niederlage, mit Angst, mit Ärger, mit Strategie, mit Schmerz und Verletzung. Dem lässt sich entgegen wirken, indem man in der einfachen Situation am Beginn der Reihe den Zustand einübt, den man in der schwierigeren Situation am Ende benötigt.

Kokyu - Atemkraft

Die Atmung ist der Schlüssel zur Zazen-Übung. Deshalb konzentriert sich der Übende zuerst auf das richtige Atmen. Eine häufig verwendete Methode ist das Atemzählen. Bei jeder vollendeten Ausatmung zählt man eins … zwei … bis zehn und fängt dann wieder bei eins an. Das Ein- und Ausatmen soll möglichst gleichmäßig und langsam erfolgen. Man kommt so leicht auf nur drei Atemzüge pro Minute. (Atemzählen ist eine Methode für den Anfang, später zählt man nicht mehr und übt „shikantaza“, so-da-sitzen.)

Auch sollte dieses Atmen sehr tief sein, so wie ein Fahrstuhl vom Dachgeschoss bis in die Tiefgarage fährt. Das Gefühl sollte „strömend“ sein. Man kann sich vorstellen, dass man anstelle des Beckens eine Schüssel hätte, bis zu deren Grund man atmet oder bis zu einem gedachten Zentrum des Atmens, das im Zen „Tanden" oder „Hara" genannt wird. Dieses Zentrum des Atmens im Unterbauch liegt etwa eine Handbreit unter dem Nabel.

Blicken wir zu den Kampfkünsten, so spielt die Atmung ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Sie geht weit darüber hinaus, dass man bei sportlicher Anstrengung gelegentlich schnaufen muss. Zum Beispiel gibt es im Aikidô spezielle Atemkraft-Techniken („Kokyu-Nage“), bei denen man den Gegner nicht durch Hebeltechniken, sondern durch gezielten Körpereinsatz wirft. Für diese Atemkraft-Würfe benötigt man die Atmung aus dem Tanden. Dabei kommt es vor allem auf die natürliche Ausatmung im Einklang mit einer Bewegung an. Entscheidend ist, dass dieses Ausatmen aus dem Zentrum erfolgt.

Dieser Weise zu atmen liegt ein universelles Prinzip zugrunde: Wenn man Kraft ausübt, dann zusammen mit dem Ausatmen. Mit dem Einatmen wird Energie gesammelt, mit dem Ausatmen gibt man sie wieder ab. Man ist während der Ausatmung stärker, dagegen während der Einatmung schwächer, weniger konzentriert und leichter verletzbar. Um das zu spüren, gibt es einen einfachen Selbstversuch: Suche die Stelle etwa drei Finger breit über dem Nabel und klopfe mit der Handkante öfter dagegen, das eine Mal beim Einatmen, und das andere Mal beim Ausatmen. Der Unterschied ist deutlich fühlbar, während der Einatmung dringt die Empfindung für die Schläge durch bis an die Wirbelsäule. Darum ist es besser auszuatmen, wenn man von einem Fauststoß getroffen wird oder wenn man durch eine Wurftechnik des Gegners auf dem Boden aufschlägt.

So wird man im Budô stets versuchen, den Gegner dann anzugreifen, während er einatmet, wenn er also schwach ist. Ein Freund berichtete mir einmal von seinem koreanischen Tae-Kwon-Do-Meister, der manchmal im Freikampf die Faust vor den Mund hielt, oder den Kopf so weit verdrehte bis er seinen Kontrahenten nur noch aus den Augenwinkeln sah. Er tat dies, nur damit sein Gegner seine Atmung nicht erkennen konnte.

Umgekehrt wird man Kraft ausüben oder zuschlagen, während man selber ausatmet. Der Atem kommt aus der Hüfte, genauer gesagt aus dem Tanden. Die Energie für eine Bewegung, eine Kraftausübung, entwickelt sich aus diesem Punkt.

*

Was mich bei der Begegnung mit dem Mönch im Zuihô-Tempel am meisten verwundert hat, war jene Art der Atmung, bei der sich der Unterbauch beim Ausatmen vorwölbte. Das war damals etwas völlig Neues für mich. Es handelt sich dabei um die sogenannte „umgekehrte Bauchatmung”; sie ist eigentlich taoistischen Ursprungs. Als buddhistische Atemmethode kennt man dagegen eher die normale Bauchatmung, bei der sich der Unterbauch beim Einatmen vorwölbt.

Der Zuihô-in gehört zur Rinzai-Schule des Zen. Bei der anderen großen Schule des Zen, der Sôtô-Schule, wo ich später zu praktizieren begann, verwendet man im Zazen die normale Bauchatmung. Man legt größeren Wert auf die aufrechte Haltung. Außerdem sitzt man auf einem höheren Kissen. Es wird nicht gelehrt, den Unterbauch beim Ausatmen vorzuwölben. Durch die betont gerade Haltung und das höhere Kissen ist beim Sitzen die Bauchdecke stärker gespannt, so dass man nur noch schlecht den Unterbauch vorschieben könnte.

Was ist nun die unterschiedliche Wirkung dieser beiden Atemtechniken und wann setzt man sie ein? Geht es darum, den Geist zur Stille zu führen, so wie in der Zazen-Meditation, würde ich doch eher die normale Bauchatmung bevorzugen, einfach weil sie ganz normal und ungekünstelt ist. Die Methode der umgekehrten Bauchatmung ist dazu eine interessante Ergänzung. Ihre Wirkung ist eine starke und bewusste Betonung des Zentrums sowie ein Gefühl, als würde sich der Körperschwerpunkt absenken.

In den Kampfkünsten sind beide Atemmethoden anwendbar. Die normale Bauchatmung zum Beispiel beim Abknien, der kurzen Meditation zu Beginn und Ende des Trainings, wenn man sich den Kopf frei machen möchte für das Training. Die umgekehrte Bauchatmung bietet sich an, wenn man ein stabiles Körpergefühl erreichen möchte und seine Mitte sucht. Ein Beispiel wäre der Moment vor Beginn eines Randori (= Freikampf).

*

Die Atmung und die Bewegung hängen miteinander zusammen. Es gibt Techniken, die man in einer Atmung ausführt, für andere benötigt man zwei Atemzüge. Oftmals ist eine Technik sowohl in einem als auch in zwei Atemzügen möglich. Es gibt keine feste Vorschrift, die Atmung ist abhängig von der Situation und der Dynamik, von der Bewegung insgesamt. Die Hauptsache ist, dass unsere Atmung natürlich und logisch ist. Generell gilt: Ausatmen, wenn man Kraft ausübt, und Einatmen wenn man sich streckt. (Meistens wird man gleich nach dem Strecken eine Kraft ausüben.)

Im Aikidô, wenn man besser wird, so verlagert sich das Augenmerk. Man wird immer frühzeitiger beginnen, auf den Angreifer einzuwirken. Ein Anfänger ist mit den Techniken an sich vollauf beschäftigt, er steckt mit seiner Aufmerksamkeit mitten im Wurf. Der Fortgeschrittene beginnt auf die Angriffsdynamik zu achten, um die Bewegung fließend und harmonisch zu machen. Das Augenmerk liegt auf dem Eingang. Der Meister kann sich darin üben, den Atem des Angreifers zu spüren und die Angriffsintention zu erkennen, noch bevor der Angriff erfolgt.

Atmung und Bewegung zusammen bilden einen Rhythmus. Wir haben einen Rhythmus und unser Gegner hat seinen Rhythmus. Es ist vorteilhaft, wenn wir bei unserem Angreifer den Rhythmus erkennen, mit dem er angreift. Wir können ihn dann führen und unseren eigenen Rhythmus abstimmen.

Was in diesem Kontext mit Rhythmus gemeint ist, kann man sich nur schwer vorstellen. Deshalb sei es noch einmal anschaulich und einfach beschrieben. Im Aikidô gibt es von jeder Technik zwei Variationen, „omote" und „ura", Hineingehen und Wegdrehen. Warum ? Reicht denn nicht eine Version? Die beiden Varianten sind unterschiedliche Möglichkeiten, auf den Rhythmus des Angreifers einzugehen. Optimale Wirkung erzielt man, wenn man die Bewegung des Angreifers genau in ihrer Wirkrichtung verstärkt, dann verliert er sein Gleichgewicht. Jede andere Kraft