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Was, wenn Flow kein Zufall wäre, sondern eine Fähigkeit, die du bewusst entwickeln kannst? Max Gotzler – Unternehmer, Podcaster und leidenschaftlicher Forscher an der Schnittstelle von Flow, Biohacking und moderner Lebenskunst – lädt dich ein zu eine inspirierende Reise. Schritt für Schritt lernst du, deiner Begeisterung zu folgen, Widerstände souverän zu überwinden und endlich jene Freiheit, Freude und Klarheit zu erleben, nach denen du dich schon lange sehnst. Ohne unnötigen Ballast und komplizierte Theorien – dafür mit viel Humor, tiefen Einsichten und überraschend einfachen Methoden, die sofort wirken. Die Flow-Formel begleitet dich über vier Wochen und 28 lebensverändernde Impulse auf einem Weg, der echte Resultate liefert: mehr Begeisterung im Alltag, mutigere Entscheidungen, intensivere Erlebnisse und nachhaltigen Erfolg – ganz auf dich persönlich abgestimmt. Dieses Buch ist kein weiteres Selbstoptimierungsprogramm, sondern dein persönlicher Kompass zu einem Leben, das dich begeistert. Dabei erfährst du auch, warum Flow nicht bedeutet, permanent im perfekten Zustand zu sein – sondern immer wieder neu und spielerisch dorthin zurückzufinden. Denn paradoxerweise stellt sich Flow genau dann ein, wenn du aufhörst, ihm hinterherzulaufen – und beginnst, deiner Begeisterung zu folgen.
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Seitenzahl: 203
Veröffentlichungsjahr: 2025
»Was auch immer deine Mundwinkel hebt, vertraue darauf!«
häufig Rumi zugeschrieben
Max Gotzler
Die Flow Formel
Wie du deine innere Flamme entfachst und ein Leben in Begeisterung führst
Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.dnb.de abrufbar.
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Originalausgabe1. Auflage 2025© 2025 Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag GmbH,Christoph-Rodt-Straße 11, 86476 Neuburg an der Kammel www.deutscherwirtschaftsbuchverlag.comAlle Rechte vorbehalten.
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors nicht zulässig. Das gilt gleichermaßen für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Verfilmungen und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Wir behalten uns die Nutzung der Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor. Falls die Publikation Links zu externen Webseiten Dritter enthält, haben wir auf deren Inhalte keinen Einfluss; für diese fremden Inhalte können wir keine Gewähr übernehmen. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung nicht erkennbar. Auch wenn eine gendergerechte Sprache wünschenswert ist, gibt es aus Sicht des Verlages bisher keine Frederiksberg, gut lesbare Lösung. Der leichten Lesbarkeit zuliebe haben wir des Öfteren von der Doppelung männlicher und weiblicher Formen Abstand genommen. Selbstverständlich liegt es uns fern, dadurch einen Teil der Bevölkerung zu diskriminieren.
Redaktion: Ruth Kalmund Satz: Daniel Förster, BelgernKorrektorat: Christine RechbergerCover- und Umschlaggestaltung: www.b3k-design.de, © 2025 Andrea Schneider & diceindustriesIllustration: diceindustrieseBook: ePUBoo.com
ISBN Print: 978-3-69066-054-9ISBN E-Book (PDF): 978-3-69066-056-3ISBN E-Book (EPUB, Mobi): 978-3-69066-055-6
Prolog: Ein Selbstoptimierer auf der Suche nach Flow
Flow ist kein Projekt: Worum es wirklich geht
Die 4 Phasen des Flows: Warum Flow nicht einfach passiert
Wie du dieses Buch nutzt: (ohne dich stressen zu lassen)
Phase 1: Widerstand – Warum es erst schwierig sein muss, bevor es leicht wird
Kapitel 1: Der Funke – Was dich wirklich begeistert
Kapitel 2: Die Entscheidung – Es braucht Mut
Kapitel 3: Der erste Schritt – Warum du erst danach weißt, wo es hingeht
Kapitel 4: Gegenwind – Warum es sich anfangs schwer anfühlen muss
Kapitel 5: Der Kompass – Warum klares Feedback dir den Weg zeigt
Kapitel 6: Der kritische Moment – Warum fast jeder hier aufgibt
Kapitel 7: Der Durchbruch – Warum es sich lohnt, dranzubleiben
Phase 2: Loslassen – Der Moment, in dem du aufhörst, es zu erzwingen
Kapitel 8: Eins nach dem anderen – Der große »Du kannst alles haben«-Betrug
Kapitel 9: Beginne mit Nein – Warum du erst Nein sagen musst, um zu bekommen, was du wirklich willst
Kapitel 10: Nicht-Denken – Warum dein Körper den Flow kennt, dein Kopf aber nicht
Kapitel 11: Früher loslassen – Warum der perfekte Moment eher kommt, als du denkst
Kapitel 12: Der Umweg ist der Weg – Warum Flow nicht dort ist, wo du ihn suchst
Kapitel 13: Die Kraft der Vergebung – Warum du alten Ballast abwerfen solltest
Kapitel 14: Der Vertrauens-Tausch – Warum Flow beginnt, wenn du aufhörst, alles kontrollieren zu wollen
Phase 3: Flow – Das Gefühl, wenn alles klickt
Kapitel 15: Wenn alles andere verschwindet – Die Magie radikaler Aufmerksamkeit
Kapitel 16: Vor die Welle kommen – Die Kunst, das Entscheidende zuerst zu tun
Kapitel 17: Deep Flow – Warum du weniger Zeit brauchst, als du glaubst
Kapitel 18: Mach es schwieriger – Die subtile Kunst, sich optimal zu überfordern
Kapitel 19: Vergiss, was du gelernt hast – Wenn harte Arbeit unsichtbar wird
Kapitel 20: Mehr Batman, weniger Ich – Die unterschätzte Kunst, jemand anderes zu sein
Kapitel 21: Social Flow – Warum Party Waves besser sind als Alleingänge
Phase 4: Erneuerung – Warum Flow ohne Erholung nicht funktioniert
Kapitel 22: Die dunkle Seite des Flows – Warum du nicht dauerhaft auf der Welle bleiben kannst
Kapitel 23: Die Kunst des Nicht-Optimierens – Warum du besser schläfst, wenn du endlich aufhörst, besser schlafen zu wollen
Kapitel 24: Nutzlose Pausen – Warum du dein Handy weglegen solltest, auch wenn es absolut nichts bringt
Kapitel 25: Die Kunst der Neuorientierung – Warum du kreative Muster erst erkennst, wenn du nicht weißt, was als Nächstes kommt
Kapitel 26: Die Glücks-Baseline erhöhen – Warum Flow mehr als nur Freude ist
Kapitel 27: Flow und Transformation – Warum wahrer Wohlstand nicht quantifizierbar ist
Kapitel 28: Flow und Sinn – Die ultimative Frage
Epilog: Die wahre Flow-Formel
Danksagung
Lust auf mehr?
An die flackernde Flamme in jedem von uns – die Funken der Begeisterung, die, wenn sie genährt werden, nicht nur unser eigenes Leben erhellen, sondern auch das der Menschen um uns herum.
Für all jene, die spüren, dass mehr in ihnen steckt – selbst wenn sie es noch nicht greifen können.
Und für Raquel – die mich immer davor bewahrt, mich an zu vielen Flammen gleichzeitig zu verbrennen.
Ein Selbstoptimierer auf der Suche nach Flow
Es gibt eine merkwürdige Ironie, wenn man sich lange genug mit Selbstoptimierung beschäftigt:
Man beginnt mit den allerbesten Absichten. Man will gesünder sein, konzentrierter, kreativer. Und natürlich produktiver, denn irgendwie ist Produktivität zur wichtigsten Währung unserer Zeit geworden.
Also fängst du an, deinen Schlaf zu tracken, deine Ernährung akribisch zu optimieren, jonglierst mit Supplements, meditierst und führst morgens eine komplizierte Atemtechnik durch, deren Sinn du nur halb verstehst. Du sammelst endlose Daten über dich selbst, führst Tagebücher, Excel-Listen und Apps voller Charts und Balkendiagrammen – alles in der Hoffnung, dein Leben endlich perfekt im Griff zu haben: fitter, gesünder, produktiver zu werden. Doch was du eigentlich suchst – auch wenn dir das anfangs nicht bewusst ist –, ist ein Gefühl, in dem alles mühelos fließt, in dem die Zeit stillsteht und du nicht darüber nachdenken musst, ob du gerade produktiv genug bist. Ein Zustand, in dem du einfach nur bist und in dem alles in Ordnung ist.
Ich weiß das deshalb so genau, weil ich selbst jahrelang überzeugt war, mein Leben auf diese Weise perfektionieren zu können. Als ehemaliger Leistungssportler, überzeugter Biohacker und bekennender Perfektionist habe ich so ziemlich alles ausprobiert, was die Selbstoptimierungswelt zu bieten hat. Ich analysierte meine Blutwerte, absolvierte Neurofeedback-Trainings, deren Wert einer kleinen Weltreise entsprach, und führte zahllose Gespräche mit Spitzenathleten, Neurowissenschaftlern und Ärzten. Ich schrieb Bücher, produzierte Podcasts und philosophierte auf Bühnen über Peak Performance.
Insgeheim hoffte ich auf eine Art magischen Knopf: Einmal drücken, bitte, und schon ist man im Flow.
Doch je verbissener ich versuchte, diesen Zustand zu erreichen, desto seltener trat er ein. Ein bisschen wie das aussichtslose Vorhaben, als würde man versuchen, schneller einzuschlafen, indem man sich mehr anstrengt (mehr dazu in Kapitel 23). Oder wie ein Komiker, der verzweifelt versucht, spontan lustig zu sein. Es funktioniert einfach nicht.
Wenn ich heute zurückblicke, sind es überraschenderweise nicht die Tage, an denen ich alles »richtig« gemacht habe, die mir zuerst in den Sinn kommen. Es ist nicht die makellos abgearbeitete To-do-Liste oder die exakt auf meine Blutwerte abgestimmte Mikronährstoffversorgung während eines langen Fluges.
Und vielleicht ist genau das die beste Nachricht überhaupt. Vielmehr erinnere ich mich an jene Momente, in denen nichts nach Plan lief – und die gerade deshalb unvergesslich wurden. Eine chaotische Nacht bis drei Uhr morgens, die ich lachend, schwitzend und verzweifelt mit einem Freund verbrachte, weil wir eine absurd große Menge an Diagnostik-Testkits komplett unterschätzt hatten. Ein Vortrag über Flow in Amsterdam, bei dem meine Folien zu schnell durchliefen und ich kurzerhand die sorgfältig vorbereitete Rede über Bord warf. Ich erinnere mich an zufällige Gespräche in der endlosen Kaffeeschlange eines Selbstoptimierungsevents oder daran, wie ich mich – warum auch immer – plötzlich mitten in einem leidenschaftlichen Haka-Tanz auf einer Konferenz in Los Angeles wiederfand. Und ich erinnere mich an schwierige Momente, wie jene schlaflose Nacht vor unserem ersten FlowFest, als ich überzeugt war, am nächsten Tag grandios zu scheitern.
Vielleicht liegt genau darin das entscheidende Missverständnis unserer Zeit:
Wir glauben, Flow sei ein Zustand, den wir durch mehr Kontrolle erreichen könnten. Mehr Techniken, mehr Apps, mehr Bücher und noch mehr Selbstdisziplin. Doch das Gegenteil ist der Fall: Flow entsteht nicht durch das Erzwingen von Kontrolle, sondern durch das bewusste Loslassen davon.
Wir leben in einer Welt, die uns ständig signalisiert, dass wir produktiv, effizient und erfolgreich sein müssen. Wer nicht permanent optimiert, scheint bereits verloren zu haben. Es gibt mehr Produktivitätsbücher, Fokus-Booster und Zehn-Schritte-Pläne als jemals zuvor – und doch fühlen sich so viele von uns innerlich leer, gehetzt und stets ein wenig hinterher.
Warum eigentlich?
Weil wir verlernt haben, in etwas aufzugehen, ohne ständig zu hinterfragen, ob es uns auch nützt. Wir optimieren, messen und analysieren uns beinahe zu Tode – doch wann hast du zuletzt etwas getan, das dich so sehr gepackt hat, dass du darüber völlig die Zeit vergessen hast? Wann warst du zuletzt in einem Moment, der sich richtig anfühlte, nicht, weil er im Kalender stand, sondern weil du gar nicht anders konntest?
Vielleicht ist das die wahre Krise unserer Zeit: Wir haben den Flow verloren.
Dabei bin ich überzeugt, dass Biohacking und Selbstoptimierung an sich nicht das Problem sind. Ich selbst bin noch immer leidenschaftlicher Biohacker und habe viel von dieser Philosophie profitiert. Ich bin sicher, dass ich heute, mit 40 Jahren, körperlich und mental nie so stabil und lebendig wäre (klopf auf Holz), hätte ich nicht meine Neugier und Leidenschaft für Innovation und Kommunikation mit dem Thema Gesundheit verbunden. Doch Biohacking darf nie zum Selbstzweck werden – sondern muss immer Mittel bleiben, um das Leben bewusster, freier und schöner zu gestalten.
Dieses Buch ist daher keine weitere Anleitung zur Selbstoptimierung. Natürlich könnte es sein, dass du danach produktiver bist oder dich besser konzentrieren kannst – aber das wäre nur eine angenehme Nebenwirkung, nicht der eigentliche Zweck.
Mir geht es um etwas viel Grundlegenderes:
Ich möchte dir zeigen, wie du wieder mit dem in Verbindung trittst, was dich wirklich antreibt. Wie du deinen eigenen Funken wiederfindest und verstehst, dass Flow kein Zustand ist, den du bekommst, sondern einer, den du zulässt.
Jahrelang habe ich nach einer magischen Formel gesucht, mit der ich jederzeit in den Flow eintauchen könnte – denn betrachtet man seine faszinierenden Begleiterscheinungen wie gesteigerte Kreativität, höhere Leistungsfähigkeit, tiefere Freude und womöglich sogar ein längeres Leben, wäre Flow zweifellos der mächtigste Biohack überhaupt.
Ich war überzeugt, wenn ich nur genügend Techniken beherrschte und meinen Körper und Geist zur Perfektion optimierte, dann würde ich diesen Zustand irgendwann meistern.
Tatsächlich habe ich eine Formel gefunden.
Sie sieht nur vollkommen anders aus, als ich erwartet hatte.
»
Flow ist das, was passiert, wenn du aufhörst, ihn ständig zu suchen.
«
Worum es wirklich geht
Ich habe einen guten Teil meines Lebens damit verbracht, kleine Dinge akribisch zu optimieren, als wäre mein Leben eine komplexe Maschine, die nur eine weitere Feinjustierung vom Idealzustand entfernt ist. Schlafzyklen, Blutzuckerwerte, Supplements und Produktivitätsmethoden – alles wurde beobachtet und auseinandergenommen. Ich erinnere mich an den verstörten Blick meines Cousins in Berlin, als ich ihm erklärte, dass ich beim Anblick seines Schokoladen-Croissants nichts weiter als schädigende Zuckermoleküle sehe, während er gerade genüsslich hineinbiss. Selbst meine Freizeit habe ich für die Suche nach kreativen Ideen instrumentalisiert.
Das Problem dabei: Das Leben wurde dadurch weder aufregender noch fühlte es sich plötzlich »gelöst« oder »richtig gelebt« an. Im Gegenteil: Egal, wie gründlich ich optimierte, blieb stets das Gefühl, permanent kurz davor zu sein, endlich alles richtig zu machen, aber nie wirklich anzukommen. Ein bisschen wie ein Hamster, der glaubt, das Rad könnte irgendwann stillstehen, wenn er nur noch etwas schneller rennt. (Das tut es natürlich nicht – der Hamster fällt höchstens irgendwann erschöpft um.)
Woran liegt das?
Vielleicht ganz einfach daran, dass Produktivität nicht dasselbe wie Flow ist.
Disziplin ist es übrigens auch nicht.
Flow entsteht nicht durch noch mehr Kontrolle oder eine noch cleverere Methode, sondern paradoxerweise genau dann, wenn man damit aufhört, alles ständig kontrollieren zu wollen.
Und genau darin liegt der entscheidende Unterschied zwischen Flow und typischer Selbstoptimierung: Flow ist nicht deshalb wertvoll, weil du am Ende deines Tages noch etwas mehr geschafft hast. Flow macht dein Leben vor allem intensiver. Du bist präsent. Du empfindest tiefer, denkst klarer und fühlst dich lebendiger – nicht irgendwann, wenn du endlich am Ziel angekommen bist, sondern genau jetzt, während du etwas tust, das dir wichtig ist.
Genau darum geht es mir in diesem Buch.
Ich werde dir hier nicht empfehlen, morgens unbedingt meditieren zu müssen, dir auch keine komplexeren Methoden zum noch effizienteren Planen deines Tages vorstellen und dir garantiert keine zehn Schritte an die Hand geben, mit denen du dein Leben endlich auf die nächsthöhere Ebene bringst. (Falls du trotzdem daran interessiert bist, empfehle ich dir meine früheren Bücher: Biohacking – Optimiere dich selbst und Der tägliche Biohacker.)
Dieses Buch ist bewusst anders.
Es handelt von Flow – einem Zustand, den du wahrscheinlich bereits kennst, ohne ihn jemals bewusst angestrebt zu haben. Flow ist das, was passiert, wenn du vollkommen in einer Tätigkeit aufgehst, ohne darüber nachzudenken, ob du sie richtig ausführst oder ob du gerade produktiv genug bist. Das Paradoxe an Flow ist: Je verzweifelter du ihn willst, desto schneller verschwindet er.
Auch wenn hier sicherlich der ein oder andere Produktivitätsguru widersprechen würde: Meiner Erfahrung nach kannst du Flow nicht erzwingen, nicht planen und schon gar nicht kaufen.
Aber du kannst lernen, ihm nicht mehr ständig im Weg zu stehen.
Kurz gesagt: Weniger kontrollieren. Mehr leben.
Vielleicht klingt dir das zu simpel. Aber möglicherweise ist genau das der Trick.
Warum Flow nicht einfach passiert
Flow fühlt sich oft an wie ein unerwarteter, seltener Besucher – so als hätte das Universum zufällig einen guten Tag und du Glück, wenn er bei dir vorbeischaut. Doch so charmant diese Vorstellung auch klingt – sie stimmt nicht.
Flow ist kein kosmischer Zufall, sondern ein Zyklus – ein intelligenter Prozess, den dein Gehirn bereits in sich trägt und immer dann durchläuft, wenn du es zulässt. Diese Erkenntnis stammt nicht von mir, sondern basiert auf Jahrzehnten solider Forschung rund um den legendären Psychologen Mihály Csíkszentmihályi, ergänzt durch neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft.
Dieser Zustand folgt einem Muster aus vier klaren Phasen. Und je besser du dieses Muster verstehst, desto zuverlässiger kannst du Flow einladen – nicht erzwingen, sondern eben einladen. Es ist wie bei einer scheuen Katze: Je hektischer du sie jagst, desto schneller verschwindet sie unter dem Sofa. Aber je ruhiger du bleibst und die richtigen Bedingungen schaffst, desto eher springt sie freiwillig auf deinen Schoß.
Hier sind sie also – die vier Phasen des Flows:
1. Widerstand – Der unangenehme, aber notwendige Anfang
Die unangenehme Wahrheit zuerst: Flow beginnt nie leicht. Ganz im Gegenteil – jeder Flow-Zyklus startet mit einem Moment, in dem dein Gehirn sich massiv gegen dich stellt. Warum? Weil Flow erst dann einsetzt, wenn du dich an deine Grenzen begibst und dich einer Herausforderung stellst, die knapp über deinen Fähigkeiten liegt.
Neurowissenschaftler nennen diese Phase den Struggle-State: Dein Gehirn erlebt Stress, schüttet Noradrenalin und Cortisol aus und verpasst dir ein Gefühl zwischen »Ich pack das niemals« und »Warum tue ich mir das eigentlich an?«. Und genau hier geben die meisten auf – doch dein Gehirn braucht diese Herausforderung, um überhaupt erst in den Zustand der optimalen Aktivierung zu gelangen, der Flow ermöglicht.
Ironischerweise ist also der Moment des größten Widerstands oft der beste Hinweis darauf, dass Flow unmittelbar bevorsteht.
2. Loslassen – Das subtile Geheimnis des Flows
Irgendwann merkst du, dass kämpfen allein dich nicht weiterbringt. Du erreichst einen Punkt, an dem du nicht anders kannst, als loszulassen – und genau hier liegt der Schlüssel. Die Neurowissenschaft hat dafür sogar einen schicken Fachbegriff parat: Transiente Hypofrontalität. Hinter dieser kryptischen Bezeichnung verbirgt sich schlicht der Moment, in dem dein überanalytischer, stets skeptischer präfrontaler Kortex endlich Ruhe gibt und dein Gehirn auf Autopilot schaltet.
Das fühlt sich an, als hätte jemand das Radio in deinem Kopf abgeschaltet, das seit Stunden plappert. Plötzlich wird alles still.
In genau dieser Ruhe entsteht Flow – aber erst, wenn du aufgehört hast, ihn unbedingt haben zu wollen.
3. Flow – Der Moment, in dem alles fließt
Flow selbst kennst du vermutlich gut: absolute Klarheit, Laser-Fokus, ein Zeitgefühl, das sich auflöst. Was hierbei in deinem Gehirn passiert, ist schlicht beeindruckend: Dein Dopaminsystem läuft auf Hochtouren, Alpha- und Theta-Wellen dominieren, und du empfindest ein tiefes Gefühl von Kontrolle, ohne dabei verkrampft zu sein.
Aber Vorsicht: Flow gehört dir nicht. Er ist eher wie ein Schmetterling, der kurz auf deiner Hand landet und sofort wegfliegt, sobald du versuchst, ihn festzuhalten. Erfreue dich an ihm solange er da ist, aber jage ihm nicht nach, sobald er verschwindet.
4. Erneuerung – Die unterschätzte Kraft des Innehaltens
Nach jeder Flow-Erfahrung benötigt dein Gehirn eine bewusste Phase der Erholung. Steven Kotler, einer der führenden Flow-Forscher, bezeichnet dies als Recovery Phase. Warum? Weil dein Gehirn die extrem intensiven Neurotransmitter-Cocktails aus Dopamin, Serotonin und Endorphinen wieder ins Gleichgewicht bringen muss. Die Krux an der Sache ist, dass wir diese Erneuerung meist völlig unterschätzen oder einfach ignorieren. Kaum ist der Flow verschwunden, wollen wir ihn sofort wieder zurück, was etwa so sinnvoll ist, wie sofort nach einem harten Sprint noch einen Marathon zu laufen.
Doch genau hier liegt eine enorme Chance verborgen: Wenn du bewusst abschaltest, schläfst, dich bewegst oder Zeit mit anderen verbringst, wirst du Flow künftig häufiger und intensiver erleben. Dein Gehirn lernt dabei buchstäblich, Flow als Teil deines Lebens zu etablieren.
Warum diese vier Phasen entscheidend sind
Der Flow-Zyklus funktioniert immer gleich – egal, ob du schreibst, surfst, vor Publikum sprichst oder einfach nur versuchst, dein verfluchtes E-Mail-Postfach endlich leerzubekommen. Jedes Mal durchläufst du die gleichen vier Schritte:
•Erst kämpfst du (Widerstand).
•Dann lässt du los (Loslassen).
•Danach erlebst du pure Klarheit (Flow).
•Und schließlich erholst du dich bewusst (Erneuerung).
Dieses Muster läuft ab, ob du es merkst oder nicht. Das Erstaunliche ist jedoch: Je besser du es verstehst und respektierst, desto zuverlässiger taucht Flow bei dir auf – wie ein willkommener Stammgast in deinem Lieblings-Café, den du mit einem kurzen Nicken begrüßt, weil ihr euch längst kennt.
Flow ist also kein Zufall. Er passiert dann, wenn du ihn passieren lässt – was zugegeben ziemlich frustrierend sein kann, wenn du gerne alles unter Kontrolle hättest. Aber vielleicht macht genau das den Unterschied aus.
Du hältst also gerade ein weiteres Buch in der Hand, das dein Leben verändern will. Ich weiß, ich weiß – die Welt braucht ungefähr so dringend noch ein weiteres Selbsthilfe-Buch wie ein originaler Bulletproof Coffee mehr Butter.
Und dennoch ist dieses hier anders: Nicht anders im Sinne von ab jetzt wird alles anders, sondern anders in dem Sinne, dass du nicht plötzlich um fünf Uhr morgens aufstehen, kalt duschen und dabei dein Mantra flüstern musst. Kannst du natürlich trotzdem machen, aber es ist keine Voraussetzung.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten, wie du dieses Buch für dich entdecken kannst:
1. Vier Wochen Flow – jeden Tag ein Impuls:
Das hier ist die tiefe, gründliche Variante für alle, die genug haben von schnellem, oberflächlichem Input. Wenn du Lust hast, dich richtig einzulassen, dann bietet dir dieses Buch jeden Tag einen präzisen Impuls, eine intelligente Frage oder eine kleine, spannende Herausforderung, die dich näher an deinen eigenen Flow heranbringt. Vier Wochen sind lang genug, um wirklich etwas zu verändern, aber nicht so lang, dass du nebenbei die Welt retten oder deine Familie vernachlässigen musst. Perfekt, um endlich das eine Projekt anzugehen, das seit Monaten in deinem Hinterkopf Staub ansetzt – dein Buch, deine Fitness, eine neue Sprache oder eine vergessene Leidenschaft.
2. In einem Rutsch – für schnelle Klarheit:
Vielleicht bist du eher der Typ, der zuerst wissen muss, wohin die Reise geht, bevor er bereit ist, tiefer einzutauchen. Auch das funktioniert hervorragend. Lies es einfach in einem Rutsch durch, lass die Ideen wirken und hol dir dann genau die Impulse, die gerade zu dir passen. Es gibt keinen falschen Weg, dieses Buch zu lesen – außer natürlich, du lässt es einfach ungelesen in deinem Regal liegen. Das wäre tatsächlich falsch (und würde sich wahrscheinlich in der Tat schlecht anfühlen).
Warum eigentlich genau vier Wochen?
Flow fühlt sich spontan an – aber paradoxerweise braucht er Struktur, um überhaupt entstehen zu können. Klingt komisch, ist aber so.
Ein Surfer braucht das Meer, die Wellen und sein Board, um sich darin verlieren zu können.
Ein Musiker braucht seine Gitarre, seine Bühne und seine Melodie, um spontan improvisieren zu können.
Ein Schriftsteller braucht Papier, Stift und Kaffee (jede Menge Kaffee), um im kreativen Chaos zu versinken.
Flow ist kein Gegenstück zur Struktur. Flow entsteht exakt dort, wo du dich traust, Kontrolle und Hingabe gleichzeitig zuzulassen. Vier Wochen sind genau der richtige Rahmen, um diesen magischen Zwischenraum zu entdecken und immer wieder bewusst zu betreten – bis du irgendwann gar nicht mehr darüber nachdenkst, sondern einfach tust.
Vielleicht aber auch nicht. Es gibt nur eine Möglichkeit, das herauszufinden.
Widerstand – Warum es erst schwierig sein muss, bevor es leicht wird
»Je mehr Widerstand du erfährst, desto wichtiger ist dir deine noch nicht verwirklichte Kunst/dein Projekt/ dein Unternehmen – und desto größer wird die Befriedigung sein, wenn du es endlich tust.«
Steven Pressfield, The War of Art: Break Through the Blocks & Win Your Inner Creative Battles
Flow ist ein wunderbarer Zustand. Alles fühlt sich leicht, klar und mühelos an – alles scheint zu klappen.
Nur gibt es dabei ein winziges, gemeines Detail, das viele Flow-Gurus gern verschweigen:
Bevor es leicht wird, fühlt es sich erst einmal richtig hart an.
Das weißt du selbst, wenn du jemals versucht hast, ein neues Projekt anzufangen, eine ungewohnte Sportart zu lernen oder einfach morgens um fünf Uhr aufzustehen. Widerstand ist das Eintrittsgeld, das du zahlst, um überhaupt in den Flow-Club hineingelassen zu werden. Und es gibt keinen Hintereingang.
Hier liegt das größte Missverständnis:
Viele Menschen glauben, Flow wäre das Gegenteil von Widerstand. Doch in Wahrheit ist Flow die Belohnung dafür, dass du den Widerstand nicht umgangen, sondern dich mitten hindurchgekämpft hast.
Kurz gesagt:
Flow ist nicht die Abwesenheit von Hindernissen, sondern das, was du erlebst, wenn du entscheidest, sie frontal anzugehen.
Das meinte wohl auch der römische Kaiser Marc Aurel, als er schrieb:
»Was im Weg steht, wird zum Weg.«
Genau darum geht es in der ersten Phase der Flow-Formel:
Nicht darum, Widerstand zu vermeiden – sondern ihn bewusst willkommen zu heißen.
Der Funke – Was dich wirklich begeistert
»Frag dich nicht, was die Welt braucht. Frag dich lieber, was dich lebendig macht – und tu es. Denn was die Welt braucht, sind Menschen, die lebendig geworden sind.«
häufig Howard Thurman zugeschrieben
Der Ball schwebte durch die Luft und für einen kurzen Moment stand alles still.
Ich hielt den Atem an.
Swish.
Er war drin.
Ich war fünf Jahre alt und ich erinnere mich weder an meine Schuhe noch ans Wetter oder daran, wer mir zusah. Aber dieses unwiderstehliche Geräusch, das der Ball machte, als er durchs Netz zischte, der leichte Rückstoß an meinen Fingerspitzen und dieses elektrisierende Gefühl – an das erinnere ich mich ganz genau. In diesem Moment wusste ich nicht, dass mein Leben gerade eine Richtung bekommen hatte. Ich wusste nur eines: Ich wollte das unbedingt noch mal erleben. Und noch mal. Und noch mal. Diese Begeisterung ist keine rationale Entscheidung. Niemand wacht morgens auf und denkt:
Heute wäre ein hervorragender Tag, um mal richtig begeistert zu sein.
Nein, echte Begeisterung ist etwas viel Irrationaleres, Unvernünftigeres, ja fast schon eine Art verrückter Besessenheit. Etwas, das passiert, bevor du überhaupt entscheidest, ob es vernünftig oder nützlich ist. Es packt dich einfach. Wie ein unsichtbares Magnetfeld, dem du gar nicht entkommen kannst, selbst wenn du wolltest.
Warum du manche Dinge nicht lassen kannst (auch wenn du es vielleicht solltest)
Sicher kennst du diese Momente, in denen du keine rationale Entscheidung triffst. Du fühlst dich magisch angezogen, fast schon gezwungen, etwas zu tun – nicht aus Pflichtgefühl oder Vernunft, sondern aus purer Begeisterung. Egal, ob du läufst, zeichnest, tanzt, kochst oder einfach nur im Garten wühlst: Es fühlt sich so an, als wäre dein Körper deiner Entscheidung einen Schritt voraus.
Die Forschung bestätigt, dass dieser unwiderstehliche Drang keine Einbildung ist. Neurowissenschaftler wie Jaak Panksepp haben
