Die Garten-Docs - Peter Rasch - E-Book

Die Garten-Docs E-Book

Peter Rasch

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Beschreibung

Was tun, wenn der Zierstrauch sich ziert, wenn der Rasen komplett vermoost oder die Tomaten vor sich hinkümmern? Hier hilft Profigärtner Peter Rasch mit seinem Experten-Team in der neuen NDR-Sendung "Garten-Docs" weiter. Für ganz viele gibt es nichts Schöneres, als im Garten oder auf dem Balkon zu wühlen. Jede freie Minute widmen die Garten-Amateure ihrer Leidenschaft: Da gibt es den lässig wilden Garten, das abgezirkelte Gemüsebeet, die bunte Balkon-Oase oder den kultivierter Dschungel auf der Fensterbank. Aber kein Licht ohne Schatten, ob fiese Schädlinge, matschiger Schattenrasen oder invasives Springkraut – auf Garten und Balkon ist nicht immer alles im grünen Bereich. Der Garten-Profi Peter Rasch hat auf alle Fragen eine Antwort – und wenn nicht, macht er sich mit anderen Experten auf die Suche und findet sie. Im Buch werden all die Problemfälle der Sendung und Zuschauerfragen behandelt, ergänzt durch wichtiges Grundlagenwissen für Hobbygärtner. Zahlreiche Farbfotos veranschaulichen die Themen und zeigen, wie's geht. Hoch den grünen Daumen für Peter Rasch, den Garten-Doc!

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Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhalt

Vorwort

Rasen und Zierpflanzen – die schöne Seite des Gartens

Ob Englischer Rasen oder Spiel- und Sportrasen, ob Blumen für Garten oder Balkon – hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen

Obst und Gemüse – die essbare Seite des Gartens

Es ist doch das Beste, wenn man die eigene Ernte auf den Tisch bringen kann! Und so schwer ist das gar nicht. Lesen Sie hier …

Pflanzengesundheit

Die Umwelt schützen und von ihr profitieren: Hier erfahren Sie, wie Sie den Kreislauf der Natur für sich arbeiten lassen können

Gartenlisten

Alles, was Sie sonst noch wissen müssen, auf einen Blick

Zehn Gartenmythen, die sich hartnäckig halten

1. „Mit dem Saatgut nicht sparsam sein, dann wird das schon.“ STOPP! Ein klassischer Irrglaube beim Anlegen eines neuen Rasens. Nehmen Sie zu viel Saatgut, behindern sich die Graspflanzen gegenseitig beim Wachstum. Außerdem kommt es schneller zu Pilzbefall. Viel wichtiger ist, dass Sie in gutes Saatgut investieren, das zu Ihrem Boden und zu Ihren Bedürfnissen passt.

2. Gießen – ja, aber … Besonders in der ersten Wachstumsphase, in der die Wurzelsysteme noch nicht vollständig entwickelt sind, ist eine regelmäßige Wasserversorgung superwichtig. Allerdings gilt auch hier: Viel hilft nicht viel. Meinen Sie es zu gut, entsteht Staunässe, die den jungen Wurzeln eher schadet.

3. Regeln wie: „In der dritten Aprilwoche kommen die Kartoffeln in den Acker“ können richtig in die Hose gehen. Denn manchmal hat der Winter einfach Probleme, loszulassen, oder der Klimawandel verschiebt die Wachstumsphasen der Pflanzen. Besser, Sie orientieren sich am phänologischen Kalender.

4. Es hält sich nach wie vor hartnäckig die alte Gärtnerweisheit: „Der Agapanthus liebt es, eng im Topf zu stehen. Erst wenn er ihn selbst sprengt, muss er umgetopft werden.“ Wir sagen: Lieber rechtzeitig in den neuen Topf, denn auch der Agapanthus braucht Nährstoffe. Wenn er frische Erde bekommt, blüht er nämlich plötzlich mit 20 Blüten, anstatt nur mit zweien. Vielleicht steckt hinter dem Mythos auch ein bisschen gärtnerische Faulheit, denn die Dinger sind nur mit äußerster Kraftanstrengung aus dem Topf zu bekommen.

5. Eine alte Schnittregel besagt: „Den Obstbaum so schneiden, dass man einen Hut durchwerfen kann“, das heißt: Man soll alles rausschneiden, was nach innen wächst. Das nehmen Gärtnerfreunde aber oft zu wörtlich und schneiden alles heraus, was in der Mitte wächst. Das aber jagt den Hauptast immer weiter nach außen, sodass der Obstbaum schief wird. Im Gegenteil: Neue Triebe weiter unten am Hauptast stehen lassen, im ersten Jahr kürzen, sodass sie sich verzweigen, dann erhält man zusätzlich zur Hauptkrone noch ein oder zwei kleinere Kronen, die vom Hauptast weiter unten abgehen, und kann die Früchte bequem im Stehen ernten.

6. „Die Obstbaumsorte bestimmt die Wuchshöhe.“ Falsch, es ist die Veredelungsunterlage: Bei einem Baum ist die Wurzel mit all ihren Verzweigungen im Boden in der Regel genauso groß wie die Krone. Damit ist auch klar, dass diese Unterlage, die aus der Wurzel und einem Teil des Stamms besteht, beeinflusst, wie ausladend sich die Krone entwickelt. Bei einer schwachwüchsigen Unterlage wird auch der Baum klein bleiben.

7. „Wenn die Pflanzen aus dem Winterlager kommen, brauchen sie Sonne, um wieder zu wachsen.“ Haaaalt! Bitte nicht gleich in die pralle Sonne stellen – sogar tropische Pflanzen wie Palmen können in der Frühlingssonne verbrennen. Nach dem Winterlager sind mindestens 14 Tage Eingewöhnung im Schatten angesagt.

8. „Wenn die Frühblüher verblüht sind, kommen sie raus aus dem Beet.“ Das ist nicht zu empfehlen. Die vertrocknete Blüte bedeutet zwar, dass die schönste Zeit vorbei ist, aber in der Pflanze laufen noch immer lebensnotwendige Prozesse ab: Die Blätter betreiben noch Fotosynthese und lagern Nährstoffe in der Zwiebel ein. Die benötigt die Pflanze, um im kommenden Jahr wieder auszutreiben. Erst wenn die Speicher gefüllt sind, vertrocknen auch die grünen Blätter. Dann wird die Zwiebel aus dem Beet geholt und bis zum Herbst eingelagert.

9. „Einmal im Jahr muss ich umgraben“ – FALSCH und zwar fett gedruckt. Es ist richtig, dass Sie eine Fläche intensiv bearbeiten müssen, um sie urbar zu machen. Das Problem am Umgraben ist aber, dass die Erdschichten völlig durcheinandergewürfelt werden. In den oberen Schichten leben sauerstoffliebende Mikroorganismen und Kleinstlebewesen. Wenn Sie umgraben, werden diese in 20 Zentimeter Tiefe verschüttet und überleben das vielleicht nicht. Danach muss sich das Bodenleben erst wieder neu sortieren und organisieren, was Ihren Garten nicht voranbringt. Besser ist es, mit der Grabegabel in den Boden zu stechen, ihn leicht anzuheben und dabei aufzulockern, so bleiben die verschiedenen Schichten des Bodenlebens in ihrer Struktur erhalten.

10. „Zwiebeln muss man knicken, damit sie größer werden, dann steigt der Pflanzensaft nicht in die Blätter und die Zwiebel wird schön groß“ … ist nicht richtig. In der Wachstumsphase ist es nämlich eher so, dass Nährstoffe in den grünen Blättern gebildet und in die Zwiebel transportiert werden. Knicken wir das Grünzeug, wird dieser Weg also unterbrochen. Die Zwiebel leitet dann eine Notreife ein. Sie wächst aber nicht mehr und ist auch nicht so gut lagerfähig.

Wir bauen uns ein Hummelhotel

Hummeln sind sehr wichtig für die Bestäubung von Obstbäumen und Gemüsepflanzen, allerdings werden sie immer seltener. Aber wir können etwas tun, um unsere kleinen, dicken Nützlinge in unseren Garten zu locken: Wir bauen einen Hummelkasten. Stellen Sie ihn rechtzeitig auf, denn ab Februar sind die Hummelköniginnen im Zickzackflug bereits auf der Suche nach einer neuen Behausung!

Dafür brauchen wir: 1 Holzkiste mit 30 bis 40 cm Seitenlänge, 1 Pappkarton mit mindestens 20 cm Seitenlänge (unbedruckt, sauber), 1 stabile Pappröhre (z. B. Pappkern aus der Rolle von Alufolie), Hobelspäne, trockenes Moos (Schafwolle oder Polsterwatte geht auch; wichtig: keine synthetischen Fasern!), trockenes Heu oder Stroh (von unbehandelter Wiese oder Feld)

1. Wir bohren mit einem 30-mm-Forstnerbohrer das Einflugloch mittig in die Kiste. Auf den Boden der Kiste legen wir 2 Holzleisten, darauf kommt der Pappkarton.

2. Die Papprolle als Einlaufröhre für das Nest in den Karton stecken. Sie verbindet die Außenhülle mit dem Brutraum. Die Luft dazwischen isoliert.

Schritt für Schritt zum Gartenglück – mit den Garten-Docs an Ihrer Seite

Ob wildromantischer Garten, aufgeräumtes Gemüsebeet, Balkon-Oase oder Fensterbank – wo was wächst, da blüht der Mensch auf!

Doch was tun, wenn der Zierstrauch sich ziert, der Rasen vermoost und der Dünger der Tomatenernte schadet? Ob Invasion der Schädlinge, vertrocknete Kletterpflanze oder lästiger Pilzbefall – manchmal wächst uns der Garten einfach über den Kopf.

Mit diesem Buch werden Sie zum Gartenprofi! Immer im Blick: Machbarkeit, Kosten und Spaß, wie in unserer Sendung Garten-Docs im NDR.

Niemand kommt mit einem grünen Daumen auf die Welt. Aber: Der Weg zum rundum gelungenen Garten, zum echten Gartenglück steht uns wirklich allen offen. Nehmen Sie dieses Buch doch einfach mal mit hinaus und blättern Sie querbeet. Genießen Sie Ihr kleines Refugium und beobachten Sie, was da so alles passiert. Wir geben Ihnen Hilfestellung von Anfang an. Im Handumdrehen machen Sie bald Ihre eigene Bodenanalyse oder optimieren den Komposthaufen. Von der pfiffigen Bewässerungshilfe für Faule über den Traumteich bis zur Rettung Ihres geliebten alten Obstbaums – die Garten-Docs sind an Ihrer Seite.

Herzlich

Peter Rasch

„Welche Rasensaat ist für mein Grundstück die richtige?“

Peter Rasch: Das ist die erste und alles entscheidende Frage, denn schon beim Einkaufen sollten Sie genau wissen, was Sie benötigen. Für jeden Standort gibt es die passende Sorte – Bodenverhältnisse und gewünschte Nutzung spielen eine wichtige Rolle. Da lässt sich einiges falsch machen. Im schlimmsten Fall sieht der neu angelegte Rasen nach einem Jahr schlechter aus als der alte. „Fragen kostet nix!“, hat Oma immer gesagt. Lassen Sie sich also von einem Fachmann beraten.

Die Mischung macht’s

Günstige Rasenmischungen sind oft eine Wundertüte. Aussagen wie „strapazierfähig“, „besonders trittfest“ oder „pflegeleicht“ müssen nicht viel heißen. Mit Billigmischungen können Sie die neue Rasenfläche vielleicht zum halben Preis anlegen und meistens wird sie sogar ruckzuck grün. Das ist so, weil oft Grassorten genutzt werden, die eigentlich als Futtergras gezüchtet worden sind. Die wachsen schnell, vertragen aber wöchentliches Mähen überhaupt nicht. Am Ende des Sommers weist der Rasen darum große Löcher auf. Die frei gewordenen Plätze nehmen Wildkräuter wie Löwenzahn in Beschlag – die sind dann im Gegensatz sogar sehr widerstandsfähig.

Gute Rasenmischungen sind teurer, denn die Produktion ist aufwendig. Die Grassorten für das Lieblingsgrün sollten trockenresistent sein, langsam wachsen und spät blühen. Aus solchen Sorten Samen zu gewinnen, dauert, und die Erträge sind wesentlich geringer als bei Futtersorten.Wer eine Qualitätsmischung kaufen will, sollte unbedingt auf die Bezeichnung „RSM“ (Regelsaatgutmischung) achten. Es gibt 21 verschiedene Regelsaatgutmischungen (die Liste finden Sie auf Seite 139). Eine Mischung, die diese Bezeichnung trägt, wurde von unabhängigen Labors getestet. Das Qualitätssiegel garantiert, dass sie auch wirklich zum gewünschten Nutzungszweck passt.

Anpfiff auf dem Lieblingsgrün

Rasentypen

Für eine sonnige Fläche ist der gewöhnliche Gebrauchsrasen Standard. Ist das Grundstück eher schattig, sollten Sie eine Schattenrasenmischung aussäen. Bei intensiver Nutzung empfiehlt sich ein Sport- und Spielrasen, für Liebhaber des Englischen Rasens eine Zierrasenmischung.

Gebrauchsrasen: robust und pflegeleicht, hohe Trockenverträglichkeit, geringer Pflegeaufwand. In der Wachstumsphase sollten Sie einmal pro Woche mähen, in den Sommermonaten reicht es alle zwei Wochen.

Schattenrasen: kommt mit wenig Sonne gut zurecht. Direkte Sonneneinstrahlung verträgt er allerdings sehr schlecht. Haben Sie nur ein paar dunkle Ecken im Garten, sollten Sie auch nur dort Schattengräser aussäen und auf der übrigen Fläche normales Saatgut verwenden. 

Sport- und Spielrasen: besonders robust gegenüber Belastungen, der Pflegeaufwand ist allerdings ein wenig höher. Der Rasen muss auch im Sommer im Wochenrhythmus gemäht werden.

Zierrasen: sollte am Anfang sehr behutsam gepflegt werden. Spielende Kinder oder Gartenmöbel sind in den ersten zwei Jahren Gift für die empfindlichen Gräser. Danach ist die Grasnarbe aber dicht und besonders trittfest. Alle fünf bis sieben Tage sollte der Rasennäher zum Einsatz kommen – regelmäßig düngen! Das Saatgut braucht mindestens 15 Grad Bodentemperatur zum Keimen, Aussaat frühestens Anfang Juni.

„Wie bereite ich den Boden für meinen Rasen vor?“

Peter Rasch: Der Boden, auf dem wir säen (oder auch ausrollen) wollen, ist nichts weniger als das Fundament unseres Rasens. Wenn Sie den Boden also sorgsam vorbereiten, ist das schon die halbe Miete: Das Saatgut keimt zuverlässiger, die spätere Rasenpflege geht leichter von der Hand, unsere Rasenfläche wird langlebig und robust. Zuerst einmal müssen Sie den Boden etwa 15 Zentimeter tief gründlich auflockern, denn auf einem stark verdichteten Untergrund werden Sie keine guten Ergebnisse erzielen. Kleine Flächen können Sie umgraben, für große Flächen leihen Sie sich am besten eine Bodenfräse. Haben Sie einen sehr lehmigen Boden, können Sie eine etwa 4 Zentimeter dicke Schicht aus Sand und Kompost einarbeiten.

Danach wird die Fläche mit der Harke planiert, dabei entfernen Sie gleich Pflanzenreste, Wurzeln und Steine. Je ebener die Fläche, desto leichter haben Sie es später beim Rasenmähen.

Der Boden ist das Fundament unseres Rasens

Auf sehr feuchten Flächen sollte eine Drainage angelegt werden: entweder kleine, kiesgefüllte Gräben oder Entwässerungsrohre. Das ist wirklich knifflig – für solche Arbeiten empfehle ich professionelle Hilfe.

Der gelockerte Boden muss vor dem Säen rückverdichtet werden, sonst sackt die Rasenfläche später ab. Eine kleine Walze können Sie für etwa zehn Euro im Baumarkt ausleihen. Letzte Unebenheiten gleichen Sie mit einem Holzrechen aus. Optimal ist, wenn Sie den Boden vor der Aussaat noch ein paar Tage ruhen lassen, damit er sich setzen kann.

Mit einer kleinen Walze lässt sich der Boden gut rückverdichten, bevor der Rasen gesät wird

Übrigens: Die Beschaffenheit des Bodens beeinflusst natürlich auch das Wachstum des Rasens. Die meisten Grasarten mögen einen durchlässigen, aber nicht zu trockenen Boden. Wenn Sie ideale Lebensbedingungen schaffen wollen, machen Sie doch vorab selbst eine Bodenprobe oder lassen gar eine Bodenanalyse im Labor durchführen.

Apropos Erdboden ...

Manchmal fällt eine Menge Erde an – zum Beispiel, wenn Sie einen Teich anlegen oder einen Pool bauen. Damit Sie diese Erde nicht entsorgen müssen, bauen Sie sich einfach eine leicht hügelige Landschaft daraus. Aber denken Sie daran: sanfte Anstiege, damit Sie mit dem Rasenmäher noch drüberkommen.

„Wann ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat?“

Peter Rasch: Wenn Sie sich für den klassischen gesäten Rasen entscheiden, erzielen Sie das beste Ergebnis, wenn Sie den Rasen in einer Zeit säen, in der die Samenkörner gut keimen können. Die besten Monate für die Aussaat sind April und Mai sowie August und September. Und ich erkläre Ihnen auch, warum: Rasensamen sind Lichtkeimer. Das heißt, das Gras wächst am schnellsten, wenn ausreichend Sonnenlicht für ein kräftiges Wachstum da ist. Die Bodentemperatur sollte dauerhaft über 10 Grad liegen (auch nachts). Je höher die Bodentemperatur, desto besser keimt das Saatgut. Der Sommer ist wegen möglicher Trockenheit allerdings gar nicht so gut geeignet, besser ist es, wenn Niederschläge den Boden regelmäßig feucht halten.

Rasensamen sind ein gefundenes Fressen für Vögel und schnell vom Winde verweht. Darum: Wenn sie liegen, ganz leicht einharken

Auch der Wind spielt eine Rolle. Säen Sie an einem trockenen, möglichst windstillen Tag. Die Rasensamen sind sehr leicht. Wind oder Böen können sie beim Verteilen, und auch noch wenn sie am Boden liegen, einfach davonpusten. Das führt zu einem ungleichmäßigen Rasenwuchs.

„Muss man extra viel Rasensamensäen, damit es gut wächst?“

Peter Rasch: „Mit dem Saatgut nicht sparsam sein, dann wird das schon.“ STOPP! Das ist ein klassischer Irrglaube beim Anlegen eines neuen Rasens. Nehmen Sie zu viel Saatgut, behindern sich die Graspflanzen gegenseitig beim Wachstum. Außerdem kann es schneller zu Pilzbefall kommen. Wichtiger ist, dass Sie in gutes Saatgut investieren, das zu Ihrem Boden und Ihren Bedürfnissen passt. Dann reichen 20 bis 25 Gramm pro Quadratmeter. Wiegen Sie das ruhig mal ab, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen!

Am besten laufen Sie die zukünftige Rasenfläche beim Säen einmal längs und einmal quer ab und werfen das Saatgut immer locker aus dem Handgelenk. So wächst der Rasen später schön gleichmäßig.

Und jetzt: Üben Sie sich in Geduld! Bis die ersten Rasensamen keimen, können locker zwei Wochen vergehen. In den handelsüblichen Saatmischungen sind verschiedene Grassorten enthalten, die nicht alle gleichzeitig keimen. Bis alle Samen komplett aufgegangen sind, können sogar vier Wochen verstreichen.

Gießen – ja, aber … Besonders in der ersten Wachstumsphase, in der die Wurzelsysteme noch nicht vollständig entwickelt sind, ist eine regelmäßige Wasserversorgung superwichtig. Allerdings gilt auch hier: Viel hilft nicht viel. Meinen Sie es zu gut, entsteht Staunässe, die den jungen Wurzeln eher schadet. Bei Trockenheit sollten Sie die Fläche zwei- bis dreimal am Tag fünf bis zehn Minuten wässern.

Der wichtigste Nährstoff nach der Aussaat ist Phosphor. Er sorgt für dichtes und grünes Wachstum. Spezielle Startdünger für die Rasensaat haben deshalb einen erhöhten Phosphoranteil.

„Hilfe, ich brauch schnell einen neuen Rasen!“

Peter Rasch: Ein altes afrikanisches Sprichwort sagt: „Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Alles braucht seine Zeit – aber es gibt Firmen, die sich diese Zeit für uns nehmen. Sie säen hektarweise Rasen aus, und wenn er so richtig schön aussieht, wird er geerntet. Das Ergebnis: Rollrasen – die einfachste Lösung für frisches Grün auf dem Grundstück. Das beste Ergebnis erzielt man, wenn man den Rasen im Frühjahr ausrollt. Die Graswurzeln sind dann auf dem Höhepunkt ihrer natürlichen Wachstumskurve: Der Rasen wächst schnell an.

Rollrasen – die schnelle Lösung für frisches Grün

Der größte Vorteil von Rollrasen ist: Die Fläche kann schnell wieder genutzt werden. Schon drei bis vier Wochen nach dem Ausrollen kann die erste Gartenparty stattfinden. Einen ausgesäten Rasen hingegen können Sie erst nach sechs bis acht Wochen vorsichtig betreten. Bis Sie ihn wirklich nutzen können, vergehen drei Monate. Weiteres Plus des Rollrasens: In den ersten beiden Jahren siedeln sich wegen der dichten Grasnarbe eines Rollrasens außerdem kaum Wildkräuter an.

Rollrasen ist allerdings etwa viermal so teuer wie selbst ausgesäter Rasen – drei bis vier Euro pro Quadratmeter. Richtig ins Geld geht dann meist der Transport, Rollrasen ist nämlich schwer. Mit dem eigenen Pkw bekommen Sie das selten hin. Also: Liefern lassen – dann ist man schnell bei sechs bis zehn Euro pro Quadratmeter.

Das A und O: die Bodenvorbereitung

Die Bodenvorbereitung ist für ausgesäten und Rollrasen gleich. Ohne diese Vorarbeit wächst auch Letzterer nicht. Sie müssen den Boden lockern, von Unkraut befreien und die Fläche ebnen. Wenn Sie den Boden vorbereitet haben, tragen Sie gleich Dünger auf. Dann hat das Gras die Nährstoffe direkt an der Wurzel.

No waste: Mit Resten vom Rollrasen können Sie ganz schnell pflegeleichte Wege zwischen Ihre Beete zaubern. Besonders praktisch ist es, die Wege der Schnittbreite Ihres Rasenmähers anzupassen.