Die fliegende Oma - Mike Frajese - E-Book

Die fliegende Oma E-Book

Mike Frajese

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Beschreibung

Mit „Die fliegende Oma“ präsentiert Mike Frajese Einblicke in den typischen Alltag einer ganz normalen rheinländischen Familie. Oder etwa nicht? Kommen Sie mit auf Entdeckungsreise und finden Sie heraus, warum Waschmaschinen wandern, wie Erdanziehung gebündelt werden kann, weshalb ein Metzgereibetrieb zur besten Einkaufszeit vollends zum Erliegen kommt, oder wie man mit mobilen Störenfrieden umgeht. Ein Baumarktbesuch trägt zur Völkerverständigung bei und eine „Kuschelmuschel“ rettet Leben. Ach ja, und dann war da noch Edgar Hosen... Zunächst völlig harmlose, alltäglich scheinende Lebenssituationen, bekommen unerwartet eine Kehrtwende und driften teilweise ins Absurde ab.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Mike Frajese

Die fliegende Oma

Einblicke in eine typisch rheinländische Familie?

www.tredition.de

Impressum:

© 2014 Mike Frajese

Umschlaggestaltung, Illustration: Fee Frajese, Helmut Schwager Korrektorat & Satz: Angelika Fleckenstein; spotsrock.de

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN Paperback: 978-3-8495-9043-73

ISBN Hardcover: 978-3-8495-9044-4

ISBN e-Book: 978-3-8495-9045-1

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fee und Kerstin

Kurzgeschichten von

Mike Frajese

Die fliegende Oma

Einblicke in eine typisch rheinländische Familie?

Inhaltsverzeichnis

Weder Fisch, noch Fleisch

Manchmal

Der Geschichtenerzähler

Wer kennt sie nicht, die rheinische Frohnatur?

Hilfreicher Rotwein und ein Stück Käse

Gibt es

KURZGESCHICHTE

Und nun, Nachrichten aus dem Inland

Der Rheinländer

Vom Wirkungsgrad spricht man, wenn

In Anlehnung an

Elldees und Schroaster

Es ist so weit,

Die fliegende Oma

WM Feeling

Gravitation…(1)

Listen

Ein typischer Shopping Tag

Gravitation (2)

Und unerbittlich kreist der Mond

Blöder Briefträger

Ein Baumarkterlebnis

Der mobile Störenfried und das probate Mittel

Schutzengel

Erinnerungen

Das Autoradio

Die wandernde Waschmaschine

Psychisch präventiv

Toller Trick

Das Schnäppchen

Der Stümper

Dialoge über eine hohle Nuss

Die wundersame Heilung

Filmreif (1)

Das Unvorhersehbare

Filmreif (2)

Wussten Sie schon,

Die List

Das Wundermittel

Weder Fisch, noch Fleisch…

„Doppelte Staatsbürgerschaft hin - doppelte Staatsbürgerschaft her“, betrete ich laut sagend unsere Küche.

„Wenn ich das schon höre. Und du musst dich auch mal entscheiden. Wie soll das hier weitergehen mit dir? Du kommst hierher zu uns, bittest um politisches Asyl und meckerst nur rum. Mal passt dir dies nicht, mal passt dir das nicht. Das Leben ist kein Wunschkonzert, aus dem man sich die besten Stücke aussuchen kann. Wir verzichten schon darauf, dir Schweinefleisch zu geben, weil du das angeblich nicht essen darfst, aber das geht entschieden zu weit. Ramadan ist schon eine Woche vorbei. Okay, ich verstehe ja noch, dass Hühnchen auch nicht immer in Ordnung ist, gerade vor dem Hintergrund des Antibiotika-Skandals, der mal wieder durch die Medien läuft. Fisch magst du auch nicht. Kann ja mal passieren. Aber wir reden jetzt hier von Rind. Verstehst du? Rind!!!“

Ein Augenpaar blickt mich betreten an.

„Als wir neulich Rinderrouladen gemacht haben, war von deiner Abneigung so überhaupt nichts zu merken. du bist sogar mitten in der Nacht noch mal darüber hergefallen und hast eine ganze Roulade verdrückt. Anschließend haben wir dich zwei Tage nicht wiedergesehen. Was hast du denn darauf zu sagen? Na los, verteidige dich!“

Schweigend und etwas verlegen sitzt der Beschuldigte mir gegenüber.

„Und dabei hast du noch Glück gehabt, dass wir am nächsten Morgen alle dachten, der jeweils andere hätte das Stück am Vorabend verdrückt. So ist kein Verdacht auf dich gefallen. Aber jetzt ist einfür allemal Schluss.“

„Mit wem unterhältst du dich da eigentlich?“ Meine Frau, die aus dem Wohnzimmer kommt, betritt die Küche und sieht mich irritiert an.

Ich deute in die Ecke neben den Besenschrank und sehe wie meine Frau die Augen verdreht.

„Kannst du nicht einmal die Katzen füttern, wie jeder andere auch, ohne so einen Zirkus zu veranstalten?“

Manchmal…

… nimmt die Leistung eines Computers ab, und er wird spürbar langsamer. Die Programme laden nur noch mit erheblicher Verzögerung und ein effektives Arbeiten ist einfach nicht mehr gewährleistet.

Man kann jedoch einen Teil der ursprünglichen Leistung wiederherstellen, indem man einfach mal den Lüfter reinigt. An den Laptops in unserem Büro beispielsweise existiert an der Unterseite eine kleine Klappe, die zu öffnen und anschließend mit einem kleinen Staubsauger leicht zu reinigen ist. Der Hersteller empfiehlt, die Reinigung in regelmäßigen Abständen von entsprechendem Fachpersonal durchführen zu lassen, um das Gerät von Staub und anderen Verunreinigungen zu befreien.

Der Geschichtenerzähler

Es verspricht ein wundervolles Wochenende zu werden. Der Wetterfrosch prophezeit Temperaturen um 25°C und einen wolkenlosen Himmel. So kommt es, dass ich beschließe mit dem Fahrrad zum Metzger unseres Vertrauens zu fahren, um noch ein wenig Grillgut einzukaufen.

Bevor ich beim Metzger ankomme, erkenne ich schon von weitem ein großes Polizeiauto, welches quer vor dem Fenster der Metzgerei steht. Davor steht ein „VW Multi Van“ und dahinter ein „Mercedes SLK Cabrio“. Als ich meinen, schon in die Jahre gekommenen Drahtesel in den Fahrradständer schiebe, bemerke ich wie ein anderer Radfahrer sein Gefährt inspiziert.

Im Gegensatz zu mir, der ich in ganz normale Alltagskleidung gehüllt bin, erinnert er mit seinem aerodynamisch geformten Helm und seiner neonfarbenen Funktionskleidung, eher an einen Profials an einen Freizeitsportler. Und so sieht auch sein Gefährt aus. Es ist nicht nur ein Rennrad, sondern ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, aus Carbon „in einem Guss“ aerodynamisch geformt und nur für den einen Zweck konstruiert, seinen Besitzer zum Sieg zu führen.

Aber das alles interessiert mich weniger, als die herrlich saftigen Steaks und einige der feinsten Bratwürste, die ich noch für den geplanten „Grill Event“ heute Abend besorgen möchte. Also betrete ich die Metzgerei, die angenehm kühl und klimatisiert ist und in der wie so oft reges Treiben herrscht.

„Dann hätte ich noch gerne vier Koteletts.“

„Nacken oder Lummer?“

„Sind jetzt zwanzig Gramm mehr geworden…“

„Och, Leber könnten wir auch mal wieder machen. Geben se mir ma… “

„…und von der Leberwurst…“, dringen Wortfetzen an mein Ohr.

Circa fünfzehn Kunden wählen vor der Theke stehend aus dem reichhaltigen Angebot das Beste aus. Fünf weiße Kittel hinter der Theke sind eifrig damit beschäftigt, den Wünschen der Kunden nachzukommen.

Anscheinend interessiert sich niemand für das Geschehen draußen, bis eine ältere Dame mit grauem hochtoupiertem Haar die Metzgerei verlassen will und ganz beiläufig bemerkt: „Huch, die Polizei ist ja auch schon da.“

Einige Köpfe drehen sich um, und ein älterer Herr mit lichtem Haar fragt: „Wat machen die denn hier?“

Weil ich als Letzter reingekommen bin, schaut er mich erwartungsvoll an, und ich merke wie das gerade noch emsig geführte Wortgefecht verstummt. Immer mehr Augen blicken mich erwartungsvoll an.

Gerade als es „mucksmäuschenstill“ geworden ist, sehe ich meine Chance gekommen und setze an, eine Erklärung abzugeben.

„Also das ist so, der Herr hier mit seinem Rennrad, man kann es unschwer erkennen, es handelt sich um eines der neuesten Carbon-Modelle, eine Spezialanfertigung, der trainiert für die „Tour de France“. Der Mann mit dem „Multi Van“ ist sein Trainer, er hat Erfrischungen und eine komplette zweite Rennmaschine dabei. Der Mann weiter vorne, mit dem „SLK“ ist sein Manager, der vorgefahren ist. Leider Gottes sind die drei in eine unangemeldete „Dopingkontrolle“ geraten und negativ aufgeflogen. Jetzt stehen alle Beteiligten kurz davor verhaftet zu werden.“

Alle Augen blicken mich fragend an und die Kassiererin, die mir mein Geld fürs Grillgut abknöpft fragt: „Sie wollen uns doch wohl keine Geschichten erzählen, oder?“

„Nein, würd mir im Traum nicht einfallen“, beteuere ich. „Warten Sie, ich werd‘s Ihnen beweisen. Wenn ich jetzt rausgehe, frage ich genau nach.“

Ich schnappe mir flink meine Tüte mit Fleisch und gehe raus zu meinem Rad, verstaue die Tüte und gehe zu dem Mann mit dem Rennrad.

„Wie ist das denn jetzt passiert?“, frage ich ihn neugierig.

Wild gestikulierend erklärt er, dass er abgedrängt wurde, aber zum Glück nichts weiter passiert ist.

Drinnen in der Metzgerei ist der Betrieb nun vollends zum Erliegen gekommen. Alle Augen sind auf uns gerichtet.

Ich drehe mich zum Metzgereifenster, nicke und winke mit meiner Hand und erhobenem Daumen grinsend in Richtung Theke. Als ich dann noch meine beiden Handgelenke kreuze bricht drinnen tosendes Gebrüll und Gelächter aus.

Dann setzte ich mich auf meinen Drahtesel und lasse einen völlig verstörten Rennradfahrer mit den Worten zurück: „ Sorry, nix für Ungut, aber jetzt muss ich wirklich los…“

Wer kennt sie nicht, die rheinische Frohnatur?

Als mein Vater im Jahr 1954 den sonnigen Süden Italiens und seine Heimatstadt Neapel verließ, kam er nach Deutschland und ließ sich im schönen Rheinland nieder. Viele Jahre später hab ich ihn gefragt, weshalb er sich ausgerechnet im Rheinland niedergelassen hat. Seine Antwort auf meine Frage fiel kurz und knapp aus. „Hier ist es schön und die Menschen sind nett.“ Er hatte seine neue Heimat gefunden und liebte Land, Leute und deren Gebräuche. Und was soll ich sagen, bis zu seinem Tod im Jahr 2004 hat er sich stets an die rheinischen Grundgesetze1 gehalten, die da lauten:

Artikel 1: Et es wie et es.

Sieh den Tatsachen ins Auge, du kannst eh nichts ändern.

Artikel 2: Et kütt wie et kütt.

Füge dich in das Unabwendbare; du kannst ohnehin nichts am Lauf der Dinge ändern.

Artikel 3: Et hätt noch emmer joot jejange.

Was gestern gut gegangen ist, wird auch morgen funktionieren.

Situationsabhängig auch: Wir wissen es ist Murks, aber es wird schon gut gehen.

Artikel 4: Wat fott es, es fott.

Jammer den Dingen nicht nach und trauer nicht um längst vergessene Dinge.

Artikel 5: Et bliev nix wie et wor.

Sei offen für Neuerungen.

Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.

Sei kritisch, wenn Neuerungen überhandnehmen.

Artikel 7: Wat wells de maache?

Füg dich in dein Schicksal.

Artikel 8: Maach et joot, ävver nit zo off.

Qualität über Quantität.

Artikel 9: Wat soll dä Kwatsch/Käu?

Stell immer die Universalfrage.

Artikel 10: Drinks de ejne met?

Komm dem Gebot der Gastfreundschaft nach.

Artikel 11: Do laachs de disch kapott.

Bewahr dir eine gesunde Einstellung zum Humor.

1   Das Rheinische Grundgesetz (Et rheinisch Jrundjesetz), auch et kölsche (= kölnische) Jrundjesetz, ist eine Zusammenstellung elf mundartlicher Redensarten aus dem Rheinland. Die Autoren sind, wie auch die Entstehungszeit, unbekannt geblieben. In dem Buch „Et kütt wie et kütt – Das Rheinische Grundgesetz“ von Konrad Beikircher (Köln 2001) wurden die Redensarten erstmals zusammengefügt.

Hilfreicher Rotwein und ein Stück Käse…

„Kannst du mir mal helfen, den Staubsauger zu öffnen? Ich krieg diese komische Klappe nich…“, werde ich von meiner Frau gefragt, die den neuen Staubsauger in der Hand hält.

„Zeig mal her! Ich glaub, man muss erst einmal den Hebel hier umlegen und dann… Na, wer sagt es denn…? Bitte schön. Kann ich sonst noch etwas für dich tun? Sonst würde ich gerne noch die E-Mail…“

„Ja, du kannst noch etwas Milch einkaufen gehen. Ich hab hier noch zu tun“, sagt meine Frau und schiebt mich sanft aus der Küche hinaus.

‚Warum hab ich nur das Gefühl, dass hier etwas nicht so ist, wie es sein sollte‘, denke ich. Fünfzehn Minuten später stehe ich mit der Einkaufstüte wieder in der Küche, setze sie auf dem Tisch ab und begebe mich ins Wohnzimmer, mit der Absicht, meine E-Mail weiter zu schreiben. Doch dieses Unterfangen sollte mit einigen Schwierigkeiten verbunden sein, wie sich noch herausstellen wird.

Nachdem ich mir ein Glas Rotwein eingeschenkt habe, lasse ich mich auf den bequemen Ohrensessel nieder und schnappe mir mein Laptop. Als ich es aufklappe, blicke ich leicht verstört auf die Tastatur, denn ich kann nicht glauben, welcher Anblick sich mir bietet. Es fehlen die meisten Tasten der Tastatur. Sie sind weg! Statt der Buchstaben schauen mich nun helle Kunststoffpins an. Wo sind meine Buchstaben geblieben?

Ich klappe das Laptop wieder zu und genieße noch einen Schluck Rotwein. Just in dem Moment kommt unsere Tochter mit einer kleinen Schüssel zur Türe herein.

„Ich glaub, die kannst du noch brauchen“, sagt sie und lacht mich an.

Jetzt werde ich auch auf den Inhalt der Schüssel aufmerksam.

„Oh, da ist ja auch meine Enter-Taste und die Shift-Taste und eine Fünf, ein R, ein H, ein L. Kann ich vielleicht noch ein E kaufen und dann auflösen?“, frage ich neugierig.

„Ja, wir müssen die nur noch neu einsetzen. Papa, aber ich hab nichts damit zu tun. So viel kann ich dir schon mal sagen.“

„Wer denn?“

„Frag Mama, ich verrate nix.“

Kaum ausgesprochen betritt die Dame des Hauses das Zimmer und lächelt mich verlegen an.

„Okay, was ist passiert?“, frage ich gespannt und schaue meine Frau an.

„Na ja, du hast doch neulich erzählt, wie ihr die Laptops immer reinigt und da dachte ich, es könne nicht schaden, die mal kurz zu reinigen. Aber wer hätte denn ahnen können, das die Tastatur so lose ist.“

„Ja, weißt du normalerweise ist es so, das man für die Reinigung einen kleinen Staubsauger benutzt und damit leicht darüber fährt.“

„Das hab ich ja auch gemacht… nur leicht darüber gefahren…“

„Warum hab ich das Gefühl, dass ich hier nur die halbe Wahrheit aufgetischt bekomme? Hab ich nicht eben noch unseren neuen 2000W Staubsauger in Aktion gesehen? Du hast doch nicht etwa…“, ich stocke.

Mit spitzen Lippen und hochgezogenen Augenbrauen schaue ich sie erwartungsvoll an. Während unsere Tochter meine Grimasse nachäfft und langsam den Kopf zu meiner Frau dreht.

„Ja, und bekommt man das wieder hin?“, fragt meine Frau mich verlegen.

„Das dürfte nicht so einfach sein. Ich denke aber, eine Flasche Rotwein und ein Stück Käse könnten schon mal sehr hilfreich dabei sein.“

„Ja, und eine Tüte Chips natürlich.“, erklärt unsere Tochter und hält demonstrativ die Schüssel mit dem Buchstabensalat hoch.

Gibt es…

…eine bessere Einschlafhilfe, als den allseits beliebten und sehr oft eingeschalteten Fernseher? Ich finde nicht. Regelmäßig döse ich vor dieser Einschlafhilfe, der uns alltäglich eine Gehirnwäsche verpasst und schon fester Bestandteil unseres Lebens ist, ein. Oft ist es auch so, dass ich eine Weile danach aufwache, die Einschlafhilfe ausschalte, zu Bett gehe und dort nicht einschlafen kann. Dann stehe ich wieder auf, setze mich auf die Wohnzimmercouch, schalte die Einschlafhilfe ein und bin kurz danach wieder glücklich und zufrieden im Reich der Träume.

Ach ja, auf Schlaftabletten und Medikamente jeglicher Art verzichte ich übrigens grundsätzlich und aus tiefster Überzeugung heraus.

KURZGESCHICHTE

Tochter zu Bett gebracht. Heute ist es etwas später als üblich, weil sie noch einen Film zu Ende sehen durfte.

„Papa, erzählst du mir noch eine Geschichte?“

„Nein, es ist schon spät.“

„Eine kleine…“

„Nein, auch keine kleine.“

„Och, komm schon. Eine kurze. Ja?“

„Okay, aber ganz kurz.“

„Au ja.“

„Pass auf…

- Rotkäppchen

- Korb

- Kuchen, Wein

- Wald

- Wolf

- Oma

- gefressen

- Rotkäppchen verwundert

- auch gefressen

- Jäger

- Happy End“

„Boah, Papa, noch eine… „

„Okay, morgen.“

„Gib mir mal einen Tipp.“

„Mal sehen…

- Hänsel

- Gretel

- Wald

- Brotkrumen… “

„Man Papa, du sollst doch nicht die ganze Geschichte jetzt schon erzählen.“

„Ok, gute N8 Tochter.“

Und nun, Nachrichten aus dem Inland…

Auf dem fast neuen Flachbildschirm erscheint in gestochen scharfer Bildqualität die Nachrichtensprecherin vor dem Hintergrundbild eines Satelliten, der durchs All fliegt.

„Neue Vorkommnisse und Enthüllungen belasten die außenpolitischen Beziehungen zwischen den USA und Deutschland. Wie jetzt aus vertraulichen Unterlagen, die dem Nachrichtenmagazin „Hokus Pokus“ vorliegen, bekannt wurde, hat die NSA den Besitzer eines Düsseldorfer Katzenhalters ausgespäht. In diesem Zusammenhang wurde die neueste Satellitentechnik angewandt. Wie aus den Unterlagen weiterhin hervorgeht, wurde dabei der Verschlüsselungscode des Satelliten geknackt. Der bis dato für sicher gehaltene Code wurde mit Hilfe eines neuen Supercomputers und ein eigens dafür entwickeltes Programm entschlüsselt. Dies belegen geheime Unterlagen, die dem Magazin von Edgar Hosen zugespielt wurden.

Hosen, der mittlerweile international gesucht wird, weil er geheimdienstliche Informationen auf der Internetplattform „Dicker Pieps“ veröffentlicht hat, wurde zuletzt in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gesehen, bevor er untertauchte. Der zuletzt mit einem Vanillepudding bewaffnete, auf der Düsseldorfer Einkaufsmeile Kö gesehene Hosen, bestätigte weiterhin, dass dabei so wichtige Daten wie, Futter-, Paarungs- und Revierverhalten des Tieres gesammelt wurden. Außerdem wurde die Kreditkartennummer des Besitzers, sowie alle dazugehörigen Einkaufsdaten der letzten zwei Monate ermittelt.

Die Bekanntgabe der Informationen führte bereits heute Nachmittag zu ernsthaften politischen Verwicklungen.

Ein Sprecher der Opposition sprach von einem ernstzunehmenden Skandal.

Erste Reaktionen aus Berlin liegen uns nun vor. Sehen Sie aus der Bundeshauptstadt einen ersten Kommentar von unserer Kollegin Tina Bausten.“