Die Flugblätter der Weißen Rose - Hans Scholl - E-Book

Die Flugblätter der Weißen Rose E-Book

Hans Scholl

0,0
2,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

»Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique 'regieren' zu lassen. Ist es nicht so, dass sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten?« - Gleich dieser erste Satz des ersten Flugblattes der »Weißen Rose« fasst die alle Dimensionen sprengende Unmenschlichkeit des Nazi-Regimes, die Verdorbenheit des Volkes - und die Konsequenzen, die das alles für Generationen haben würde, so treffend zusammen, wie man es nirgendwo sonst lesen konnte. Sechs Flugblätter verschickten und verteilten die Mitglieder der Widerstandsgruppe »Weiße Rose«, Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und Kurt Huber, und begaben sich dabei in Lebensgefahr. - Die hier abgedruckten Flugblätter sind ein einzigartiges Zeitdokument.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 32

Veröffentlichungsjahr: 2021

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Inhalt

Vorwort des Herausgebers

Flugblatt I

Flugblatt I im Original

Flugblatt II

Flugblatt II im Original

Flugblatt III

Flugblatt III im Original

Flugblatt IV

Flugblatt IV im Original

Flugblatt V

Flugblatt V im Original

Flugblatt VI

Flugblatt VI im Original

Vorwort des Herausgebers

WÄHREND SICH das breite Bürgertum in der Nazizeit in sein Schicksal ergab, oder, schlimmer noch, als Mitläufer oder Unterstützer Teil des Regimes war, blieb es einer kleinen Gruppe mutiger Münchner Studenten vorbehalten, die bitteren Tatsachen auszusprechen und den Nazi-Staat als das darzustellen, was er war: ein Terrorregime.

Insgesamt sechs Flugblätter verschickten und verteilten die Mitglieder der Widerstandsgruppe ›Weiße Rose‹ zwischen Juni 1942 und Februar 1943. Schriften, die in ihrer Deutlichkeit nichts zu wüschen übrig ließen. – Gleich der erste Satz des ersten Flugblattes fasst die alle Dimensionen sprengende Unmenschlichkeit des Regimes, die Verdorbenheit des Volkes – und die Konsequenzen, die das alles für Generationen haben würde, so treffend zusammen, wie man es nirgendwo sonst lesen konnte:

»Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique ›regieren‹ zu lassen. Ist es nicht so, dass sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten?«

Im zweiten Flugblatt schrieben sie u. a.:

»... doch ist es noch nicht zu spät, diese abscheulichste aller Missgeburten von Regierungen aus der Welt zu schaffen, um nicht noch mehr Schuld auf sich zu laden. Jetzt, da uns in den letzten Jahren die Augen vollkommen geöffnet worden sind, da wir wissen, mit wem wir es zu tun haben, jetzt ist es allerhöchste Zeit, diese braune Horde auszurotten.«

Und im vierten:

»Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge. Wenn er Frieden sagt, meint er den Krieg, und wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan. Sein Mund ist der stinkende Rachen der Hölle, und seine Macht ist im Grunde verworfen.«

Dies nur einige wenige Beispiele der mutigen und unverblümten Angriffe auf das Nazi-Regime. Dass Hitlers Schergen diese Untergrund-Opposition so schnell wie möglich vernichten wollte, war klar. Und klar war auch, dass sich alle Mitglieder und Unterstützer der Weißen Rose in Lebensgefahr begaben.

Keimzelle der Widerstandsbewegung ›Weiße Rose‹ waren die Studenten Hans Scholl und Alexander Schmorell, die die ersten vier Flugblätter im Juni und Juli 1942 schrieben und an ausgewählte Adressen in München per Post verschickten und einen kleineren Teil rund um die Universität verteilten. Die Auflage war mit jeweils nur 100 bis 200 Exemplaren gering.

Im Lauf der Zeit weitete sich der Kreis der Widerständler, es kamen die Schwester von Hans, Sophie Scholl, hinzu, sowie die Studenten Christoph Probst und Willi Graf und später der Universitätsprofessor Kurt Huber. Alle halfen konspirativ beim Druck und Versand der Blätter, versuchten Kontakt zu anderen Untergrund-Gruppen zu finden und gaben inhaltliche Impulse für die Texte der Flugblätter. Der Entwurf für das letzte und sechste Blatt stammte dann von Kurt Huber.

Die Medizinstudenten Scholl und Schmorell mussten von Ende Juli bis Oktober 1942 ein medizinisches Praktikum in Lazaretten an der Ostfront ableisten. Als sie zurückkehrten, nahmen sie sich vor, den Widerstand auf breitere Basis zu stellen. Das nächste Flugblatt sollte in Tausender-Auflage (am Ende waren es annähernd 10.000) über München hinaus in ganz Deutschland verbreitet werden und das lethargische Volk, das sich in sein Schicksal ergeben hatte, endlich aufrütteln.

Weitsichtig entwarfen Scholl und Schmorell in dem Text bereits ein Bild des kommenden Deutschland, wenn der Nazi-Spuk endlich vorbei sein würde: