Die Geschichte der Crip-Gang - Stardust Book Publishing - E-Book

Die Geschichte der Crip-Gang E-Book

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Beschreibung

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Seitenzahl: 177

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

Gründung

Gründungsmythos

Crip-Kriminalität

Namensbildung der Crips

Crip-Allianz

Heilige Gral

Crips vs. Crips

Bonus-Kapitel: Crips und Bloods vereint

Gruppierungen und Allianzen

Mafia-Crips

Neighborhood-Crips

Mansfield Gangster-Crips

Hawthorne Thug Family Gangster-Crips

52 Hoover Gangster-Crips

Original Hood-Crips

East Side Grape Street Watts-Crips

Fudge Town Mafia-Crips

Marvin Gangster-Crips

East Side Hustler-Crips

Compton-Crips

Folk Nation

Erkennungszeichen

Gangstruktur

Gangster Disciples

Folk Nation-Rang-System

8 Ball-Allianz

Crip-Sprache

Crip-Whistle

Bonus-Kapitel: Allgemeine Gang-Sprache

Crip-Tattoos

Folk Nation-Tattoos

Crip-Kleidung

Sportkleidung der Crips

Shotgun-Crips

Avalon Gangster-Crips

Under Ground-Crips

Nutty Blocc Compton-Crips

Rollin 20s-Crips

Rollin 60s Neighborhood-Crips

Harbor City-Crips

Dodge City-Crips

76 East Coast-Crips

Tonga Crip Gang

Bonus-Kapitel: Geschichte der Gang-Kleidung

Bonus-Kapitel: Das Rätsel der hängenden Schuhe

Crip-Kürzel und Symbole

Crip-Handzeichen

Standard-Zeichen

Compton-Crips

Hoover-Crips

Under Ground-Crips

East Side-Crips

West Side-Crips

Neighborhood-Crips

Mafia-Crips

South Side-Crips

Blood Killer

Crip Love

Crip-Walk

Crip-Walk-Stile

Bonus-Kapitel: B-Boying (Breakdance)

B-Boying

Footworks

Rocking

Powermoves

Freezes

Electric Boogie

Crip-Walk-Stile

Battle of the Year

Cripette

Crippin vs. Gang-Banging

Crippin

Gang-Banging

Fake Crips

Einmal Crip, immer Crip

Crip-Reputation

Todeskult und Vorbilder

Black and White

Gefängnis

Crip-Schule

Ausweg

Crips in Los Angeles

Crip-Sets in Kalifornien

Crip-Sets in ganz Nordamerika

Crips aus dem Rap-Business

Bonus-Kapitel: 2Pac, Biggie und Dre

2Pac

The Notorious B. I. G.

Dr. Dre

Bonus-Kapitel: Geschichte des Raps

Battle-Rap

Baby Gangster

Bonus-Kapitel: Lowrider

Raymond Washington

Stanley „Tookie“ Williams III

♥ Dankeschön ♥

Jetzt erhältlich!

Impressum

Gründung

Gründer:

Raymond Washington (East Side-Crips)

Stanley Tookie Williams III (West Side-Crips)

Gründungsjahr:

1969

Gründungsort:

Los Angeles, Fremont High School

Gründungsname:

Baby Avenues

Erkennungszeichen:

blaue Kleidung, Bandana

Gründungsmythos

Die Crips wurden im Jahre 1969 von Raymond Washington in der Fremont High School in Los Angeles gegründet. Der Auslöser zur Gründung der Crips waren soziale Missstände in Los Angeles, die vor allem die afroamerikanische Bevölkerung trafen, und der Ausbruch der „Watts-Aufstände“. Raymond Washington zog mit seiner Familie 1956 nach Los Angeles. Mit 12 Jahren erlebte er 1965 die Watts-Aufstände hautnah, wodurch er extrem geprägt wurde. Watts war zur damaligen Zeit einer der ärmsten Bezirke in Los Angeles. Es wurde zum Großteil von Afroamerikanern bewohnt, die sich täglich von weißen Polizeibeamten schikanieren lassen mussten. Rassendiskriminierung und äußerst brutales Vorgehen durch die weißen Gesetzeshüter gegenüber den Afroamerikanern in Watts ließen die Stimmung hochkochen.

Eine Verkehrskontrolle am 11. August 1965 war dann der Auslöser für die Watts-Aufstände. Zwei Brüder namens Frye wurden willkürlich von weißen Polizisten aus dem Verkehr gezogen. Als ihre Mutter dazukam und sich beschwerte, versammelten sich immer mehr Menschen. Eine tumultartige Stimmung entstand, die im Handgemenge mit den Polizisten endete. Nachdem die Frys durch die Polizeibeamten abgeführt wurden, kippte die Atmosphäre vollends. Der Aufstand brach aus. Die Afroamerikaner aus Watts entluden all ihren Groll und die angestaute Wut auf einen Schlag. Ihre Gewalt richtete sich vor allem gegen Kaufhäuser in Watts, von denen sie sich ungerecht behandelt fühlten. Der Gewaltausbruch war immens. Es gab 34 Todesopfer, Tausende von Verhaftungen und einen Sachschaden von umgerechnet 40 Millionen Dollar. Die Regierung musste, um diesen Aufstand in den Griff zu bekommen, sogar die Nationalgarde einschalten. Nachdem sich die Lage etwas entspannt hatte, ging die Staatsgewalt gleich daran, nach den Ursachen dieses bemerkenswerten Krawalls zu suchen.

Man wurde auch schnell fündig. Keine Schulen, keine Arbeit und miserable Lebensumstände herrschten in Watts, da waren sich alle einig. Also, was unternahm die Regierung, um einen weiteren zukünftigen Aufstand zu verhindern? Ihr ahnt das Unvorstellbare: nichts! Die logische Konsequenz wäre gewesen, in Watts Arbeitsplätze und Schulen zu schaffen, um die Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern. Was unternahm die Regierung? Sie rief eine Spezialeinheit namens „Swat“ ins Leben, die darauf spezialisiert sein sollte, Aufstände wie die Watts-Unruhen im Keim zu ersticken. Das muss man sich mal vorstellen. Die Bewohner bekamen weder neue Jobs noch neue Schulen. Die Regierung scherte sich nicht um die wahren Ursachen des Watts-Aufstandes und investierte ihr Geld lieber in eine Spezialeinheit, die solche Unruhen niederschlagen sollte. Die immensen Sachschäden kümmerten die Regierung ebenso wenig wie die rassistischen Polizisten. Diese konnten weiterhin die Afroamerikaner in Watts terrorisieren. Die logische Konsequenz hieraus war die Entstehung von Protestbewegungen. Eine davon war die Black Panther Party. Diese wurde 1966 gegründet und erhielt durch den Watts-Aufstand einen massiven Zulauf von jungen Afroamerikanern. Einer dieser jungen Amerikaner war Raymond Washington. Er wollte unbedingt der Black Panther-Bewegung beitreten, war jedoch noch zu jung und musste sich deshalb etwas anderes überlegen. Der Gründungsmythos der Crips begann. Raymond gründete mit ein paar Freunden seine eigene Bewegung (Gang) namens Baby Avenues. Dieser Gründungsname war eine Hommage an eine ältere Gang, die sich die „Avenues“ nannte und der auch Raymond Washington für eine kurze Zeit selbst angehörte. Weil die Mitglieder der Baby Avenues jedoch recht jung waren, setzte man das „Baby“ vor die Avenues, um das junge Alter der Mitglieder zu symbolisieren.

Andere Legenden besagen, dass die Crips in ihren Anfängen als Baby Cribs oder auch Baby Avenue Cribs bezeichnet wurden. Wohlgemerkt mit einem „b“ und nicht mit einem „p“ im Namen Cribs. Auch hier sollte das Wort „Baby“ und „Cribs“ auf das junge Alter der Mitglieder deuten. Der Name der Baby Avenues änderte sich dann recht schnell in Crips. Wie ihr seht, herrschen viele Legenden und Mythen über die Namensbildung der Crips. Daher habe ich diesen legendären Anekdoten ein zusätzliches Kapitel gewidmet, über das ihr im Verlaufe des Crip-Lexikons mehr erfahren könnt. Doch kommen wir zurück zur Entstehungsphase der Crips.: Als Raymond die Baby Avenues gründete, war er stark von der Black Panther-Bewegung beeinflusst. So verwundert es nicht, dass er und seine Gang-Mitglieder sich anfangs humanitär engagierten, um der afroamerikanischen Gemeinde vor Ort zu helfen. Dabei wurde vor allem gegen die Armut, die in diesen Gegenden grassierte und die auch heute noch wütet, gekämpft sowie gegen Rassendiskriminierung. Durch soziale Unruhen und Spannungen in South Central, Los Angeles, die vor allem die afroamerikanische Bevölkerung trafen, nahm die Zahl der Bandenmitglieder rapide zu. Begünstigend zur starken Ausbreitung der Baby Avenues kam hinzu, dass die weiße Mittelschicht sich immer mehr aus South Central zurückzog und ein Vakuum der Verarmung und der Gettoisierung zurückließ. Der Großteil von South Central wurde nun von Afroamerikanern bewohnt, die für rassistische weiße Jugendbanden zur Anlaufstelle Nummer eins wurden. Diese weißen Jugendlichen kämpften für eine strikte Rassentrennung.

Hervorgetan haben sich hier vor allem die „Spook Hunters“, die sich vehement gegen die Integration der afroamerikanischen Bevölkerung in Los Angeles wehrten. Durch die ständigen Angriffe auf die Afroamerikaner entstand eine reflexartige Gegenreaktion, die dafür sorgte, dass die Mitgliederzahlen der Baby Avenues rasant anstiegen. Die ständigen Auseinandersetzungen zwischen den weißen und afroamerikanischen Jugendbanden führten um das Jahr 1970 zu einer Spirale der Gewalt, die natürlich das LAPD (Polizeibehörde von Los Angeles) auf den Plan rief. Durch eine rigorose Politik der Härte, die ausschließlich die afroamerikanischen Jugendlichen traf, stiegen die sozialen Unruhen schlagartig an. Die weißen Jugendbanden um die Spook Hunters hatten im Gegensatz zu den jungen Afroamerikanern nicht viel zu befürchten, weil der Rassismus in den USA grassierte und sie bei Problemen sogar das LAPD zur Rückendeckung anfordern konnten. Vor allem die ständige Überwachung und Verdächtigung der afroamerikanischen Jugendlichen ließ die Spannungen eskalieren, welche ihren Höhepunkt in gewaltsamen Übergriffen der Polizei auf eben diese jungen Menschen fanden. Ein weiterer wichtiger Aspekt, warum die späteren Crips einen solch großen Zulauf erhielten, war das Aufkeimen von Drogen und die damit einhergehende Gettoisierung. Crack kam in den 1980er-Jahren auf den Markt und war Hauptgrund Nummer eins, warum Familien zerbrachen und South Central zu einem immer gefährlicheren Pflaster wurde. Resultate waren und sind unter anderem auch heute noch Kinder, die nicht wissen, wer ihre Väter sind. In vielen Fällen sind die Mütter drogenabhängig, was zur Folge hat, dass diese Kinder keinen Halt, keine Geborgenheit finden und eine dominante männliche Vaterperson fehlt. Dadurch haben die zumeist männlichen jungen Crips einen völlig anderen Bezug zu ihrer Umwelt und verhalten sich dementsprechend. Den Halt und ihre Vorbilder finden sie dann bei den Crips, die ihnen alles geben, wonach sie suchen.

Ein anderer Aspekt ist, dass viele Mitglieder in die Crip-Gang hineingeboren werden und sich daher die Mitgliederzahl konstant hält und sogar steigert. Viele Mitglieder sagen über sich selbst, dass sie überhaupt keine andere Wahl hatten, als in die Gang einzusteigen, weil sie hineingeboren wurden. Es heißt dann, dass die ganze Familie schon über Generationen zu den Crips gehört, da die Crips ganze Gegenden dominieren. Daher kann man diesen Jugendlichen kaum einen Vorwurf machen. Die junge Bevölkerung in South Central hat keine Perspektiven und sie sieht hautnah die Vorteile eines Gang-Lebens mit schicken Klamotten, Schutz, Geborgenheit und viel Geld aus dem Drogengeschäft. Dass man jederzeit sterben kann, nimmt sie daher billigend in Kauf, um auf der Sonnenseite von Los Angeles und anderer Regionen zu stehen.

Crip-Kriminalität

Da die Baby Avenues sich an den Black Panthers orientierten, imitierten sie auch deren Kleidungsstil. Neben Hüten und Hosen in weißer und beiger Farbe trugen sie vermehrt schwarze Lederjacken und Handschuhe, die von einem Spazierstock komplettiert wurden. Wer sich zu den Baby Avenues zählen wollte, benötigte somit bestimmte Kleidungsstücke. Mit diesem Phänomen gingen aber auch massive Probleme einher. Die meisten Mitglieder der Baby Avenues kamen aus ärmlichen Verhältnissen und konnten sich diese teuren Klamotten nicht leisten. Sie versuchten daher auf anderem Wege an die begehrten Statussymbole der Baby Avenues zu gelangen. Die Polizei nahm neuerdings vermehrt Anzeigen von Überfällen und Diebstählen auf. Dabei drehte es sich oft um schwarze Lederjacken, die von Zivilisten geraubt oder aus Bekleidungsgeschäften gestohlen wurden. Dieser Wahn, unbedingt dem Dresscode zu entsprechen, mündete sogar in einen Todesfall, der die Welt der Baby Avenues und späteren Crips für immer verändern sollte.

Nach einem Konzert auf dem Hollywood Palladium 1972 in Los Angeles wurde eine kleine Gruppe von jungen Afroamerikanern von 20 Crips überfallen. Dabei starb Robert Ballou jr., der sich weigerte, seine Lederjacke herauszurücken. Einem Crip-Set war dieser Mord an einem Unschuldigen sauer aufgestoßen. Die Piru-Street-Crips beobachteten diesen Vorfall sorgfältig und kamen zu dem Entschluss, dass es nicht rechtens war, diese Jugendlichen zu überfallen, weil sie keiner Gang angehörten. Daraufhin brach ein erbitterter Krieg zwischen den Piru-Street-Crips und anderen Crip-Sets aus und der Anfang der Blood-Allianz nahm seinen Lauf. Nun hatten die Crips einen gefährlichen Gegenspieler hinzubekommen, der sich nicht mehr alles gefallen lassen wollte. Alle unabhängigen Gangs, die es satthatten, von den Crips terrorisiert zu werden, formierten sich jetzt zu einer Einheit, die sie „Bloods“ nannten. Die Crips verloren somit ihre Vormachtstellung und mussten sich von diesem Moment an davor in Acht nehmen, wen sie überfielen oder drangsalierten.

Namensbildung der Crips

Um die Namensgebung der Crips ranken sich viele Legenden. Fest steht der Gründungsname „Baby Avenues“, der vor allem auf das junge Alter der Mitglieder deuten sollte und eine Hommage an eine ältere Gang namens „Avenues“ war, der Raymond Washington in jungen Jahren selber angehört hatte. Die Crips hießen in ihren Anfängen Baby Avenues oder auch Baby Cribs. Dieser Gang-Name kam jedoch nicht über Nacht, sondern wurde sorgfältig ausgewählt. Die Baby Cribs machten sich viele Gedanken, wie sie am besten heißen sollten. Es standen etliche Vorschläge im Raum, aus denen man am Schluss drei auswählte. Neben Baby Cribs waren als Gang-Namen in der engeren Auswahl auch die „Black Overlords“ und „the Assassins“. Man entschied sich schlussendlich für die Baby Cribs, weil dieser Gang-Name am besten das junge Alter der Mitglieder symbolisierte. Als die Baby Cribs dann anfingen sich wie kleine Hustler (Dealer, Spazierstock) zu kleiden und zu benehmen, wurden sie in ihrer Nachbarschaft nur noch als „cripples“ (Krüppel) oder Crips bezeichnet. Ein anderer Mythos berichtet davon, dass Raymond Washington in den 1970er-Jahren einer Gang in Watts angehörte, die sich die „Cripplers“ nannte, und Raymond daher seine Inspiration für den Gang-Namen Cribs hieraus ableitete.

Der Name „Crips“, so wird vermutet, ist als Abkürzung aus dem Satz „continuous revolution in progress“ entstanden und deutet auf die Anfänge der Crips hin. Sie wollten eine Veränderung für die benachteiligte und diskriminierte afroamerikanische Bevölkerung und strebten daher eine immerwährende Revolution an, um die Lage der Afroamerikaner zu verbessern. Zudem verwenden die Crips die Zahl 6, um die Wörter „Crip Up“ zu symbolisieren. Diese Buchstaben werden dann noch einmal einzeln aufgesplittet und stehen für:

„C“ontinuous→ „R“evolution→ „I“n→ „P“rogress→ „U“ndying→ „P“ower.

Hiermit drücken die Crips aus, dass sie sich niemals beugen und die Revolution zur Verbesserung der Lebensumstände der afroamerikanischen Bevölkerung fortführen werden. In diesem Zusammenhang erfolgt auch oft der Spruch „Crips don´t die, we multiply“. Dies bedeutet, dass die Crips niemals sterben, sondern für immer bestehen werden, indem sie fortwährend neue Crip-Sets gründen und im Dienste der Crip-Allianz führen. Es hält sich auch hartnäckig das Gerücht, dass das LAPD (Polizeibehörde von Los Angeles) den Crips ihren Namen gab. Sie sahen sie oft mit Spazierstöcken umhergehen und verbanden daher das Wort „cripple“ (Krüppel) mit Crips. Durch den stetigen Anstieg der Gewalt und der Straftaten durch die Crips bekamen diese eine immer größer werdende Bedeutung für das LAPD, wodurch sich der Name Crips verfestigte.

Crip-Allianz

Raymond Washington (East Side-Crips) und Tookie Williams, der Anführer der West Side-Crips, schlossen sich 1971 zu einer Allianz zusammen und holten noch einen guten Freund (Mac Thomas) ins Boot, der nebenbei einer der Anführer der berühmten Compton-Crips war. Somit verfügten die Crips über eine gewaltige Mannstärke, die sich aus den West Side-Crips, den East Side-Crips und den Crips aus Compton formierte. Wie wir weiter oben erfahren haben, war die Hauptintention zur Gründung der Crips der humanitäre Charakter, der an die Black Panther-Organisation angelehnt war. Das Problem war jedoch, dass den Anführern William, Washington und Thomas das politische Gefühl fehlte, wodurch eine Bürgerwehr entstand, die nur eines im Sinn hatte, ihr eigenes Umfeld zu beschützen und zu verteidigen. Sie konnten sich letztendlich nicht mit den Black Panthers identifizieren und fokussierten sich lieber darauf, ihr eigenes Territorium zu behaupten und im selben Atemzug zu erweitern. Viele kleinere Gangs, die den Crips nicht angehörten und unabhängig waren, mussten daher einiges einstecken.

Das Ziel der Crip-Allianz war es, alle eigenständigen Gangs in die Allianz aufzunehmen und wenn es sein musste, auch mit Gewalt. Die ganze Sache geriet schnell außer Kontrolle und hatte nichts mehr mit dem humanitären Charakter der Black Panther Party zu tun. Jeder, der sich der Crip-Gang widersetzte, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Die Anführer der Crip-Allianz gingen bei der Eingliederung unabhängiger Gangs folgendermaßen vor: Washington und Williams waren stattliche Muskelberge. Sie gingen also zu den eigenständigen Gang-Anführern und forderten sie zu einem fairen Zweikampf (Faustkampf) heraus. Dieser musste entweder gegen Williams oder Washington geführt werden. Die meisten dieser unabhängigen Gang-Anführer erkannten schnell, dass sie keine Chance hatten, und gliederten sich in die Crip-Allianz freiwillig ein, wodurch die Crips immer größer und mächtiger wurden. Heutzutage gibt es eine ungeheure Menge an verschiedenen Crip-Sets in ganz Amerika. Ein Schlüssel zu dieser massiven Ausbreitung war, dass es keine hohen Hürden zum Eintritt in die Crip-Gang gab. Jeder, der ein Crip-Set starten wollte, konnte es ohne Einschränkungen tun. Crip-Sets sind dabei oft nach den Straßen und Städten benannt, in denen sie leben, oder auch nach Parks, in denen sie sich oft aufhalten und treffen.

Nehmen wir zum Beispiel die West Side (W/S) Gardena Shotgun-Crips. Ihr Gang-Name setzt sich aus der geografischen Seite „West Side“, der Stadt „Gardena“ und dem Wort „Shotgun“ zusammen. Sie leben daher auf der Westseite von Gardena und ihre bevorzugte Waffe, mit der sie „Probleme“ lösen, ist die Shotgun. Aufgrund der massiven Ausbreitung der Crips kam es schon bald zu vermehrten kriminellen Aktivitäten. Tookie Williams führte die West Side-Crips, die sich im Bezirk 110 Harbor Freeway in Los Angeles ausbreiteten. Raymond Washington, der die Crips ins Leben gerufen hatte und nun die East Side-Crips anführte, vertrat einen vollkommen anderen Führungsstil als Williams. Washington wollte Probleme immer nach der alten Schule regeln, im direkten Kampf Mann gegen Mann ohne Waffen, nur mit den Fäusten. Williams war anfangs auch von diesem Konzept überzeugt, änderte dann aber seine Meinung und wählte den radikalen Weg der Bewaffnung mit Schusswaffen. Da die Crips schon bald im Drogengeschäft mitmischten, wurde der Krieg mit rivalisierenden Gangs wie den Bloods (die als Gegenbewegung zu den Crips entstanden sind) immer brutaler und blutiger.

Die Lage unter den Crips verschärfte sich, als der Gründer Raymond Washington erschossen wurde (man nimmt an, dass die Mörder aus den eigenen Reihen stammten und sich von Washingtons waffenlosem Führungsstil bedroht fühlten) und Tookie Williams wegen vierfachen Mordes hinter Gittern saß. Ein Machtkampf um die Führung der Crips entbrannte und sorgte für viele Todesopfer innerhalb der unterschiedlichen Crip-Sets. Vor allem die Rollin 60 Neighborhood-Crips und Eight Tray Gangster-Crips ließen es ordentlich krachen. Doch breitete sich dieser Krieg über Städte hinaus aus und ließ neue Formationen und Vereinigungen der Crip-Sets zurück. Zum Beispiel schlossen sich nach Raymond Washingtons Tod sehr schnell die Hoover-Crips und die East Side-Crips zu einer Allianz zusammen. Viele Menschen glauben, dass die Crips nur eine Fehde mit den verhassten Bloods haben, aber in Wahrheit kämpfen sie untereinander, in den Crip-Sets, noch viel verbitterter. So kam es zum Beispiel bei der Auseinandersetzung zwischen den Grape Street Watts-Crips und den P Jay-Crips so weit, dass die P Jay-Crips sich gezwungen fühlten, mit dem verhassten lokalen Blood-Set (Bounty Hunter-Bloods) zu verbünden, um gemeinsam gegen die Grape Street Watts-Crips zu bestehen.

Heilige Gral

Den Crip-Sets ging es daraufhin recht schnell sehr schlecht, aufgrund der immerwährenden Machtkämpfe untereinander oder mit verfeindeten Gangs wie den Bloods, und so verloren eben diese immer mehr an Macht und Bedeutung, bis eine bestimmte Substanz auf den Markt kam, die alles veränderte. In den 1980er-Jahren kam der Heilige Gral der Crips auf den Markt. Er wird auch als das Kokain der Armen bezeichnet, welches ein „Gamechanger“ für die Crips war und ihre Macht und ihren Einfluss immens steigerte, zumal sie sich rasch um den Verkauf von „Crack“ kümmerten. Erste große Geldsummen wurden aus dem Crackgeschäft erwirtschaftet, was natürlich expansive Bestrebungen nach sich zog, und so wurde das Crackgeschäft schnell auf andere Städte übertragen, um den Profit zu steigern. Die Crips wurden somit immer stärker und bekamen wieder eine größere Bedeutung, sodass die Mitgliederzahl rapide anstieg. In den späten 1980er-Jahren waren die Crips am Höhepunkt angekommen und stellten die größte Gang des Landes. 1999 waren schon mehr als 600 Crip-Sets aktiv mit einer Mitgliederzahl von über 30 000.

Das Crack-Geschäft brachte jedoch nicht nur Vorteile. Während Familien zerbrachen, entfernten sich die einzelnen Crip-Sets immer weiter voneinander. Die so schon brüchige Verbundenheit und Allianz unter den unabhängigen Crip-Sets gehörten durch das Aufkommen von Crack der Vergangenheit an. Die Crips waren in ihrer Anfangszeit ein massiver Verbund, welcher sich mit der Zeit immer weiter auflöste. Als die einzelnen Crip-Sets erkannten, dass man mit Crack und dem Verkauf von Drogen ein Vermögen erwirtschaften konnte, fragten sie sich, wozu sie noch die anderen Crip-Sets brauchten. Sie konnten in kürzester Zeit Tausende von Dollars machen und fühlten sich dadurch frei und unabhängig. Habgier und Neid machten schnell die Runde und aus befreundeten Crip-Sets wurden auf einmal Feinde. Man kann es nicht oft genug betonen, Crack war für die Crips vielleicht ein Riesenerfolg. Sie mussten für diesen Verkaufsschlager aber auch einen sehr hohen Preis zahlen. Der Verkauf der weißen Crack-Steine füllte ihre Geldtaschen gewaltig, war jedoch mit dem Nachteil verbunden, dass überall dort, wo Crack verkauft wurde, ein sozialer Abstieg damit einherging (Gettoisierung). Die Crips zerstörten somit ohne viel Weitsicht und blind vor Gier und Macht ihre eigene afroamerikanische Gemeinde.

Crips vs. Crips

Die Crips formierten schon bald komplett eigenständige Sets mit eigenen Strukturen, Merkmalen und Hierarchien, wodurch es rasch zu Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Crip-Sets untereinander kam. Wie wir weiter oben erfahren haben, geht es einer Crip-Gang in erster Linie um die Verteidigung des eigenen Territoriums mit anschließender Ausweitung der „geschäftlichen Aktivitäten“ (Drogenverkauf), wodurch es schnell zu territorialen Ansprüchen und Auseinandersetzungen kommen kann.